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Buchbesprechung: Mick Foleys "Wie die Helden"

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  • Buchbesprechung: Mick Foleys "Wie die Helden"

    Fast schon zwanzig Jahre ist es her, dass Mick Foley seinen Debütroman "Wie die Helden" (im Original: "Tietam Brown") geschrieben hat. Nach seinen sehr erfolgreichen Biographien versuchte sich Foley damals erstmalig an einer fiktionalen Geschichte und bekam dafür erstaunlich viel Aufmerksamkeit. Ein Wrestler, der einen Roman schreibt? Was kann das taugen? Das Buch wurde allerdings groß in der Presse besprochen und tatsächlich auch ins Deutsche übersetzt; mittlerweile sogar mehrfach als Taschenbuch aufgelegt. Doch was kann der Roman wirklich und wie übersteht er den "Test of Time"?


    Ingo Vollenberg hat sich im Literarischen Viertel mit WWE-Kommentator Walandi Tsanti, Ex-Wrestlerin "missirocknbook" Verena und Joyce (die keinerlei Berührungspunkte mit der Wrestling-Szene hat) zusammengesetzt, um "Wie die Helden" zu besprechen. Schaut rein und bildet euch selbst eine Meinung!


    Das Literarische Viertel erscheint immer am Donnerstag um 19.15 Uhr. In einer Viertelstunde wird von vier Personen jeweils ein Roman besprochen.


    Hier geht es zum Video:


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  • So, hab's jetzt geschaut und bin doch sehr überrascht, wie "schlecht" das Buch hier wegkommt. :eek:

    Für mich ist es auch heute noch unter den Top 3 meiner absoluten Lieblingsromane, weil es eben nicht heile Welt, Friede Freude Eierkuchen und Happy End ist, sondern schonungslos ein verkorkstes Leben schildert, wo es eben keine glückliche Wendung gibt, sondern das Leben einfach scheiße war, scheiße ist und scheiße bleibt. Auch solch eine Realität gibt es. Die trifft zwar natürlich nicht den Massengeschmack und ist nicht gerade leichte Sonntagslektüre, aber das war denke ich mal auch gar nicht die Intention des Autors.


    Ich kann mich da tatsächlich auch sehr gut mit Andy identifizieren, denn auch ich war in dem Alter extremst schüchtern, unsicher und introvertiert und bin es in geringerer Dosis sogar heute noch. (Auch wenn das hier im Forum vielleicht anders rüberkommen mag. ;) )

    Zwar hatte ich zum Glück nicht so einen Vater (verstehe mich mit meinem super), aber eine Krankheit der Mutter, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte, hat mich schon von frühster Kindheit an ziemlich belastet, weshalb ich mich in Andy's Seelenleben beim Lesen ziemlich gut reinversetzen konnte und mir Foley oft sogar wirklich aus der Seele schrieb.


    Das mit dem Frauenbild ist ein interessanter Punkt, den ich so selbst damals gar nicht wahrgenommen habe. Aus heutiger Sicht ist es tatsächlich ziemlich klischeehaft, was aber denke ich darauf zurückzuführen ist, wie Foley selbst die "ideale" Frau als Wunschvorstellung sieht.

    Man weiss ja spätestens seit seiner Autobiografie, dass er auch als Jugendlicher ziemlich schüchtern war und so seine Probleme mit dem weiblichen Geschlecht hatte.


    Naja, my two cents anyway ;)


    Auf jeden Fall eine sehr interessante Runde, gerne mehr davon! :)

  • Das mit dem Frauenbild ist ein interessanter Punkt, den ich so selbst damals gar nicht wahrgenommen habe. Aus heutiger Sicht ist es tatsächlich ziemlich klischeehaft, was aber denke ich darauf zurückzuführen ist, wie Foley selbst die "ideale" Frau als Wunschvorstellung sieht.

    Man weiss ja spätestens seit seiner Autobiografie, dass er auch als Jugendlicher ziemlich schüchtern war und so seine Probleme mit dem weiblichen Geschlecht hatte.


    Naja, my two cents anyway ;)


    Auf jeden Fall eine sehr interessante Runde, gerne mehr davon! :)

  • Vielen lieben Dank für dein ausführliches Feedback!

    Natürlich liest man das Buch als Heranwachsende*r völlig anders als heute mit bald 40. 😜

    Aus meiner Sicht ist auch das Genre verfehlt und vor allem eben das Cover um Jugendliche zu schützen. Zudem fehlt die Triggerwarnung.

    Nichtsdestotrotz kann Foley schreiben. Das habe ich aber auch deutlich gemacht. 👍🙂

    Liebe Grüße


    Verena

  • Das Buch ist zu lange her, aber ich habe es damals gerne gelesen und erwartete keinen Klassiker. Vielmehr wollte ich sehen, wie Mick Foley einen Roman schreibt. Die fehlende Inhaltsangabe störte mich auch nicht, zumal diese teilweise Spoiler beinhalten (Jussi Adler Olsson, ASOIAF etc.). Die Erzählweise hat mir gefallen, ebenso die dreckige Stimmung und der schwarze Humor zum Teil. Der Vater ist mir ebenfalls am meisten in Erinnerung geblieben. Er stiehlt die Show und erinnerte mich an Dynamite Kid. Zumindest so, wie Bret Hart über Dynamite Kid. Das Essen bei Terrys Eltern und die Nennung von Billy Graham sind mir in Erinnerung geblieben. Jedoch war nicht der Wrestler damit gemeint. Ich müsste den Roman erneut lesen, um Euer Review zu beurteilen. Habe ihn 2004 gelesen und sehr präsent ist er mir nicht mehr. Ich weiss nur, dass ich ihn gerne gelesen habe und innerhalb weniger Tage durch hatte.

  • Da scheint dann wohl tatsächlich ein Generationsunterschied vorzulegen. ^^

    Ich hab's jedenfalls nicht so eng gesehen, würde das Buch aber auch nicht unbedingt einem Teenager in die Hand drücken.

    Freue mich aber immer auch über andere interessante Sichtweisen. :)

  • Habe es damals tatsächlich bei International Impact 4 gekauft und noch auf dem Heimweg die ersten 100 Seiten gelesen. ^^ Also gleich doppelt schöne Erinnerungen die da dranhängen. ^^ :)

    Ahaaaaaa!! Vorbildlich!! :)


    Vielen Dank für die Rückmeldung von euch beiden. Wir freuen uns übrigens auch extremst über solches Feedback auf YouTube, damit die Diskussion auf unserem noch sehr jungen Kanal in Gang kommt. Aber natürlich gerne auch hier auf dem CyBoard.


    Für mich war es echt spannend, das Buch nach 18 Jahren nochmal zu lesen. Ich habe mich damals geärgert, dass ich es mir von Mick nicht signieren lassen habe, aber als Promoter leider zu viel andere Dinge im Kopf gehabt... klar... Ich hätte gerne seine Pressetour mitgemacht, das haben andere Team-Mitglieder dann gemacht und mir nachher davon erzählt -- fand ich sehr, sehr spannend.


    Ich hab mich ein wenig im Talk unterbuttern lassen, weil ich es gut nachvollziehen kann, dass es schwierig wird, wenn man ein witziges Coming-of-Age-Buch erwartet, dennoch muss ich sagen, dass auch Hemingway zahlreiche sehr krasse Coming-of-Age-Stories hatte, die wirklich hochgelobt werden und dass ich Foleys Erstlingswerk für eine sehr starke Leistung halte.


    Was mich noch interessieren würde: Hat jemand "Scooter" gelesen? Das kam ja wenig später heraus...


    Ich finde "Tietam Brown" bis zum Ende des zweiten Drittels wirklich, wirklich hervorragend. Danach schockt Foley ein wenig um des Schockens Willen, die Charakterzeichnung wird dabei m.M.n. etwas vernachlässigt, was ich sehr schade finde. Dennoch bleibe ich dabei: Es ist ein gutes Buch! Zahlreiche sehr gut geschriebene Passagen, die wohl niemand anderes in dieser Form zu Papier hätte bringen können.

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