Beiträge von RatedRKO

    Nachdem ich gestern Nachmittag durch Zufall gemerkt habe, dass der Event gleich läuft, hab ich mich dann auch mal auf die Couch gesetzt und den ersten PPV seit Ewigkeiten live geschaut. Perfektes Timing.


    Bereits bei Hogans Eingangspromo hatte man das Gefühl, dass man aus gutem Grund nicht so happy ist, dass man gerade dort ist, wo man nun eben war. Zumindest hatte ich von da an immer wieder das Gefühl, dass man alles tut, um bloß nicht aktiv darauf hinzuweisen, wo man sich gerade befindet - auch wenn jeder Zoom auf die Crowd quasi genau diesen Effekt hatte. Dementsprechend spulte Hogan dann auch wirklich eine Promo runter, die so näher an einer Hogan-Parodie als an einer echten Promo war. Immerhin lullte diese einen so ein, dass man ganz gut auf die nächsten Matches vorbereitet war: Weekly-Matches mit teilweise veränderten Potenzial im größeren Setting vor lahmer Crowd. Immerhin haben es die Kommentatoren geschafft durch das Thema "Wer ist noch bei 100%?" einen roten Faden zu schaffen. War da, störte nicht aber unterhielt auch nur auf Sparflamme war trotzdem das Motto und selbst AJ gegen Joe riss einen da nicht wirklich raus.


    Das übernahmen dann leider zwei andere Matches. Bei Braun vs. Lesnar war ich zunächst noch einigermaßen wohlwollend. Hätte es nach dem Titleshot von Corbin einfach nur einen F-5 und das Cover gegeben, wäre ich zwar etwas enttäuscht ob des entfallenden Matches gewesen, aber dabei wäre es dann auch geblieben. Aber dann noch quälend lange zuschauen zu müssen, wie aus Finishern ausgekickt wird, nur um die damit immer wieder aufkeimende Hoffnung mit dem nächsten Finisher direkt wieder zu zerstören, hat keinen Spaß gemacht. Mag sein dass Braun damit unfassbar stark dargestellt werden soll, aber es war einfach nur spaßraubend.


    Den hatte ich in Vorfreude auf Miz und Ziggler und somit einen spannenden Turniergewinner kurzfristig wieder, aber was dann passierte muss man nicht mehr referieren. Allerdings bin ich mir hier sehr sicher, dass die WWE einen Plan hat, der minimum im Turn von Shane mündet aber auch darüber hinaus noch weitaus größer sein könnte. Denn für mich war es beim Schauen vollkommen offensichtlich, dass die WWE hier bewusst etwas zeigt, was die Zuschauer ratlos zurücklässt und Antipathien gegen Shane erzeugt. Dazu trugen für mich sowohl der seltsame Jubel von Shane als auch vor allem die Kommentierung von Cole bei. Wenn Cole etwas verwirrend findet und das Verhalten des Faces in Frage stellt, dann soll das auch genauso beim Zuschauer passieren. Das wird aufgegriffen werden und vielleicht sogar einen Sinn, definitiv aber eine Erklärung erhalten.


    Das Problem ist, dass es das nicht besser macht und das gilt auch für das Titlematch. Späterer Sinn und potenzielles Puzzlestück für etwas Größeres hinoder her - der Zuschauer hat hier zweimal nicht das bekommen was ihm versprochen wurde. Das und nur das zählt. Und das gilt auch für alle Mutmaßungen, es könne mit dem Saudi-Problem zu tun haben. Man hat sich selber aus finanziellen Gründen in diese Situation begeben und wenn man das trotz aller damit einhergehenden Probleme weiterführen will, wenn man die Möglichkeiten es im Aufbau noch umzudrehen nur teilweise (Bryan) nutzt und ohne Not ein "Best in the World"-Turnier ansetzt, dann muss man es auch durchziehen. Zumindest dann, wenn es ein Event ist, der Teil des Kanons ist, den man in den Weeklies aufbaut. Seine Leute schützt man so leider auch nicht - zumindest nicht mehr als wenn man auch die beiden so gelangweilt routiniert über die Bühne gebracht hätte, wie die anderen Matches. Was zählt ist das Produkt. Und diese zwei Matches haben mich wieder ein Stück weiter davon distanziert.


    Und diese Distanz blieb dann leider auch beim MainEvent. Wenn Teilzeit-Altstars unter sich bleiben, dann hab ich da ja erstmal nichts dagegen und ich fand das durch den Fokus auf Spots jetzt auch nicht schlimm, aber wirklich Spaß oder gar Gänsehaut bereitet hat es mir nicht. Und das ist verdammt schade. Dass eine Rückkehr von Shawn Michaels bei so einem PPV in so einer Stimmung stattfindet ist einfach nur traurig und auch im Jahr 2018 hat ein Match zwischen DX und den BoD einen anderen Rahmen verdient als diesen. So bleibt bei mir am Ende fast nur hängen, dass ich mir teilweise unsicher war, ob Hunter mit Shawn Michaels oder dem einen von J&J-Security teamt. Und dass ich enttäuscht war, dass am Ende nicht noch einmal Hogan rauskommt und damit den nächsten Kracher auf der arabischen Halbinsel ankündigt.


    Wenn man von den eher negativen WTF-Momenten kurz vor Ende absieht, war das leider vollkommen belanglos. Das konnte man vielleicht teilweise vorher ahnen, aber a) nicht in diesem Ausmaß und b) kann man das bei einem Kanon-Event in keiner Form als Entschuldigung gelten lassen.



    P.S.: Eine Frage von einem, der die Weeklies nur noch sporadisch über die offiziellen Clips verfolgt: Gibt es eigentlich irgendeine Begründung, wieso Big Show jetzt Valet von The Bar ist? Also was ihn mit den beiden verbindet, wieso er für sie eingreift und mit ihnen abhängt? Oder was er gegen the New Day hat?

    Ich hab mir Hell in a Cell mal angesehen, da mir die Card doch sehr zugesagt hat und muss sagen, dass ich mich durchweg gut unterhalten gefühlt habe. Das einzige Match was mich weder im vorhinein, noch während des Schauens selbst bewegt hat, war das RAW-Womensmatch. Das lag und liegt aber vor allem daran, dass ich mit Ronda Rouseys Darstellung bisher noch absolut gar nichts anfangen kann und mich das alles wenig unterhält. Ansonsten ging da vieles aus meiner Sicht in eine sehr gute Richtung.


    Im Opener hat Randy Orton mal wieder gezeigt, dass er für die Rolle des diabolischen Heels einfach geborgen ist - allein seine Mimik beim Tunneltwister und seine Wut, als der Ringrichter einfach das Match abbrechen wollten waren Gold wert. Die Gestik von Jeff Hardy wirkt dagegen mit fortgeschrittenem Alter irgendwie clownesk; nichtsdestotrotz war das ein schöner Opener mit zu den Charakteren und der Story passendem Finish.


    Den letzten Halbsatz kann ich exakt so auch auf die folgenden drei Matches münzen - insbesondere bei Becky und Charlotte hat man das einzig richtige gemacht und - wie die Kommentatoren auch sehr gut verkauft haben - dem Turn einen Sinn gegeben, indem Becky von diesem direkt profitiert. Ich bin gespannt, wie man da jetzt weiterbookt und mit den Reaktionen umgeht. Diese drei Matches waren übrigens für mich auch die stärksten des Abends, wobei mir bei AJ und Joe irgendwie das Gesamtpaket am allerbesten gefallen hat.


    Das Mixed Tag war da; hat mich weder begeistert noch gestört und das Match mit Ronda zog ohne große Aufmerksamkeit zu erregen an mir vorbei.


    Den Mainevent fand ich im Nachhinein wiederum ziemlich gut. Im Nachhinein deshalb, weil ich bei Matches von Roman Reigns leider immer noch nicht richtig mitfiebre, sondern bei jeder passenden Situation ein nagendes "Oh Gott, jetzt gewinnt der so" im Hinterkopf hatte. Das hatte ich beim Eingriff der Fußtruppen (Strowman fokussiert sich auf die Prügelei, Reigns speart ihn hinterrücks) und von Lesnar (Reigns bleibt auf Strowman liegen, Refere zählt durch) und das krieg ich nicht mehr raus. Im Nachhinein fand ich es aber sehr schön; die Dominanz von Strowman passte, die kleine Prügelei der Sidekicks war nett und machte die Rückkehr von Lesnar dann umso überraschender. Dass man ein Hell in a Cell abbricht, wenn eine Person die Grundkonstruktion zerstört und beide Kämpfer so attackiert, dass sich keiner mehr regt, finde ich grundsätzlich in Ordnung, auch wenn es historisch sicher nicht ganz konsistent ist. Immerhin hat man die Option, dass man das Match auch abbrechen könnte, im Opener angeteast. Unter der Prämisse, dass Strowman den Titel offenbar nicht gewinnen sollte, ist das für mich dann doch ein gutes Ergebnis.


    Insgesamt hat mir der PPV doch gut gefallen. Man hatte eine Card, die man so auch mühelos bei einem der Big-4 bringen könnte und das mit Leuten wie Owens, Lashley, Balor und Nakamura in der Hinterhand und ohne Einsatz der Altstarreserve. Ich bin zufrieden.


    Achja, das Intro mit den Schattendämonen war richtig stark.

    Zitat

    Original geschrieben von Rainmaker:
    Es ist ja so, wenn ich sage es regnet (weil es regnet), kann natürlich jemand anderes sagen es regnet nicht aber es regnet dann eben trotzdem ^^


    Nur regnet es eben nicht, nur weil du behauptest und wahrnimmst dass es regnet. ;)


    Aber wie gesagt, die Pausen bestreite ich gar nicht. Nur ist deine Folgerung zu diesen Pausen kein Fakt. Um bei deinem Beispiel zu bleiben: Es regnet. Jemand stellt sich unter einen Unterstand. Die Folgerung, dass er das tut weil es regnet, ist zwar eine sehr plausible Annahme, aber eben kein Fakt. Vielleicht stellt er sich auch unter diesen Unterstand, weil es eine Bushaltestelle ist und er auf den Bus wartet. So ist es auch bei den Pausen: Es ist plausibel anzunehmen, dass es die Pausen gibt, weil eine Person sie braucht. Es ist aber deswegen noch lange kein Fakt. Man macht eben nicht nur Pausen, weil man kaputt ist. Schon lange nicht im Sport bzw. in der WWE:

    Wenn die WWE derzeit wirklich etwas beherrscht, dann das gekonnte Einsetzen eines PPVs als Nadel gegen die Luftballons des eigenen Produkts. Mit Neville verliert das zweiterfrischendste Reboot der aktuellen WWE (nach den Usos) den Titel gegen einen Mann, der in knapp zehn Minuten Matchzeit genau zwei Moves hinkriegt - und davon einen Illegalen und der seitdem sein Partner ihn verlassen hat es hinbekommen hat gleichzeitig langweiliger und nerviger zu werden. Jason Jordan läuft im Ring immer heißer - aber bei der Storyline würde nicht mal sein angeblicher Vater Land sehen. Bei Roman Reigns gegen Cena schafft man einen tollen Buzz der Leute elektrisiert und bringt dann wieder genau das was wohl die wenigsten sehen wollen. Eierkuchen. Und dann ist da noch Braun zu dem Heisenberg bereits die treffenden Worte gefunden hat. Das war alles gar nicht so schlecht - es war nur irgendwie den Spaß raubend.


    Edit: @Rainmaker: Selbst wenn die Sachen die du siehst Fakten wären (allein das ist an sich ja schon eine problematische Aussage), wären es die Schlüsse die du daraus ziehst aber eben nicht. Dass es die Pausen gibt magst du objektiv beobachten können, wieso es diese gibt allerdings sicher nicht.

    SummerSlam entsprach tatsächlich so ziemlich meinen Erwartungen - sowohl was die positiven Aspekte, als auch was das Kopfkratzen und -schütteln angeht.



    In der Preshow hat mich eigentlich nur das Duell zwischen den Usos und New Day vorab interessiert und es hat das gehalten was ich mir versprochen habe: Feines, unterhaltsames Tag-Team-Wrestling. Die Usos sind seit ihrer Charakteranpassung eh absolut Gold wert und allein für diese Paarung lohnte sich die aufgeblähte Preshow eigentlich schon.


    Dass man auch Jason Jordan dort verfrachtet spricht nicht unbedingt dafür, dass man hier noch viel von der Storyline erwarten sollte. Gut so, denn Jason Jordan als Sohn von Kurt Angle ist in dieser Präsentation so glaubhaft wie Hornswoggle als Sohn von Mr. McMahon und so interessant wie Garrett Bischoff als Sohn von Eric Bischoff. Insgesamt wirkt die ganze Darstellung von den geheimen Textnachrichten über die Enthüllung bis zur heutigen Interaktion wie eine TNA-Midcard-Story aus der damaligen Zeit - nur dass selbst die das mit EC3 und Dixie damals glaubwürdiger und relevanter hinbekommen haben. Die Niederlage hier ist da nur das Häubchen, wenngleich ich hoffe, dass hier bald ein Turn daraus resultiert - egal ob mit Daddy oder ohne.



    Die Hauptshow begann dann für mich eher schwunglos, denn so wie mir bei der Storyline zwischen Cena und Corbin irgendwie der echte Pepp fehlte, war das hier auch nur der typische Cena-Midcard-Sieg gegen einen austauschbaren Wrestler aus dem Brackwasser zwischen Midcard und erweitertem MainEvent. Corbin hat seinen CashIn verbaselt, Corbin verliert gegen Cena, Cena ist jetzt bei RAW. Gut, kann man abhaken.


    Die nächsten fünf Matches kann man eigentlich in zwei Kategorien abfrühstücken: a) "Ganz nett aber auch nicht weltbewegend" und b) "Ernsthaft?". Zur ersten Kategorie gehören eindeutig die beiden Damenmatches. Gibt absolut nichts an beiden Matches auszusetzen; beides hatte für mich kein Big-Match-Feeling - was sicherlich auch den widrigen Umständen zu verdanken war - aber beides kann man so gut und gerne beim PPV zeigen. Gleiches gilt eigentlich auch für Balor und Wyatt, nur fällt da die Einordnung nicht ganz so positiv aus. Denn dieses Match sollte einfach von der Konstellation Big-Time-Feeling haben und es gab auch keine den Aufbau behindernden Umstände, die erklären können, wieso das so belanglos wirkte. Der Aufbau war völlig uninspiriert und Finn braucht dringend eine Charakteranpassung. Das "wenn es ernst wird bring ich den Dämonen raus"-Gimmick reicht im Mainroster nicht - zumindest dann nicht, wenn die sonstige Präsenz am Mic und generell in Segmenten so dürftig ist.


    Alles aber definitiv besser als die beiden verbliebenden Matches des unteren Cardsegments. Das eine (Big Show und Big Cass) war für das was es am Ende war viel zu lang und trashig, das andere (Orton gegen Rusev) eine ausgemachte Frechheit. Keine Ahnung was das sollte.



    Kommen wir somit zu den vier relevanten Matches, wo es für mich eine Klammer aus zwei sehr guten Matches gab, die sich leider um zwei unnötigerweise schwache Matches schloss. Das Tag-Team-Match war sehr stark - rein technisch vielleicht nicht so stark wie das im Opener, aber durch die Größe der beiden Herausforderer definitiv auf Augenhöhe. Der Sieg des Shieldbruchstücks ist aus meiner Sicht absolut richtig, die Uppercard ist spätestens seit der Rückkehr von Cena ziemlich aufgebläht und da kann man gerne zur Entspannung zwei passende Akteure im Tag-Team-Bereich zwischenparken.


    Die Enttäuschung des Abends war für mich dann leider das US-Title-Match. Ich kann keinen Funken Verständnis dafür aufbringen, dass man eine Paarung wie Kevin Owens und AJ Styles am Ende als Mittel zum Zweck benutzt, um Shane McMahon ins Rampenlicht und in Fehdenposition zu bringen. Die ganzen Mätzchen mit dem Referee haben für mich den Fluss des Matches so sehr gestört, dass ich mich nicht einmal mehr über die schönen Segmente dazwischen freuen konnte. Leistung bei seinem letzten In-Ring-Auftritt hin oder her - da war für mich wieder eine Erinnerung, warum ich mir weiterhin wünsche, die McMahon-Sprösslinge nicht mehr in den Shows sehen zu müssen. Das war ein riesiger Haufen an weggeworfenem Matchpotenzial.


    Beim SmackDown-Titelmatch kann ich nicht einmal das sagen - und da Nakamura einer der Teilnehmer des Matches war, spricht das schon Bände. Man könnte glaube ich auch keinen schlechteren Gegner für das erste Titelmatch von Shinsuke finden, als Jinder Mahal. Sowohl was die In-Ring-Fähigkeiten aber auch vor allem die Kompatibilität der Charaktere angeht. Dementsprechend uninspiriert und austauschbar war für mich auch der bisherige Aufbau. Das ist aber ehrlich gesagt auch mein Stichwort wenn es um Jinder geht: Austauschbar. In-Ring ist er völlig austauschbar und die sich immer wiederholenden Finishes mit den beiden Lakaien helfen da sicherlich auch nicht. Die Rolle als Evil-Foreigner spielt er sehr gut, aber auch nicht besser als es ein Owens, ein Rusev oder ein Kofi Kingston könnten. Ist halt ein dankbares, seichtes Gimmick. Bleibt die Rolle als Indien-Botschafter als Begründung für Jinder und auch das macht ihn wieder austauschbar, denn dann könnten da theoretisch auch ein Khali, ein Sonjay Dutt oder selbst ein Mahabali Sheera stehen. In einem Roster, in dem es so viele Leute gibt die nicht austauschbar sind - am Mic, im Ring, charakterlich, vom Potenzial der Storylines - kann ich es nicht nachvollziehen, wieso man mit einem so austauschbaren Konzept ein Experiment wagt. Ich hoffe man beendet es bald, ich sehe weiterhin kein Potenzial. Für den SummerSlam-Co-Mainer war das einfach schade.


    Glücklicherweise hat der MainEvent dann so die Hütte abgerissen, dass er sehr vieles davon wieder kompensieren konnte. Das war Big-Time und das war intensiv. Sogar so intensiv, dass die Befürchtung, dass man im Aufbau schon zu viele Aufeinandertreffen hatte, gänzlich unberechtigt war. So ein Match kann man nicht immer zeigen, aber hier und in dieser Konstellation war es nahe der Perfektion. Vier Larger-than-Life-Typen die eine Larger-than-Life-Schlacht haben und eine Crowd die das völlig frisst. Dazu mit Brock am Ende des Tages auch der richtige Sieger, denn den darf man nicht in einem Multimen-Match entthronen. Das muss im Eins-gegen-Eins passieren und es muss aus meiner Sicht - WrestleMania-Pläne hin oder her - relativ zeitnah durch Braun Strowman passieren. Der Mann ist gerade so heiß und so over, dass es geradezu fahrlässig wäre ihm nicht jetzt den Ball in die Hand zu geben und ihm jede Unterstützung zu geben, die man ihm geben kann. So eine Entwicklung darf man auch einmal abschließend belohnen.



    Insgesamt ein durchschnittlicher PPV und damit ein ernüchternder SummerSlam. Ich bin der Ansicht, dass in den Konstellationen und in der Card sehr viel mehr drin wäre. Eine reduziertere Rolle von Shawn, ein kürzeres Match zwischen den beiden Hünen und eine andere Konstellation bei Jinder, Orton, Rusev, Cena, Nakamura und Corbin (bspw. ein sinnvoll aufgebautes letztes Match von Orton und Jinder plus Cena gegen Nakamura) und das Ganze wäre aus meiner Sicht dem zweitgrößten PPV des Jahres würdig gewesen. So war es halt nur ok.

    Zitat

    Original geschrieben von BigCountry:
    [B]ausserhalb einer GroKo stehen die beiden grossen parteien in einem ständigen wahlkampf. setzt die eine partei zu unangenehmen reformen an, können sie etwas später vom politischen gegner blockiert werden, weil sich die machtverhältnisse im Bundesrat verschieben. so ist es in den letzten 27 jahren immer wieder gewesen.


    beschliesst man grosse projekte gemeinsam, dann kann man wesentlich mehr energie in die gestaltung anstatt den wahlkampf stecken. und in einer globalisierten welt wird das land durch die politische stabilität automatisch attraktiv für business/investitionen.


    Wäre schön, wenn der zweite Absatz für die Realität so stimmen würde und man nach dem sachlichen Einführen des Mindestlohns wirklich gestaltend agiert hätte und nicht reagierend moderiert hätte... Außer natürlich dem was jetzt kommt:


    Zitat

    die lage war relativ entspannt. siehe ergebnis der bundestagswahl 2013: die extremen ränder Linke 8.6% und AfD 4,7%.


    dann kamen die flüchtlinge. und die stimmung kippte.


    Die extremen Ränder hatten sogar noch weniger, denn weder war die Linke damals wie heute eine wirklich linksextreme Partei, noch war die AfD die Partei die sie heute ist. Wir reden aber eh vom Wahlkampf 2017. Und da kann man eine Unzufriedenheit in einem spürbaren Maß nicht leugnen. Die vielleicht auch anteilig daher rührt, dass diejenigen die seit Jahren mit Alternativlosigkeit und schwarzer Null eingelullt wurden merken, dass für genau dieses Feld plötzlich Gelder in Rekordzeit locker gemacht wurden, die sie gerne auch für andere Projekte investiert sähen. Dass die Wut darüber in die falsche Richtung kanalsiert wird/wurde steht auf einem anderen Blatt.


    Aber wie gesagt: All das was du beschreibst, ist für mich eben auch Resultat der Entpolitisierung für die Merkel symbolisch steht. Und die für mich eben nicht positiv ist und nicht kausal mit den tollen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen kausal verknüpft ist. Die gäbe es auch bei einem anderen Politikstil, nur dass es da auch etwas mehr Leben gäbe. Und dazu braucht es wieder mehr politische Politik in Deutschland, dafür braucht es eine starke SPD, dafür braucht es einen starken SPD Wahlkampf und dafür ist Martin Schulz der richtige Mann, der eine dafür richtige Auftaktrede gehalten hat. Damit schließe ich den Kreis für mich auch.

    Zitat

    Original geschrieben von BigCountry:
    dann frage ich mal provokant: was wäre Dir lieber: zwei stark abgegrenzte lager wie 1998 oder 2005. dafür ein land in der rezession? in dem das thema arbeitsplätze zurecht ganz oben steht?


    oder eine kuschel-konsenspolitik mit der positiven gesamtsituation wie heute?


    ich spreche übrigens nicht davon, das wir sämtliche probleme beseitigt hätten. nur das es uns insgesamt unter der GroKo besser geht als unter allen anderen konstellationen seit der wiedervereinigung.


    Weder noch, da es in der Realität eben nicht nur diese binären Alternativen gibt. Von zwei stark abgegrenzten Lagern habe ich eh nie gesprochen, sondern präferiere da sogar den offenen Wettbewerb den wirk aktuell theoretisch haben könnten, sobald die AfD eine Größe hat, die auch Regierungen ohne CDU-Beteiligung theoretisch möglich macht. Und ich sehe absolut nicht, dass die positive Gesamtentwicklung wenn man Makrokennzahlen benutzt, ausschließlich durch die GroKo zu erreichen war oder dass es in den 90ern anders gewesen wäre, wenn damals eine solche Koalition regiert hätte. Das sehe ich keine Kausalität. Zumal es durchaus Aspekte gibt, in denen ich sagen würde, dass es aktuell sicher nicht die Phase seit der Wiedervereinigung ist, bei der es uns am besten ging - schon gar nicht was die Stimmung in der Bevölkerung angeht.



    Zitat

    aber die themen setzen nicht die parteien, sondern wie wähler. wenn beispielsweise das thema niedriglohnsektor in der gesellschaft von relevanz ist, dann wird sich eine partei des themas annehmen und entsprechende wahlerfolge damit feiern...


    Auch das ist für mich zu realitätsfern gedacht, weil es eben nur in kurzen Protestphasen Ein-Themen-Parteien gibt. Die Linke bespielt dieses Thema beispielsweise stark, aber ist insbesondere auf Grund ihrer Vergangenheit und ihrer Außenpolitik für viele nicht wählbar. Und andersherum macht nicht jeder seine Wahlentscheidung von einem Thema abhängig. Themen sind nicht nur relevant, wenn sie das dominante Thema sind, die Wahlen entscheiden.

    Zitat

    Original geschrieben von BigCountry:
    sehe ich komplett anders. Parteien sollten für mich nie selbstzweck sein. es sollte niemals um die maximierung des eigenen stimmenanteils gehen, sondern um eine sinnvolle, realitätsnahe politik. gerade die realität kann ich nur immer wieder betonen. ein grund, warum ich Gabriel geschätzt habe.


    Ich sprach hier von Binnensicht der SPD. Und natürlich ist die SPD eine Partei, die auch immer starke Elemente des policy-seekings hatte - gerade in Abgrenzung zur CDU die bis heute viel stärker office-seeking orientiert ist. Trotzdem will - und muss - die SPD zur Umsetzung ihrer politischen Ziele stärkste Partei werden oder zumindest den Kanzler stellen. Egal ob als Ziel oder als Mittel zum Zweck. Und sowohl in der aktuellen Konstellation als auch mit Blick auf die Prozentpunkte kriegst du das sicher nicht durch möglichst geringe Abgrenzung hin.


    Zitat

    ich kann in diese "GroKo schadet der politik", "stärkt die ränder" oder "entpolitisierungs" kritik der politanalysten nicht einstimmen. im gegenteil - ich bin ein glühender fan dieser konstellation. unserem land geht es gut, wenn die beiden grössten parteinen in den grundlegenden dingen an einem strang ziehen.


    politische auseinandersetzungen werden seit ein paar jahren fast ausschliesslich um das flüchtlingsthema geführt. die klassischen aufregerthemen arbeitsmarkt, wirtschaftskompetenz und soziale gerechtigkeit sind in den hintergrund getreten. das spricht eine deutliche sprache.


    Eine deutliche Sprache die ich absolut nicht hörenswert finde. Denn die Probleme sind ja immer noch da - sonst müssten die sozial abgehängten Gruppen ja nicht erst zur linken dann zur rechten Protestbewegung springen, um ihren Sorgen Gehör zu verschaffen. Große Projekte gibt es nicht mehr - selbst Mindestlohn und Energiewende wurden eher moderiert als vorangetrieben. Und das lähmt. Ein gutes punktuelles Ergebnis kann man damit erzielen, aber Innovation oder Progressivität nicht und Begeisterung schon gar nicht. Wenn man mal andere Themen als Flüchtlinge, Terror, Sicherheit setzen und promoten würde, dann müssten wir uns auch nicht dauernd nur damit (medial) befassen.


    Mir wäre es sehr lieb, wenn die deutsche Politik auch auf anderen Feldern als Flüchtlinge und Sicherheit wieder etwas mehr Leben bekäme. Der Streit um Alternativen - das stärkt die politische Kultur und damit dann auch die demokratischen Abwehrkräfte. Das geht theoretisch auch mit GroKo - wenn diese echte Projekte und eine echte Idee vermittelt. Und wenn sie einer Opposition entgegensteht, die in den größten Streitthemen auch echte oppositionelle Ansichten hat. Dazu kommt es nach der Wahl in diesem Jahr aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eh.

    Zitat

    Original geschrieben von BigCountry:
    es wäre doch irrsinn, 4 jahre teil einer koalition zu sein, die abseits der flüchtlingskrise sehr erfolgreich regiert, und dann plötzlich ein riesiges reformrad zu drehen.


    Überhaupt nicht.


    Aus innerparteilicher Sicht muss Herr Schulz, muss die SPD ein Argument liefern, wieso man sie wählen sollte - und insbesondere nicht die CDU als Hauptkonkurrent. Da kann die Botschaft nicht sein, dass man als Teil einer CDU-geführten Bundesregierung doch gute Arbeit geleistet habe, denn dann kann man ja gleich weiter die Merkel wählen. Und die "Wir waren der Motor der GroKo und haben die wichtigen Projekte vorangebracht"-Message verfängt ganz offensichtlich beim Wähler nicht.


    Zweitens darf auch politisch gerade die SPD nicht auf ein "Weiter so" setzen, nur weil es gesamtwirtschaftlich super läuft und es immer noch besser geht als vielen anderen. Da geht es natürlich nicht um utopische Lieblingsprojekte einzelner User, sondern um reale Themen. Abgesehen von den weiterhin offenen klassischen sozialen Baustellen (Armutsbekämpfung, durchlässiges Bildungssystem, Demografiewandel) sind auch noch andere Themen da, die man anders als die CDU bespielen kann und sollte: Aktive Zukunftspolitik bspw. mit Blick auf das Wegfallen von Arbeitsplätzen durch weitere Technologie-Innovation oder eine andere Europapolitik die weniger auf merkelsche Alleingänge (Griechenland, Flüchtlingskrise) setzt, wären da nur die vordersten Themen. Gerade die SPD als progressive Kraft muss gestalten wollen - und das ist ja nicht gerade die Stärke der Verwaltungs- und Reaktions-Kanzlerin. Das reine Bewahren des Status Quo ist nicht SPD.


    Sich in bestimmten Punkten klar von der aktuellen Koalitionsregierung abzugrenzen und vor allem eigene Projekte voranzutreiben wäre alles andere als Irrsinn, sondern ein normaler und sinnvoller politischer Vorgang für eine Partei die den Kanzler stellen will. Wir sind gerade durch die Merkel Jahre schon in vielen Feldern so entpolitisiert, dass es gut täte, wenn die SPD wieder richtig politisch würde und Feuer entfacht. Wenn man sich jetzt nur in Nuancen von der CDU distanzieren sollte, dann kann man das Thema Kanzler gleich lassen. Die SPD hat nur dann eine Chance wenn man Begeisterung entfacht und eine Alternative zur Kanzlerin der Alternativlosigkeit anbietet.


    Der Twist kommt zum Abschluss: Ich bin auch nicht der Meinung, dass Herr Schulz in dieser Rede jetzt schon genau dies machen musste. Er hat die großen Rahmenthemen der Zeit angesprochen: Einigkeit Europas, Sicherheit in Deutschland, Umgang mit Flüchtlingen, Reaktion auf Trump, AfD. Und er hat das gut gemacht. Seit der Kür hat die SPD ein überraschendes Momentum bekommen, was sie so zuletzt mit Gas-Gerd hatte. Darauf kann und muss man aufbauen. Die Wahrscheinlichkeit bleibt verschwindend gering, dass es am Ende reicht. Egal wie furios man das macht, halte ich es im Normalfall für nahezu ausgeschlossen, dass das dieses Jahr mit einer SPD-geführten Regierung klappt. Dem Land (und ich glaube auch der Seele der Partei) täte aber schon allein ein echter SPD-Wahlkampf gegen Merkel mal gut.

    Zitat

    Original geschrieben von bdbjorn:
    Allerdings wäre es in der Tat interessant gewesen, was passiert wäre, wenn sie die 50% nicht erreicht hätte.
    [...]
    Sicherlich sind auch einige Sachen dabei (quotierte Redelisten), die ich auch nicht für sinnvoll halte, aber den richtigen Weg für mehr Gleichberechtigung sehe ich schon eingeschlagen. Weil es ohne solche Beispiele oft wie die AfD-Fraktion in Mecklenburg-Vorpommern endet: Dort entspricht die Frauenqoute wohl auch dem Verständnis von Frauen in der Politik. ^^


    Definitiv. Oder was passiert wäre, wenn sie sogar weniger Stimmen bekommen hätte als der zweitplatzierte Mann. Oder wie die Wahl ausgegangen wär, wenn sie komplett frei gewesen wäre. So eine eingeschränkte Wahl bietet definitiv viel Spekulationsraum. Und die Frage mit dem genderfluiden Toni finde ich wirklich spannend. Frag mich eh wie Quotierung von Stellen mit den grünen Gedanken zum Thema Gender in der Realität funktionieren sollen... ^^


    Aus dem zweiten zitierten Absatz kann man wohl die Grundlage unserer Differenz ziehen, da für mich eine Quotierung von Ergebnissen (Stellen, etc.) nicht auf dem richtigen Weg für mehr natürliche Gleichberechtigung liegt, sondern dies eher verhindert. Aber das hatten wir glaube ich vor 1-2 Jahren schon einmal als Diskussion und hat mit der Bundestagswahl und/oder meiner aktuellen Tendenz wen ich wählen werde herzlich wenig zu tun. ;)

    Zitat

    Original geschrieben von Jenser81:
    Ich habe oft genug geschrieben das ich Höckes Positionen zum Großteil nicht teile ihn und seinen Flügel aber auch nicht überbewerten will. [...]
    Ja seine Aussagen sind sehr oft Blödsinn. Ja er ist ein Teil der Partei aber eben nicht DIE Partei! Genauso erschreckend wie seine Aussagen teils sind, genauso erschreckend empfinde ich es das man dies immer wieder erklären muss. Da wirft man uns oft vor alles zu verallgemeinern, Ja was macht Ihr denn?


    Ich habe mit keinem Wort gesagt, dass Höcke für die Partei steht. Im Gegenteil, ich habe in mehreren Zeilen heute zum Ausdruck gebracht, dass ich nicht glaube, dass der Großteil der Wähler und der Parteiführung hinter diesen Aussagen und diesem Stil stehen. Aber wenn ein Landesvorsitzender dieser Partei das sagt, dann muss diese Partei dem entgegentreten - weil es natürlich auf die Partei abfärbt, egal wie klein der Flügel ist. Und nicht weil das Anhänger anderer Parteien instrumentalisieren, sondern weil das die logische Folge ist.


    Hast du die Rede gesehen? Nicht gelesen sondern gesehen? Wenn Nein, schau dir sie an. Wenn du das getan hast (oder eben schon getan hast), dann beantworte mir einfach die Frage: Kannst du - unabhängig von jeder Kritik von Außen oder jeder Praktik anderer Parteien - ernsthaft akzeptieren dass so ein Mann bei dir in der Partei ist?

    Zitat

    Original geschrieben von bdbjorn:
    :knuddel:


    Das "Ein Mann, eine Frau"-Prinzip hängt ja mit dem Ziel zusammen, mehr Frauen in die Politik zu bringen, um die lange Zeit der "maskulinen Politik" zu durchbrechen. Bei zwei Spitzenkandidaten ist eine 50:50-Regel daher doch nur logisch. Außerdem wurde das Wahlsystem vor der Wahl festgelegt, wenn sich dann nur eine Frau meldet, sieht das sicherlich blöd aus, aber man kann das System im Nachhinein ja nicht wieder ändern. 2013 hat es geklappt, 2017 leider nicht ganz so. Deshalb kann ich auch dein Fazit gar nicht verstehen: Natürlich war die Basis Boss. Sie konnte zwar nicht zwischen zwei Frauen wählen, aber sie konnte wählen, ob sie Frau Göring-Eckardt überhaupt möchte. Dazu hatte man bei den Männern die Wahl zwischen 3 Kandidaten. Theoretisch hätte auch nur Robert Habeck da stehen können, wenn Frau Göring-Eckardt dann auch die Mehrheit nicht bekommen hätte. Dann hätte man sich wohl eine Alternative ausdenken müssen. Hier lag aber alles in der Hand der Basis, das Problem war die nicht vorhandene Auswahl auf der einen Seite, nicht das System an sich.


    Die Grünen sind - die Piraten mal ausgenommen - die vielleicht unkonventionellste Partei aus Bundesebene. Es hätte sich niemand beschwert, wenn man die Wahl freigibt und theoretisch auch zwei Männer wählbar gewesen wären. Denn was für ein stärkeres Signal für die Abkehr von der Männerpolitik wäre es gewesen, wenn sich eine Frau auf natürlichem Weg gegen drei Männer durchsetzt, anstelle dass sie wegen ihres Geschlechts quasi zwangsgewählt wird. Und man sollte doch wohl davon ausgehen, dass die eigene Klientel die ja diese Quotenregelungen toll finden, aus freien Stücken dann mehrheitlich freiwillig dafür sorgen, dass das organisch entsteht, was Quoten von oben herab festlegen.


    Ich hätte es übrigens auch nicht als Farce bezeichnet, wenn man einfach zwecks mangelnder Kandidaten Frau Göring-Eckardt fest verkündet hätte und nur die Männer den Wahlkampf bestritten hätten. Befremdlich wäre das für mich durch die strikte Geschlechtertrennung immer noch gewesen, aber keine Farce. Die wurde es dadurch, dass man immer wieder suggerierte, dass man frei wählen könne.



    Übrigens nur als Nachtrag: Von 50:50 zu sprechen ist bei den Grünen falsch. Die offizielle Richtlinie der Grünen was all diese Themen angeht ist "mindestens eine Frau" (nachzulesen in der Satzung, bspw §§ 11.4, 12.1, 15.2, 16.2). Es gibt keine Gleichstellung sondern eine offene Bevorzugung. Das wird insbesondere greifbar, wenn man das im gleichen Dokument ab Seite 20 findbare Frauenstatut durchliest, wo es zum Beispiel um Wahllisten oder Rederegeln geht. Spoiler: Frauen werden in beidem offen bevorzugt behandelt. Egal wie man zu diesem Verfahren steht - 50:50 ist es ganz sicher nicht. Und auch bei dieser Urwahl wäre nach genereller Urwahlsatzung (gleiches Dokument, S. 36, §10.5) die Möglichkeit gegeben, dass (wenn es sie denn gegeben hätte) zwei Frauen gewählt werden - nur die Wahl von zwei Männern ist eben explizit ausgeschlossen.

    Zitat

    Original geschrieben von Jenser81:
    Keine Sorge ich nehme das schon lange nicht mehr persönlich. Aber mal eine ehrliche Frage: Würde es den Linken, Grünen oder sonst wen etwas ausmachen wenn wir sie kritisieren und Eure Meinung und Aussagen anekelt. Ich denke, das ich die Antwort kenne. Also warum sollten wir uns dann danach richten wer, wie, wann und wo empört ist und Konsequenzen fordern. So weit kommt es noch, das Ihr (damit meine ich generell den politischen Gegner) entscheidet, was bei uns gesagt, beschlossen oder distanziert werden muss.


    Jein. Erst einmal sollte jeder Kritik nutzen, um zu reflektieren - egal wo sie herkommt. Wenn man dann inhaltlich zu dem Schluss kommt, dass sie ungerechtfertigt ist, dann kann man sie wegstecken. Und natürlich gewinnt man da Erfahrungswerte, von wem gerechtfertigte Kritik zu erwarten ist. Aber man sollte nie reflexartig jede Kritik mit diesem Verweis abwehren.


    Darum argumentiere ich ja auch nicht aus einer linken oder liberalen Perspektive, sondern frage dich als zumindest sehr konservativen Menschen, der offen diese Partei unterstützt. In deinem persönlichen politischen und moralischen Korsett sind diese Aussagen und diese gesamte Art von Herrn Höcke in einer Form tragbar, dass du sie in "deiner" Partei akzeptieren kannst oder sie mit deiner Position vereinbar wären? Und wenn Nein, dann erreichen Sie nicht ein Level an Magenschmerzen, bei dem dir die Distanzierung davon mehr wert ist, als sich bloß nicht die Blöße zu geben innerparteiliche Grenzen zu ziehen oder auch nur Unterschiede zu diskutieren? Das was Höcke da auspackt hat nichts mit Rechtskonservatismus zu tun, ja nicht einmal mit den Neuen Rechten. Neu ist daran nichts - es ist erschreckend alt. Und die Frage ist, ob diese 30er-Jahre-Arie wirklich Teil deiner Partei sein soll und darf. Es geht nicht um legal oder illegal, sondern um Legitimität und die Frage wo das Wertekorsett der AfD geschnürt ist.

A N Z E I G E