Beiträge von holic01

    Die Meltzer Bewertungen fallen ingesamt etwsa hoch aus, unterstreichen aber letzlich, dass es keine schlechte Show war. Man hat sich offensichtlich Mühe gegeben, um dem fragwürdigen aber zahlungskräftigen Geschäftspartner in Saudi Arabien das größtmögliche Spektakel zu bieten. Das darf man zurecht bedauerlich finden, in Zeiten rückläufiger Zuschauerzahlen und einer aufkeimenden Konkurrenz im eigenen Land wird die WWE dies unter dem Motto "neue Märkte erschließen" jedoch kaum aufgeben. Das Gegenteil wird stattdessen der Fall sein.


    Rein auf den Inhalt bezogen zeigt diese Show jedoch, dass WWE auch weiterhin durchaus in der Lage ist, ein gutes Produkt zu liefern - zumindest was das Geschehen im Ring betrifft. Man muss sich nicht unbedingt diesen Lobeshymenen von Meltzer anschließen, dennoch darf man anerkennen, dass die Matches allesamt solide bis gut, was den Opener betrifft sogar sehr gut, waren. Die Zusammenstellung der Matchcard bot auch eine schöne Abwechslung, dadurch wirkte das Gesamtbild durchaus stimmig - was bei einer Show mit dieser Länge ein wichtiger Aspekt ist. Es wäre wünschenswert, wenn man sich daran auch im üblichen Programm orientieren würde.


    Als positive Überraschung würde ich zunächst das Match zwischen Mustafa Ali und Mansoor hervorheben. Klar, dieser Kampf musste auf die Matchcard. Die Leistung war aber mehr als ordentlich und beide haben gezeigt, dass sie unabhängig von ihrer Herkunft einen solchen Spot verdient haben. Ali und Mansoor sind grundsolide Worker, denen ich auch in den Wochenshows eine ordentliche Rolle wünschen würde. So etwas wie eine Midcard hat nunmal auch einen Wert an sich und unverbrauchte junge Leute hätten mal eine Chance verdient. Eine ernsthafte Cruiserweight Division will mit solchen Aktueren will ich gar nicht ansprechen.


    Ähnliches gilt im Prinzip auch für das King of the Ring Finale. Nettes Match (wobei noch Luft nach oben war) zwischen zwei Mid- und Uppercardern, denen eine Rolle in den Shows zu gönnen wäre. Auch wenn man aus vielfältigen Gründen New Day nicht splitten wird, fände ich einen Story um den King of the Ring Sieg und einen Singles Push von Woods unglaublich spannend. Denn irgendetwas sollte man schon daraus machen, statt die Krone nun einfach zum lustigen Spielzeug für New Day zu machen.


    Was das reine Match betrifft, würde ich Goldberg gegen Lashley ebenfalls als positive Überraschung werten, wenngleich ich 3,75 als Bewertung etwas hochgegriffen finde. Der Kampf hatte eine Matchstory, die zur Geschichte passte. Man merkte beiden Akteuren an, dass sie sichtlich bemüht waren und ihre Gechichte gut erzählen wollten. Mit Sicherheit war es das beste Goldberg Match seit Jahren und in dieser Form auch eine Bereicherung für den Event. Der Ausgang war der logische Abschluss dieser Fehde, wenngleich ich damit nicht glücklich bin. Lashley hat sich jüngst zu einem überzeugenden Heel-Champion entwickelt und sollte ein solches Match gegen einen Teulzeitwrestler im hohen Alter eigentlich nicht verlieren. Man wird nun einiges an Aufbauarbeit leisten müssen, um ihn wieder glaubhaft als dominanten Heel einsetzen zu können.


    Den Main Event fand ich indes besser als Meltzer, der hier meines Erachtens nach zu tief stapelt. Okay, es ist sicherlich Geschmackssache. Ich persönlich fand das Aufeinandertreffen von Lesnar und Reigns wirklich imposant. Das Match wurde auch mit einer glaubwürdigen Härte geführt und erzählte die bisherige Geschichte sehr gut weiter. Ich fand es auch deutlich besser als die bisherigen Matches von Reigns und Lesnar, gerade weil Reigns in seiner neuen Rolle einfach eine Authorität ausstrahlt, die ihn zum legitimen Superstar auf Augenhöhe mit Brock Lensar macht. Wenn beide im Ring stehen, dann fühlt sich das einfach wie ein Main Event an. Dass das Rätsel um Heyman noch nicht aufgelöst wird war ebenso zu erwarten wie die Titelverteidigung. Der Kampf ist einfach zu groß, um ihn schon hier enden zu lassen. Auch die Story um Heyman ist noch nicht ausgereizt, sodass ein Turn auf die eine oder andere Seite vollkommen verschenkt gewesen wäre. Dadurch war das Ende mehr oder weniger vorgezeichnet und ist in dieser Form auch nicht unlogisch, weil Lesnar dadurch seinen Status wahren kann und Roman Reigns den Titel behält. Ein Ende der Regentschaft wäre auch sehr bedauerlich gewesen, zumal Smackdown ohne anwesenden Champion in Zeiten der Konkurrenz mit AEW wohl keine Alternative ist.


    Etwas enttäuschend und deutlich zu hoch bewertet fand ich indes das Match der Frauen. Das war natürlich alles andere als schlecht, aber gemessen an den Möglichkeiten schon eine kleine Enttäuschung. Verglichen mit den Einzelmatches in den vergangenen Wochen konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllt werden. Das Match wirkte leider etwas unrund und im Tempo gedrosselt. Bei Triple Threat Matches bedarf es auch immer einer gewissen Kreativität, damit man aus diesem üblichen Muster ausbrechen kann. Das ist leider viel zu selten gelungen, Sequenzen mit allen drei Damen gab es kaum. Becky Lynch wirkt durch ihren Heel Charakter leider auch ein wenig eingeschränkt, da ihre in-Ring Performance etwas an Feuer verloren hat ... besser kann ich es nicht beschreiben.


    Negativ muss man letztlich auch das Queens Crown Turnier in seiner Gesamtheit bewerten, weil es Erinnerung an die dunkelsten Zeiten des Womens Wrestling weckt. Die Gesamtmatchzeit ist ein Witz, das Booking nicht weniger. Und auch das Teilnehmerinnenfeld wirkte willkürlich und angesichts der durchaus vorhandenen Qualität auch viel zu schwach. Zelina Vega als Siegerin unterstreicht, dass man keine großen Pläne mit der Siegerin hat. Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass man einen langfristigen Push für sie geplant hat (dafür ist sie im Vergleich zu anderen Wrestlerinnen auch einfach viel zu schwach). Warum man hier kein ernsthaftes Turnier durchziehen wollte, erschließt sich mir nicht wirklich (gleiches gilt natürlich auch für die Männer, bei denen man sich über die Besetzung des Turniers ebenfalls vortrefflich streiten kann).


    Insgesamt hat man mit der Rückkehr des King of the Ring (und der Frauen-Version) unglaubliches Potenzial verschenkt. Das macht man aber schon seit Jahren, sodass ich gar keine Hoffnungen hatte, dass man es diesmal wirklich ernst meint. Warum man bei so einer Vielzahl von PPVs, die auch noch allesamt völlig austauschbar sind, keinen Platz für ein One-Night-Only Single Elimination Tournament findet, ist wenig nachvollziehbar. DAS wäre doch mal Abwechslung im Kalender. Das ist aber auch ein Thema für sich.


    Was bleibt als Fazit für Crown Jewel: Für sich genommen eine gute Show, die unterstreicht, dass ausreichend Talent vorhanden ist um ein solides Produkt zu liefern. Im Aufbau war die Show auch besser als in den vergangenen Jahren, denn die Hauptmatches hatten allesamt eine nachvollziehbare Story, die sogar gut in die Matchstories übertragen wurde. Schön wäre es, wenn man sich mit den Wochenshows ähnlich große Mühe geben würde. Unverbrauchten Gesichtern sollte man etwas mehr Air Time geben, Midcard Stories aufbauen, Charaktere entwickeln lassen. Mansoor gegen Mustafa Ali zeigt doch, dass es dafür nichtmal viel braucht. Hätte man sich gerade bei diesem Match noch ein klein wenig mehr Mühe gegeben, dann könnte man aus solchen Geschichten wirklich etwas machen. Leider werden diese Jungs bald wieder keine Rolle spielen, auch die Königinnen und Könige werden vermutlich bald vergessen sein und die Raw Shows ziehen sich dann wieder wie Kaugummi.

    The Rock gegen Roman Reigns wäre in der Tat ein großes Match, die Geschichte dazu schreibtsich quasi von selbst. Wenn sich die Chance bietet, dieses Match im größtmöglichen Rahmen stattfinden zu lassen, sollte man sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Wenn dann auch noch Roman Reigns diesen Kampf gewinnen sollte, würde das seinen Status als größten Superstar dieser Zeit zementieren. Vermutlich wäre es aber sogar vollkommen egal, da alleine das Spotlight eines solchen Matches ausirechen würde, um Reigns so wirken zu lassen. Es bräuchte dafür noch nicht eimal den Titel, das Match alleine hätte bereits eine magische Anziehungskraft.


    Natürlich muss jedoch auch das große ABER folgen: Zum einen unterstreicht es wieder einaml, in welche ausweglose Situation sich die WWE in den vergangene Jahren gebookt hat, dass man für seinen größten Superstar und Champion quasi keinen glaubwürdigen Gegner für Wrestlemania auf Augenhöhe hat. Das hat man selbst verschuldet, indem man für alle wirklich wichtigen Matches und Fehden immer wieder Teilzeitwrestler und Legenden zurückgeholt hat, statt Stammroster die Chance zu geben. Die Idee dahinter ist so logisch wie verständlich, man möchte gerade bei der aufkommenden Konkurrenz kein Risiko eingehen. Das ist aber eine Milchmädchenrechnung, die sich auf Dauer rächt.


    Es ist exemplarisch für das derzeitige WWE-Problem, dass man sich bei Roman Reigns derzeit lediglich darüber Gedanken macht, ob er bei Wrestlemania gegen The Rock oder Brock Lesnar antreten wird. Man zieht es gar nicht in Betracht, dass man ein neues und unverbrauchtes Gesicht gegen den amtierenden Champion stellt. Man hat ja unlängst wieder die Chance vertran, jemanden wie Big E mittelfristig als Gegner auf Augenhöhe zu etablieren. Und auch jemand wie Drew McIntyre, der sich ja demnächst das Roster mit Reigns teilen wird, kommt offensichtlich für so etwas nicht in Betracht. Diese Leute mögen ab und an mal mit dem Titel rumlaufen, McIntyre darf dann sogar auch mal gegen Lesnar ran - am Endedes Tages landen diese Leute aber wieder in der Bedeutungslosigkeit, wenn es um die wirklich wichtigen Dinge geht. Dann muss sich Drew McIntyre eben mit Jinder Mahal rumschlagen, statt ein großes Match beim Summer Slam zu bekommen.


    Ich will damit auch gar nicht sagen, dass die vage Aussicht auf ein Reigns gegen Rock Match doof ist. Ganz im Gegenteil, diese Paarung ist sehr reizvoll. Wenn allerdings diese Gastauftritte dazu führen, dass die Entwicklung im regulären Roster stagniert, dann ist das mittel- und langfristig ein großes Problem. Okay, diesen Punkt hat man schon viel zu lange überschritten und mit Lesnar gegen Reigns verfährt man ja gerade wieder nach diesem Muster (wie mit Cena gegen Reigns davor). Als John Cena einem Finn Balor das Titelmatch weggenommen hat, war das eine Versinnbildlichung der aktuellen Situation: der Parttimer stößt den eigentlichen Herausforderer zur Seite und stiehlt im die Show - das "andere" Titelmatch kann ja bei einem der vielen bedeutungslosen B-Events stattfinden.

    Das ist doof und eine Missachtung der einfachsten Regeln im Wrestling. Man wird einfach keine neuen Stars schaffen, wenn man ihnen nicht die Möglichkeit gibt. Am Ende sollte Reigns nicht von einer Legende entthront werden. Und die großen Momente sollten auch nicht die Lesnars, Rocks oder Goldbergs bekommen. Warum nicht Big E diesen Moment geben, wenn man ihn schon an die Spitze pushen möchte?


    Man stelle sich doch nur mal vor, was aus den ganz großen Stars geworden wäre, wenn man ihnen damals nicht diese "Momente" gegeben hätte?

    Ein Shawn Michael wäre ohne den "Boyhood Drea"-Moment bei Wrestlemania sicher nie so groß geworden und auch Austins erster Titelgewinn war perfekt in Szene gesetzt. Hätte das auch funktioniert, wenn das irgendwann bei den Weeklies passiert wäre? Oder wenn man Austin im Wrestlemania Main Event durch eine Legende ersetzt hätte und seinen ersten Titelgewinn auf einen B-PPV verschoben hätte?

    Das größte Problem bei diesen Cash In Titelgewinnen ist meines Erachtens nach zunächst einmal, dass das Prinzip mittlerweile weder neu noch innovativ ist. Man mag in der Umsetzung manchmal ein klein wenig variieren, das Besondere daran gibt es aber schon lange nicht mehr. Bei Edge war es damals noch vollkommen neu und passte perfekt zu seinem Charakter, ebenso zum Drumherum. Mit jedem Cash In danach hat sich dieses Modell aber immer wieiter totgelaufen. Gerade bei Babyfaces ist es auch keine Abkürzung an die Spitzen, sondern eher das Gegenteil. Man beraubt viele Leute ihres großes Moments und tut ihnen damit keinen wirklichen Gefallen. Bestes Beispiel hierfür ist doch Big E, der durch den "klassischen" Aufbau viel mehr davon profitiert hätte. Ein billiges Abstauben passt nicht zum nächsten großen Babyface Champion. Und dann wundert man sich auch noch, wenn man plötzlich keine Stars mehr hat. Gerade der erste World Titel muss doch eigentich DER Moment sein, auf den die Zuschauer ganz heiß sind.


    Das aber nur vorab zu dem Thema. Dann komme ich noch kurz auf die Show zu sprechen, mit der ich immer noch nicht warm werde. Die Leute sind größtenteils charakterlos und austauschbar (was vereinzelt wohl auch an der Darstellung liegen mag), währen etablierten Leute wie Ciampa, Escobar usw. in diesem Gebilde zunehmend wie Fremdkörper wirken. Das Produkt ist auch insgesamt qualitativ nicht wirklich gut. Das Trial and Error-Vorgehen bei neuen Charakteren gefällt mir ebenfalls nicht. Man wirft einfach möglichst viele Leute rein, der eine oder andere mit Talent wird sich schon durchsetzen ... das tut weder dem Produkt noch den Nachwuchs"stars" wirklich gut. Man darf sicherlich den Leuten bei NXT auch ein wenig Spielraum einräumen, um den Charakter zu entwickeln oder Fehler zu machen. Aber gänzlich ohne Idee einen nichtssagenden Wrestler nach dem anderen debütiere zu lassen, wirkt auf mich nicht besoders attraktiv.


    Ja, das eine oder andere Talent macht Spaß (Steiner Jr. z.B.), so jemanden hätte man aber auch gut und gerne beim "alten" NXT aufbauen können. Das ist auch so ein wenig der Trugschluss, dem man beim Relaunch erlegen ist. Ich finde nicht, dass dieser neue Rahmen einer guten und gezielten Nachwuchsarbeit unbedingt förderlich ist. Das Gegenteil ist doch eher der Fall, weil sich in vielen Fällen gar nicht mehr die Gelegenheiten bieten, auf das nächste Level gehievt zu werden: weder wrestlerisch, noch was die Charakterentwicklung betrifft. Dass man sich aus wirtschaftlicher Sicht die Vielzahl an Veteranen nicht mehr leisten wollte, mag ja noch durchaus einleuchten. Dennoch wäre es für das Programm und für die Entwicklung der Talente deutlich besser gewesen, wenn der Cut nicht so hart ausgefallen wäre.


    Auch nach vielen Wochen NXT 2.0 kann ich mich dafür nicht begeistern. Die Shows haben noch immer keine klare Struktur, der Nachwuchs ist austauschbar und die Qualität hat massiv nachgelassen. Man kann mir wahrlich nicht vorwerfen, dass ich dem neuen NXT keine Chance geben möchte, aber ich werde einfach nicht warm damit. Ich habe leider auch noch keinen Weg gefunden, die offensichtlichen Schwächen als charmante Charakteristika zu akzeptieren, wie es beispielsweise bei NWA Powerrr der Fall ist.

    Also: ich schaue weiter, hege aber wenig Hoffnungen, dass ich in absehbarer Zeit wirklich Freude an der Show empfinden werden. Sich durch das Programm zu kämpfen wird zunehmend anstrengender (vielleicht würde es der Show auch gut tun, wenn man die Laufzeit ein wenig kürzen würde und sich jede Woche auf die Entwicklung einiger weniger wesentlicher Punkte beschränken würde). Beim Nachwuchs kristallisieren sich auch nur wenige Leute heraus, die zum Einschalten bewegen.

    Zum Thema Gehalt: es wurde in den vergangenen Jahren tatsächlich gehörig an der Gehaltsspirale gedreht. Durch den Anstieg der Obergrenze sind die Zahlen einfach deutlich größer geworden (man bedenke nur, was "Superstas" heutzutage teilweise verdienen). Das man daher die Summen mit denen von vor einigen Jahren nicht mehr vergleichen kann, versteht sich von selbst. Es mutet dennoch ziemlich absurd an, dass ein Spieler wie Michael Porter Jr. plötzlich zwischen 30 und 40 Millionen Dollar im Jahr verdient. Dabei geht es nicht einmal explizit um Porter, bei dem ja zumindest die Chance besteht, dass er diese Summe irgendwann rechtfertigen wird. Sondern um ein System, das eben tasächlich diese Vertragsverlängerungen zunehmend teurer werden lässt - weil das Cap-System es eben erlaubt, quasi unbegrenzt über die Obergrenze zu gehen, sofern es sich um eine Verlängerung handelt.


    Ich fänd es daher auch deutlich besser, wenn man die Ausnahmen deutlich einschränken würde und zumindest ab einer bestimmten Summe feste Obergrenzen einführen würde. Man muss sich hierfür nur mal die Gehälter anschauen, die beispielsweise bei den Nets oder den Warriors gezahlt werden. Luxussteuern schrecken die milliardenschweren Besitzer einiger Teams nicht ab, sodass sich das Gefälle zwischen großen und kleinen Märkten weiter verschärft. Ein Hard Cap oder zumindest in diese Richtung gehende Regeln wären daher ein wichtiger Schritt, um diesem Ungleichgewicht ein wenig entgegenzuwirken. Es würde diejenigen Teams belohnen, die innerhalb des Gehaltsspielraums wirklich intelligent und mit Weitsicht wirtschaften. Anhäufungen von Superstars würden zudem erschwert werden, weil eben nicht mehr ungesehen alle Verträge verlängert werden können. Teams müssten sich ganz genau überlegen, welche Spieler sie möglicherweise überbezahlen und welche nicht. Im Sinne des Wettbewerbs wäre das eine wünschenswerte Idee, an deren Umsetzung ich allerdings nicht glaube.


    Natürlich würde selbst das nichts an den gigantischen Summen ändern, die mittlerweile bezahlt werden. Wenn Top-Stars (oder vermeintliche Stars) wie Durant, Curry, Westbrook, George, Butler usw. allerdings demnächst etwa 50 Millionen (ich glaube Steph Curry bekommt im letzten Vertragsjahr sogar fast 60 Millionen), relativieren sich die Beträge für Spieler wie Michael Porter Jr. nochmal ein wenig. Als Top-50 Spieler wird man zukünftig hohe zweistellige Millionensummen verlangen können. Das ist ziemlich ... naja, nennen wir es mal dekadent, aber auch keine NBA-exklusive Entwicklung.

    Ich will ja NXT 2.0 weiter eine Chance geben, doch auch in der zweiten Woche werde ich mit dem Produkt nicht so ganz warm. Der Cut vom smarten High-Class-Wrestling zur Development Liga mit rohen Talenten und ultra-kurzen Matchzeiten ist einfach zu gewaltig. Ich bleibe dabei, dass man dieses "neue" NXT entweder mit einem Paukenschlag hätte einführen müssen oder den Übergang langsam hätte gestalten sollen (auch das wäre ja eine Option gewesen). So wirkt das halbgar und schlichtweg uninteressant. Weil die Neulinge einfach da sind, dieser Umbruch zur Version 2.0 also einfach ohne Erklärung oder Story eingeführt wurde, wirkt das für mich als Zuschauer auf den ersten Blick einfach nur wie ein Qualitätsverlust. Problematisch zudem: durch diesen harten Cut wirken Leute wie Pete Dunne oder Tommaso Ciampa auf einmal wie Fremdkörper. Naja, in der Hauptstory gibt man sich zumindest ansatzweise Mühe das ein wenig aufzugreife und jemand wie Pete Dunne wäre doch der richtige Charakter, um die Rookies ein wenig zu erden - jemanden wie ihm nimmt man durchaus ab, dass er sauer darüber ist, dass sich die Nachwuchsleute ihren Spot eigentlich nicht verdient haben.


    Positiv bleibt weiterhin Bron Breakker, dessen Name aber immer noch sehr sehr wehtut. Wie viel Potenzial man hier einfach wegwirft, ist eine Schande - als Rex Steiner wäre der Junge ein zukünftige Star. Klar, Namen sind Schall und Rauch usw. - aber ganz ehrlich, an dieser Stelle wäre eine Präsentation als Second Generation Superstar doch mehr als angebracht gewesen. Das wäre ja fast so, als käme man auf die Idee vielversprechenden Second Generation Superstars so dämliche Gimmicks wie Michael McGillycutty oder Stardust zu geben ... aber wer würde so etwas blödes schon tatsächlich machen. :)

    Auch von den weiteren Talenten könnte sich durchaus der eine oder die andere durchsetzen. Man sollte ihnen jedenfalls eine faire Chance geben. Ob Squash Matches oder Fehden gegen anderen Neulinge hierbei der richtige Weg sind, darf man aber natürlich bezweifeln. Ich glaube weiterhin, dass eine gesunde Mischung durchaus geholfen hätte und das bisherige NXT hierfür ebenfalls genügend Raum geboten hätte.


    Noch ein paar Worte zum Cruiserweight Titelmatch: Man hätte beiden durchaus etwas mehr Matchzeit einräumen können, jedoch ist auch bei NXT das Standing des Cruiserweight Gürtels eher gering. Das ist schade, aber eben ein grundsätzliches Probelm bei WWE. Bedenkt man, dass das "WWE Universum" fünf Stunden Mainroster-Zeit zu füllen hat, finde ich es mehr als bedauerlich, dass dieser Titel nicht schon lange wieder Teil des Hauptprogrammes ist. Zumal man auf diesem Weg einigen Leuten, die nun in der Bedeutungslosigkeit rumdümpeln (Ali, Tozawa, Alexander, ...) wieder ein Ziel geben könnte. Für gute Mid- und Undercardmatches sollte es auf jeden Fall reichen. Stattdessen fehlt selbst beim "neuen" NXT die Aufmerksamkeit. Roderick Strong ist der Erfolg sicherlich zu gönnen, wirklich weiterbringen wird ihn das aber nicht. Gerade Strong wirkt natürlich in diesem kunterbunten NXT wie ein Fremdkörper.


    Ingesamt fehlt mir noch die Verbindung zu diesem neuen NXT. Das liegt ausdrücklich nicht daran, dass ich mich nicht für Produkte begeistern könnte, die ein wenig von der Norm abweichen oder nur mittelmäßiges Wrestling bieten. NWA Powerrr (das greife ich mal auf, weil es über mir schon genannt wurde) ist ein grandioses Produkt, obwohl es optisch "anders" ist und auch keine hochklassigen und langen Matches bietet. NXT 2.0 kann diesen Charme allerdings nicht ansatzweise verspühen, weil es in dieser Umbruchphase einfach - ich weiß nicht wie ich es besser ausdrücken soll - nichtssagend ist. Das Produkt kann mir aus seiner eigenen Logik heraus noch nicht wirklich erklären, warum dieser harte Cut gemacht wurde. Und die Protagonisten dieses neuen NXT 2.0 sind einfach da. Ich warte weiter auf den großen Knall, die fesselnde Story, das ... naja, irgendwas. Bis dahin bleibe ich ein bemühter aber keineswegs begeisterter Zuschauer.

    Dragic würde besser passen, Wall würde den Mavericks aber auch nicht schaden. Wenn Wall gesund ist, gehört er noch immer zu den überdurchschnittlichen Point Guards der Liga und ist in der Lage, eine solide Zahlen aufzulegen (letzte Saison glaub ich 20/7 für die Rockets). Er wäre also ein Upgrade und könnte eine Rollen wie Derrick Rose bei den Knicks spielen.


    Sein Körper spielt aber nicht mehr ganz mit, sodass ich die Personalie unabhängig von Dragic betrachten würde. Für kleines Geld nach einem Buyout wäre Wall mit oder ohne Dragic eine Verstärkung.


    Ich kann mir allerdings vorstellen, dass er für andere Teams interessant werden könnte. Wenn Wall eine kleinere Rolle akzeptiert, ist er eine starke Ergänzung für einige Contender. Die Nets zum Beispiel oder die Clippers.

    Ich habe vor Kurzem erst die ersten paar NXT-Folgen auf dem Network angesehen (nicht das Staffel-Format) und da lassen sich viele Parallelen ziehen. Auch dort wurde man auf einen Schlag mit ganz vielen, neuen Gesichtern konfrontiert und es kristallisierte sich erst nach und nach raus, wer eigentlich welches Potential hat und aus wem eventuell etwas Großes werden könnte und wer ggf. auf der Strecke bleibt. So mancher trat zunächst nur als Jobber auf und machte dann noch eine WWE-Karriere. Jason Jordan fällt mir da spontan ein, der in der zweiten Episode von Jinder Mahal gesquasht wurde.

    Aktuell hat man eben das "Problem", dass man auch die bekannten Gesichter der letzten Monate mit unterbringen muss und das ist nicht so einfach. Eine Invasionsstory, wie du sie andeutest, mag mir da nicht gefallen, da man es zu oft schon gesehen hat und man das Problem hätte, dass nun zum einen die bekannten Heels und Faces Seite an Seite kämpfen müssten (was natürlich auch Story-Potential hat) und zudem die Neuen zu sehr als generische Masse daher kommen. Da soll doch lieber jeder so nach und nach seinen Charakter entwickeln. Das gefällt mir bei Trick Williams schon ganz gut"

    Es war ja zunächst nur ein Vorschlag, mit der die zwei größten Probleme der Show hätte adressieren können: die Tatsache, dass die vielen neuen Gesichter teilweise nichtssagend debütiert haben und zum anderen, dass man diesem Restart damit zumindet ansatzweise Impact verliehen hätte. Das ist doch letztlich das größte Dilemma. Wenn ich das "neue NXT" etablieren will, die Zuschauer auf diese Veränderungen heiß machen möchte und für die kommenden Wochen Intersse wecken möchte, dann brauch ich zum Neustart irgendwas aufgregendes. Und wenn ich meine Ambitionen unterstreichen möchte, NXT 2.0 zu einer Show für den Nachwuchs zu machen, dann gelingt dies am besten, wenn man einem oder mehreren Nachwuchsstars direkt einen aufregenden Moment zum Debüt beschert.


    Steiner jr. ist ganz okay, aber weder sein flotter Sieg über LA Knight noch sein Handshake mit dem neuen Champion waren wirklich aufregend. Wenn er das Titelmatch eigenhändig beendet hätte, wäre das der deutlich aufregendere Moment gewesen und hätte seine Motivation unterstrichen. Oder auch ein Von Wagner wäre deutlich aufregender für die Zuschauer, wenn man für ihn solch einen Paukenschlag-Moment geschaffen hätte - davon hätte er tausendmal mehr profitiert, als von der aufbau- und ansatzlosen Teilnahme am Main Event.


    Deswege: Ich hatte kein Plyädoyer für eine Invasions- oder Old- vs Newschool Story gehalten, sondern es war vielmehr der grundsätzliche Hinweis, dass man sowohl das Debüt der vermeintlichen Nachwuchstars als auch die Reboot-Show als solche hätte aufregender gestalten müssen, um einen wirklich guten Start für alle beteiligten zu gewährleisten. Dass es ganz zu Beginn von NXT vielleicht bei dem einen oder anderen funktioniert hat, wenn man ihn ins kalte Wasser geworfen hat, mag sein. Dennoch nutzt das in den meisten Fällen weder den Protagonisten noch den Shows. Keine Frage, man kann bei Debüts durchaus auch Raum für Entwicklungen lassen - das muss man sogar. Ich sehe jedoch nicht, dass die Voraussetzung für diese Entwicklung und das Austesten von Grenzen unbedingt sein muss, dass man die Leute vollkommen uninspiriert in die Shows wirft. Zumal eine Interaktion zwischen Jung und Alt zu Beginn des neuen NXT ja vollkommen logisch und es sinnlos wäre, dies einfach zu ignorieren. Die Motivation der "neuen" Generation, ins Rampenlicht zu drängen ist ebenso nachvollziehbar wie das Bestreben der Etablierten, diesen Nachwuchs auf seinen Platz zu verweisen. Daher muss es auch keien in sich geschlossene Invasionsstory sein, aber dieser Gedanke und diese Motivation müsste nun erstmal bei allen Geschichten mal mehr und aml weniger eine Rolle spielen.

    Man muss dem neuen Produkt vermutlich ein wenit Zeit geben. Auf den ersten Blick wirkt das das alles leider nicht so berauschend und wenig spektakulär. Durch den Neustart hat man auch noch keine Aufhänger, nachdem die Shows in der jüngeren Vergangenheit zumindest von einigen Hauptfehden strukturiert wurden. Die neue Show wirkt hingegen unstrukturiert, es tauchen viele neue Namen und Personen einfach auf, die Aneinanderreihung von Matches wirkt leider ein wenig willkürlich. Mit Tommaso Ciampa und der Hochzeit hat man noch einzelne "Relikte" vergangener Tage, es deutet jedoch schon einiges darauf hin, dass sich der Fokus bald ändern wird. Kyle O'Reilly und LA Knight sind dem neuen Konzept ja bereits mehr oder weniger zum Opfer gefallen und wurden, nachdem sie letzte Woche noch im Contenders bzw. Titelmatch platziert wurden, deutlich degradiert.


    Das neue Konzept möchte ich noch gar nicht umfassend kritisieren, bevor nicht zumindest einige Wochen vergangenen sind, um die Entwicklung abzusehen. Auch die neuen "Stars" Bron Breakker von Von Wagner will ich nicht schon vorab schlechtreden. Natürlich gäbe es da schon jetzt viele Dinge, die man skeptisch sehen kann, angefangen von den etwas absurden Namen bis hin zu ihrer Darstellung. Vor allem bei Breakker ist das fragwürdig, weil er sich als Rex Steiner und mit Verweis auf seine Familie durchaus vermarkten ließe (nun kann man darüber streiten, ob der extreme Verweis auf die Familie einem jungen Nachwuchswrestler immer gut tut - aber in diesem Fall lässt es sich doch schon optisch kaum verschweigen). Dennoch will ich das "große Ganz" noch nicht abschließend bewerten.


    Einzig auf die Show bezogen würde ich nun jedoch kritisieren, dass dies für einen kompletten Neustart, also NXT 2.0, einfach zu unspektakulär war. Man wirft ein paar neue Namen in die Runde, die davon jedoch nur sehr wenig profitieren können - weil es einfach austauschbar war. Es würde den Leuten mehr helfen, wenn man sie nach und nach debütieren lassen würde und ihnen dann auch die Möglichkeit gibt, sich vorzustellen, zu entwickeln usw. Diese Debüts waren einfach nichtssagend. Wenn man in Von Wagner wirklich das Next Big Thing sieht, wäre ein behutsamer Aufbau besser, als ihn einfach mal ins Titelmatch zu stecken. Ich habe weder verstanden, was er da zu suchen hat, noch hat er irgendwas auf mich ausgestrahlt - weil er einfach da war. Ähnlich mit Bron Breakker, der zumindest eine Interaktion mit LA Knight hatte und hinter der Art des Debüts eine Idee steckt.


    Wenn man einen Reboot von NXT möchte und die neue Staffel mit einem Knall einläuten will, dann hätte ich etwas mehr erwartet. Und wenn man unbedingt möglichst viele junge und unbekannte Leute mit in die Show nehmen möchte, hätte man deren Debüt besser inszenieren müssen, damit sie wirklich von der ersten Sekunde als neue Top Player wahrgenommen werden. Statt den NXT Titel vorübergehend bei Tommaso Ciampa zu "parken", hätte man die Vakanz und das Titelmatch als Aufhänger für einen echten Neustart nehmen können. Warum lässt man nicht die "jungen Wilden" den Main Event zerstören und darauf hinweisen, dass die Regeln bei NXT 2.0 nun andere sind? Wäre doch eine perfekte Startfehde für das neue NXT gewesen, wenn man einen Generationenkampf inszeniert und in dieses Duell gleichzeitig auch den Titel einbindet. Das ist keine innovative Idee, aber wäre doch ein geeigneter Start für das neue NXT gewesen - und wäre zugleich auch ein Fingerzeig in die Richtung gewesen, in die es nun gehen soll. Zudem wäre ein solcher Eingriff in den Main Event der notwendige Knall für diese Show gewesen, weil es ein Zeichen setzt, dass nun die jungen Talente NXT kapern. Das wäre meines Erachtens nach interessanter gewesen, als einfach eine Reihe von neuen mehr oder weniger charismatischen Talenten in die Shows zu werfen - und hätte zugleich eine erste Fehde geliefert, die NXT 2.0 in den kommenden Wochen tragen kann. Denn so lange noch keine neuen Rivalitäten etabliert sind, wirkt die Show leider etwas lahm.

    Man mag es eine Panik-Ausgabe nennen und auch ich sehe diesen Titelwechsel aus mehreren Gründen kritisch, dennoch muss man vorweg sagen, dass diese Ausgabe solide war. Das wäre normalerweise nicht erwähnenswert, stellt allerdings im Fall von RAW eine immense Steigerung im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit dar. Es zeigt sich, dass es einer Show unglaublich gut tut, wenn sie einen roten Faden und eine gewisse Struktur hat. Dabei war wahrlich nicht alles gut und sinnvoll, dennoch wirkte die Sendung deutlich runder als zuletzt.


    Das beginnt natürlich bei der Geschichte um den Titel, die sich durch die Show zog, einen Spannungsbogen hatte und die Akteure sinnvoll miteinander kombinierte. Noch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn dies in eine längere Fehde eingebettet gewesen wäre, was sich im Fall von Lashley und New Dad angeboten hätte. Hier gibt es auf jeden Fall Potenzial für die Anschlussfehde.


    Warum mir der Titelwechsel dennoch nicht gefällt. Zunächst wäre da der Punkt, der unter fehlendem Aufbau schon ansatzweise diskutiert wird. Dabei ist es meiner Meinung weniger der fehlenden Aufbau, denn Big E ist glaubwürdig, sondern vielmehr der verschenkte Moment. Den ersten Titelgewinn muss man als Babyface anders zelebrieren, der Cash In bleibt ein billiger Heel-Move. Big E hätte den größtmöglichen Triumph gebraucht, der ihn zum Top Face macht. Er hätte unfair scheitern und sich nach oben zurückkämpfen müssen, damit die Fans diesem großen Moment entgegenfiebern.


    Als weiteren Kritikpunkt würde ich ergänzen, dass die Rivalität von Lashley und New Day zu wenig als Anheizer genutzt wurde. Dadurch wirkt der Cash In gegen Lashley so willkürlich. Klar, das ist irgendwo das Konzept des Koffers, einem Wrestlingcharakter tun klare Motive aber dennoch gut.


    Beim Rest der Show zeichnen sich Konturen ab. Ich mag die Entwicklung des Alexa-Gimmicks nicht, aber man bemüht sich um einen Fehdenaufbau. Ähnlich bei Damien Priest, der leider auch als Champion nichtssagend bleibt. Aber man führt die Fehden konsequent fort.


    Ansatzweise kann man das auch von Drew McIntyren und Jinder Mahal sagen, wobei das leider wenig war und ist. Hier wurde Fehdenpotenzial verschenkt. Drew braucht nun unbedingt eine Uppercard Fehde die ihn heiß hält. Das wäre auch für AJ Styles sinnvoll, der im Tag Team mit Omos weiter verschenkt ist. Styles wären doch ein hervorragender Contender für den neuen Face Champion, während man Omos doch bestens als Bodyguard von MVP weiter aufbauen könnte. Das wäre eine Rolle, in der er wenig Schaden anrichten und sich weiterentwickeln kann. Stand jetzt ist er noch weit davon entfernt, dass er längere Matches bestreiten zu sollen.


    Abschließend noch ein paar Worte zu Karrion Kross, der exemplarisch für den schädlichen Umgang der WWE mit ihren Talenten steht. Die Promo war gut, das hätte man so schon vor Wochen bringen müssen. Und zwar VOR seinem Debüt. Und noch immer frage ich mich, warum man ihm Scarlett weggenommen hat.

    Der Umgang mit NXT Leuten bleibt fragwürdig. Es gibt ja für beide Optionen durchaus gute Argumente: entweder auf den NXT Charakter setzen und an die Entwicklung dort anknüpfen ODER einen kompletten Reboot im Main Roster. Eine Kombination aus beiden funktioniert nicht und führt zu dem, was wir hier sehen: einer inkonsequenten Darstellung, die man nach einiger Zeit wieder übern Haufen werfen muss, weil Kross niemanden interessiert.

    Das klingt doch sehr gut und kann sicherlich für die eine oder andere anregende Diskussion sorgen. Ich werde mich der Idee, sofern die Zeit es zulässt, sehr gern anschließen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich dabei alle 30 Teams strukturiert durchgehen möchte bzw. kann. Die Offseason vieler Teams bietet aber sicherlich viel Gesprächsstoff.


    Nebenbei bleibt Ben Simmons weiter das domnierende Thema, für das noch immer keine Lösung gefunden wurde. Mit seiner Streikdrohung tut sich Simmons selbstverständlich keinen Gefallen, den Sixer natürlich schon gar nicht. Dieses Drama drückt den Preis für Simmons weiter und langsam muss sich Phildelphia mit dem Risiko beschäftigen, dass man keinen angemessenen Gegenwert mehr bekommen wird. Ich bleibe weiterhin der Meinung, dass man angesichts des Potenzials durchaus einen hohen Preis aufrufen kann - das Drumherum erschwert das jedoch enmorm. Ich habe das Gefühl, dass die Sixers auf Damien Lillard spekuliert haben und sich dadurch verzockt haben. Das derzeit kursierende Angebot der Cavaliers kann unterdessen keine ernsthafte Option sein, oder? Jeder Deal der Kevin Love behinhaltet, ist ein absolutes Minusgeschäft. In der Theorie mag Love neben Embiid passen, die Realität sieht aber seit Jahren anders aus - Kevin Love ist kein Faktor mehr in der NBA, schon gar nicht für den Preis. Collin Sexton als Zusatz ist nicht ansatzweise so gut, um dies zu kompensieren. Daher kann man den Deal eigentlich nicht machen.


    Auch für die Cavaliers ergibt der Deal wenig Sinn. Das Team ist im Umbruch, okay - und ja, die subotimale Zusammenstellung des Kaders ist vielleicht nur eine Momentaufnahme, die mit dem Team der Zukunft kaum etwas zu tun haben wird (ich kann mir vorstellen, dass Leute wie Markkanen oder Allen, trotz neuer Verträge, mittelfristig als Asset dienen). Dennoch passt ein Ben Simmons überhaupt nicht zum Team, sodass er früher oder später auch in Cleveland unglücklich wüde. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ausgerechnet Cleveland die Wunschdestination von Simmons ist. Ein Spieler mit diesem Skillset braucht ein komplett auf ihn abgestimmtes Team und/oder einen Coach, der kreativ genug ist, seine Offense um Simmons aufzubauen. Die San Antonio Spurs oder Toronto Raptors wäre daher spannende Ziele. Interessant wäre auch Golden State gewesen, wo Simmons aber zunächst nur ein volliommen überqualifizierter Rollenspieler neben den Stars und Scorern gewesen wäre (zumal die mit Wiggins schon einen gehypten Top Pick haben, dessen Ruf es zu reparieren gilt).


    Für alle Beteiligten bedauerlich ist die Tatsache, dass man sich nicht vorübergehend auf einen Waffenstillstand einigen konnte und dann erst zur Trading Deadline wieder aktiv wird. Gerade in der Regular Season könnte Simmons noch einmal gute bis sehr gute Zahlen auflegen und seinen etwas ramponierten Ruf etwas aufpolieren. Dadurch würde sich die Zahl potenzieller Interessenten sicherlich noch einmal steigern. Zudem würde man nicht diejenigen abschrecken, die nach der Streikdrohung und der öffentlichen Schlammschlacht Zweifel am Charakter von Simmons haben. Die Sixers hätten dadurch derweil die Chance, den Markt noch genauer zu beobachten und dann einen geeignetern Gegenwert zu finden. Dann würden außerdem noch ein paar Leute auf den Markt kommen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verfügbar sind.

    Es ist natürlich nicht optimal, das Team während der laufenden Saison noch einmal auf entscheidenden Positionen umzubauen, aber allemal besser diese mediale Schlammschlacht mit ungewissem Ausgang. Eine perfekte Vorbereitung ist dadurch nicht möglich.

    Blake Griffin würde ich bei der Diskussion um die betagten Veteranen schon ein wenig ausklammern. In seiner kleinen Rolle hat er bei den Nets im vergangenen Jahr wirklich überraschen können und gerade defensiv einen erstaunlichen Beitrag geleistet. Man darf nicht vergessen, dass die Brooklyn Nets in den Playoffs teilweise eine solide Defensive hatten, was ihnen wirklich niemand zugetraut hat. Griffin hat seine Rolle verstanden, sein Spiel augenscheinlich an seinen Körper angepasst und ist damit ein brauchbarer Rollenspieler neben den drei Stars. Nun zahlt es sich aus, dass Blake Griffin abseits seiner spektakulären Spielweise bereits sehr früh damit begonnen hat, sich andere Fähigekeiten anzueignen, die ein würdevolleres Altern ermöglichen, als ein rein auf Athletik ausgelegten Spiel. Auf diese Weise bietet Griffin von allem ein wenig und kann mit begrenzter Spielzeit die Stars unterstützen. Natürlich kann er je nach Matchup in den Playoffs auch mal aus der Rotation fallen. Dazu wird die Größe seiner Rolle vor allem auch von der Entwicklung eines Claxton abhängen. Dem ist ein kleiner Sprung durchaus zuzutrauen.


    LaMarcus Aldridge und vor allem Paul Millsap sollten indes eine deutlich kleinere Rolle als Griffin spielen - und das auch vollkommen zurecht. Aldridge mag noch durchaus für ein paar brauchbare Minuten gut sein, Millsap hingegen hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass er - bei allem gebührenden Respekt - nicht mehr auf einem NBA-Court stehen sollte. Hierbei muss es wohl tatsächlich um die Erfahrung gegangen sein und einen potenziell positiven Einfluss auf den Locker Room, anders kann man sich kaum vorstellen, warum man ihn einem jüngeren und entwicklungsfähigeren Spieler wie bspw. den hier genannten Hartenstein vorziehen sollte. Natürlich wird es am Ende egal sein, da es bei diesen Spielern nur um das Ende der Rotation geht, das allenfalls in der Regular Season von Bedeutung sein wird. Brooklyn ist an einem Punkt, an dem man sich über die Regular Season keine Gedanken machen braucht - daher geschenkt! Dennoch kann ich den Gedankengang nicht ganz nachvollziehen, dass man für diese Kaderplätze nicht einen entwicklungsfährigeren Spieler ins Auge fasst. Fällt dieser am Ende aus der Rotation, ist das kein Problem - und wenn dann vielleicht doch eine positive Überraschung dabei ist, hat man vielleicht eine Alternative für die Playoffs, die auch körperlich mithalten kann.


    Okay, bei Aldridge darf man etwas zwiegespalten sein. Das sah in Ansätzen bei seinem kurzem Intermezzo bei den Nets gar nicht so schlecht aus, zumal er als Spielertyp auch durchaus im Alter noch funktionieren kann (wenn man die defensive Anfälligkeit vollkommen ausblendet). In den Playoffs würde seine Rolle aber auch allenfalls minimal sein. Nach seinem Karriereverlauf würde ich es Aldridge aber durchaus gönnen, wenn er als Veteran noch einen kleinen Erfolg erleben dürfe. Seine Unterschrift bei den Nets sehe ich auch nicht als sinnlose Ringjagd, sondern einfach einen logischen Move. Kein Team wird ihm eine größere Rolle bieten können - ganz im Gegenteil: wenn nicht in kleiner Rolle an der Seite der Superstars, wo soll er denn sonst funktionieren. Warum sollte er dann nicht bei den Nets unterschreiben, wo er noch ein paar Spiele machen und sich vielleicht über den Titel freuen kann?



    Um aber noch einmal zum Ausgangspunkt zurückzukommen: ja, auch ich finde es ein wenig bedenklich, dass die Teams lieber auf Altstars mit gutem Namen setzen, statt sich am durchaus vorhandenen Talent aus der zweiten Reihe zu bedienen oder gar einigen G-League Spielern eine Chance zu geben. Gerade die Development-Liga hat man doch kontinuierlich zum "Unterbau" der Teams entwickeln wollen. Wäre es da nicht sinnvoll, wenn man die Durchlässigkeit ein wenig erhöhen würde? Für hintere Bankplätze und solide Back Up Minuten sollten da doch ein paar Spieler dabei sind, die einen größeren Mehrwert generieren, als Leute wie Millsap oder DeAndre Jordan usw. Wenn man dann auch noch liest, dass Spieler wie Lance Stephenson und Monta Ellis vorspielen dürfen, die seit Jahren aus der Liga raus sind ... puh, das ist unverständlich. Bei aller Liebe für Basketball-Romantik hoffe ich wirklich, dass dieser Trend sich irgendwann umkehrt und die Teams wirklich dazu übergehen, sich mehr aus dem Unterbau der Liga zu bedienen - damit die G-League noch weiter an Relevanz gewinnt. Ein Team wie Toronto hat es doch ganz gut vorgemacht, dass sich so etwas lohnen kann.

    Grundsätzlich macht man glaub ich mit 3-5 nichts falsch, wobei ich sagen muss, dass mir persönlich der dritte Teil ebenfalls am betsen gefallen hat. Far Cry 3 ist meiner Meinung nach die Referenz, an der sich alle Teile messen müssen. Das Setting ist hervorragend, man hat herausragende Antagonisten und eine nette Story, die das Spiel trägt. Die anderen Teile kommen da nicht so ganz heran, wenngleich das natürlich Kritik auf hohem Niveau ist.

    In Teil 5 war mir das Tempo oftmals insgesamt zu hoch, gerade zum Ende hin wird es sehr hektisch. Man bekommt nur sehr wenig Zeit die Welt im eigenen Tempo zu erkunden. Dazu hat man das Potenzial der Story und der Antagonisten nur ansatzweise angerissen - da hätte man viel mehr machen können. Die Bösewichte bleiben insgesamt deutlich hinter den Erwartungen zurück, obwohl sie vom Ansatz her wirklich großartig sein könnten. Auch der eigenen Charakter lädt meines Erachtens nach nur wenig zum mitfiebern ein, das war in den Vorgängern (obwohl die Story und die Hauptcharaktere da auch teilwese etwas flach waren) etwas besser. Was mich am fünften Teil ebenfalls etwas gestört hat: man kann das Spieltempo leider nicht alleine bestimmen. Als Spieler in der Open World möchte ich gerne die Welt erkunden, Nebenquest erledigen und mir manchmal nur ein wenig die Zeit vertreiben. Dass durch das Erfüllen von Nebenquests die Hauptstory vorangeschritten ist bzw. ab einem bestimmten Punkt der Hauptquest getriggert wurde, hat mich massiv gestört. Wenn man nur abends nochmal nebenbei ein wenig rumlaufen und erkunden möchte, dann aber plötlich in einer längerfristigen Mission landet, ist das schon sehr nervig. Das soll natürlich nicht hinwegtäuschen, dass der fünfte Teil phantastisches Spiel war, das für viele Stunden unterhalten kann. An Teil 3 reicht es meiner Meinung nach dennoch nicht heran.


    Zu den Primal und New Dawn habe ich indes keinen wirklichen Zugang gefunden. Für sich genommen sind beides sicherlich keine schlechten Spiele, gerade bei Primal muss man den Mut der Entwickler loben, ein solch schwieriges Setting zu wählen (und das sogar noch überzeugend umtzsetzen). Für mich selbst habe ich aber gemerkt, dass ich mit beiden Welten nur wenig anfangen kann. In Primal finde ich einfach keinen Zugang zur Geschichte, da fehlt mir die Sprache zu sehr. Zudem bleibt für mich Far Cry eben vor allem ein Shooter, sodass ich gern - um es mal ganz pimitiv auszudrücken - schwer bewaffnet durch die Gegend ballern möchte. Bei Primal kann ich nicht ausblenden, dass ich Far Cry spiele, sodass das Spiel immer an meinem Anspruch an ein typisches Far Cry scheitern muss. Unter anderem Namen würde mich das vielleicht sogar noch weniger stören.

    Ähnlich geht es mir bei New Dawn. Auch dort habe ich Probleme mit dem Setting, zumal die für Far Cry typischen, großartigen Antagonisten fehlen. Ich bin mit der Geschichte nicht warm geworden und konnte mich auch für die Welt nicht begeistern. Was Atom-Endzeit-Szenarien angeht, bin ich mit Fallout sozialisiert worden. Daran kann die Welt von New Dawn nicht heranreichen, ich kaufe dem Spiel sozusagen das Setting nicht ab. Besser kann ich es leider nicht in Worte fassen.
    Primal und New Dawn sind dadurch für mich nette Add ons die man mal zwischendurch spielen kann, aber keine vollwertigen Teile der großartigen Far Cry-Reihe.


    Um noch den Schwenk zum sechsten Teil zu machen: An den genannten Kriterien wird sich auch Far Cry 6 messen lassen. Und im Grunde genommen setzt man ja ganz und gar auf das klassische Rezept. Etwas Sorge bereitet mir, dass man wohl mehr Rollenspiel Elemente ins Spiel eingebaut hat, was prinzipiell ganz okay wäre - aber eben nicht wirklich zu Far Cry passt. Auf die Story bin ich sehr gespannt, zumal man wieder einen Antagonisten mit Potenzial hat. Allerdings wird sich auch hier die Frage stellen, ob man das Potenzial des Bösewichtes ausnutzt bzw. das, was Welt und Szenario bieten. Oder belässt man es bei einer seichten Story, die den Spieler nicht überfordern und möglichst unkontrovers sein soll. Das wäre schade. Unabhängig von diesen kleineren Bedenken freu ich mich sehr auf das Spiel, zumal man als PS5 Spieler bisher ja leider nicht mit vielen hochwertigen Titeln beglückt wurde, sodass man zunächst froh ist, dass man überhaupt ein neues Spiel bekommt. Dies ist schon ein klarer Pluspunkt für Far Cry 6.

    Ich denke auch, dass es primär darum ging, einen erfahrenen und halbwegs verlässlichen Playmaker von der Bank zu haben, sollte Kendrick Nunn diese Rolle in den Playoffs nicht übernehmen können. Bei Rondo weiß man eben, was man bekommt (auch wenn seine Leistungskurve natürlich langsam stark abfällt), zudem kennt er das Team und das Umfeld. Die Lakers gehen zu diesem Preis für den dritten Point Guard von der Bank ein relativ geringes Risiko ein, zumal der Markt nicht sonderlich viele Alternative zu bieten hatte. Der oben genannte Avery Bradley hätte sicherlich auch ganz gut gepasst, jedoch vollkommen andere Baustellen adressiert. Vermutlich hat man den dringenderen Bedarf beim Playmaking gesehen.

    Letztlich würde ich Rondo auch deutlich über Isaiah Thomas ansiedeln, dessen körperliche Defizite nach seinen Verletzungen einfach zu schwer wiegen. Bereits auf dem Höhepunkt seines Schaffens war ein 1,75 Guard defensiv nur sehr schwer zu verstecken. Als Rollenspieler bringt ein Rajon Rondo da einfach mehr bzw. verursacht weniger Probleme. Und ob man von der Punkte-Gala in einem viertklassigen Spaßspiel nun ableiten kann, dass Thomas offensiv in der NBA wieder überdurchschnittlich mithalten kann, wage ich zu bezweifeln. Ja, es ist bedauerlich, dass seine Karriere sich in diese Richtung entwickelt hat und auch ich würde es Thomas gönnen, dass er es nochmal in die Liga schafft. Ich befürchte aber, das wird nicht geschehen, sodass ich die Entscheidung nachvollziehen kann, dass man einen Rondo vorzieht.


    Interessanter als die Besetzung des dritten Point Guard Spots bei den Lakers finde ich derweil den Wechsel von Lauri Markkanen nach Cleveland. Das habe ich nun wirklich nicht kommen sehen und ehrlicherweise kann ich diesen Move auch nicht ansatzweise nachvollziehen. Was verspricht sich der Finne denn bitte von diesem Wechsel? Und vor allem, was versprechen sich die Cavaliers davon? Man hat gerade mit Jarrett Allen und Evan Mobley die großen Positionen langfristig mit Talenten besetzt, die meines Erachtens auch noch deutlich mehr Upside haben als Markkanen. Der hat zweifelsohne seine Qualitäten, allerdings funktioniert er durch sein Skillset und seine defensiven Mängel auch nur in speziellen Formationen. Markkanen selbst hatte ja deutlich seinen Anspruch als Starter formuliert, was ich so in Cleveland nicht sehe. Zumal er dann auch noch mit einem Kevin Love um Spielzeit konkurriert, den die Cavaliers ins Schaufenster stellen müssen, wenn man ihn noch irgendwie loswerden möchte (einen Buy Out hatte Love ja glaub ich ausgeschlossen).

    Auch für die Cavaliers ergibt er Deal auf den ersten Blick nur wenig Sinn. Klar, man bekommt einen jungen Power Forward mit offensiven Qualitäten, der als Option von der Bank sehr wertvoll sein kann. Aber braucht ein Team ohne jegliche Ambitionen wirklich einen solchen Spieler von der Bank? Welchen Mehrwert hat die Addition zu Markkanen? Das kostet für Cleveland, inklusive der möglichen Steuern, sehr viel Geld. Eigentlich viel zu viel Geld für ein Team, das nicht ansatzweise in Playoff Reichweite ist. Daher erschließt sich mir der Deal überhaupt nicht, zumal man bei der Frontcourtbesetzung eigentlich ganz andere Baustellen hat.


    Für die Trail Blazers sehe ich zumindest einen kleinen Gewinn, wenngleich der Preis für Nance schon ein wenig zu hoch ist. Er ist nur ein kleines Upgrade für den Kader und wird Portland nicht zum Titelfavoriten machen. Das muss aber der Anspruch sein, wenn man Lillard nicht mittelfrsitig verlieren möchte. Gibt sich dieser mit dem Nance Deal vorübergehend zufrieden oder wird er doch irgendwann einen Wechsel forcieren? Andererseits hat man "nur" einen Spieler abgegeben, der ohnehin kein Teil der Rotation war sowie einen Draftpick, der vermutlich nicht sehr hoch sein wird (zumal protected). Die Trefferquote in der Draft ist bei den Blazers in den vergangenen Jahren sowieso nicht so überragend gewesen, dass man nicht auch mal auf diesen Pick verzichten kann. Das größte Problem daran ist vermutlich weniger die Tatsache, dass man den Pick abgegeben hat - sondern vielmehr, dass man einen vielleicht wichtigen Baustein für einen deutlich besseren Deal hergegeben hat. Daher ist der Deal mit kleineren Bauchschmerzen verbunden, wenngleich Portland in Bestbesetzung und verletzungsfrei nie unterschätzt werden sollte. Aber wann ist das mal der Fall?


    Gewinner des Deals sind somit fürs Erste die Bulls. Chicago hat einen Spieler abgegeben, der kein Teil der Planung mehr war und nächstes Jahr ohne Gegenwerk gewechselt wäre. Dafür hat man zunächst einmal einen Draftpick gewonnen. Nachdem man die eigenen Auswahlrechte verscherbelt hat, ist ein First Rounder für das Team nicht zu unterschätzen. Das wird kein sonderlich hoher Pick sein, aber immerhin darf man wieder wählen. Dazu kommt Derrick Jones Jr. ein solider Spieler, den man schon im vergangenen Jahr im Visier hatte. Jones hat zwar, nach seinen ordentlichen Heat-Jahren, keine gute Saison gespielt, für die Breite ist er aber ein brauchbarer Spieler und v.a. Verteidiger. Sein Wurf ist zwar problematisch, aber gepaart mit ordentlichen Werfern (u.a. kann ja Vucevic den Stretch-Big geben), kann er Minuten von der Bank liefern. Dass die Bulls ihn schon im letzten Jahr haben wollten, lässt ja darauf schließen, dass sie etwas in ihm sehen, was uns bisher verborgen geblieben ist. Vielleicht überracht er ja und kann überzeugen. Falls nicht, hält sich das Risiko in Grenzen, immerhin läuft sein Vertrag zum Saisonende aus. Unterm Strich können sich die Bulls damit nicht beklagen: sie haben einen Erstrundenpick bekommen, dazu einen soliden Spieler, von dem sie zumindest im vergangenen Jahr überzeugt waren - und mussten dafür nichts weiter abgeben, als einen Spieler mit dem man nicht mehr plant und der im nächsten Jahr ohne Gegenwert gewechselt wäre.

    Ich persönlich finde, dass dies doch grundsätzlich gar keine so schlechte Lösung ist. Durch AEW hat sich die Marktlage nunmal auch ein Stück verändert, sodass NXT als smartes Indy-Produkt nicht mehr zwingend notwendig ist. Für viele Leute, für die zuvor NXT der logische Schritt gewesen ist, gibt es mit AEW eine attraktivere Alternative. Um mit einer Liga wie AEW um diese Talente zu konkurrieren, müsste man vermutlich sehr viel ins NXT-Produkt investieren. Für ein "Nischenprodukt" wäre dieses Invest vermutlich zu groß, weshalb der Schritt zum Teil schon nachvollziehbar ist. Als Unternehmen ist das Geld sicherlich anderweitig besser angelegt, zumal man ja durchaus argumentieren kann, dass der Bedarf an sinnvollen Investitionen in den Hauptshows größer ist.


    Für den geneigten Zuschauer ist das natürlich zunächst eine schlechte Nachricht, weil NXT etwas an Qualität verlieren wird. In den vergangenen Jahren konnte man schon einige tolle Paarungen aus dem Hut zaubern, weil man so viel Talent angesammelt hatte. Allerdings muss die Qualität der Shows durch die Veränderungen auch nicht direkt ins Bodenlose sinken. In seiner Anfangsphase hatte der NXT Brand ja auch noch nicht das Talentlevel von heute und konnte teilweise großartige Shows aufs die Beine stellen. Ein großer Teil das Qualität hängt auch davon ab, wie man die zur Verfügung stehenden Worker einsetzt. Und eine Mischung aus Eigengewächsen und Indy Wrestlern klingt ja auch erstmal gar nicht so schlecht und ist weit von der Horrorvision einiger entfernt, die eine Invasion von Great Khali-ähnlichen Kalibern prophezeit haben. Ganz im Gegenteil, eine gute Mischung kann dem Produkt vielleicht sogar ein wenig Frische verleihen, die im letzten Jahr (als man diesen sinnlosen "Quotenkrieg" mit AEW geführt hat) ein wenig verloren ging. In Paarungen mit erfahrenen Indy Leuten kann sich sicherlich das ein oder andere Talent gut entwickeln und vielleicht überraschen ja einige Quereinsteiger.


    Insgesamt könnte sogar das "Hauptprogramm" von dieser Entwicklung profitieren, wenn die wirklich guten und talentierten Indy-Veteranen vielleicht zukünftig nicht immer direkt den Umweg über NXT gehen müssen. Es nimmt den Debüts von großen Namen immer etwas den Reiz, wenn diese Leute zuvor schon monatelang bei NXT angetreten sind. Man stelle sich nur den Impact vom Chris Jericho Debüte Ende der 90er Jahre vor, wenn er - statt direkt zu Raw zu gehen und mit einem Knall zu debütieren - schon monatellang vorher in einem Nebenprogramm der WWE aufgetreten wäre. Es wäre toll, wenn es der WWE mal wieder gelänge, Debüts auch wirklich groß wirken zu lassen. Aber die Hoffnung habe ich irgendwie aufgegeben.

    Ich glaube nicht, dass ein comichaftes Heel-Stable, das auf dieser "böse Ausländer"-Schiene fährt, der einzig gangbare Weg wäre. Sowas würde ich der WWE freilich zutrauen, allerdings wäre damit allenfalls kurzfristig etwas Heat zu ziehen. Solche Gimmicks haben auch in den vergangenen Jahren nie langfristig was genutzt. Selbst Rusev, der seine Vorgängern in diesen Rollen um ein vielfaches überlegen war, konnte davon nur vorübergehend profitieren.


    WALTER könnte stattdessen doch eher in einer Rolle wie Chris Benoit funktionieren. Der hatte auch nie ein wirkliches Gimmick, hat aber eine ähnliche "Echtheit" wie WALTER ausgestrahlt. Der Österreicher ist ja auch kein Riese im Vergleich zu WWE Kollegen, hat keinen adonisartigen Körperbau oder strahlt ein natürliches Charisma aus. Aber er wirkt in allem was er tut einfach authenthisch. Wenn man so jemanden machen lässt und nicht in eine Rolle drängt, dann kann das sehr gut funktionieren. Man müsste sich nur darauf einlassen und WALTER sowie seine potenziellen Gegner (es müsste vor allem solchen sein, die seinen Stil mitgehen können - vor allem keine kurzen und nichtssagenden Squash Matches) von der Leine lassen. Unterm Strich wäre es ja auch eine Win-Win-Win Situation, wenn man ihn beispielsweise um den Intercontinental Titel antreten lassen würde: Man könnte WALTER mit großartigen Matches etablieren; man könnte endlich wieder eine sehr gute und relevante Midcard mit einem bedeutsamen Titel schaffen (Nakamura, Cesaro, Zayn, Owens usw. - das steht dem goldenen Midcard-Zeitalter mit Leuten wie Guerrero, Benoit, Jericho usw. ja von der Qualität ins nichts nach); nicht zuletzt würden davon ja auch viele Gegner profitieren, die ihr verdientes Spotlight erhalten.


    Okay: all diese Punkte hängen ja nicht ausschließlich von WALTER ab. Nichts würde die WWE daran hindern, ihre Talentdichte auszunutzen und in der Mid- und Uppercard tolle Fehden und Matches zu booken. Aber man muss sich einfach mal vorstellen, welche Möglichkeiten es gäbe, wenn man nur wollte. Und ja, wenn man wollte und all diese Talente einsetzen würde, wäre auch genügend Platz für einen authentischen und glaubwürdigen Wrestler wie WALTER.

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