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Zuschauer "nach Corona" - mögliches Veranstalter"sterben"

  • Hallo,


    gerade eben wurde ein Text von Tassilo Jung, einer der Geschäftsführer der wXw, bei Twitter veröffentlicht, welcher sicher hier auch einiges an Diskussionsgrundlage bieten kann.

    Quelle :

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  • Das ist echt ein wichtiges Thema. Kleinere Künstler trifft es da auf jeden Fall am Härtesten. Selbst bei größeren aber sieht man aber auch, dass man problemlos spontan noch an Karten kommt. An das Argument, dass jetzt vieles auf einmal ist, hatte ich gar nicht gedacht. Macht aber Sinn nicht nur Konzerte auch Urlaube, viele Leute denken, sie müssten jetzt im Sommer reisen, bevor es Herbst/Winter wieder zu mehr Einschränkungen kommt. Oder Hochzeiten und andere private Feiern werden ja gerade nachgeholt.


    Mich würde da aber auch trotztdem noch interessieren, inwiefern da Corona selbst mit reinspielt. Ich kenne Leute, die bei den momentan Inzidenzen auf keine Veranstaltungen gehen. Und was Tickets angeht, hatte ich z.B. auch neulich bei Coldplay den Luxus gehabt, dass ich paar Tage vorher easy Tickets von einem Paar bekommen hab, die Corona krank waren. Und selbst da war im Stehplatzbereich noch ein großer Fleck, wo keine Leute waren.

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  • Vollkommen klar. Erstens wegen der wirtschaftlichen Kausalzusammenhänge, zweitens wegen der psychosozialen Auswirkungen und drittens ist es wohl leider so, dass die Krise ja tatsächlich auch reale Opfer gefordert hat, was sich je nach Demografie der Zielgruppe wahrscheinlich auch bemerkbar macht. Mal nüchtern ausgedrückt, ohne respektlos klingen zu wollen.

  • Im deutschen Wrestling wird das am ehesten die wXw wirklich betreffen, da die es hauptberuflich machen.

    Andere werden eher überlegen, wie teuer sie ihre Shows machen, Fly-Ins dürften eher nicht mehr finanzierbar sein usw, man wird wieder mehr auf eigene Leute setzen.

    Negativ kann das auch für Wrestler sein, die dann eben weniger oder keine Gage bekommen, weil man versuch, die si günstig wie möglich zu bekommen.


    Letztes Wochenende bei Fightback waren eben viele eigene Leute und Schüler, die bestenfalls Fahrtkosten bekommen, ebenso Leute aus befreundeten Ligen wie der EWS, mit denen man dann eher mal Auftritte austauscht. Fightback hatte GWF-Wrestler, die hoffentlich schon ein paar Euro bekommen haben, parallel fahren aber Fightback-Leute nach Berlin zu Nova, die eher mit kleinerem Budget Nachwuchsleute unterstützen.


    Ich denke daher schon, dass insgesamt weniger Geld generiert wird, für Veranstalter und Wrestler, die Promotions selbst aber ganz normal weitermachen können, da die wenigsten finanziell Gewinn abwerfen müssen, sondern nur möglichst keine Verluste.

  • In der Musikbranche ist das in der Tat deutlich zu bemerken. Kleinere Festivals füllen derzeit die Nachmittagsslots mit Bands auf, die es kaum aus dem Proberaum rausgeschafft haben, um Gagen zu sparen. Clubkonzerte finden mit Mühe vor gerade so dreistelliger Zuschauerzahl statt. Aus Publikumssicht hat man oft schon genug damit zu tun, die aufgehobenen Karten aus den Pestjahren abzuarbeiten. Und, was ich auch an mir selbst merke: Wenn dann nochmal was Neues dazugekauft wird, dann sind's die alten Helden in großen Hallen, bei denen man ohnehin schon froh gewesen wäre, sie noch 1-2 mal auf Tour zu sehen, was nach 2 verlorenen Jahren nun noch dringlicher wird. Dafür fahre ich auch immer ein bisschen durch Deutschland und dann ist einfach irgendwann kein Budget mehr da für die 2-3 nice-to-have Konzerte im Monat, die man sonst in der näheren Umgebung noch mitgenommen hätte.

    Beim Wrestling sieht man, was die Kader betrifft schon eine ähnliche Entwicklung: Wann war seit dem Brexit eigentlich das letzte Mal ein Engländer hier unterwegs? Dafür gibt die deutschsprachige Szene aber mittelerweile auch eine ganze Menge her, und solange man wenigstens dabei bleibt, nicht nur ganz lokal zu buchen, schadet es den Shows qualitativ noch nicht. Publikumsmangel habe ich bei meinen Ausflügen hier bisher nicht erlebt, aber die allgemein zu beobachtende Zögerlichkeit ist gerade in den letzten Wochen auch inzidenzabhängig noch mal gestiegen. Preislich hat ein Großteil der Szene schon früh angefangen nach oben anzupassen - das hat die Musikbranche zumindest im Bereich kleinerer Shows noch vor sich. Ob das genügt, um die gesteigerten Kosten aufzufangen, kann ich von außen natürlich nicht beurteilen.

    Persönlich hätte ich bei der unvermeidlichen Bereinigung des Überangebots in Wrestlingdeutschland nichts dagegen, wenn gerade der große überregionale Platzhirsch sich wieder verstärkt auf sein Kerngebiet konzentrieren müsste und in anderen Regionen mehr Luft für örtliche Veranstalter bliebe. Die Expansion meiner Stammliga nach Leipzig werde ich natürlich durch Anwesenheit unterstützen und gerade im norddeutschen Raum freue ich mich, wenn den Alteingesessenen dort mehr an Zuschauerpotential gelassen wird.

    No Future


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  • Was heißt ihr "nach Corona"? Das Ding ist nicht weg, sondern immer noch präsent und im Herbst, spätestens im Winter, wird's auch wieder verstärkt zurück kommen.

    "Nichts, was Spaß macht, ist unnütz!" - der große Philosoph, Dichter & Denker Benjamin Blümchen

  • Was heißt ihr "nach Corona"? Das Ding ist nicht weg, sondern immer noch präsent und im Herbst, spätestens im Winter, wird's auch wieder verstärkt zurück kommen.

    Stimmt das ist auch leider sowas, was sich irgendwie so im Sprachgebrauch etabliert hat, durch irgendwelche öffentlichen Aussagen.

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  • Was heißt ihr "nach Corona"? Das Ding ist nicht weg, sondern immer noch präsent und im Herbst, spätestens im Winter, wird's auch wieder verstärkt zurück kommen.

    Und genau diese durchaus realistische Prognose ist auch ein Grund warum überall die Leute mit dem Kartenkauf warten. Auch jetzt schon im Sommer, das hat sich über die 2 Jahre leider bei sehr vielen (bei mir auch) festgesetzt das man sich keine Karten deutlich vor den Terminen mehr besorgt aus Angst das es entweder abgesagt wird oder man selber Corona bekommt und nicht hin kann.


    Für die Veranstalter ist das natürlich richtig doof weil die alle absolut nicht planen können und dazu sicherlich viele die abgewartet haben sich dann kurzfristig egal aus welchen Gründen doch dagegen entscheiden was sie nicht getan hätten wenn sie die Karte schon ewig hätten


    Dazu passt auch was im Ausgangspost steht, viele haben für manche Sachen seit 2 Jahren Karten und aktuell treten alle zeitgleich auf. Und wenn ich die entscheidung habe zu etwas zu gehen wo eh schon Tickets da sind oder zu was neuem landen die meisten bei dem alten Konzert. Und nicht jeder hat Zeit mehrfach die Woche auf veranstaltungen zu rennen

  • Bei der wxw kommt natürlich der insgesamt in den letzten Jahren deutlich verkleinerte Kader hinzu, was die großen Namen und auch den Main Event angeht. Insgesamt scheint man mir dort aber auch etwas störrisch zu sein, in Sachen Produktion vor Ort einfach mal einen Gang zurückzuschalten, wenn gespart werden muss. Das sagte Jakobi schon bei askcmj vor einigen Jahren. Falls mal schlechter Zeiten kämen, müsste man im ersten Schritt an der Produktion sparen. Diesen Schritt macht man aber aktuell noch nicht, wobei ich sicher bin, dass die Fans dagegen nichts einzuwenden hätten, zumal das ja sogar noch eine charmante Note entwickeln könnte.

  • Bei der wxw kommt natürlich der insgesamt in den letzten Jahren deutlich verkleinerte Kader hinzu, was die großen Namen und auch den Main Event angeht.


    Ich kenne Leute, die bei den momentan Inzidenzen auf keine Veranstaltungen gehen.


    Bei mir ist es in der Tat ein Mix aus beidem.

    Ich bin momentan nicht sonderlich scharf darauf mit einigen hundert Leuten in einer Halle zu sitzen. Da müsste es schon was sein was ich unbedingt sehen will.


    Und das ist bei wXw im Moment für mich einfach nicht der Fall. Ich habe irgendwie nicht das Gefühl etwas zu verpassen.

  • Das scheint aber ein eher deutsches Problem zu sein. Im UK sind Tickets für Wrestlingshows teilweise binnen weniger Stunden ausverkauft, von Konzerten, Darts WM oder den Premier League Spielen will ich gar nicht anfangen. Jetzt weiß ich nicht, ob eventuell im UK weniger mediale Panikmache herrscht als hier, aber ich sehe da eher die "deutsche Mentalität" mit Vorsicht und Sparsamkeit als Problemtreiber.

  • Jetzt weiß ich nicht, ob eventuell im UK weniger mediale Panikmache herrscht als hier

    Auch Tassilo redet in seinem Artikel ja von „Die Unsicherheit der Menschen, natürlich laufend medial angeheizt.“ Von was für medialen Aktivitäten wird denn hier so ganz beiläufig und selbstverständlich geredet? Wem es gelingt, angesichts der aktuellen internationalen Lage vollkommen unverunsichert zu bleiben, dem gratuliere ich. Ist vielleicht auch eine Frage, was für Medien man konsumiert. Ich für meinen Teil fühle mich nicht übermäßig medial mit Vorsatz verunsichert, sondern meine Verunsicherungsanteile begründen sich auf den durchaus vielfältigen Konsum objektiver Berichterstattung auf der Basis von Tatsachen.

  • Und genau diese durchaus realistische Prognose ist auch ein Grund warum überall die Leute mit dem Kartenkauf warten. Auch jetzt schon im Sommer, das hat sich über die 2 Jahre leider bei sehr vielen (bei mir auch) festgesetzt das man sich keine Karten deutlich vor den Terminen mehr besorgt aus Angst das es entweder abgesagt wird oder man selber Corona bekommt und nicht hin kann.


    Für die Veranstalter ist das natürlich richtig doof weil die alle absolut nicht planen können und dazu sicherlich viele die abgewartet haben sich dann kurzfristig egal aus welchen Gründen doch dagegen entscheiden was sie nicht getan hätten wenn sie die Karte schon ewig hätten


    Dazu passt auch was im Ausgangspost steht, viele haben für manche Sachen seit 2 Jahren Karten und aktuell treten alle zeitgleich auf. Und wenn ich die entscheidung habe zu etwas zu gehen wo eh schon Tickets da sind oder zu was neuem landen die meisten bei dem alten Konzert. Und nicht jeder hat Zeit mehrfach die Woche auf veranstaltungen zu rennen

    Wäre interessant, wenn es dazu Zahlen gäbe. Krankheitsbedingt mussten wir unseren Urlaub canceln, spontan 1-2 Eochen später fahren? Keine Chance, nichts zu kriegen. Natürlich mag Vorsicht vorhanden sein, gefühlt gieren die Menschen in Deutschland aber auf Urlaub „nach“ Corona.

    Bei Events ist es schwer zu sagen, da ja noch immer - und bis ins Jahr 2023 - manche Termine nachgeholt werden.

    Ich habe bisher auch nur 2 Dachen gebucht, letzten Herbst Konzertkarten für diesen September und vor ein paar Wochen Karten für Mitte November. Beides mit dem Gefühl von Optimismus in Kombination mit „wir wollen mal wieder raus“.

    Augustus Cole, Bay Bay
    Cupcake Cody Rhodes

  • Das scheint aber ein eher deutsches Problem zu sein. Im UK sind Tickets für Wrestlingshows teilweise binnen weniger Stunden ausverkauft

    Wie kommst du denn darauf? Die großen britischen Ligen wie RevPro und PROGRESS haben zur Zeit alle ein riesiges Problem damit auch nur kleine Hallen voll zu bekommen. Shows in der Wembley Arena oder ähnliches sind selbst im Traum nicht mehr vorstellbar aktuell.

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