Beiträge von Antichrist

    Zitat

    Original geschrieben von xPETERx:
    Kriege ich in Zeiten von YouTube nicht mehr hin. Spotify kann ich auch nur nebenbei bei Diablo3 laufen lassen ^^ Was auch die wenigen Scrobbles erklärt. Wenn Last.FM meine werktäglich 2x35min vom Autofahren nehmen würde, sähe das ganz anders aus ;)


    Bei mir sind Autofahren etc drin, da Spotify übers Handy mit Bluetooth und Autoradio läuft und die last.fm-App das mitscrobbelt. Kommt was zusammen. ^^

    Hallo zusammen!


    Wieder einmal suchen wir in den nächsten zwei Wochen das Album des Jahres. Im letzten Jahr konnten sich Body Count mit Bloodlust diesen prestigereichen Titel sichern, mal sehen wer sich dieses Jahr durchsetzen wird. 2016 gewannen Metallica, 2015 gewann Marilyn Manson, 2014 gab es kein Voting. 2013 gewann Eminem, 2012 Lana Del Rey. Es wird sicherlich wieder spannend!


    Hier das Prozedere aus dem Thread vom letzten Jahr:


    Wie geht das?
    Ihr macht ne Liste, am besten ne Top 10, mit euren zehn besten Alben des Jahres. Dann nehmen wir das ESC-System. Sprich Platz 1 ist 10 Punkte wert, Platz 2 9 und so weiter. Bei reger Beteiligung bekommen wir hier ne Menge Alben quer durch die Genres zusammen und erhalten so eine Menge Zahlen aus denen sich dann die Alben des Jahres herausaddieren lassen.


    Votingzeitraum sind zwei Wochen. Da heute schon fast rum ist geht es von jetzt bis zum 16. Januar um 23:59. Bis dahin habt ihr Zeit euch Gedanken um eure Lieblingsalben zu machen und werft diese hier rein. Es zählen alle Veröffentlichungen des Jahres 2018 vom 1.1. bis 31.12. - ausgenommen sind Best Of/Greatest Hits-Compilations, Livealben, Sampler mit verschiedenen Bands drauf usw. Bitte achtet darauf dass euer Album auch wirklich 2018 erschienen ist.


    Es wäre toll wenn ihr eure Wahl, zumindest bei den ersten 3, kurz begründen könntet. So findet eventuell noch der ein oder andere tolle Musik!


    Solltet ihr eure Liste posten und euch ein paar Tage später ein anderes, tolles Album einfallen - editiert eure Liste, weist aber bitte via neuem Posting darauf hin. Das ist für mich einfacher. Aber auch das ist nur bis zum Ende der Deadline möglich.


    Das Ergebnis gibts dann wahrschelinlich am 17.1.


    Ich hoffe auf rege Beteiligung!

    Bei mir sah 2018 so aus:


    Insgesamt 35.946 Scrobbels, im Schnitt 98 pro Tag. 2291 verschiedene Künstler wurden gehört.


    Top 20 Künstler:


    1 Ghost 420
    2 Feine Sahne Fischfilet 401
    3 FJØRT 337
    4 Gojira 333
    5 Marilyn Manson 321
    6 A Perfect Circle 308
    7 boysetsfire 290
    8 Pascow 284
    9 Editors 277
    10 Deftones 264
    11 Sondaschule 261
    12 Die Ärzte 242
    13 Anti-Flag 234
    14 Turbostaat 223
    15 Enter Shikari 220
    16 Architects 204
    17 Guns N' Roses 204
    18 Rammstein 196
    19 Type O Negative 190
    20 Love A 189


    Top 20 Alben:


    1 Feine Sahne Fischfilet - Sturm & Dreck 277
    2 A Perfect Circle - Eat the Elephant 204
    3 Ghost - Prequelle 200
    4 Sondaschule - Schere, Stein, Papier 196
    5 FJØRT - Couleur 169
    6 Pascow - Diene Der Party 137
    7 Enter Shikari - The Spark 130
    8 Nathan Gray - Feral Hymns 129
    9 Gojira - Magma 119
    10 Rolo Tomassi - Time Will Die And Love Will Bury It 108
    11 Marilyn Manson - Heaven Upside Down 105
    12 Zeal & Ardor - Stranger Fruit 101
    13 Anti-Flag - American Fall 99
    14 Donots - Lauter als Bomben 98
    15 Gojira - From Mars to Sirius 97
    16 Acht Eimer Hühnerherzen - Acht Eimer Hühnerherzen 96
    17 Love A - Nichts ist neu 96
    18 FJØRT -Kontakt 95
    19 Bring Me the Horizon - Sempiternal 93
    20 Converge - The Dusk in Us 81

    Zitat

    Original geschrieben von Peyton's Royce:
    Dieses ganz Ankündigung ist jetzt schon wieder ad absurdum geführt. Es hat sich bei Raw und SD nichts geändert, außer das man die geforderten wie Ali, Revival und Co jetzt mal eingebaut hat. Weiterhin ohne Stories. Sie verstehen es einfach nicht.


    Ich denke nicht, dass man das nach zwei Wochen schon sagen kann.

    Bird Box


    Ganz so dramatisch wie Takti sehe ich das nicht. Wenn man mit absoluter Logik an jeden fiktiven Horrorfilm bzw. Thriller ran geht kann man so eine Zusammenfassung über jeden einzelnen Film des Genres schreiben. Da geht es mir eher auf den Zeiger, wenn ein Film wie Gone Girl Plotholes hat. Aber bei nem Horrorfilm über unsichtbare Gegner bin ich da nicht so kritisch. Suspense of disbelief und so.


    Eine Frau schippert mit zwei Kindern und verbundenen Augen einen Fluss herunter. In einem zweiten Handlungsstrang sieht man wie es dazu kam, im späteren Verlauf des Films geht die eine Handlung dann dementsprechend in die andere auf. Eine postapokalyptische Welt, unsichtbare Gegner, Menschen bringen sich und andere um. Keine sonderlich schöne Welt in der Sandra Bullock in der Hauptrolle hier Zuflucht sucht.


    Der Film fühlt sich für mich wie eine Mischung aus The Happening (die Suizide, der unsichtbare Gegner, der Wind, wenn etwas passiert...) und A quiet Place an, allerdings entstand das Buch zu Bird Box vor dem Film A quiet Place, dementsprechend macht es wenig Sinn Bird Box als Klau der Idee zu bezeichnen. Hab ich jetzt schon öfters mal gelesen. Nur: Bird Box als Buch ist von 2014. Wer sich hier, wenn überhaupt, bei wem bedient hat, darüber könnte man jetzt diskutieren. Muss man aber nicht, man kann auch jeden Film für sich betrachten. Und hier macht Bird Box an sich einen soliden Job.


    Der Cast überzeugt mich ziemlich. Sandra Bullock, John Malkovich, Trevante Rhodes, das sind schon gute Namen. Die Musik stammt von Atticus Ross und Trent Reznor und ist dementsprechend sehr atmosphärisch ausgefallen. Untermalt die Stimmung im Film jedenfalls sehr gut, die Atmosphäre ist einer der großen Pluspunkte des Films. Die starken Schauspieler und die Atmosphäre sind dann aber auch alles was den Film trägt, denn der Plot ist ansonsten recht spannungsarm und nicht unbedingt das gelbe vom Ei. Da gibt es schon ein paar unlogische Momente. Dazu erfindet der Film das Rad nicht neu. Muss er auch gar nicht. Aber mehr als ein solider Beitrag zum Genre ist Bird Box auch nicht geworden.


    7/10


    Kong: Skull Island


    Knapp über eine Dekade nach Peter Jackson steht das nächste King Kong-Remake an. Jordan Vogt-Roberts führt Regie bei diesem gut zweistündigen Aufeinandertreffen mit dem Riesenaffen. Dieses mal als Teil des MonsterVerse und da demnächst Godzilla wieder über die Leinwand rennt und ein Aufeinandertreffen der beiden Filmmonsterikonen geplant ist macht es durchaus Sinn sich Kong: Skull Island anzuschauen.


    Man fliegt, kurz nach dem Vietnamkrieg, mit einer Truppe Soldaten und ein paar Forschern nach Skull Island in den Pazifik. Um die Insel stürmt es unentwegt, dementsprechend schwierig ist der Anflug und dann taucht Kong auch schon auf und dezimiert die Helikopterflotte. Und dann geht es rund.


    Skull Island sieht wirklich toll aus, da kann man nicht meckern. Die Insel hat man gut hinbekommen, auch die diversen Tiere sehen gut aus. Kong selbst wurde auch mit viel Sinn für Details hergestellt und das sieht man gerade in Szenen mit Wasser. Das Fell verhält sich realistisch, das sieht stark aus. Auch der Cast kann sich sehen lassen. Mit Tom Hiddleton, Alison Brie, John Goodman und Samuel L. Jackson hat man hier einige aus der allerersten Liga Hollywoods dabei und bis in die Nebenrollen ist der Film stark besetzt worden. Klingt auf dem Papier und Plakat gut. Bringt aber nichts, wenn wirklich jeder Charakter völlig eindimensional ist und eine Charakterentwicklung nicht unbedingt stattfindet. Klar könnte man jetzt damit argumentieren: Braucht ein Monsterfilm das? Ist ein ausgeklügelter Plot notwendig? Natürlich - nicht unbedingt. Aber schaden kann es auch nicht. Und hier schadet es dann schon ziemlich, dass diese Abziehbildchen von 08/15-Charakteren nichts vom Plot bekommen mit dem sie etwas anfangen können. Mit diesem Cast war deutlich mehr drin. Die Schauspieler geben sich größte Mühe und machen einen soliden Job, sind aber alle zusammen völlig uninteressante Klischees. John C. Reilly als Hank Marlow ist sogar richtig nervig und bringt unnötig unlustige Sprüche in den Film. Meine Fresse.


    Dafür geht der Film ordentlich ab. Das Tempo ist hoch, es scheppert an jeder Ecke, die Action sieht toll aus. Und das alles vor einer schönen Landschaft. Rein optisch macht Kong also so ziemlich alles richtig. Auch, wenn manche Spots sehr erzwungen wirken um Apocalypse Now-mäßig die Sonne einzufangen. Da verzichtet man schon mal drauf, dass die Tageszeit in der nächsten Szene wieder völlig anders aussieht. Mit mehr Sorgfalt für Plot, Charaktere und Dialoge hätte das hier stark werden können. So wird das Potential nur angekratzt.


    6/10


    The Room


    Johnny ist Banker und möchte seine Freundin Lisa heiraten. Diese findet ihn aber mittlerweile ziemlich langweilig und möchte Jonnys besten Freund Mark. Alle anderen wollen Lisa eigentlich auch. Johnny findet das alles weniger gut, hat aber immer gute Tipps auf Lager für seine Freunde. Irgendwer hat Brustkrebs, das interessiert aber nicht weiter. Drogenprobleme auch nicht.


    Ja, The Room ist speziell. Der Film gilt nicht grundlos als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten. Und wenn man ihn sieht weiß man auch warum. Der Film stammt aus dem Jahre 2003. Kulissen, Klamotten, Frisuren sagen aber eher so 1991. Und dann auch eher so Softporno von 1991. Die Musik ist dementsprechend, gerade während der Liebesszenen. Regisseur, Autor, Hauptdarsteller und Produzent Tommy Wiseau muss synchronisiert werden. Handlungsstränge werden eingeführt und dann einfach nicht weiter vorangetrieben. Siehe oben. Die Dialoge sind unterste Schublade und null aus dem Leben gegriffen. Die Schauspieler sind durch die Bank grottig. Niemand hier kann mit Talent glänzen. Aber gut. Das ist mit diesem Plot, diesen Szenen, diesen Dialogen auch unmöglich. Teilweise tauchen sie auch einfach nicht mehr auf und werden im weiteren Verlauf des Films von anderen Leuten ersetzt.


    Trotzdem macht The Room unfassbar viel Spaß. Unfreiwilligerweise. Denn das hier ist, trotz aller vermeintlicher Tragik rund um das Liebesdrama zwischen den dreien, unfassbar lustig. Und konsequenterweise geht es, trotz der Hauptstoryline, irgendwie nie um Liebe. Muss ja auch nicht, denn Sinn macht hier sowieso nichts. Dafür gibt es schon fast genial dillentantisch gespielte Szenen und Dialoge aus der Hölle. Tommy Wiseau hat hier ein Meisterwerk des Bullshits geschaffen. Und: Ich hab schon schlimmeres gesehen, bei aller Kritik. Daniel, der Zauberer ist immer noch deutlich schlechter als The Room.


    Oh, hi Mark!


    2/10


    The Disaster Artist


    Direkt nach dem Genuss von The Room habe ich mir The Disaster Artist angeschaut. Dieser Film handelt von der Vorgeschichte und dem Making of von The Room und ist, im Gegensatz zum Original, von fähigen Menschen realisiert worden. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Buch von Greg Sestero, Tommy Wiseaus bestem Freund und von diesem mit der Rolle von Mark in The Room gesegnet worden. Er hat seine Erfahrungen mit Wiseau und beim Dreh von The Room aufgeschrieben und von James Franco wurde der Spaß nun verfilmt. Franco führt Regie, produziert und spielt auch noch Tommy Wiseau. Das heißt, dass James Franco im Prinzip das gleiche macht wie Tommy Wiseau in The Room. Nur halt in gut. Aber wenn man mal James Franco als Tommy Wiseau Regie führen sehen will während er sich selbst in The Room spielt und James Franco das ganze als Regisseur dreht - dann ist man hier richtig.


    The Disaster Artist zeichnet ein bizarres, aber noch dazu sympathisches Bild von Wiseau und Sestero. Wiseaus unbändiger Wille The Room zu realisieren ist schon krass. So viel Geld und Herzblut in einen Film zu stecken - ohne jegliche Erfahrung, ohne Talent, ohne Ahnung. Aber er hat es durchgezogen und trotz der minderwertigen Qualität gebührt Wiseau dafür Respekt. Und mit genau diesem Respekt behandelt The Disaster Artist seinen Star auch. Klar, hier hat man viel zu lachen und über viele Entscheidungen kann man nur den Kopf schütteln. Aber Franco macht sich nie über Wiseau lustig oder stellt ihn lächerlich dar. Es ist halt so gewesen wie The Disaster Artist es erzählt. Klar, für Hollywood gibt es hier ein paar kleine Kniffe. Bryan Cranstons Cameo oder das Ende hat sich in echt nicht so zugetragen. Aber ansonsten ist The Disaster Artist ziemlich nah an der Realität und behandelt das Making of von The Room sehr realistisch. Ganze Szenen wurden 1:1 nachgedreht, im Abspann sieht man wie viel Mühe sich gegeben wurde.


    The Disaster Artist ist ein lustiges Portrait eines Verlierers der es schlussendlich doch zu etwas gebracht hat. The Room ist mittlerweile Kult. Das liegt auch am ganzen drumherum, am Making Of, am Chaos, an der charmant-dilettantischen Herangehensweise. Und James Franco spielt hier einen hervorragenden Tommy Wiseau. Starker Film.


    8/10

    Suicide Squad ist scheiße. :P ;)


    Ne, Spaß beiseite: Ich schau vorher vll mal, wie so die Tendenz aussieht, einfach um auch zu wissen: Lohnt es sich dafür ins Kino zu gehen? Lohnt es sich Geld auszugeben? Oder reicht der auch auf Sky/Netflix etc. Halt für eine grobe Tendenz, dafür ist es schon sinnig. Im besten Fall erspart man sich so das ärgern über einen grausamen Film für den man Zeit und Geld aufgewendet hat.


    Andererseits gibt es natürlich Beispiele in denen man selbst von den Kritikern/Meinungen abweicht. Ich fand beispielsweise in meinem Filmprojekt mit den Top 250 IMDb-Filmen auch nicht alles toll, 8 1/2 oder In the Mood for Love fand ich beispielsweise mittelmäßig und bei weitem nicht so gut wie es gemacht wurde. Oder: Es macht auch mal Spaß nen beschissenen Film zu gucken, kommt auch vor. ^^


    Mir ging es halt um diese arrogante Aussage des Users, der mit seiner einen Meinung so eine große Menge an Menschen und deren Resultat einfach in Abrede stellen will. Das passt nicht zusammen. Und ja, seine restliche Kritik am Film ist Murks.

    Es ging mir übrigens nicht darum dass man aufgrund der Bewertungen eine vorgefertigte Meinung haben muss und diese Bewertungen geltend sind. Es geht darum eine grobe Tendenz zu haben wie der Film allgemein ankommt. Und darum dass die Meinung von, in diesem Fall, über 100.000 Leuten als Schnitt wohl schon irgendwie aussagekräftig ist.


    Und wenn man dann mit ner 3 ankommt und rumposaunt, dass man auf die Bewertungen von zigtausend Leuten nichts geben kann, ist das schlicht arrogant und ignorant. Man kann den Film ja schlecht finden, aber mit seiner Meinung dann die generell positive Meinung abwerten zu wollen ist halt Quatsch. Eine vernünftig begründete 3 hätte da mehr gebracht.

    Der Satz, dass man auf Bewertungen im Internet generell nichts geben sollte, ist allerdings ziemlicher Unsinn. Hereditary hat beispielsweise bei IMDb aktuell ne 7,3/10 und dieses Rating setzt sich aus den Stimmen von über 110.000 Menschen zusammen. Bei Metacritic kommt er auf 87/100 basierend auf 49 professionellen Kritiken. Das sind also schon recht gute Bewertungen. Und diese dann quasi abzuwerten, weil einem der Film nicht zugesagt hat, ist Unsinn. Denn im Schnitt ist Hereditary nun mal objektiv ein guter Film. Subjektiv mag das anders aussehen. Aber generell kann man von diesen Zahlen schon einen groben Wert ob der Qualität des Films ausmachen. Ob es einem dann selbst gefällt ist ne andere Sache. Der Spruch ist aber schlicht unsinnig. Denn nur, weil einem der Film nicht gefällt, heißt das ja nicht, dass die Mehrheit der Leute (sprich: die Bewertung im Schnitt) oder Experten (siehe Metacritic) keine Ahnung haben und man auf deren Meinung nichts geben könne.

    Mary Poppins' Rückkehr


    Nach Anna und die Apokalypse der zweite Musicalfilm in einer Woche. Mary Poppins ist nach 54 Jahren zurück auf der großen Leinwand, dieses mal verkörpert von der wunderbaren Emily Blunt. Im Poppins-London sind zwischen den beiden Filmen allerdings nur drei Dekaden vergangen, der Film spielt im London der 30er Jahre und immr noch klassisch im Kirschbaumweg 17. Während der großen Depression steht das Haus, welches mittlerweile von Marys ehemaligen Schützlingen Michael Banks und dessen Schwester Jane bewohnt wird. Michael hat mit seiner verstorbenen Frau drei Kinder, außerdem gibt es noch eine etwas schusselige Haushälterin. Banks arbeitet, ebenso wie früher sein Vater, in einer Bank, deren fieser Chef (Colin Firth) will das Haus über eine Zwangsvollstreckung an sich reißen. Keine einfachen Zeiten für die Banks - aber dann schwebt Mary Poppins ikonisch via Regenschirm vom Himmel herab.


    Der Plot passt also so in etwa auf einen Bierdeckel und ist nicht sonderlich anspruchvoll, das ist aber in einem Familien-Musikfilm auch gar nicht dessen Ziel. Mary Poppins' Rückkehr soll in erster Linie Spaß machen und eine schöne Atmosphäre erzeugen und das schafft diese Disney-Produktion ziemlich gut. Der Film erzeugt ein Wohlfühlfeeling und dies ist auch der erfrischend oldschooligen Aufmachung geschuldet. In 2018 noch einen Musicalfilm auf die große Leinwand bringen ist selten geworden. Disney orientiert sich klar am Original, hat viele Songs und dazu passende Tanze auf Lager und mit dem Sidekick Jack auch eine Rolle, die dem Schornsteinfeger Bert aus dem Vorgänger nah kommt. Man könnte jetzt meinen, dass Disney den ersten Film ziemlich kopiert, schließlich ist Jane auch noch ebenso engagiert wie ihre Mutter im Original. Da ist sicherlich was dran. Aber: Selbst im Original wird ja durch Mary und Bert schon impliziert, dass die Geschichte durchaus schon mal vor kam und Mary halt schon öfter der Retter in der Not war. Wieso auch nicht dieses mal? Und meine Güte, es sind über 50 Jahre vergangen. Diese Mary Poppins wird einer oder zwei neuen Generationen vorgestellt. Aber natürlich ist es verständlich, dass es Kritiker gibt, die dem neuen Teil dieses vorwerfen mögen.


    Ich finde es halb so tragisch, denn die Grundstory an sich mit dem Haus ist recht frisch und man schafft es geschickt erzählerisch den Bogen zum Vorgänger zu spannen. Und wie im Original gibt es auch im Remake neben den Musicalperformances eine sehr gelungene Zeichentrickszene in der die Real Life-Schauspieler mit (den zum Glück im Oldschool-Disney-Stil gezeichneten und nicht animierten) Figuren interagieren. Das sieht stark aus und funktioniert absolut. Es funktioniert absolut sich hier am Original zu bedienen und das macht auch viel von der Atmosphäre und vom Charme dieses Films aus. Man fühlt, dass Disney sich hier dazu entschlossen hat den Erwartungen an einem Mary Poppins-Film so gut wie möglich nachzukommen und dem Zuschauer das passende Feeling zu verpassen. Und dies funktioniert. Auch dank Emily Blunt, die eine hervorragende Mary Poppins darstellt. Aber auch Collin Firth, die Kinderdarsteller und Lin-Manuel Miranda als Jack sind stark gecastet.


    Die bunte, fantasievolle Geschichte lässt einen für ein paar Stunden in die Welt von Mary Poppins eintauchen und wie eingangs schon erwähnt ist es schön, dass es in 2018 noch Platz für so einen oldschool gehaltenen Film im Kino gibt. Die Atmosphäre ist stimmig, das Feeling ist da, die Ideen sind, auch wenn sie offensichtlich auf der alten Vorlage beruhen, gut umgesetzt. Es gibt starke Choreografien. Das Songwriting lässt etwas zu wünschen übrig, keiner der Stücke hat wirkliches Ohrwurmpotential. Insgesamt ist Mary Poppins' Rückkehr allerdings ein gelungener Familienfilm und versprüht Disney Magic ohne Ende.


    8/10


    Warrior


    Letztens im Projekt 250 gesehen. Ein MMA-Film über zwei Brüder, die sich voneinander und vom Vater, einem Alkoholiker, entfernt haben. Beide trainieren für ein großes Turnier. Der eine aus Geldnot, der andere wird nach einem Überraschungserfolg im Gym angemeldet.


    Tom Hardy und Joel Edgerton spielen die beiden Brüder, Nick Nolte den Vater und in weiteren Rollen sind u.a. Frank Grillo, Jennifer Morrisson und Kurt Angle zu sehen. Der Film folgt dem Klischeeplot der Kampfsportfilme: Irgendwelche Amateursportler haben private Probleme, trainieren hart, großer Kampf. Kennt man seit Rocky in- und auswendig. Warrior macht hier keinen großen Unterschied, wird aber von sehr starken schauspielerischen Leistungen getragen. Nolte ist hervorragend, Hardy ein absolutes Biest und auch Edgerton gefällt mir, ebenso seine Filmfrau. Dazu ist das Pacing des Films gut. Es wird nicht langweilig, wirkliche Schwächen gibt es trotz der ausgetretenen Storypfade nicht.


    Der emotionale Konflikt innerhalb der Familie und untereinander wird gut dargestellt, da kann man nicht meckern. Absolut starke Dialoge. Aber auch die MMA-Szenen sind stark in Szene gesetzt und sehen absolut realistisch aus. Die Kamera lässt einen denken, dass man mit im Octagon steht. Und das will man hier wirklich nicht, denn kompromisslose Fights werden serviert.


    Warrior ist ein starkes Sportdrama mit ordentlich Action und einem starken Cast. Hat mich, trotz der Klischeestoryline, absolut überzeugt.


    8/10


    V wie Vendetta


    Ebenso im Projekt geschaut. Diese DC-Comicverfilmung mit den bekannten Guy Fawkes-Masken stammt aus dem Jahr 2005 und spielt in einem London der Zukunft. 2032 wird England von Faschisten regiert, deren Führer Adam Sutler regiert mit harter Hand. Das Volk wird mit Propaganda auf Linie gehalten und eingeschüchtert. Ein maskierter Rächer namens V übernimmt kurzerhand das Staats-TV und jagt das höchste Gerichtsgebäude des Landes in die Luft. Danach wird zur Revolution gegen die Faschisten aufgerufen. Die junge TV-Mitarbeiterin Evey gerät zwischen die Fronten als V sie vor dem staatlichen Geheimdienst rettet.


    Mittlerweile dreizehn Jahre alt und immer noch topaktuell dank des aktuellen Rechtsruck in der Welt und Themen wie Korruption, Massenmedien, Überwachung etc. Der Aufstand gegen den faschistischen Tyrann i Film ist absolut nachvollziehbar, ebenso wieso z.B. die Anonymous-Gruppierung sich am Film orientiert und die Guy Fawkes-Maske benutzt. Der Film ist einfach ein optimales Statement gegen Oppression. Und dazu noch stark umgesetzt. Wenn es um Comicverfilmungen geht mag ich es eh am liebsten düster und D.C. hatte zu dieser Zeit mit V wie Vendetta, Watchmen und der Dark Knight-Trilogie einige heiße Eisen im Feuer. Vendetta profitiert auch stark von der tollen Natalie Portman, deren Rolle hier durchaus an ihre Rolle in Leon erinnert. Und auch, dass das faschistische England absolut an die dunkelste Zeit Deutschlands erinnert, trägt zur Atmosphäre des Films bei und lässt einen die Rache von V nachvollziehen.


    V wie Vendetta hat eine gute Story und einen wunderbaren Twist aus der Feder der Warchowski-Schwestern zu bieten. Dazu eine tolle Message. Eine Comicverfilmung mit so viel Tiefgang und Sinn ist nicht immer der Standard, vor allem neuerdings nicht mehr. V wie Vendetta stellt aber auch heute noch viele Comicverfilmungen in den Schatten. Politisch, sozialkritisch, düster. Stark.


    8/10


    Roma


    Das neueste Werk von Alfonso Cuarón, welcher in den letzten Jahren u.a. für Gravity verantwortlich war. Fünf Jahre nach dem Weltraumepos Gravity geht es für Cuarón zurück in die mexikanische Heimat. Genauer gesagt in das Viertel Colonia Roma in Mexico City. Cuarón ist hier aufgewachsen und Roma hat autobiografische Züge, denn der Film basiert zu großen Teilen auf den Kindheits- und Jugenderinnerungen des Regisseurs, Autors, Produzenten, Editors und Kameramanns des Films. Wie man anhand seiner Credits sieht also eine absolute Herzensangelegenheit des Regisseurs.


    Roma dreht sich um das Leben einer mexikanischen Familie in eben jenem Stadtteil. Die Familie besteht aus einer recht gescheiterten Ehe, vier daraus resultierenden Kindern, der Mutter der Frau, zwei Hausmädchen und einem Hund. Der Film fokussiert sich hauptsächlich auf eine der beiden Hausmädchen namens Cleo. Und die erste Stunde des knapp über zwei Stunden langen Films verläuft sehr schleppend, denn hier sieht man wirklich nur den Alltag der Familie. Man bekommt zwar mit, dass die Ehe nicht so gut läuft, aber ansonsten ist das wirklich nicht gerade spannend. Dann nimmt der Film allerdings an Fahrt auf, was sowohl am Schicksal als auch an den beginnenden Unruhen zwischen Studenten und Staat liegt. Jetzt kommt Leben in die Bude und der Film schafft es einen zu packen. Und das trotz des in spanisch und Mixtec vorgetragenen Dialogs untereinander welchen man via Untertitel verfolgt. Die fehlende Synchro und das verzichten auf untertiteln anderer Sprachen macht Roma authentisch.


    Während der Plot also seine Schwächen und Längen in der ersten Hälfte des Films hat ist die Umsetzung des Films absolut gelungen. Cuarón selbst führt wie gesagt die Kamera und wirklich jeder der sehr langen Shots ist gelungen. Der Film sieht aus wie ein Kunstwerk in schwarz/weiß (und übrigens völlig ohne Score) wenn Cuarón seine langsam und ruhig geführte Kamera über die Szenen fahren lässt. Führt zu einigen großartigen Shots. Und auch der Cast überzeugt, vor allem wenn man bedenkt, dass hier so ziemlich niemand, der vor der Kamera steht, irgendwelche Schauspielerfahrung hat. Starke Leistung.


    Insgesamt ist Roma sicherlich ein starker Film, hat aber auch erhebliche Längen in der ersten Filmhälfte. Aber hier wollte Cuarón wohl seine Jugenderinnerungen verfilmen. Es sei ihm gegönnt und das mexikanische Publikum kann sich da sicherlich sehr gut reinfühlen, für mich war das allerdings wenig aufregend. Dennoch ist Roma ein absolut gelungener Film, was auch und vor allem an Cuaróns Kameraarbeit liegt.


    8/10

A N Z E I G E