Beiträge von Sectumsempra

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    Original geschrieben von DummerZufall:
    So sehr ich auch Donald Trump und viele seiner Parteikollegen verachte und eher unglücklich bin mit der aktuellen Besetzung des Supreme Court, finde ich dennoch, dass das kein wirklich sauberes Vorgehen ist. Würden das nun die Reps in einer ähnlichen Situation tun, würden alle Sturm laufen dagegen.
    Wenn die Reps nun in einer ähnlichen Situation in Zukunft ähnlich verfahren, dann müssen sie bald anbauen.


    Ich verstehe diese Ansicht zwar, und stimme teilweise auch zu, aber die jüngste Vergangenheit hat ganz gut gezeigt was passiert, wenn eine Seite versucht beim "sauberen Vorgehen" zu bleiben. Die GOP spielt nunmal gerne dreckig und mit allen Mitteln, dagegen kommt man, so traurig es auch ist, mit bravem Verhalten nicht an.
    Natürlich wäre es schon, wenn man einfach fair spielen würde und dafür von der Bevölkerung belohnt wird, aber so läuft es scheinbar einfach nicht.

    Das ist genau das Kernproblem der Versprechungen des Truppenabzugs. Es gab zu keiner Zeit eigentlich wirklich konkrete und ernsthafte Pläne für das "danach". Der Einsatz in Afghanistan entstand aus Vergeltungsdrang und politischem Kalkül heraus, aber mit dem Aufräumen danach hat man sich seit jeher eigentlich eher sekundär beschäftigt und die offensichtlichen Probleme immer weiter aufgeschoben und vertagt.
    Nun kämpfen dort teilweise schon Truppen in zweiter Generation, zigmilliarden Dollar wurden an Rüstungs- und Söldnerunternehmen bezahlt, und man ist im Grunde doch keinen Schritt weiter und übergibt das Land nun an die fundamentalistische Gruppe, die man einst unbedingt in die Knie zwingen wollte.

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    Original geschrieben von Cameron Grimes:
    In Österreich ist in der Zwischenzeit Gesundheitsminister Anschober zurückgetreten. Hat das mit „er könne nicht mehr 100% für dieses wichtige Ministerium geben“ begründet. Auch wenn ich von ihm und seinen Entscheidungen nicht sehr viel gehalten habe (oder seinen Pressekonferenzen), finde ich es nur konsequent, das so zuzugeben, zumal er ja schon zweimal im Krankenhaus war. Ich wünschte mir diesbezüglich nur mehr Rückgrat von manch einem Ministerkollegen.


    Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang auch, dass Anschober minutenlang allen möglichen Leuten für die gute Zusammenarbeit gedankt hat, aber Kanzler Kurz und die gesamte türkise Führungsriege mit keinem Wort erwähnt hat. Man sich vorstellen, wie es da hinter den Kulissen zugegangen sein muss.

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    Original geschrieben von Feralus:
    [B]Tatsächlich, laut natives, nicht - Differently is an adverb and indicates that something would be done in a different way. Different is an adjective and suggests that whatever might be done would be similar to what was done before but not the same.
    [B]


    Das ist eine linguistisch sehr spannende Frage, die sich nicht ganz klar beantworten lässt, auch von natives nicht. Wenn man rein nach prescriptive grammar geht, ist der Ausdruck selbstverständlich nicht korrekt, da nur ein Adverb verwendet werden kann um ein Verb zu beschreiben. Hier jedoch wird ein Adjektiv verwendet, und das ist grundsätzlich nicht korrekt.
    Gleichzeitig muss man natürlich sagen, dass das eine natürlich vorkommende Konstruktion ist, die einfach das Resultat von language change ist (und diese Veränderung geht im derzeitigen Trend hin zur Auflösung mancher grammatikalischen Regeln) und sich im Sprachgebrauch seit etwa 2-3 Jahren etabliert hat, als eine Art fixed phrase. Das mag den Grammatikwächtern der Welt nicht gefallen, ist aber eine Tatsache die vollkommen natürlich ist . Wobei oft angemerkt wird, dass diese Sprachevolution durch das Internet nun viel schneller voranschreitet, was man ja auch daran erkennt, dass eine relativ "neue" phrase jetzt schon tagline eines AAA Titels wird.

    Falls jemand die schlechtest-mögliche Implementation von Lehrer_Innenfeedback live miterleben will, so muss man sich nur die App "Lernsieg" ansehen. Damit wollte ein Wiener Jungunternehmer das österreichische Bildungssystem revolutionieren (und/oder durch massives Abgreifen von Nutzerdaten ordentlich Kohle machen).
    Man hat da einfach eine Datenbank aller Lehrer_Innen zusammengestellt und jede Person kann jeden Lehrer mit einem kommentarlosen Sternerating bewerten. Wenig verwunderlich stellte sich binnen kurzer Zeit heraus, dass Unterrichtende in den klassisch als "schwer" geltenden Fächern wie Mathe oder Physik deutlich schlechter bewertet werden als jene in Fächern wie Musik oder Sport.

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    Original geschrieben von Cowboy:
    Vor ein paar Tagen “Evangelion: 3.0+1.0 Thrice Upon a Time“ gesehen. Meinem Verständnis hätte es wahrscheinlich geholfen, wenn ich die vorherigen Teile seit Release noch einmal gesehen hätte. :joy: Und Japanisch macht das Verstehen nur bedingt einfacher. :wink:
    Hat mir dennoch gut gefallen, Animation und Sound war klasse und werde mir die nächsten Tage nochmal die Vorgänger zu Gemüte führen.


    Was?!
    Der Film ist tatsächlich fertig? Nach all den Jahren?
    Echt kaum zu glauben - und dann passiert das auch noch einfach so, ohne viel Aufsehen zu erregen.

    Das mühsame an Diskussion mit dir, lieber Kir Royal, ist deine stete Weigerung auf Gegenargumente oder fundierte Widerlegungen deiner Aussagen einzugehen. Du klatscht einfach eine Behauptung hin und unterfütterst diese manchmal mit ein paar eher weniger relevanten Zahlen. Wenn man dir dann kontra gibt (etwa in dem man darlegt, dass Puerto Rico sehr wohl bereits Teil der USA ist), dann wird das einfach ignoriert und das nächste Pseudoargument in den Raum geworfen.


    Aber gut, gehen wir's an:


    Ja, es kann durchaus sinnvoll sein, Politik für 1% der Bevölkerung zu machen. Nicht nur, weil das dann doch irgendwie recht viele Menschen sind, sondern insbesondere deswegen, weil dieses Prozent einen enormen Nachteil hat, den es irgendwie auszugleichen gilt. Ich glaube man muss hier keine Vergleiche anstellen um zu zeigen, dass auch Probleme von einem kleinen Teil der Bevölkerung ernstgenommen werdne müssen. Speziell wenn es wie in diesem Fall um ein fehlendes Grundrecht geht.


    Aber all das weißt du ja eigentlich, daran habe ich keine Zweifel. Warum du unbedingt die edgy Gegenposition einnehmen musst verstehe ich leider nicht.

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    Original geschrieben von Jon Snow:
    DC und Puerto Rico müssen jetzt Staaten werden, dass wird Biden ja wohl hoffentlich mal durchbekommen.


    Das sollte sicher eines der langfristigen Hauptziele der Demokraten sein, damit hätte man einen riesigen Vorteil und könnte speziell im Senat den GOP-bias etwas abmindern. Aber ehrlich gesagt glaube ich nicht daran, dass Leute wie Biden oder Schumer den Willen und Kampfgeist haben um dieses Forderung durchzubringen.
    Es wäre sicher ein langer und harter Kampf, und nichts was man eben mal so macht - selbst mit beiden Kammern. Die 60 Stimmen gegen den Filibuster sind eine fast unmögliche Hürde, und wir haben ja gerade gesehen wie stark die Parteidisziplin der GOP ist.


    Es spielt im Jahr 2021 leider auch keine Rolle mehr wenn die Hauptargumente gegen die neuen Staaten "aber dann sieht die Flagge nicht so hübsch aus" und "aber die stimmen vermutlich gegen uns" sind. Die GOP Führung ist da geschickt genug um hier entweder den richtigen Spin zu finden sogar diese Argumente schulterzuckend in den Ring zu werfen.


    Ich fürchte die Demokraten werden jetzt einfach vier Jahre lang verwalten und sich von der GOP im Senat auf der Nase herumtanzen lassen, und dann 2024 geschockt sein, wenn die nächste Populismuswelle über sie schwappt.

    Die ganze Sache mit dem Impeachment hat meiner Ansicht nach zwei Dinge klar gezeigt.
    Einerseits hat sich die GOP ganz klar für Trumpism positioniert, also werden wir in den nächsten Jahren eine weitere Radikalisierung sehen. Trump hat gezeigt, dass die Spielregeln nicht gelten wenn man die einfach ignoriert, und die Generation Cruz, Gaetz und Co. werden das weiter ausreizen und damit auch Erfolg haben. Taktisch ist das sicher keine schlechte Entscheidung. Anstatt sich vor dem drohenden Gespent einer Abspaltung der Trumpanhänger zu fürchten bekennt man sich einfach selbst dazu.


    Andererseits hat McConnel erneut gezeigt was für ein rücksichtsloser (und rückgratloser) Drahtzieher ist. Das Impeachment hat er wirklich perfekt gemeistert. Zuerst sich dafür eingesetzt, dass das Verfahren erst nach der Präsidentschaft stattfindet, und danach für schuldig befunden aber - leider! - mit "Nicht Schuldig" stimmen müssen da der Angeklagte nicht mehr Präsident ist. Leute wie McConnel, Cruz und Graham haben der Demokratie meiner Meinung nach mehr geschadet als Trump.

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    Original geschrieben von Stingray:
    Und wer sich nachher ärgert, es nicht doch getan zu haben, der ist ungefähr wie jemand, der im Kasino schaut, dass 2x in Folge rot beim Roulette kam und sich dann ärgert, dass er nicht sein Geld vervierfacht hat, indem er 2x darauf gesetzt hat. Klar hätte man das machen können, aber es wäre eben auch ein eigentlich unvernünftiges Risiko gewesen.


    Das ist ein sehr spannender Punkt, der hier sicher eine nicht zu verachtende Rolle spielt. Ein großer Teil der reddit Jungs sind genau in dem Alter, in dem sie den rasanten Aufstieg von Bitcoin aktiv im Web miterlebt haben aber damals nicht oder zu spät auf den Zug aufgesprungen sind. Da ist steckt aktuell schon ordentlich FOMO in den Knochen, die einen dazu verleitet vielleicht doch noch die letzte Kreditkarte auszureizen um ja nicht nochmal den plötzlichen Reichtum zu verpassen.

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    Original geschrieben von Stingray:
    Was so absurd ist, denn auf beiden Seiten stehen Wall Street Millionäre. BigCountry hat es ja schon gesagt: Es ist einfach eine sehr abwegige Vorstellung, dass die Wall Street geschlossen auf sinkende Kurse bei GME setzt und da gegen Reddit antritt. Natürlich gibt es auch bei der Wall Street ganz viele, die aktuell mit dem Reddit-Push Geld verdienen und ihn weiter mit antreiben.


    Schon klar, aber das ist eben nicht die Story die man gerade erzählem möchte. Die breite Mehrheit sieht eben genau die Millionäre gegen average Joe, und jeder weiß genau wie diese Geschichte im 99 von 100 Fällen ausgeht. Da verstehe ich auch die Shapiros, Musks und AOCs dieser Welt, die sich hier alle einig sind auf welcher Seite man gesehen werden will.


    Die Politiker die sich jetzt dazu äußern sind aber wohl zu einem großen Teil auf der Jagd nach politischem Kleingeld. Man merkt einfach, dass das jetzt droht eine riesige Bewegung werden könnte und möchte da wohl gerne auf der richtigen Seite stehen. Und niemand "mag" die Wall Sreet Millionäre, da gibt man lieber Lippenbekenntnisse für den kleinen Mann auf der Straße ab.


    Die große Revolution sehe ich da allerdings nicht am Horizont.
    Es wird eventuell strengere Regeln für Retail Plattformen geben die solche Aktionen in Zukunft verhindern sollen. Für die Marktmanipulation wird es eventuell empfindliche Strafen geben, die, wie gesagt, deutlich geringer schmerzen werden als mögliche Verluste. RobinHood wird das vielleicht auch nicht überleben, aber das ist dann auch eher "collateral damage" und wird keine große Rolle spielen.

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    Original geschrieben von DummerZufall:

    PS. Was da grad abgeht mit den Maßnahmen ist richtig übel. Frage mich schon wie man das rechtlich vertreten will?


    Im schlimmsten Fall Strafen in Kauf nehmen die um ein Vielfaches geringer sind als der potentielle Verlust. In zwielichten Kreisen auch bekannt als wirtschaftlich handeln.

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