Beiträge von Jesse

    Warum macht Carlsen eigentlich mit, aber Nepomnjaschtschi nicht?

    Sportlicher Wettkampf und Geld verdienen?

    Im Grunde geht es ja sonst "nur" um Plätze im nächsten Kandidatenturnier, wo beide schon qualifiziert wären.


    Der World Cup ist schon mehr als nur ein Qualifikationsturnier zum Kandidatenturnier. Es gab ihn auch schon vor er Teil des Qualifikationszyklus wurde. Er ist wahrscheinlich das prestigeträchtigste Turnier nach WM und Kandidatenturnier, auf jeden Fall bei den Fans das Beliebteste. Die größten Turniere sind halt auch Teil des Qualifikationszyklus. Wenn der beste Spieler der Welt dann bei allen großen Turnieren nie mitspielen darf, ist es auch nicht optimal. Beim Grand Prix, wo er nicht mitmachen darf, sind es halt nur 24 Spieler und es ist in diesem Zyklus noch mehr als vorher als Qualifikationsturnier ausgestaltet. Beim World Cup und Grand Swiss sind es sowieso über 200 Spieler. Also da nimmt Magnus zumindest niemand wirklich einen Platz weg.


    Aber es ist nicht ganz unumstritten. Gerade als er 2017 das erste Mal als Weltmeister teilgenommen hat (Karjakin als ebenfalls schon gesetzter fürs Kandidatenturnier hat auch teilgenommen). Da gab es schon kritische Stimmen, dass Magnus seine möglichen WM-Gegner da mit beeinflussen kann. Also kann man auch anders sehen.


    Warum die Leute dann, wenn sie teilnehmen können, teilnehmen: Wie gesagt hauptsächlich, weils eben mit das größte Turnier ist und nicht nur ein Qualifikationsturnier. Dieses Jahr ist es etwas besonderes. Normalerweise wird der World Cup nach dem WM-Kampf gespielt. Das ist jetzt eben einmalig wegen der Corona-Situation. Und das ist auch der Hauptgrund, warum Nepo nicht mitspielt. Wäre der World Cup nach dem WM-Kampf gewesen, kann ich mir gut vorstellen, dass Nepo mitgespielt hätte.


    Die Vorbereitung für den WM-Kampf ist für Nepo auch nochmal etwas anderes als für Magnus. Es ist seine erste WM. Und Carlsen ist jetzt sowieso nicht bekannt für seine akribische Vorbereitung. Sein Team wird da schon dran sitzen, aber er selbst wird sich aktuell noch nicht jeden Tag mit Nepo beschäftigen. Und auch da wieder Besonderheit mit der Corona-Lage. Es ist jetzt das erste große Live-Turnier wieder. Carlsen war jetzt über eineinhalb Jahre nicht mehr vor einem Live-Schachbrett gesessen. Und man merkt ja am schwachen Abschneiden vieler Top-Spieler im World Cup, dass da ein bisschen Rost da ist. Ich denke mal, dass das auch eine große Rolle gespielt hat bei der Entscheidung. Für Magnus war es halt wichtiger die Gelegenheit zu nutzen, um wieder in den Rhythmus zu kommen und so ein großes Live-Turnier zu spielen, als jetzt Eröffnungen für Nepo zu studieren.


    Muss sich auch erstmal wieder dran gewöhnen, dass er etwas anziehen muss, bevor er zur Partie kommt.

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    World Cup: Viertelfinale, Tag 1: Ergebnisse

    ViertelfinaleTag 1Halbfinale
    Carlsen (NOR, 1.)1,0
    Bacrot (FRA, 41.)0,0Carlsen/Bacrot
    Duda (POL, 12.)0,5Duda/Vidit
    Vidit (IND, 13.)0,5
    Fedoseev (RUS, 30.)0,5
    Tabatabaei (IRN, 86.)0,5Fedoseev/Tabatabaei
    Karjakin (RUS, 10.)0,0Karjakin/Shankland
    Shankland (USA, 31.)1,0



    World Cup: Viertelfinale, Tag 2: Livestream

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    World Cup: Viertelfinale, Tag 1

    Livestream:


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    World Cup: Achtelfinale, Ergebnisse:

    Achtelfinale

    Viertelfinale

    Carlsen (NOR, 1.) 5,0
    Esipenko (RUS, 16.) 3,0 Carlsen (NOR, 1.)
    Bacrot (FRA, 41.) 3,5 Bacrot (FRA, 41.)
    Piorun (POL, 89.) 2,5
    Grischuk (RUS, 5.) 1,5
    Duda (POL, 12.) 2,5 Duda (POL, 12.)
    Vidit (IND, 13.) 1,5 Vidit (IND, 13.)
    Durarbayli (AZE, 93.) 0,5
    Fedoseev (RUS, 30.) 3,0
    Ivic (SRB, 110.) 1,0 Fedosseev (RUS, 30.)
    Tanatabaei (IRN, 86.) 2,5 Tabatabaei (IRN, 86.)
    Martirosyan (ARM, 59.) 1,5
    Vachier-Lagrave (FRA, 7.) 2,5
    Karjakin (RUS, 10.) 3,5 Karjakin (RUS, 10.)
    Svidler (RUS, 18.) 0,5 Shankland (USA, 31.)
    Shankland (USA, 31.) 1,5


    Alle Viertelfinalteilnehmer haben sich damit auch für den FIDE Grand Prix (das letzte Qualifikationsturnier fürs Kandidatenturnier) qualifiziert. Die beiden Finalisten qualifizieren sich direkt fürs Kandidatenturnier (wenn Carlsen im Finale steht statt ihm der Drittplatzierte).

    World Cup: Achtelfinale, Tag 3: Tie-Breaks

    Livestream:


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    Zumal man so immer die Türen dafür offen lässt, dass Begriffe ja immer nur als "Zitate" aufgegriffen werden, die dann aber gar nicht die Meinung der sprechenden Person darstellen. So ein Dogwhistling lässt sich nur mit einer konsequenten Vermeidung verhindern, weshalb ich es gut finde, dass Annalena hier um "Zensur" bittet.

    Das finde ich doch reichlich abenteuerlich. Alternativ kann man es auch einfach vermeiden, wenn man das sprachliche Niveau eines Grundschülers hat. Wenn in der Grundschulklasse der Toni sagt, der Robert hat zur Annalena "blöde Kuh" gesagt, dann verstehen seine Mitschüler zu 100%, dass das der Robert gesagt hat und dass nicht der Toni die Annalena für eine blöde Kuh hält. Und der Toni würde auch nicht darauf kommen das zu sagen, um die Annalena selbst eine blöde Kuh zu heißen. Wenn das in der Grundschule völlig unproblematisch für alle verständlich ist, weiß ich nicht, warum das bei Erwachsenen dann nicht funktionieren soll. Wenn dagegen der Toni zur Lehrerin sagt, der Robert hat was Schlimmes zur Annalena gesagt, wird die Lehrerin wissen wollen, was er gesagt hat.

    World Cup: Achtelfinale, Tag 2:

    Achtelfinale Tag 1 nach Tag 2

    Viertelfinale

    Carlsen (NOR, 1.) 0,5 1,0
    Esipenko (RUS, 16.) 0,5 1,0 Carlsen/Esipenko
    Bacrot (FRA, 41.) 0,5 1,0 Bacrot/Piorun
    Piorun (POL, 89.) 0,5 1,0
    Grischuk (RUS, 5.) 0,5 1,0
    Duda (POL, 12.) 0,5 1,0 Grischuk/Duda
    Vidit (IND, 13.) 0,5 1,5 Vidit (IND, 13.)
    Durarbayli (AZE, 93.) 0,5 0,5
    Fedoseev (RUS, 30.) 0,5 1,0
    Ivic (SRB, 110.) 0,5 1,0 Fedosseev/Ivic
    Tanatabaei (IRN, 86.) 0,0 1,0 Tabatabaei/Martirosyan
    Martirosyan (ARM, 59.) 1,0 1,0
    Vachier-Lagrave (FRA, 7.) 0,5 1,0
    Karjakin (RUS, 10.) 0,5 1,0 MVL/Karjakin
    Svidler (RUS, 18.) 0,5 0,5 Shankland (USA, 31.)
    Shankland (USA, 31.) 0,5 1,0

    Gibt es jetzt gute N Worte und böse N Worte oder was möchtest du sagen? Es gibt keinen Unterschied ob man es mit E oder einem I und Doppel g schreibt. Das eine ist englisch, das andere die deutsche Übersetzung.

    Das ist komplett falsch. Das deutsche Wort "Neger" ist keine Übersetzung des englisches Wortes "nigger". Sie haben beide einen gemeinsamen Vorfahren im Spanischen: "negro". Das deutsche "Neger" wurde aus dem Französischen ("nigre") entlehnt. Das französische Wort ist wiederum aus dem Spanischen entlehnt. Das Wort im Deutschen wurde ab dem 17. Jahrhundert gebraucht, also vor es Sklaverei in den USA oder überhaupt die USA gab. Das englische Wort "nigger" ist ebenfalls eine Ableitung aus dem spanischen "negro", wurde aber von Anfang v.a. von Weißen für ihre Sklaven verwendet. Daneben gab es auch das englische Wort "negro" als direkte Entlehnung, das in unterschiedlichsten Kontexten verwendet wurde. Teilweise durchaus auch abwertend, aber weniger als "nigger", und auch viel neutral und sogar positiv konnotiert, z.B. bei Martin Luther King. Die Wörter haben in Deutschland und den USA eine ganz andere Geschichte und Bedeutungsgeschichte und sind letztlich überhaupt nicht miteinander zu vergleichen. Aber wenn, dann wäre der bessere Vergleich der zwischen dem deutschen "Neger" und dem englischen "negro".


    Im Deutschen jedenfalls gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen "Neger" und dem direkt aus dem Englischen übernommenen "Nigger" – und zwar zu einem Zeitpunkt als es im Englischen jedenfalls von Weißen ausschließlich beleidigend benutzt wurde. Für letzteres gab es in der deutschen Sprache auch nie irgendeine Form des neutralen Gebrauchs, sondern es wurde wie im Englischen beleidigend verwendet, und das auch wiederum zu einem Zeitpunkt als "Neger" im Deutschen noch neutral konnotiert war.


    Natürlich kann man sagen, dass es im Ergebnis heutzutage aufs gleiche hinausläuft, weil man beide Wörter nicht benutzen sollte, das eine noch nie und das andere eben aufgrund des sprachlichen Wandels heute nicht mehr. Insofern gibt es heute zwar kein "gutes N-Wort" mehr. Aber das bedeutet nicht, dass nicht das eine noch "böser" ist als das andere ist. Das kann sich in der Zukunft noch weiter nivellieren. Aber aktuell leben auch noch viele Leute, die mit dem Wort Neger als neutrales Wort aufgewachsen sind. Und gerade bei solchen Leuten, muss man dann schon noch einmal unterscheiden zwischen den beiden N-Worten. Wenn eine ältere Person das Wort Neger verwendet, dann kann es mehrere Gründe dafür geben. Eine davon ist durchaus rassistische Beleidigung, aber es kann auch Unwissenheit, fehlende Sensibilität, Gewohnheit, Ignoranz, etc. sein. Wenn eine ältere Person dagegen das Wort "Nigger" verwendet, gibt es keinen Interpretationsspielraum. Wenn man mal an Joachim Herrmann denkt. Wenn man einfach nur sagt, er habe Roberto Blanco mit dem N-Wort bezeichnet, dann ist das sehr unklar. Es macht eben doch noch einmal einen gewaltigen Unterschied, ob er "wunderbarer Neger" oder "dreckiger Nigger" gesagt hat. Ändert nichts daran, dass man nicht auch die tatsächliche Äußerung kritisieren kann und sollte, angesichts von Herrmanns politischer Position sogar scharf. Aber hätte er das andere N-Wort benutzt, wäre er seine Position mit Sicherheit am nächsten Tag los gewesen.


    Insofern ist es einfach nicht haltbar zu sagen, es gäbe im Deutschen keinen Unterschied zwischen den beiden N-Wörtern. Man kann natürlich beide Wörter vollständig ablehnen. Aber selbst ein absolutes Tabu entbindet einen nicht davon, noch im Einzelfall zu unterscheiden und Kontext, Intention, etc. miteinzubeziehen.


    Um noch auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Deshalb finde ich es durchaus wichtig, rassistische Äußerungen auch zu benennen. Einfach nur zu sagen, jemand hätte sich rassistisch geäußert, ist nicht ausreichend. Das kann nun mal alles heißen von "man sollte alle Juden vergasen" bis zu "Eskimos haben 1000 Wörter für Schnee". Und wenn jemand das Erste gesagt hat, dann sollte das benannt werden, damit nicht bei einigen der Eindruck entsteht, er habe nur das Zweite gesagt. Und umgekehrt letztlich genauso. Ich kann das Argument der Reproduktion durchaus nachvollziehen. Aber wenn ich jemand für eine Äußerung kritisiere, dann ist es unumgänglich und ein Gebot des Anstands, die entsprechende Äußerung auch exakt wiederzugeben. Und wenn ich als gesellschaftliches Problem behandeln möchte, muss ich es auch direkt benennen. Alles andere führt zu Missverständnissen in alle Richtungen.


    Ich muss eben überlegen, was zielführender ist. Wenn mein Wunsch ist, dass ein Wort aus der Sprache verschwindet, dann sollte ich es selbst natürlich nicht verwenden. Aber wenn ich jemand für die Verwendung dieses Wort kritisiere und ein gesellschaftliches Bewusstsein schaffe, indem ich das Wort in diesem Kontext reproduziere, verhindere ich durch meine Verwendung vielleicht, dass 10 andere das Wort weiter unüberlegt verwenden. Das ist natürlich paradox und deshalb kann ich das Reproduktionsargument nachvollziehen, halte es aber für falsch.

    Achtelfinale

    Viertelfinale

    Carlsen (NOR, 1.)0,5
    Esipenko (RUS, 16.)0,5Carlsen/Esipenko
    Bacrot (FRA, 41.)0,5Bacrot/Piorun
    Piorun (POL, 89.)0,5
    Grischuk (RUS, 5.)0,5
    Duda (POL, 12.)0,5Grischuk/Duda
    Vidit (IND, 13.)0,5Vidit/Durarbayli
    Durarbayli (AZE, 93.)0,5
    Fedoseev (RUS, 30.)0,5
    Ivic (SRB, 110.)0,5Fedosseev/Ivic
    Tanatabaei (IRN, 86.)0,0Tabatabaei/Martirosyan
    Martirosyan (ARM, 59.)1,0
    Vachier-Lagrave (FRA, 7.)0,5
    Karjakin (RUS, 10.)0,5MVL/Karjakin
    Svidler (RUS, 18.)0,5Svidler/Shankland
    Shankland (USA, 31.)0,5
    Runde 4 Achtelfinale
    Carlsen (NOR, 1.) 2,5
    Wojtaszek (POL, 33.) 1,5Carlsen (NOR, 1.)
    Dubov (RUS, 17.) 2,5Esipenko (RUS, 16.)
    Esipenko (RUS, 16.) 3,5
    Ponkratev RUS, 73.) 1,5
    Bacrot (FRA, 41.) 2,5Bacrot (FRA, 41.)
    Piorun (POL, 89.) 1,5Piorun (POL, 89.)
    Sindarov (UZE, 121.) 0,5
    Grischuk (RUS, 5.) 2,5
    Korobov (UKR, 37.) 1,5Grischuk (RUS, 5.)
    Idani (IRN, 85.) 0,5Duda (POL, 12.)
    Duda (POL, 12.) 1,5
    Vidit (IND, 13.) 2,0
    Xiong (USA, 20.) 0,0Vidit (IND, 13.)
    Durarbayli (AZE, 93.) 4,0Durarbayli (AZE, 93.)
    Abdusattorov (UZE, 68.) 2,0
    Kovalev (BLR, 67.) 0,0
    Fedoseev (RUS, 30.) 2,0Fedoseev (RUS, 30.)
    Ivic (SRB, 110.) 3,0Ivic (SRB, 110.)
    Andreikin (RUS, 14.) 1,0
    Harikrishna (IND, 11.) 0,5
    Tabatabaei (IRN, 86.) 1,5Tanatabaei (IRN, 86.)
    Brkic (CRO, 33.) 0,5Martirosyan (ARM, 59.)
    Martirosyan (ARM, 59.) 1,5
    Vachier-Lagrave (FRA, 7.) 1,5
    Praggnanandhaa (IND, 90.) 0,5Vachier-Lagrave (FRA, 7.)
    Artemiev (RUS, 23.) 2,5Karjakin (RUS, 10.)
    Karjakin (RUS, 10.) 3,5
    Vitiugov (RUS, 15.) 1,5
    Svidler (RUS, 18.) 2,5Svidler (RUS, 18.)
    Shankland (USA, 31.) 1,5Shankland (USA, 31.)
    Jumabayev (KAZ, 66.) 0,5

    Ich für meinen Teil habe (hoffentlich ;)) nirgendwo gesagt, dass da niemand auch nur ansatzweise geeignet sei (ja, Du hast Dich auch nicht explizit auf mich bezogen), aber bin dennoch der Meinung, dass das kein allzu gutes Bewerberfeld ist. Und letztlich können wir hier nur schwerlich bewerten, was eventuell mal aus den Leuten wird, sondern nur, was sie gerade sind (das natürlich auch nur in gewissem Umfang) und wie sie sich bisher verhalten haben.

    Frau Baerbocks und Herr Laschets Verfehlungen vor der Kanzlerkandiatur mit Hr. Schröders kruden Geschäften nach seiner Kanzlerschaft zu vergleichen, finde ich in dem Zusammenhang etwas unpassend. Warum kam Hr. Scholz eigentlich nicht vor, weil Du seine Verfehlungen für genauso schlimm wie die von Hr. Schröder nach der Kanzlerschaft hälst?

    In der konkreten Aufzählung deshalb, weil man die Verfehlungen von Herrn Scholz noch nicht ausreichend beurteilen kann. Vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu lügen, um seine ebendiese Verfehlungen zu verschleiern, ist aber für sich natürlich bereits eine größere Verfehlung als bei den anderen beiden Kandidaten. Im Allgemeinen deshalb, weil die Kandidatur von Scholz nur rein formal und gezwungen ist und keine wirkliche Kandidatur. Er ist jetzt nicht mit Merkel und Schröder 2005 zu vergleichen, sondern eher mit Westerwelle 2002.


    Was das Bewerberfeld insgesamt betrifft, halte ich es für ein relativ gutes Feld. Gerade wenn man sieht, was die Alternativen waren. Bei der Union Merz, Söder und Kramp-Karrenbauer. Da bin ich erstmal schon relativ froh, dass Laschet Kanzler wird und nicht einer von den dreien. Bei den Grünen hätte ich Herrn Harbeck bevorzugt und ihm auch größere Chancen zugerechnet. Aber nachdem es noch vor kurzem noch üblich war, dass in der Doppelspitze jemand von den Fundis vertreten war, hätte es da durchaus auch schlechtere Szenarien als Frau Baerbock gegeben. Abgesehen davon, dass Harbeck seine Bücher selber schreibt, ist was den anderen Kritikpunkt, den souveränen Umgang mit Kritik, betrifft, Harbeck in der Vergangenheit auch nicht besonders positiv aufgefallen. Die SPD ist wie gesagt eigentlich irrelevant. Abgesehen von der Verfehlungen von Scholz, ist er auf jeden Fall geeigneter als die beiden, die ihn bei der Vorsitzwahl geschlagen haben. Gerade verglichen mit den Alternativen halte ich das insgesamt für kein schlechtes Kandidatenfeld, auch nicht verglichen mit Kanzlerkandidaten in der Vergangenheit (Lafontaine, Scharping, Stoiber, Steinmeier, Steinbrück, Schulz).


    Also brauchen wir Modernisierung - die soll dann ausgerechnet von der konservativen Union kommen?

    Die soll und muss unabhängig von der Mehrheitspartei kommen und sehe auch grundsätzliche alle Parteien dazu in der Lage. Es geht ja auch nicht nur um Modernisierung zum Selbstzweck. Gerade in einem Bereich wie Digitalisierung steht die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel und damit der Erhalt des Wohlstands und der Wirtschaftsmacht Deutschlands in der Welt. Da sehe ich bei einer konservativen Partei erstmal keinen Widerspruch. Ganz im Gegenteil sollte der Erhalt des Wohlstands eigentlich im Kern einer konservativen Partei sein. Sie muss nur erkennen, was dazu notwendig ist.

    Der Mann hat für das, woran er glaubte (das Deutschland unpopuläre Reformen brauchte), seine Kanzlerschaft aufs Spiel gesetzt. Von der Agenda profitiert das Land bis zum heutigen Tag.


    Nebenbei hat er Deutschland aus dem Irak Desaster herausgehalten, was ebenfalls ein neuer Schritt in der deutschen Aussenpolitik war.


    Alles, was nach seiner Politiker-Laufbahn kam, darf man zurecht kritisieren. Aber als Kanzler lasse ich nichts auf Schröder kommen.

    Das ist doch aber genau der Punkt. Ich wundere mich einfach über diverse Aussagen hier, wie furchtbar die Kanzlerkandidaten seien und dass da niemand ansatzweise geeignet sei, ein guter Kanzler zu sein. Gerade, wenn man sich die letzten 2–3 Kanzler anschaut. Wenn man das Verhalten von Schröder nach Ende seiner Kanzlerschaft mit Baerbocks schlampiger Schreiberei und Laschets Maskendeals vergleicht, dann ist das schon noch einmal eine andere Dimension. Und trotzdem war Schröder als Kanzler keine Katastrophe (Details in der Bewertung negativ/positiv irrelevant). Und wenn es heißt, es lägen Welten zwischen Merkel und Laschet, dann wundere ich mich einfach. Bei einer Kanzlerdirektwahl Merkel 2005 gegen Laschet 2021 würde Laschet mit einem Erdrutschsieg gewinnen. Der Vergleich Merkel 2021 gegen Laschet 2021 ist unsinnig; hoffentlich ist ein Kanzler nach 16 Jahren Amtszeit profilierter als ein Kanzlerkandidat. Und generell, dass man dabei einfach vergisst, als wie furchtbar Merkel als Kandidatin angesehen wurde, selbst so schlimm, dass man Edmund Stoiber ins Rennen schickte, weil sie dermaßen hoffnungslos war. Wenn Merkel 16 Jahre lang Kanzlerin werden kann und für die Mehrheit sogar eine sehr gute Kanzlerin, sollte man aus meiner Sicht vorsichtig sein, irgendeinem Kandidaten vorher die Eignung abzusprechen, schon gar nicht den jetzigen Kandidaten.

    Jetzt mal ganz losgelöst davon, welche Partei man favorisiert und nur auf die Personen unabhängig ihrer politischen Einstellung bezogen:


    Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Spitzenkandidatinnen und -kandidaten derart ungeeignet für dieses politische Amt waren.

    2005. Da hatte die SPD einen amtierenden Kanzler, der es nicht zum Ende der Legislaturperiode geschafft hat, dessen Politik bis heute langjährige SPD-Wähler abgeschreckt hat und der nach seiner Amtszeit einige Dinge getan hat, die im Nachhinein an seiner Eignung Zweifel aufkommen lassen. Und die Union hatte so eine komische Kandidatin, der niemand ansatzweise das Kanzleramt zugetraut hat und die von der breiten Mehrheit als ungeeignet angesehen wurde.

    World Cup: Runde 3, Tag 3:


    Nach dem Ausscheiden von Fabiano Caruana mussten sich zwei weitere Top-10-Spieler bereits in der dritten Runde verabschieden und in den Tie-Breaks geschlagen geben. Shakhriyar Mamedyarov verlor bereits nach den ersten beiden Rapid-Partien gegen Haik Martirosyan. Für Anish Giri gab es in 2 Rapid-Partien sogar 2 Niederlagen gegen Nordibek Abdusattarov. Der 16-jährige Usbeke (ELO 2.644) gilt schon länger als eines der größten Talente in der Schachwelt. Über die volle Distanz musste dagegen Maxime Vachier-Lagrave gehen, gewann aber schließlich die Armageddon-Partie gegen David Paravyan mit Weiß. Von den Top 10 der Setzliste sind damit nur noch 4 Spieler im Turnier.






    In der vierten Runde gibt es folgende Paarungen:


    NAMENATAGEELOSEED
    Carlsen, MagnusNOR302.8471
    Wojtaszek, RadoslawPOL342.68733
    Dubov, DaniilRUS252.71417
    Esipenko, AndreyRUS192.71616
    Ponkratev, PavelRUS332.62773
    Bacrot, EtienneFRA382.67841
    Piorun, KacperPOL292.60889
    Sindarov, JavokhirUZE152.558121
    Grischuk, AlexanderRUS372.7785
    Korobov, AntonUKR362.68337
    Idani, PouyaIRN252.61485
    Duda, Jan-KrzysztofPOL232.73812
    Vidit GujrathiIND262.72613
    Xiong, JefferyUSA202.70920
    Durarbayli, VasifAZE292.60693
    Abdusattorov, NordibekUZE162.63468
    Kovalev, VladislavBLR272.63767
    Fedoseev, VladimirRUS262.69630
    Ivic, VelimirSRB182.581110
    Andreikin, DmitryRUS312.72414
    Harikrishna, PentalaIND352.73011
    Tabatabaei, AminIRN202.61386
    Brkic, AnteCRO332.592102
    Martirosyan, HaikARM212.64859
    Vachier-Lagrave, MaximeFRA302.7497
    Praggnanandhaa, RameshbabuIND152.60890
    Artemiev, VladislavRUS232.70423
    Karjakin, SergeyRUS312.75710
    Vitiugov, NikitaRUS342.72415
    Svidler, PeterRUS452.71418
    Shankland, SamUSA292.69131
    Jumabayev, RinatKAZ312.63766

    World Cup: Runde 3, Tag 2:


    In der dritten Runde des World Cups gab es die bisher größte Überraschung. Der 31-jährige Kasache Rinat Jumabayev setzte sich gegen Fabiano Caruana durch. Caruana fällt durch die Niederlage das erste Mal seit Jahren wieder unter die magische Ratingschwelle von 2.800 und erstmals seit 2013 ist Magnus Carlsen damit wieder der einzige Spieler über 2.800. Nachdem es diesem Weltmeisterschaftsqualifikationszyklus keinen Platz im Kandidatenturnier nach Ratingliste geht, bleiben Fabi mit dem Grand Swiss und Grand Prix nur noch 2 Chancen, sich für das nächste Kandidatenturnier zu qualifizieren.


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    Es war aber nicht die einzige Überraschung am gestrigen Tag und im Turnier. Bereits in der zweiten Runde hat der an 8 gesetzte 18-jährige Iraner Alireza Firouzja, der sein erstes großer Turnier für den französischen Schachverband bestritt, die Segel streichen müssen. Er unterlag in den Tie-Breaks gegen den erst 15-jährigen Javokhir Sindarov (Rating: 2.558, Setzliste: 121.). Sindarov zog nach einem Sieg gestern gegen den Peruaner Jorge Cori in die vierte Runde ein. Dort trifft er auf den Polen Kacper Piorun (Setzliste: 89.), der bereits zwei höhergesetzte Spieler ausschalten konnte: In Runde 2 den Österreicher Markus Ragger (40.) und jetzt in Runde 3 den Sieger des Turniers in Wijk an Zee Jorden van Foreest (25.). Außerdem gewann Vasif Durabayli (93.) gegen David Navara (29.), Amin Tabatabaei (86.) gegen Yu Yangyi (22.) und Ante Brkic (102.) gegen Salem Saleh (38.). Der letzte verbliebene deutsche Teilnehmer Matthias Blübaum, musste sich ebenfalls gegen einen niedriger gesetzten Spieler geschlagen geben, den Serben Velimir Ivic, der zuvor in Runde 2 bereits überraschend Paco Vallejo aus dem Turnier warf. Shakhriyar Mamedyarov konnte nach einer Niederlage an Tag 1 gegen Haik Martirosyan (59.) mit einem Sieg das Ausscheiden noch einmal verhindern. Er spielt wie u.a. Giri und MVL damit noch die Tie-Break-Runde.


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