A N Z E I G E

Der Ukraine-Russland Konflikt

  • Die Nato macht das auch, weil sie Mitglieder hat, die eine traumatische Geschichte mit Russland teilen und zwar verursacht durch Russland und diese als Mitglieder der Nato Zeichen verlangen, dass es den Bündnispartner auch ernst damit ist, sie im Zweifelsfall zu beschützen.

    Diese Gleichgewichtung der Provokationen, wenn Russland vor nicht allzu langer Zeit den Teil eines souveränen Staates annektiert hat und sich schon deshalb provoziert fühlt, weil andere Staaten nicht ihre Marionetten werden wollen, finde ich unsäglich.

    Ich verstehe worauf du hinaus möchtest.


    Aber warum sollte Putin abwarten, er hat doch schon seit einigen Tagen 100000 Soldaten an der Grenze stehen. Wenn er einmarschieren wollen würde, könnte er doch jetzt schon vor Kiew stehen, während die Bündnispartner noch überlegen, wie sie sich verhalten.

    Alle Dresdner im Block singen nur ein Lied für dich, oh Elbflorenz - Ihr kämpft für uns, wir für dich!

  • A N Z E I G E
  • Ich verstehe worauf du hinaus möchtest.


    Aber warum sollte Putin abwarten, er hat doch schon seit einigen Tagen 100000 Soldaten an der Grenze stehen. Wenn er einmarschieren wollen würde, könnte er doch jetzt schon vor Kiew stehen, während die Bündnispartner noch überlegen, wie sie sich verhalten.

    Es geht ja nicht nur darum X Tausend Soldaten an die Grenze zu bringen, man muss auch die Logistik dahinter aufbauen usw. usf. Außerdem ist Putin kein vollkommen Irrer und sich durchaus bewusst, dass er ein gefährliches Spiel spielt - ich kann ihm nicht in den Kopf schauen, aber:


    1. Er will sicher so wenig wie möglich westliche Ausländer im Land, wenn er einmarschiert, also kann er nicht überraschend angreifen.

    2. Er beobachtet noch wie sich die Figürchen vorher verschieben (was sagen die USA usw.).

    3. So absurd das klingen mag, vielleicht will er tatsächlich die Olympischen Spiele abwarten. Zum einen aus rein symbolischen Gründen, vor allem aber, weil sie in China stattfinden.


    Davon abgesehen, gehe ich, wie gesagt, davon aus, er nimmt sich zuerst die umstrittenen östlichen Gebiete und schaut dann erstmal was passiert, bevor er weitergeht. Im Idealfall für ihn setzt sich die Ukraine in Bewegung und er muss die "russische Bevölkerung im Osten der Ukraine" schützen indem er dann tatsächlich durchmarschiert.

    Da wir uns ja geweigert haben der Ukraine Waffen zu liefern, fürchtet Putin abgesehen vom Häuserkampf und den türkischen Drohnen, wohl kaum etwas an der ukrainischen Armee - seine Luftwaffe wird kurzen Prozess mit ihr machen (es sei den Ukrainer haben gelernt deutsche Helme sehr sehr hoch zu werfen).

    CyBoard Rookie of the Year 2008; CL-Tippspiel Sieger 15/16


    Zwischen dem Leben, wie es ist, und dem Leben, wie es sein sollte, ist ein so gewaltiger Unterschied, dass derjenige, der nur darauf sieht, was geschehen sollte, und nicht darauf, was in Wirklichkeit geschieht, seine Existenz viel eher ruiniert als erhält.(Niccoló Machiavelli)

    Einmal editiert, zuletzt von DummerZufall ()

  • ...bleibt also nur noch Hr. Putins Geltungsdrang und der Wunsch danach als Weltmacht wahrgenommen zu werden...

    Diesen Punkt muss man eigentlich besonders betonen. In Syrien hat das Putin ja ziemlich erfolgreich geschafft. In der Ukraine geht es Putin auch nochmals darum als Weltmacht wahrgenommen zu werden, um damit die Sowjetunion "wiederaufleben" zu lassen. Putin bezeichnet mittlerweile sehr offensiv, dass der Untergang der Sowjetunion die größte Katastrophe aller Zeiten war und dies korrigiert werden muss.

    Rookie Award 2013
    Nickname Award 2014

    Fußball: FC Schalke 04, UD Las Palmas. American Football: New England Patriots

  • Gut.


    Gut, dann sind wir uns nun einig, dass diese militärische Bedrohung für Russland durch einen Anschluss der Ukraine an die NATO ein Hirngespinst ist.

    Wenn wir uns nun noch darüber einig werden, dass die NATO die Ukraine so oder so nicht aufgenommen hätte (sie haben sie mehrmals abgelehnt), bleibt also nur noch Hr. Putins Geltungsdrang und der Wunsch danach als Weltmacht wahrgenommen zu werden, nicht mehr die Gefahr einer Ukraine als Vasallenstaates des Westens - maximal über die EU Mitgliedschaft, aber zum einen glaube ich an diese auch nicht und zum anderen, wäre das eben kein Natobeitritt und vor der ganzen Krim-Nummer hätte Hr. Putin damit vielleicht sogar noch einen Verbündteten in der EU gehabt.

    Na ja, dass wir uns hier einig sind, bedeutet ja nicht, dass Putin und seine Generäle uns zustimmen - und das ist ja eben das Problem.


    Wenn viele Russen nun der Propaganda glauben, dass eine "freie Ukraine" (frei im Sinne Russlands) ein wichtiges Bollwerk ist, gewinnt Putin so mit Kriegsrhetorik durchaus Zuspruch. Das sollten wir nicht unterschätzen.


    Davon ab - wie ich schon öfter geschrieben habe, für mich sieht es momentan noch nach Säbelrasseln aus, da Putin mit einer offenen Invasion in die Ukraine in den nächsten Tagen eindeutig als Aggressor dastehen würde und nichts gewinnen würde, außer vielleicht 2 Separatisten-Republiken im Osten der Ukraine, falls die dann nicht heillos im Bürgerkrieg versinken.


    Nutzt er den Truppenaufmarsch als Drohkulisse, kann er schon etwas erreichen - ob jetzt weniger Sanktionen, Gas für Europa oder was auch sonst, weiß ich nicht.

  • Zitat

    JoMoGo


    Zwischen beliebt zu sein und ein Standing zu haben ist doch ein riesiger Unterschied.


    So ist Putin sicher unbeliebt, aber Respekt hat man vor ihm sicher mehr als vor Merkel. Der Respekt vor ihr tendierte wohl gegen Null. Siehe das Ausspähen der USA. Aber mit dem Satz "Ausspähen unter Freunden geht gar nicht" ist sie ja richtig auf die Barrikaden gegangen :lol:

    JoMoGo


    Wie erklärst du dann, dass sich zum Beispiel und sogar ein Erdogan die Tage vor die Presse gestellt hat und gesagt hat, dass diese Situation gerade eine ist, in der man Angela Merkel braucht. Und das er sie vermisst, da sie in so Situationen immer diejenige war, die die Lösung ausgepackt hat.

    D O R A

    Unterschicht

    Oberguru und neuerdings auch Hellseher
    Moralische Instanz

  • Aber warum sollte Putin abwarten, er hat doch schon seit einigen Tagen 100000 Soldaten an der Grenze stehen. Wenn er einmarschieren wollen würde, könnte er doch jetzt schon vor Kiew stehen, während die Bündnispartner noch überlegen, wie sie sich verhalten.

    Sein Bündnispartner hält gerade olympische Spiele ab. Xi und Putin haben sich die Tage entsprechend besprochen. Und es sollte klar sein, dass die Chinesen sich das jetzt genau anschauen und anschließend mit Taiwan das gleiche versuchen.

    "You can easily tell a Northener: he/she feels guilty doing nothing. Even doing nothing for them is programmed, labeled, and has to be learned using some Yoga instructor."


    “The first panacea for a mismanaged nation is inflation of the currency; the second is war. Both bring a temporary prosperity; both bring a permanent ruin. But both are the refuge of political and economic opportunists.”

  • Warum sollte er einmarschieren? Dann hat er die Ukraine... und weiter? Verliert den Westen als Handelspartner und stürzt Russland in eine Wirtschaftskrise. Gut, er könnte dann als Gegenreaktion Atomraketen in der Ukraine aufstellen und ab diesem Punkt wäre der dritte Weltkrieg dann wirklich nicht mehr auszuschliessen.

    EC3 changing the game... The best guy here. The best guy there. The best guy ANYWHERE!


    The spirit of the Ultimate Warrior will run forever!

  • Warum sollte er einmarschieren? Dann hat er die Ukraine... und weiter? Verliert den Westen als Handelspartner und stürzt Russland in eine Wirtschaftskrise. Gut, er könnte dann als Gegenreaktion Atomraketen in der Ukraine aufstellen und ab diesem Punkt wäre der dritte Weltkrieg dann wirklich nicht mehr auszuschliessen.

    Weil er sich offen äußert, dass der Zerfall der UdsSR das größte Unglück der Vergangenheit ist und er Russland für eine Weltmacht hält. Aus seiner Sicht gehört die Ukraine einfach zu Russland.

    "Ich habe nicht gesagt, dass ich Ihnen nicht traue und ich sage nicht, dass ich Ihnen traue, aber ich traue Ihnen nicht."

  • Warum sollte er einmarschieren? Dann hat er die Ukraine... und weiter? Verliert den Westen als Handelspartner und stürzt Russland in eine Wirtschaftskrise. Gut, er könnte dann als Gegenreaktion Atomraketen in der Ukraine aufstellen und ab diesem Punkt wäre der dritte Weltkrieg dann wirklich nicht mehr auszuschliessen.

    Ich bin nicht so gut im Thema drin, aber bei allem, was ich bisher gehört habe:


    Er strebt eine Sowjetunion 2.0 an und will die Zeit vor die Charta von Paris zurückdrehen.


    Natürlich gibt es da noch zig Details und Einzelheiten, und so pauschal kann man es eigentlich nicht sagen. Aber das ist der Grundgedanke.

  • Um mal etwas andere Perspektiven auf den Sachverhalt in die Diskussion zu bringen:


    https://www.freitag.de/autoren…sa-steter-ausnahmezustand


    https://www.freitag.de/autoren…own-eine-neue-stunde-null


    Ich mache mir explizit nicht alle Thesen aus den Artikeln zu Eigen.

    Fand nur die Diskussion Beim überfliegen etwas einseitig:)

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    Statlander for Womens Champion


    #TeamSpears

    #TheChairmanCometh

  • Mal ehrlich - so dumm, jetzt oder morgen in die Ukraine einzumarschieren, ist Putin schlicht nicht. Da ist eine gehörige Portion Kriegsangst schüren der westlichen Medien dabei. Teils mit verzerrenden Wiedergaben von Aussagen wie bei Biden, teils wird es so dargestellt, als wüsste man genau, wann Putin einmarschiert.

    Die Daily Mail (zitiere ich sonst selten, aber wann immer ich nach solchen Aussagen google, taucht das Schundblatt direkt auf) weiß da jetzt schon Bescheid und sagt Mittwoch: https://www.dailymail.co.uk/ne…cial-means-available.html


    Einen Einmarsch in die gesamte Ukraine und eine Bombardierung von Kiew traue ich Putin nicht zu, das wäre um einiges plumper als die nie bewiesenen Giftgasangriffe in Syrien. Dass er den Separatisten "im heldenhaften Kampf gegen die ukrainischen Unterdrücker" aber hilft, das kann ich mir sehr gut vorstellen.


    Ein guter Freund von mir ist Ukrainer aus dem Westen des Landes (Lwiw)- dort und angeblich auch in Kiew ist die Angst eher eine um die Ukraine an sich als selbst Teil des Kriegs zu werden.

  • Beide Artikel klingen wie vom Kreml genehmigte Perspektiven. Das ist echt harte Kost.

    Rookie Award 2013
    Nickname Award 2014

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  • Beide Artikel klingen wie vom Kreml genehmigte Perspektiven. Das ist echt harte Kost.

    Das liegt wahrscheinlich an deiner eurozentrischen Perspektive.

    Ich finde die Hetz Artikel von Springer und Konsorten sind ebenfalls harte Kost.

    Wenn du sachlich, ohne Diffamierungen wie "Kreml-genehmigt", über Thesen in den Artikeln diskutieren möchtest, können wir das gerne tun.

    Wie gesagt ich stimme auch nicht mit Allen überein.

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    Einmal editiert, zuletzt von Im back ()

  • Das Buch 1984 von George Orwell hatte ich auch schon länger auf meiner Liste.


    Ich habe es mir jetzt in den letzten 1-2 Wochen endlich mal durchgelesen und auch wenn es wirklich extrem düstere Kost ist, erinnerte auch mich der gesamte Russland/Ukraine Konflikt, sowie die Covid Pandemie extrem an die Geschehnisse im Buch, die wie gesagt schon vor vielen Jahrzehnten geschrieben wurden.


    Im Buch Eurasien, Ozeanien und Ostasien. In der Realität USA, Russland und China als die Weltmächte, im Ränkespiel um sinnlose und aussichtslose Konflikte um die Macht.


    Wobei das hier ja jetzt mehr als nur bittere Realität mit Russland und der Ukraine ist und nicht nur irgendwelchen düsteren Gedankengänge eines Autoren. Man kann wirklich nur hoffen, dass es hier nicht bitter eskaliert und wohlmöglich sogar im schlimmsten Fall der dritte Weltkrieg kurz vor dem Startschuss steht.

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