A N Z E I G E

Wie haben's Atheisten eigentlich mit der Religion?

  • Aus dem Beschneidungsthread abgetrennt:


    Ist Atheismus eine Religion? Ist Agnostizismus eine Religion? Gehört Religion zum Menschsein? Etc.








    Zitat

    Original geschrieben von Beefcake:
    Dass Religion keine notwendige Bedingung zum Menschsein ist, lässt sich schnell festmachen (Daher sehe ich nicht wieso dies rein philosophisch sein sollte). Es gibt kein Anzeichen dafür, dass Religion zeitgleich mit dem Homo Sapiens Sapiens entstanden ist, zudem spricht man Atheisten ja auch nicht ab, Menschen zu sein. Also ist Religion dafür definitiv nicht notwendig.


    Gibt es denn Anzeichen dafür, dass es bei frühen Menschen keine Religion gab? Die jetzigen Beobachtungen von Naturvölkern legt eher nahe, dass Religion durchaus bei einfacheren und weniger entwickelten Völkern eine noch größere Rolle spielt. Ich halte es daher für plausibel, dass sich der Mensch, seit er sich die Frage nach Alpha und Omega stellen kann, sich diese Frage auch tatsächlich stellt.


    Atheismus ist ja auch eine Religion im weiteren Sinne, also ein Glaube. Die einzigen die sich ein Stück weit von Glauben freisprechen können sind die Agnostiker. Wobei sich die Agnostiker auch nur einem Glauben entziehen, nicht aber der Frage an und für sich. Und mit der Frage beginnt die Religion. Und letztlich ist selbst das Bekenntnis zum Nicht-Wissen, eben das, ein Bekenntnis und eine Weltanschauung.


    Fragen nach der eigenen Herkunft, Herkunft der Welt und der eigenen Zukunft auch über den Tod hinaus, sind Fragen die man in allen Kulturen findet. Insofern spricht schon einiges dafür, dass diese Fragen und mit ihnen ihre Antworten zum Menschsein gehören.


    Jedenfalls nicht im geringeren Maße als die körperliche Unversehrtheit, da man Kranken und Versehrten ja wohl auch nicht das Menschsein abspricht. Entsprechend mag es eben auch geistig behinderte Menschen geben, die nicht in der Lage sind sich Fragen zu stellen, die Religion ausmachen. Selbstverständlich sind das alles Menschen.


    Ausgehend von einem gesunden Menschen ist es aber so, dass praktisch alle den Wunsch nach Gesundheit hegen, aber auch alle den Wunsch nach Sinn und sich eben Fragen stellen, die nur mit Religion und Glauben beantwortet werden können.

  • A N Z E I G E
  • Zum Thema "Glaube und Menschsein": Ich habe ja auch von Beweisen geschrieben, die es de facto nicht geben kann. Tatsächlich begrub schon der Homo Neanderthalensis seine Toten, was in der Tat ein Hinweis darauf wäre, dass man schon immer geglaubt hat, da hast Du schon irgendwie recht. Beim Atheismus muss ich Dir allerdings widersprechen. Es ist ein Glaube nur in dem Sinne, da man nicht "weiß", Dawkins hat da eine schöne Skala aufgestellt. An beiden Enden gibt es demnach schon auch Leute die "wissen", dass es Gott gibt und die "wissen", dass es ihn nicht gibt. Man kann hier aber zurecht fragen woher. Die Wahrheit schafft man sich so eben selbst. Aber ich bleibe dabei. keinesfalls darf man Atheismus mit Religion gleichsetzen. daher ist Religion keine zwingende Voraussetzung fürs Menschsein. Aber da bewegen wir uns vielleicht schon in sprachlichen Ebenen, vor denen Wittgenstein, Foucault und Derida gewarnt haben (Aber wenn man da anfängt kommt man nie auf einen grünen Zweig). Ich denke aber, dass der Diskurs da schon auf meiner Seite ist. Und wenn Recht das ist, was im Gesetz steht, hat die Definitionshoheit der jeweilige Diskurs, der m. E. ein wissenschaftlicher ist und mit Verweis auf Dawkins so auch beansprucht werden kann.

    Let me tell you something Brother!


    Follow the Buzzards

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Zitat

    Original geschrieben von Hijo:
    Und Nussknacker und Nacktfotos beginnen beide mit N.
    Religion versucht die Frage mit Dogmen zu beantworten, der Agnostiker kommt durch Denken zu dem Schluss, dass er keine Antwort hat. Agnostizismus ist eine Philosophie, keine Religion. Es geht dabei ums Denken, nicht ums Glauben. Sorry, aber ich lass mich bestimmt nicht als religiös bezeichnen, nur weil ich denke. Und auch nicht das Menschsein absprechen, wenn es mir völlig egal ist, ob es einen Gott gibt.


    Im Satz davor sage ich doch, der einzige der sich von Glauben freisprechen kann, ist der Agnostiker. Als religiös habe ich lediglich den Atheisten bezeichnet. Und bei der Frage des Menschseins ging es eben um Fragen, die sich beinahe jeder Mensch stellt, die nur mit Glauben beantwortet werden können. Noch konkreter: Die Frage nach Gott. Und wie bei der Frage der körperlichen Unversehrtheit geht es weniger um das Ergebnis, sondern um den zugrundeliegenden Wunsch und Drang. Der Wunsch eigener Gesundheit, wie auch der Wunsch nach Beantwortung gewisser Fragen. Diesen jeweiligen Drang habe ich dem Menschsein zugewiesen, nicht die individiuelle Beantwortung. Die Antwort kann dann Glauben sein oder im Fall des Agnostikers das Abfinden damit, dass es keine Antwort gibt und damiteinhergehend das Aufgeben der Frage.


    Dazu kommt in Fragen der Kindererziehung, um die es ja auch geht, dass Agnostizismus anders als Relgion nicht versimplifizierbar ist, was es dort schwierig macht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Jesse:
    Im Satz davor sage ich doch, der einzige der sich von Glauben freisprechen kann, ist der Agnostiker. Als religiös habe ich lediglich den Atheisten bezeichnet. Und bei der Frage des Menschseins ging es eben um Fragen, die sich beinahe jeder Mensch stellt, die nur mit Glauben beantwortet werden können. Noch konkreter: Die Frage nach Gott. Und wie bei der Frage der körperlichen Unversehrtheit geht es weniger um das Ergebnis, sondern um den zugrundeliegenden Wunsch und Drang. Der Wunsch eigener Gesundheit, wie auch der Wunsch nach Beantwortung gewisser Fragen. Diesen jeweiligen Drang habe ich dem Menschsein zugewiesen, nicht die individiuelle Beantwortung. Die Antwort kann dann Glauben sein oder im Fall des Agnostikers das Abfinden damit, dass es keine Antwort gibt und damiteinhergehend das Aufgeben der Frage.


    Dazu kommt in Fragen der Kindererziehung, um die es ja auch geht, dass Agnostizismus anders als Relgion nicht versimplifizierbar ist, was es dort schwierig macht.


    Warum sollten Atheisten religiös sein?
    Atheisten sagen lediglich, dass aufgrund logischen Denkens, der Wahrscheinlichkeit, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge (die zuvor nicht erklärbare Vorkommnisse erklären) usw. personifizierte Gottheiten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht existieren. Mehr sagt der ernst gemeinte Atheismus nämlich nicht.
    Was ist daran religiös?


    Im Übrigen sind die Übergänge zwischen Agnostikern und Atheisten eh fließend.
    Sorry für off-topic, aber das konnte ich so nicht stehen lassen (falls es weiter Bedarf gibt, können wir die Diskussion gerne auslagern, oder halt per PM).

  • Zitat

    Original geschrieben von Xagon:
    Als Atheist stellt sich mir "die Frage nach Gott" garnicht, sie ist schlicht irrelevant. Was soll daran bitte "religiös" sein?

    Du beantwortest eine Frage mit einem Dogma, nämlich dem unumstößlichen GLAUBEN daran, dass es Gott nicht gibt. Das kannst du so aber nicht durch Denken beantworten, sondern nur mit Glauben. Es wäre ja möglich, dass es einen Got t gibt, er aber irgendwo hockt und sich nullkommanull einmischt. Wäre doch möglich. Du meinst aber etwas zu wissen, was du nicht wissen kannst. Und das ist dann deine Art der Religiösität.

    Zitat

    Original geschrieben von Jesse:
    Im Satz davor sage ich doch, der einzige der sich von Glauben freisprechen kann, ist der Agnostiker.

    Das klang mir dann aber vorhin zu eingeschränkt :p Die Nebensätze vermittelte mir irgendwie den Eindruck, dass ein Leben ohne Religion nicht möglich sei bzw. auch der Agnostiker irgendwie religiös sei, da er sich zumindest de Frage irgendwann mal gestellt hat. Aber vielleicht habe ich da zu viel hinein interpretiert. GLAUBE ich zwar nicht, aber möglich :D

  • Zitat

    Original geschrieben von Hijo:
    Du beantwortest eine Frage mit einem Dogma, nämlich dem unumstößlichen GLAUBEN daran, dass es Gott nicht gibt. Das kannst du so aber nicht durch Denken beantworten, sondern nur mit Glauben. Es wäre ja möglich, dass es einen Got t gibt, er aber irgendwo hockt und sich nullkommanull einmischt. Wäre doch möglich. Du meinst aber etwas zu wissen, was du nicht wissen kannst. Und das ist dann deine Art der Religiösität.


    Wenn in der Wissenschaft irgendwer ins Blaue hinein irgendwelche wilden, zu 100% unbewiesenen Theorien herausposaunt, oder Fragen aufwirft, die sich nicht stellen, weil es Null komma Null Anhaltspunkte dafür gibt, dann ist es doch wohl kein Glaube, sondern schlicht rational, dass man diese Theorie zurückweist, und eben sagt, dass es absolut nichts gibt, was für diese Theorie spricht, bzw dass sich diese Frage garnicht erst stellt. Genauso sieht es mit Gott aus.


    Sicherlich wäre es rein theoretisch möglich. Aber es wäre auch rein theoretisch möglich das es Kobolde, Feen, das Spaghettimonster etc gibt. Stellt nun jeder der diese völlig aus der Luft gegriffene Theorie zurückweist "Dogmen" auf?

  • Zitat

    Original geschrieben von Skyclad:
    Warum sollten Atheisten religiös sein?
    Atheisten sagen lediglich, dass aufgrund logischen Denkens, der Wahrscheinlichkeit, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge (die zuvor nicht erklärbare Vorkommnisse erklären) usw. personifizierte Gottheiten aller Wahrscheinlichkeit nach nicht existieren. Mehr sagt der ernst gemeinte Atheismus nämlich nicht.
    Was ist daran religiös?


    Dass die Frage nach Gott mit logischem Denken, Wahrscheinlichkeit und wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht beantwortbar ist und damit nur mit Glauben beantwortet werden kann. In den klassischen Religionen eben mit dem Glauben an einen höhere Macht und in dem Atheismus mit dem Glauben an die Nichtexistenz einer solchen Macht. Da ist das eine nicht logischer, wahrscheinlicher oder wissenschaftlicher als das andere. Es ist eine Glaubensfrage. Und Beantwortung einer theologischen Frage mit Glauben ist Religion.

  • Zitat

    Original geschrieben von Xagon:
    Wenn in der Wissenschaft irgendwer ins Blaue hinein irgendwelche wilden, zu 100% unbewiesenen Theorien herausposaunt, oder Fragen aufwirft, die sich nicht stellen, weil es Null komma Null Anhaltspunkte dafür gibt, dann ist es doch wohl kein Glaube, sondern schlicht rational, dass man diese Theorie zurückweist, und eben sagt, dass es absolut nichts gibt, was für diese Theorie spricht, bzw dass sich diese Frage garnicht erst stellt. Genauso sieht es mit Gott aus.


    Sicherlich wäre es rein theoretisch möglich. Aber es wäre auch rein theoretisch möglich das es Kobolde, Feen, das Spaghettimonster etc gibt. Stellt nun jeder der diese völlig aus der Luft gegriffene Theorie zurückweist "Dogmen" auf?

    Es geht beim Atheisten nicht darum, dass ein bestimmter Glaube zurückgewiesen wird, auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass z.B. die Erde nicht wie im Christentum nur ein paar tausend Jahre alt ist( (oder so), sondern eben darum, dass es keinen Gott gibt. Und das ist halt genauso wenig zu beweisen wie das eis einen gibt. Und wenn hundert Marien in Oberammergau anfangen zu weinen. Vielleicht erlaubt sich ein Außerirdischer mit überlegener Technik da nur einen Scherz :idee:
    Es gibt allerdings auch Religionen, die ohne Gott auskommen, z.B. Buddhismus, eine atheistische Religion, in dem es darum geht Leiden zu überwinden, nicht einem Gott näher zu kommen. Man kann also selbst in der Religion ohne Gott auskommen, aber nicht ohne Dogmen, ohne umumstößliche Wahrheiten. Und die Wahrheit, dass es keinen Gott gibt, ist eben eine solche.


    Es ist allerdings eine eher philosophische Diskussion, bei der es sich eben um die Frage dreht, wann Religion beginnt und wann nicht. MMn beginnt sie eben mit dem Akzeptieren von Dingen, die man nicht wissen kann, und ein Ausschließen, dass es einen Gott gibt, gehört mMn dazu.

  • Zitat

    Original geschrieben von Xagon:
    Wenn in der Wissenschaft irgendwer ins Blaue hinein irgendwelche wilden, zu 100% unbewiesenen Theorien herausposaunt, oder Fragen aufwirft, die sich nicht stellen, weil es Null komma Null Anhaltspunkte dafür gibt, dann ist es doch wohl kein Glaube, sondern schlicht rational, dass man diese Theorie zurückweist, und eben sagt, dass es absolut nichts gibt, was für diese Theorie spricht, bzw dass sich diese Frage garnicht erst stellt. Genauso sieht es mit Gott aus.


    Es spricht genauso nichts für eine Nichtexistenz Gottes. Das ist jedenfalls viel zu einfach. Und so selbstverständlich ist das auch nicht, dass eine Theorie, die nicht beweisbar ist, automatisch abgelehnt wird. Nehmen wir die String-Theorie. Letztlich nicht beweisbar und ins Blaue hinein. Dennoch ist das eine der wichtigsten Theorien in der modernen Physik. Sämtliche Theorien, die sich mit der Zeit vor der Zeit beschäftigen, können nicht bewiesen werden. Aber dennoch beschäftigt sich selbst die Wissenschaft damit in dem Wissen keine falsifizierbaren Theorien finden zu können. U.a. natürlich aufgrund der Heisenberg'schen Unschärferelation, die in Hinblick auf den Beginn des Universums im Prinzip schon fast für sich etwas "göttliches" hat.

  • Zitat

    Original geschrieben von Jesse:
    Dass die Frage nach Gott mit logischem Denken, Wahrscheinlichkeit und wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht beantwortbar ist und damit nur mit Glauben beantwortet werden kann. In den klassischen Religionen eben mit dem Glauben an einen höhere Macht und in dem Atheismus mit dem Glauben an die Nichtexistenz einer solchen Macht. Da ist das eine nicht logischer, wahrscheinlicher oder wissenschaftlicher als das andere. Es ist eine Glaubensfrage. Und Beantwortung einer theologischen Frage mit Glauben ist Religion.


    Viele Atheisten beantworten die Frage nach der Existenz Gottes aber eben nicht mit "ich glaube, dass es keinen gibt", sondern mit "je detaillierter eine Gottheit dargestellt wird, desto unwahrscheinlicher wird sie - deshalb kann man die Existenz des christlichen Gottes rein logisch als extrem unwahrscheinlich ansehen".
    Abgesehen davon solltest du Glauben nicht mit Religion gleichsetzen. Es gibt viele Menschen, die an höhere Wesen glauben, ohne aber einer Religion zu folgen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Skyclad:
    Viele Atheisten beantworten die Frage nach der Existenz Gottes aber eben nicht mit "ich glaube, dass es keinen gibt", sondern mit "je detaillierter eine Gottheit dargestellt wird, desto unwahrscheinlicher wird sie - deshalb kann man die Existenz des christlichen Gottes rein logisch als extrem unwahrscheinlich ansehen".

    Das sind für mich der engeren Definition nach dann keine Atheisten, denn ich sehe als grundlegendes Charakteristikum des Atheismus, dass die Existenz eines Gottes kategorisch ausgeschlossen, und eben nicht nur vage als unwahrscheinlich eingestuft wird. Wer die Existenz Gottes für unwahrscheinlich hält, lässt entweder die Möglichkeit offen, dass es diesen eben doch gibt, womit er auch ein Stück weit religiös ist, oder er belässt es dabei, dass die Frage über die bloße Wahrscheinlichkeit nicht zu beantworten, was ihn dann wiederum zum Agnostiker macht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Hijo:
    Es geht beim Atheisten nicht darum, dass ein bestimmter Glaube zurückgewiesen wird, auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass z.B. die Erde nicht wie im Christentum nur ein paar tausend Jahre alt ist( (oder so), sondern eben darum, dass es keinen Gott gibt. Und das ist halt genauso wenig zu beweisen wie das eis einen gibt. Und wenn hundert Marien in Oberammergau anfangen zu weinen. Vielleicht erlaubt sich ein Außerirdischer mit überlegener Technik da nur einen Scherz :idee:
    Es gibt allerdings auch Religionen, die ohne Gott auskommen, z.B. Buddhismus, eine atheistische Religion, in dem es darum geht Leiden zu überwinden, nicht einem Gott näher zu kommen. Man kann also selbst in der Religion ohne Gott auskommen, aber nicht ohne Dogmen, ohne umumstößliche Wahrheiten. Und die Wahrheit, dass es keinen Gott gibt, ist eben eine solche.


    Es ist allerdings eine eher philosophische Diskussion, bei der es sich eben um die Frage dreht, wann Religion beginnt und wann nicht. MMn beginnt sie eben mit dem Akzeptieren von Dingen, die man nicht wissen kann, und ein Ausschließen, dass es einen Gott gibt, gehört mMn dazu.



    Ich schließe es ja garnicht aus. Ich weise schon die Frage nach Gott zurück, weil sie sich garnicht erst stellt. Schon die Frage finde ich irrational. Von daher beantworte ich sie auch weder positiv, noch negativ. Nen Satz wie "Es gibt keinen Gott" habe ich noch nie gesagt. Ist mir schon zu viel Zugeständnis an den Gottesglauben, sich auf diese Frage überhaupt einzulassen. Höchstens sage ich eben, dass es absolut keine Anhaltspunkte gibt, die die Existenz eines Gottes nahelegen, plausibel machen, oder überhaupt erst die Frage aufwerfen. Ist das dann eher Agnostizismus?

  • Zitat

    Original geschrieben von Skyclad:
    Viele Atheisten beantworten die Frage nach der Existenz Gottes aber eben nicht mit "ich glaube, dass es keinen gibt", sondern mit "je detaillierter eine Gottheit dargestellt wird, desto unwahrscheinlicher wird sie - deshalb kann man die Existenz des christlichen Gottes rein logisch als extrem unwahrscheinlich ansehen".
    Abgesehen davon solltest du Glauben nicht mit Religion gleichsetzen. Es gibt viele Menschen, die an höhere Wesen glauben, ohne aber einer Religion zu folgen.


    Das ist jetzt eine Definitionsfrage. Religion ist für mich mehr Glaube als Glaubensgemeinschaft. Ich kann religiös in einem eigenen Glauben leben ohne einer Glaubensgemeinschaft anzugehören.



    Deine Unwahrscheinlichkeitsaussage überzeugt mich wenig. Wir reden von einem der logisch völlig unwahrscheinlichsten Vorgänge überhaupt: Dass ein Universum entsteht, indem irgendwann eine Kohlenstoffeinheit sitzt, die sich die Frage nach dem Ursprung des Universums stellt. Da sind wir schon an der Grenze eines absolut unwahrscheinlichen angelangt.


    Alle Naturgesetze die wir kennen und alles im Universum beruht auf einem Ursache-Wirkung-Zusammenhang. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein Universum damit keine Ursache hat, geht nicht gegen Null, sondern sie ist genau 0. Mit Wahrscheinlichkeit kommen wir nicht weiter. Mit Logik auch nicht. Logik basiert auf Sein. Damit gibt es nichts unlogischeres und undenkbareres als das Nichts. Auch damit kommt man nicht weiter.


    Die Frage nach Gott ist nicht zugänglich für Wahrscheinlichkeit und Logik.



    Und die Aussage je detallierter ein Gott abgebildet wird, desto unwahrscheinlicher ist, dass die Abbildung der Realität entspricht, ist nicht mehr als eine Binsenweisheit. Abgesehen davon, dass es von diesem monotheistischen Gott Millionen abweichender Bilder gibt.


    Der Kern des Atheismus bleibt der Glaube an die Nichtexistenz eines Gottes. Und das ist für mich religiös.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

A N Z E I G E