Beiträge von Sonnenwirt

    Aber die Schulden werden doch durch die Inflation entwertet. So kann man mehr investieren und trotzdem reale Schulden abbauen. Inflation hat auch Vorteile.

    So einfach ist das nicht. Durch die Inflation steigen auch die (zukünftigen) Kosten. Zu sagen, wir nehmen unendlich Neuverschuldung auf und die Inflation frisst uns die dann weg und gut ist, ist ein Trugschluss. Zumal es ja auch nichts bringt, wenn man international Geschäfte macht, mit Ländern mit deutlich geringerer Inflation und stärkerer Währung.

    Hmm, dann kann das schon funktionieren. Viele lüften da nicht so ergiebig und dann haste die Scheiße im Haus.


    Und warum nix gedämmt....Altbau unter Denkmalschutz?

    Ich hab auch mal in einer Wohnung gefühlt ohne nennenswerte Dämmung gewohnt. Wenn du da im Winter an eine Außenwand gefasst hast, war sie eiskalt. War wahrscheinlich ein Bau aus den 70ern, wo wie verrückt gebaut wurde und Quantität vor Qualität ging. Furchtbar.

    Um ehrlich zu sein, setze ich meine Hoffnungen nicht wirklich in die Gesellschaft. Dafür wurden in Reportagen und Zeitungsartikel zu oft aufgezeigt, dass eine gewisse Gleichgültigkeit gegen den Krieg, ja teils selbst gegen die eigene Einberufung herrscht. Ist halt oftmals ein „Ja, dann ist es so, was soll ich dagegen tun?“. Finde das ziemlich erschreckend. Auch der Krieg ist den Leuten oftmals egal - geht sie ja nichts an. Bis zur Einberufung halt. Ich glaube, dort müssen es die Mütter, Ehefrauen, Schwestern und Töchter richten und auf die Straße gehen. Aber wie viele und wofür?


    Was ich mich frage: Wenn jetzt auch Ukrainer aus den besetzten Gebieten in die russische Armee eingezogen werden: Ist das nicht ein enormes Risiko? Oder wenn derart Unwillige eingezogen werden. Je nachdem, ob die ukrainische Seite in der Lage ist, ein gutes Angebot für den Einzelnen zu machen, ist das doch ein enormes Risiko für Russland, oder?

    Nur am Rande zu deinem ersten Punkt: Fehler eingestehen würde ich nicht so ganz unterschreiben. Er hat nach seinem Gefängnisaufenthalt schon mehrfach gesagt, dass er sich äußerst ungerecht behandelt fühlt und ein Freispruch eigentlich richtig gewesen sei. So richtig reuig ist das nicht, auch wenn er natürlich am Ende alles zurückzahlen musste.

    Hier hast du aber was falsch verstanden: UH bereut die Steuerhinterziehung sehr wohl, dass hat er mehrmals gesagt. Was weiterhin für mich ein großes Fragezeichen bleibt, ist, wie es sein kann, dass man nach einer Selbstanzeige im Knast landet. Und das ist der Punkt, den er bemängelt und sich durch Druck von außen gegängelt fühlt/gefühlt hat. Und das in meinen Augen auch zurecht. Aber dennoch hat er auf Berufung verzichtet und hat die Strafe angetreten. Also hier bitte mal die Antipathie wegpacken und fair bleiben.


    Bei deinem Punkt zu Katar und einer möglichen Entwicklung gibt dir aber die Geschichte nicht wirklich recht. Es ist ja nun wirklich nicht das erste Mal, dass große Sportveranstaltungen in fürchterliche Diktaturen vergeben werden. Dass dadurch irgendeine positive Veränderung eingetreten sei, lässt sich da nun wirklich nicht feststellen. In jüngerer Vergangenheit seien da ganz plakativ mal die olympischen Spiele nach China und Russland genannt, sowie die WM in Russland, geht man weiter in die Vergangenheit zurück kann man sogar über Olympia 1936 reden oder die WM in der Militärdiktatur in Argentinien. Da findet keine Annäherung statt, im Gegenteil wird die Imagepflege, dass große Stars in den eigenen Stadien Sportgeschichte schreiben mitgenommen und dann innenpolitisch die gleiche Grausamkeit betrieben.

    Nach dem Prinzip hätten sich in der Vergangenheit aber beispielsweise auch Demonstrationen nicht gelohnt. Denn irgendwann gab es ja den Punkt, da war durch Demonstrationen noch nichts verändert. Soll heißen: Nur weil es bisher vielleicht nicht geklappt hat, heißt es doch nicht, dass es nie klappt und das man deswegen aufhören soll, den Dialog zu suchen. Und der entsteht nun mal nur durch ein Geben und Nehmen.


    Ich habe aber ja bereits geschrieben, dass ich selbst in der Frage unschlüssig bin, nur finde ich es halt auch einigermaßen sinnbefreit, Aussagen sofort vom Tisch zu wischen, nur weil ich a) im ersten Moment den Inhalt nicht teile und/oder b) ich denjenigen nicht mag, der die Aussage getroffen hat.

    Ach komm, du bist doch schlau genug um zu wissen, dass das nicht der Punkt ist. Aber öffentlich so dermaßen in die Offensive zu gehen, wenn man selber das, was man dem anderen vorwirft, in deutlich massiverer Weise praktiziert hat, ist einfach albern. Um ein blödes Fußball-Beispiel zu wählen: Wenn Neymar jemandem vorwirft, zu schauspielern, würde man das doch auch ziemlich lächerlich finden und auf seine eigenen oscarreifen Einlagen zeigen.

    Darum geht es mir doch gar nicht. Einerseits denke ich schon, dass man auf den Fehltritt hinweisen darf, aber das ist für mich kein Grund die Aussage an sich vom Tisch zu wischen. Zumal Hoeneß ja, im Gegensatz zu ganz vielen Leuten, seine Fehler eingestanden, sie wieder gut gemacht und dafür gebüßt hat. Und das nicht durch einen Instagram Post, sondern richtig. ;)


    Unabhängig von deinem Posting, was mir bei der Katar Diskussion fehlt, ist das Verständnis für die Gegenseiten. Und da mag ich die Katar Seite nicht in Schutz nehmen, aber auch nicht ausblenden: Was hier in Deutschland gerne vergessen wird, ist das andere Länder andere Geschichten und Kulturen haben. Es wird Zeit dauern, bis Katar kulturell im heutigen Europa angekommen ist, wenn es überhaupt je passiert. Das ist vorrangig, weil sie halt komplett anders denken. Macht es das besser? Natürlich nicht, aber vielleicht versteht man es dann besser. Da kann so ein „westliches Vorleben und Fordern“ glaube ich wirklich hilfreich sein. Das ist ja die Seite Bayern/Hoeneß etc.


    Gleichzeitig ist es auch richtig, die Frage zu stellen, ob man durch das Geld der WM nicht zu viel ausblendet oder warum man solchen Ländern so ein Event zugesteht. Ist auch legitim, sie könnten ja einfach vorher ihre Gesetze etc. ändern. Aber dann sind wir wieder beim kulturellen Thema und bei der Frage, ob schrittweise nicht mehr Sinn macht.


    Und jetzt komme ich zu Hoeneß und sage, er hat mit seiner Aussage zu Rettig vollkommen recht. Und das sollte nicht aufgrund seiner Vergangenheit komplett ausgeblendet werden.

    Ne, also wirklich nicht.

    Zitate von Uli Hoeneß vor der ganzen Geschichte: "Ich weiß, dass das doof ist, aber ich zahle volle Steuern"; "Mir ist egal, ob ich 20, 50 oder 100 Prozent Steuern zahle, mir geht es um die kleinen Leute". Da redet er eindeutig zum einen über seine persönlichen Geschäfte und feiert sich zum anderen dafür ab, dass er ja seine volle Steuern zahle. Das ist vor dem Hintergrund des späteren Verfahrens einfach Scheinheiligkeit, wie sie im Buche steht.

    Und selbstverständlich geschah die Steuerhinterziehung "mit Absicht", eine fahrlässige Steuerhinterziehung ist keine Straftat, er ist aber strafrechtlich verurteilt worden, das Gericht hat sich dabei auch ausführlich mit der Frage des Vorsatzes beschäftigt und diesen als erfüllt gesehen.


    Und es ist dabei dann auch völlig egal, was für einen Charakter Rettig haben mag. Mit dieser Vergangenheit in einer Sendung anzurufen und einem dort sitzenden Gast an den Kopf zu werfen, "der König der Scheinheiligkeit" zu sein, ist einfach jenseits von allem und zeigt, dass Hoeneß schon lange gar nichts mehr merkt.

    Ok, dann also werfe nur der frei von Sünde ist, einen Stein.

    Hoeneß, der sich jahrelang in jede Talkshow gesetzt hat und davon geredet hat, mit seinen Steuern so viel an die Gesellschaft zurückzugeben, während er die ganze Zeit Steuern hinterzog, wirft anderen vor "König der Scheinheiligen" zu sein. Das ist so dermaßen absurd und lachhaft, dass einem eigentlich fast die Worte fehlen.

    Schade eigentlich, dass Rettig die offensichtlichste aller Repliken auf der Straße liegen ließ.

    Äh nichts für ungut, aber Hoeneß hat ja nicht gar keine Steuern gezahlt, sondern nur zu wenige. Da dürfte trotzdem schon einiges zusammen gekommen sein. Außerdem weiß ich nicht, inwieweit bei ihm die Steuerhinterziehung mit Absicht oder aus Unwissen geschehen ist. Und zuguterletzt meine ich, dass sich diese Aussagen eh auf den Verein bezogen haben.


    Langer Rede: finde deinen Vergleich ziemlich unzutreffend, zumal Rettig wirklich die Scheinheiligkeit in Person im deutschen Fußball ist.

    Wobei ich es in Ordnung finde über Eindrücke zu diskutieren. Man sollte klar rausstellen, dass der eigene Eindruck ist und man sollte offenen sein für Eindrücke von Dritten.

    Der Thread geht ums Kriegsgeschehen und nicht um Eindrücke. Außer einer ist vor Ort. Wir haben einen Thread für die Folgen des Krieges für Deutschland, wo das ggf. noch eher rein passt. Aber ohne Belege sind so Diskussionen ziemlich sinnlos.

    Das kann ich natürlich nicht mit Zahlen belegen, aber das ist mein Eindruck von der Bevölkerung seit Jahrzehnten. Klar, so Sachen wie die Flut, da wurde viel geholfen. Aber sobald es um Hilfen im Ausland geht, geht Solidarität oft nur so weit bis man selbst betroffen ist. Und ich finde das ist nicht nur im Internet der typische Hass und die Hetze, ich krieg teilweise auch selbst schon mit wie Sätze a la "Nur wegen der scheiß Ukraine" fallen. Da ich das deutsche Volk eh für ein Volk von Meckerern und Egoisten halte, würde es mich auch keineswegs überraschen wenn man eben Tote in Kauf nimmt, damit es dem eigenen Geldbeutel wieder besser geht. Obwohl so wahrscheinlich leider viele Menschen sind.



    Wenn ich dann mitbekomme das in einer Schule die Sporthalle für Flüchtlinge genutzt wird und die Eltern mosern das die Blagen kein Sport mehr machen können, sorry, da könnte ich nur explodieren. Ich darf nicht dran denken, sonst geht der Blutdruck in ungeahnte Höhen ;)

    Vielleicht sollten wir hier solche komplett unbelegbaren Meinungen weglassen und stattdessen über belegbare Dinge diskutieren.

    Hab ich schon am 24.8. gepostet.

    Nur zur Erinnerung: in Mariupol sind sehr viele zivile Opfer zu beklagen.

    Irgendwie kommt das rüber wie eine Aktion als Vorgriff weil ihnen klar ist das sie entweder eh verlieren oder sie die sehr negative Presse weiter abbekommen würden

    Absolut. Zumal Brych ja auch einfach deutlich „unangesehener“ ist, als es Gräfe war. Der kommt einfach zur richtigen Zeit ins richtige Alter und gut ist.

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