A N Z E I G E

Wie definiere ich einen guten/durschnittlichen/schlechten Wrestler?

  • Gestern suchte ich zu dem Thema, fand aber nur einen Threat der über ein Jahr alt war und auch nur eine handvoll Posts enthielt. Es ist aber klar das die Bewertung von Wrestlern hier eine große Rolle spielt, immer wieder und durchaus für Konflikte sorgen kann. Zumindest teilweise weil man aneinander vorbei redet.

    Individuell kann man Wresteler ganz unterschiedlich bewerten. Wenn jemand sagt "mir muß das Gimmick gefallen and thats it" dan ist das ein vollkommen legitimer Weg. Allerdings auch das genaue Gegenteil von meiner Art einen Wrestler zu bewerten. Ich möchte also Eure Art der Bewertung kennenlernen und Euch meine Art der Bewertung erklären, dadurch gibts weniger Missverständnisse.

    Übrigens "guter Wresteler" heißt nicht erfolgreicher Wrestler. Das sind 2 paar Schuhe.


    Ausgehend von der Prämisse das Wrestling "Kampfsport simuliert" und beides gleichwertig ist, Also der Sportliche Aspekt und die Simulation beurteile ich Wrestler nach folgenden Kriterien bei einem zu Grunde liegenden 10 Punkte System.


    1) In Ring Skills. Das betrifft das Moveset, das Selling, in Ring Psychologie, und als Ausscheidungskriterium das sichere Worken.

    Wrestler die hier auf 9-10 kommen haben also ein breites Repertoire an Moves die sie safe (ohne Botch) Worken können, wissen wie sie diese an verschiedenen Gegner(typen) anpassen/einzusetzen haben, sellen die Aktionen des Gegners, beherschen flüssig aussehnde Konter und lassen sowohl Ihren Gegner als auch sich bei Soieg und Niederlage gut aussehen. Solche Leute sind in der Lage 4-5 Sterne Matchs konstant immer wieder zu Worken.


    2) Out of the Ring Skills. Gimmick, Micwork und Kayfabe. Diese Skills sind schon schwerer zu beurteilen, gerade das Gimmick ist oft von den Bookern/der Liga abhängig (und von der Zeit in der es gebracht wurde). Mit schlechten Gimmicks wurden schon schlechte Wrestler versaut. Aber wer es schafft auch in einem schlechteren Gimmick Kayfabe zu zeigen, also im Gimmick zu bleiben. Als Heel "hass" ziehen und als Face pops. Dazu am Mic auch noch passend und orginel arbeitet kommt in der Regel bei den Fans gut an.


    So absolute Top Wrestler bringen es in all diesen Punkten auf 9-10. Das sind wenige selbst wenn man sich 50 Jahre Wrestling anschaut kommt man wohl nur auf ein paar Duzend.

    Darunter kommt aber das große Feld des Durschnitts und darin finden sich einige der Erfolgreichsten Wrestler aller Zeiten. Wenn ich also einen Kevin Nash als Durschnitt bezeichne oder einen Sting ist das nicht abwertend gemeint und ich betrachte damit auch nicht seinen Erfolg.


    Am Ende haben wir dann die 1 bis 3er. Das sind dann Leute die so gut wie keine Moves auf dem Kasten haben, schon gar nicht sauber, die immer wieder Kollegen verletzen, zum Teil schwer. Selbst wenn da Charisma vorhanden sein sollte oder das (gerne Monster heel BiG Man) Gimmick noch irgendwie glaubhaft ist fallen diese bei mir raus. Wer seine Mitmenschan aus Unfähigkeit oder Faulheit gefährdet ist für mich niemals gut in seinem Job. Auch wenn es eine Zeitlang Pops gibt.


    Sodale nun viel Spaß beim Diskutieren bzw. Definieren. :love:

  • A N Z E I G E
  • Dein Bewertungssystem klingt nachvollziehbar. Wer sind nach dieser Methode für dich die fähigsten Worker?


    Wenn ich für mich selbst einen guten Wrestler definieren will, zählen die Entertainment Qualitäten etwas mehr. Dazu gehören für mich Gimmick, Ausstrahlung, schauspielerisches Talent und Mic Work.

    Ich erkenne auf jeden Fall ringerische Fähigkeiten an. Aber das reicht nicht, um in meinen Favoritenkreis zu gehören.

    Wäre hier eine Signatur, könntest du diese nun lesen und dir die Zeit vertreiben

  • Lonely_Warrior

    Zuerst, ich bin bei weitem nicht so tief in der Materie wie einige andere hier. Ich kenne Wrestler die bei WWE und WCW gearbeitet haben. Ich weiß das es in Japan einige der besten Wrestler der welt gibt und gegeben hat. Kenne die aber nicht und nur weil ich mal einige Namen gelesen habe mag ich die nicht aufführen. Heißt also ich gebe nur Beispiele nicht eine auch nur annähernd komplette Liste, also eigentlich gar keine Liste.

    Namen die mir da sofort einfallen sind Bret und Owen Hart, Chris Benoit, Kurt Angel, Steve Austin vor seiner Verletzung (zumindest nahe dran), Ric Flair (in seiner hochzeit)Ricky Steamboat, Lou Thesz natürlich.

    Wie gesagt unvollständig und es fehlen auch z.Z. aktive Wrestler, bin sicher da gibt es auch denn ein oder anderen Kandidaten.

  • Am Ende haben wir dann die 1 bis 3er. Das sind dann Leute die so gut wie keine Moves auf dem Kasten haben, schon gar nicht sauber, die immer wieder Kollegen verletzen, zum Teil schwer. Selbst wenn da Charisma vorhanden sein sollte oder das (gerne Monster heel BiG Man) Gimmick noch irgendwie glaubhaft ist fallen diese bei mir raus. Wer seine Mitmenschan aus Unfähigkeit oder Faulheit gefährdet ist für mich niemals gut in seinem Job. Auch wenn es eine Zeitlang Pops gibt.

    Nia Jax... Fällt mir sofort ein. Musste nicht mal überlegen. Im Lesen schon schrie mein Hirn ihren Namen.

    AEW - Die Liebe am Wrestling


    Ein Leben lang Hertha Berlin SC & Torquay United FC


    „Die Mutter der Idioten ist immer schwanger!“

    (ital. Sprichwort)

  • Definitiv ein gutes Thema.

    Die Mischung aus In-Ring + Charisma/Micwork macht einen Wrestler zu einem guten/durschnittlichen/schlechten Wrestler oder Star für mich.


    Was nützt mir ein Wrestler, der alle Moves kann, aber so langweilig wie ungetoastetes Toastbrot ist. Richtig nichts.


    Bestes Bespiel ist Eddie Kingston

    Er ist für mich ein ein guter Wrestler.

    Auch wenn er im Ring nur als solide durchgeht, sein Micwork und natürliches Charisma macht das wieder weg.

    Benjamin Pavard...Bester Mann Im CL Finale 2020

    -------------------------------------------------------------------

    RIP European Super League - 18.04.2021 - 20.04.2021

  • Dein Bewertungssystem klingt nachvollziehbar. Wer sind nach dieser Methode für dich die fähigsten Worker?


    Wenn ich für mich selbst einen guten Wrestler definieren will, zählen die Entertainment Qualitäten etwas mehr. Dazu gehören für mich Gimmick, Ausstrahlung, schauspielerisches Talent und Mic Work.

    Ich erkenne auf jeden Fall ringerische Fähigkeiten an. Aber das reicht nicht, um in meinen Favoritenkreis zu gehören.

    Die Optik / der Look ist für mich auch ein nicht zu unterschätzender Faktor im Wrestling.


    Meine Favs waren jedenfalls nie die mit den besten ringerischen Fähigkeiten.

    Ausser Bret Hart eventuell.

    Aber Bret gab auch optisch eine Menge her.


    Schlussendlich bin ich auch zuwenig in der Marterie drin. Sollen andere entscheiden. :)

    The only thing that's for sure about Sting... is nothing's for sure... It's Showtiiiiiiime, folks!!!


    WCW wird immer in meinem Herzen bleiben!

  • Eddie wird niemals ein Wrestlinggott wie Bryan Danielson. Aber er ist ein grundsoliger Brawler und er hat auch noch etwas, was auch vielen fehlt: Authenzität! Eddie wirkt einfach echt, real. Das könnte wirklich der Typ von nebenan sein der, wenn er ein Problem mit seinem Kollegen hat, diesen im Wrestlingring den Arsch aufreißt.

    Und seine Promos...

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    Ein Leben lang Hertha Berlin SC & Torquay United FC


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    (ital. Sprichwort)

  • Spannendes Thema. Da diskutiere ich gern mal mit.


    Für mich gehören auf jeden Fall auch die Leistungen im Ring und außerhalb des Rings dazu.


    Wobei ich sogar sagen würde, dass außerhalb des Rings fast noch etwas wichtiger ist, solange die In-Ring-Qualität einigermaßen solide ist.


    Ein Hulk Hogan, ein Kevin Nash oder ein Lex Luger waren aus meiner Sicht top Wrestler, obwohl sie im Ring nicht gerade gut waren. Aber sie hatten das Charisma, die Ausstrahlung etc. Wohingegen ich z.B. einen Dean Malenko, der im Ring richtig gut war, immer relativ uninteressant fand, weil er einfach die Ausstrahlung einer Seegurke hatte. Die absoluten Topwrestler sind aber natürlich die, die sowohl im Ring als auch außerhalb abliefern, wie z.B. ein Ric Flair oder mit leichten Abstrichen bei der Ausstrahlung Bret Hart. Auch ein Kurt Angle gehört definitiv ganz weit nach oben.

    FIRST EVER OFFICIATING UNDISPUTED AEW MANAGER SPIEL CHAMPION

  • Für mich ist das A und O weiterhin sichere Moves.


    Wenn Leute wie damals der Taker aus Gimmick Gründen ihr Moveset mindestens halbieren ist das der Erzählung geschuldet.


    Auch ist mit 2m und 130-140kg eben nicht jeder Move drin, insbesondere auf der Seite wo man als BigMan/BigWoman Moves selled.


    Da achte ich eher darauf, wie die Moves ausgeführt werden. Mit einem gewissen Gewicht kann man schlicht nicht so viele Bumps nehmen wie ein durchtrainierter ~90kg Worker. (Siehe Hogan und seine Hüfte)


    Kamala war zB ein richtig guter Wrestler. Er konnte Moves mit Leuten wie André durchführen und auch sellen.

    Duct-Tape fixed vieles, für den Rest gibt es WD-40

  • Ich will von dem Top Worker gute Matches sehen und unterhalten werden, das wäre es auch schon. Das kann sowohl ein brawlender Big Man als auch ein technischer Wrestler oder ein Cruiserweight sein.

    Ric Flair hat mich z.B. mit jedem seiner Matches gut unterhalten, von dem Verkehrsunfall vor einer Woche mal abgesehen. Von Bret Hart dagegen blieb mir kein einziges Match in guter Erinnerung, da der Mann bei mir einfach nie zündete und ich ihn extrem langweilig finde. Zudem liefen seine Matches immer genau gleich ab. Ich weiß, dass u.a. Bret Hart genau das auch über Ric Flair sagt und wenn ich mehrere Matches zwischen Flair und Sting ansehe, muss ich auch zugeben, dass diese Kämpfe immer sehr ähnlich waren und man sehen kann, wie genau einstudiert die Abläufe zwischen beiden schon waren. Aber Flair hatte für mich einen großen Unterhaltungswert, seine Ring-Skills und auch seine anderen Moves (Selling und diverse Einlagen wie seine Umfaller oder "Stylin' n profilin") während den Matches gefielen mir, da stimmte für mich einfach alles.


    Daher wäre jetzt Ric Flair für mich persönlich ein sehr guter Wrestler und Bret Hart ein weniger guter Wrestler, da er mich nicht gut unterhält und ich ihn nach diversen Versuche nicht mehr sehen will (Ich sah, von ein paar WCW Shows abgesehen, jedes PPV Match von ihm und noch weitere). Aber andere wollen ihn sehen und fühlen sich von seinen Matches gut unterhalten, daher ist natürlich klar, dass es nur eine sehr persönliche Meinung ist.


    Sichere Move sind auch wichtig, aber das sehe ich eher als Basis voraus. Also wer keine Moves sicher ausführen kann würde zum absoluten Bodensatz gehören, weshalb ich jetzt auch Bret Hart nicht als "schlecht" bezeichnet habe. So jemand wäre dann vielleicht Slinky der Clown von der GWF. :-D

  • Eddie wird niemals ein Wrestlinggott wie Bryan Danielson. Aber er ist ein grundsoliger Brawler und er hat auch noch etwas, was auch vielen fehlt: Authenzität! Eddie wirkt einfach echt, real. Das könnte wirklich der Typ von nebenan sein der, wenn er ein Problem mit seinem Kollegen hat, diesen im Wrestlingring den Arsch aufreißt.

    Und seine Promos...

    Absolut korrekt. :thumbup:

    Benjamin Pavard...Bester Mann Im CL Finale 2020

    -------------------------------------------------------------------

    RIP European Super League - 18.04.2021 - 20.04.2021

  • Du sprichst genau das an was ich meine und wo ich auch anders Werte. Hogan Nash Luger sind für mich extrem erfolgreiche Wrestler (Luger etwas weniger) und dies sicher auch zurecht (auch wenn ich Hogan nicht mag). Sie drawten und bekammen pops/heat ohne Ende. Aber bewerten würde ich sie als solide.

    Nash z.B. konnte sehr solide Worken bis hin zu gut, war aber auch oft lazy und nachlässig und hat einige echt schlechte Match abgeliefert. Ebenso wie bei HHH spielte ach bei Ihm die kreative Kontrolle beim booking eine reisen Rolle für seinen Erfolg. Ich sehe die beiden trotzdem gerne ob in Match´s oder in Promos. Aber für ganz oben reichts dann nicht.

    Bei einem Chris Benoit lief die Karriere bekanntermaßen in weiten Teilen unter dem Main Event. Aber wenn ich von Ihm ein Match sehe das auch genug Zeit bekommt brauche ich keine Promis, keine Storyline dazu. Da kann ich das Match einfach so genießen weil es im Ring einfach dramatisch ist.

  • Ich habe da meine eigenen Maßeinheiten:


    Guter Wrestler = Daniel Bryan


    Durchschnittlicher Wrestler = Alexa Bliss


    Schlechter Wrestler = Omos


    Ergo ist Omos für mich die Maßeinheit eines schlechten Wrestlers, an der sich alle anderen schlechten Wrestler messen müssen. ^^

    "Nichts, was Spaß macht, ist unnütz!" - der große Philosoph, Dichter & Denker Benjamin Blümchen

  • Interessante Frage.... :thumbup:


    Ob jemand etwas kann oder nicht erkennt man oft schon vom Bewegungsablauf her wenn er/sie in die Seile läuft - da sieht man schon ob das natürliche Bewegungen sind oder abgehackt wirkt. ;)


    Viele Fans sie noch nie lange dabei sind lassen sich eventuell auch schnell mal täuschen wenn einige Wrestlerinnen die aus dem Turnbereich kommen und ein paar Flick-Flacks schlagen und denken das sie schon perfekt sei weil es gut ausschaut. ;)


    Ich finde man braucht 15 Minuten um festzustellen wie gut jemand wirklich ist im Ring.

    Vorher kannst Du tricksen, Dich aus dem Ring rollen, Mätzchen machen...aber nach 15 Minuten kannst Du Dich nicht mehr verstecken, da musst Du Dich beweisen und zeigen was Du kannst :thumbup:

  • Übrigens "guter Wresteler" heißt nicht erfolgreicher Wrestler.

    Na, meistens eigentlich schon. Wer es nicht an die Spitze schafft, bringt halt nicht die Eigenschaften mit, um es an die Spitze zu schaffen. Man ist kein Spitzenwrestler, wenn man seine Karriere in der Undercard fristet.

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