A N Z E I G E

Euer zuletzt gesehener Film + Bewertung/Diskussion Part V

  • Prisoners


    Puh. Schwere Kost von Denis Villeneuve. Die ersten 2 Stunden sind meiner Meinung nach großartig. Teilweise schwer anzusehen, schauspielerisch sehr stark und mit einer bedrückenden Atmosphäre, die wie eine schwarze Wolke über einem schwebt. Dann kommt in den letzten 30 Minuten aber der "eigentliche Twist" und mit dem kann und will ich mich einfach nicht anfreunden.



    Die letzten 30 Sekunden sind dann gutes Storytelling, können mich aber nicht über den enttäuschenden Plottwist hinwegsehen lassen. Was wirklich Schade ist, da der Film bis zum diesem Zeitpunkt wirklich erstklassig war. So bleibt für mich am Ende ein Film, der die ersten beiden Drittel sehr stark ist, nur um dann am Ende mit einem für mich absolut nicht zufriedenstellendem Twist diese ganze Geschichte zu trüben.


    6/10

  • A N Z E I G E
  • Geostorm


    Der Plot: Die Welt hat mit großen Problemen wegen des Klimawandels zu kämpfen, also baut man eine Art Netz von Satelliten, die das Wetter steuern sollen. Natürlich vergisst man, dass sowas anfällig für Hacker und Missbrauch ist, und es passiert Mist.


    Ja, das klingt schon mal alles ziemlich dämlich. Gut, bei Katastrophenfilmen braucht man eh nie wirklich mit Logik kommen. Aber Geostorm ist so dumm, das tut schon weh. Hier werden nicht nur alle Erkenntnisse der Wissenschaft zum Thema Wetter ignoriert, auch physikalische Gesetze finden hier keine Anwendung. Man muss hier wirklich schon direkt das Hirn abgeben und das merkt man schon nach drei Minuten, denn dann ist der unsinnige Prolog vorbei. Immerhin kann man mit dem Klimawandel und deren überzogen unrealistisch dargestellten Folgen als Thema schon mal ein paar Leute ins Kino locken. Diese dann aber auch noch mit strunzdummen Dialogen zu quälen ist eine Sache. Die andere ist: Die Charaktere sind durch die Bank unsympathisch, haben kaum bis (meistens) keinen Background und sind einem völlig egal. Mit Ed Harris und Andy García hat man zwei bekannte Namen an Bord gezogen, Deutsche dürfen sich an der emotionslosen Mimik von Alexandra Maria Lara erfreuen und die Hauptrolle spielt Gerard Butler, der auch mit Geostorm weiter in der zweiten Liga bleiben wird. Ansonsten gibt es hier noch Jim Sturgess und Abbie Cornish als Pärchen im Dienst der US-Regierung zu bestaunen. Und Butlers Rolle hat noch eine nervige Besserwisser-Nerd-Tochter mit Overactingsyndrom. Sämtliche Rollen sind sehr flach geschrieben und wirklich Chemie gibt es hier keine. Vor allem der völlig unnötige Brüderstreit zwischen Butler und Sturgess nervt irgendwann nur noch.


    Regie und Drehbuch stammt von Dean Devlin, der unter anderem auch Independence Day und Godzilla schrieb. Man kennt sich also mit ordentlich Zerstörung aus. In den 20 Jahre alten Filmen sieht das aber deutlich besser und runder aus als in Geostorm. Ich weiß ja nicht wo die 120 Millionen Dollar Budget hingeflossen sind, aber ins CGI wohl nur bedingt. Meine Güte, sieht das teilweise billig und überaltet aus was man hier präsentiert. Das erinnert wirklich an SyFy-Produktionen. Viel zu glatte Texturen, viel zu künstlich alles. Ne, das ist wirklich nicht gut. Und auch sonst bedient sich Devlin an seinen eigenen Werken. Es gibt sogar einen Köter um dessen Leben wir uns Sorgen machen sollen, eben wie in Independence Day. Ansonsten ist Geostorm halt eine Mischung aus Armageddon, 2012 und Independence Day - nur halt in schlecht. Direkt von Beginn an wird das klar. Der Prolog ist schon dumm, die weitere Story ist ebenso bescheuert und spätestens wenn ein Raumanzug gehackt wird packt man sich so langsam an den Kopf.


    Das schlimmste ist aber: Das, was es eigentlich geben soll, gibt es kaum und nur unbefriedigend: Zerstörung. Die meiste Zeit passiert einfach nichts, erst zum Ende raus geht es da mal halbwegs rund, natürlich Hollywood-typisch wieder alles sehr knapp und so. Man kennt die Formel ja. Aber während man in 2012 oder Independence Day wenigstens noch ordentlich Chaos und Verwüstung zu sehen bekommen hat sind diese Szenen in Geostorm eher rar gesät - und sehen dann, wie eben beschrieben, noch ziemlich schlecht aus. Da wird Dubai geflutet von einer sicherlich 40, wenn nicht 50 Meter hohen Welle und das Wasser fließt dann binnen Sekunden ab. Was? ^^ Abgesehen davon ist das, was man hier zu sehen bekommt, alles ein vollkommenes Ding der Unmöglichkeit, aber das sei mal geschenkt. Ist in dem Genre halt nicht sonderlich logisch alles, wie bereits gesagt. Mein Highlight ist die Szene in der eine junge Dame in Strandklamotten vor einer Katastrophe locker joggend flüchtet.


    Man versucht zwischenzeitlich noch ein wenig Gravity-Flair bei den Szenen im Weltall zu erzeugen, doch auch das sieht im Vergleich alles sehr jämmerlich aus. Und untermalt wird das alles noch von einem ziemlich generischen Score. Klingt wie der Soundtrack einer schlecht gethemten Achterbahn in einem zweitklassigen Freizeitpark.


    Unterm Strich ist Geostorm von allem zu viel: Eine Mischung aus Weltalldrama, Katastrophenfilm und Familiendrama, denn natürlich gibt es hier noch die Scheidungskind-Nervtochter, den Bruderstreit und die heimliche Beziehung des Bruders. Das alles mischt man mit einem total bescheuerten Plot inkl. hirnrissiger Motivation des Antagonisten und nicht sonderlich aufregendem Twist. Und am Ende freut man sich über die Rettung weniger Menschen während Millionen nebenher gestorben sind - was einen aber einfach null juckt.


    Zwar solide gefilmt, Abbie Cornish gibt sich Mühe, aber der bescheuerte, aus zwanzig Jahre alten Filmen zusammengeklaute Plot, die grausamen Dialoge inkl. dem schlimmen Humor, die fehlende Charaktertiefe und das veraltete CGI lassen das hier alles ziemlich grottig wirken. Wo die 120 Millionen Budget hingegangen sind würde mich wirklich mal interessieren, hoffentlich haben sich wenigstens García und Harris diesen Schandfleck in ihrer Filmografie ordentlich bezahlen lassen.


    2/10

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  • Bohemian Rhapsody8/10


    Vorneweg, die Darstellerauswahl ist echt Hammer!
    Ben Hardy in der Rolle von Roger Taylor und Joseph Mazzello machen ihre Sache ordentlich. Gwilym Lee ist eine 1:1 Kopie von Brian May! Und Rami Malek ist die beste Lösung, die man gefunden hat! Er IST für 135min Freddie!!!


    Der Film fängt zu der Zeit an, in der sich Freddie mit der Band Smile zusammenschließt und sich kurz darauf in Queen umbenennt.
    Ausführlich wird über die Produktion von "A Night at the Opera" berichtet. Hier vor allem über die Aufnahme von Bohemian Rhapsody und deren Single Release.
    Auf der Anschließenden Welttournee, wird erstmals richtig Freddies Homosexualität bzw Bisexualität angeschnitten.
    Die Münchner Zeit wird angerissen, in der Freddie seine Drogen-, Party- und Sexuelle Phase auskostet.
    Mit dem Life Aid Auftritt endet der Film.



    Der Film ist wirklich genial umgesetzt! Die 135min verfliegen wie im Flug! Hin und wieder gibt es richtig Lustige Szenen - die beste mit Mike Myers
    Leider ist die Spielfilmlänge auch das größte Problem!!! Eine 20jährige Karriere in so kurzer Zeit runterzurattern ... es bleibt wirklich viel auf der Strecke!


    Zudem sind recht viele Fehler im Film enthalten.
    Glaubt man dem Film, steigen Freddie und John Deacon gleichzeitig in die Band ein. Tatsächlich kam John Deacon erst 1971 in die Band, nachdem einige Bassisten getestet wurden.
    Dann sieht man Freddie, wie er mit Mary Austin im Fernseh das Lied "Love of my Life" vom Rock in Rio Konzert ansieht. Diese Konzert fand erst im Jahre 1985 statt.
    Mary Austin ist zum Zeitpunkt von Live Aid schwanger. Auch dies stimmt nicht, da es ein Video Ende der 80er gibt, in dem Freddie mit dem Sohn von Mary vor dem Weihnachtsbaum zu sehen ist und dabei rumalbert.
    "We will rock you" - laut Film wurde der Song im Jahre 1980 geschrieben und aufgenommen. Dabei war das Lied schon 1977 auf der "News of the World" veröffentlicht.
    Kurz vor dem Live Aid Auftritt gibt es Krach in der Band. Am Ende dieses Streits, fordert Deacon, dass die Lieder nicht mehr der Komponist für das jeweilige Lied, sondern die Band Queen genannt wird. Dies wurde erst auf dem Album "The Miracle" 1989 eingeführt.
    Freddie erfährt relativ kurz vor dem Live Aid Auftritt, dass er den HIV in sich hat und teilt dies der Band mit. Laut Brian May hat die Band dies jedoch erst später erfahren. Ebenso soll der HIV-Test erst 1986 erfolgt sein und die Diagnose laut dem letzten Lebensgefährten Freddies im Jahre 1987 gestellt worden sein.
    Die Band ist angekotzt, weil Freddie ein Soloalbum machen will - verschwiegen wird jedoch, dass Roger Taylor schon 1981 sein Soloalbum "Fun in Space" aufgenommen und released hat.


    Trotz allem ... ich werde mir die Blu-Ray besorgen. Schon alleine, weil das Kino mir zu wenig Bass hatte, was der Szene mit We will rock you gut getan hätte ;) und ich so ein kleiner Queen Nerd bin :lol:

    Mer schwöre dir he op Treu un op Iehr:
    Mer stonn zo dir FC Kölle
    Un mer jon met dir wenn et sin muß durch et Füer
    Halde immer nur zo dir FC Kölle!

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Bohemian Rhapsody


    WOW! Mehr muss man einfach nicht sagen.
    Großartiges Biopic zu einem der größten Rockbands aller Zeiten & einem wenn nicht sogar der beste Leadsänger aller Zeiten in Freddie Mercury.
    Ich bin echt sprachlos :thumbup:
    10/10

    Liebe kennt keine Liga, ob 1. oder 2.Bundesliga - Nur der HSV <3
    Real Madrid C.F. <3


    AYAYAYAYAYAYAYAYAYAYAYAYAYAYAYAYAY

  • Auch ich kann mich den beiden bisherigen Meinungen nur anschließen.


    Ich persönlich war nie der Über-Fan von Queen und halte den Song Bohemian Rhapsody auch nicht für sooo ein brillantes Meisterwerk, zu dem es vielerorts gemacht wird (auch wenn ich den im Film zitierten "Stimmen" zum Song so nun auch wieder nicht zustimmen würde ^^ ), aber, puh, was für ein Brett von einem Film. Da störte es mich auch überhaupt nicht, wenn einige Sachen aus dramaturgischen Gründen vielleicht nicht zu 100% historisch akkurat erzählt wurden. Auch lächerlich finde ich die nicht gerade wenigen Kritiken im Netz, die den Film einzig und allein aus dem Grund niedermachen, weil Mercurys Alkohol-, Drogen- und Sexexzesse nicht en Detail angesprochen und dargestellt werden. Ja, hätte man lieber einen Soft-Schwulenporno daraus machen sollen? Aus Mercurys "dunkler Phase" wird im Film kein Hehl gemacht, er wird auch alles andere als gottgleich oder unfehlbar dargestellt. Auch dass man beim Live-Aid-Auftritt geendet hat, ist für mich kein Grund negativer Kritik. Eine Darstellung des Dahinvegetierens von Mercury in seinen letzten Lebensjahren brauche ich nun wirklich nicht.


    Zu dem perfekten Cast des Films wurde ja bereits geschrieben. Allen voran Rami Malek. Unfassbar. Ich habe selten erlebt, dass ich über die gesamte Länge eines Films hinweg den Schauspieler hinter der Rolle zu 100% wegblenden konnte, aber hier ist das definitiv der Fall gewesen. Wenn man ihn nicht mindestens für den Globe nominieren sollte, falle ich vom Glauben ab.


    Sowieso haben wir mit A Star Is Born und jetzt Bohemian Rhapsody zwei absolute Granaten im Bereich des Musikfilms, die die Awards im Frühjahr - nicht nur in den Soundkategorien - so richtig aufmischen dürften.


    Bohemian Rhapsody kriegt von mir eine 9/10, ohne wirklich begründen zu können, warum ich mich nicht traue, die Höchstwertung zu geben. "Irgendwas" fehlte irgendwie, um ihn als absolutes Meisterwerk zu bezeichnen.

  • Hereditary


    Viel im Vorfeld zum Film gelesen,Reviewtechnisch von "Meisterwerk" bis "langweiliger Müll" alles dabei.Also Blu Ray gekauft und mal angeschaut.


    Muss sagen Meisterwerk vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen,aber für mich sehr gelungener und vor allen Dingen verdammt gruseliger Film.Habe allerdings Verständnis das viele keinen Zugang zu dem Film finden,denn er ist bei weitem kein Jump Scare Festival oder Blutmassaker.


    Klare künstlerische Vorlage dürfte hier Shining gewesen sein,dazu noch gute Prise Conjuring und Versatzstücke vom Exorzisten.


    Also langsames Erzähltempo,sehr lange Kamerafahren und subtiler Grusel.Klasse fand ich wirklich ab Minute 1 die wirklich bedrückende Stimmung,die über 2 Stunden auch so bleibt.


    Der Zuschauer wird da wenig geschont,eher im Gegenteil im Verlauf wird das Ganze immer gruseliger bis zum Finale.
    Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen der bei mir unangenehm gruselig wurde,einfach keine schöne Stimmung ja schwer zu beschreiben und nur verständlich wenn man wirklich "drin" ist im Film.


    Storytechnisch auch nicht 0815 mit vielen Andeutungen im Film auf den Storyverlauf,wird spassig den nochmal zu schauen.


    Das Ende fand ich persönlich etwas too much,aber sehr konsequent zum Handlungsverlauf.


    Fazit:


    Neben Ghostland wirklich die zweite Genreperle die ich dieses Jahr gesehen habe.Wer es Horror/Gruseltechnisch eher subtil mag sollte sich den wirklich mal geben,aber darauf gefasst sein hier kein Horrorspektakel zu erleben.
    Wer Shining mochte wird an dem Film seine helle Freude haben,Kubrick lässt grüssen.


    8/10

    wXw - THIS IS EUROWRESTLING !!!

  • Hereditary


    Viel im Vorfeld zum Film gelesen,Reviewtechnisch von "Meisterwerk" bis "langweiliger Müll" alles dabei.Also Blu Ray gekauft und mal angeschaut.


    Muss sagen Meisterwerk vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen,aber für mich sehr gelungener und vor allen Dingen verdammt gruseliger Film.Habe allerdings Verständnis das viele keinen Zugang zu dem Film finden,denn er ist bei weitem kein Jump Scare Festival oder Blutmassaker.


    Klare künstlerische Vorlage dürfte hier Shining gewesen sein,dazu noch gute Prise Conjuring und Versatzstücke vom Exorzisten.


    Also langsames Erzähltempo,sehr lange Kamerafahren und subtiler Grusel.Klasse fand ich wirklich ab Minute 1 die wirklich bedrückende Stimmung,die über 2 Stunden auch so bleibt.


    Der Zuschauer wird da wenig geschont,eher im Gegenteil im Verlauf wird das Ganze immer gruseliger bis zum Finale.
    Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen der bei mir unangenehm gruselig wurde,einfach keine schöne Stimmung ja schwer zu beschreiben und nur verständlich wenn man wirklich "drin" ist im Film.


    Storytechnisch auch nicht 0815 mit vielen Andeutungen im Film auf den Storyverlauf,wird spassig den nochmal zu schauen.


    Das Ende fand ich persönlich etwas too much,aber sehr konsequent zum Handlungsverlauf.


    Fazit:


    Neben Ghostland wirklich die zweite Genreperle die ich dieses Jahr gesehen habe.Wer es Horror/Gruseltechnisch eher subtil mag sollte sich den wirklich mal geben,aber darauf gefasst sein hier kein Horrorspektakel zu erleben.
    Wer Shining mochte wird an dem Film seine helle Freude haben,Kubrick lässt grüssen.


    8/10

    wXw - THIS IS EUROWRESTLING !!!

  • Country Crush


    Eine Freundin hat mir dieses Musical empfohlen mit dem Hinweis, dass es wunderbar schlecht ist.


    Sie hat nicht übertrieben. Ich glaube, der Film spielt in einem Amerika, wie es sich die Republikaner wünschen: nur gut aussehende, weiße Menschen, die sich ganz doll lieb haben und alles selber machen, weil American Dream und so. Dazu passt es, dass ich genau 2 schwarze Statisten gezählt habe, aber 13 US Flaggen. Wer wie ich Freude an furchtbarem Kitsch hat, kann damit viel Spaß haben. Ernst nehmen kann man diesen Rotz sowieso nicht.


    Rating: Der Dungeon of Doom der Musicals.

  • Zitat

    Original geschrieben von dcmaniac:
    Hereditary
    ...


    Ich stimme hier in allem mit dir überein, bis auf den Satz mit dem nochmal sehen.
    Ich fand den Streifen wirklich sehr sehr gut, aber ich hab riesige Angst vor dem Film ^^
    Als ich im Kino war und nach Hause gekommen bin konnte ich nicht schlafen :lol:


    Ist Ghostland ähnlich verstörend? Ich muss dazu sagen, dass ich eigentlich nur wenige Horrorfilme schaue, was vor allen Dingen an diesen Jumpscares liegt, die einem nur auf die Nerven gehen.


  • Du zählst die Schwarzen in einem Film? Ich finde es eher eigenartig, dass man in den Filmen und Serien erzwungenermaßen alle Ethnien in einer Haupt- oder Nebenrolle unterzubringen versucht, damit "die Quote" erfüllt wurde und alle bedient sind, selbst wenn der jeweilige Schauspieler noch so schlecht ist. Gibt da die ein oder andere Netflix-Serie beispielsweise.

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  • Aufbruch zum Mond


    Wieder so ein Fall einer unnötigen Eindeutschung des Filmtitels, denn der Originaltitel First Man wäre hier auch nicht allzu schwer verständlich gewesen und klingt deutlich weniger angestaubt als "Aufbruch zum Mond", denn das klingt nach 50s-B-Movie.


    Zum Glück ist der Titel aber mehr oder weniger irrelevant, denn bei Filmen geht es in der Regel um den Inhalt. Und hier macht First Man einen deutlich besseren Job als die PR-Abteilung des hiesigen Verleihs. First Man sieht spektakulär aus. Die Szenen des X-15-Tests, der Gemini- und Apollo-Projekte lassen einen wirklich denken man sitzt mit in der Rakete. Es rappelt und wackelt, es ist laut, irgendwelche Alarme piepen, man hört das beschleunigte Atmen der Astronauten unter ihren Helmen. Hier geht es also schon sehr realistisch zur Sache und man kann sich gut in die Astronauten der 60er Jahre, vom Training bis zur Mondlandung, hineinversetzen. Auch der Mond sieht sehr realistisch aus und man merkt, dass man sich hier von Originalaufnahmen, von denen auch einige im Film genutzt werden, inspirieren lassen hat. Der Film wird sicherlich in so einigen technischen Kategorien nominiert werden, auch das Sounddesign ist hervorragend und wird von einem stimmigen Score untermalt. Hier macht man ziemlich viel richtig.


    Auch die Story macht einiges richtig, hat aber auch seine Schwächen. Es gefällt mir auf der einen Seite sehr, dass nicht immer alles rosig dargestellt wird. Die misslungenen Tests, die Apollo I-Katastrophe, der wachsende Unmut der Bevölkerung ob der anscheinend eher wenig erfolgsversprechenden und Steuergelder verschlingenden Mission zum Mond vor dem Hintergrund der Rassentrennung in den damaligen USA wird thematisiert - allerdings zum Teil eher beiläufig. Dennoch gut und wichtig, dass hier nicht alles typisch Hollywoodmäßig US-glorifiziert wird.


    Auch, dass das Privat- und Familienleben der Astronauten und insbesondere der Familie von Neil Armstrong (Ryan Gosling) Thema ist gefällt mir gut. Es gibt Schicksalsschläge, es gibt Ärger, es ist nicht immer alles cool und Claire Foy als Neils Ehefrau Janet Armstrong spielt hier einfach DIE Rolle des Films. Denn Ryan Gosling bleibt mir zu oft zu stumm, zu farblos, zu langweilig. Mag ja sein, dass die Rolle das von ihm verlangt, aber sein Charme blitzt nur selten auf und sein Neil wirkt streckenweise so facetten- und emotionsgeladen wie ein Stein. Er spielt gut, ja, aber nicht hervorragend. Der restliche Cast rund um Jason Clarke, Kyle Chandler und Corey Stoll gefällt mir gut, auch wenn ich mich frage wieso Stolls Buzz Aldrin so dermaßen unsympathisch geschrieben wurde. Ein großer Minuspunkt ist in meinen Augen, dass man die Chance vertan hat Margaret Hamilton im Film zu verewigen, schließlich hat die Frau mal eben die Software für Apollo 11 geschrieben und damit nicht wenig Anteil an der geglückten Mission. Wäre auch ein guter Gegenpunkt zur P*immelparade der NASA gewesen.


    Ansonsten hat der Film auch leider einen in meinen Augen übertrieben kitschigen Moment kurz vor Schluss der unnötig und over the top ist und die Auswahl Armstrongs für die Mission in Frage stellt, aber anscheinend kommt man in Hollywood ohne die Kitschkeule nicht komplett aus. Zieht den Film in meiner Bewertung etwas runter. Ebenso weiß ich nicht ob man lange über First Man sprechen wird, denn irgendwie fehlt dem Script das gewisse Etwas um diesen Film von "richtig gut" auf "bockstark" zu hieven.


    Insgesamt ist First Man ein optisch und akustisch hervorragender Film mit tollen Bildern und einer äußerst authentischen Umsetzung. Die Mondlandung ist schlicht großartig inszeniert. Ein blasser Ryan Gosling und ein Script mit einigen Schwächen halten First Man für mich von einer sehr guten Bewertung ab, aber im großen und ganzen kann ich mich den sehr positiven Kritiken, die der Film im Schnitt einstreicht, nur anschließen und gebe eine starke 8.


    8/10

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Zitat

    Original geschrieben von Jason Crutch:
    Du zählst die Schwarzen in einem Film? Ich finde es eher eigenartig, dass man in den Filmen und Serien erzwungenermaßen alle Ethnien in einer Haupt- oder Nebenrolle unterzubringen versucht, damit "die Quote" erfüllt wurde und alle bedient sind, selbst wenn der jeweilige Schauspieler noch so schlecht ist. Gibt da die ein oder andere Netflix-Serie beispielsweise.


    Normalerweise tue ich das nicht, nein. Wäre mir auch egal, aber es fällt eben auf, wenn ein Film im Süden der USA spielt. Das wäre, als würde ein Film in Saskatchewan, Manitoba oder den Territories spielen und es gäbe keinerlei First Nations. Kann man natürlich machen, aber es wirkt eben ein klein wenig realitätsfern. Zudem ging es mir eher darum, dass die US Fahne im Gegensatz 13x (mindestens) klar und deutlich, fast schon dominant, im Bild war, was ein eigenes Level an Absurdität darstellt.


    Ich bin bei dir in der Sache, dass manche Castingentscheidungen auf reiner Ethnienbasis auch Quatsch sind. Aber dieser Film wirkt wie Mike Pences feuchter Traum und ich wusste die ganzen 90 Minuten nicht, ob ich lachen oder weinen soll.


    Im übrigen ein zum Großteil kanadischer Film. Was mich umso mehr schauern lässt.

  • Game Night
    Action und Komödie Film mit Jason Bateman.


    Werde nicht inhaltlich groß eingehen, da der Film wie ein Spiele Abend ;) sich unerwartet entwickelt.


    Wertung: 7/10

    "Wrestling ist ähnlich wie Politik oder Religion! Jeder hat seine Meinung, und jeder glaubt, dass er Recht hat." (Shawn Michaels)
    "Wer das Schlechte sucht, wird das Schlechte finden. Wer das Schöne sucht, wird das Schöne finden." (chinesisches Sprichwort)
    "Viele Leute sagen immer vieles, doch das darf man nicht zu ernst nehmen. Ich bin einer, der schaut immer geradeaus." (Niko Kovac)

  • Zitat

    Original geschrieben von Lauf-Guru K:
    Werde nicht inhaltlich groß eingehen, da der Film wie ein Spiele Abend ;) sich unerwartet entwickelt.


    Ist wie mit Deinen Comments.

    Ich bin ökonomisch und gewinne Salze aus Tränen von Wack MCs.

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