A N Z E I G E

Soziale Kontakte bzw. neue Freundschaften?

  • Hey Ihr,


    Hab mal ne Frage.


    Ich bin jetzt 33 Jahre.

    Habe bis zum 25 Lebensjahr einen relativ festen, auch größeren Freundeskreis gehabt.( 20T Einwohner "Dorf")

    Wie es dann so ist, beginnen die einen Ihr Studium, die anderen Ausbildung usw.


    Ich habe mich also dazu entschlossen, eine Ausbildung zu machen und in die nächst größere Stadt zu ziehen (200 T Einwohner). Hier finde ich aber nach wie vor keinen wirklichen Anschluss.


    Ja, meine Schwester wohnt hier, und wir machen oft was zusammen, und auch ja, ich besuche in regelmäßigen Abständen meinen alten Freundeskreis von vor zig Jahren (meist alle schon verheiratet, manche Kinder usw). Und von denen sind jetzt sogar ein paar hier her gezogen (schön, das wertet das Sozial Kontakt Konto auf), aber auch sie haben schon kinder.


    Und bis auf ein paar Bekanntschaften durch die Arbeit, mit ähnlich "jungen", ist es dennoch meist so, dass ich nach der Arbeit bzw. am Wochenende nicht wirklich weis, was ich machen kann/soll und dann zuhause bin.

    Da ist es wohl mit nem Studium einfacher, da dort viele gleichaltrige zusammen hocken, als bei ner Ausbildung, wo jung und Alt zusammentreffen.


    Habt ihr irgendwie Tipps, wie man seine sozialen Kontakte etwas aufstocken kann?

  • A N Z E I G E
  • henneschh

    Hat den Titel des Themas von „Soziale Kontakte aufstocken?“ zu „Soziale Kontakte bzw. neue Freundschaften?“ geändert.
  • Ich greif das mal auf:


    Do something.


    Klingt doof, aber es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass du in deiner Wohnung neue Leute kennen lernst. Dabei ist natürlich vor allem die Frage, bei welchen Aktivitäten du dich wohl fühlst. Als Bewegungslegastheniker ist man in einem fortgeschrittenen Tanzkurs eher schlecht aufgehoben.


    Dentz hat ja schon Sportvereine als gute Möglichkeit genannt, aber es gibt da ja noch mehr. Bist eher der intellektuelle Typ, kannst zum Beispiel auch in Buchhandlungen oder Bibliotheken mal schauen, was angeboten wird. Auch im Tierschutz kann man sich gut engagieren. Einfach mal in ein Tierheim gehen, und schauen, was es da so zu tun gibt. Kräftige junge Männer sind da tatsächlich sehr gefragt.


    Aber eben auch Bibliotheken, Zoos und Museen bieten ganz viele Zusatzaktivitäten, an denen man sich beteiligen kann. Seien es Vorträge, Diskussionsrunden oder besondere Gruppen-Führungen. Als ich in Dortmund gelebt hab, gab es auch bei uns im Wohnhaus öfters mal 'Mieterfeste', bei denen man die anderen Leute im Haus etwas besser kennengelernt hat.


    Und natürlich gibts auch noch so neumodischen Kram, wie das Internet. Auch da gibts auf diversen Plattformen unterschiedlichste Gruppen, mit denen man sich kurzschließen und was unternehmen kann. Was du machen sollst, kann man dir schwerlich raten. Wichtig ist aber, dass du was machst, auf dass du Lust hat. Wenn dich dabei nicht wohl fühlst, ist blöd.


    Das ist halt nur der erste Schritt. Der wesentlich wichtigere kommt danach. Zeit in andere Menschen investieren und einen initialen Kontakt halten und vertiefen. Ich kenne bei uns im Spieleverein genug, die genau damit Probleme haben. Die tauchen zwar regelmäßig auf, jeder nimmt sie irgendwie wahr und sie werden auch gut eingebunden. Aber das wichtige ist dann noch einen Schritt weiter zu gehen, sich Zeit für andere zu nehmen. Nur oberflächlich kennen lernen hilft am Ende niemand.

    -"Niemand ist perfekt" und "Du bist perfekt, so wie du bist"

    -1980 und 2021 liegen genauso weit auseinander wie 1939 und 1980.

    -"Schon der Begriff Menschenrechte ist rassistisch." (Mr. Spock)

    Einmal editiert, zuletzt von Kapitän Ahab ()

  • War schon immer ein starker Eigenbrötler und habe daher auch leider die wenigen bestehenden Freundschaften in den letzten Jahren einschlafen lassen.

    Zwar versuche ich da ab und zu wieder anzuknüpfen, aber ich war halt noch nie der "soziale" Typ und komischerweise liegt mir das auch irgendwie einfach nicht.

    Ist wohl das gleiche wie bei Lesnar.

  • Gar nicht so einfach das Thema.


    Ich persönlich habe ja auch sehr gerne meine Ruhe und brauche nicht viele Freunde um mich herum.


    Ich habe meine Hobbys (Joggen, Fitnessstudio, Schritte sammeln) und dazu noch meine Familie, mit meiner Frau und meiner neunjährigen Tochter.


    Zusammen mit Aufgaben, wo ich im Haushalt helfe und eben mindestens 3 mal pro Woche Sport bin ich auch mehr als gut ausgelastet. Dann habe ich auch gerne mal meine Ruhe, wo ich entspannt was bei Netflix was gucke und was auf dem Handy spielen.


    Für Freunde bleibt da ehrlich gesagt kaum Zeit und wenn doch, dann schleppt meine Frau wieder irgendwelche neuen Bekannte an, die eben manchmal auch zu Freunden werden.


    Ich bin jetzt auch nicht der kommunikativste Typ. Ich habe nur wenige wirklich gute Freunde und bin gar nicht mal traurig darüber. Ich habe auch so meine Schwierigkeiten, neue Leute kennenzulernen, aber damit habe ich auch kein großes Problem.


    Leute die sehr oft alleine sind und die kaum jemanden haben und die das schon gerne anders hätten, die tun mir schon etwas Leid. Der ganze Corona Kram hat dieses Alleine sein sicher sogar noch weiter gefördert.


    Ich persönlich bin aber gerne mal alleine und bin sogar froh darum, wenn ich denn auch mal einen Abend für mich ganz alleine habe, was quasi so gut wie nie vorkommt, alleine schon durch die Familie.

  • Ich hatte nie viele Freundinnen und auch keine Clique wie man so sagt. In der Schule war ich auch nicht grade unter den Beliebtesten.


    Hab seit Jahren 2 sehr gute Freundinnen, mittlerweile machen wir auch öfter was zu 3. Die 2 haben aber auch ihren eigenen Freundeskreis bzw. mehrere. Also mach ich dann eher etwas mit der Einen und einmal mit der Anderen.


    Mit Freundin Nr. 1 war ich meistens auf Konzerten, Musicals, usw. was jetzt natürlich etwas eingeschlafen ist. Haben uns während Corona und Lockdowns auch nur selten getroffen (auch keine Videocalls). Da sie jetzt auch einen Freund hat und noch andere Freundinnen komm ich mir momentan etwas ‚vernachlässigt‘ vor.

    Bin nun auch gespannt wie sich das mit den Coronaregeln weiterentwickelt (sie ist nicht geimpft).

    Mit Freundin Nr. 2. treff ich mich auch schonmal so dazwischen zum Kaffee oder Essen.


    Viele Bekannte/Freundinnen die ich auf Veranstaltungen kennengelernt habe sind großteils in Deutschland verteilt.
    In meinem Wohnort hab ich seit Jahren niemanden mehr. Und ja, ich bin auch nicht so kontaktfreudig.

  • Ich würde es tatsächlich mit dem Internet versuchen, der Vorteil dort ist dass man die Leute schon so ein bisschen kennenlernen kann bevor man sie überhaupt das erste mal persönlich getroffen hat.

    Ich bin leidenschaftlicher Motorradfahrer passe aber ganz und gar nicht in das Bild des durchschnittlichen Motorradfahrers in Deutschland. Die meisten fahren eher wenig sitzen dafür umso mehr rum, rauchen, trinken, haben von Sport absolut keine Ahnung oder kaufen sich Supersportmotorräder um anzugeben wie tief sie damit runter kommen. Also habe ich in einem Motorradforum nach entsprechenden Leuten gesucht was vor 7 Jahren war als so langsam die Kontakte aus der Jugendzeit nicht mehr so intensiv waren und ich habe tatsächlich einige Leute gefunden die gerne viel fahren, immer gut drauf sind und mit denen man auch tatsächlich was in Richtung Sport unternehmen kann. Seit dem sind wir unzählige Touren gefahren und waren schon öfters zusammen im Urlaub.

    R&S Kick A**

    ManCity verkündet bei Raw die Verpflichtung von Ronaldo, plötzlich erscheint im Simulcast bei Nitro ManU. Dank an A.Maximus!

  • Die Idee mit dem Internet ist nicht schlecht. Es gibt häufig lokale Foren oder Gruppen in sozialen Medien für Interessen und Hobbys.


    Auf der Arbeit lernt man eigentlich auch immer viele kennen. In England ist das aber auch einfacher, da ist es schon normal, dass es freitags nach der Arbeit mit ein paar Kollegen ins Pub geht, so lernt man sich schnell auch mal außerhalb der Arbeit kennen. In Deutschland gibt es das auch, aber schon weniger.


    Dann ist die Frage, welcher Typ du bist. Ich kenne Leute, die quatschen Wildfremde locker an und sind auch sehr locker, aber wenn das nicht der Fall ist (wie auch bei mir), ist es schon schwerer, irgendwo einfach mal jemanden anzusprechen.


    Und deine alten Kontakte, die jetzt auch umgezogen sind, sollten doch eigentlich auch neue Kontakte haben, oder? Da könntest du auf einer Party von denen auch mal jemanden kennen lernen. Momentan halt noch schwierig, aber irgendwann sollte es auch wieder Partys in normalen Ausmaßen geben.

  • Finde das Thema auch interessant und zugleich schwierig. Damals durch den Sport hatte man natürlich haufenweise Kollegen, aber eben wenig Freunde darunter. Ich differenziere da auch klar zwischen Kollegen und Freunden und nach meiner „Karriere“ beim Hockey ist da auch sehr viel auf der Strecke geblieben bzw. hat man da spätestens gesehen, wer wirklich Freund und wer nur ein Kollege ist.


    Heute habe ich weit weniger als eine Hand voll richtige Freunde, ich hab da erstmal auch kein Problem mit da ich mich eher freue wenn ich mal am Wochenende einfach für mich sein, meine Sachen erledigen kann und mein Handy keinen Mucks macht. Dennoch fehlt es mir ab und an schon, mal abends rauszugehen wie früher, auch mal ein Bier zu viel zu trinken und Blödsinn mit den Jungs zu erzählen aber nicht nur unser eigenes Leben verändert sich, eigene Prioritäten ändern sich und das ist bei unserem Umfeld eben auch so. Der Arbeitsplatz, Vereine und Internet sind schon die besten Orte um Leute kennenzulernen denke ich, beim Internet denke ich aber eher an Dating als an Freunde finden.

  • Der Grund, warum man im Alter weniger Freunde hat - zumindest geht es so ja vielen von uns - ist zum einen wie gesagt, dass sich die Prioritäten verschieben, man nicht mehr die Energie für viele zwischenmenschlichen Beziehungen hat und im Alter auch nicht mehr offen für diverse soziale Aktivitäten ist. Irgendwann finde ich ist man zum anderen dahingehend auch satt und hat in freundschaftlicher Hinsicht einfach sowieso alles durchgemacht. Deswegen schlafen viele bestehende Kontakte ein und der Effekt macht selbst vor den engsten Kindheitsfreundschaften keinen Halt.


    Finde ein weiterer Effekt geht da auch vom Internet aus. Ich habe festgestellt, dass es deutlich schwieriger ist, zu jemandem Kontakt zu halten, wenn ich immer ganz leicht die Möglichkeit habe, Kontakt zu halten. Man hat das Gefühl, ohnehin immer über Social Media, Smartphones usw. connected zu sein und diese scheinbare Nähe führt irgendwie zu einer Entfremdung. Das ist so ein bisschen wie dieser komische Effekt, dass ich mit Freunden, die in meiner Nähe wohnen, viel weniger zu tun habe als mit entfernten Freunden. Das kann ja nicht nur mir so gehen.


    Zum Thema Freundschaften schließen:


    Der Grund, warum wir im Alter immer weniger Freunde finden, ist, dass wir uns nicht mehr derart in einer Peer-Gruppe bewegen, wie es in jungen Jahren der Fall war. Selbst, wenn man sich in dieser Gruppe bewegt, ist man weniger offen für neue Kontakte und geht viel weniger aufeinander zu. Willst du daran also etwas ändern, bietet es sich an, in eine neue Peer-Gruppe zu stoßen.


    Die wenigen neuen Freunde, die ich in den letzten 10 Jahren gefunden habe, habe ich in Peer-Gruppen kennengelernt. Die Chance auf Freundschaft erhöht sich, wenn es dann noch eine Gruppe mit einer Interessenüberschneidung ist.


    Außerdem vielleicht interessant: Wenn du mal wieder alte Freunde siehst, solltest du mal sehen, dass du vielleicht auch mal Freunde deiner Freunde oder ähnliche Personen kennenlernst. Meine letzten 5-10 neuen Freunde und Bekannten waren allesamt Freunde, Mitbewohner, Verwandte o.Ä. von Freunden. Es ist da eben wichtig, dass du dich nicht immer nur in einer Gruppe mit alten Freunden triffst, sondern dass da auch mal andere neue Leute dabei sind. Die Chance, dass du dich mit dem Freund eines Freundes gut verstehst und sofort ein Vertrauen aufgebaut wird, ist recht hoch. Außerdem fungiert der gemeinsame Freund meist automatisch als Vermittler, wenns kein total introvertierter Mensch ist.


    Und der letzte Tipp, den ich dir geben kann: ehrlich sein und gegenüber Menschen, die du sympathisch findest, einfach mal zugeben, dass du neue Freunde suchst und daher Interesse daran hast, mal was zu machen.

    IBK RobertS: Du bist der einzige Wrestlingfan, der mir je eine Niederlage im Schach zugefügt hat - "RobertS Besieger"

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