A N Z E I G E

Der Umgang mit Menschen

  • Moin Leute,


    Ich versuche mal mich zu erläutern, was ich für diesen Thread als Thema im Sinn habe.


    Wie gehen wir mit Menschen um, die aussagen, Opfer einer Straftat mit einem rassistischen, antisemitischen Hintergrund oder Opfer sexueller Gewalt geworden sind? Wie gehen wir mit vermeintlichen Tätern um? Wie gehen wir damit um, wenn sie sich im Nachhinein als gegenteilig vom ersten Eindruck erweisen?


    Gerade auch der Umgang in den sozialen Medien ist, wie ich finde, hochinteressant, aber auch der Umgang im Alltag. Welche Reaktionen sollte es geben?


    Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass die Opfer von Rassismus, Antisemitismus oder sexueller Gewalt, sich ihre Geschichte ausdenken.

    Ich habe dann im Fitnessstudio auch direkt ein Gerät gefunden, an dem ich arbeiten konnte. Ich habe mir eine Cola gezogen.

  • A N Z E I G E
  • Auf diese Frage gibt es leider keine allgemeingültige Antwort, da die Konstellationen immer unterschiedlich sind. Um es an bekannten Fällen der letzten Jahre zu demonstrieren, kann man Epstein, Weinstein, Kachelmann, Türck, Depp/Heard, Spacey, Ofarim nicht miteinander vergleichen.

    Und auch wer im echten Leben als zB Anwalt, Polizist, Mediziner, Sozialarbeiter, Pastor usw. mit Abgründen menschlichen Handelns zu tun hat und mit schrecklichen Vorwürfen arbeiten muss, wird bestätigen können, dass jeder einzelne Fall eine völlig individuelle Gemengelage aufweist.


    Aufs völlig weiße Papier unter Laborbedingungen würde ich sagen: Keine Partei ergreifen, alle Aussagen als glaubwürdig behandeln, bis die Indizienlage eindeutiger wird. Wahrheitsfindung jenen überlassen, die dafür zuständig sind, keine Kommentare aus der Froschperspektive in sozialen Medien.

    Nur: Das sogenannte Leben ist leider nicht so einfach.


    Wir müssen uns damit abfinden, dass es auf viele Fragen keine eindeutige Antwort gibt.

    Alte Fettflecken werden wieder wie neu, wenn man sie mit Butter bestreicht!

    Einmal editiert, zuletzt von Tom Mickel ()

  • Ich nutze keine sozialen Medien, halte die Antwort jedoch für sehr einfach:

    1. Umgang mit vermeintlichen Opfern: Wir sind für sie da, wir schützen sie, wir bauen sie auf.

    2. Umgang mit vermeintlichen Tätern: Wir begegnen ihnen mit Skepsis, aber akzeptieren die Unschuldsvermutung.

    Es gibt keinen Zwang, nur weil man etwas hört/liest, sich ein Urteil zu bilden oder gar Menschen zu verurteilen. Wer diesen inneren Zwang spürt, braucht wiederum Hilfe seiner Liebsten.

  • Im Prinzip sehe ich es auch so.

    Die vermeintlichen Opfer müssen ernst genommen werden, sie dürfen nicht das Gefühl haben das sie allein gelassen werden, das man ihnen nicht glaubt.

    Gleichzeitig hat gerade die jüngere Vergangenheit immer wieder gezeigt wie leider oft mit vermeintlichen Tätern umgegangen wird.

    Diese werden oft von der Öffentlichkeit schuldig gesprochen und entsprechend behandelt.

    Selbst wenn diese dann frei gesprochen werden bleibt oft etwas zurück, zumindest für eine längere Zeit.

    Da heißt es dann "wo Rauch ist, ist auch Feuer" also selbst wenn er nicht verurteilt wurde, irgend etwas war da schon dran.


    Man sollte also erstmal abwarten und sehen was passiert.

    Wir sind ja nicht die Polizei oder die Gerichte.

    Opfer ernst nehmen, gleichzeitig aber nicht die vermeintlichen Täter vorverurteilen.


    Habe manchmal das Gefühl das die Wahrnehmung so aussieht

    Den Opfern muss geglaubt werden, auf jeden Fall, inkl Täter Vorverurteilung.

    Wenn sich herausstellt das dies falsch war, ist halt so. Hauptsache dem vermeintlichen Opfer wurde geglaubt, denn die gilt es zu schützen.

    In Bezug auf den vermeintlichen Täter: Gut, wurde öffentlich beleidigt, ggf Job verloren, anfeindungen...aber hey, jetzt ist doch alles gut, soll doch einfach froh sein das er freigesprochen wurde.

    Und das ist halt leider nicht so einfach.

    Daher, beide Seiten ernst nehmen sich aber mit Verurteilungen zurück halten.

    Im privaten Bereich kann man natürlich Partei ergreifen und eine Meinung haben.

    Einmal editiert, zuletzt von Plattfuß ()

  • Wir sind ja nicht die Polizei oder die Gerichte.

    Wobei natürlich gerade die neutral bleiben müssen. Um es platt zu sagen: Ob ich Kevin Spacy-Filme boykottiere oder nicht, oder sogar ob er weiterhin welche dreht oder nicht, ist völlig egal, solange er nach Recht und Gesetz verurteilt wird, wenn er etwas strafbares getan hat, oder eben auch nicht, falls er das nicht hat.



    In Bezug auf den vermeintlichen Täter: Gut, wurde öffentlich beleidigt, ggf Job verloren, anfeindungen...aber hey, jetzt ist doch alles gut, soll doch einfach froh sein das er freigesprochen wurde.

    Da stimme ich dir zu, das sollte nach Möglichkeit unterbleiben, passiert in dieser heftigen Form aber in meinen Augen doch auch eher selten, dafür aber in den "spektakulären" Fällen. Bei, ich nenne es mal, "Alltagsgeschichten" ist es meiner Wahrnehmung nach schon meist so, dass man sagt "Das er das getan haben soll kann ich mir nicht vorstellen, denke da ist nichts dran.".

  • Ich stimme allen meinen Vorredner zu.


    Das Problem ist aber, dass meist schon von Dritten entsprechend gehandelt wird, ohne dass irgendwelche Fakten vorliegen.


    Beispiel: Johnny Depp. Nachdem Heard ihre Aussagen über Depp brachte, kam sein Ruf sehr ins Schwanken. Auch einige Filmrollen wurden dann fallengelassen.


    Das ist mir alles zu voreilig. Weil da auch nur spekuliert wird. Ich verstehe die Unternehmen die damit sagen wollen "Wir wollen damit nichts zu tun haben." Zum Beispiel: Mal angenommen Depp ist schuldig. Dann war es auch richtig, von ihm zu distanzieren. Was aber wenn z.B. Depp unschuldig ist? So einfach kann man den guten Ruf nicht wiederherstellen. Für kein Geld der Welt.

    Top 20 WWE Stars:
    Hulk Hogan, Bret Hart, Ric Flair, Stone Cold Steve Austin, The Rock, Shawn Michaels, Triple H, Undertaker, Andre the Giant, Mick Foley


    Eddie Guerrero, Chris Benoit, Kane, Big Show, Brock Lesnar, Ultimate Warrior, Randy Savage, Randy Orton, John Cena, Kurt Angle

  • Josey

    zum ersten Punkt

    Das stimmt natürlich, evtl. nicht richtig ausgedrückt. Mir ging es primär darum das es deren Beruf ist sich um die Wahrheitsfindung zu kümmern, neutral müssen die natürlich auch bleiben, klar


    zum zweiten Punkt

    Auch das ist natürlich richtig. Mir ging es um die großen Fälle, die Fälle "vor Ort" von denen die breitere Öffentlichkeit nichts mitbekommt sind oft etwas anderes, allerdings auch nicht immer.

  • Das Wording macht schon viel aus, würde ich sagen. Hier im Thread wird der Begriff vermeintlich vor Opfer und Täter*in gesetzt. Allein damit schafft man ein unangenehmes Klima, da der Begriff eigentlich eher aussagt, dass es eine fälschliche Zuschreibung der Rolle ist. Damit wertet man ja automatisch die Person, indem man z.B. einem Opfer Misstrauen entgegenbringt.


    Auch hilfreich ist es, wenn man von Betroffenen statt Opfern redet. Ich bin niemand, dem Sprache an sich besonders wichtig ist, aber durch den Wechsel der Bezeichnung macht man klar, das die Person etwas erlebt hat, ohne sie zu einem eben wehrlosen Opfer zu machen. Letzteres schreibt auch eine eher passive Rolle zu. Das ist etwas, worüber ich mir selbst nie so viele Gedanken gemacht habe, bis mir eine Freundin davon erzählte, die bei einer Beratungsstelle arbeitet und meint, damit bessere Erfolge zu erzielen, wenn es um den Zugang zur jeweiligen Person geht.

  • Das Wording macht schon viel aus, würde ich sagen. Hier im Thread wird der Begriff vermeintlich vor Opfer und Täter*in gesetzt. Allein damit schafft man ein unangenehmes Klima, da der Begriff eigentlich eher aussagt, dass es eine fälschliche Zuschreibung der Rolle ist. Damit wertet man ja automatisch die Person, indem man z.B. einem Opfer Misstrauen entgegenbringt.

    Vielleicht solltest du dir die Definition des Wortes "vermeintlich" noch einmal durchlesen, bevor du so eine Behauptung aufstellst.

  • Naja, mag sein aber ich denke es ist noch ein Unterschied ob wir hier über jemanden sprechen oder man direkt mit dem Opfer / Betroffenen spricht.

    Da muss man selbstverständlich anders an die Sache rangehen.

    Ich denke wir sprachen, zumindest bisher, doch darüber wie man als unbeteiligte Person in solchen Fälle reagiert.


    Mir fällt jetzt erstmal kaum was sinnvolles ein was ich anstelle von vermeintlich schreiben könnte.

    Potentiell passt nicht wirklich...angeblich ist ja wohl eher noch schlimmer..."möglich" vielleicht?

  • Vielleicht solltest du dir die Definition des Wortes "vermeintlich" noch einmal durchlesen, bevor du so eine Behauptung aufstellst.

    https://www.duden.de/rechtschreibung/vermeintlich


    Bedeutung

    irrtümlich, fälschlich vermutet, angenommen; scheinbar


    Vielleicht weiß ich, was das Wort bedeutet und finde es problematisch einen Begriff zu nehmen, dessen Definition so negativ konotiert ist.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

A N Z E I G E