A N Z E I G E

Ingo "Schock" Vollenberg im exklusiven MOONSAULT.de Interview über die neue GSW

  • MOONSAULT.de Interview mit Ingo "Schock" Vollenberg (07.08.2010)

    MOONSAULT.de: Ingo, vor ein paar Monaten haben wir uns mit den Worten "bis bald" verabschiedet und uns dabei umarmt, weil German Stampede Wrestling wenige Minuten zuvor seine allerletzte Show abgehalten hat. Nun reden wir über die Wiederkehr der GSW und mit einem Neu-Berliner. Was ist in der Zwischenzeit in deinem Leben passiert?

    Ingo Vollenberg: Es ist verdammt viel passiert. Die letzten Wochen und Monate waren wie eine Achterbahnfahrt. Ich bin raus aus dem Studenten-Alltag in Marburg und rein in die Hauptstadt. Ich lebe nun in einer sehr schönen Wohnung hier in Berlin, habe viele neue Menschen kennengelernt und auch wirklich spannende Kontakte knüpfen können. Hin und wieder vermisse ich noch Marburg und einige alte Freunde, aber vor allem vermisse ich den laufenden Betrieb der GSW. Langweilig ist mir nicht geworden... seit April habe ich im Akkord am neuen Gesicht von German Stampede Wrestling gearbeitet.

    MOONSAULT.de: Du sprichst das große Thema unseres Interviews an. Das "neue Gesicht von German Stampede Wrestling". Wir haben alle die Ankündigung auf MOONSAULT.de gelesen. Vielleicht kannst du uns mit deinen ganz eigenen Worten noch einmal sagen, was du genau vor hast?

    Ingo Vollenberg: Um es auf den Punkt zu bringen: Ich will Wrestling veranstalten - und das big time! German Stampede Wrestling existierte knapp neun Jahre lang auf der Basis eines Vereins. In der Zeit hat sich sehr viel getan und die GSW hat sich immer mehr in eine professionelle Richtung entwickelt. Aber die ganze Struktur hat nicht mehr funktioniert. Die Promotion ist zu groß geworden und uns allen aus den Händen gewachsen. Ab International Impact V vor gut zwei Jahren stagnierte das Projekt, weil es nicht mehr möglich war den ganzen Umfang zu kontrollieren, ohne das sich jemand hauptberuflich dahinter klemmt. Das nehme ich jetzt in Angriff. Es war keine leichte Entscheidung, aber ich habe mir gesagt, dass ich mich nicht mein restliches Leben fragen möchte, welches Potential in dem Projekt wirklich steckte. Seit April ist viel passiert... ich habe viele Schritte in die Wege geleitet und es wird viele Neuerungen geben. Eine ganz neue GSW, aber der Geist der alten lebt natürlich in ihr weiter.

    MOONSAULT.de: Du hast es eben gesagt. Du möchtest hauptberuflich Wrestling veranstalten. Was bedeutet das für dich ganz persönlich?

    Ingo Vollenberg: Das bedeutet, dass ich endlich das tun kann, was ich schon immer machen wollte. Es ist extrem hart, professionell Wrestling zu betreiben; sicherlich viel, viel härter, als sich die meisten das vorstellen können. Aber es macht auch unglaublich viel Spaß und ich sprühe nur so vor Ideen. In den ganzen Jahren German Stampede Wrestling hatte ich immer noch einen Job nebenher. Zu Beginn habe ich beim Fernsehen in Köln gearbeitet, später war ich dann Student. Es hieß immer: entweder-oder!? Ich musste mich oft entscheiden, ob ich für wichtige Klausuren lerne, oder ob ich die Zeit ins Wrestling-Produkt investiere. Klar, ich hatte jetzt auch viele persönliche Dinge, die Zeit in Anspruch genommen haben - alleine der Umzug nach Berlin - aber seit einigen Tagen kann ich mich endlich zu 100% auf die GSW konzentrieren und damit viel mehr bewegen als vorher. Ich habe nicht mehr so viel, was mich vom Wesentlichen ablenkt. Das ist ein tolles Gefühl!

    Auf der anderen Seite ist es natürlich ein viel größeres Risiko als zuvor. Ich stecke alle meine Ressourcen, jegliche Energie und Kraft in dieses Projekt. Wenn es untergeht, dann blute ich natürlich auch ordentlich. Mit so viel Anlauf tut es immer weh, zu Boden zu gehen. Aber ich versuche clever zu planen und hoffe, dass mich nicht der erste Rückschlag aus den Socken haut. "Kalkuliertes Risiko eingehen"... das hat Vince McMahon auch immer gesagt.

    MOONSAULT.de: "Du kannst dich nun komplett auf die GSW konzentrieren" - das ist wohl der weitest reichende Satz bisher. Wir alle wissen allerdings, dass die GSW nicht nur aus Ingo Vollenberg bestanden hat. Dort gab es noch viele andere Personen vom Booker bis zur Ringcrew. Wie möchtest du diese Leute mit der neuen GSW verbinden, die eben nicht diese Zeit haben, Wrestling hauptberuflich auszuüben?

    Ingo Vollenberg: Es ist natürlich klar, dass ich auch die neue GSW nicht ohne ein motiviertes Team stemmen kann. Viele haben mir ihre Unterstützung zugesichert, aber es ist auch klar, dass niemand sonst ähnlich viel Zeit und Energie in das Projekt stecken kann. Wir haben viele Helfer im GSW-Team und wir werden ständig neue suchen. Ohne geht es nicht. Es müssen viele Zugeständnisse gemacht werden und ich weiß das sehr zu schätzen. Wie es sich in Zukunft entwickelt, kann ich noch nicht absehen. Nach und nach werden sicherlich mehrere Personen auch im größeren Stil mit einsteigen müssen, aber dafür muss nun noch einiges passieren. Gerade jetzt sitzt mein neuer Praktikant Christian neben mir. Er unterstützt mich enorm und arbeitet schon jetzt erstaunlich viel selbständig. Genauso supportet mich ein ehemaliger Kommilitone namens Jan, der risikofreudig das Projekt mit betreut. Michael Niemeier, der in der Vergangenheit die "History of GSW" DVD auf den Markt gebracht hat, wird wohl in Kürze auch mit ins Boot kommen. Das sind nur die neuen Leute... aus dem alten Team sind so viele noch dabei, dass ich nicht jeden einzeln aufzählen kann. Manche übernehmen deutlich mehr Verantwortung als vorher. Das ist natürlich sehr wichtig. Viel wichtiger ist aber, dass wir mehr Struktur in den Laden bekommen. Jeder hat seinen Part und muss in dem zuverlässig sein, eben in dem Unfang, den er bewältigen kann. Wenn alles ineinander greift und ich es schaffe, die ganze Mannschaft ordentlich zu koordinieren, dann kann es klappen. Das ist natürlich nicht leicht. Und mir ist auch klar, dass ab sofort nicht jeder mehr bei jedem Event dabei sein wird. Aber das GSW-Team ist über die Jahre ständig gewachsen, ich denke das wird weiter so laufen.

    MOONSAULT.de: Siehst du das vielleicht als aktuell deine größte und schwierigste Aufgabe an, ein Team "zu formen"? Immerhin möchtest du teilweise wöchentlich veranstalten und in Marburg muss genau so wie in Berlin ein funktionierendes Team vorhanden sein, die z.B. den Ring aufbaut und Bier verkauft. Ich ganz persönlich empfand das alte GSW-Team teilweise schon als "zu groß". Bei dem neuen Projekt kann man ja schon fast von einem festen Team pro Veranstaltungsort ausgehen?

    Ingo Vollenberg: Ich glaube, ich sollte erst einmal das neue Projekt mehr im Detail erläutern, ansonsten kann man es sich schwer vorstellen. Es ist nicht so, dass wir wöchentlich veranstalten und es wird sicherlich noch sehr lange dauern, bis dieser Fall eintritt. Wobei es sich natürlich schwer einschätzen lässt, wie sich alles entwickelt... aber nun erst einmal zu den Rahmenbedingungen und den konkreten Neuerungen:

    Es gibt in Zukunft drei Arten von Events: 1. Big Events, vergleichbar mit den amerikanischen PPVs, 2. Taping-Events, vergleichbar mit den TV-Produkten wie RAW, iMPACT!, SmackDown und so weiter, 3. Houseshows, die nicht aufgezeichnet werden.

    Ab dem 25. September starten wir in Marburg durch, dort werden die ersten vier Episoden einer neuen Show aufgenommen, die sich "COURAGE" nennt. Dabei handelt es sich um Veranstaltungen der zweiten Art, also sozusagen unsere TV-Show. COURAGE wird zweimal am Samstag und zweimal am Sonntag aufgenommen, jede Ausgabe ist rund 90 bis 100 Minuten lang. Also in etwa Spielfilm-Länge bzw. die Länge, die man von den US-TV-Wrestling-Events kennt. Ausgestrahlt werden die Shows dann regelmäßig in den Wochen danach. Im Endeffekt eine Sendung pro Woche.

    Zu Beginn wird die Sache ein wenig anders aussehen. September ist unsere Testphase - die COURAGE-Events werden schneller erscheinen, um genau zu sein: zweimal die Woche. Die erste Ausgabe soll dabei schon ein oder zwei Tage nach dem Veranstaltungswochenende erscheinen. Mir schwebt der Dienstagabend vor, ich denke das wäre ein guter Termin. Die zweite Ausgabe dann am Freitagabend. Jeder GSW- und Wrestling-Fan kann sich die Events direkt auf unserer neuen Website anschauen und somit alle Storylines verfolgen. Wir werden ein ganz neues Produkt präsentieren - schnell, dynamisch, viele Storylines, aber natürlich auch gute Matches. Das Ganze ist angelehnt an das Wrestling, das man aus dem US-Mainstream-Bereich kennt, aber mit unserem eigenen Style. GSW-Style!

    Am 9. Oktober geht es dann weiter und dann wirklich Big Time. Dann gibt es "Unstoppable" in Berlin und das ist das erste Event der Kategorie 1 - das heißt zwischen drei und vier Stunden Wrestling-Action mit den großen Matches, auf die jeder wartet. Dort gibt es besonders viele Speciel Guests und ein wirklich aufwendiges Set. Wir sind im Huxleys in Berlin, einer wirklich schönen und für unsere bisherigen Verhältnisse auch sehr großen Halle. Ich habe da sehr viele Ideen und bin gespannt, was sich alles umsetzen lässt. Auf diese Großveranstaltung laufen natürlich die vier COURAGE-Shows zu. Jeder Fan kann die Entwicklungen im Vorfeld von Unstoppable miterleben. Das ist genau das, was wir in der Vergangenheit nicht hatten, obwohl ich es mir immer gewünscht hätte.

    Events der dritten Kategorie, also House-Shows, haben wir aktuell noch keine angesetzt. Das wird etwas Zeit brauchen. Prinzipiell wollen wir aber kreuz und quer durch Deutschland, auch in kleinere Städte. Die Fans sollen die GSW-Aktiven überall zu sehen bekommen und gerade bei solchen Veranstaltungen kann man dann viel ausprobieren. Ich bin gespannt, was sich da so machen lässt.

    MOONSAULT.de: Du hast oben Vince McMahon erwähnt. Die WWE ist also schon eine Art Vorbild, in ihrem Stil Wrestling-Shows zu veranstalten? Dazu ergänzend: Möchtest du auch Fans ansprechen, die bisher nur zur WWE gegangen sind und was wird für diese Fans der Unterschied sein, bis auf die (für sie) unbekannten Wrestler?

    Ingo Vollenberg: Natürlich möchte ich diese Fangruppe ansprechen. Gerade diese! Ich kann an dieser Stelle einfach sagen: Die GSW ist die neue Alternative. Bei der WWE kosten die Tickets für die Deutschland-Events sehr stolze Preise. Natürlich ist es nun auch bei der GSW ein Stück teurer geworden, wir können nicht mehr auf einem Level agieren wie zu Vereinszeiten, dafür bieten wir aber auch deutlich mehr. Wer die deutschen Houseshows der WWE kennt, der weiß, dass er hierzulande nur ein abgespecktes Produkt zu sehen bekommt. Bei der GSW gibt es nun Events im TV-Style, das wird ein Gefühl, das die Fans hier in dieser Form noch nie hatten. Und dabei bleiben die Preise natürlich deutlich unter WWE-Niveau. Außerdem wollen wir ein intelligentes Produkt bieten, dass sich an ein etwas älteres Publikum wendet, ohne jüngere Fans zu schockieren. Es geht uns auch nicht (wie zum Beispiel TNA) darum, Grenzen zu überschreiten. Wir wollen unterhalten - auf einer Ebene, die spannend ist und die Wrestling-Fans nicht für blöd verkauft. Zurück zu den Wurzeln... ein Produkt, wie man es vielleicht aus den 90ern kennt, egal ob von der NWA oder der damaligen WWF. Es gab immer wieder tolle Möglichkeiten, gutes Wrestling zu schauen. In letzter Zeit bin ich selbst immer mehr enttäuscht vom Produkt, was sicherlich auch ein Grund ist, wieso ich die GSW zurück hole und wieso ich der festen Überzeugung bin, dass es eine Marktlücke gibt. WWE ist oftmals sehr gradlinig, TNA hingegen unglaublich chaotisch - ein gutes Mittelmaß ist schwer zu finden. Ich kann es aber auch verstehen, dass Fans der amerikanischen Wrestling-Szene dem Produkt in Deutschland bisher noch keine große Chance gegeben haben. Die Produktionsqualität dort war bisher um Welten besser. Wir werden da nicht direkt anschließen können, aber wir gehen nun einen ersten Schritt in eine neue Richtung. Und der dürfte auch sehr viele neue Fans ansprechen.

    MOONSAULT.de: Mit "International Impact" wurde bereits versucht, genau diese Gruppe von Fans anzusprechen - mit einem gewissem Teilerfolg. Impact war immer ein gut besuchter Event mit teilweise über 700 Zuschauern. Siehst du hier die Internetaustrahlungen als Schlüsselpunkt, um die Leute dauerhaft zu halten? Oder andersherum gefragt: Warum sind diese Leute nur sehr begrenzt zu kleineren GSW-Events wie "Night in Motion" gekommen?

    Ingo Vollenberg: Im Prinzip gab es wenig Unterschiede zwischen International Impact und Night in Motion, wobei man auch sagen muss, dass die NiM-Events in Marburg immer ausverkauft waren und wir damit auch sehr viele Fans im Laufe der Zeit angesprochen haben. Aber beides waren schlicht und einfach Veranstaltungen einer deutschen Liga, die man nirgendwo zu sehen bekam. Natürlich konnten wir bei International Impact viele Gaststars präsentieren. Erst A.J. Styles, der damals NWA Champion war, dann Mick Foley, Bret Hart, Rhino, Jeff Jarrett und schließlich Christian. Immer wieder auch Aktive, die man von TNA kannte, egal ob Christopher Daniels, die Motor City Machine Guns, Homicide, Samoa Joe oder Abyss. Trotzdem waren das nur einzelne Namen - wenn man zur WWE geht, dann kennt man in der Regel so gut wie jeden Aktiven im Ring. Es würde sich ja auch niemand eine WWE-Veranstaltung anschauen, wie sie sagen: "Hey, wir kommen nach Deutschland, bringen Cena mit, aber den Rest füllen wir auf mit Wrestlern, die ihr noch nie gesehen habt!" ... das funktioniert einfach nicht. Man muss einen Bezug zum kompletten Produkt haben, mit allen Facetten. Im Regelfall sollte man jeden einzelnen Aktiven kennen und vor allem die Storylines nachvollziehen. Daran hat die GSW ja immer wieder gekrankt - man hat bei diesen großen Events Storylines präsentiert, die von den über 700 Zuschauern in der Halle vielleicht 200 kannten. Das war natürlich ein Problem, denn einiges schien für große Fangruppen kaum Sinn zu machen. Dass die GSW immer viel Wert auf ein stimmiges und logisches Produkt gelegt hat, wissen viele gar nicht, weil sie es nicht nachvollziehen können. Wenn du dir mal die alte GSW Website angeschaut hast, wirst du dort kaum Eindrücke gewonnen haben, wie die Aktiven aussahen. Es gab nicht einmal ein Roster oder regelmäßige Event-Fotos... so funktioniert das einfach nicht. Wenn du jetzt auf http://www.gsw-wrestling.de gehst, dann bekommst du erste Eindrücke, aber es wird nun immer mehr und mehr. Man wird sich jeden Aktiven anschauen können und erfahren, um wen es sich handelt. Für neue Fans gibt es eine komplett neue Welt zu entdecken. Und am Können der Aktiven lag es meiner Meinung nach noch nie, dass das Produkt keinen großen Sprung gemacht hat.

    MOONSAULT.de: Überschätzt du hierbei das Internet nicht ein wenig in deinem Konzept? Die GSW war ja auch bisher nicht wenig im Internet vertreten und brachte teilweise sogar Podcasts heraus. Die wXw tut dies ebenfalls.

    Ingo Vollenberg: Mag sein, dass ich es überschätze, aber ich glaube, dass es die einzige Möglichkeit ist. Nicht umsonst setzten auch die ganz großen Ligen mittlerweile sehr stark auf dieses Medium und ich denke, dass es für uns der erste Schritt ist. Natürlich wollen wir im Endeffekt in die TV-Landschaft. Aber dafür muss sich erst einmal das Produkt ändern - das können wir nur erreichen, indem wir es in Angriff nehmen und TV-Style produzieren. Wir müssen uns selbst fit für den nächsten großen Schritt machen. Gerade diese Zeit ist nun sehr spannend, sowohl für das Team, als auch für die Wrestler und die Fans. Es ändern sich viele Dinge und es wird bestimmt schnell gehen. Das Internet hilft der neuen GSW, sich zu präsentieren, zu zeigen wer wir sind. Sonst ist es uns nicht möglich an die Fans zu kommen.

    Natürlich hatten wir auch in der Vergangenheit Podcasts und auch die wXw hat darüber sicherlich sehr viele neue Fans erreicht. Aber es ist ein Unterschied, ob man einfach nur Live-Events mitschneidet, oder ob man konkret für den Zuschauer am Bildschirm produziert. Genau das tun WWE und TNA und genau das möchte ich als Fan dieser Ligen auch sehen. Ich glaube, dass es viele Fans einfach nicht reizt, DVDs oder Videoclips von kleinen Independent-Ligen zu sehen. Und ich kann es teilweise auch nachvollziehen. Aber dies hier ist nun etwas anderes - dies soll die große, neue Alternative für die deutsche Wrestling-TV-Landschaft werden. Und das Internet ist dabei der erste Schritt.

    MOONSAULT.de: Du und ich haben eben kurz die wXw erwähnt, die im Ruhrgebiet veranstaltet. Im Videoclip konnten wir bereits eine Zusammenarbeit mit der GWF im Nachwuchsbereich erkennen. Die GWF veranstaltet in Berlin Wrestling-Events. Dort wird eure erste große Veranstaltung stattfinden. Wie haben die anderen Ligen auf dein Konzept reagiert und vor allem: Wie sehen sie den neuen "Konkurrenten" vor Ort?

    Ingo Vollenberg: In Berlin gibt es ja abgesehen von der GWF keine sehr ausgeprägte Wrestling-Szene. Prinzipiell kann ich sagen, dass wir uns über jegliche Kooperation freuen und gerne so viel Mitstreiter wie möglich im Boot haben. Ich habe vor einiger Zeit mit den leitenden Personen von wXw gesprochen und sie fanden meine Ideen gut. Wir waren uns einig, dass ich mit der neuen GSW in eine gänzlich andere Richtung als Westside Xtreme Wrestling gehe und dass wir noch viel weniger in Konkurrenz zueinander stehen werden. Eine Liga wie wXw soll eine Alternative zum Mainstream-Wrestling der USA darstellen, für Fans, die den Stil einfach nicht mögen. Wir wollen ja gerade die Fans erreichen, die diesen Stil mögen, aber einfach ein Produkt haben möchten, das sich auch um Deutschland kümmert. Hier können sie ihren Stars nah sein und tolle Veranstaltungen verfolgen, während man für die richtig attraktiven Events sonst in die USA oder zumindest nach England fliegen müsste. wXw und GSW werden sich gegenseitig unterstützen und sicherlich an manchen Stellen zusammenarbeiten, auch wenn das Produkt völlig verschieden ist. Die GWF gliedert sich komplett in die GSW ein, was uns natürlich gerade in Berlin riesige Vorteile verschafft. Wir haben dadurch eine funktionierende Wrestling-Trainings-Schule und auch die Möglichkeit, mit lokalen Talenten aus Berlin kleinere Events auszurichten. Das werden wir nun auch so schnell wie möglich in Angriff nehmen.

    Ich kann mir natürlich auch vorstellen, dass nicht jeder Liga unser neuer Schritt gefällt. Aber ich bin mir sicher, dass es eine großartige Entwicklung für das Wrestling in Deutschland ist und jeder Veranstalter, der ein ernsthaftes Interesse hat, mit uns an einem Strang zu ziehen und unter dem Banner der GSW zu veranstalten, kann sich gerne mit mir in Kontakt setzen. Wir wollen ein großes, funktionierendes Netzwerk, damit wir kreuz und quer in Deutschland veranstalten können... je mehr dahinter stehen, desto besser. Die GWF ist da sicherlich erst der Anfang - aber mit Sicherheit auch der beste Anfang, den ich mir persönlich vorstellen konnte. Die Arbeit, die Ahmed Chaer und Crazy Sexy Mike mit ihrer Trainingsschule geleistet haben, ist wirklich beachtlich. Von den Talenten aus Berlin wird man in Zukunft sehr viel hören - deutschlandweit!

    MOONSAULT.de: Nun gibt es diese ganzen Verbesserungen, zeitlichen Termine und Hilfe nicht umsonst. Was hast du uns bisher verschwiegen, Ingo? Reich geheiratet? Geerbt? Wie bezahlt der frische Hochschulabsolvent Vollenberg sein Wrestling Imperium?

    Ingo Vollenberg: Ganz einfach: Ich habe ein Konzept ausgearbeitet, habe mich professionell beraten lassen, habe kalkuliert und bin zu einem Kreditinstitut gegangen, das sich von meiner Idee überzeugen lassen hat. Wenn ich damit hinfliege, dann tut es mir natürlich richtig weh. Aber wie vorhin schon gesagt: kalkuliertes Risiko. Es kann natürlich sein, dass die Sache nicht funktioniert, aber Mitte Oktober weiß ich schon einmal deutlich mehr. Gerade vom großen Event in Berlin hängt eine Menge ab - denn wir testen nun den für uns völlig neuen Markt. Danach weiß ich entweder, dass ich sehr vorsichtig sein muss, oder dass ich richtig durchstarten kann. Ich hoffe natürlich sehr auf die zweite Variante. Aber da kann ich nur abwarten und alle Energie in die Vorbereitung stecken. Und wenn es nicht klappt, dann werde ich sicherlich andere Projekte haben, um die ich mich kümmern und mit denen ich meinen Lebensunterhalt verdienen kann. Aber wenigstens habe ich es dann versucht.

    MOONSAULT.de: Ich glaube, dass wir dir diesen Erfolg alle wünschen würden. Zum Abschluss des Interviews möchte ich noch kurz auf die Reaktionen der Fans eingehen. Was sagst du den Leuten, die der neuen GSW sehr kritisch gegenüber stehen und vor allem was sagst du den Leuten, die in Marburg mit Tränen in den Augen vor Ort standen und denen du nun wenige Monate später eine Art "Comeback" ankündigst?

    Ingo Vollenberg: Dass nun Freudentränen angebracht sind! Es war ein langer Weg bis hierher. Ich habe in Marburg gesagt, dass ich die GSW nicht sterben lassen möchte, dass ich weiterhin nach einem Weg suche. Es sah sehr düster aus und wenn ich den nötigen Support nicht bekommen hätte, dann wäre es auch nicht gegangen. Vor ziemlich genau vier Wochen habe ich die Freigabe erhalten und kann nun durchstarten. Es gibt natürlich unglaublich viel zu tun und alles muss klar sein: Dies ist nicht mehr die alte GSW! Dies ist nicht mehr der Verein, den wir natürlich alle geliebt haben. Aber der ist nun dicht. Es handelt sich ab sofort um ein Unternehmen mit Vorteilen und mit Nachteilen. Natürlich müssen wir nun schnell wachsen, aber wir wollen auch ein deutlich besseres und beständigeres Produkt abliefern. Es ist eine große Chance und jeder, dem die GSW am Herzen liegt, sollte nun nach allen Kräften versuchen, die Promotion zu unterstützen. In den ersten Monaten entscheidet sich sehr viel und auch wenn ich sehr zuversichtlich bin, muss ich natürlich darauf hoffen, dass es nicht genauso schnell wieder zu Ende geht. Ich gehe nun eine Menge Risiken ein und wenn es klappt, dann wird sich die Wrestling-Szene in Deutschland wirklich markant verändern. Das wäre auch weltweit etwas ganz Besonderes. Ich finde es sehr spannend und die Dinge, über die wir jetzt gesprochen haben, sind nur die Spitze des Eisbergs... natürlich kann man sagen: "Die GSW sollte doch tot sein. All das Trara und jetzt geht es einfach so weiter!" -- aber es läuft nicht "einfach so" ... für mich war es eine unglaubliche Arbeit und erst nach den Events im April in Marburg war ich mir auch sicher, dass ich diesen Schritt gehen möchte, dass ich mich ins kalte Wasser traue.

    MOONSAULT.de: Danke für das Interview, Ingo.



    Das Interview für MOONSAULT.de führte Alexander Simon
    (c) 2010 MOONSAULT.de

  • A N Z E I G E
  • Das klingt irgendwie alles als würde Ingo das Rad neu erfinden wollen, aber ich warte einfach mal ab wie sich das ganze entwickelt. Etwas schmunzeln musste ich allerdings bei der Aussage "Bei der WWE kosten die Tickets für die Deutschland-Events sehr stolze Preise. Natürlich ist es nun auch bei der GSW ein Stück teurer geworden, wir können nicht mehr auf einem Level agieren wie zu Vereinszeiten, dafür bieten wir aber auch deutlich mehr. " Ich empfand die Preise bei bisherigen Shows schon streckenweise unverschämt hoch...

    Mache niemanden zu deiner Priorität,
    für den du nur eine Alternative bist!

  • Es gibt tatsächlich ein Kreditinstitut, dass einem DAFÜR Geld gibt? Nicht falsch verstehen, mit "DAFÜR" ist Wrestling gemeint. Der Fake-Sport schlechthin. Und da gibt ein Kreditinstitut einem Geld? Krass ^^


    Also ich wünsche Ingo und dem Team viel Glück bei der Sache. Meinen Support habt ihr selbstverständlich. Sieht wohl nach Urlaub in Berlin aus dieses Jahr =)

  • Zitat

    Original geschrieben von Lakasey:
    Es gibt tatsächlich ein Kreditinstitut, dass einem DAFÜR Geld gibt? Nicht falsch verstehen, mit "DAFÜR" ist Wrestling gemeint. Der Fake-Sport schlechthin. Und da gibt ein Kreditinstitut einem Geld? Krass ^^


    njaa wenn man nachhaltigkeit nachweisen kann und das wirklich auch kalkuliert ist, dann bekommt man so ziemlich für alles Kohle von der Bank ..

  • Zitat

    Original geschrieben von Jess:
    Das klingt irgendwie alles als würde Ingo das Rad neu erfinden wollen, aber ich warte einfach mal ab wie sich das ganze entwickelt. Etwas schmunzeln musste ich allerdings bei der Aussage "Bei der WWE kosten die Tickets für die Deutschland-Events sehr stolze Preise. Natürlich ist es nun auch bei der GSW ein Stück teurer geworden, wir können nicht mehr auf einem Level agieren wie zu Vereinszeiten, dafür bieten wir aber auch deutlich mehr. " Ich empfand die Preise bei bisherigen Shows schon streckenweise unverschämt hoch...

    Solangs noch nen günstigen Stehplatz am Tresen gibt ist doch alles fein.


    Jedenfalls für mich ^^

    Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Lust. Lust auf Lagerfeuer und nen fetten Kuss. Lust auf Wunder, Wunderbar und Wundervoll. Lust mein Maul nicht zu halten wenn ich soll ( Manchmal - Milch & Blut )


    Also wenn man in alle Richtungen nur nach Süden kommt, dann ist es der Nordpol. Wenn man in alle Richtungen nur nach Norden kommt, ist es der Südpol. Soweit klar.
    Was ist dann wohl West-Berlin ;)

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Ein sehr interessantes Interview mit vielen Infos, das auch mal kritisch nachhakt! Klingt nach einem wirklich ambitionierten Projekt, damit wünsche ich Ingo viel Erfolg.

  • Wünsche Ingo auch alles gute und drücke ihm die Daumen, dass er schnellstmöglich irgendwo Sendezeit bekommt. Bin sehr gespannt wie sich das Entwickeln wird und ob er das alles so umsetzen kann. Dürfen wir uns jetzt eigentlich wieder Hoffnung machen auf eine Fortsetzung der History of GSW Reihe?

    Sieger beim SYM Best of the Best Tournament mit HBK


    "ICW... schon mal davon gehört? Die Liga ist recht cool... die gesamten Fans bestehen aus Typen, deren Hosen irgendwo in der Kniekehle hängen und die Bandanas tragen. Normalerweise buhen Fans Heels aus, wenn die was mieses machen... diese Fans sitzen nur supercool da, halten permanent eine Hand an den Eiern und zeigen den Wrestlern lässig den Mittelfinger. Wow, was für ne Crowd!" Tassilo Jung

  • Zitat

    Original geschrieben von Berlin Brawler:
    Solangs noch nen günstigen Stehplatz am Tresen gibt ist doch alles fein.


    Jedenfalls für mich ^^


    Kommst du nach Marburg? Da hab ich grade recht gute Chancen hinzukommen wenn meine Freundin nicht Arbeiten muss, dann können wir die Bar unsicher machen ;)


    Jess: Ich finde Euro-Wrestling Tickets im Vergleich zum Mainstream doch sehr, sehr viel Humaner, ist halt jedem selbst Überlassen was ihm die jeweilige Liga Wert ist und was er Natürlich dafür Locker machen kann.

  • Mike


    sicher ist Euro-Wrestling wesentlich humaner was die Ticketpreise betrifft. Mir ging es nur darum dass ich die Ticketpreise bei der GSW auch schon vorher als tlw recht unverschämt betrachtet habe, die Karten jetzt noch teurer werden und man das ganze quasi mit "naja, bei der WWE ist es noch teurer" kommentiert.


    Aber das schöne an der ganzen Sache ist..bei der WWE ist man gezwungen die Preise zu zahlen, oder kann sich seine Lieblingswrestler nicht anschauen. In Europa hab ich halt die Möglichkeit mir eine andere Promotion mit günstigeren Tickets zu suchen. Storylines sind mir eh egal, mir gehts nur darum den einen oder anderen Worker zu sehen.


    Was anderes ist es noch bei Fly-Ins, aber selbst da reicht es ab und an mal aus die Meet & Greets der DWA im Auge zu behalten...

    Mache niemanden zu deiner Priorität,
    für den du nur eine Alternative bist!

  • Viel Glück bei dem ganzen Unternehmen.


    Werde Courage auf jeden Fall mal verfolgen. Und sollte GSW mal in den Augsburger Raum kommen, werd ich sicher mal vorbeischauen.

    Wrestling: AAW, NXT, CHI
    Fussball: 1. FC Heidenheim 1846, Bayer Leverkusen, Wolverhampton Wanderers, Celtic Glasgow
    American Football: Michgan Wolverines, Detroit Lions
    Hockey: Detroit Red Wings, AEV
    Basketball: Detroit Pistons
    Baseball: Detroit Tigers

  • Zitat

    Original geschrieben von Jess:
    sicher ist Euro-Wrestling wesentlich humaner was die Ticketpreise betrifft. Mir ging es nur darum dass ich die Ticketpreise bei der GSW auch schon vorher als tlw recht unverschämt betrachtet habe, die Karten jetzt noch teurer werden und man das ganze quasi mit "naja, bei der WWE ist es noch teurer" kommentiert.


    Als so habe ich das jetzt nicht Empfunden, auch fand ich die Ticketpreise jetzt nicht "Unverschämt" ich glaube aber das ist Ansichtssache, ich fande das ich für mein Geld meistens mehr geboten bekommen habe als es gekostet hat.


    Jetzt muß ich aber auch mal Fragen ob du schon mal bei der GSW warst?


    Zitat

    Original geschrieben von Jess:
    Aber das schöne an der ganzen Sache ist..bei der WWE ist man gezwungen die Preise zu zahlen, oder kann sich seine Lieblingswrestler nicht anschauen. In Europa hab ich halt die Möglichkeit mir eine andere Promotion mit günstigeren Tickets zu suchen. Storylines sind mir eh egal, mir gehts nur darum den einen oder anderen Worker zu sehen.


    Naja... wenn du jetzt die GSW hast die 100 km weit weg von dir Veranstaltet und einen Ticketpreis von sagen wir 30 Euro hat dann ist es vielleicht nicht so logisch wenn du zur wXw Fährst die halt 400 km weit weg von dir ist und "nur" 20 Euro Verlangt, ich glaube das Rechnet sich dann nicht ;)


    Lieblingswrestler sind ja auch Geschmackssache und mittlerweile ist es ja auch nicht mehr so das Murat Bosporus für Liga XYZ antritt und Überall zu sehen ist.


    Zitat

    Original geschrieben von Jess:
    Was anderes ist es noch bei Fly-Ins, aber selbst da reicht es ab und an mal aus die Meet & Greets der DWA im Auge zu behalten...


    Naja... wenn du Lieber ein Foto mit Bushwhacker Luke, Tatanka oder dem Honky Tonk Man hast anstatt mit Christopher Daniels, Jeff Jarrett oder Christian (Cage) dann ist das ja deine Entscheidung. ;)

  • Mike
    Waren zwar jetzt nicht so unglaublich viele Shows, aber 6-7 zwischen 2005-2009 hab ich auch gesehen.


    In meinem Fall mach es auch keinen Unterschied ob ich zur wXw oder zur GSW fahre, weil beides um die 400km weit weg ist und ich vor der Wahl stehe 20€ und 400+km fahren oder 15€ und 50km fahren ;)


    DWA war jetzt eigentlich speziell auf Marty Jannetty bezogen. Wir haben uns damals aufgrund der Ticketpreise gegen die GSW entschieden und mittlerweile ist Jannetty Stammgast bei der DWA. Abgesehen davon das TedDiBIase bisher noch nicht bei der GSW dabei war ;)


    Ich würde aber auch mal behaupten dass du das ganze auf grund deiner geographischen Lage schon etwas einseitig betrachtest, eben weil auf deiner Ecke nicht wirklich was andere zur Wahl stand. Bei dir steht die Frage im Raum Wrestling ja oder nein, während ich vor der Wahl stehe "Show A oder B" und dann betrachtet man Ticketpreise sowieso nochmal ganz anders.

    Mache niemanden zu deiner Priorität,
    für den du nur eine Alternative bist!

  • Ist ja schön für dich, meinste aber nicht, es kommt merkwürdig bei einem Comeback einer Liga nur zu meckern und ne andere Liga zu hypen?

    Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Lust. Lust auf Lagerfeuer und nen fetten Kuss. Lust auf Wunder, Wunderbar und Wundervoll. Lust mein Maul nicht zu halten wenn ich soll ( Manchmal - Milch & Blut )


    Also wenn man in alle Richtungen nur nach Süden kommt, dann ist es der Nordpol. Wenn man in alle Richtungen nur nach Norden kommt, ist es der Südpol. Soweit klar.
    Was ist dann wohl West-Berlin ;)

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