A N Z E I G E

[Kultgimmicks] Big Boss Man

  • [Kultgimmicks] Big Boss Man

    Kultgimmicks 2 – Jetzt als Buch und E-Book erhältlich!!!


    Hallo

    Heute gibt es für euch eine ausführliche Biografie über den Big Boss Man, der früher tatsächlich mal als Gefängniswärter arbeitete. Bereits mit jungen Jahren schaffte er den Sprung zur großen World Wrestling Federation (1988). Gleich zu Beginn hatte er eine Fehde mit dem absoluten Top-Star Hulk Hogan, bis er Anfang 1990 zum Publikumsliebling wurde. Er hatte viele Storylines, die zu seinem Gimmick passten. Egal ob als korrupter Gefängniswärter, gegen die kanadische Polizei oder gegen einen ehemaligen Sträfling. 1993 wechselte er zur WCW, wo er allerdings nie richtig Fuß fassen konnte. Im Herbst 1998 kehrte er als Bodyguard von Vince McMahon zur WWF zurück und erlebte seinen zweiten Frühling.
    Im September 2004 verstarb der damals 41-jährige Ray Traylor, so sein bürgerlicher Name, völlig überraschend an einem schweren Herzinfarkt. Der glückliche Familienvater schaffte den Absprung vom Wrestling ohne Probleme und war finanziell abgesichert, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Unter seinen Kollegen war er ein humorvoller und angenehmer Zeitgenosse. Es gab keinen Wrestler, der auch nur ein einziges Wort über ihn zu verlieren hatte.

    Viel Spaß!!!

    Kultgimmicks@Facebook


    Big Boss Man

    Vom Gefängniswärter zum Profi-Wrestler
    Raymond Walter Traylor Jr. wurde am 2. Mai 1963 in Marietta, Georgia geboren. Seine Familie bestand aus großen Wrestlingfans. Bereits sein Großvater besuchte regelmäßig Wrestling-Shows. So erzählte er seinem Enkelsohn, wie er in den 50er Jahren bei einer Veranstaltung in Rome, GA so erzürnt über "Classy" Freddie Blassie gewesen war, dass er ihm während des Matches einen Stuhl über den Kopf zog. Ray, so sein Spitzname, hatte zuerst keine Ambitionen, ins Wrestling-Business einzusteigen. Vielmehr spielte er während seiner High School-Zeit Football und arbeitete nach seiner Schulzeit als Justizvollzugsbeamter im Gefängnis des Georgia-Bezirks Cobb County. Dass er eines Tages mit einem Gefängniswärter-Gimmick im Wrestling für Furore sorgte, wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal er. Es war der Independent-Promoter Ted Allen, der auf Ray Traylor aufmerksam wurde. Erfolgreich überredete er ihn seinen Beruf aufzugeben, um im Wrestling sein Glück zu versuchen. Ende 1985 bildete Allen ihn in seiner Wrestling-Schule in Carterville, GA zum Wrestler aus. Noch im selben Jahr feierte der 22-jährige Traylor in der Indy-Szene von Georgia unter seinem bürgerlichen Namen sein In-Ring Debüt.
    Ray Traylor hatte das große Glück in Georgia aufgewachsen zu sein, da dieser Staat eine Wrestling-Hochburg war. Hauptliga war Jim Crockett Promotions, die der National Wrestling Alliance angehörte und im März 1985 Championship Wrestling From Georgia erwarb. Aus JCP ging später World Championship Wrestling hervor. Traylor wurde Anfang 1986 bei einem Match gegen Tully Blanchard von JCP-Head-Booker Dusty Rhodes entdeckt, der ihn sofort verpflichtete. Zunächst war er im Frühjahr unter seinem bürgerlichen Namen als Jobber in einigen TV-Shows in Atlanta zu sehen, u.a. gegen die Road Warriors, Ivan Koloff und Wahoo McDaniel. Rhodes sah großes Potenzial in den ehemaligen Gefängniswärter, so dass er Traylor für 12 Wochen aus den Shows schrieb, um für ihn ein passendes Gimmick zu kreieren.

    Big Bubba Rogers: Ein Bodyguard für Jim Cornette
    Ray Traylor brachte bei einer Größe von 1,98 m knapp 140 kg auf die Waage. Laut Dusty Rhodes war dies die perfekte Statur einen Bodyguard darzustellen. Zudem passte auch sein rauer Wrestling-Stil zu diesem Gimmick. Am 27. Mai 1986 debütierte Traylor mit den Namen Big Bubba Rogers als schweigsamer Bodyguard von Manager Jim Cornette. Mit Sonnenbrille, Krawatte und Sakko sorgte er bei Jim Crockett Promotions für Ordnung im und um den Ring herum. Natürlich ganz im Sinne von Cornette, der dem unerfahrenen Traylor zu Beginn seiner Karriere eine große Hilfe. In diesem Zusammenhang gibt es auch eine lustige Geschichte über seinen Einstieg in dieses Business, die jedoch nicht der Wahrheit entsprach. Angeblich verpflichtete Cornette ihn als richtigen Bodyguard. Hierbei musste er sich die Genehmigung der Mutter von Ray einholen.
    Sein erstes wichtiges Match bestritt Big Bubba Rogers am 10. August gegen den Warlord, das er durch DQ verlor. Grund hierfür war ein Eingriff des Midnight Express (Bobby Eaton & Dennis Condrey), die ebenfalls Schützlinge von Jim Cornette waren. Der Durchbruch des Bodyguards kam, als er wenig später mehrere Jobber äußerst brutal und unfair abfertigte. Nachdem er auch noch Valet Baby Doll zu Boden stieß, bekam er es mit einem Gegner auf Augenhöhe zu tun. Die Rede ist von niemand geringerem als dem Top-Babyface der JCP: Dusty Rhodes. Bei House Shows folgten zahlreiche Steel Cage Matches und Street Fights, die allesamt der dreimalige NWA World Heavyweight Champion gewinnen konnte. Für diese Fehde setzte sich Head-Booker Rhodes hinter den Kulissen ein, der seit dem ersten Tag ein großer Befürworter von Ray Traylor war. Diese Rivalität kam auch bei den Fans äußerst gut an, womit Big Bubba schnell zu einem der Top-Bösewichte der NWA aufstieg.

    Feuertaufe bestanden: Street Fight gegen Ronnie Garvin bei NWA Starrcade 1986
    Nach Ende der Fehde gegen Dusty Rhodes bestand jedoch die große Gefahr, dass Ray Traylor schnell wieder in Vergessenheit geraten würde. Dies war damals das typische Schicksal für schnell gepushte Powerhouses. Doch nicht mit Big Bubba Rogers, der mit seiner Kraft und sein charismatisches Auftreten bei den Bookern und Fans punkten konnte. Ende 1986 erhielt er eine Fehde gegen Ron Garvin, der von sich selbst behauptete, Hände aus Stein zu haben. Der Showdown fand am 27. November bei NWA Starrcade im Omni Coliseum von Atlanta vor ca. 14.000 Zuschauern statt. In einem harten Louisville Street Fight setzte sich Big Bubba mit der Hilfe seines Managers Jim Cornette durch. KO, so das offizielle Ergebnis. Diese Großveranstaltung wurde wie im Vorjahr aus zwei Hallen live übertragen. Insgesamt gab es zwölf Matches in Atlanta und Greensboro, North Carolina zu sehen. Der Kampf zwischen dem Bodyguard und Garvin fiel in der starken Midcard auf und erhielt fast ausschließlich positive Kritiken. Dave Meltzer, Experte und Herausgeber des renommierten Wrestling Observer Newsletter, wertete diesen Street Fight mit einem beachtlichen Star-Rating von ***3/4. Sicherlich eines der besten Einzel-Matches in der Karriere des ehemaligen Gefängniswärters.
    Ray Traylor gehörte mit seinen 23 Jahren noch zu den jungen Wilden der NWA. Er war zur damaligen Zeit einer der wenigen Wrestler, die praktisch vom ersten Tag ihrer Karriere ganz oben mitmischten. Traylor musste sich nicht jahrelang und unter oftmals sehr schwierigen finanziellen Bedingungen zur Spitze hoch kämpfen. Gleichzeitig stieg ihm der Erfolg nicht zu Kopf – einem positiven Wesenszug, den nur die wenigsten jungen Wrestler besaßen. Jedoch empfand Jim Crockett Jr., dass Traylors Ringfähigkeiten noch nicht ganz ausgereift seien für die ganz großen Erfolge. Zudem gab es im Wrestling die Rolle des eher stillen Bodyguards zu genüge. Aus diesem Grund gab Crockett Jr. den Koloss in die Hände seines NWA-Partners Bill Watts, dessen kriselnde Liga Universal Wrestling Federation (zuvor Mid-South Wrestling) er kurz darauf am 9. April 1987 kaufte. Crockett Jr. versprach ihm zwar, sich weiterhin um die Promotion zu kümmern, doch letzten Endes ließ er die UWF-Stars lediglich für seine eigenen Stars der JCP jobben, so dass die UWF noch im Dezember 1987 aufhörte zu existieren. Durch diesen Vertrauensmissbrauch der beiden Promoter sollte auch Big Bubba Rogers profitieren!

    UWF Heavyweight Champion und Teilnehmer am zweiten War Games Match
    Der "Wechsel" von Big Bubba Rogers in die Universal Wrestling Federation erwies sich als Glücksfall. Als Schützling von General Skandor-Akbar feierte er am 19. April 1987 seinen ersten Titelerfolg. In Muskogee, Oklahoma besiegte er den One Man Gang, der später sein Tag Team Partner werden sollte und wurde UWF Heavyweight Champion. Kurz nach dem Titelverlust verließ George Gray, so sein richtiger Name, die Liga in Richtung World Wrestling Federation. In der Folgezeit konnte Big Bubba seinen Gürtel unter anderem im Juni bei UWF Superdome Extravaganza gegen Barry Windham verteidigen. Anschließend fehdete er gegen "Dr. Death" Steve Williams, der als einziger UWF-Star in der NWA einen Push erhielt. Am 11. Juli trafen Rogers und Williams in einem Lights Out Anything Goes Match aufeinander. Diesen harten Kampf gewann "Dr. Death", der damit dem jungen Champion einen der wichtigsten Titel seiner Zeit in den USA abnahm. In den nächsten Wochen scheiterte Big Bubba (immer noch mit seinem Bodyguard-Gimmick) mehrmals, sich die UWF Championship zurückzuholen.
    Im Juli 1987 veranstaltete Jim Crockett Promotions dreimal den Event NWA The Great American Bash. Bei der zweiten Show am 18. Juli in Charlotte, North Carolina verlor Big Bubba Rogers ein Titelmatch gegen den NWA Western States Heritage Champion Barry Windham. Bereits am 4. Juli fand bei der ersten Show in Atlanta das erste War Games Match in der Geschichte statt. Hier setzte sich das Face-Team bestehend aus Dusty Rhodes, Nikita Koloff, Paul Ellering und die Road Warriors gegen die Four Horsemen (Ric Flair, Lex Luger, Arn Anderson, Tully Blanchard und Manager James J. Dillon) durch. Big Bubba (hier noch als amtierender UWF Heavyweight Champion) bestritt an diesem Abend an der Seite von Angel of Death in der Midcard ein UWF Tag Team Titelmatch, das sie gegen die Champions Lightning Express (Brad Armstrong & Tim Horner) verloren. Bei der dritten und letzten Show am 31. Juli in Florida wurde ein War Games Re-Match angesetzt. Ray Traylor hatte die Ehre den angeschlagenen Manager Dillon zu ersetzen und damit an den zweiten War Games teilzunehmen. Jedoch wurde seine Identität unter einer Maske verborgen, da er zu dieser Zeit inoffiziell bei der UWF unter Vertrag stand. Als War Machine musste er auch die Niederlage für die Four Horsemen einstecken, nachdem er von Road Warrior Animal zur Aufgabe gezwungen wurde. Dieses Match kann man sich auf der kürzlich erschienenden DVD "WAR GAMES: WCW’s MOST NOTORIOUS MATCHES" anschauen.

    Finanzielles Zerwürfnis sorgt für Wechsel zur World Wrestling Federation
    Im Herbst 1987 ging es mit der UWF so langsam zu Ende. Nun trat Big Bubba Rogers wieder vermehrt in den NWA-Shows von Jim Crockett Jr. auf, wo man aber für ihn als aktiven Wrestler kaum Verwendung hatte. Seine Rolle beschränkte sich fast ausnahmslos auf den Bodyguard. Einen seiner letzten prägenden Auftritte bestritt er am 26. November bei Starrcade, als er gemeinsam mit Jim Cornette den Midnight Express (Bobby Eaton & Stan Lane, der mittlerweile Dennis Condrey ersetzte) begleitete. Das Tag Team bestritt gegen ihre Erzrivalen vom Rock ’n’ Roll Express ein Scaffold Match. Solch ein Match findet nicht im Ring statt, sondern darüber. Am Ring werden dafür zwei Gerüste aufgestellt, die durch eine Planke verbunden sind, auf der dann der Kampf stattfindet. Sieger ist das Team, das seine Gegner zuerst herunterbefördern kann. Diese Kämpfe sind sehr gefährlich und heute im Mainstream nur noch selten zu sehen. Nachdem der Midnight Express verlor, wagte sich auch Big Bubba auf die Planke, um sich an den Rock ’n’ Roll Express zu rächen. Doch Ricky Morton & Robert Gibson konnten rechtzeitig flüchten. Unmittelbar nach Starrcade kam es zwischen Ray Traylor und Jim Crockett Jr. bezüglich seiner Bezahlung für das Mitwirken am Scaffold Match zu Streitigkeiten. Der NWA-Promoter zahlte ihm weniger Geld als den vier anderen beteiligten Wrestlern. So erhielt Ray nur 5.000 anstatt den versprochenen 10.000 Dollar. Diese Prämie gab es, da es sich um eine gefährliche Matchart handelt. Grund von Crockett: Traylor musste keinen Bump hinnehmen und hielt sich auch nur kurz auf der Planke auf. Nach diesem Zerwürfnis verließ er Ende 1987 die NWA.
    Bereits Anfang 1988 kam es zu den ersten Gesprächen mit Vince McMahon, der ihm im Frühjahr einen WWF-Vertrag gab. Bevor Traylor in den TV-Shows auftauchen sollte, schickte McMahon ihn erst einmal zu All Japan Pro Wrestling. Auf der Tour AJPW Champion Carnival im März/April sollte er sich auf seinen ersten großen Auftritt vorbereiten. An der Seite von Bruiser Brody und/oder Jimmy Snuka bestritt er gegen bekannte Leute wie Giant Baba, Jumbo Tsuruta, Tiger Mask, Genichiro Tenryu oder Akira Taue zahlreiche Tag Team Matches. Im Einzel besiegte er Shunji Takano und verlor gegen Tsuruta. Zudem endete ein Kampf gegen John Tenta (Earthquake) mit einem Double Count Out. Während Ray Traylor sich mit seinem Bodyguard-Gimmick Big Bubba Rogers im Land der aufgehenden Sonne vorbereitete, kreierte McMahon mit seinem Writer-Team für ihn das bekannteste Gimmick seiner Karriere.

    Der korrupte Gefängniswärter aus Cobb County, Georgia: The Big Boss Man
    Mit Vorschusslorbeeren in der Tasche startete Ray Traylor seine WWF-Karriere. Bei der Wahl zum Neuling des Jahres 1987 (Pro Wrestling Illustrated) landete er hinter Owen Hart auf den 2. Platz. Auch bei den Jahreswahlen (1987) des Wrestling Observer Newsletters erhielt der junge Traylor eine Auszeichnung. Er gewann in der Kategorie Most Improved Wrestler. In beiden Fällen wurde seine erfolgreiche Zeit als Big Bubba Rogers bei der Universal Wrestling Federation ausgezeichnet.
    Bei der Suche nach einem Gimmick für Traylor schaute man sich die berufliche Laufbahn vor seiner Wrestling-Karriere an. Wie bei vielen Wrestler in der WWF so üblich, orientierte man sich auch bei ihm an der "real-life" Vergangenheit bei der Auswahl des Gimmicks. Als Beispiele seien hier mal Paul Bearer (Bestatter) und in der jüngeren Vergangenheit CM Punk (Straight Edge) erwähnt. Aus Raymond Traylor wurde der Big Boss Man, ein ehemaliger Gefängniswärter aus dem Department of Corrections in Cobb County, Georgia. Dies stimmte mit seiner wahren Vergangenheit überein, doch der große Unterschied war, dass er nicht sonderlich behutsam mit den Insassen umgegangen ist. Bevor der Boss Man erstmals im Fernsehen auftrat, testete man dieses Heel-Gimmick abseits der Kameras. Im Mai 1988 gewann er bei House Shows ein paar Matches gegen Lanny Poffo und Jose Luis Rivera.
    Sein TV-Debüt bestritt der Big Boss Man am 18. Juni bei Superstars gegen Jobber Louis Spicolli. Im Schlepptau hatte er den fiesen Manager Slick, der zu dieser Zeit auch schon den One Man Gang unterstützte. Das Schwergewicht (zu seinen besten Zeiten wog er über 160 kg) in blauer Polizeiuniform hatte keine Probleme mit Spicolli, den er nach 1 Minute und 31 Sekunden mit seinem Finishing Move, dem Boss Man Slam (Sidewalk Slam) besiegte. Nach dem Match fesselte er seinen Gegner mit Handschellen an ein Ringseil und verprügelte ihn mit seinem Nightstick, dem Schlagstock der amerikanischen Polizei. Diese Prozedur mussten sich in den nächsten Monaten zahlreiche Jobber über sich ergehen lassen. Zu Beginn erhielt der Boss Man einen großen Push. Seine ersten erwähnenswerten besiegten Gegner vor den Kameras waren die Edeljobber Scott Casey und Sam Houston, die anschließend ebenfalls seinen Schlagstock zu spüren bekamen. Am 29. August 1988 kam der Big Boss Man erstmal zu PPV-Ehren, als er beim allerersten SummerSlam den sympathischen Publikumsliebling Koko B. Ware mit dem Boss Man Slam bezwang. Auch der "Birdman" musste mit dem Nightstick Bekanntschaft machen. Im September folgten im lokalen Fernsehen gegen Ken Patera zwei weitere Siege. Der ehemalige olympische Gewichtheber war bis dato sicherlich sein stärkster Gegner.

    Fehdenstart gegen Hulk Hogan
    Im Herbst 1988 war der Big Boss Man als Heel bei den Fans so over, dass er bereits nach nicht einmal einem halben Jahr eine Fehde gegen den absoluten Top-Star Hulk Hogan bekam. Alles fing im Oktober an: Der Hulkster war in der Brother Love Show zu Gast, wo er vom Boss Man unterbrochen wurde. Sein Manager Slick sprühte Hogan Haarspray in die Augen. Anschließend fesselte der Boss Man sein geblendetes Opfer mit Handschellen an ein Absperrgitter und verprügelte ihn mit seinem Schlagstock. Dem Hulkster gelang es jedoch mit Erfolg, sich des Angriffs zu erwehren und den Boss Man zu vertreiben, als er das Absperrgitter herausriss und als Waffe einsetzte. Zwischen den beiden folgte eine Matchserie bei House Shows, die sich über Monate erstreckte. Obwohl Hogan damals nicht der amtierende WWF Champion war, zog diese Rivalität die Massen an. Mehrere Hallenrekorde wurden gebrochen, so etwa in San Diego und St. Louis. Um den Status als unbesiegbares Monster nicht zu schwächen, verlor der Boss Man die meisten dieser Kämpfe nur durch Auszählen. Einige dieser Matches wurden live im regionalen Kabelfernsehen (u.a. MSG Network) ausgestrahlt. So durfte Ray Traylor gegen Hulk Hogan Main Events in einigen der berühmtesten Hallen der USA bestreiten: Madison Square Garden, Philadelphia Spectrum, Boston Garden und Los Angeles Sportsarena. Nebenbei absolvierte der Big Boss Man fast still und heimlich seinen ersten Auftritt bei der großen NBC-Prime-Time-Show Saturday Night’s Main Event. Ohne Probleme konnte er sich am 29. Oktober gegen Jim Powers vom Tag Team Young Stallions durchsetzen.

    Die Geburt der Twin Towers
    Wie bereits erwähnt wechselte George Gray alias One Man Gang bereits im Frühling 1987 zur WWF. Noch im gleichen Jahr erlebte er einen fast identischen Push wie der Big Boss Man. An der Seite von Manager Slick bekam auch er schnell eine Fehde gegen Hulk Hogan, der zu dieser Zeit noch WWF Champion war. Im September 1988 durchlebte der Straßenkämpfer einen krassen Gimmickwandel: Aus dem One Man Gang wurde "The African Dream" Akeem, der laut Storyline nun plötzlich zu seinen afrikanischen Wurzeln zurückkehrte. Für diese Geschichte wurde in einem dunklen Hinterhof sogar eine Transformation abgehalten. Darüber hüllen wir mal den Mantel des Schweigens!
    Die erste Zusammenarbeit der beiden Schützlinge von Slick gab es im November. Beide schlossen sich zusammen, um Hulk Hogan und WWF Champion Randy Savage das Leben zur Hölle zu machen. Seit WrestleMania IV bildeten der Hulkster und "Macho Man" (inklusive seiner bezaubernden Begleiterin Miss Elizabeth) eine Einheit, die sie als Mega Powers betitelten. Bei der Survivor Series 1988 trafen die vier Rivalen im Main Event in einem Elimination Tag Team Match aufeinander. Während der Big Boss Man und Akeem von Ted DiBiase, Haku und dem Red Rooster verstärkt wurden, erhielten die Mega Powers tatkräftige Unterstützung von Hillbilly Jim, Hercules und Koko B. Ware. Die ersten Eliminierungen: Red Rooster durch Savage, Hillbilly durch Akeem, Koko durch Boss Man und Hercules durch DiBiase, der Sekunden später von Savage erfolgreich eingerollt wurde. Damit standen die Mega Powers vor einer schweren Aufgabe, denn auf der Gegenseite waren noch der Boss Man, Akeem und Haku übrig. Nachdem Savage im Ring mit Slicks Stock niedergeschlagen wurde, kümmerten sich der Big Boss Man und Akeem um Hogan, der von ihnen außerhalb des Rings attackiert und mit Handschellen an das unterste Seil gefesselt wurde. Dabei wurde der Boss Man ausgezählt, doch dies schien ihm nicht zu jucken, da er anschließend den Hulkster mit seinem Schlagstock malträtierte. Es herrschte Chaos sowohl im als auch außerhalb des Rings. Der Ringrichter hatte genug und disqualifizierte Akeem, der Savage im Ring illegal zusetzte obwohl nicht er, sondern Haku der legale Mann war. Anschließend verließen die schwergewichtigen Powerhouses die Halle, doch ihr Manager Slick blieb am Ring. Durch ein Missverständnis mit Haku wurde er jedoch ausgeknockt. Dies nutzte Hogan aus, der Miss Elizabeth aufforderte den Schlüssel für die Handschellen zu suchen. Diese fand sie in der Hosentasche von Slick und befreite den Hulkster. Savage gelang der Hot Tag mit Hogan, der gegen Haku den Sieg für die Mega Powers errang. Nach dem Match feierten Hulk Hogan und Miss Elizabeth überschwänglich, so dass man in der Mimik von Randy Savage die Eifersucht erkennen konnte. Die ersten Risse bei den Mega Powers!
    Obwohl der Big Boss Man und Akeem sich geschlagen geben mussten, wurden sie nicht schwach dargestellt. Die Eliminierungen durch Auszählen und Disqualifikation beeinträchtigten nicht ihren Status als Monster-Heels. Dies war die erfolgreiche Geburt der Twin Towers, auch wenn der Name erst später bekannt wurde. Der Teamname war eine Anspielung auf die beiden New Yorker Wolkenkratzer des World Trade Center, auch als Zwillingstürme bekannt.

    The Mega Powers Explode – Nebendarsteller: Big Boss Man & Akeem
    Anfang 1989 machten die Twin Towers weiter Jagd auf die Mega Powers. Bei der 19. Auflage von Saturday Night’s Main Event am 7. Januar bestritt Hulk Hogan ein Match gegen Akeem und obwohl die Eifersucht im Inneren des "Macho Man" am Kochen war, gewährte er seiner Miss Elizabeth den Hulkster als "Extra-Inspiration" zum Ring zu begleiten. Hogan gewann diesen Kampf durch DQ, da sich der Big Boss Man einmischte. Anschließend vermöbelten die Twin Towers den Hulkster. Elizabeth eilte hinter die Kulissen, um Randy Savage zur Hilfe zu holen. Überraschend weigerte sich der eifersüchtige WWF Champion, der nur meinte, dass Hogan schon allein klarkomme. Erst als die Twin Towers auch an Elizabeth Hand anlegten und sie mit Handschellen an den Ring fesselten, schritt Savage ein. Auch beim Royal Rumble Match wenige Tage später eskalierte die Situation rund um die Mega Powers.
    Im Verlauf der 30-Mann-Schlacht eliminierte Hogan versehentlich seinen Noch-Kumpel Savage, der gemeinsam mit Bad News Brown in den Seilen hing. Daraufhin entbrannte ein Streit zwischen ihnen, den Elizabeth versuchte zu schlichten. Ihr gelang es, die beiden Streithähne dazu zu bewegen sich die Hand zu reichen. Nutznießer dieser Situation waren die Twin Towers, die das große Glück hatten mit der Startnummer 22 und 23 am Wettbewerb teilzunehmen. Pech für den Hulkster: Nach der Doppel-Eliminierung über Savage und Brown befand er sich zu diesem Zeitpunkt alleine im Ring. Dem Big Boss Man und Akeem gelang es trotz Gegenwehr ihn über das oberste Seil zu werfen. Immerhin konnte sich Hogan ein klein wenig revanchieren, nachdem er den Boss Man – wenn auch illegal – eliminierte. Anschließend folgte zwischen den beiden Erzrivalen außerhalb des Rings ein Brawl. Akeem schaffte es unter die letzten Drei und wurde vom späteren Sieger Big John Studd eliminiert. Bei Superstars knapp eine Woche nach dem Rumble bewies Hulk Hogan seine Treue zu seinem Kumpel Randy Savage. Er rettete ihn vor den Twin Towers, die ihn im Ring vermöbelten. Zuvor konnte der WWF Champion in einem Non-Title-Match Akeem durch DQ besiegen, da der Big Boss Man eingriff. Obwohl die beiden Schützlinge von Slick schon länger zusammenarbeiteten, bestritten sie erst am 22. Januar bei Wrestling Challenge ihr erstes offizielle Tag Team Match vor TV-Kameras. Hierbei konnten die Twin Towers die Jobber Alan Reynolds & Chris Collins bezwingen.
    Wir schreiben den 3. Februar 1989 und befinden uns in dem restlos ausverkauften Bradley Center von Milwaukee, Wisconsin. An diesem Tag sendete die NBC das Special The Main Event live in die US-amerikanischen Wohnzimmer. In einem heiß erwarteten Tag Team Match trafen die Mega Powers auf die Twin Towers. Millionen von Fans waren am Bildschirm live Zeuge der Auseinandersetzung. Die Einschaltquote von 11,6 Prozent ist bis heute die dritthöchste für eine Wrestlingshow in den USA. Wie immer wenn diese vier Gladiatoren aufeinanderprallen ging es auch hier hoch her. Während des Kampfes warf Akeem den "Macho Man" aus dem Ring, der unglücklich auf Miss Elizabeth landete, so dass sie bewusstlos wurde. "Der Ritter aus dem All" Hulk Hogan trug die ohnmächtige "First Lady of Wrestling" in den Backstage-Bereich, damit sie medizinisch versorgt werden konnte. Als Elizabeth wieder zu sich kam, schickte sie den Hulkster in den Ring zurück, um ihrem allein gelassenen Liebsten zu helfen. Hogan tat das und bot Randy Savage nach minutenlanger Unterzahl wieder an sich einzuwechseln. Doch stattdessen ohrfeigte Savage ihn und verließ wortlos den Ring. Trotz dieser Enttäuschung konnte Hogan in gewohnter Manier den Big Boss Man und Akeem alleine besiegen. Später am Abend explodierten die Mega Powers endgültig, nachdem der rasend eifersüchtige Randy Savage mit seinem Titelgürtel den Hulkster von hinten attackierte. Dies führte zum großen Kampf um die WWF Championship am 2. April 1989 bei WrestleMania V. Hogen bezwang Savage und wurde zum zweiten Mal in seiner Karriere World Champion. An diesem Abend feierte auch der Boss Man seinen Einstand bei der größten Show des Jahres: Die Twin Towers besiegten die Rockers, Shawn Michaels & Marty Jannetty. Natürlich waren die Mega Powers auf der "Road to WrestleMania" die Hauptdarsteller, doch der Big Boss Man und Akeem spielten eine wortwörtlich gewichtige Rolle in der Main-Event-Fehde Hulk Hogan vs. Randy Savage!

    Großes Steel Cage Match gegen WWF Champion Hulk Hogan
    Eines seiner größten Matches bestritt der Big Boss Man am 27. Mai 1989 bei der 21. Auflage von Saturday Night’s Main Event. An diesem Abend erhielt er ein großes Steel Cage Titelmatch gegen WWF Champion Hulk Hogan. Bereits seit Februar konnte man zwischen den Boss Man und Hulkster zahlreiche Kämpfe im Stahlkäfig bei House Shows zu bewundern. Jedoch keine Titelmatches, da zu dem Zeitpunkt Randy Savage den Gürtel noch um seine Hüften trug. Diese Auseinandersetzungen waren ein Kassenknüller und blieben bis heute in bester Erinnerung. Grund hierfür war eine Aktion von Ray Traylor, die er fast jeden Abend wiederholte. Hogan verpasste dem auf dem Cage sitzenden Boss Man einen Superplex, und die weit über 150 kg von Traylor knallten aus über 3 Meter Höhe auf den Ringboden. Durch die Steel Cage Matche verdiente Ray Traylor das erste Mal richtig viel Geld. Man schätzt, dass er pro Woche etwa 12.000 Dollar nach Hause brachte, eine für die damalige Zeit gigantische Summe. Im Gegensatz zur NWA gab es keine Probleme bei der Geldübergabe.
    Zurück zum 27. Mai 1989, als der Big Boss Man bei Saturday Night’s Main Event in einem Steel Cage Match gegen Hulk Hogan die Chance auf die WWF Championship bekam. Bevor dieser Kampf überhaupt angeläutet wurde, wartete bereits auf der Ringtreppe ein anderer Hüne auf den Hulkster. Die Rede ist von Thomas "Tiny" Lister Jr. alias Zeus, der Hogans Bösewicht im Film "Der Hammer" (Originaltitel: "No Holds Barred" spielte. Vince McMahon dachte sich, mit einer Fehde in der "Realität" den Film besser vermarkten zu können. Zeus verprügelte den WWF Champion und warf ihn dem Löwen in Form des Boss Man zum Fraß in den Käfig. Der ehemalige Gefängniswärter hatte leichtes Spiel und sah schon wie der sichere Sieger aus. Doch Hogan gelang es, den Boss Man am Herausklettern des Cages zu hindern. Mit dem bereits erwähnten spektakulären Superplex vom Käfigrand brachte er ihn wieder in den Ring zurück. Am Ende kettete Hogan den Boss Man mit dessen Handschellen an das oberste Seil und konnte ohne Probleme den Steel Cage verlassen. Slick, der noch verzweifelt versuchte ihn davon abzuhalten, erhielt nach dem Match noch eine Abreibung. An dieser Stelle endete der Ausflug vom Big Boss Man in den Main Event.

    Teamfehde gegen Demolition und Einzelfehde gegen Dusty Rhodes
    Nach der Fehde gegen die Mega Powers setzten sich die Twin Towers als Ziel, neue WWF Tag Team Champions zu werden. Diese Gürtel trugen zu dieser Zeit Demolition, das dominierende Gespann der damaligen Tag Team Division. Der Big Boss Man & Akeem, die übrigens mit Slicks kultiger Einzugsmusik "Jive Soul Bro" zum Ring marschierten, brachten gemeinsam mit Ax & Smash die größten Hallen der USA zum Beben. Doch zum Titelgewinn sollte es für die Twin Towers nicht reichen. Egal ob im Madison Square Garden (WWF on MSG Network), Boston Garden (WWF on NESN) oder in kleineren Arenen bei House Shows – die Gürtel blieben bei Demolition. Diese Rivalität zog sich den ganzen Sommer lang und gipfelte im August 1989 beim SummerSlam in einem Six Man Tag Team Match. Kurz vor dem PPV gewannen die Brain Busters (Arn Anderson & Tully Blanchard) mit der Hilfe von André the Giant die Titel von Ax & Smash. Die Rache gelang ihnen beim SummerSlam an der Seite von "Hacksaw" Jim Duggan gegen den Riesen aus den französischen Alpen, der vom Boss Man & Akeem unterstützt wurde. Dies bedeutete auch gleichzeitig das Ende der Fehde zwischen den Twin Towers und Demolition, die sich später im Jahr die Tag Team Gürtel von den Brian Busters wieder zurückholen konnten.
    Während die Twin Towers erfolglos versuchten neue Tag Team Champions zu werden, begann nebenbei für den Big Boss Man eine Einzelfehde. Auch knapp über ein Jahr nach seinem Debüt, verprügelte der korrupte Gefängniswärter aus Cobb County, Georgia nach den Matches unschuldige Jobber mit seinem Schlagstock. Als ein unbekannter Wrestler namens Jim McPherson das nächste Opfer werden sollte, schritt ein Mann an seine Seite, den der private Ray Traylor aus seinen Anfangsjahren noch bestens kannte. Die Rede ist von Dusty Rhodes, der kürzlich von der NWA zur WWF wechselte. Mit buntem Gimmick repräsentierte er die Arbeiterklasse und setzte sich für die Schwachen ein. In diesem Fall rettete er McPherson vor weiteren Schmerzen, die der Big Boss Man ihm zufügen wollte. Rhodes schnappte sich den Nightstick, den nun der Boss Man selbst zu spüren bekam. In der Folgezeit brachte Dusty zu seinen Matches den Schlagstock mit an den Ring, so auch bei seinem SummerSlam-Match gegen den Honky Tonk Man. Zwischen den beiden kam es bei House Shows zu sehr vielen Kämpfe, die allesamt "The American Dream" gewinnen konnte. Erst im Vorfeld zur Survivor Series am 23. November 1989 spitzte sich diese Fehde bei TV-Shows zu. In einem traditionellen Ausscheidungsmatch trafen die Enforcers (Boss Man, Honky Tonk Man, Bad News Brown & Rick Martel) auf das Dream Team (Rhodes, Tito Santana, Brutus Beefcake & Red Rooster. Bei der Countdown-Show für den PPV zwei Tage zuvor bestritten der Big Boss Man und Santana einen Vorbereitungskampf, indem sich der Mexikaner mit der Hilfe von Rhodes durchsetzen konnte. Bei der Survivor Series stand der Boss Man am Ende vor einer schwierigen Aufgabe, denn während alle seine Partner bereits ausgeschieden waren, überlebten auf der Gegenseite noch Rhodes, Beefcake und Rooster. Dem Gefängniswärter gelang es nur noch den Hahn zu eliminieren, ehe ihn sein Rivale und mehrmalige NWA World Champion unter die Dusche schickte. Die beiden Survivors: Rhodes & Beefcake. Wiederum zwei Tage später kam es bei Saturday Night’s Main Event zum Schlusspunkt dieser Fehde. In einem Singles Match besiegte Rhodes den Boss Man mit einem Einroller, als dieser von der im Publikum sitzenden Sapphire abgelenkt war, die sich gerade mit Slick stritt. Sapphire wurde Rhodes’ neue Managerin, mit der er im nächsten Jahr gegen den "Macho King" Randy Savage und Queen Sherri fehdete.

    Law & Order: Der Big Boss Man turnt zum Face
    Für den Royal Rumble am 21. Januar 1990 wurde ein Match zwischen den Big Boss Man und "Hacksaw" Jim Duggan angesetzt. Obwohl es sich hier um einen PPV-Kampf handelte, steckte keine Storyline dahinter. Es gab noch nicht einmal im Vorfeld oder danach ein Match bei einer House Show. Trotzdem lieferten die beiden einen netten Brawl und duften sogar das Cover der später erschienenden Videokassette zieren. Nebenbei sei gesagt, dass Duggan durch DQ siegte, da der Boss Man seinen Schlagstock einsetzte. Anschließend vertrieb "Hacksaw" mit seinem 2x4-Kantholz seinen Gegner und dessen Manager Slick aus dem Ring.
    Bei einer Superstars-Ausgabe im Februar trafen Jake Roberts und Ted DiBiase aufeinander. Zu diesem Match kam es, nachdem im Vorfeld "The Snake" dem "Million Dollar Man" dessen Million-Dollar-Belt klaute und diesen in seinen Schlangensack verstaute. Roberts verlor diesen Kampf durch DQ, da sich der Big Boss Man einmischte. Der ehemalige Gefängniswärter attackierte ihn mit seinem Nightstick und fesselte ihn mit Handschellen an das oberste Seil. Anschließend schnappte er sich den Schlangensack samt Gürtel, um diesen DiBiase zu überreichen. Unmittelbar danach erfuhr der Boss Man in der Brother Love Show, dass seine Dienste von Slick an den "Million Dollar Man" verkauft wurden. Wütend darüber meine er, nicht käuflich zu sein. Prompt feuerte er seinen Manager und ging in den Ring zurück. Dort befreite er Roberts und gab ihm den Beutel samt Schlange und Gürtel zurück. Damit war sein Face-Turn perfekt!
    Von nun an kämpfte der Big Boss Man für Recht und Ordnung. Jeder der sich nicht an das Gesetz hält, bekommt es mit ihm zu tun. So eine Textzeile in seiner neuen Entrance Theme "Hard Times". Verbunden mit einem fünfundzwanzigprozentigen Gewichtsverlust schaffte er es in kürzester Zeit zum absoluten Publikumsliebling. Währenddessen schäumten Slick und Ted DiBiase vor Wut und sannen auf Rache. Im Gegensatz zum "Million Dollar Man" stieg der Slickster natürlich nicht selbst in den Ring, sondern hetzte Akeem auf seinen ehemaligen Schützling. Dies bedeutete das Ende der Twin Tower, wobei sie in den letzten Monaten sowieso nicht mehr viel miteinander zu tun hatten. Ihr letztes Match bestritten sie im Oktober des Vorjahres bei einer Superstars-Ausgabe gegen zwei Jobber. Bei WrestleMania VI am 1. April 1990 prallten die beiden Kolosse aufeinander. Zum Aufwärmen setzte sich der nun faire Gefängniswärter bei der Countdown-Show The Ultimate Challenge gegen Boris Zhukov vom Tag Team Bolsheviks mit dem Boss Man Slam durch. Den Kampf gegen Akeem konnte der Boss Man ebenfalls gewinnen, obwohl er zuvor von DiBiase attackiert wurde. Auch das Rückmatch am 28. April bei Saturday Night’s Main Event gewann er gegen den "African Dream". Diesmal durch DQ, da DiBiase und sein Bodyguard Virgil ihn attackierten. Logisch, dass sich danach eine längere Fehde mit dem "Million Dollar Man" entwickelte. In Promos versuchte der Millionär sich über den Boss Man lustig zu machen. So "interviewte" er einen seiner ehemaligen Gefangenen aus Cobb County, Georgia, seinen angeblichen High-School-Lehrer und seinen angeblichen Nachbarn. Dieser Aufbau hatte nur den Zweck, ihre Matches bei House Shows besser zu bewerben. Typisch zur damaligen Zeit. Fast alle Kämpfe abseits der Kameras bis weit in den Sommer hinein gewann der Boss Man. Nur ein Match schaffte es zu TV-Ehren: Am 20. April 1990 besiegte der ehemalige Gefängniswärter bei WWF on MSG Network den "Million Dollar Man" Ted DiBiase.

    Wenn aus Feinden Freunde werden
    Bei WrestleMania VI verlor Hulk Hogan seine WWF Championship an den Ultimate Warrior, doch es kam noch Schlimmer. Einige Wochen später wurde er bei der Brother Love Show von einem Erdbeben in Form von John Tenta alias Earthquake heimgesucht. Mit mehreren Earthquake Splashes verpasste er dem Hulkster eine "Rippenverletzung". Es wurde sogar verlautbart, dass Hogans Karriere in Gefahr war. Doch sein Freund, der Matrose Tugboat, rief die Fans dazu auf, ihm Genesungsbriefe zu schicken – was seine Wirkung nicht verfehlte. Der Hulkster kündigte an, dass seine Karriere weitergehen würde und nannte den SummerSlam 1990 als Comeback-Zeitpunkt. Sein Gegner dort: Natürlich Earthquake. Während das Schwergewicht wie immer Manager Jimmy Hart und Dino Bravo an seiner Seite hatte, stand Tugboat in der Ecke des Rückkehrers. Aber der Matrose wurde bei Superstars neun Tage vor dem PPV von Earthquake und Bravo außer Gefecht gesetzt, indem er zwei Earthquake Splashes einstecken musste. Ein zu Hilfe eilender Big Boss Man konnte noch Schlimmeres verhindern. Mit dieser Rettungsaktion empfahl er sich als Ersatzmann für Tugboat in der Ecke von Hogan. Eine Woche später bestätigte Hulk Hogan, dass sein ehemaliger Feind ihn beim großen Sommer-PPV begleiten wird. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde der Hulkster bei der Brother Love vom Boss Man noch mit dem Nightstick vermöbelt. Jetzt stehen sie Seite an Seite gegen das Böse. So etwas gibt es halt nur im Wrestling!
    Der SummerSlam fand am 27. August 1990 im Philadelphia Spectrum statt. Bereits früher am Abend sorgte der Big Boss Man für Law & Order. Er war Ringrichter im Match zwischen Jake Roberts und Bad News Brown. Letzterer wurde von ihm disqualifizierte, da er einen Stuhl einsetzte. Schlechte Nachrichten für Brown, der daraufhin den Boss Man attackierte. Doch anschließend verjagte Roberts ihn mit seiner Schlange Damian. Später im Co-Main-Event siegte Hulk Hogan durch Auszählen, nachdem er Earthquake mit einem Bodyslam auf eine Trage warf, die eigentlich für den Hulkster vorgesehen war. Nach dem Match sorgte der Boss Man noch für Ordnung, da die Heels auf Hogan losgingen. Mit harten Stuhlschlägen befreite er Hogan, der sich gerade in einem Bearhug von Earthquake befand. Kurz darauf musste der Big Boss Man sich wieder um seine eigenen Geschäfte kümmern.

    Bobby Heenan beleidigt die Mutter des Big Boss Man
    Im Spätsommer 1990 startete für den Big Boss Man eine lange Fehde mit der Heenan Family. So fing alles an: Bobby "The Brain" Heenan und sein damals bestes Pferd im Stall "Ravishing" Rick Rude beleidigten die Mutter des Boss Man, was diesen zur Weißglut brachte. Zu einem TV-Match zwischen den beiden kam es nie, da Rude im Oktober die WWF verließ. Laut Storyline wurde Rick Rude wegen den Beleidigungen von "Präsident" Jack Tunney suspendiert. Doch um Heenan scharten sich bekanntlich noch mehr Heels. So hetzte er den Tongalesen Haku auf den Boss Man, der ihn jedoch bei einer Ausgabe von Prime Time Wrestling in die Knie zwingen konnte. Wenn es sein musste, legte das Wiesel selbst Hand an. Bei der Countdown-Show zur Survivor Series griff Heenan den Boss Man in seinem Match gegen Earthquake mehrmals an, der dadurch so sauer war, dass er Heenan verjagte und dabei ausgezählt wurde. Beim PPV direkt trafen die Hulkamaniacs (Hulk Hogan, Boss Man, Tugboat & Jim Duggan) auf die Natural Disasters (Earthquake, Dino Bravo, Haku & The Barbarian) in einem Eliminationsmatch aufeinander. Dabei durfte der ehemalige Gefängniswärter Haku, der Rick Rude ersetzte, eliminieren, ehe er selbst von Earthquake gepinnt wurde. Trotz seines Ausscheidens gewann am Ende sein Team. Letzter Überlebender war, na wer schon: Hulk Hogan.
    Nach dem Abgang von Rick Rude stieg Mr. Perfect auf den 1. Platz in der internen Rangliste der Heenan Family. Den ersten TV-Kampf zwischen ihm und den Big Boss Man gab es bereits am 23. November 1990 bei The Main Event IV. Genauso wie bereits gegen Earthquake wurde er ausgezählt, da er den eingreifenden Heenan aus der Halle jagte. Anschließend kehrte er mit seinem Nightstick bewaffnet in den Ring zurück und schlug Perfect in die Flucht. Bei House Shows stieg der Manager sogar selbst in den Ring und eines dieser Matches schaffte es auch auf die Videokassette "Mega Matches". Nach Rude, Haku und Perfect sollte sich nun der mächtige Barbarian um den Boss Man kümmern. Die beiden trafen im Januar 1991 beim Royal Rumble aufeinander. Es entwickelte sich ein schweißtreibender Brawl, bei dem sich der Barbarian sogar nach dem Boss Man Slam aus dem Cover befreien konnte. Am Ende gewann der Gefängniswärter nach fast einer Viertelstunde, indem er einen Crossbody seines Gegners auskonterte und selbst den Siegbringenden Pin zeigen konnte. Ab Februar ging die Fehde in die letzte und entscheidende Runde. Sein Gegner war der amtierende Intercontinental Champion Mr. Perfect, der sich in der Zwischenzeit den Titel von Kerry Von Erich zurückholen konnte. Davor durfte sich noch Boss Mans Mutter bei einer Prime Time Wrestling-Ausgabe an Bobby Heenan für die ganzen Beleidigungen rächen. Er fesselte ihn mit Handschellen, damit seine Mutter das Wiesel mit ihrer Handtasche verprügeln konnte. Natürlich handelte es sich um eine Schauspielerin und nicht um die richtige Mutter von Ray Traylor. Mit gegenseitigem Eingreifen baute man zwischen dem Boss Man und Mr. Perfect ein Titelmatch für WrestleMania VII auf. Dort gewann der Herausforderer nur durch DQ und damit nicht den Titel, da er von Haku und dem Barbarian attackiert wurde. Anschließend bekam der Boss Man Hilfe von André the Giant, der jedoch leider sich in einer schlechten körperlichen Verfassung befand. Nach dem PPV plätscherte die Fehde nur so dahin. Vor den TV-Kameras standen die beiden nur noch bei einer Battle Royal am 27. April 1991 bei Saturday Night’s Main Event gegeneinander im Ring. Dieses Match konnte Mr. Perfect für sich entscheiden, der unter anderem gemeinsam mit dem Barbarian auch den Boss Man eliminieren konnte.

    Big Boss Man oder The Mountie – Wer muss für 24 Stunden ins Gefängnis?
    Anfang 1991 tauchte The Mountie an der Seite des Managers Jimmy Hart in der WWF auf. Der Frankokanadier Jacques Rougeau verkörperte einen bösartigen Royal Canadian Mounted Polizist der seine Gegner mit einem Elektroschocker außer Gefecht setzte. Ähnlicher Start wie der Big Boss Man, der zu Beginn einen ehemaligen korrupten Gefängniswärter darstellte. Fast schon logisch, dass sich eine Fehde zwischen der US-amerikanischen Polizei und der kanadischen Polizei entwickelte. Zum ersten Mal kämpften die beiden noch ohne Storyline bereits am 22. April bei WWF on MSG Network gegeneinander. Dieses Gefecht konnte der Boss Man für sich entscheiden und damit endete auch die Siegesserie des Mounties. Dies konnte Rougeau nicht so einfach hinnehmen und nach einem Match vom Boss Man im Mai gegen einen Jobber, rächte er sich an ihn auf seine Weise. Dabei halfen ihm die Nasty Boys, zwei weitere Klienten von Jimmy Hart, die den Boss Man ans Ringseil ketteten, sodass der Mountie ihn mit dem Elektroschocker traktieren konnte. Am 3. Juni trafen die beiden bei der regelmäßig stattfindenden TV-Show im New Yorker Madison Square Garden erneut aufeinander. Diesmal konnte sich der Mountie durchsetzen, der Ende Juli den Boss Man auf einem Parkplatz vor dem Prime Time Wrestling-Studio erneut mit seinem Elektroschocker attackierte.
    Um die Sache zu klären wurde für den SummerSlam, der ebenfalls im MSG stattfand, ein finales Match mit einer Sonderklausel angesetzt. Laut dieser Klausel würde der Verlierer dieses Jailhouse Matches für 24 Stunden in ein New Yorker Gefängnis gesperrt. Der Boss Man besiegte den Mountie, der gemäß der Special-Stipulation einen Tag lang hinter Gittern verbringen musste. Sofort nach dem Kampf wurde der jammernde Mountie von Polizisten mit Handschellen abgeführt. Zwischen den Kämpfen des SummerSlam wurden den Zuschauern lustige Segmente präsentiert. So weigerte er sich zum Beispiel Fingerabdrücke zu geben und zeigte dem Polizisten den Mittelfinger. Auch ein Polizeifoto versuche er zu verhindern, doch am Ende musste er beides über sich ergehen lassen. Seine Zelle musste sich der Mountie mit einem schwulen Kriminellen teilen, der bevorzugt Lederwaren trug. Na dann, gute Nacht!

    Fehde gegen Steuereintreiber Irwin R. Schyster
    Im Herbst 1991 musste sich der Big Boss Mann erneut mit einem Neuling auseinandersetzen. Irwin R. Schyster, der selbsternannte Steuereintreiber aus Washington, D.C., analysierte die finanziellen Lücken der beliebten WWF Superstars. Laut I.R.S. hatte auch der Gefängniswärter aus Cobb County, Georgia angeblich rote Zahlen beim Finanzamt. Dies thematisierte er unter anderem in Paul Bearers Interview-Segment, dem Funeral Parlor. Bei einer Superstars-Ausgabe Mitte November rächte sich der Boss Man, indem er Schyster während eines Matches gegen Greg Valentine attackierte. Kurz darauf trafen beide bei der Survivor Series 1991 in einem Elimination Match aufeinander. Während der Boss Man die Tag Team Champions Legion of Doom auf seiner Seite hatte, gesellten sich zum Steuereintreiber die Natural Disasters (Earthquake & Typhoon). Im Vorfeld gewann der Boss Man ein Match gegen Earthquake durch DQ, nachdem dessen Partner ihn attackierten. Beim PPV konnte sich zwar der Boss Man mit der Legion of Doom gegen I.R.S. und den Natural Disasters (Earthquake & Typhoon) durchsetzen, aber er selbst wurde als einziger seines Teams von seinem Erzrivalen eliminiert. Wenige Tage später schaffte Schyster bei WWF on MSG Network einen weiteren Sieg über den Big Boss Man und viele Matches in den nächsten zwei Monaten endeten im Wechsel. Bei Prime Time Wrestling im Februar 1992 rettete der Wärter seinen Freund Virgil, nachdem dieser von I.R.S. mit dessen Koffer niedergeschlagen wurde und damit endete diese kurze Fehde.
    Auch wenn der Big Boss Man von großen Fehden oder gar Titelmatches weit entfernt war, degradiert man ihn wenigstens nicht zum Edeljobber. Ende 1991 / Anfang 1992 durfte er in TV-Shows Col Mustafa (Iron Sheik), Hercules, The Warlord, Kato und The Berzerker mal durch Pinfall, DQ oder Count Out besiegen. Lediglich "The Model" Rick Martel brachte ihm in dieser Zeit eine Niederlage ein. Hierfür benötigte er jedoch einen unfairen Schlag mit dem Nightstick. Außerdem stieg der Boss Man bei den Großveranstaltungen Royal Rumble und WrestleMania VIII in den Ring. Beim erstgenannten PPV nahm er an der 30-Man Battle Royal teil und eliminierte dabei den Repo Man und Hercules. Mitten im Match waren nur noch er und Ric Flair im Ring. Der Boss Man agierte zu ungestüm, so dass der spätere Sieger einem Angriff ausweichen konnte. Bei WrestleMania war er Teil eines unbedeutenden Tag Team Match. Gemeinsam mit Virgil, Jim Duggan und Sgt. Slaughter besiegte er den Repo Man, Mountie und die Nasty Boys.

    Die Rache eines ehemaligen Sträflings: Nailz
    Ab dem Frühjahr 1992 hatte es der Big Boss Man nun mit einem richtigen Neuling zu tun. Während Jacques Rougeau (The Mountie) und Mike Rotunda (Irwin R. Schyster) in der Vergangenheit bereits im Tag-Team-Bereich für die WWF tätig waren, tauchte Kevin Wacholz (bekannt als Kevin Kelly in der AWA) mit einem bizarren Gimmick erstmals in der Promotion auf. Zunächst gab es mysteriöse Vignetten zu sehen, in denen man nicht den Mann sah, sondern nur hörte, wie er von einer Gefängniszelle aus schwere Vorwürfe in Richtung des Big Boss Man erhob. Der Neuling erklärte, dass er ein Ex-Sträfling sei, der unschuldig im Cobb County Gefängnis gesessen hätte. Zudem behauptete er vom ehemaligen dort arbeitenden Gefängniswärter Big Boss Man misshandelt geworden zu sein. Er kündigte bittere Rache dafür an. Am 30. Mai debütierte der Ex-Knacki bei Superstars, nachdem der Boss Man gerade den Jobber Dave Roulette besiegte. Vom Publikum kommend attackierte er in orange Sträflingskleidung seinen früheren Peiniger auf brutale Art und Weise. Er fesselte ihn mit dessen eigenen Handschellen und schlug ihn mit seinem Schlagstock nieder. Der Name des Neulings lautete übrigens Nailz.
    Nach dem Angriff musste der Big Boss Man erst einmal "verletzungsbedingt" mehrere Monate pausieren, kündigte aber in einem Telefoninterview an, zurückzukommen und Nailz seine gerechte Strafe zuzuführen. Die Beschuldigungen stritt der Boss Man ab. Er habe ihn nicht misshandelt und er wäre auch nicht unschuldig. Streng genommen müsste man Nailz zumindest mit dem ersten Punkt Recht geben. So prahlte der Big Boss Man noch in den Vignetten vor seinem WWF-Debüt im Jahr 1988 stolz, dass er als Gefängniswärter seine Gefangene mit Freude gewaltsam misshandelte. Aber sehen wir mal über diese Logiklücke hinweg! Während der Abwesenheit seines Feindes vertrieb sich Nailz damit, mit dem geklauten Nightstick weiter zu wüten. Er fertigte eine Reihe von Jobbern im Rekordtempo ab, besiegte beim SummerSlam mit Virgil einen guten Freund des Boss Man und beendete einige Wochen später mit einer üblen Attacke die aktive Karriere von Sgt. Slaughter. Und immer wieder provozierte er den Boss Man und drohte, ihn beim nächsten Aufeinandertreffen für immer aus der WWF zu prügeln.
    Obwohl der Big Boss Man aus den Shows geschrieben wurde, gab es zwischen ihm und Nailz ein paar Matches bei House Shows, die abwechselnd gewonnen werden konnten. Der Showdown dieser Fehde wurde für die Survivor Series am 25. November aufgespart. In dem Match spielte der von Nailz gestohlene Schlagstock eine Sonderrolle. Er wurde auf einen erhöhten Ringpfosten gehangen und wer ihn als erster erreichte, durfte ihn einsetzen. Unter den Jubel der Fans erreichte der Boss Man als erster den Nightstick, aber Nailz konnte ihm diesen dann auch abnehmen und selbst damit zuschlagen. Der ehemalige Gefängniswärter erlangte die Waffe dann noch mal zurück, entschloss sich dann am Ende aber, Nailz ohne Hilfe des Objekts mit dem Boss Man Slam zu besiegen. Das war der Schlusspunkt seiner vorerst letzten Fehde in der WWF.

    Stagnierendes Gimmick: Ray Traylor kündigt und steigt für All Japan in den Ring
    Anfang 1993 gehörte der Big Boss Man nur noch zum abgestellten Gleis. Beim Royal Rumble kassierte er eine glasklare Niederlage gegen Rückkehrer Bam Bam Bigelow und im Februar ließ er bei einer Superstars-Ausgabe trotz eines Sieges durch DQ den Neuling Doink gut aussehen. Mittlerweile merkte man wie der Reiz des Boss Man bei den Fans verloren ging. Das Gimmick wurde nicht weiterentwickelt, und der erst 29-jährige Ray Traylor war der Ansicht, dass ihm gegebene Versprechungen nicht eingehalten wurden. Aus diesen Gründen kündigte er bei der WWF. Sowohl die Liga als auch Traylor einigten sich jedoch friedlich. Brav jobbte er bis Ende März bei Touren (u.a. auch durch Deutschland) gegen Leute wie Bigelow, Razor Ramon oder Papa Shango. Sein vorerst letztes Match bestritt er am 14. März gegen Doink bei einer House Show in der kanadischen Provinz Quebec. Wenige Tage später absolvierte der Big Boss Man noch ein paar Auftritte in Tennessee für die United States Wrestling Association, einer Liga, die eng mit der WWF zusammenarbeitete. Gemeinsam mit Co-Besitzer Jerry Lawler oder Jeff Jarrett kämpfte er gegen die Harlem Knight (später im Jahr als Men on a Mission bekannt).
    Im Juni 1993 machte der Big Boss Man einen kurzen Abstecher nach Australien. In Down Under stand er in Melbourne und Adelaide jeweils im Main Event und konnte dabei Nailz besiegen. Anschließend wurde er von All Japan Pro Wrestling für die im Juli stattfindende Summer Action Series engagiert. Seine letzten Matches für die populäre Liga im Land der aufgehenden Sonne hatte er Anfang 1988 bestritten. Wie damals benutzte er seinen alten Namen Big Bubba Rogers, nur mit dem Unterschied das er weiterhin mit seiner blauen WWF-Polizeiuniform in den Ring stieg. An der Seite von amerikanischen Größen wie z.B. Gaijin-Legende Stan Hansen bestritt er viele hochkarätige Kämpfe. Eines seiner besten gegen das legendäre Puroresu-Gespann Mitsuharu Misawa & Kenta Kobashi. In Singles Matches triumphierte er über Mighty Inoue und Johnny Smith und verlor gegen Aikira Taue. Nach der Tour kehrte er in die Staaten zurück, um wieder als Big Boss Man für Smoky Mountain Wrestling (vs. Kevin Sullivan) und für die World Wrestling Association zu kämpfen. Pünktlich zur October Giant Series kehrte Big Bubba zu All Japan zurück. Dort wurde er in ein Tag Team mit Steve Williams gesteckt, und sehr schnell wurden die beiden zu einem der beliebtesten ausländischen Tag Teams der Liga. Im November/Dezember nahm das Team an der traditionell jährlich stattfindenden Real World Tag League 1993 teil. Dieses Turnier beendeten Rogers & Williams mit dem vierten Platz. Sieger wurden Misawa & Kobashi, die dieses Turnier auch in den nächsten beiden Jahren gewinnen konnten. Bitter: Am zweiten Tag musste Ted DiBiase die Tour verletzungsbedingt abbrechen und seine Karriere beenden.


    Hier erfahrt ihr alles von seiner WCW-Karriere über seinem zweiten WWF-Run bis hin zum tragischen Ende!

  • A N Z E I G E
  • Stagnierendes Gimmick: Ray Traylor kündigt und steigt für All Japan in den Ring
    Anfang 1993 gehörte der Big Boss Man nur noch zum abgestellten Gleis. Beim Royal Rumble kassierte er eine glasklare Niederlage gegen Rückkehrer Bam Bam Bigelow und im Februar ließ er bei einer Superstars-Ausgabe trotz eines Sieges durch DQ den Neuling Doink gut aussehen. Mittlerweile merkte man wie der Reiz des Boss Man bei den Fans verloren ging. Das Gimmick wurde nicht weiterentwickelt, und der erst 29-jährige Ray Traylor war der Ansicht, dass ihm gegebene Versprechungen nicht eingehalten wurden. Aus diesen Gründen kündigte er bei der WWF. Sowohl die Liga als auch Traylor einigten sich jedoch friedlich. Brav jobbte er bis Ende März bei Touren (u.a. auch durch Deutschland) gegen Leute wie Bigelow, Razor Ramon oder Papa Shango. Sein vorerst letztes Match bestritt er am 14. März gegen Doink bei einer House Show in der kanadischen Provinz Quebec. Wenige Tage später absolvierte der Big Boss Man noch ein paar Auftritte in Tennessee für die United States Wrestling Association, einer Liga, die eng mit der WWF zusammenarbeitete. Gemeinsam mit Co-Besitzer Jerry Lawler oder Jeff Jarrett kämpfte er gegen die Harlem Knight (später im Jahr als Men on a Mission bekannt).
    Im Juni 1993 machte der Big Boss Man einen kurzen Abstecher nach Australien. In Down Under stand er in Melbourne und Adelaide jeweils im Main Event und konnte dabei Nailz besiegen. Anschließend wurde er von All Japan Pro Wrestling für die im Juli stattfindende Summer Action Series engagiert. Seine letzten Matches für die populäre Liga im Land der aufgehenden Sonne hatte er Anfang 1988 bestritten. Wie damals benutzte er seinen alten Namen Big Bubba Rogers, nur mit dem Unterschied das er weiterhin mit seiner blauen WWF-Polizeiuniform in den Ring stieg. An der Seite von amerikanischen Größen wie z.B. Gaijin-Legende Stan Hansen bestritt er viele hochkarätige Kämpfe. Eines seiner besten gegen das legendäre Puroresu-Gespann Mitsuharu Misawa & Kenta Kobashi. In Singles Matches triumphierte er über Mighty Inoue und Johnny Smith und verlor gegen Aikira Taue. Nach der Tour kehrte er in die Staaten zurück, um wieder als Big Boss Man für Smoky Mountain Wrestling (vs. Kevin Sullivan) und für die World Wrestling Association zu kämpfen. Pünktlich zur October Giant Series kehrte Big Bubba zu All Japan zurück. Dort wurde er in ein Tag Team mit Steve Williams gesteckt, und sehr schnell wurden die beiden zu einem der beliebtesten ausländischen Tag Teams der Liga. Im November/Dezember nahm das Team an der traditionell jährlich stattfindenden Real World Tag League 1993 teil. Dieses Turnier beendeten Rogers & Williams mit dem vierten Platz. Sieger wurden Misawa & Kobashi, die dieses Turnier auch in den nächsten beiden Jahren gewinnen konnten. Bitter: Am zweiten Tag musste Ted DiBiase die Tour verletzungsbedingt abbrechen und seine Karriere beenden.


    Als The Boss in der WCW gegen Rick Rude und als Ringrichter gegen(!) Vader
    Inzwischen war World Championship Wrestling, die zweite Kraft im nordamerikanischen Wrestling, auf Ray Traylor aufmerksam geworden und bot ihm einen finanziell sehr hoch dotierten Vertrag an, den er auch annahm. Sein Debüt feierte er am 18. Dezember 1993 bei der wöchentlichen TV-Show Saturday Night. An diesem Tag verteidigte WCW International Heavyweight Champion "Ravishing" Rick Rude seinen Titel gegen Davey Boy Smith durch Nichtantritt. Der Grund: Nachdem der British Bulldog in einer Kneipe einen Mann verprügelte, der zuvor mit seiner Frau Diana flirtete, wurde er von der WCW entlassen, da die Prügelei weltweit negative Schlagzeilen machte. Überraschend erschien Traylor in seinem altbekannten blauen Polizistenoutfit als neuer Face-Gegner, der Rude in einem Non Title Match bezwingen konnte. Da der Name Big Boss Man von der WWF rechtlich gesichert war, nannte man ihn einfach The Boss. Trotzdem waren beide Gimmicks im Prinzip das Gleiche. Auch der Nightstick und die Handschellen gehörten wieder zu seinem Equipment. Durch den Sieg über Rude erhielt er bei Starrcade acht Tage später ein Titelmatch, das er jedoch clean verlor. Um möglichen Ärger der Konkurrenz aus dem Weg zu gehen, trug The Boss beim PPV eine schwarze Polizeiuniform. Angekündigt wurde er aus dem Cobb County Corrections Center und in seiner Einzugsmusik hörte man Polizeisirenen.
    Auch in der WCW nahm sich der Boss zur Aufgabe für Recht und Ordnung zu sorgen. In TV-Shows besiegte er neben einigen Jobbern auch Tag-Team-Veteran Bobby Eaton und The Equalizer (Dave Sullivan). Bei Clash of the Champions am 27. Januar 1994 sorgte er im Match Brian Pillman gegen Manager Col. Robert Parker für Ordnung. Er vertrieb Parkers Schützling Steve Austin vom Ring, womit Pillman ohne Eingriff Parker besiegen konnte. Laut Klausel musste der Manager aufgrund dieser Niederlage in der nächsten Woche ein Hühnchenkostüm anziehen. Nach diesem kurzen Intermezzo hatte The Boss einen dicken Fisch an der Angel. Sein Ziel: Der dreimalige WCW World Heavyweight Champion Big Van Vader! Bei einer Ausgabe von Saturday Night im Februar "brach" der Bösewicht die Nase von Jobber Sonny Rogers. Anschließend versuchte Ricky Steamboat zu helfen, doch gegen Vader und dessen Manager Harley Race hatte er keine Chance. Erst als The Boss zum Ring eilte, verdufteten die Heels. Imponiert von diesem Einsatz, machte Commissioner Nick Bockwinkel den Ordnungshüter zum Ringrichter im Main Event bei SuperBrawl IV. Dort traf World Champion Ric Flair in einem Thundercage Match auf Vader. Als Race außerhalb des Käfigs eingreifen wollte, schritt The Boss ein, der den Manager mit seinen Handschellen an den Cage fesseln wollte. Jedoch wurde er von Vader hinterrücks attackiert, der ihn selbst an den Käfig kettete. Race schnappte sich den Schlüssel für den Cage aus der Hosetasche des ehemaligen Gefängniswärters und schloss von innen ab. Im Ring wurde Flair von Vader und Race mit dem Schlagstock des Gastringrichters verprügelt. Außerhalb des Käfigs versuchten Arn Anderson und Steamboat erfolglos hinein zu kommen, um dem "Nature Boy" zu helfen. Wenig später konnte sich The Boss befreien, der dem Champion tatkräftig unterstützte. Als Flair gegen Vader seinen Figure Four Leglock ansetzte, ließ The Boss die Ringglocke läuten, obwohl Vader nicht aufgegeben hatte. Diese Kontroverse sorgte für ordentlich Zündstoff in der Rivalität zwischen The Boss und Big Van Vader.


    Rechtlichen Ärger mit der WWF: Aus The Boss wird The Guardian Angel
    Bereits für Spring Stampede im April 1994 setzte Commissioner Nick Bockwinkel ein Match zwischen The Boss und Big Van Vader an. Im Vorfeld passierte Harley Race ein verbales Missgeschick: In einem Interview sagte er versehentlich "Boss Man". Beim PPV musste sich der Ordnungshüter dem beweglichen Big Men nach einem Moonsault geschlagen geben. Er lieferte sich einen harten knapp zehnminütigen Fight und konnte sich sogar nach der Vader Bomb aus dem Cover befreien. Nach dem Match verprügelte der schlechte Verlierer mit seinem Nightstick seinen Widersacher Vader und dessen Manager Race. Kurz darauf gab Commissioner Bockwinkel Backstage ein Interview, der sich gegen Selbstjustiz äußerte. Aus diesem Grund nahm er Traylor den Schlagstock und die Handschellen weg und er darf sich nicht mehr als The Boss bezeichnen. Der wahre Grund: Es kam nun doch zu Rechtsstreitigkeiten seitens der WWF. Als die WCW das sehr ähnliche Gimmick des Big Boss Man samt Nightstick und Handschellen benutzte, ging die WWF auf die Barrikaden. Vince McMahon drohte mit einer Klage, die man mit dem angesprochenen Backstage-Segment entgehen konnte.
    Bereits Ende April erhielt Ray Traylor ein neues Gimmick, das erneut für Recht und Ordnung sorgen sollte. Doch diesmal verhielt sich die WCW etwas cleverer bei der Kreation des neuen Charakters. Traylor wurde laut Storyline ein neues Mitglied der realen US-amerikanischen Bürgerinitiative Guardian Angels (dt.: Schutzengel). Dabei trug er die typische Bekleidung, das aus ein rotes Barett als Kopfbedeckung, einer roten Jacke und einem weißen T-Shirt besteht. Bis der Guardian Angel, der mit "The Man who stand for Law & Order" angekündigt wurde, sein Re-Debüt feiern durfte, gab es die eine oder andere Vignette zu bestaunen, in denen er von realen Mitgliedern im Hauptquartier in New York die Verbrechensbekämpfung beigebracht bekam. Als ob dies der ehemalige Gefängniswärter nötig hätte! Erst am 23. Juni bei Clash of the Champions stieg Traylor mit seinem neuen Gimmick Guardian Angel erstmals in den Ring. In unter zwei Minuten besiegte er Tex Slazenger (Phineas I. Godwinn a.k.a. Mideon) mit seinem Sidewalk Slam, den er natürlich nicht mehr als Boss Man Slam bezeichnen durfte.
    In den nächsten Monaten setzte der Guardian Angel seine Fehde mit Big Van Vader fort, gegen den er bei Bash at the Beach im Juli 1994 ein weiteres Match bestritt. Am Ende wurde der Ringrichter versehentlich zu Boden geschubst, was Manager Harley Race dazu nutzte seinem Schützling einen Schlagstock (nicht der typische Boss Man-Nightstick) zu geben. Dem Guardian Angel gelang es jedoch die Waffe an sich zu reißen. Doch just in diesem Moment war der Referee wieder zu Stelle, der den Nightstick in der Hand des Angels erblickte. Er läutete die Ringglocke, da Race außerhalb des Rings behauptete, der Schutzengel hätte den Schlagstock eingesetzt. Damit gewann Vader kontrovers durch DQ. Bei Fall Brawl am 18. September erhielten beide gemeinsam mit Sting die Chance, neuer Nr. 1 Herausforderer von WCW World Heavyweight Champion Hulk Hogan (seit dem Sommer 1994 in der WCW) zu werden. Per Münzwurf wurde ermittelt, dass zunächst der Guardian Angel auf Vader treffen wird. Der Sieger dieses Matches musste unmittelbar danach gegen Sting antreten. Mit der Hilfe von Race setzte sich Vader durch, der anschließend auch noch Sting besiegen konnte. Der Schlusspunkt dieser Fehde erfolgte bei Halloween Havoc im Oktober. Bei dieser Show saß übrigens Boxlegende Muhammad Ali, der neben Sting im Publikum Platz nahm. Der Guardian Angel, der von mehreren Mitgliedern der Bürgerinitiative begleitet wurde, musste sich Big Van Vader geschlagen geben. Fast schon erwartungsgemäß ging er in dieser Fehde als Verlierer aus dem Ring.


    Heel-Turn gegen Sting und zurück zu den Wurzeln als Big Bubba Rogers
    Ende 1994 sollte der Guardian Angel erneut seinem Namen alle Ehre machen. Er unterstützte Sting, der nach Hulk Hogans Ankunft im Sommer nur die zweite Geige als Top-Babyface spielte, im Kampf gegen das Heel-Stable 3 Faces of Fear, das aus Kevin Sullivan, The Butcher (Brutus Beefcake) und Avalanche (Earthquake) bestand. Bei der 30. Auflage von Clash of the Champions am 25. Januar 1995 leitete er als Gastringrichter ein Match zwischen Sting und Avalanche. Am Ende setzte der Stinger sein Aufgabegriff Scorpion Deathlock an und zwang damit Avalanche zur Aufgabe. Doch was zum Teufel war mit dem Guardian Angel los? Obwohl der ehemalige Earthquake ihm deutlich zu verstehen gab aufzugeben, läutete er das Match nicht ab. Ringrichter Nick Patrick eilte zum Ring und beendete dieses Match. Nach dem Kampf attackierte der "Schutzengel" den Publikumsliebling, den er gemeinsam mit Avalanche anschließend noch eine Tracht Prügel verpasste. Anschließend wurde Ray Traylor interviewt, der behauptete Avalanche habe nie aufgegeben. Außerdem verkündete er nicht mehr der Guardian Angel zu sein und nannte sich wieder Big Bubba Rogers. Damit kehrte er zurück zum ursprünglichen Bodyguard-Gimmick, das Traylor im Mai 1986 zum ersten Mal darstellte.
    In der Folgezeit begann Big Bubba Rogers eine Koalition mit Avalanche, gehörte jedoch nicht offiziell zu den 3 Faces of Fear. Die beiden fehdeten gegen Sting, der auf die Unterstützung von Randy Savage zählen konnte. Für SuperBrawl am 19. Februar 1995 wurde ein Tag Team Match zwischen den beiden Parteien angesetzt. Sein erstes TV-Match mit seinem alten Gimmick bestritt er bereits am Vorabend bei Saturday Night. Dort besiegte er den Jobber Scott D’Amore mit dem Bubba Slam, wie er seinen Boss Man Slam nun nannte. Big Bubba trug wie damals Sonnenbrille, Krawatte und Sakko. Beim PPV verloren die Heels, nachdem Sting Avalanche nach einem Crossbody vom Seil pinnen konnte. Ein paar Wochen später gab es bei einer TV-Show ein Re-Match, das erneut die Faces gewannen – diesmal jedoch durch DQ. Bei Uncensored im März trafen die vier Kontrahenten getrennt in zwei Einzelmatches aufeinander. Randy Savage bezwang Avalanche durch DQ, da sich sein Rivale Ric Flair einmischte. Später am Abend gelang es Big Bubba überraschend gegen den Stinger einen Sieg davonzutragen. Sting, der mit einer "Knieverletzung" in den Ring stieg, wollte Rogers einen Bodyslam verpassen, doch der Bodyguard machte sich schwer und landete genau auf seinen Gegner in die Pinposition, die den Erfolg einbrachte. Das roch nach einem Rückkampf, den es am 21. Mai bei Slamboree auch geben sollte. In einem so genannten Lights Out Match durfte man illegale Gegenstände benutzen. Am Ende schwächte Sting den Bodyguard mit der Hilfe eines Tisches und zwang ihn anschließend mit seinem Scorpion Deathlock zur Aufgabe. Damit endete diese Fehde für die Fans versöhnlich mit einem Sieg des Stingers.


    Boring! Eine viel zu lange Fehde gegen "Hacksaw" Jim Duggan
    Nach Fehden gegen die Main Eventer Rick Rude, Vader und Sting kam im Sommer 1995 die Ernüchterung. Es folgte eine langweilige Fehde gegen "Hacksaw" Jim Duggan, der wie viele andere zuvor ebenfalls von der WWF zur WCW wechselte. Diese Auseinandersetzung zog sich bis Anfang 1996 und wenn der Dungeon of Doom, die versuchten Hulkamania zu vernichten, nicht wäre, hätten wohl Traylor und Duggan die schlechteste WCW-Fehde des Jahres bestritten. Bevor diese Rivalität startete, nahm Big Bubba Rogers im Frühjahr an zwei Turniere teil. In der ersten Runde um die vakante WCW United States Heavyweight Championship verlor er durch DQ gegen Alex Wright und in der Slim Jim Challenge zog er gegen Brian Pillman den Kürzeren. Die Fehde gegen Jim Duggan zog sich wie bereits erwähnt über viele Monate lang. In allen TV-Shows (außer bei der ab September neuen Show Monday Nitro), die die WCW zu dieser Zeit ausstrahlte, sah man diese Begegnung mehr als einmal. Wenn man eines dieser Matches bei Saturday Night, The Main Event, Worldwide oder Pro gesehen hat, hat man alle gesehen. Nur der Sieger wechselte sich von Match zu Match, manche endeten auch Unentschieden. Eines dieser Kämpfe kam sogar zu PPV-Ehren. Beide trafen in der sinnlosen Matchart Taped Fist bei World War 3 am 26. November 1995 aufeinander. Im Grunde genommen waren ihre Fäuste nur mit einem Tape wie beim Boxen umwickelt und neben Pin oder Aufgabe konnte man diesen Kampf auch mit der Last Man Standing-Regel besiegen. Big Bubba setzte sich gegen Duggan mit der Unterstützung von VK Wallstreet (Irwin R. Schyster), mit dem er eine Zwecksgemeinschaft bildete, durch. Während Wallstreet den Ringrichter ablenkte, schlug Rogers seinen Gegner mit einer Stahlkette K.O. Anschließend zählte der Referee Duggan mit dem 10-Count aus. Später am Abend nahmen beide an der großen 60-Mann Battle Royal in drei Ringen teil. Duggan eliminierte Big Bubba, der ihn jedoch danach illegal von außerhalb über das oberste Seil zog. Bis März 1996 zog sich die Fehde noch, die letztendlich Jim Duggan für sich entscheiden konnte, da er die letzten drei TV-Matches alle gewann.


    Im Main Event beim allerersten WCW Monday Nitro
    Im Spätsommer 1995 wagte Eric Bischoff, seit 1994 WCW-Präsident, einen großen Schritt im Kampf gegen die WWF. Er produzierte die neue TV-Show Monday Nitro, die auf dem Sender TNT zur gleichen Uhrzeit lief wie WWF Monday Night RAW auf dem USA Network. Dieser gewagte Schachzug war die Geburt der "Monday Night Wars". Die erste Ausgabe von Monday Nitro fand am 4. September 1995 in der "Mall of Amerika", das meistbesuchte Einkaufszentrum der Welt, in Minneapolis statt. Im Main Event stand natürlich der damals amtierende WCW World Heavyweight Champion Hulk Hogan im Ring und sein Gegner in einem Titelmatch war Big Bubba Rogers. Hogan höchstpersönlich hatte sich Ray Traylor als Gegner herausgesucht. Diese Wahl gefiel Bischoff nicht sonderlich, da Big Bubba zu dieser Zeit nur in der Midcard herumdümpelte. Doch letztendlich gewährte er dem Hulkster diesen Wunsch, der vertraglich hinter den Kulissen einen starken Einfluss auf seine Storylines hatte. Der Matchverlauf war nichts Besonderes: Hogan entkam in letzter Sekunde Rogers Finishing Move, dem Bubba Slam, und verteidigte in gewohnter Manier seinen Titel nach dem üblichen Big Boot und dem anschließenden Leg Drop. Trotzdem gehörte dieses Match zu den Highlights in der WCW-Laufbahn von Ray Traylor. In den nächsten Monaten war der Bodyguard nur selten bei Nitro zu sehen, wo er sich u.a. Road Warrior Hawk und zweimal Sting geschlagen geben musste. Ray Traylor war nicht mehr als einer von vielen Fischen im großen WCW-Teich.


    Neues Mitglied im Stable Dungeon of Doom
    Auch im Frühling 1996 gab es noch das Stable Dungeon of Doom mit ihren teilweise obskuren Gestalten. Immerhin gab es nicht mehr den Yeti. Das Beste am Stable war das Debüt von The Giant (heute Big Show) im letzten Jahr. Schnell etablierte sich der Neuling im Main Event und war zu dieser Zeit sogar WCW World Heavyweight Champion. Doch ein Mitglied sorgte in der Gruppierung für interne Probleme, nachdem er sich gegen den Manager des Dungeon of Doom Jimmy Hart widersetzte. Anschließend wurde er auch noch vom Giant attackiert. Die Rede ist von Shark, das wohl trashigste Gimmick des ehemaligen Avalanche bzw. Earthquake in der WWF. Kurz darauf gab der Haifisch bekannt, dass er den Dungeon of Doom verlassen hat und den Champion Giant zu einem Titelmatch herausforderte. Bei Nitro am 27. Mai wurde er vom Champion klar besiegt. Anschließend kam Big Bubba Rogers zum Ring, der Sharks Haare bzw. eigentlich nur eine Haarhälfte abrasierte. Diese Attacke führte dazu, dass Big Bubba neues Mitglied beim Dungeon of Doom wurde. Eine Woche später äußerte sich der Hai dazu und gab eine denkwürdige Promo ab: "I’m not the Shark. I’m not a fish. I’m not a Avalanche. I’m a man. JOHN TENTA!" Somit bestritt Shark nur noch unter seinen bürgerlichen Namen Kämpfe und fehdete mit Big Bubba Rogers, der später sogar eine Barthälfte Tentas abrasierte. Im Ring jedoch dominierte der Kanadier und konnte ihn mehrmals bezwingen. Nachdem Tenta beim Great American Bash und bei Monday Nitro gewinnen konnte, fand bei Bash at the Beach 1996 das finale Match statt. In einem Carson City Silver Dollar on a Pole Match hing an einer Stange ein Beutel voller silberner Dollar, den Tenta abhängen konnte, Rogers damit schlug, ihn anschließend pinnte und so in dieser Fehde als Sieger hervorging. Diese Rivalität zwischen Tenta und Rogers wurde vom Wrestling Observer Newsletter zur schlechtesten Fehde des Jahres gewählt.
    Der Sommer 1996 ging in die Wrestling-Geschichte ein: Der zum Heel turnende Hulk Hogan sowie die von der WWF zur WCW wechselnden Scott Hall (Razor Ramon) und Kevin Nash (Diesel) gründeten die New World Order, die sich als Ziel vornahmen, die WCW zu übernehmen. In der Folgezeit schlossen sich noch Leute wie Randy Savage oder der Giant dieser Gruppierung an. In der Fehde gegen die nWo kam es auf der Seite der WCWler hier und da sogar zu Bündnissen von Rivalen, um die Invasion zu verhindern. Die Storyline rund um die nWo brachte der WCW Top-Quoten, die die WWF in den Monday Night Wars arg in Bedrängnis brachte und für 84 Wochen lang Montags sogar bessere Quoten erhielt als RAW is WAR. Trotz diesem mächtigen Stable fehdete der Dungeon of Doom intensiv mit den Four Horsemen. Das Hauptaugenmerk lag bei Chris Benoit und Kevin Sullivan, dessen reale private Fehde in eine Storyline verpackt wurde. Bei einer Nitro-Ausgabe gewannen die Horsemen in Form von Benoit, Ric Flair, Arn Anderson und Steve McMichael ein 8-Man Tag Team Match gegen den Dungeon, bestehend aus Big Bubba (der als Anspielung auf Anderson zum Enforcer des Stables ernannt wurde), Sullivan, Meng und Barbarian. Bei der großen 60-Mann Battle Royal bei World War III im November entstand vor dem Match außerhalb der drei Ringen ein großer Brawl mit den Mitgliedern des Dungeon und der Horsemen. Aus diesem Grund wurden alle disqualifiziert. In den TV-Shows spielte Big Bubba Rogers, der mittlerweile statt einem Bodyguard-Outfit eine Jeans und ein Muskelshirt trug, keine große Rolle. Bei Nitro kassierte er Niederlagen gegen Eddie Guerrero, Glacier und Jeff Jarrett. Lediglich Rick Steiner durfte er bei der Montagsshow besiegen, erhielt jedoch unfreiwillig Hilfe von Sting, dessen Zugehörigkeit (WCW oder nWo) noch in den Sternen stand.


    Bei der New World Order nur Mitläufer
    Am 25. November 1996 bei Monday Nitro erklärte Eric Bischoff, der nun auch in den Storylines gleichermaßen Boss der WCW und der nWo war, dass allen WCW-Wrestlern innerhalb der nächsten 30 Tage die Chance gegeben sein würde, ihre Promotion zu verlassen und sich der New World Order anzuschließen. Sollten sie dieses Angebot nicht nützen, müssten sie mit den Konsequenzen leben. Auch Big Bubba Rogers nutzte diese Chance, nachdem er am 16. Dezember seinen Stablekumpel Meng attackierte, der gerade an der Seite des Barbarian ein Titelmatch gegen die Tag Team Champions Outsiders (Scott Hall & Kevin Nash) bestritt. Damit turnte er nicht nur gegen den Dungeon of Doom, sondern wandte sich gleichzeitig von der WCW ab. Eine Woche später erschien Rogers mit einem T-Shirt der nWo und bestritt ein Kampf gegen Konnan vom Dungeon of Doom, den er kontrovers mit der Hilfe des parteiischen nWo-Ringrichters Nick Patrick durch DQ gewinnen konnte. Zwei Wochen später trafen die beiden bei Nitro erneut aufeinander – diesmal in einem Mexican Strap Match. Zwar setzte sich Konnan durch, jedoch wurde er anschließend mit dem Bubba Slam abgefertigt. Ein drittes Gefecht (Chain Match) endete bei einer Ausgabe von Saturday Night ohne Wertung. Beim nWo PPV Souled Out am 25. Januar 1997 hatte Big Bubba es erneut mit einem alten Partner vom Dungeon of Doom zu tun. In einem Mexican Death Match konnte er Hugh Morrus in die Knie zwingen. In den nächsten Wochen bestritt er keine Matches mehr, sondern war nur noch zu sehen, wie er in Kämpfe seiner Kollegen eingriff. Big Bubba Rogers war nicht mehr als ein Mitläufer. Bei Monday Nitro am 21. April zog man die Reißleine: WCW-Commissioner J.J. Dillon schmiss ihn aufgrund eines Vertrag-Formfehlers aus der nWo. Diesen kleinen Angle benötigte man, um ihn aus den Shows zu schreiben. Denn in Wirklichkeit benötigte Ray Traylor eine mehrmonatige Auszeit, um einige kleinere Verletzungen auszukurieren.


    Die Rache an die nWo gelingt nur bedingt
    Am 1. September 1997 meldete Ray Traylor sich mit einem Sieg über Prince Iaukea bei Monday Nitro zurück. Anschließend gab er ein Interview, indem er meinte von nun an nur noch unter seinem bürgerlichen Namen Ray Traylor in den Ring zu steigen (zum ersten Mal seit 1985). Da die nWo und vor allem ihr Boss Eric Bischoff ihn in seiner Auszeit im Stich gelassen hatten, möchte er sich jeden der Gruppierung einzeln vornehmen. Er stand kurz vor dem Karriere-Ende, doch ein Foto von Bischoff motivierte ihn zurückzukehren, um sich an die nWo zu rächen. Den Anfang machte er bei einer Saturday Night-Ausgabe, als er das schwächste Mitglied der nWo Vincent (Virgil) klar besiegte. Bei Nitro am 13. Oktober kassierte er eine Niederlage gegen Scott Norton, der ihn unfair mit einer Spraydose niederschlug. Auch eine Woche später setzte sich Norton – diesmal mit der Hilfe von Vincent – durch. Anschließend wurde Traylor von den nWo-Mitgliedern Curt Hennig, Scott Hall und Konnan attackiert. Mitte November bekam es Traylor mit einem der Topstars der nWo zu tun: "Macho Man" Randy Savage. Am Ende setzte sich die Legende mit ein klein wenig Unterstützung von Miss Elizabeth auch durch. Im Anschluss verpasste Savage ihm mehrere seiner Elbow-Smashes vom Top-Rope, während Elizabeth die nWo-Buchstaben auf den Körper von Traylor sprühte. Am 23. November nahm er bei World War III an der 60-Mann Battle Royal in drei Ringen teil. Er hielt zwar lange durch, doch blieb letztendlich unauffällig. Ein Tag später besiegte er den WCW United States Champion Curt Hennig durch DQ, nachdem ihn mehrere nWo-Mitglieder attackierten. Im Dezember folgte bei Saturday Night eine Niederlage gegen Scott Hall und bei Nitro ein Sieg über Konnan.
    Bisher agierte Ray Traylor im Kampf gegen die nWo als Einzelgänger. Mitte Dezember erhielt er Unterstützung von den Steiner Brothers Rick & Scott, die ihn vor weiteren Attacken der nWo retteten. Gemeinsam mit den Brüdern sowie Ted DiBiase, dem ehemaligen Finanzier der nWo, machte er weiter Jagd auf das schwarz-weiße Stable. Bei Starrcade 1997 kassierten die drei eine Niederlage gegen Randy Savage, Scott Norton und Vincent. Bei der ersten Nitro-Ausgabe des Jahres 1998 setzten sie sich gegen Konnan, Norton und Buff Bagwell durch. Drei Tage später beim allerersten Thunder gelang Traylor der wohl größte Sieg in der Fehde gegen die nWo, als er mit Scott Hall einen der Gründungsmitglieder besiegte. Zum Schluss zeigte er gegen den durch Larry Zbyzsko abgelenkten Hall seinen Sidewalk Slam. Bei Souled Out am 24. Januar gewannen Traylor und die Steiner Brothers ein Six-Man Tag Team Match gegen Konnan, Norton und Bagwell. Beim kommenden Nitro besiegte er mit Kevin Nash ein weiteres Gründungsmitglied. Der ehemalige Diesel wurde disqualifiziert, da er damals die verbotene Powerbomb zeigte, mit der er bei Souled Out dem Giant unglücklich am Nacken verletzte. Mitte Februar endete die Allianz mit den Steiner Brothers, nachdem Scott zur nWo wechselte. Gegen den jüngeren der Steiner Brothers musste er im März bei einer Ausgabe von Saturday Night und Nitro je eine Niederlage hinnehmen. Diese beiden verlorenen Matches bildeten den Schlusspunkt des gescheiterten Versuchs Ray Traylor als nWo-Rächer bei den Fans over zu bringen. Am 30. März 1998 hatte Traylor bei Nitro seinen letzten WCW-Auftritt. Er jobbte für Goldberg, um dessen legendäre Siegesserie weiter auszubauen.

  • WWF-Rückkehr als Bodyguard von Vince McMahon
    Ray Traylor fühlte sich bei der WCW niemals so recht wohl, und als Eric Bischoff Mitte 1998 seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängerte, kam ihm dies sehr entgegen. Obwohl Traylor mit 35 Jahren nicht mehr zu den Allerjüngsten gehörte und scheinbar seine besten Zeiten schon hinter sich hatte, erhielt er von Vince McMahon in der WWF eine zweite Chance. Bis zu seinem Comeback musste er jedoch warten, da er vertraglich ein halbes Jahr lang warten musste, um bei der WCW-Konkurrenz auftreten zu dürfen. McMahon mischte den Big Boss Man mit Big Bubba Rogers und stellte den Bodyguard mit Schlagstock an seine Seite in der berühmten Fehde gegen Steve Austin. Bei der WWF sollte Ray Traylor wieder richtig aufblühen, was man vor allem an seinen Promos sehen konnte. Bei der WCW kamen diese sehr schlecht rüber. Damals kaufte ihm niemand ab, die nWo wirklich zerstören zu wollen. Durch die Storyline-Zusammenarbeit mit McMahon erhöhte sich sein Status gegenüber dem der WCW enorm.
    Am 12. Oktober 1998 kehrte er zunächst maskiert bei RAW is War zurück und attackierte Austin mit seinem Schlagstock. Anschließend demaskierte er sich und zur Überraschung aller kam der Big Boss Man zum Vorschein. Statt seiner blauen Polizistenuniform von damals trug er eine schwarze SWAT-Uniform, inklusive einer kugelsicheren Weste und Handschuhe. Quasi eine ähnliche Kleidung wie aktuell The Shield. Der Boss Man mimte nicht nur den Bodyguard von Vince, sondern war auch einer der ersten Mitglieder in McMahons Heel-Stable Corporation. Seine neue Entrance-Theme lautete "Cell Block", komponiert von Jim Johnston. Seinen ersten Auftritt als Aktiver hatte er am 15. November bei der Survivor Series. In einem Turnier um die damals vakante WWF Championship verlor er in der ersten Runde gegen Steve Austin. Da Triple H verletzungsbedingt nicht sein Erstrundenmatch gegen The Rock bestreiten konnte, durfte der Boss Man ein zweites Mal an diesem Turnier teilnehmen. Hier musste er gegen The Rock eine peinliche Niederlage nach nur 3 Sekunden einstecken. Dies gehörte jedoch nur zu einem hinterlistigen Plan von McMahon, da später am Abend The Rock zur Corporation turnte und mit deren Hilfe neuer Champion wurde. Der Boss Man verlor extra so schnell, damit The Rock seine Kräfte für die nächsten Runden sparen konnte.


    Erste WWF-Titel mit Verspätung: Neuer Tag Team und Hardcore Champion
    Neben Steve Austin gehörten noch Turnierfinalist Mankind (der von McMahon bei der Survivor Series hintergangen wurde) und die D-Generation X zu den ärgsten Rivalen der Corporation. Bei RAW am 30. November gelang es dem Big Boss Man von Mankind den WWF Hardcore Titel zu gewinnen. Mit der Hilfe von The Rock konnte er in einem Ladder Match den Gürtel als erstes abhängen. Zwei Wochen später gewann er an der Seite von Corporation-Kumpan Ken Shamrock von den New Age Outlaws die WWF Tag Team Titel. Innerhalb von zwei Wochen gewann er zwei Titel, was ihm bei seinem ersten WWF-Run vom Sommer 1988 bis Anfang 1993 kein einziges Mal gelang. Als Doppelchampion konnte er sich jedoch nur eine Woche lang freuen, denn der Road Dogg nahm ihm mit der Hilfe von Mankind den Hardcore Titel ab. Immerhin durfte sich der Boss Man beim Royal Rumble 1999 mit einem Sieg in einem Non Title Match gegen den Road Dogg ein wenig revanchieren. Später am Abend nahm er am Royal Rumble teil, der von Steve Austin (#1) und Vince McMahon (#2) eröffnet wurde. Der WWF-Boss lockte die Klapperschlange in eine Falle. Backstage vermöbelte die Corporation Austin, der anschließend mit einem Krankenwagen abtransportiert wurde. Ein sichtlich erfreuter McMahon erschien eine kurze Zeit später wieder am Ring und geselle sich zu den Kommentatoren. Doch das Grinsen sollte ihm schnell vergehen, denn Austin kehrte zurück. Die letzten drei im Ring waren neben Austin, der Boss Man und D’Lo Brown. Letzteren konnte der Boss Man eliminieren, doch unmittelbar danach bekam er den Stunner zu spüren und wurde ebenfalls über das Seil geworfen. Gewinnen durfte Austin trotzdem nicht, denn durch ein Ablenkungsmanöver von The Rock warf McMahon seinen verhassten Mitarbeiter aus dem Ring und gewann den Royal Rumble. Ein Tag später verloren der Big Boss Man & Ken Shamrock bei RAW ihre Tag Team Titel an Owen Hart & Jeff Jarrett.


    Geschmacklos #1: Der Big Boss Man hängt am Strick
    Ende 1998/Anfang 1999 sahen die Fans das wohl düsterste Kapitel in der Karriere des Undertakers. Es war nichts mehr vom klassischen Totengräber-Gimmick zu sehen. Stattdessen stellte er einen Satanistenpriester dar, der sein eigenes Stable namens Ministry of Darkness anführte. Zu dieser Gruppierung gehörten die Acolytes (Bradshaw & Faarooq), Mideon (Phineas Godwinn) und Viscera (Mabel) sowie die Vampire Gangrel, Edge und Christian von der Brood. Das Ziel der Ministry war die Übernahme der WWF. Klar, dass dies Vince McMahon mit Sorge erfüllte. In den nächsten Wochen musste der WWF-Besitzer bösen Psychoterror über sich ergehen lassen. Unter anderem steckte der Undertaker einen Teddybären in Brand. Dies symbolisierte die Entführung von seiner Tochter Stephanie, der Besitzerin des Teddys. MicMahon setzte darauf seinen Bodyguard Big Boss Man auf den Taker an. Bei In Your House am Valentinstag konnte er mit Mideon einen der Untergebenen des Fürsten der Finsternis in die Schranken verweisen. Anschließend wurde der Boss Man jedoch von der Ministry attackiert. Später versuchte das düstere Stable gar, den Boss Man zu kreuzigen, der allerdings entkommen konnte.
    Bei WrestleMania XV am 28. März 1999 in Philadelphia trafen der Big Boss Man und der Undertaker im Co-Main-Event in einem Hell in a Cell Match aufeinander. Dieser Kampf sollte zu einem Flop werden. Der langweilige Matchverlauf zog sich trotz einer kurzen Zeit von knapp 10 Minuten wie Kaugummi. Zudem gab es ein Missgeschick zu bestaunen: So brachen die Handschellen, mit denen er den Taker an den Käfig gebunden hatte, nach wenigen Schlägen mit dem Schlagstock, und der Taker musste versuchen, dieses irgendwie zu überspielen. Standesgemäß gewann der Undertaker mit dem Tombstone. Nach dem Match seilte sich die Brood von der Hallendecke auf das Käfigdach und ließen einen Strick hinunter. Der Undertaker band die Schlinge um den Hals des hilflosen Boss Man und hängte ihn am Zellendach auf, das dann mitsamt des Boss Man in die Lüfte gehoben wurde. Laut Storyline war damit Ray Traylor gestorben! Natürlich steckte ein simpler Trick dahinter, so hatte er unter seiner Kleidung einen Auffanggurt, an dem der Taker den Strick befestigte. Diesem Szenario wurde bereits einen Abend später die Effektivität genommen, als der Boss Man wieder bei RAW auftrat, als sei nichts gewesen. Die Szene wurde zwei Monate später wieder von den Medien aufgegriffen. Nach dem Unfalltod von Owen Hart nach einem unnötigen Stunt bei einem Live-PPV kam die Frage auf, ob das Wrestling zu weit gehen würde. Kurze Storyaufklärung: Am Ende stellte sich heraus, dass Vince McMahon hinter der ganzen Geschichte steckte. Aus seiner Corporation und der Ministry of Darkness des Undertakers wurde die Corporate Ministry, zu der auch der ehemalige Gefängniswärter gehörte. Diese Allianz war jedoch nur von kurzer Dauer, womit der Big Boss Man ab Juli wieder auf sich alleine gestellt war. Während dieser Zeit gründeten ehemalige Mitglieder der Corporation, die sich nicht mit der dunklen Macht anschließen wollten, eine Allianz namens Union. Bei Over the Edge im Mai verloren Mankind, Big Show, Ken Shamrock und Test ein 8-Man Tag Team Match gegen die Corporate Ministry, bestehend aus dem Boss Man, Acolytes und Viscera. Kurz darauf verlor der Boss Man ein King of the Ring-Qualifikationsmatch gegen X-Pac. Im Vorfeld zum PPV musste er sich auch Steve Austin geschlagen geben. Durch diese Niederlage dufte beim King of the Ring kein Mitglied der Corporate Ministry in Austins Ladder Match gegen Vince und Shane McMahon um den WWF-Besitz eingreifen. Nachdem sich die Corporate Ministry auflöste, war der Big Boss Man auch nicht mehr der Bodyguard von Vince McMahon.
    Wenn ihr jetzt Hunger bekommen habt, holt euch schnell was aus eurer Küche. Wenn nicht, wird euch beim Lesen des nächsten Kapitels bestimmt euer Magen knurren.


    Geschmacklos #2: Chihuahua Pepper à la Boss Man auf der Speisekarte. Mahlzeit!
    Ab Juli 1999 mischte der Big Boss Man in der Hardcore-Division mit, die von WWF Hardcore Champion Al Snow angeführt wurde. Bei Fully Loaded gelang es dem Boss Man neuer Titelträger zu werden. Schon früh verlagerte sich der Kampf in den Backstagebereich, ehe sich beide Kontrahenten schließlich auf der Straße vor der Arena wieder fanden. Dem Boss Man gelangt es dort Snow mit Handschellen an die Umzäunung einer U-Bahn Station zu ketten, woraufhin es für ihn kein Problem mehr darstellte seinen nunmehr wehrlosen Gegner zu besiegen. In der Folgezeit legte Snow sich einen Chihuahua namens Pepper zu, der sein ständiger Begleiter wurde. Beim SummerSlam im August lieferten sich beide erneut eine Titelschlacht – diesmal auf den Straßen von Minneapolis. Am Ende holte sich Snow den Hardcore Title zurück, nachdem er den Boss Man auf einem Billardtisch in einer gut gefüllten, benachbarten Bar pinnte.
    Bis hierhin war es eine normale und kurzweilige Fehde um die Hardcore Championship, doch ab jetzt wurde es immer absurder. Einen Tag nach dem SummerSlam hielt der Big Boss Man bei RAW is WAR eine Promo. Er entführte Al Snows Chihuahua Pepper und erklärte zu dessen Freilassung nur unter der Bedingung, dass er ihm ein Rematch um den Titel zugestehen würde, bereit zu sein. Notgedrungen ließ sich der Champion auf den Handel ein und gewährte dem ehemaligen Gefängniswärter noch in der selben Woche bei SmackDown! eine weitere Chance auf den Hardcore Titel. Mit Hilfe seines Schlagstocks konnte er diese erfolgreich nutzen und sich so zum nunmehr dritten Male zum Hardcore Champion krönen. Trotzdem hielt sich der Boss Man nicht an die Abmachung, denn auch nach dem Kampf behielt er Pepper in seiner Gewalt. Glücklicherweise besann er sich doch noch eines Besseren und wollte Snow dessen Haustier nach einem versöhnlichen Abendessen in seinem Hotelzimmer aushändigen. Snow nahm diese Einladung an und bekam leckere Fajitas (ein Gericht der Tex-Mex-Küche), vom Boss Man persönlich gekocht, aufgetischt. Doch schon nach den ersten Bissen offenbarte der Boss Man seinem Rivalen die bittere Wahrheit: Was Snow glaubte als Fajitas zu sich zu nehmen, waren in Wirklichkeit die Überreste seines Hundes. Geschmacklose Storyline: Der Big Boss Man hatte den kleinen, süßen Pepper getötet und seinem Rivalen serviert.
    Doch auch die makabere Schadenfreude des Boss Man wurde bald getrübt, als der jüngst aus der WCW zur WWF zurückgekehrte British Bulldog ihn um seinem Hardcore Titel erleichterte, nur um diesen dann freiwillig an niemand geringeren als Al Snow zu überreichen Eine Woche darauf wurde ein "Pepper on a Pole"-Match angesetzt, in der Boss Man und Snow um die verbliebenen Überreste des Chihuahas kämpften. Erneut sollte der British Bulldog das Zünglein an der Waage sein, indem er mit einem Rudel Rottweiler in der Halle erschien und den Boss Man aus dem Ring vertrieb. Snow siegte und konnte – zumindest teilweise – Pepper standesgemäß beerdigen. Bei Unforgiven am 26. September 1999 erlebten die Fans eines der wohl schlechtesten Gimmick-Matches in der Geschichte der WWE. In einer "Kennel from Hell" getauften Matchart wurde zunächst ein normaler Stahlkäfig, wie er aus den klassischen blauen WWF-Cagematches bekannt war, um den Ring aufgebaut und um diesen schließlich auch noch die Hell in a Cell Stahlkonstruktion herabgelassen. Sieger und Hardcore Champion war derjenige, dem es als erster gelingt beide Käfige zu verlassen. Zwischen den beiden Käfigen warteten zudem das oben erwähnte Rudel Rottweiler, die angeblich seit Wochen nicht gefüttert wurden, auf die beiden Wettkämpfer, um diesen den Ausgang zu "erschweren". Der Kampf wurde zum Desaster, da die Hunde ständig einander angriffen oder sich auf den Hallenboden erleichterten. Dafür zeigten der Big Boss Man und Al Snow umso weniger Gnade im Umgang miteinander und lieferten sich einen blutigen Kampf. Dem Boss Man gelang es schließlich das Dach der Konstruktion aufzuschneiden und durch das entstandene Loch zu gelangen. Doch noch während er jetzt versuchte den Käfig herunterzuklettern, sprang derweil Snow von einer Käfigwand zur anderen, um schließlich durch die Tür zu entweichen und auf diese Weise das Kennel from Hell für sich zu entscheiden. Damit wurde Al Snow neuer Hardcore Champion und konnte gleichzeitig so Rache für das ihm durch den Boss Man zugefügte Leid nehmen. Zwar gelang es dem ehemaligen Gefängniswärter dennoch zwei Wochen später Snow den Hardcore Titel in einem Triple Threat Match, an dem auch The Big Show beteiligt war, abzunehmen, doch blieb das der Schlusspunkt ihrer Auseinandersetzung. Anschließend geriet der Big Boss Man gegen The Big Show sofort in die nächste kontroverse Fehde.


    Geschmacklos #3: Big Boss Man schleppt bei einer Beerdigung den Sarg aus dem Grab
    1999 stand der Big Boss Man mehrmals im Rampenlicht – leider im negativen Sinne. Laut Storyline wurde er vom Undertaker erhängt und tötete später einen Hund, den er auch noch zu einer Mahlzeit kochte. Trotz vorwiegend schlechter Kritik seitens der Fans und Medien konnten es die Booker nicht lassen – zum Leidwesen des Big Boss Man. Im Herbst traf man endgültig voll den Nerv der Geschmacklosigkeit. Aber fangen wir in dieser Story ganz von vorne an. Mitte Oktober erzählte Big Show seinem Kollegen D’Lo Brown unter Tränen, dass sein Vater schwer an Krebs erkrankt sei (in Wirklichkeit war Paul Wrights Vater schon einige Jahre tot). Diesen Schicksalsschlag missbrauchte der Boss Man, indem er einen Polizisten bestach, Big Show mitzuteilen, dass sein Vater gestorben wäre. Der Cop teilte dies ihm mit, während er ein Hardcore Titelmatch gegen den Boss Man bestritt. Big Show fing an zu weinen, womit der Kampf zugunsten des Boss Man abgebrochen wurde. Via G-TV (Versteckter Kamera) wurde dieser Fall aufgelöst, dass der Polizist bestochen wurde, diese falsche Nachricht Big Show mitzuteilen. Kurz darauf rächte sich der Riese, indem er sowohl dem Boss Man als auch den Cop eine Abreibung verpasste. Doch in den nächsten Wochen sollte diese Storyline immer geschmackloser werden!
    Bei RAW is WAR am 25. Oktober tauchte der Big Boss Man während eines Matches von Big Show gegen Prince Albert (Tensai) auf. Er hatte eine kleine Uhr dabei, die er dem Vater aus dem Krankenhaus stahl. Mit einem Hammer zerschmetterte er die Uhr, die Big Show nicht mehr retten konnte, da er hinterrücks von Albert attackiert wurde, der zum neuen Handlanger des Boss Man wurde. Eine Woche später gab Ringsprecherin Lilian Garcia bei RAW bekannt, dass Paul Wrights Vater seinem Krebsleiden erlag. Diesmal war es wahr – zumindest laut Story. Anschließend folgte ein Ten Bell Salute, den es zuletzt vor einem halben Jahr für Owen Hart gab. Damals trauerten Wrestler, Fans und Offizielle wirklich und nun missbrauchte man diesen Brauch für eine Storyline. Nicht nur deswegen war es jedoch geschmacklos. Der Big Boss Man unterbrach den Salute und bezeugte sein Mitleid mit Big Show, indem er ein Gedicht vorlas:
    "With deep regrets and tears that are soaked
    I'm sorry to hear your dad finally croaked
    He lived a full life on his own terms
    Soon he'll be buried and eaten by worms
    But if I could have a son as stupid as you
    I'd have wished for cancer so I would die too
    So be brave, and be strong, get your life back on track
    'Cause the old bastard's dead and he ain't never comin' back!"

    Ich denke dieses Gedicht braucht man nicht zu übersetzen!!! Am 11. September 1999 fand die Beerdigung statt. Klar, dass die WWF mit dabei war und dieses Schauspiel bei SmackDown! ausstrahlten. Während der Beerdigung kam plötzlich der Big Boss Man mit einem Truck vorgefahren und zog an einer Winde den Sarg des Vaters aus dem Grab. Unglaublich, aber wahr! Drei Tage danach trafen der Boss Man und Big Show bei der Survivor Series in einem Elimination Tag Team Match aufeinander. Während der Riese auf Partner verzichtete, scharte sich der Boss Man neben seinem Handlanger Prince Albert noch Viscera und Mideon um sich. In noch nicht einmal einer Minute konnte der wütende Paul Wright nacheinander Mideon, Albert und Viscera eliminieren. Beeindruckt von dieser Demonstration, gab der Boss Man Fersengeld und ließ sich auszählen. Später am Abend ersetzte Big Show im Main Event als Überraschungsteilnehmer den verletzten Steve Austin und wurde durch einen Sieg über Triple H und The Rock in einem Triple Threat Match zum ersten Mal WWF Champion. Einen Tag später besiegte der Boss Man mit der Hilfe von Albert bei RAW The Rock in einem #1 Contendersmatch und hatte nun das Vergnügen bei Armageddon am 12. Dezember gegen Big Show um die WWF Championship zu kämpfen. Beide Lager versuchten sich in den nächsten Wochen gegenseitig Fallen zu stellen. Während Big Show ein Auto mit den sich darin befindlichen Boss Man und Albert mit einem Gabelstapler demolierte und einen Müllcontainer auf dem Auto platzierte, warfen die Heels eine Rauchbombe in die Umkleidekabine, um mit Gasmasken den dort befindlichen Riesen zu attackieren. Das Titelmatch bei Armageddon entwickelte sich zum Desaster und nachdem die Fans schon nach zwei Minuten "Langweilig"-Rufe starteten, beendete man das Match bereits nach 3:11 Minuten. Big Show verpasste Albert einen Chokeslam durch das Kommentatorenpult und fertigte im Ring den Boss Man ab. Trotz des klaren Sieges musste Big Show bei RAW ein Tag später seinen Titel in einem Handicap Match gegen den Boss Man und Prince Albert verteidigen, das er jedoch ebenfalls klar gewinnen konnte.
    Im Jahr 1999 spielte Ray Traylor eine der meistdiskutierten Figuren in den TV-Shows. Die Storylines rund um seinen Charakter empfanden die meisten Fans als geschmacklos, manche verschönerten diesen Ausdruck als trashig. Auch die große Zeitschrift Wrestling Observer Newsletter kam bei ihren Jahreswahlen 1999 nicht an den Big Boss Man vorbei. Er gewann die negativen Auszeichnungen in den Kategorien schlechtestes Match (vs. Al Snow / Unforgiven) und schlechteste Fehde (vs. Big Show).

    Unbedeutendes Tag Team mit Prince Albert
    Nach der klar verlorenen Fehde gegen WWF Champion Big Show, rutschte der noch amtierende Hardcore Champion Big Boss Man im WWF-Roster aus dem Main Event in die Midcard. Auch wenn Prince Albert ihm hauptsächlich nur als Handlanger diente, bildeten sie inoffiziell ein Tag Team. So verloren sie z.B. ein Hardcore Tag Team Match gegen Mankind & Al Snow und später auch gegen die legendäre Rock `n` Sock Connection. Beide wurden in eine Fehde mit Test gesteckt, der mit zu den ärgsten Rivalen der damaligen Herrschaft der McMahon-Helmsley Era gehörte. Um ihm Steine in den Weg zu legen, musste Test am 30. Dezember 1999 bei SmackDown! ein Handicap Match gegen den Boss Man und Albert bestreiten. Der Plan von Tests Ex-Verlobten Stephanie McMahon und deren Mann Triple H ging zunächst auf, denn in diesem Kampf war er unterlegen. Beim ersten RAW is WAR im neuen Jahrtausend durfte Test ein 3 vs. 2-Handicap Match bestreiten, aber die Partner suchte sich Stephanie aus. Zusammen mit den alten Damen Fabulous Moolah und Mae Young verlor er gegen den Boss Man und Albert. Drei Tage später setzte sich Test bei SmackDown! gegen den Big Boss Man durch, nachdem es zu einem Missverständnis mit Prince Albert kam. Anschließend kam es zu einem Streit, den die beiden für ein Tag Team Match gegen Test und Big Show bei RAW am 10. Januar wieder beilegten. Hier wurde diesmal Albert vom Boss Man versehentlich getroffen, so dass auch dieser Kampf verloren ging. Alle guten Dinge sind drei, denn beim kommenden SmackDown! verloren sie nach einem Streit gegen die Hardy Boyz erneut ein Match. Dies bedeutete der Split, wobei beide in ihrer Fehde Heels blieben.
    Bei RAW am 17. Januar 2000 kostete Prince Albert seinem Ex-Verbündeten den Hardcore Titel gegen Test, doch der Big Boss Man konnte sich noch am gleichen Abend rächen. Backstage griff er ihn an und trieb ihn in eine Umkleidekabine, wo sich Tori gerade umzog. Daraufhin beschwere sie sich bei der McMahon-Helmsley Era und bat um ein Match für Albert gegen ihren damaligen Freund Kane. Dies wurde ihr gewährt und die Big Red Machine machte kurzen Prozess. Um die ganze Sache zu klären, wurde für die kommende SmackDown!-Ausgabe ein Kampf zwischen Albert und den Boss Man angesetzt. Dieser Fight endete ohne Wertung, nachdem der Ringrichter während eines Brawls ausgeknockt wurde. Beim Royal Rumble 2000 legte der Boss Man im Main Event eine gute Performance ab. Er überlebte über 20 Minuten lang im Ring und konnte dabei Rikishi (mit mehreren), Chyna und Faarooq eliminieren. Während des Matches kam es zum wiederholten Male zu einer kurzen Rauferei mit Albert, der die Startnummer 22 zog. Nach knapp über 11 Minuten wurde Albert erneut Opfer von Kane, der ihn über die Seile wuchtete. Der Boss Man musste sich dem späteren Sieger The Rock beugen. Die finale Schlacht fand bei Sunday Night Heat am 30. Januar statt, die der Big Boss Man durch DQ gewinnen konnte.
    Ohne richtiges Ende gingen Prince Albert und der Big Boss Man getrennte Wege, nur um 17 Tage später wieder als Tag Team anzutreten, als ob nichts passiert wäre. Wieso? Weshalb? Warum? – Eine Logiklücke seitens der WWF! Trotz Niederlagen gegen Edge & Christian sowie D’Lo Brown & The Godfather kam es zwischen den beiden zu keinen Schwierigkeiten mehr. Aufgrund der Vergangenheit sprachen die Kommentatoren lediglich über eine ungewöhnliche Partnerschaft. Im Februar brauchte der Boss Man seinen alten Handlanger nur zur Unterstützung gegen Tazz, der bei No Way Out ein Match gegen den Schlagstockbesitzer durch DQ gewann, da Albert eingriff. Das letzte gemeinsame TV-Match gewannen der Big Boss Man und Prince Albert bei Heat am 5. März 2000 gegen die Headbangers. Kurz darauf gingen sie nun wirklich getrennte Wege, da man für beide neue Partner fand.


    Freund und Tag-Team-Partner: Bull Buchanan
    Bei Sunday Night Heat am 19. März 2000 präsentierte der Big Boss Man seinen neuen Protegé: Bull Buchanan. Er war Anfang 30, über 2 Meter groß und ein Muskelpaket. Von vielen wurde er als die jüngere und dynamischere Version des Boss Man bezeichnet. Auch im wahren Leben verstanden sich Ray Traylor und Barry Buchanan blendend. In einem Interview (2011) sprach Buchanan über seinen alten Arbeitskollegen in höchsten Tönen: "Es war wie ein Traum, der wahr wird. Er war einer der Leute, zu denen ich aufschaute und er lebte nur eine Stunde entfernt von mir in Georgia. Wir wurden Freunde, auch außerhalb des Business. Er half mir dabei, vernünftig mit meinem Geld umzugehen, was etwas ist, wobei den jungen Leuten heute wirklich geholfen werden sollte. Das Geld ist so schnell weg, wenn man da nicht im Voraus plant, erlebt man harte Zeiten."
    Ihre erste Fehde hatten der Big Boss Man und Bull Buchanan, der ebenfalls eine SWAT-Uniform trug, gegen den Godfather & D’Lo Brown. Bei WrestleMania 2000 am 2. April konnten sich die Heels im Eröffnungsmatch gegen den Zuhälter und dessen Kumpel durchsetzen. Zum Schluss wurde Brown mit dem Boss Man Slam abgefertigt und anschließend nach einem spektakulären Top Rope Leg Drop von Buchanan gepinnt. In der Folgezeit wurden die beiden von WWF Champion Triple H für die McMahon-Helmsley Era engagiert. Sie wurden dafür eingestellt die Acolytes unter Schacht zu halten. Bradshaw und Faarooq waren trinkfeste Kneipenschläger, die für Geld ihre Dienste in der Acolytes Protection Agency (APA) offerierten. So unterstützten sie unter anderem The Rock oder Chris Jericho, die versuchten Triple H dessen Titel abzunehmen. Während dieser Zeit geriet die APA oft mit dem Boss Man und Buchanan aneinander. Selbst in einer Bar eskalierte eine Auseinandersetzung in eine Kneipenschlägerei. Bei Backlash im April 2000 trafen die beiden Teams in einem offiziellen Match aufeinander. Die Heels siegten, nachdem der Boss Man unfair seinen Nightstick einsetzte. Dies sollte der letzte Sieg für die beiden Jungs im SWAT-Outfit sein, denn in den nächsten Wochen folgten Niederlagen gegen die Tag Team Champions Edge & Christian, Too Cool sowie Dudley Boyz in einem Tables Match. Außerdem verloren sie Handicap Matches gegen The Rock und Big Show. Nachdem sie bei RAW is WAR am 5. Juni einen weiteren Kampf gegen die Hardy Boyz verloren, turnte der Boss Man gegen Buchanan, den er hinterrücks mit dem Schlagstock attackierte. Zwei Wochen später versuchten sie es auf Drängen von Triple H noch einmal miteinander, um es in einem Handicap Match mit dem Undertaker aufzunehmen. Dabei ließ der Boss Man seinen Partner im Stich, der alleine gegen den Taker keine Chance hatte. Zu einem Match, geschweige denn zu einer Fehde gegen Buchanan kam es nicht. Zudem blieben beide Heels. Während Bull Buchanan schon bald im neuen Stable Right to Censor seine neue Heimat fand, war der Big Boss Man wieder auf sich alleine gestellt.


    WWE-Run endet mit einem Trainerjob bei Ohio Valley Wrestling
    Ab Sommer 2000 war der Big Boss Man nur noch selten bei den wichtigsten TV-Shows RAW und SmackDown! zu sehen. Hier musste er sich u.a. gegen den Hardcore Champion Steve Blackman geschlagen geben. Seine neue Heimat waren die kleineren Showformate Sunday Night Heat und Jakked. Bei der Sonntagssendung unterlag er im Juni Bubba Ray Dudley in der King-of-the-Ring-Qualifikation. Die einzige nennenswerte Fehde in dieser Zeit hatte er im August gegen Crash Holly, den er bei Heat bezwingen konnte. Dafür setzte sich Crash bei einer SmackDown!-Ausgabe an der Seite der APA gegen den Boss Man und Kai En Tai durch. Im September 2000 musste sich Ray Traylor eine notwendige Knieoperation unterziehen und fiel auf Grund dessen auf unbestimmte Zeit aus. 2001 bestritt er nur ein paar Matches bei House Shows, ehe er Ende des Jahres vor den Kameras zurückkehrte.
    Bei SmackDown! am 20. Dezember 2001 kehrte der Big Boss Man zurück, nachdem er Steve Austin in dessen Kampf gegen Booker T attackierte und ihm eine Platzwunde zuführte. Da es sich hier um ein First Blood Match handelte, ging Austin als Verlierer aus dem Ring. Vince McMahon, der mit Booker T eine Allianz bildete, sorgte dafür, dass der Boss Man zum Enforcer für den 5-Time-WCW-Champion wurde. In der Woche darauf gewannen die beiden Heels ein Handicap Match gegen die Klapperschlange. Doch bei RAW am 7. Januar 2002 im New Yorker Madison Square Garden rächte sich Austin, der an der Seite von The Rock einen Tag Team Kampf gegen den Boss Man und Booker T gewinnen konnte. Kurz darauf endete die Zusammenarbeit zwischen den beiden Heels.
    Am 20. Januar absolvierte der Big Boss Man als Teilnehmer am Royal Rumble Match seinen letzten PPV. Mit Ruhm konnte er sich jedoch nicht bekleckern, da er mit der Startnummer 3 nach nur 3:05 Minuten von Rikishi als Erster eliminiert wurde. Bei SmackDown! vier Tage später versuchte sich der Boss Man an den Samoaner zu rächen, musste sich jedoch dem Meister des Stink Face geschlagen geben. Anschließend wurde er wieder zum Stammgast bei Heat und Jakked degradiert und bildete mit Rückkehrer Mr. Perfect ein kurzlebiges Tag Team, das unter anderem bei einer RAW-Ausgabe gegen die Hardy Boyz verlor. Seinen allerletzten Kampf für die WWE verlor der Big Boss Man am 26. Mai 2002 bei Heat gegen Tommy Dreamer. Im Sommer wurde Ray Traylor als Trainer in der WWE-Entwicklungsliga Ohio Valley Wrestling eingestellt. Mit seiner fast 20-jährigen Ringerfahrung konnte er den jungen Wrestlern vieles beibringen. Während dieser Zeit absolvierte er bei einer TV-Show von OVW auch ein Match. An der Seite eines jungen John Cena als Mr. P (Prototype) und Charlie Haas gewann der Big Boss Man ein Six Man Tag Team Match gegen Lance Cade, Rene Dupree und Sean O’Haire. Traylor fühlte sich mit der Aufgabe als Trainer allerdings nicht wohl und verließ Anfang 2003 OVW und damit auch die WWE für immer.


    Bis zum tödlichen Herzinfarkt mit 41(!) nur noch wenig mit dem Wrestling zu tun
    Nach seiner Karriere in der WWE wandte sich Ray Traylor mehr und mehr vom Wrestling ab. Im Gegensatz zu vielen anderen seiner Kollegen hatte er sein Geld Profit bringend in Grundstücke rund um seinen Wohnort Dallas, Georgia investiert, auf der er unter anderem die Firma "RWT Store All" aufbaute. In den USA gibt es praktisch in jedem Ort Firmen, bei denen man Lagermöglichkeiten aller Größen anmieten kann. Zeitweise hatte Traylor zusammen mit Rick Steiner auch einen Kopiershop betrieben. Ray fand auch privat sein Glück: Gemeinsam mit seiner Frau Angela und ihren beiden kleinen Töchtern lebte er in Dallas, Georgia, dem Verwaltungssitz von Paulding County. In diesem County (die ungefähr mit dem deutschen Landkreis vergleichbar ist) bewarb er sich im Juli 2004 sogar um einen politischen Posten. Auch wenn er die Wahl zum neuen Kommissionsvorsitzenden von Paulding County nicht gewann, erkannte man die vielschichtigen Facetten des ehemaligen Gefängniswärters von Cobb County, Georgia. Zuletzt zog es Ray Traylor, der im September 2003 bei einer Show der damals jungen NWA-Promotion Total Nonstop Action Backstage alte Kollegen besuchte, aber doch wieder zum Wrestling, allerdings nur für Nostalgieshows mit kurzen Kämpfen, die Steve Williams für die International Wrestling Association of Japan (kurz IWA Japan) organisierte. Sein letztes Match bestritt der Big Boss Man am 31. August 2004 im Turnierfinale um die vakante IWA Japan Heavyweight Championship, das er gegen "Hacksaw" Jim Duggan verlor.
    Am 22. September 2004 wollte Angela mit einem Kuss ihren auf der Couch eingeschlafenen Ehemann Ray gegen 21 Uhr wecken. Sie bemerkte, dass sein Körper kalt war und nur Sekunden später, dass er nicht mehr atmete. Sofort wandte sie sich an Notärzte, die schnell an Ort und Stelle waren. Die von den Ärzten nur wenig später begonnenen Wiederbelebungsmaßnahmen konnten ihn aber leider nicht wieder ins Leben zurückholen. Todesursache war ein schwerer Herzinfarkt, der ihn gnädigerweise im Schlaf auf einer Couch in seinem Haus in Dallas, Georgia traf. Der Tod kam für alle sehr überraschend, da es keinerlei Anzeichen für den Infarkt gab. Traylor hatte keine gesundheitlichen Probleme, nur seine Knie und sein Rücken bereiteten ihm Probleme, für jeden Wrestler eine typische Berufserkrankung. Dennoch sind Herzleiden bei vielen Wrestlern an der Tagesordnung, da sich durch die sehr harten athletischen Leistungen der Athleten ihr Herz oft vergrößert. Durch Einnahmen von Steroide wird dies noch verstärkt, was jedoch bei Ray nicht der Fall war. Zieht man sich dann aus dem Wrestling zurück und baut den Sport nicht langsam ab, können sich hieraus Probleme ergeben. Zumal der rund 150 kg schwere Ray Traylor wohl auch an einer zunehmenden Arterienverkalkung litt, die ihm bislang aber keine Probleme bereitete.
    Raymond Walter Traylor Jr. wurde nur 41 Jahre alt und neben seiner Frau Angela hinterließ er zwei Töchter, acht und elf Jahre alt! Beerdigt wurde er auf dem Friedhof in Dallas, Georgia. Auf seinem Grabstein steht ein Zitat von Abraham Lincoln: "And in the end, it’s not the years in your life that count, it’s the life in your years" (frei übersetzt: Letztlich kommt es nicht darauf an, wie lange man lebt. Es kommt auf das Leben in diesen Lebensjahren an).


    hattrick83


    Lesenswerte Quelle:
    Nachruf Big Boss Man – Power Wrestling November 2004




    Über Feedback würde ich mich freuen. Auch gerne über kultgimmicks@moonsault.de oder Facebook.
    Sollte ich mich mal vertan haben, ihr Rechtschreibfehler findet oder sogar weitere Informationen zum Gimmick dieser Kolumne kennt lasst es mich bitte wissen. Außerdem kann man natürlich über diesen Wrestler hier oder bei Facebook diskutieren.



    Kultgimmicks 2 – Jetzt als Buch und E-Book erhältlich!!!

  • Einer meiner Allzeit Faves, sehr unterbewerteter Big Man imo.


    Interessante Karriere mit viel Licht und Schatten.. zu früh verstorben.

  • Bossman vs Hogan war das erste, das ich von Wrestling überhaupt mitbekam. Aber damals sah ich WWF nur ganz sporadisch und konnte den Entwicklungen kaum folgen.


    An die 91er Fehden gegen Mountie, IRS und Nailz kann ich mich hingegen noch recht gut erinnern. In der Zeit vor dem Aufsteg von Bret Hart, Shawn Michaels und Undertaker war der Big Bossman ein wichtiger Charakter. Ich sehe ihn in etwa auf der Stufe wie Mr. Perfect oder TedDiBiase.

  • Wirklich sehr schön zusammengefasst, Respekt.

    I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed.
    Michael Jordan

  • Der Big Boss Man war einer meiner allerersten Lieblinge - tolles Gimmick damals in der WWF und für einen Big Man mit unglaublicher Agilität und Beweglichkeit. Das erstaunlichste für mich war damals, als ich ihn 1990 gesehen habe und mir dann Video-Kassetten (für alle jüngeren, das war vor DVDs ;) ) von seinen ersten Jahren bei den Twin Towers bestellt habe - meine Güte, was für ein Gewichtsunterschied das war.


    Ich mochte den Boss Man immer, allerdings kam er nach dem er die WWF verlassen hatte, nie mehr an dieses erste Gimmick heran. Auch nicht als Enforcer der Corporation, da gefiel er mir dann schon nicht mehr so gut.

  • Ich habe die XXL-Ausgabe noch nicht ganz gepackt, aber was ich gelesen habe, ist wie immer sehr, sehr gut.


    Bossman war einfach cool, wobei er mir als Heel am besten gefallen hat. Ich weiß aber auch noch wie froh ich war, als er damals endlich Nailz im Ring hatte und ihn dann noch besiegen konnte. Ja, als Face war er wirklich auch cool.


    Aber als Heel gegen Hogan fand ich ihn am besten. Und das obwohl ich als Kind eigentlich nie sonderlich für die Heels war. Jedoch musste man den Bossman, die Heenan Family (Rude, Andre, Brainbusters, Perfect..), DiBiase und HBK besonders direkt nach dem Rockers Split einfach lieben.


    Ich weiß auch noch, dass der Tod des Bossmans ein ziemlicher Schock war.

    IBK RobertS: Du bist der einzige Wrestlingfan, der mir je eine Niederlage im Schach zugefügt hat - "RobertS Besieger"

  • Eine interessant geschriebene Bio über einen Mann, der den Begriff Kultgimmick mehr als verdient, ABER die Bitte auf Hinweise zu Rechtschreibfehlern soll jawohl ein Scherz sein, oder?
    Ich kann gar nicht zählen, wie oft du allein dem und den verwechselt hast.
    Von Schwächen im Satzbau und der Zeichensetzung ganz zu schweigen.


    Mag sein, dass der ein oder andere dies als pingelig empfinden mag, aber mMn hat man auch eine Art Vorbildfunktion, wenn man auf diesem Niveau ( Buchveröffentlichungen usw. ) Kolumnen verfasst! So kann und darf man einen Artikel nicht veröffentlichen, sorry!

    WWE4Life
    < your Social Media Ambassador has arrived >
    #RAW: tweet of the week:
    Mick Foley &#8207;@realmickfoley: Well, that exchange with @HeymanHustle and @Ryback22 was..interesting. Heyman should remember though, that Ryback's appetite is insatiable!

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

A N Z E I G E