A N Z E I G E

Real Life Fußball Manager - Concordia Hamburg lässt User entscheiden

  • Concordia Hamburg geht neue Wege


    Ein Fußballverein, bei dem die Fans alles entscheiden dürfen, von Wechseln über Transfers bis hin zum Trainer – Basisdemokratie bis ins letzte Detail quasi. Kann das funktionieren? Solche Projekte brachten in der Vergangenheit bei Fortuna Köln oder Ebbsfleet United nicht das gewünschte Ergebnis. „Dort wurde es letztlich nicht stringent genug durchgezogen, zu früh eine Kehrtwende vollzogen“, meint Transfermarkt-Gründer Matthias Seidel. Der 52-Jährige ist auch Präsident des Hamburger Oberligisten Concordia – und will es mit dem Traditionsverein nun besser machen. Das Projekt „Club RockIt!“ setzt auf die Schwarmintelligenz der Community – und die soll Concordia in die Regionalliga führen.


    „Der Amateurfußball ist und bleibt die Basis der gesamten Sportart. Sein riesiger Vorteil ist, dass im Amateurbereich die Nahbarkeit für Fans und Interessiertewesentlich höher ist als im Profi-Geschäft“, sagt Seidel über das Projekt, das in der Saisonvorbereitung getestet wurde und am 1. Spieltag der Oberliga Hamburg, Freitagabend (20.15 Uhr) gegen den Meiendorfer SV, seinen offiziellen Startschuss erlebt.


    Dann können angemeldete Online-Manager über die Plattform von „Club Rockit!“ u.a. mitentscheiden, wen Frank Pieper aufstellen soll, wen er womöglich früher aus- und wen er einwechselt. Die Community soll Teilhabe an den gesamtheitlichen Prozessen bei Concordia erhalten: „Mit unserem Modell wollen wir diese Chance nutzen und den Verein Concordia Hamburg zugänglich für Leidenschaft und Expertise von außenmachen.“ Auf diesem Modell, betont Seidel, beruhe schließlich auch Transfermarkt.de: „Ganz TM fußt auf dem Einsatz und der Expertise unserer Community.“



    Beraten wird Concordia bei dem Projekt von Stefan Kohfahl, der die Plattform, auf der u.a. Livestreams der Spiele inklusive statistischen Daten der Spieler angeboten und alle Neuigkeiten geteilt werden sollen, mit ins Leben gerufen hat. Der 53 Jahre alte Hamburger ist im Fußball bestens vernetzt, seit 2014 leitet er die „Fundacion Real Madrid Clinics“, wo das Jugendkonzept der „Königlichen“ in internationale Fußballschulen übertragen wird. Kohfahl sagt: „Wir probieren bewusst etwas Radikales mit dem Verein, da wir Bewegung in den Amateurfußballbringen wollen.“


    An einen Kontrollverlust für Trainer Pieper glauben die Intiatioren von „Club Rockit!“ nicht – zumal dieser die Idee „zu 100 Prozent“ mittrage, davon „begeistert“ sei. Kohfahl und Seidel sind überzeugt, „dass die Schwarmintelligenzvon vielen kleinen und großen Fußballexperten unseren Horizont erweitern wird.“ Trotzdem wird es dem Coach möglich sein, eigene Entscheidungen während der Spiele zu fällen oder die Community, deren Wünsche über ein zusätzliches Staffmitglied an ihn herangetragen werden, zu überstimmen. Dafür kann er sogenannte Joker einsetzen. Diese wiederum kann er sich durch Erfolge, etwa gewonnene Spiele, verdienen. Je schwächer die sportliche Performance, desto mehr Entscheidungsgewalt geht wiederum an die Community.


    Um Missbrauch zu verhindern: Bis zu 5.000 Concordia-Manager gesucht

    Auf die Gefahr sogenannter Trollattacken oder Einzelentscheidungen, die dem Verein schaden, sei Concordia vorbereitet: „Es wäre natürlich Quatsch und würde der ganzen Community den Spaß verderben, wenn Einzelne als Scherz oder sogar aus Frust etwa in der ersten Halbzeit den Torwart gegen einen Feldspieler auswechseln könnten“, sagt Seidel. Die Abstimmungen für diese Schritte werden nach dem Mehrheitsprinzip gefällt, je häufiger man abstimmt, umso mehr Stimmrecht erhält man in Zukunft. Der Klub braucht laut seinem Präsidenten eine sogenannte „kritische Masse“ von 3.000 bis 5.000 Managerinnen und Managern, sei dahingehend aber auf einem guten Weg.


    Im Hintergrund würde aber auch an Systemen gearbeitet, um vereinsschädigende Entscheidungen abzuwehren. Zudem gäbe es gewisse Regeln, welche Entscheidungen weiterhin einzig dem Verein unterliegen. Das betrifft etwa die Vereinsfarben oder das Klublogo. Bei Fortuna Köln sei das Projekt schließlich auch daran gescheitert, dass die Community über die Gehälter der Spieler abgestimmt habe. Dadurch hätte die Konkurrenz Transfers unterbinden können, in dem sie einfach mehr bot.

    Sportlich konkurrenzfähig für den Kampf um den Aufstieg, für den mitunter nicht Platz eins notwendig ist, weil Klubs wie die TuS Dassendorf mit Martin Harnik (34) oder Zhi Gin Lam (30) nicht in die Regionalliga wollen, sei Concordia bereits. Nach Jahren des Mittelmaßes in der Oberliga – die letzte volle Saison wurde 2019 auf Platz 13 abgeschlossen, die im März 2020 beendete Spielzeit auf Rang 10 – habe diese Idee Spieler überzeugt, sich dem Verein anzuschließen. Marc Bölter (18; Hansa Rostock) und Jannes Arndt (19; Eimsbütteler TV) kamen etwa aus der U19-Bundesliga, Dallas Aminzadeh (28; Altona 93) und Rick Hess (27; Heider SV) aus der Regionalliga Nord.


    In Zukunft können auch diese Transfers von der Schwarmintelligenz mitentschieden werden, die dem Klub zugleich zu mehr Finanzkraft verhelfen soll – auch um Themen wie Stadionbau- oder Anmietung mitzuentscheiden. „Dies ist im Amateurfußball ohne externe Finanzkraft kaum noch möglich“, sagt Seidel. Wie die Community konkret Spieler vorschlagen kann, ist dabei noch offen – „Club Rockit!“ soll basierend auf den gemachten Erfahrungen weiterentwickelt werden. Wer jetzt schon dabei ist, so Seidel, könne also das Projekt „von der Geburt an mitentwickeln.“


    Quelle: Transfermarkt.de




    Was haltet ihr davon? Habe mich entschieden da ab nächster Woche mal ein Dreimontasabo abzuschließen für 21 Euro. Finde ich sau interessant.

  • A N Z E I G E
  • Also wenn die Kompetenz von transfermarkt da mitmischen soll, dann sende ich schon Mal mein Beileid zum Abstieg. Freue mich drauf, wenn dann Ulf75 postet, dass Rick Hess nicht aufgestellt werden soll, weil sein Golf vor einem Supermarkt in Lüneburg gesehen wurde.


    Ich frage mich da aber wie ein Trainer sowas mitmachen kann? Der hat ja extrem beschnitten Konsequenzen, muss sich bei Wechseln einer Online-Umfrage beugen, die vielleicht komplett gegensätzlich zu seinen Überlegungen ist... es hat Gründe, warum das bei Fortuna Köln & Co schnell wieder abgeschafft wurde.

  • Die Masse hat viel zu wenig Ahnung von wichtigen Faktoren bei einer Aufstellung:


    - Spiel gegen den Ball

    - Trainingsleistung

    - Laufwege

    - Überlegungen wie Körpergröße der aufgestellten Mannschaft im Vergleich zu den Gegnern bei Standards


    Klingt ganz lustig aber nicht sehr erfolgsversprechend. Außer die Spieler finden das alle so geil, dass sie eine neue Leichtigkeit auf den Platz bringen können.

    Schwenninger Wild Wings - Tottenham Hotspur - Stuttgarter Kickers - St. Louis Blues

  • Concordia. Erinnere mich noch gut an ein F- oder E-Jugend Spiel bei dem wir zur Pause 6-0 gegen die zurücklagen und dann noch auf 7-6 drehen konnten nach der Pause. 8)


    Ansonsten klingt das vielleicht lustig, wird aber sicher fix im Sande verlaufen.

  • Die Idee klingt nett, aber mir stellt die Frage wie dann Trainingseindrücke und auch Leistungen im Training Einfluss auf die Aufstellung haben sollen. Die angepeilten 5.000 Leute werden ja nicht jedes Training verfolgen können, falls es denn überhaupt möglich ist. Die Eindrücke sollten aber einen großen Einfluss auf die Aufstellung haben. Natürlich spielt auch die Leistung bei Spielen eine große Rolle, aber hier sehe ich eine große Gefahr, die sich auch stark auf die (Trainings)Motivation der Spieler auswirken könnte.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

A N Z E I G E