A N Z E I G E

Der „Ich möchte eine neue Perspektive“-Thread

  • Tag.


    Ich würde gerne die Diversität auf dem Forum bemühen. Es gibt natürlich viele Meinungen und Ansichten auf der Welt und ich finde es wichtig, zu versuchen, diesbezüglich neue Perspektiven kennenzulernen.


    Die Idee des Threads ist es also, dass man schreibt, was für eine Meinung man gerne besser verstehen würde und die Community probiert zu helfen, eine neue Perspektive zu erlangen.


    Ich fange mal an:


    - Ich verstehe nicht, was Russen außerhalb von Russland (vor allem wenn sie im Westen leben) den Krieg gutzuheißen oder Putin-Anhänger zu sein. Ich verstehe nicht, wie man, wenn man beide „Lebensarten“ kennt, dennoch nicht sehen kann, welche Vorteile die Demokratie bringt oder dass die NATO keinerlei Interesse an einem Krieg hat.


    - Ich wüsste gerne, was Chinesen, die in Demokratien leben, über das Leben dort und über das Leben in China denken. Ich stelle mir diesen (politischen) Kulturschock krass vor.


    - Was glauben Atheisten, was nach dem Tod passiert? Licht aus und aus die Maus? Ist für mich ein furchtbarer Gedanke….


    Kleiner Hinweis: ich habe es ins Deluxe gepackt, weil ich hoffe, hier kann man tatsächlich was lernen.


    Es kann natürlich auch jeder nach Perspektiven, Meinungen etc. selbst fragen - sollte sich von selbst verstehen.

  • A N Z E I G E
  • - Was glauben Atheisten, was nach dem Tod passiert? Licht aus und aus die Maus? Ist für mich ein furchtbarer Gedanke….

    Ja, ziemlich genau das. Erde zu Erde, Staub zu Staub - ich höre auf in meiner jetzigen Form zu existieren und das betrifft nicht nur meinen Körper, sondern auch meinen Geist (der sich genau genommen ja auch nur aus meinem Körper speist). Meine Bestandteile werden dann eben, lapidar formuliert, zu Dünger und daraus entsteht wieder neues Leben, in dem ich mich aber jetzt als "Ich" nicht irgendwie wiederfinde.


    Ich finde den Gedanken nicht furchtbar, denn ich kann mich auch an nichts vor meiner Geburt erinnern und genau so stelle ich mir das vor. Da ist einfach nichts und ich werde ja nicht bewusst erleben, dass da nichts ist.

  • Ja, ziemlich genau das. Erde zu Erde, Staub zu Staub - ich höre auf in meiner jetzigen Form zu existieren und das betrifft nicht nur meinen Körper, sondern auch meinen Geist (der sich genau genommen ja auch nur aus meinem Körper speist). Meine Bestandteile werden dann eben, lapidar formuliert, zu Dünger und daraus entsteht wieder neues Leben, in dem ich mich aber jetzt als "Ich" nicht irgendwie wiederfinde.


    Ich finde den Gedanken nicht furchtbar, denn ich kann mich auch an nichts vor meiner Geburt erinnern und genau so stelle ich mir das vor. Da ist einfach nichts und ich werde ja nicht bewusst erleben, dass da nichts ist.

    Macht das für dich nicht dein eigenes Leben irgendwie…nihilistisch?


    Danke schon mal für deine Antwort. 👍🏻

  • Ja, ziemlich genau das. Erde zu Erde, Staub zu Staub - ich höre auf in meiner jetzigen Form zu existieren und das betrifft nicht nur meinen Körper, sondern auch meinen Geist (der sich genau genommen ja auch nur aus meinem Körper speist). Meine Bestandteile werden dann eben, lapidar formuliert, zu Dünger und daraus entsteht wieder neues Leben, in dem ich mich aber jetzt als "Ich" nicht irgendwie wiederfinde.

    Kann ich so 100% für mich auch unterschreiben.


    Als Ergänzung dazu -> Eine Welt ohne Religion/Glaube wäre eine besser Welt.

  • Als Ergänzung dazu -> Eine Welt ohne Religion/Glaube wäre eine besser Welt.


    Der Glaube allein ist für mich nicht schlimm. Es kommt an was man aus dem Glauben macht.


    Als jemand der als Kind unter Zeugen Jehovas aufgewachsen ist, ist für mich Religion immer verbunden mit etwas schlechtem.

  • - Was glauben Atheisten, was nach dem Tod passiert? Licht aus und aus die Maus? Ist für mich ein furchtbarer Gedanke….

    Sehr schöner Thread, das könnte sehr interessant werden :thumbup:

    Anhand dieser Aussage gehe ich davon aus, dass du gläubig bist (in irgend einer Form) und möchte die Frage umdrehen, bevor ich nachher meine Gedanken dazu schreibe: Was genau bewegt dich dazu, an einen Gott und damit verbunden ein Leben nach dem Tod zu glauben?

  • Macht das für dich nicht dein eigenes Leben irgendwie…nihilistisch?


    Danke schon mal für deine Antwort. 👍🏻

    Warum ist das zwangsläufig nhilistisch?

    Als Atheist sieht man's so: Wir haben ein Leben, und das leben wir, so gut wir können.


    Finde ich gesünder als "Es ist in Gottes Hand, beten wir mal, aber sonst tun wir nix, uns wird ja ein Paradies nach dem Tod versprochen".

    Sicher ist das (hoffe ich mal) überzogen, aber das ist "kein Gott bedeutet keinen Sinn" zu 100 % auch.


    Davon ab - rein empirisch und logisch ist durchaus, dass nach dem Tod nichts mehr ist. Es deutet in der Natur jedenfalls nichts darauf hin, und als Dünger erfüllen wir dann auch unseren letzten biologischen "Zweck". Generell ist der Sinn alles Lebens rein natürlich gesehen die Fortpflanzung, sonst gibt es keinen objektiven tieferen Sinn. Das Schöne an unserem Bewusstsein, ist aber, dass wir uns genau darum Gedanken machen können und es auch tun.



    Aber zum Thema "was denken Chinesen" - denn das kann ich nicht beantworten, kenne zwar einige ein bisschen, aber niemanden gut genug - ich kenne mittlerweile einige Japaner(innen) oder Taiwanesen/innen, und die waren allesamt erstaunt, wie locker in Europa alles ist. Dort wird in Schulen und an Unis gelernt, Parties sind sehr selten, und die britische und auch deutsche Trinkkultur war für viele schon ein Erlebnis. Eine Kollegin meinte, dass sie nachdem Austausch in der Schule unbedingt wieder nach Deutschland wollte, weil sie dort mehr sie selbst sein kann als in Taiwan, da die Gesellschaft viel starrer und kollektiver sein soll.

  • Ich habe mich oft gefragt, wie es Christdemokraten geben kann. Entweder ich glaube an einen allmächtigen, ewigen Herrscher, der nicht kontrolliert werden kann oder ich glaube an Legislaturperioden, Gewaltenteilung, Wahlen und die friedliche Übergabe von Macht.


    Christentum (wie auch die meisten anderen Religionen) und Demokratie sind für mich völlig gegensätzliche Glaubensmodelle, die sich unmäglich vereinen lassen.

  • Sehr schöner Thread, das könnte sehr interessant werden :thumbup:

    Anhand dieser Aussage gehe ich davon aus, dass du gläubig bist (in irgend einer Form) und möchte die Frage umdrehen, bevor ich nachher meine Gedanken dazu schreibe: Was genau bewegt dich dazu, an einen Gott und damit verbunden ein Leben nach dem Tod zu glauben?

    Einerseits pure Hoffnung. Und was mich zusätzlich an Gott oder eine höhere bewusste Macht glauben lässt:


    Menschen selbst. Beispiel: wie kann es sein, dass Zwillinge mit derselben DNA teilweise komplett verschieden sind? Rein wissenschaftlich wären sie derselbe Mensch. Sind sie aber nicht und da kommt für mich das Thema „Seele“ ins Spiel. Und das ist für mich nicht wissenschaftlich erklärbar. Beides kombiniert plus meine (minimal) christliche Erziehung lassen mich an Gott glauben. Oder auf Gott hoffen - je nachdem wie man es ausdrücken will.

  • A N Z E I G E
  • Ich habe mich oft gefragt, wie es Christdemokraten geben kann. Entweder ich glaube an einen allmächtigen, ewigen Herrscher, der nicht kontrolliert werden kann oder ich glaube an Legislaturperioden, Gewaltenteilung, Wahlen und die friedliche Übergabe von Macht.


    Christentum (wie auch die meisten anderen Religionen) und Demokratie sind für mich völlig gegensätzliche Glaubensmodelle, die sich unmäglich vereinen lassen.

    Da sehe selbst ich keinen Widerspruch - es gibt doch auch seit Langem schon säkulare Christen.

    Die eine Herrschaft ist hier und jetzt, die andere im Jenseits. Das wird glaube ich in der Bibel auch getrennt, aber ich weiß nicht mehr, wie genau.


    Davon ab muss ja nicht jeder Christ alles glauben, was in der Bibel steht (als Katholik sieht das anders aus, hehe), und sich nach allem richten. Auch die meisten Theologen sehen die Bibel eher als Anleitung zum Leben, die man nicht wörtlich nehmen sollte, sondern interpretierbar ist. Und mal ehrlich, die meisten Christen und eigentlich auch die meisten Gläubigen allgemein sehen ihre Religion doch als Selbstbedienungsladen an - man glaubt das, was einem gefällt, und ignoriert den Rest.


    Einerseits pure Hoffnung. Und was mich zusätzlich an Gott oder eine höhere bewusste Macht glauben lässt:


    Menschen selbst. Beispiel: wie kann es sein, dass Zwillinge mit derselben DNA teilweise komplett verschieden sind? Rein wissenschaftlich wären sie derselbe Mensch. Sind sie aber nicht und da kommt für mich das Thema „Seele“ ins Spiel. Und das ist für mich nicht wissenschaftlich erklärbar. Beides kombiniert plus meine (minimal) christliche Erziehung lassen mich an Gott glauben. Oder auf Gott hoffen - je nachdem wie man es ausdrücken will.

    Nur wenige Zwillinge haben zu 100 % die absolut gleiche DNA.

    Und selbst, die, die diesbezüglich "gleich" sind, sind immer noch 2 unterschiedliche Individuen.


    Auf sowas wie die "Seele" kannst du hoffen - aber belegbar ist sie halt nicht.

    Klar, hier kommt der Spruch "deshalb heißt es Glauben". Aber ich finde dann Sachen wie "wissenschaftlich nicht erklärbar" komisch. Hast du da mal nachgeforscht? Es gibt Zwillingsforschung, aber da bin ich auch kein Experte.


    Man sollte "Glaube" und "Wissen" meiner Meinung voneinander trennen. Vor allem, wenn man alles nicht erklärbare direkt einer Gottheit zuordnet - denn empirisch lässt sich da auch festlegen, dass vieles, was mal "göttlich" war, mittlerweile erklärt werden kann.

    Einmal editiert, zuletzt von Skyclad ()

  • Ich habe mich oft gefragt, wie es Christdemokraten geben kann. Entweder ich glaube an einen allmächtigen, ewigen Herrscher, der nicht kontrolliert werden kann oder ich glaube an Legislaturperioden, Gewaltenteilung, Wahlen und die friedliche Übergabe von Macht.


    Christentum (wie auch die meisten anderen Religionen) und Demokratie sind für mich völlig gegensätzliche Glaubensmodelle, die sich unmäglich vereinen lassen.

    Ganz einfach: vor Gott sind wir alle gleich, warum soll dann nicht jeder mitbestimmen können?

  • Was ich schon als Kind bei den Zeugen Jehovas nie verstanden habe und auch heute nicht: Wenn es wirklich einen Gott gibt, warum lässt er das ganze Unheil zu? Dazu die vielen Kapitel in der Bibel wo Gott einfach nur brutal ist. Hiob war für mich als kleiner Junge ganz schlimm zu lesen.

  • Ich fürchte zwar, das ganze wird jetzt sehr Richtung Glaubensdiskussion laufen, da sich hier vermutlich die meisten wieder finden. Sprich wir haben hier potentiell mehr Atheisten als Russen, Chinesen, Türken (um die Debatte auch Richtung Erdogan zu schieben).


    Das Problem mit dem Glauben, insbesondere warum ich sehr viele Religionsgemeinschaften sehr kritisch sehe, ist nicht dass jemand selbst sehr gläubig oder fromm ist, sondern eher die Überzeugung, dass andere welche noch nicht zum 'rechten Glauben' gelangt sind, nur noch nicht genug darüber nachgedacht haben, und das man, mit den passenden Argumenten und genügend Druck schon überzeugen kann.


    Und hier lässt sich jetzt ein wenig der Bogen zu fremdländischen hier in Deutschland schlagen. Wir, als Menschen, sind doch immer Herdentiere, und so individuell wir uns betrachten, so sehr suchen wir auch immer die Nähe zu anderen. Dies wirkt dann indentitätsstiftend. Oftmals wird das dann aber auch zu einer entsprechenden Abwehrhaltung nach außen führen, weil jede Kritik die von außen kommt, und gegen die man sich als Gruppe gemeinsam verteidigt, eben diesen Gedanken der 'Gemeinsamkeit' nach innen stärkt. Das führt dann dazu, dass sich Gedankengut abgrenzen lässt, und auch dazu, dass alles was die eigene Identität in Frage stellt, grundsätzlich abgelehnt wird. Und dieses Verhalten sehen wir auf allen ebenen, egal ob es um "Veganer gegen Omnivore", "Rechts gegen Links"...


    Und jetzt das konkrete Beispiel, warum ein bekannter von mir, in der Türkei dann Erdogan wählt, obwohl er eigentlich alles ablehnt, für das selbiger steht. "Erdogan ist der Vorzeigetürke und er f***t die NATO und den Ami in den Ar***". Da geht es dann nur um das Bild nach außen, und dass er einer Gruppe, die sich vielleicht übersehen fühlt, eine gewisse Bedeutung bringt. So etwas, gerade was mit Identität zu tun hat, ist einfach für viele Menschen mit entsprechender Emotion aufgeladen.


    Zu dieser gesamten Indentitätsfrage gab es auch vor ein paar Wochen einen entsprechenden Beitrag in Extra 3, der zwar Dinge etwas überspitzt formuliert, aber dennoch einen Punkt trifft.


    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
  • - Was glauben Atheisten, was nach dem Tod passiert? Licht aus und aus die Maus? Ist für mich ein furchtbarer Gedanke….


    Kleiner Hinweis: ich habe es ins Deluxe gepackt, weil ich hoffe, hier kann man tatsächlich was lernen.

    gute Threadidee


    Nunja, wenn du Tod bist,hörst du Nix mehr, siehst du nix mehr, fühlst nix mehr und denkst kicht mehr, weil dein Körper und somit die Sinneswahrnemungen gestorben sind. Du kannst quasi Nix mehr wahrnehmen. Es gibt quasi Nichts mehr. Wie vor der Geburt. Das tückische, du wirst also auch nie mitbekommen, dass du gestorben bist. (Wobei gibt Theorien, dass das Gehirn eventuell noch 1 Stunde nach dem Tod in irgendeiner messbaren Form aktiv ist). Im Grunde gibt es 2 Ewigkeiten und dazwischen lebst du.


    Würde dir zustimmen, dass der Gedanke iwo furchtbat ist und wäre nicht traurig wenn es anders ist.

    Einmal editiert, zuletzt von BIERKACHU ()

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

A N Z E I G E