Beiträge von H2SO4

    Der Shockmaster wurde auch übertrieben angekündigt, schwerer als Vader und größer als Sid Vicious, war es beides nicht. Und nach der Tugboat Pleite bei der WWF und dem nur mäßigen Run als Typhoon war jedem Fan klar dass da kein Main Eventer in die Liga gekommen ist. Zwar durfte er die War Games gewinnen, verstehe ich bis heute nicht wieso, aber danach kam nichts.

    Vielleicht weil er mit der Schwester des Bookers verheiratet war?

    Nach langem Nachdenken: Für mich gewinnt jetzt der Shockmaster auch diesen Bewerb. Vielleicht war es das Unterbewusstsein vom Fred Ottman, dass ihn zu DEM Auftritt gebracht hat. Aber abseits davon: Was hätte das Gimmick werden sollen? "It´s none other than the Shockmaster" - den vorher keine Sau kannte, also wie soll er die Welt schocken? Und der Glitzer-Sturmtruppenhelm? Man hat viele Gimmicks versucht, aber das hier war wohl sogar "Dead before arrival". So hat der gute Fred wenigstens einen memorable Moment daraus kreiert. Selbst wenn er nicht gestürzt wäre. Das Publikum wäre sicher nicht total abgegangen, ein völlig Unbekannter mit lächerlichem Assecoire, der sofort mit "Big Guys" mitspielt? Damit schlägt er für mich sogar den "Gobbledy Gooker", der wohl nie als "In-Ring-Character" geplant war.

    Eventuell hatte der Hintergedanke irgendwas damit zu tun, dass Vader, der ja im gegnerischen Team war, einige Zeit vorher auch bei seinem Einzug einen Darth-Vader'esken Helm zu tragen pflegte. Mir erschließt sich zwar dadurch auch nicht der Sinn, aber vielleicht ja irgendwem anders.

    Von den Antwortmöglichkeiten ohne Zweifel Jerry Lawler. Nicht zwingend wegen seiner Heelperformances in der WWF, hier kenne ich nur die Fehde gegen Bret Hart mit einem Kiss my Feet-Match und ähnlichem, was mich fragen ließ, warum ein World Champion wie Hart gegen diese offenkundige Witzfigur antreten musste. Nein, es war seine Fehde gegen Thommy Rich und Austin Idol in Memphis. Als Top-Babyface so unsympathisch rüberzukommen, dass man sich einfach nur danach sehnt, dass diesem blöden Arschl0ch endlich mal sein großes Maul gestopft wird, das ist Heel-Qualität vom feinsten. Übrigens auch keine Go-away-Heat – Ich hätte Eintritt dafür bezahlt und mich anschließend von den Hillbillys stellvertretend für Rich, Idol und Paul E. Dangerously totschlagen lassen.


    Betrachtet man das Heel-Work isoliert, so ist mir niemand begegnet, der besser als Jun Akiyama gewesen wäre. So ein mieser arroganter Sadist, der voller Genuss Schwächere verprügelte, sich austaggen ließ, um zu zeigen, dass der auf Rache brennente Kentaro Shiga ein zu unwichtiger Wurm sei, als dass er auch nur den Ring mit ihm zu teilen bereit ist (welch ein Unterschied zu den Chicken Heels, die normalerweise austaggen) und seinen Untergebenen Makoto Hashi im wahrsten Sinne als Fußabtreter benutzte, nachdem dieser gepinnt wurde. Basses nee

    Fand schade, dass Steve Doll (RIP) und Rex King (RIP) im unsinnigen Well Dunn - Gimmick gelandet sind.

    Ich kenne die beiden bislang nur in diesem Gimmick und fand sie darin eigentlich ziemlich großartig. Wobei ich aber auch ein Faible für gute Edeljobber habe. Leider wurden diese ja damals nur in Houseshows so eingesetzt, dass sie auch mal etwas mehr zeigen durften (bei Well Dunn gab es aber meines Wissens auch ein gutes Match gegen den Rock'n'Roll Express welches ich aber leider nie gesehen habe).

    Also ich finde die Tatsache, dass der Markt es schon regelt, eher so mäßig verlockend.

    1) ist schon vor Corona nicht viel neues nachgekommen, weil man mit Musik nicht einmal genug Geld verdient, um auch nur das Musikmachen zu refinanzieren (und wenn man auch nur halbwegs Zeit zum Touren haben will, ist ein Vollzeitjob schwierig) – Ich schätze mal, beim Wrestling dürfte es auch nicht wesentlich anders sein.

    2) erinnert sich jemand voll wohliger Nostalgie an die Jahre nach der Jahrtausendwende zurück, in der die WWE keine Attitude-Ära mehr brauchte, weil sie keine Konkurrenz mehr besaß und die Lieblings-Liga der Indy-Fans die IWA Mid South war? Ich glaube eher nicht.


    Auch wenn wir hier nicht im Politik-Forum sind, möchte ich dennoch ein Kultur-Grundeinkommen für alle fordern. 365 € pro Person und Jahr, die zweckgebunden für Konzerte, Wrestlingshows, Theater, Lesungen etc. ausgegeben werden darf. Damit die Leute sich alleine schon aus Geiz in die Clubs und Hallen begeben. Für die Ärzte, Hosen und Rammsteine dieser Welt dürfte sich nicht viel ändern, die sind eh ausverkauft, aber der Mittelbau dürfte dadurch ein Weilchen länger vom Jobcenter ferngehalten werden.

    Man kann natürlich die Schuld bei den Medien suchen oder beim Virus oder bei den dummen Menschen. Man kann die Kategorien aber auch erweitern und da sind z.B. Wrestling, spezielle Musikgenres (die keinen Mainstream hinter sich haben), Theater und Kino als Erstes dran, wenn das Überleben teurer wird.

    Als jemand, der sich in Musikgenres tummelt, die besonders weit vom Mainstream weg sind, würde ich vermuten, dass gerade diese eher gut durchkommen. Free-Jazz-Musiker verkaufen zwar nur ein Paar Hundert Tonträger, aber dafür ist ihr Publikum auch bereit sich jeden Monat ein (teures) Album zu kaufen. Und im Industrial-Bereich sind die Leute auch schon immer hunderte Kilometer zu den größeren Festivals gefahren.


    Mir ist klar, dass die Aussage eher auf das allgemeine Problem zielte, dass an der Kultur gespart wird, wenn kein Geld mehr da ist, aber ich wollte den Aspekt der die-hard-Fans, der bei Tassilo Jung in einem Nebensatz auftauchte, nochmal etwas prominenter nennen.

    - Waffen und Gegenstände, muss das immer "realistisch" sein, oder reicht die Fantasie aus, dass etwas heftig ist? Darfs auch dünnes Blech, Plastik oder Polster sein?
    [...]

    - Lieber Effekthascherei (etwa Gegenstände, die Kaputtgehen, aber real gar nicht soviel Impact hätten) - oder "braucht" ihr die Illussion, dass ein Wrestler jetzt richtig was abkriegt (zB Bumps auf den Hallenboden ohne Matten)

    Die Illusion, dass ein Wrestler etwas abkriegt, entsteht doch durch die Fähigkeiten der Wrestler eine entsprechende Realität zu erzeugen. Ich glaube bei dem Confession-Stand-Brawl zwischen Lawler/Jarrett und den Moondogs wurde eine an den Kopf geworfene Senftube so gesellt, dass ich sofort akzeptiert habe, dass sie wirkungsvoll war. Dagegen erinnere ich mich düster eines Indy-Matches mit vielen Aphron-Moves, die sicherlich weh taten, aber halt nach nix aussahen.

    Gibt es eigentlich klare Hinweise über böses Blut? Es ist ja auch durchaus möglich, dass Gresham die AEW- und WWE-Angebote abgelehnt hat, weil er lieber Main-Eventer auf kleiner Bühne als Midcarder auf größerer Bühne sein will und feststellt, dass seine Zukunft bei ROH mit mehr personellen Möglichkeiten nicht dem entspricht, wovon er bei Vertragsunterzeichnung ausging.


    Ist ja anderswo auch nicht unüblich, dass sich Leute wegbewerben, weil sie kurzfristig keine Aufstiegsmöglichkeiten sehen.

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