A N Z E I G E

Thumbtack Jack im großen MOONSAULT.de Exklusivinterview

  • MOONSAULT.de Interview mit Thumbtack Jack (16.04.2012)

    Im Wrestlingbusiness, welches seit den Anfängen durch die amerikanischen Stars geprägt ist, gab es bisher nicht viele europäische Talente, die es geschafft haben, sich einen Platz in den USA zu erkämpfen und anschließend sogar noch Erfolge zu feiern. Wenn man den Radius noch weiter einschränkt und auf unsere deutschen Exporte schaut, wird es sogar schwer, überhaupt eine Hand voll Wrestler zu nennen, die sich in Amerika einen Namen machen konnten. Neben dem ehemaligen WCW-Wrestler Alex Wright, der heute erfolgreich mit seiner Wrestlingschule an der Zukunft des deutschen Wrestlings arbeitet, kann man ohne Zweifel einen Mann dazu zählen, der in der jüngeren Vergangenheit speziell durch seine spektakulären Deathmatches für Gesprächsstoff sorgte.

    Alexander Bedranowsky, den die Wrestlingfans wohl eher als Thumbtack Jack kennen dürften, hat es in seiner zehnjährigen Karriere, die am 04. August 2001 begann, geschafft, sowohl national als auch international Titel und Turniererfolge für sich zu verbuchen.

    Auf europäischem Boden erinnern sich die Fans vermutlich am meisten an seine Zeit bei German Stampede Wrestling (GSW) und speziell westside Xtreme wrestling (wXw), bei der er mittlerweile sogar in die Hall of Fame aufgenommen wurde. Aber auch in den USA konnte er, wie bereits erwähnt, für prominente Wrestlingpromotions wie beispielsweise die IWA (East Cost/Mid-South) und auch CZW antreten und konnte sogar zweimal das prestigeträchtige Tournament of Death für sich entscheiden.

    Aber nicht nur im Ring hat es 'TJ' geschafft, ein Vorreiter für deutscher Wrestler zu sein. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Alexander Bedranowsky als erster deutscher Wrestler eine Autobiographie, die seine gesamte Karriere bis zum tragischen Ende, bei dem ihm ein Wirbelbruch zum Karriereende zwang, umfasste. Dieses Buch, welches den Titel 'Meine Kämpfe' trägt und unter den Fans großartige Kritiken erhielt, ist soeben in der zweiten Auflage sowie als eBook im Amazon Kindle-Shop erschienen. Damit nicht genug, am 15.03.2012 erschien mit 'Crimson Mask', nach 'Cutting Deep', bereits die zweite Dokumentation in Spielfilmlänge über seine Karriere. Erhältlich sind all diese Produkte auf seiner offiziellen Webseite, www.meinekämpfe.de. Dort gibt
    es auch Trailer und Leseproben.

    Im großen MOONSAULT.de Exklusivinterview spricht Alexander Bedranowsky über seine neusten Projekte, sein aktuelles Leben und natürlich seine Wrestlingvergangenheit, sowie das aktuelle Geschehen im Ring. Das Interview führte Philipp ‘N3RO‘ Sigloch, im Auftrag von MOONSAULT.de.



    MOONSAULT.de: Wie bekannt ist, war das Wrestling einer deiner größten Lebensinhalte, bevor es dir abrupt entrissen wurde. Wie geht es dir, nachdem du deine Wrestlingboots im Oktober 2010 an den Nagel hängen musstest? Wie sieht dein derzeitiges Leben aus?

    Thumbtack Jack: Gesundheitlich geht es mir sehr gut. Ich hatte wirklich extremes Glück, keine schweren Folgeschäden von meinem Wirbelsäulenbruch davon zu tragen. Jedes Mal wenn ich seitdem einen Rollstuhlfahrer sehe denke ich mir "das hättest auch du sein können." Ein erschreckender Gedanke! Inzwischen weiß ich meine Gesundheit sehr viel mehr zu schätzen als früher, damals habe ich mit ihr permanent Lotto gespielt. Im Moment erhole ich mich von einer Schlüsselbein-Operation, die ich Mitte Februar hatte. Unglaublich aber wahr: Ich bin seit 2004 mit einem gebrochenen Schlüsselbein herumgelaufen und habe damit sogar gewrestlet.

    MOONSAULT.de: Wie sehen deine persönlichen Ziele für die nächsten Jahre aus? Hast du ein besonderes berufliches Ziel, dass du erreichen möchtest?

    Thumbtack Jack: Mich unters Messer zu legen habe ich gemacht, um endlich wieder komplett und uneingeschränkt fit zu werden. Das Ziel dahinter ist schlichtweg, permanent in einer besseren Form zu sein, als ich es während meiner Zeit als aktiver Wrestler jemals war. Nicht mehr dauernd von Verletzungen zurückgeworfen zu werden ist echt eine schöne Abwechslung für mich. Beruflich bin ich momentan relativ glücklich, arbeite als Online-Journalist und Marketing-Berater. Das geht genau in die Richtung, für die ich studiert habe. Was berufliche Ziele angeht: Sich irgendwann über Geld keine allzu großen Gedanken mehr machen müssen.

    MOONSAULT.de: Mit deinem ersten Werk 'Meine Kämpfe' hast du bewiesen, dass du auch als Autor ein natürlichen Talent mitbringst, schließlich war der Großteil der Leser von deinem Buch begeistert. Ich selbst habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen, da du es geschafft hast, deine außergewöhnliche Karriere auf spannende Art und Weise auf Papier zu bringen. Besteht auch die Möglichkeit, dass du ein weiteres Buch schreibst?

    Thumbtack Jack: Danke erst einmal für das Lob! Die großartige Resonanz auf das Buch hat mich wirklich umgehauen und total gefreut. Viele Leser kamen hinterher und meinten, sie hätten das Buch in nur einer Nacht in einem Rutsch oder innerhalb weniger Tage durchgelesen - was zeigt, dass es mir gelungen ist, ein wirklich packendes Werk zu schreiben. Ob ich noch weitere Bücher schreiben werde? Ideen dazu habe ich einige, sowohl was das Thema Wrestling betrifft als auch den Bereich Fiktion. Aber noch nichts Spruchreifes. Ich halte mich da mal noch bedeckt, bis ich wirklich etwas neues vorzuweisen habe.

    MOONSAULT.de: Bleiben wir noch kurz bei deinem Buch. Wie hast du das Verfassen des Buches selbst erlebt? Hattest du in deiner Vergangenheit schon einmal Berührungspunkte mit dem Schreiben oder war es für dich wirklich komplett neu?

    Thumbtack Jack: Seit der Grundschule habe ich immer schon gerne geschrieben. Ob im Unterricht oder später auch privat... bevorzugt Kurzgeschichten und Songtexte/Poesie. Ich nenne das am liebsten 'meine Gedanken in Versen'. Neu war das Schreiben für mich daher nicht, allerdings war es eine komplett neue Herausforderung, ein so umfassendes Werk zu schreiben. Am Ende sind es immerhin 237 Seiten geworden. Wobei zwölf davon nur Bilder sind. (lacht)

    MOONSAULT.de: Was war in deinen Augen der schwierigste Teil, wenn es darum ging, deine komplette Karriere auf wenige Seiten zusammenzufassen? Schließlich wird es auch einzelne Abschnitte geben, über die man ein ganzes Buch schreiben könnte.

    Thumbtack Jack: Das Schwierigste war mit Abstand, die richtige Balance zu finden zwischen einem Buch, das jedermann lesen kann, egal ob er Ahnung von Wrestling hat oder nicht und einem Buch, das auch einen langjährigen Fan anspricht, der vielleicht sogar meine Karriere verfolgt hat. Das fängt ja bereits bei den Fach-Termini wie Move-Bezeichnungen an. Welche Begriffe sind unabdingbar, um meine Story interessant und kurzweilig erzählen zu können? Welche kann ich unter den Tisch fallen lassen? Wie erkläre ich die Begriffe, die einem Otto-Normal-Leser nichts sagen werden? In Klammern, Fußnoten oder als Anmerkungen am Ende des Buches? Welche dieser Möglichkeiten gewährleistet, dass der Lesefluss nicht unnötig unterbrochen wird? Ich wollte vermeiden, dass jemand ohne Wrestling-Vorkenntnisse das Buch nach wenigen Minuten verzweifelt in die Ecke wirft, weil er nur Bahnhof versteht. Letztendlich ist mir da nach langem Hin und Her eine sehr gute Balance gelungen und das größte Lob ist es, wenn Leute die von Wrestling keinen blassen Schimmer haben mir sagen, dass das Buch sie total in ihren Bann gezogen hat.
    Was neben der Auswahl der spannendsten, interessantesten und lustigsten Geschichten auch noch schwierig war, war die Auswahl der besten Bilder. In die zwölfseitige, farbige Fotostrecke der Printversion haben es insgesamt 28 Bilder geschafft. Bei der eBook-Version hingegen hatte ich den großen Vorteil, sehr viel mehr Bilder einfügen zu können - und das nicht in der Mitte des Buches, sondern immer direkt bei der passenden Textstelle. Dadurch wirkt das Gelesene richtig hautnah. Im eBook, welches übrigens voll verlinkt ist und interaktiv programmiert wurde, gibt es nun neben den Fotos der Printversion 55 zusätzliche Schnappschüsse. Darunter auch so einige alte Bilder von den Anfängen meiner Karriere, die ich ganz tief in meinen Archiven ausgebuddelt habe. (lacht)

    MOONSAULT.de: Was würdest du als Hauptinspiration für dein Buch nennen? Hattest du den Wunsch, den Fans, die dir über viele Jahre hinweg treu geblieben sind, etwas zurückzugeben? Oder war es eher etwas persönliches, beispielsweise um einen 'Schlussstrich' unter deine Karriere ziehen zu können?

    Thumbtack Jack: Letzteres trifft auf jeden Fall zu. Es war für mich verdammt schwer, besonders in den Monaten direkt nach dem Wirbelsäulenbruch, vom Wrestling loszulassen und mich mit der Tatsache abzufinden, dass ich nicht mehr in den Ring steigen kann. Das Schreiben des Buches war daher eine großartige therapeutische Maßnahme, um mir vor Augen zu halten, welche schönen Erfahrungen ich meinen zehn Jahren im Wrestling-Business zu verdanken habe. Außerdem hatte ich durch das Schreiben eine Aufgabe, die mich komplett ausgefüllt hat. Denn ich konnte direkt nach der Verletzung ja nicht viel machen. Ein paar Mal die Woche ging ich in die Reha und den Rest der Zeit konnte ich nur rumliegen und warten, bis mein Körper wieder heilt. Ohne das Schreiben wäre ich komplett durchgedreht.

    MOONSAULT.de: Lass uns ein wenig über das Wrestling selbst sprechen. Wie bist du dem Wrestling-Business erhalten geblieben? Hast du mittlerweile einen größeren Abstand gewonnen oder verfolgst du das aktive Geschehen weiterhin?

    Thumbtack Jack: Ich habe mich bewusst von der europäischen Wrestling-Szene distanziert. In den ersten zwei Monaten direkt nach meinem Karriereende habe ich noch alle wXw-Shows mitgenommen und versucht, mich noch an den Sport zu klammern. Das hat mir allerdings überhaupt nicht gut getan. Meine letzte Euro-Show war das 16 Carat Gold im März 2011, welches ich auch kommentiert habe. Kurz darauf bin ich von meinem damaligen Wohnort Darmstadt zurück in meine Heimat München gezogen und bin dadurch nun alleine schon rein geographisch distanzierter von der Szene. Ab und an lese ich noch Ergebnisse von Shows, aber wirklich schauen tue ich nichts mehr. Mit ein paar guten Freunden aus der Szene bin ich allerdings noch sporadisch im Kontakt.

    MOONSAULT.de: Ein großer Teil deines Buches bestand auch über den Einstieg in das Business. Wer 'Meine Kämpfe' gelesen hat, weiß, dass die Doppelbelastung durch das Wrestling und der Schule, bzw. dem späteren Studium, ein großer Konflikt war. Würdest du jungen Talenten raten, sich erst auf die schulische Laufbahn zu konzentrieren bevor sie im Ring durchstarten möchten, wie du es getan hast?

    Thumbtack Jack: Definitiv! Was auch immer man für akademische Ziele hat, sollte man diese auf jeden Fall mit der Hauptpriorität verfolgen. Einfach um sich für die Zeit nach dem Wrestling ein Standbein aufzubauen. Es spricht nichts dagegen, parallel dazu Wrestling zu trainieren, aber ich würde niemandem raten, gleichzeitig in die Schule zu gehen und aktiv bei Shows aufzutreten. Letzteres bringt einem selbst und der Szene mehr, wenn man sich wirklich 100%ig darauf konzentrieren kann. Um ehrlich zu sein frage ich mich heute oft, wie ich es damals geschafft habe, das Wrestling und die Schule, vor allem aber die Uni, unter einen Hut zu bekommen.

    MOONSAULT.de: Wie siehst du die Problematik mit dem Reisestress? In deinem Buch hast du es folgendermaßen formuliert: "Die Wrestling-Welt ist ein Business, das viel mehr von dir nimmt, als es dir zurückgibt." Denkst du, dass es überhaupt möglich ist, Wrestling mit weniger Shows auf dem Bekanntheitsgrad zu halten oder dass es für einen Wrestler möglich ist, sich einen Namen zu machen, obwohl er nur reduzierte Auftritte abliefert und damit seinen Körper schont?

    Thumbtack Jack: Der Reisestress ist das, was eigentlich alle Wrestler am meisten auslaugt. Viel mehr als die eigentlichen Shows. Das habe ich persönlich auf dem Indy-Level miterlebt, aber das, was die WWEler an Reisepensum zu bewältigen haben, steht dazu in keinem Vergleich. Vor denen habe ich wirklich den allergrößten Respekt, denn 300 Tage im Jahr on the road zu sein und seine Freunde und Familie kaum zu sehen ist wirklich unglaublich tough. Im Indy-Bereich kann es natürlich durchaus auch funktionieren, sich einen Namen zu machen, allerdings muss man dafür dazu bereit sein, so viele Shows wie möglich mitzunehmen. Es ist allerdings wirklich ein Drahtseilakt, zwischen einem für den Körper möglichst 'schonenden' Stil und der Zufriedenheit der Fans abzuwägen, denn die wollen natürlich auch nicht dauernd das gleiche sehen. Man schaue sich nur einmal den Fall Nigel McGuinness an: Bietet im Indy-Bereich jahrelang Main Events auf Weltniveau, aber als die WWE dann endlich an seiner Türe klopfte, war sein Körper zu kaputt und verbraucht, als dass er diese Chance seines Lebens hätte wahrnehmen können.

    MOONSAULT.de: Wie bereits erwähnt, hast du in den Sternstunden deiner Karriere quasi für das Wrestling gelebt, was dich während und nach deiner Verletzung sehr belastet haben muss. Konntest du in der Zwischenzeit, nach über eineinhalb Jahren, eine neue Leidenschaft finden, die du mit ähnlichem Enthusiasmus betreibst?

    Thumbtack Jack: Mitte letzten Jahres habe ich mit Parkour angefangen, seit Ende 2011 auch im Verein. Das ist eine großartige Möglichkeit für mich, meinem Körper neue und alte Tricks beizubringen. Teilweise gelingen mir wieder Kunststücke, die ich seit meinem ersten Kreuzbandriss 2007 nicht mehr machen konnte, was schon sehr motivierend ist. Als wirkliche Leidenschaft würde ich Parkour aber nicht beschreiben, eher als großartigen Zeitvertreib für Seele und Körper. Wofür meine Begeisterung allerdings immer mehr und mehr wächst ist MMA. Bereits im letzten Jahr meiner Wrestling-Karriere war ich eigentlich ein größerer MMA- als Wrestling-Fan und habe teilweise auch vereinzelt versucht, MMA-Elemente in meinen Kampfstil einfließen zu lassen. Allerdings ist Wrestling meiner Meinung nach einfach nicht die richtige Kunstform dafür. Diesen Sommer, wenn ich vollständig von meiner Schlüsselbein-OP genesen bin, werde ich in einer MMA-Schule in München zu trainieren beginnen. Primär, um diesen großartigen und vielseitigen Sport besser verstehen zu lernen. Und natürlich, weil es ein fantastisches Workout ist. Ambitionen, in den Käfig zu steigen, habe ich vorerst aber absolut keine. Darüber würde ich mir frühestens nach ein paar Jahren Training Gedanken machen. Ich hab beim Wrestling damals als ich angefangen habe den Fehler gemacht, viel zu früh in den Ring zu steigen, obwohl ich noch lange nicht bereit war. Das passiert mir nicht noch einmal.

    MOONSAULT.de: Eine Frage, die wohl jeder Fan stellen würde: Wie sehr vermisst du es, selbst im Ring zu stehen?

    Thumbtack Jack: Das eigentliche im-Ring-Stehen vermisse ich nicht mehr, was mir allerdings sehr fehlt ist der körperliche Aspekt des Kämpfens, one-on-one, du und ein Partner. Aber die Lösung für dieses Problem habe ich mit dem MMA-Training gefunden. Wirklich schwierig ist es jedoch, sich mit einem Leben zu arrangieren, in dem es nicht mehr permanente Adrenalin-Kicks in Extremform gibt. Eine der Fragen die ich am häufigsten höre ist "Wieso hast du diese krassen Death Matches gemacht?!" Es ist doch eigentlich ganz offensichtlich: Du bist blutüberströmt von Kopf bis Fuß und kämpfst mit deinem inneren Schweinehund, versuchst weiterzumachen, obwohl der Tank schon lange leer ist - das ist ein unglaublicher Adrenalin-Kick. Da kann sich denke ich auch jeder hineinversetzen, der nicht im Traum daran denken würde, ein Death Match zu bestreiten. 'Crimson Mask' geht ganz am Ende des Films auch auf diese Frage ein. Der Film endet damit, dass ich mich selbst frage "Warum hast du dir das alles angetan?"

    MOONSAULT.de: Du hast gerade dein neustes Projekt, die Dokumentation 'Crimson Mask' angesprochen. Erzähl uns ein wenig über die Doku, schließlich ist es bereits die zweite DVD (die erste DVD 'Cutting Deep' erschien 2008), die sich um deine Wrestlingvergangenheit dreht. Worauf dürfen sich die Fans bei diesem Film freuen?

    Thumbtack Jack: Vorab: 'Crimson Mask' ist nicht nur für Fans gedacht, sondern, genauso wie 'Meine Kämpfe' für jedermann. Es ist keinerlei Grundwissen nötig, weder über die europäische Wrestling-Szene noch über Death Matches noch über Wrestling im Allgemeinen. Es ist auch kein Wrestling-Film im klassischen Sinne, viel mehr ein Film über jemanden, der einen hohen Preis für seine Leidenschaft zahlt und sich schlussendlich von ihr trennen muss. Während 'Cutting Deep' für Wrestling-Fans gemacht war, beleuchtet 'Crimson Mask' die Schattenseiten der verrückten Wrestlingwelt sehr viel ausführlicher und ehrlicher und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Genau das ist es, was wirklich gute Dokumentationen ausmacht. Befürworter der Szene kommen ebenso zu Wort wie Leute, die Negatives zu berichten haben. Dadurch entsteht ein sehr spannender Dialog. Im einen Moment sieht man spektakuläre Spots, im nächsten Moment sieht man backstage die Schattenseiten, unverhüllt, ohne Glitzer & Glamour. Dann sagt jemand das eine und im nächsten Moment passiert genau das Gegenteil. Die Dynamik des Filmes ist beeindruckend und der Zuseher wird aufgefordert, sich zwischen all den widersprüchlichen Aussagen und Szenen selbst eine Meinung zu bilden.

    MOONSAULT.de: Wie bereits der Vorgänger, wurde auch 'Crimson Mask' von Marco Eisenbarth produziert. Wie ist eure Zusammenarbeit verlaufen? Die Trailer lassen bereits verraten, dass er dich über viele Jahre hinweg begleitete.

    Thumbtack Jack: Marco hat mich seit 2007 zu Shows begleitet, sogar bis in die USA. Bei den Schlüsselmomenten meiner Karriere war er immer mit dabei, ob nun großartige Triumphe oder schwere Verletzungen. Dabei ist natürlich unglaublich viel Material zusammen gekommen, das er mit 'Crimson Mask' wirklich in eine sehr interessante Form gebracht hat. Der Film ist ziemlich 'artsy', sehr viel mehr als andere Dokumentationen zum Thema Wrestling. Würde mich nicht wundern, wenn er irgendwann auf arte laufen würde. Ich habe Marco bei diesem Projekt sehr viel Freiraum gelassen und ihm lediglich hier und da mal einen kleinen Rat gegeben. Auf die hat er allerdings auch nicht immer gehört. (lacht) Wo ich ihm besonders unter die Arme gegriffen habe war die Musikauswahl. Alle Songs im Film wurden von der Münchner Band 'Purblind' beigesteuert, was eine ganz schöne Verbindung zu mir und meiner Heimat ist.

    MOONSAULT.de: Wann und wie kamst du auf die Idee, dich während deiner Trips filmen zu lassen? Ging das Projekt von dir aus oder wurdest du angesprochen?

    Thumbtack Jack: Die Idee entstand am Ostersonntag 2007 bei einem Zoobesuch gemeinsam mit Marco... aus einem Scherz heraus. Aus diesem Scherz wurde allerdings schnell Ernst. (lacht)

    MOONSAULT.de: Natürlich waren die Deathmatches ein großer Teil der Doku. Zwar warst du auch als guter 'Basic-Wrestler' bekannt aber zu ganz großem Ruhm hast du es ohne Zweifel durch diese Ultraviolent Matches geschafft. Bist du davon überzeugt, dass du es auch ohne die Hardcore-Phase zu einem guten und etablierten Wrestler in Deutschland und vielleicht sogar in den USA geschafft hättest?

    Thumbtack Jack: In Deutschland hätte ich mich auch ohne Hardcore und Death Matches etabliert, in den USA allerdings definitiv nicht. Der Talent-Pool dort drüben ist so groß, dass schlichtweg kein Grund besteht, europäische Wrestler für teures Geld einzufliegen - außer, sie bringen etwas "to the table", was in den USA niemand zeigt. Das war mir bereits bewusst, bevor ich überhaupt das erste Mal in den USA gebucht wurde. Mein einziges Ticket dorthin war es, mich irgendwie von der Masse abzuheben. Das habe ich getan. Bevor ich damit angefangen habe, hat in den USA niemand Spritzen in Death Matches benutzt oder Bumps auf Betonstein-Plattformen genommen etc.

    MOONSAULT.de: Obwohl du aus eigenem Willen dem Deathmatch-Wrestling den Rücken gekehrt hast, war es letztendlich eine unglaublich schlimme Verletzung, die sich zum endgültigen Karriereende zwang - ein Wirbelsäulenbruch. Neben dieser Verletzung ist dein Körper durch die jahrelangen "Torturen" gezeichnet. Gibt es einen Bump, den du nicht mehr wiederholen würdest, wenn du auf deine Karriere zurückblickst?

    Thumbtack Jack: Nein, denn egal was für Fehler man im Leben macht - ganz allgemein gesprochen -, so bringen einen all diese Fehlentscheidungen dorthin, wo man gerade ist. Man kann es Butterfly- oder Domino-Effekt nennen, aber jede Entscheidung kann unendlich viele unvorhersehbare Konsequenzen haben. Wo fängt man da an? Ich könnte jetzt sagen "ich würde nicht noch einmal die Last Ride Powerbomb auf Betonsteine einstecken, die mir MASADA beim Tournament of Death 8.5 Finale verpasst hat, weil dieser Spot unbeschreiblich wehtat". Das würde als Folge bedeuten, dass ich diese Aktion in unserem nächsten Match gegeneinander wahrscheinlich nicht gekontert hätte. Ich wäre bei diesem Konter nicht auf meinem Kopf gelandet, hätte mir nicht die Wirbelsäule gebrochen, würde jetzt vielleicht noch immer wrestlen. Aber wäre ich damit auch glücklicher? Ich denke nicht.

    MOONSAULT.de: Gibt es etwas von deiner Seite, was du den nachrückenden Deathmatch-Wrestlern mit auf den Weg geben würdest? Beispielsweise, dass man den Gedanken aufgeben sollte, immer wieder etwas Neues und Extremeres zeigen zu müssen, was das Publikum vorher noch nie gesehen hat?

    Thumbtack Jack: Du hast dir deine Frage bereits selbst beantwortet. Genau das würde ich nachrückenden Death Match Wrestlern mit auf den Weg geben. Etwas Neues zu zeigen, insofern es möglichst save ist, dagegen spricht nichts, im Gegenteil. Jeder Sport muss sich entwickeln und das geschieht nur durch Innovationen. Aber man muss - besonders im Death Match Bereich - damit aufhören, permanent unkalkulierbare Risiken zu gehen. Innovativ zu sein ohne unkalkulierbare Risiken zu gehen ist allerdings sehr schwierig, deswegen scheitern viele Kollegen an dieser Aufgabe. Was ich in den USA immer versucht habe: Die Fans zu 'entwöhnen', wenn es um Match-Finishes geht. Jahrelang hat die CZW den Fehler gemacht, ihre Fans daraufhin zu konditionieren, dass das Ende eines Kampfes immer extrem spektakulär sein muss. Nach dem Motto "nur ein Match mit einem großen Bump am Ende ist ein gutes Match". Bullshit. Ich bin genau den entgegengesetzten Weg gegangen und habe meine Matches durch simple Moves beendet, die dafür aber glaubwürdig waren. Letztendlich geht es darum, den Kampfeswillen des Gegners zu brechen, nicht all seine Knochen.

    MOONSAULT.de: Während deiner gesamten Karriere warst du immer ein großer Befürworter der Euroszene. Wenn du die Chance hättest, eine kleine Werbekampagne zu starten: Wie würdest du den Leuten in Deutschland das Wrestling schmackhaft machen? Immerhin gibt es viele, die das Business belächeln "und es ist ja eh alles nur Fake"!

    Thumbtack Jack: Die GSW hatte mit ihrem Courage-Projekt einen sehr guten Ansatz, eine sehr gute Idee, die allerdings schlichtweg an der schlechten Umsetzung gescheitert ist. Was man machen muss: Den Leuten online gutes Wrestling gratis anbieten. Online. Gut. Gratis. Um potentielles neues Publikum zu den Live-Shows zu locken. Erst dort sollen sie den Geldbeutel zücken. Klingt einfach, ist es aber scheinbar nicht.

    MOONSAULT.de: Mit Ligen, wie beispielsweise der wXw, gibt es etablierte Brands aber einen großen Sprung, wie es die GSW wagte, konnte bisher keine deutsche Liga schaffen. Mit diesem, um ehrlich zu sein, sehr mutigen Versuch wollte man den nächsten Schritt gehen, was leider nicht den erwünschten Erfolg brachte. Ich persönlich war sehr angetan von dem Projekt und hatte gehofft, dass es der GSW gelingen würde, mit einer seriös produzierten Show neue Fans zu gewinnen. Was denkst du sind die Gründe, dass man es nicht schafft, im eigenen Land produziertes Wrestling als massentauglich zu präsentieren?

    Thumbtack Jack: GSW Courage gab es online zu sehen und das auch noch gratis, allerdings war das Production Value schlichtweg nicht gut genug, sowohl was die Technik, Kameras, Beleuchtung, Sound etc. angeht als auch die Matches selbst. Was deutsche Wrestling-Promoter leider übersehen: Die Aufmerksamkeitsspanne von potentiellen neuen Zuschauern ist sehr gering bemessen. Das Medienrezeptionsverhalten der Menschen hat sich in den letzten Jahren radikal geändert, man gibt einem neuen Produkt nur noch wenige Sekunden Zeit bevor man sich dafür entscheidet weiterzugucken oder nicht. Wenn ich mir vorstelle ich wäre jemand ohne den blassesten Schimmer von Wrestling - ich hätte bei Courage nach 30 Sekunden abgeschaltet, schlichtweg weil das Produkt zu billig aussah. Die wXw macht meiner Meinung nach den großen Fehler, sich viel zu sehr auf die DVD-Verkäufe innerhalb der Szene zu versteifen. Die deutsche Indy-Wrestling-Szene ist winzig. Will man ein größeres Publikum erreichen, muss man - ich sage es noch einmal - seinen potentiellen Kunden online gutes Wrestling gratis anbieten. Die wXw hat in ihrem Show-Archiv unendlich viele großartige Matches, mit denen man neues Publikum anlocken könnte. Aber das einzige, was man online gratis zu sehen bekommt sind kurze Schnipsel in Podcasts und gelegentlich Undercard-Matches mit Rookies. Einfach mal komplette Main Events mit Weltstars gegen lokale Talente online gratis zur Verfügung zu stellen würde meiner Meinung nach Wunder bewirken. Auch gegen Raubkopien sollte man sich finde ich nicht so extrem sträuben. Besser, jemand tritt zunächst illegal mit einer Liga in Kontakt und gibt anschließend eventuell Geld aus, um eine Show live zu besuchen, als wenn er nie mit dieser Liga in Kontakt tritt weil er es nicht einsieht, 15 Euro für eine DVD auszugeben, bei der er die Katze im Sack kauft. Würde es jedoch hochwertige Matches gratis zu sehen geben, gäbe es auch keine Katze im Sack mehr und der Teufelskreis wäre durchbrochen.

    MOONSAULT.de: Von deutschen Ligen zu deutschen Wrestlern. Auch wenn du nicht den Bekanntheitsgrads eines Main Stream Wrestlers hattest, kann man dich wohl ohne Probleme, neben vereinzelten Personen wie Alex Wright, zu einer Gruppe deren zählen, die sich als Deutsche in den USA einen Namen machen konnte. Woran mangelt es wohl den deutschen Wrestlern, dass sie sich nicht in den großen Ligen behaupten können?

    Thumbtack Jack: Sie stechen schlichtweg nicht aus der Masse hervor. Um es in den USA zu schaffen muss man den Fans etwas bieten, was sie dort drüben bisher nicht zu sehen bekommen haben. Ob das nun Gimmicks im Sinne von ausgefallenen Charakteren oder noch nie dagewesenen Waffen sind, ist völlig irrelevant. Hauptsache es ist neu. Auch ein noch nicht dagewesener Mix von Kampfstilen kann einem Türen öffnen. Oder richtig gute Mic-Skills. Letzteres schreckt glaube ich auch hierzulande viele potentielle neue Zuschauer davon ab, dem Euro-Wrestling eine Chance zu geben - sobald die meisten deutschen Wrestler den Mund aufmachen, wirkt es leider wie ein schlechtes Laientheater. Wrestling ist Theater, ja, aber als Zuschauer möchte man zumindest in der Illusion versinken wollen, dass die dargestellten Fehden echt sind. An Glaubwürdigkeit am Mikrofon mangelt es leider den meisten deutschen Wrestlern. Einige der Talente von Alex Wrights NEW-Projekt sind was das angeht aber auf einem richtig guten Weg. Auch den wXwler Carnage sehe ich inzwischen sehr gerne am Mikrofon, weil man ihm seine Emotionen einfach abkauft.

    MOONSAULT.de: Neben den heimischen Ligen haben ja selbst die Mainstreamligen mittlerweile einen schweren Job, sich in Deutschland sich eine stabile Fanbase zu erarbeiten. Ohne Frage gab es in den 90ern einen großen Hype, dessen Formkurve allerdings relativ steil wieder fiel. Was sind, deiner Meinung nach, die Gründe, dass das Wrestlingbusiness im Allgemeinen nicht den großen Durchbruch in Deutschland schafft?

    Thumbtack Jack: Das Hauptproblem ist seit Jahren das gleiche: Der öffentliche Umgang mit der unvermeidbaren Frage "Aber das ist doch nicht echt, oder?". Mein US-Indy-Kollege Danny Havoc hat es sehr schön auf den Punkt gebracht: "It's an exhibition rather than a competition." Das geht den Deutschen allerdings sehr schwer in den Kopf, was daran liegt dass man aus der Szene selbst immer unterschiedliche Antworten und Rumgedruckse zu hören bekommt, wenn diese 'ungemütliche' Frage gestellt wird. Was man meiner Meinung nach machen sollte: Mit offenen Karten spielen. Den Otto-Normal-Bürger nicht verarschen sondern ihm sagen: Ja, ist abgesprochen. Der Sieger steht vorher fest. Aber der Zuseher kennt den Sieger nicht, das macht die Spannung aus. Ein Besuch bei einer Wrestling-Show ist wie der Besuch eines Films oder eines Theaters. Für die Dauer der Vorstellung glaube ich einfach, was mir dargeboten wird, tauche bewusst in eine Scheinwelt ab und habe dadurch ungeheuren Spaß. Spielt man nicht mit diesen offenen Karten, fühlen sich die Leute veräppelt und schauen sich lieber 'echten' Sport wie MMA an.

    MOONSAULT.de: Kommen wir zu den großen Wrestlingligen dieser Welt. Wie siehst du die momentane 'PG-Diskussion'? Bist du der Ansicht, dass Wrestling eher für die Zuschauergruppe 18+ gestaltet werden sollte oder findest du es richtig, dass sich die weltgrößte Wrestlingorganisation, die WWE, an Kindern orientiert?

    Thumbtack Jack: Ich finde es absolut richtig, was die WWE macht. Je weniger 'Hardcore'-Inhalte es im Programm gibt desto besser, egal ob mit 'Hardcore' Sex oder Gewalt oder vulgäre Sprache gemeint ist. Auf diese Weise stumpft das Publikum nicht so schnell ab, gewöhnt sich nicht an ein viel zu hohes Level und die Performer können ihre Körper schonen und längere Karrieren haben. Speaking of: Man sehe sich nur einmal das Hell in a Cell Match bei der diesjährigen Wrestlemania an. Das hat etwas bedeutet, denn solch ein Maß an Gewalt (ganz abgesehen vom großartigen Storytelling) gibt es in der WWE heutzutage kaum noch. Triple H und der Undertaker hatten einen Grund, sich so zu bekriegen. Dieser Grund fehlt in Indy-Ligen leider oft, ganz besonders beim Death Match Wrestling. Da bekriegen sich Männer im wahrsten Sinne bis aufs Blut, aber warum, das weiß eigentlich niemand. Nicht einmal die Aktiven selbst. In 'Crimson Mask' wird dieses Thema auch von mehreren Wrestlern angesprochen. So kritisiert beispielsweise Adam Polak - ein Wrestler, mit dem ich selbst eine blutige Fehde geführt habe - die Grundlosigkeit der meisten Death Matches und auch Chris Hero [Anm.: Inzwischen als Kassius Ohno in der WWE-Farmliga FCW aktiv] erläutert ausführlich, dass Hardcore Matches nur dann eingesetzt werden sollten, wenn sie das Ende einer Fehde sind.

    MOONSAULT.de: Schaust du dir, trotz des kinderorientierten Programms, das aktuelle WWE Programm an? Und bist du generell am Mainstream-Wrestling interessiert? Schließlich fand erst vor kurzem mit Wrestlemania die größte Wrestlingveranstaltung überhaupt statt.

    Thumbtack Jack: Wrestlemania habe ich natürlich gesehen, das ist Pflichtprogramm, egal ob man auf das WWE-Produkt steht oder nicht. Bis zu Wrestlemania habe ich auch wöchentlich RAW und Smackdown verfolgt, inzwischen beschränkt sich das nur noch auf die WWE PPVs. TNA verfolge ich nur sehr oberflächlich und überfliege nur manchmal die Results. Ansonsten hält sich mein Wrestling-Konsum sehr in Grenzen, da ich inzwischen lieber MMA schaue.

    MOONSAULT.de: Um eventuell nochmal einen Schnittpunkt zwischen dem Deathmacht- und dem Mainstreamwrestling zu finden: Wie siehst du die Diskussionen, rund um das Thema Gehirnerschütterungen? In den letzten Wochen hast du dich bereits auf deinem Twitteraccount (@ThumbtackJack) dazu geäußert. Möchtest du diese Plattform nutzen, um noch ein paar Worte hinzuzufügen?

    Thumbtack Jack: Ich habe selbst zahlreiche Gehirnerschütterungen erlitten und gegen Ende meiner Wrestling-Karriere Folgeschäden wie plötzliches Stottern am eigenen Leib erfahren, weswegen mir das Thema Gehirnerschütterungen bei Sportlern sehr am Herzen liegt. In 'Meine Kämpfe' gehe ich auch ausführlich auf die schweren Folgeschäden ein, die Gehirnerschütterungen bei Wrestlern hervorrufen können. Einer meiner liebsten Kollegen aus den USA, J.C. Bailey, starb ein halbes Jahr, nachdem ich das erste (und letzte) Mal mit ihm im Ring stand, an den Folgen seiner zahlreichen Gehirnerschütterungen. Da s ging mir natürlich schon an die Nieren, aus mehreren Gründen. Zum einen natürlich, weil die Welt mit ihm einen extrem gutherzigen Menschen verloren hat, aber zum anderen auch, weil ich mich irgendwie mitschuldig an seinem Tod fühlte. Immerhin habe ich ihm in unserem Match mehrere ungebremste Stuhlschläge auf den Kopf verpasst. Doch auch andere Sportler sind von solchen Problemen betroffen, zum Beispiel Football-Spieler. Der amerikanische Neurochirurg und Journalist Dr. Sanjay Gupta hat die Konsequenzen von Gehirnerschütterungen bei Football-Spielern genauestens untersucht. Seine erschreckenden Befunde wurden in der CNN-Dokumentation "Big Hits, Broken Dreams" festgehalten.
    Leider ist den wenigsten bewusst, welchen enormen körperlichen und geistigen Schaden viele Sportler für ihre Leidenschaft in Kauf nehmen. Und leider unternehmen viele derjenigen, denen es bewusst ist und die etwas dagegen unternehmen könnten (Trainer, Promoter, Kollegen...), nichts dagegen. Sogar die Sportler, denen selbst klar ist, was sie sich für einen Schaden zufügen - da schließe ich mich selbst mit ein -, müssten viel häufiger von Trainern, Promotern, usw. ausgebremst werden. Nicht nur mit dem Hinweis "du SOLLTEST nicht..." sondern mit einem "du WIRST nicht...", sprich mit strikten Verboten, wenn jemand trotz Gehirnerschütterung in den Ring oder aufs Spielfeld will.

    Das Ende dieses Interviews möchte ich, 'N3RO', noch für ein paar persönliche Worte nutzen. Ich bin wahnsinnig stolz, da dies für mich mein erstes Interview war und bin einfach nur glücklich, wie das Interview nun abschließend aussieht. Daher möchte ich nochmal ein dickes Dankeschön an Alexander loswerden und auch den Verantwortlichen von MOONSAULT.de danken, die mir das Vertrauen geschenkt haben, dieses Interview alleine auszuarbeiten. DANKE!









    Das Interview für MOONSAULT.de führte Philipp 'N3RO' Sigloch
    (c) 2012 MOONSAULT.de

  • A N Z E I G E
  • Tolles offenes Interview. Da wurde kein Thema ausgelassen. Respekt. :thumbup:

    "Wrestling ist ähnlich wie Politik oder Religion! Jeder hat seine Meinung, und jeder glaubt, dass er Recht hat." (Shawn Michaels)
    "Wer das Schlechte sucht, wird das Schlechte finden. Wer das Schöne sucht, wird das Schöne finden." (chinesisches Sprichwort)
    "Viele Leute sagen immer vieles, doch das darf man nicht zu ernst nehmen. Ich bin einer, der schaut immer geradeaus." (Niko Kovac)

  • die vermarktungssache sag ich schon seit x jahren. das is genau das gleiche mit musik, den nährboden von fantum einfach kostenlos anbieten und bei andern sachen (merch, shows) abkassieren. so is halt das geschäft heutzutage

  • Zitat

    Original geschrieben von Jannes:
    die vermarktungssache sag ich schon seit x jahren. das is genau das gleiche mit musik, den nährboden von fantum einfach kostenlos anbieten und bei andern sachen (merch, shows) abkassieren. so is halt das geschäft heutzutage


    Das müssen wir nicht hier ausgiebig diskutieren, aber ich kann dann auch mal sehr deutlich sagen, dass wXw ausschließlich von Eintrittsgeldern und Fanartikeln bei den Shows nicht existieren kann. Der DVD-Absatz ist eine unserer Haupteinnahmequellen und ohne den würde es wXw nicht geben.

  • Der Gedanke ist doch schlichtweg nicht zu Ende gedacht ohne Alex damit angreifen zu wollen:


    (1) Ältere Matches bringen die Leute als Stars over, die vor einigen Jahren Stars waren. Dann kommt jemand zum Event und sieht diese nicht.


    (2) Die Produktionsqualität ist speziell bei uns erst seit wenigen Jahren akzeptabel, sprich Matches von 2007 oder 2008 (oder sogar davor) kannst du kaum online stellen, weil es alleine durch die Produktion bush-league wirkt und neue Zuschauer eher abschreckt als anlockt.

  • Keine Sorge, Tas, wir nicht als Angriff gewertet. Mit "älter" meine ich auch eher so Sachen von 2010 und 2011. Da gibt es mMn sehr viel ansprechendes Material - auch von Matches, in denen die Stars gemacht wurden, die heute noch bei den Shows zu sehen sind. Aber das soll auch nur ein Denkanstoß sein und muss jetzt an dieser Stelle nicht breit diskutiert werden.

  • Wenn man sich mal ansieht welche Fullmatches aktuell auf der wxw Homepage online stehen, dann sind das:
    wXw 10th Anniversary, 04.12.10: Emil Sitoci vs. Jimmy Jacobs
    wXw Surprise, 14.08.11: Jon Ryan & Johnny Moss vs. Freddy Stahl & Kim Ray
    wXw 16 Carat Gold 2010 Day 2, 06.03.10: Oberhausen Terror Corps vs. Daisuke Sekimoto & Yuji Okabayashi (Join in Progress)
    AMBITION-1, 04.07.10: Bryan Danielson vs. Tommy End
    wXw Fallout, 17.04.10: 2-Face vs. Emil Sitoci
    wXw Back 2 the Roots VIII, 10.01.09: Crimson City Saga vs. The Kartel


    Diese Matches sin doch von den geforderten Sachen nicht wirklich weit entfernt. Also ein bisschen in die Richtung ist schon was getan und wenn man möchte kann man sich einen Eidnruck online holen.


    Aber ich denke viele neue möchten das gar nicht. Mein Eindruck, von Leuten bei denen ich denke, dass wXw etwas für sie ist, ist meist dass ein gezeigtes Match auf DVD wenig bringt, live mitnahme aber wirklich Wirkung zeigt.
    Um einen Eindruck zu gewinnen bringt eine Livecard nunmal mehr, als eine DVD oder einzelne Matches. Und ich glaube Casual Wrestling Fans finden zum wXw Stil auch über das Live Feeling besseren Zugang. Da ist der Kulturshock interaktiver ;)

  • auch wenn wir uns da vom eigentlichen Threadinhalt weiter wegbewegen: es ist einspannendes Thema. Ich habs vielfach im Bekanntenkreis hier erlebt und da nimmt sich GSW Courage und wXw Matches wenig: Das zur Schaustellen des Materials ohne dass der "Neuling" einen persönlichen Bezug hat funktioniert meist nicht. Egal wie toll das Match war. Sobald ich meine "Pappenhainer" mal live mitgeschleppt hatte, haben die die Matches mit anderen Blick gesehen, konnten mitgehen, mitfiebern etc. Der Unterschied an "Production Value" im Vergleich dazu was ein "casual Wrestling Fan" 4free auf Eurosport und Sport1 hinterhergeworfen bekommt, ist immer noch enorm.

    Disko King der Nacht

    Einmal editiert, zuletzt von ()

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

A N Z E I G E