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Fukushima und die Folgen

  • Damit bestimmte User in aller Ruhe den anderen Thread zur reinen Information nutzen können und sich nicht weiter belästigt fühlen habe ich mir erlaubt diesen Thread zu eröffnen.


    Der Spiegel meldet zuletzt, dass der Kühlwasserspiegel im Reaktor auf 1,7m gefallen ist und damit mehr als die Hälfte der Brennstäbe freiliegen.


    Persönlich kann ich diese Meldung nun überhaupt nicht einschätzen. Gehe ich richtig wenn ich vermute, dass die Kühlung es nicht schafft die Verdampfung von Kühlwasser auszugleichen und somit der Kühlwasserspiegel immer weiter sinkt?


    Sollte ich da richtig liegen: was geschieht genau, wenn das Kühlwasser vollkommen verdampft ist? Kennt sich hier jemand damit aus.

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  • Ich sehe hier bei einigen nur die Angst, missliebige Parteien könnten durch dieses zeitlich zufällig vor die Landtagswahlen gefallene Ereignis an die Macht kommen, die sie dort nicht wollen. Nur ist weder die Diskussion jetzt aufgezwungen - oder denkt irgendwer, ohne Landtagswahlen würde jetzt nicht über die Atomkraftwerke diskutiert werden ? - noch ist der Schwarze Peter zufällig verteilt. Es liegt schlicht und ergreifend an den in diesem Fall klaren Alternativen, die man bei den Parteien hat. Niemand hat die FDP oder die CDU gezwungen, den Atomkonsens aufzukündigen. In diesem Fall wird einem vor Augen geführt, welche potentiellen Folgen eine aus welchen Gründen auch immer fehlende Stromversorgung von Kraftwerken haben kann.


    Nehmen wir mal an, die schon jetzt verkündete Strahlenbelastung um das Kraftwerk herum würde demnächst - durch Verteilung durch Wind, Niederschläge, Grundwasser - in der - noch kleinen - 20km-Radius-Schutzzone gelten. Wenn das so ausgeht, werden die Japaner wahrscheinlich heilfroh sein.


    Dann ist die Schutzzone [(20km)² * 3,14= 1256 km²] auf Jahre, Jahrzehnte, je nach Stoff Jahrhunderte, Jahrtausende verseucht. Es herrscht auch nach den zweifelhaften, beschwichtigenden Nachrichten jetzt schon eine Strahlenbelastung, bei der man in einer Stunde um das Kraftwerk herum die Strahlendosis mitbekommt, die man sonst in einem Jahr abkriegt. Das heißt, ein Tag in diesem Gebiet sorgt für eine Strahlenbelastung, die man sonst in 24 Jahren abkriegt. Wohnen sollte man dort nicht mehr. Kinder sollten auf diesen 1256km² nicht mehr spielen. Essen sollte man nichts mehr, was dort wächst. Usw. Das sind die Tatsachen, die einem vor Augen geführt werden. Wasser fließt ab. Häuser können wieder aufgebaut werden. Menschen sterben, andere werden geboren. Diese 1256 km² aber sind einfach nur verloren. Und das ist so ziemlich die optimistischste Einschätzung, die man haben kann.


    In Wirklichkeit stehen augenblicklich laut Zeitungsberichten aus Japan die Brennstäbe momentan zu 60% frei (d.h. nach menschlichem Ermessen werden diese 60% gerade schmelzen), Röttgen geht von einer Kernschmelze aus, Westerwelle rät zur Ausreise usw.
    Die Kernkraftbetreiber selber schätzen die Gefahr einer Kernschmelze hoch ein. Warum "schätzen" sie sie ein? Weil man an das Zeug nun nichtmal herankommt, ohne sofort so verstrahlt zu werden, dass man garantiert draufgeht. Die Brennstäbe werden NICHT aufhören, das Kühlwasser zu verdampfen. Wenn man sie mit Meerwasser kühlen will, irgendwie, in einer völlig zerstörten Infrastruktur, was laut Experten eigentlich nur ein reiner Verzweiflungsakt wäre, dann muss das dann total verseuchte Meerwasser danach trotzdem irgendwo hin. Es wäre natürlich immer noch unvergleichlich viel besser als eine Kernschmelze, dennoch würde sich die oben beschriebene Situation weiter verschärfen.


    Es ist eine Technologie, die auch unabhängig von der noch viel irreren ungelösten Endlager-Frage einfach nicht eingesetzt gehört. Es ist ganz einfach. Sie gehört einfach nicht eingesetzt, weil man sie im Extremfall nicht kontrollieren kann und die Umwelt auch unter Kontrolle mit den Abfällen für Jahrtausende verseucht. Es ist nicht die Schuld irgendwelcher Parteien, dass diese simplen Zusammenhänge aus irgendwelchen Gründen von einigen anderen Parteien nicht eingesehen werden.

  • Kam doch eben bei N-TV. Das Wasser aus dem Meer reicht nicht zum richtigen Kühlen da es sofort verdampft. Wenn die Stäbe nicht mehr gekühlt werden schmelzen sie und fressen sich durch die Schutzschichten des Behälters und wenn sie dann draußen sind dringen sie ungehindert in die Umwelt ein. Irgendwie so hat man das erklärt.

  • Ich finde es weiterhin befremdlich, wie von Seiten der regierung nahezu reflexartig überbetont wird, wie unagemessen es im Rahmen des Leids der Opfer ist über das innenpolitische Thema Atompolitik zu diskutieren. Dabei hat die Opposition nach meinem Erleben bisher eher zurückhaltend reagiert. Warten wir gespannt ab, wie die Kanzlerin reagiert (wobei die Stellungnahme ähnlichen Tenor haben wird).


    In Japan sehe ich derweil eine gezielte Desinformations-Politik am Werk, wie sich auch in tschernobyl betrieben wurde. Die Atom-Lobby hat bisher in jedem Katastrophen-Fall nur ihre Unseriösität bewiesen.

  • Wer vorhin Claudia Roth im Telefoninterview bei N24 gesehen hat, der würde nicht sagen, dass sich die Opposition zurückhält.
    Der Nachrichtensprecher musste schon zwanghaft das Interview abbrechen weil sie nur ihre Tirraden Richtung Bundesregierung abgelassen hat und vollkommen vom Thema abgewichen ist.

    Ich bin ökonomisch und gewinne Salze aus Tränen von Wack MCs.

  • Zitat

    Original geschrieben von still4life:

    In Japan sehe ich derweil eine gezielte Desinformations-Politik am Werk, wie sich auch in tschernobyl betrieben wurde. Die Atom-Lobby hat bisher in jedem Katastrophen-Fall nur ihre Unseriösität bewiesen.


    Warum sollten Sie?


    In Tschernobyl war es menschliches Versagen
    Hier höhere Gewalt



    ausserdem wurde sicherheitshalber im Umkreis von 20 km evakuiert . Mehr kann man nicht tun

  • Wir brauchen gar nicht auf Fukushima zu gucken. Was ist mit Kümmel und Brunsbüttel? Das die Kraftwerke überhaupt noch am Netz sind, ist schon ein Skandal an sich.


    Zitat

    Original geschrieben von Taktlo$$:
    Wer vorhin Claudia Roth im Telefoninterview bei N24 gesehen hat, der würde nicht sagen, dass sich die Opposition zurückhält.
    Der Nachrichtensprecher musste schon zwanghaft das Interview abbrechen weil sie nur ihre Tirraden Richtung Bundesregierung abgelassen hat und vollkommen vom Thema abgewichen ist.


    Claudia Roth kann man nicht wirklich als Standard für Atomkraftgegner nehmen. Eigentlich generell nicht als Standard für Grünen Politiker ;)


  • So unrecht hat er hier nicht. Es gab mehrere Berichte, dass das Kraftwerk geschlossen werden sollte, weil dort katastrophale Sicherheitslücken vorgeherscht haben sollen.

    Ich bin ökonomisch und gewinne Salze aus Tränen von Wack MCs.

  • okay, dieses Interview hab ich zugegeben nicht gesehen und Claudia Roth wäre auch die letzte, der ich Zurückhaltung in irgendeiner Art unterstellte.
    Ich befürchte es wird das Übliche politische Spiel, in dem sich beide Parteien hochschaukeln. Der ganze Vorfall in der Nähe der Landtagswahlen ist tagespolitisch natürlich vorsichtig ausgedrückt unglücklich.


    Hat eigentlich jemand einen Überblick und könnte etwas dazu sagen, wie die Atompolitik in Japan politisch diskutiert wird?


    Der Betreiber von Fukushima 1 soll ja wie viele Betreiber unter ziemlichem Kostendruck stehen und dadurch bereits mehrfach Sicherheitsberichte gefälscht und entsprechende Maßnahmen unterschlagen haben.


    Die Parallelen zum Fall Tschernobyl sind jedenfalls überdeutlich.

  • Die Macht und Geldgierige westliche Welt braucht scheinbar ein neues Tschernobyl, damit man überhaupt(!) darüber nachdenkt wirklich was gegen Atomkraftwerke zu unternehmen. Zu Zeiten von Tschernobyl hatte man noch nicht die Masse an regenerativen Energien bzw. die fortgeschrittene Technik, vielleicht fehlte das damals, damit ein Ruck kommt, hoffentlich klappt es jetzt endlich. Ich wohne in Hamburg und für mich war es durchaus ein negativer Faktor, ob ich überhaupt nach Hamburg ziehe, solange ein Kernkraftwerk in der Nähe steht.


    Bald muss man wohl in einen der wenigen unzivilisierten Bereiche der Welt ziehen, damit man der unmenschlichen Zerstörung der Erde aus dem Weg geht.

  • Zitat

    Original geschrieben von Kreuzbandjäger:
    Die Macht und Geldgierige westliche Welt braucht scheinbar ein neues Tschernobyl, damit man überhaupt(!) darüber nachdenkt wirklich was gegen Atomkraftwerke zu unternehmen.


    Ich hoffe du fährst auch Elektroauto oder ähnliches


    Wenn ich nur an die ganzen Tankerunfällte denke . BP erst letztens.....das kann auch unzählige Menschenleben gefährden wenn es zum richtigen Flächenbrand kommt bzw Explosion


    Aber die Atomkraftgegner fahren ja mit ihren Dieseltraktoren auf die Gleise um den Castor zu stoppen :rolleyes:


    Hier kann man mal beweisen wieviel man wirklich zu seiner Meinung steht oder ob man nicht irgendein Hobby Demonstrant ist . Gleiche ja bei dem Heiligendammgipfel wo die jungen Leute zu McDonalds gehen und dann später gegen Globalisierung zu demonstrieren (nur mal am rande)
    Was fährt Claudia Roth eigentlich ;)



  • Der Vergleich ist nun wahrlich Unsinn!


    Wie kann man bitteschön eine Ölpest und einen GAU miteinander vergleichen? Wir reden hier von Menschenleben und von Boden, der jahrtausendelang verseucht sein wird - und da passt dieser Vergleich überhaupt nicht, sorry.

  • Zitat

    Original geschrieben von Skyclad:
    Der Vergleich ist nun wahrlich Unsinn!


    Wie kann man bitteschön eine Ölpest und einen GAU miteinander vergleichen? Wir reden hier von Menschenleben und von Boden, der jahrtausendelang verseucht sein wird - und da passt dieser Vergleich überhaupt nicht, sorry.


    Ach Öl verpestet keinen Boden? Wie war das noch? 1 Tropfen Öl verunreinigt 600 Liter Wasser?

  • Ja, wenn wir Fische wären, dann hätte Öl vielleicht einen ähnlichen Stellenwert wie Radioaktivität. Wirklich schlechter Vergleich. Vor dem Trinken von Öl kannst du dich schützen, vor Radioaktivität nicht, außer, du gehst da einfach nicht hin. Wenn du im ölverseuchten Meer schwimmst, haste Ölflecken. Wenn du im radioaktiven Gebiet bist, wirst du krank und deine Gedärme verfaulen.

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