Beiträge von Johann Ohneland

    Hmm ich habe den Sender quasi nie Live geschaut, sondern immer nur auf YouTube VOD. Schade ist, dass die Let's Plays dann fast komplett bei Twitch verschwinden. Finde die Plattform einfach furchtbar und nutze die wirklich nur sehr sehr selten. Andererseits schau ich Let's Plys auch wirklich nur sehr selektiv. Daher ändert sich für mich wahrscheinlich eigentlich kaum was.

    Bin zwar froh Derbysieger zu sein, dennoch hoffe ich das ihr auf jeden Fall der 3. Liga erhalten bleibt.

    Also als Oldenburger hätte ich nichts gegen ein Ligapflichtspiel mal wieder gegen Meppen oder Osnabrück. Aber vielleicht duseln wir uns ja dieses Jahr hoch - und haben dann kein Stadion, in dem wir spielen können.

    Mittlerweile sind es 7 Spiele, 7 Siege, 21 Punkte und 5 Punkte Vorsprung vor Werders U23. Kann mich nicht erinnern, dass der VfB Oldenburg zu meinen Lebzeiten mal sieben Spiele in Folge gewonnen hat.


    Interessiert hier wahrscheinlich niemanden (deswegen mach ich auch keinen neuen Thread auf), aber muss hier doch meiner guten Laune Raum geben. Sonntag werde ich dann gegen den HSC aus Hannover auch mein erstes Spiel diese Saison sehen.

    Hat ja bei Herrn Kachelmann und Andreas Türck auch so gut funktioniert...


    https://www.cicero.de/kultur/resozialisierung-im-tv/52752

    Man muss aber ehrlich sagen, dass zumindest bei Andreas Türck das "Opfer" eigentlich gar keine Anzeige erstatten wollte und das alles aus ner ganz anderen Geschichte entstanden ist. Da wurde also dem Opfer eigentlich gar nicht zugehört. Auch Kachelmann ist Ergebnis einer Privatfehde mit Alice Schwarzer und der Bild gewesen. Das sind schon deutlich andere Fälle als um die es hier geht.


    Insgesamt kann man sicherlich sagen, dass es bis in die Gegenwart für Opfer entsprechender Taten deutlich schwerer war und ist mir ihrer Geschichte Gehör zu finden als andersrum. Daher ist es durchaus legitim andere Wege zu wählen. Hinzukommt natürlich, dass es eben auch arschig schwerwiegendes Verhalten gibt, die aber aus bestimmten Gründen nicht justiziabel sind. Dennoch kann es Sinn ergeben darüber öffentlich zu diskutieren. Gleichzeitig muss natürlich auch klar sein, dass man angeklagten Personen das Recht auf Verteidigung zugesteht. Letztendlich ist aber praktisch derzeit - und das ist vielleicht auch gar nicht vermeidbar - es immer noch so, dass das Pendel doch sehr in die Richtung kippt, dass Tätern recht wenig passiert. Das ist halt eine schwierige Gemängelage. Aus meiner Sicht hat Ofarim, dadurch dass er den Namen des Angestellten nicht genannt hat, ja eigentlich durchaus einen gewissen Persönlichkeitsschutz gelassen.

    Und dann heiligt der Zweck die Mittel?


    Wenn ich mich recht erinnere bist du auch Jurist - Zivilprozessrecht erste Vorlesung: wozu braucht es überhaupt ein Prozessrecht? Die Antwort darauf zeigt doch perfekt auf, weshalb solche öffentlichen Sanktionssysteme gesellschaftlich nicht sinnvoll sind. (Von Missbrauchsmöglichkeiten ganz zu schweigen.)

    Wir haben doch zig informelle Sanktionssystem in der Gesellschaft in Vereinen, Kirchen, Familen etc. Das ist auch grundsätzlich überhaupt kein Problem. Wir müssen nicht jedes Problem durch den Rechtsstaat lösen. Es gibt gute Gründe dafür, wie Verlässlichkeit, Befriedung von Konflikten etc., aber natürlich auch Probleme, wie z.B. die Enteignung und Verstaatlichung privater Konflikte, die ggf. ohne das Rechtssystem anders und besser beigelegt werden könnten. Die Alternative ist ja nicht Mittelalter (was auch ein schlechtes Beispiel ist, weil das mittelalterliche Recht jetzt auch nicht so beliebig war) und Anarchie vs. wohlgeformte gerechte rechtsstaatliche Ordnung des 19. Jahrhunderts. Da gibt und gab es historisch sehr viel dazwischen, was durchaus auch im Interesse der Menschen funktioniert.


    Der Rechtsstaat ist natürlich eine sehr wichtige Errungenschaft, aber man darf auch nicht in eine Art Legalismus verfallen und soziale Konflikte und Prozesse rein rechtlich betrachten. Das Recht ist eine recht erfolgreiche Form der Konfliktlösung und -befriedung insgesamt, aber ist natürlich auch Ausdruck von historischen Traditonslinien, Herrschaft, Macht und auch Klasseninteressen - ganz böse gesagt. Gleichzeitig gibt es immer einen subjektiven Anteil durch die beteiligten Personen, lokale Traditionen, etc. Die Objektivität des Rechtsstaates ist, wie Nietzsche sagte, eine notwendige Illusion. Er nähert sich der Objektivität idealerweise an, ist es aber natürlich nie vollständig. So hat sich der Rechtsstaat in der Vergangenheit - gerade in Sachsen, das in Juristenkreisen, wie du sicherlich weißt, auch gerne mal als "failed state" bezeichnet wird aufgrund extrem abweichender Urteile im Vergleich zum Rest der Republik - notorisch schlecht darin erwiesen mit Antisemitismus und Rassismus umzugehen. Das beginnt bei der Polizei, zieht sich über die StA bis zu den Gerichten. Hier hat sich ein Widerspruch zwischen Wahrnehmung großer Teile der Bevölkerung, was sozial als unerwünscht gelten sollte, und was die staatlichen Institutionen darunter verstehen ergeben. Vielfach ist Betroffenen nicht geglaubt worden, sie wurden als selbstverantwortlich dargestellt oder sollen sich halt nicht so anstellen. Hinzukommt, dass berühmte Problem der Beweisbarkeit oder auch Strafbarkeitsschwelle. Die natürlich zurecht bestehen. Ich bin zum Beispiel überhaupt kein Fan von "Nein heißt Nein" als Prinzip im Recht - in der Erziehung wiederrum ist es zentral. Aus meiner Sicht gaukelt "Nein heißt Nein" im besten Falle eine Eindeutigkeit vor, die nicht erreichbar ist und im schlechtesten Falle führt sie zur Aufweichung wichtiger Prinzipien. Diese punitive und vereinfachende Seite des Feminismus (atypische Moralunternehmer, wenn man es kriminologisch deuten will) in ihrer Allianzen mit konservativen gesellschaftlichen Kräften finde ich sehr schwierig, da kommt dann sowas wie die Strafrechtsveränderungen nach Köln heraus. Gleichzeitig würde ich sagen, dass metoo und auch so einzelne Twitter-Äußerungen wie hier vollkommen ihre Berechtigung haben, da es eben auch darum geht, was finden wir als gesellschaft falsch, problematisch und welche Strukturen stehen auch dahinter. Es ist auch oftmals die einzige Möglichkeit für Betroffene und Opfer sich überhaupt Gehör zu verschaffen, eben weil der Rechtsstaat das notorisch nicht tut bzw. teilweise nicht tun kann. Da gehen wir also dann in die Sphäre des Sozialen und Politischen über und dazu gehört natürlich auch, dass man sich mitteilt und nicht alles klandestin im Rechtssystem abläuft. Das ist in einer Demokratie ein völlig legitimer Vorgang.


    Problematisch wird es dann tatsächlich, wenn sich daraufhin der Mob erhebt. Bei Ofarim jetzt würde ich nicht von einer Erfindung ausgehen, eben weil sie so leicht überprüfbar ist (Videokamers im Eingangsbereich, viele Zeugen, etc.). Natürlich sollte aber der Arbeitgeber dies entsprechend überprüfen. Ich finde es aber auch schwierig wenn Betroffenen grundsätzlich mit einer ablehnenden Haltung begegnet wird im Sinne von "Das ist aber strafrechtlich zu wenig, da musst du mit um" oder "beweise das bitte alles ausführlichst". Hier geht es ja um große gesellschaftliche Fragen, am Beispiel von kleinen Ereignissen. Die werden wir nicht mit der Straf- oder Zivilrecht beigelegt bekommen, dementsprechend gehört das in den öffentlichen Raum. Leider ist dieser öffentliche Raum und da ist eben das Twitter-Problem durchzogen von Tribalismus und Erregungsdynamiken. Das macht aber das Öffentlichmache als solches nicht verwerflich.

    Wäre für den Unterhaltungswert schon lustig, wenn die FDP später vor die Kameras tritt und sagt, man schlägt den Grünen vor Jamaika zu sondieren. ^^


    Wahrscheinlicher ist natürlich, dass FDP und Grüne es schon ausgekaspert haben.

    Wenn von einer Grünen und Liberalen Zusammenarbeit etwas zu erwarten ist, dann hoffe ich doch sehr, dass man hier keine Spielchen fährt. Ansonsten kann man das auch gleich lassen, wenn jetzt schon versucht werden würde, sich gegenseitig vorzuführen.

    Es ist psychologisch tatsächlich etwas anderes, ob ich eine Impfung proaktiv-präventiv nutze, um nicht krank zu werden oder ob ich krank bin und ein Medikament zur Heilung einnehme. Dass es da natürlich einen Teil von Menschen gibt, die da jede rationale Grundlage verloren haben und lieber ungetestet Pferde-Entwurmungsmittel, Heilkristalle oder Eigenurin (oder was auch immer) nehmen als sichere Impfstoffe, weil letztere noch neu seien und wenig erprobt, ist irgendwie absurd, aber bei denen weiß ich auch nicht, was man da klugerweise und v.a. kurzfristig machen soll, weil das ganze ja eher ein Ergebnis langfristiger Abwendung von der Gesellschaft ist als eine wirkliche Gesundheitsentscheidung. Es gibt ja das großartige Buch "Dying of Whiteness" von Jonathan Menzl in dem er z.B. für die USA zeigt, dass selbst Menschen, die eindeutig von einer Krankenversicherung profitieren würden, diese ablehnen, weil es aus ihrer Sicht auch anderen zu stark helfen würde. Das löst man nicht mit einzelnen Medikamenten, Kampagnen oder sonst was.

    Bei aller berechtigen Schadenfreude, aber ich würde auch einiges geben, um aus der Gerichtsbarkeit dieses EuGHs herauszukommen und mal ganz intensiv über die demokratische Legitimierung von EU-Handlungen sowie die Achtung des Primärrechtes hinsichtlich der Einzelermächtigung und Subsidiarität diskutieren. Vergemeinschaftung von Staatsschulden wäre auch so ein Thema...


    Ich empfinde viel Sympathie für und erkenne (natürlich) die Notwendigkeit von internationaler Kooperation, aber die Abhängigkeit von dieser EU ist wirklich nichts was man zu sehr feiern müsste. Eigentlich sollte man die EU nochmal komplett neu skizzieren und deren Governance auf die avisierte Bedeutung anpassen. Eine intensivere, funktionsfähige GASP ohne deutliche Stärkung der Legislativorgane ist bspw. für mich nicht denkbar.

    Ja, aber du kannst ja gerne mal schauen, wer Reformen in dieser Hinsicht geblockt hat und wer maßgeblich daran beteiligt war, die Regeln so zu formulieren, dass sie für Staaten außerhalb der EU möglichst unangenehm sind. Wegen meiner können wir das ganze Projekt EU neu aufbauen, aber es existiert und ist Ergebnis nationalstaatlicher Interessenpolitik - die gar keine Lust auf eine größeren Einfluss der europäischen Bürger haben - mit einer gewissen Portion Eigendynamik.


    Ansonsten ist die Abhängigkeit von der EU eine weltpolitische Notwendigkeit. Da kann man ja mal die Schweizer und Norweger fragen, wie gut die alleine auf dem Weltmarkt zurecht kommen würden. Sie ist als regionale Macht dabei noch deutlich angenehmer als alles was die US- und China-dominierten Bedingungen hergeben. Da hätte man auch geschickt austreten können und die Nachteile minimieren können, aber die herrschende konservative Elite hat da der Bevölkerung eine Mär von der Wiederherstellung des Empires, zukünftiger Unabhängigkeit, mehr finanzieller Ressourcen und Schutz vor bösen Ausländern bewusst vorgegaukelt.


    Dass in der EU ein Konstruktionsfehler drin ist, will ich nicht verhehlen, wobei ja auch das BVerfG ordentlich daran mitgearbeitet hat eine Demokratisierung Europas zu erschweren. Da blockieren sich die Nationalstaaten mit ihren Eigeninteressen im Rahmen des Einstimmigkeitsprinzips (oder qualifizierter Mehrheiten), der EuGH mit seiner Unterordnung von Menschen- und Demokratierechtsfragen unter das Wirtschaftsrecht und das Lissabon-Urteil des BVerfG jeweils gegenseitig. Gleichzeitig erschwert das auf nationaler Ebene wiederrum Demokratisierungsprozesse der Wirtschaft, weil hier das EU-Recht recht bindend ist. Aber das sind ja alles Sachen, die den Briten egal waren. Da ging es darum, die eigene Selbstständigkeit ohne Rücksicht auf Andere durchzudrücken in der Annahme, dass man selber so großartig ist, dass der Rest der Welt Schlange stehen wird, um einen gleichwertige Handelsbedingungen anzubieten. Dass man aber als eher unwichtiger Randstaat nicht die selbe Wirtschafts- und Verhandlungsmacht auf den Markt bringen kann, hätte man sich eigentlich denken können.

    Fast 500k ungültige Stimmen ^^


    So schwer ist es jetzt nicht, einen Wahlzettel zur Bundestagswahl auszufüllen und für irgendwelchen sinnlosen Protest wäre mir da die Zeit zu schade.

    In meinem Wahlkreis, wo ich Wahlhelfer war am Sonntag, hatten wir in unserem Zuständigkeitsbereich 7 ungültige Stimmen bei 459 abgegebenen Stimmzetteln. Das würde von der Größenordnung hinkommen.

    Wir gehen davon aus, dass sie Schauspielerin ist, oder? Für Geld und Macht nimmt sie die Rolle an und zieht das gnadenlos durch?

    Wenn sie in Talkrunden sitzt, dann lanciert sie ja auch immer diese Einzeiler oder 1-2 Wörter, um ihre "Akzente" zu setzen.

    Ziemlich sicher schauspielert sie einen Teil, vielleicht auch weil sie aus der selbst geschaffenen Rolle nicht mehr rauskommt, aber allein, dass ihre Partnerin in der Schweiz für eine Ehe für Alle wirbt, sie das als Paar ggf. wohl auch nutzen würden, während sie in Deutschland die "Homo-Ehe" bekämpft, zeigt eigentlich schon was von dieser Frau zu halten ist...

    Gerade die Empire-Romantiker erleben wahrscheinlich gerade wie wichtig ein periphär in Europa gelegenes Land ohne Rohstoffe und Industrie in größerem Maßstab ohne die Rückendeckung der EU so in Wirklichkeit ist. Selbst die Schweizer haben sich auf eine gemeinsame Rohstoffsicherung mit der EU eingelassen. Aber das kann natürlich Earl Montgomery Hottenbottom of Hickingsworth-Plumtree nicht hinnehmen, weil er dann die EU-Gerichtsbarkeit akzeptieren müsste und das macht ein stolzer Brite nicht. Da lieber frieren, nicht verreisen oder zum Job erscheinen können und nix zu fressen haben, aber immerhin frei und kein osteuropäischer Pöbel in Sicht, der einen die Stimmung beim Tee vermiest...

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