A N Z E I G E

Schlecht gealterte Wrestling-Klassiker!

  • Habe mir eben zum 20-jährigen Jubiläum (auch wenn's erst am Donnerstag wäre) den Main Event von WM17 zwischen The Rock und Stone Cold angeschaut. Dieses Match war lange Zeit eines meiner Lieblings-Matches und hatte es auch schon länger nicht mehr gesehen. Jedoch stellte sich beim Re-Watch doch eine gewisse Ernüchterung ein und ich dachte mir die ganze Zeit nur wie langweilig das Match doch sei und wann es endlich vorbei sein würde.


    Aber woran kann das liegen? Ich fand es doch mal so toll. Vielleicht daran, dass man mittlerweile aus technischer Sicht temporeichere Matches gewohnt ist? Habe Austin und The Rock ihr Charisma verloren? Ok, das wohl weniger.


    Gab es das bei euch auch schonmal, dass ein einstiges Lieblings-Match auf einmal unglaublich langweilig auf euch gewirkt hat?

  • A N Z E I G E
  • Offenkundigstes Beispiel für Kämpfe, die meines Wissens in den Augen vieler nicht gut gealtert sind, sind solche, die vor allem den Fokus auf "high spots" legen, also z.b. ältere ladder matches.


    (wobei ich persönlich finde, daß es selbst bei diesen viel auf die Stärke der involvierten Persönlichkeiten und der Struktur der matches ankommt. ich finde z.b. nicht, daß das WrestleMania match zwischen Ramon und Michaels heute auf einmal schlagartig "schlecht" wäre)

  • Zitat

    Original geschrieben von madaboutradford:
    Offenkundigstes Beispiel für Kämpfe, die meines Wissens in den Augen vieler nicht gut gealtert sind, sind solche, die vor allem den Fokus auf "high spots" legen, also z.b. ältere ladder matches.


    (wobei ich persönlich finde, daß es selbst bei diesen viel auf die Stärke der involvierten Persönlichkeiten und der Struktur der matches ankommt. ich finde z.b. nicht, daß das WrestleMania match zwischen Ramon und Michaels heute auf einmal schlagartig "schlecht" wäre)


    Für mich wischt Ramon - HBK von WMX nach wie vor mit allen Multi Men Spotfests locker den Boden auf und ist generell immer noch eins meiner liebsten Ladder Matches. Da kommen nur wenige ran.


    Das Problem liegt aber natürlich im "Höher, Schneller, Weiter"-Prinzip. Man muss sich immer selbst übertreffen und gerade bei Spotfests löscht das dann quasi den Reiz der älteren Vertreter aus. Wenn man allerdings sowas wie In-Ring-Storys und Psychologie mit einbezieht, gehen da meist die neuen Vertreter eher baden. Und eingie Spots sind ja auch nicht wirklich totzukriegen, wie zB von der Leiter durch vier Tische draußen krachen, wie es in fast jedem Ladder/TLC-Match heutzutage vorkommt. Und da ist das Original - oder die früheren Vorreiter - ja dann meist doch noch eher das besondere, weil eben keine Kopie.


    Was - nicht bei mir - heutzutage nen schweren Stand hat, ist glaube ich das technische Wrestling. Matches die Geduld erfordern, weil sie langsam einen Aufbau betreiben, der mit dem Abtasten beginnt und nach und nach zu den großen Aktionen hinführt. Oder auch Matches, in denen für die Story ein bestimmtes Körperteil bearbeitet wird, um damit eine Geschichte zu erzählen. Die sind nun mal nicht fast paced und finden mehr auf der Matte als über den Seilen statt. Und ich glaube, da hat sich die Sehgewohnheit der meisten Fans doch geändert und die dürften es in der Retrospektive oft schwer haben.

    Alles was hier drüber steht, ist nur meine subjektive Meinung, also reg dich nicht zu sehr auf. Auch du darfst eine eigene Meinung haben und der Meinung sein, dass meine Meinung Müll ist.

  • Zitat

    Original geschrieben von Piano Reeves:
    Tables, Ladders and Chairs II bei der von dir erwähnten Wrestlemania X-Seven beispielsweise würde heute, da bin ich mir sicher, auf den Foren als Spotfest bezeichnet und eher mit gemsichten Gefühlen begegnet werden.


    Ich fands schon damals bei weitem nicht so gut wie die beiden Vorgänger (zähle WM2000 mal mit, weil das Laddermatch im Kern den Grundstein für diese Matchart gelegt hat). Die hingegen sind so ziemlich die einzigen Multi Men Ladder Matches (plus WM21 MITB), die ich wirklich mag. Ansonsten kann ich damit generell wenig anfangen. Aber aus all diesen Matches werden eben auch heute immer noch Spots herangezogen und variiert. Und da liegt dann wohl der Hund begraben. Mittlerweile hat man das alles tausendmal gesehen und wenn man dann den Rückblick wagt, ist es nichts besonderes mehr. Ich glaube, diese Matches weiß man nur zu schätzen, wenn man sie damals "live" gesehen hat. Ansonsten ist das eben same old shit mittlerweile.

    Alles was hier drüber steht, ist nur meine subjektive Meinung, also reg dich nicht zu sehr auf. Auch du darfst eine eigene Meinung haben und der Meinung sein, dass meine Meinung Müll ist.

  • Zitat

    Original geschrieben von Catchpool:
    Gab es das bei euch auch schonmal, dass ein einstiges Lieblings-Match auf einmal unglaublich langweilig auf euch gewirkt hat?


    Bisher nicht. Ich kann mit Savage vs. Steamboat, Andre vs. Hogan, Hogan vs. Warrior genauso viel anfangen wie mit Kobashi vs. Misawa, Walter vs. Dragunov oder Gargano vs. Ciampa

  • Diesel vs Bret Hart 95 fieberte ich bei beiden bret Hart Matches gegen Diesel noch mit, später fand ich die auch noch Sau stark, heute brauche ich wirklich die Ruhe dazu um den Matches zu folgen.
    Steamboat vs macho man hab ich schon ewig nicht mehr gesehen, vielleicht geht es mir ähnlich.

    Haste Scheiße am Schuh , haste Scheiße am Schuh


    #Greuther Fürth


    R.I.P Danny Havoc

  • das ist für mich übrigens ein Grund, warum ich mich in den letzten Jahren häufig(er) in der Rolle des "alten Manns" wiederfinde, der Kämpfe von früher bevorzugt: habe bei (zu) vielen modernen matches das Gefühl, es wäre überhaupt kein "Kampf" mehr, weil diese auf mich sozusagen überchoreographiert wirken.

  • Ich finde einfach, dass einige Fans heute nicht in der Lage sind, sich in andere Zeiten hineinzuversetzen und die Art und Weise wie ein Match erzählt wurde. Ein HBK zeigte damals halt einen Big Splash von der Leiter, damit sich heute andere Wrestler von einer viel höheren Leiter durch 4 Tische schmeissen können. Damals war der Big Splash ein Highlight des Matches, heute würde man solch einen Spit zu Beginn bringen. Überhaupt stören mich die heutigen Leitermatches bei der WWE, die vom Aufbau im er identisch sind. Bei jedem geht zu Begin ein Teilnehmer nach draussen, damit alle anderen eine Aktion vom Ring auf die anderen draussenzwigen kann. Oder der Tisch, der immer zwischen Ring und Absperrung aufgebaut wird, damit man jemanden gegen Ende von der Leiter durch den Tisch schmeissen kann. Die obligatorische Leiter in der Ecke und Wrestler die alleine im Ring stehen und dann aus dem nichts wie eine 80jährige die Leiter hochklettern.


    Ich schaue mir noch heute liebend gerne Hart vs Perfect vom Summerslam 91 oder King of the Ring 93 an. Oder Hart vs Piper bei Mania 8 oder auch Shawn Michaels gegen Mankind an, weil man damals gekonnt ein Match aufbauen und eine Geschichte erzählen konnte. Heute geht die fast gar nicht, bevor beide Wrestler fast tot sind. Bei der WWE kommen noch so Bullshitfinishrs dazu

  • Zitat

    Original geschrieben von madaboutradford:
    habe bei (zu) vielen modernen matches das Gefühl, es wäre überhaupt kein "Kampf" mehr, weil diese auf mich sozusagen überchoreographiert wirken.


    Perfekt ausgedrückt.


    zB die angesprochene alten TLC Matches würde ich mir sofort wieder angucken.
    Ja, sie haben viele Spots wie in der heutigen Generation.
    Aber sie wirken nicht wie 2 Wochen vorher ausgedacht und auswendig gelernt.
    Dazu wurde da auch noch entsprechend gesellt, was heutzutage komplett Out ist.

  • Zitat

    Original geschrieben von Sabu3:16:
    Bisher nicht. Ich kann mit Savage vs. Steamboat, Andre vs. Hogan, Hogan vs. Warrior genauso viel anfangen wie mit Kobashi vs. Misawa, Walter vs. Dragunov oder Gargano vs. Ciampa


    Sehe ich auch so. Gute Matches haben immer Elemente, die auch heute noch sehr gut.

  • Zitat

    Original geschrieben von madaboutradford:
    das ist für mich übrigens ein Grund, warum ich mich in den letzten Jahren häufig(er) in der Rolle des "alten Manns" wiederfinde, der Kämpfe von früher bevorzugt: habe bei (zu) vielen modernen matches das Gefühl, es wäre überhaupt kein "Kampf" mehr, weil diese auf mich sozusagen überchoreographiert wirken.


    Same here. Deshalb kann ich den Young Bucks oder Ricochet z.B. null abgewinnen.


    Es gibt auch heute noch Matches, die mich komplett mitnehmen. Roode vs Nakamura von Takeover: San Antonio oder Gresham vs Draper von RoH 19th Anniversary erzählen logische Geschichten, die mich komplett mitnehmen. Es liegt also nicht daran, ob etwas 'modern' ist, sondern am Stil.


    Für mich persönlich ist es immer wichtiger, dass ein Match eine Geschichte erzählt oder etwas erreicht (z.B. klarer Sieg für einen Push). Bei vielen Matches - ob WWE, AEW oder NJPW - habe ich das Gefühl, es geht eher darum, dass man das "beste" Match zeigt. Ironischerweise sieht das dann für mich alles nach Schema F aus.


    Zum Topic: ich kann jetzt auf Anhieb keinen Klassiker nennen, der mir früher gefallen hätte, aber jetzt nicht mehr. Ein gutes Match ist ein gutes Match für mich, ob Pat O'Connor vs Buddy Rogers oder Gresham vs Draper. Der Stil ist anders, aber beide Matches überzeugen mich.

  • Zitat

    Original geschrieben von madaboutradford:
    das ist für mich übrigens ein Grund, warum ich mich in den letzten Jahren häufig(er) in der Rolle des "alten Manns" wiederfinde, der Kämpfe von früher bevorzugt: habe bei (zu) vielen modernen matches das Gefühl, es wäre überhaupt kein "Kampf" mehr, weil diese auf mich sozusagen überchoreographiert wirken.


    Also tatsächlich vermisse ich das Wrestling beim Wrestling. Das mit the Rock vs scsa bei wm17 kann ich auch gut nachvollziehen. Das besteht zu 90 Prozent aus punches.


    Damit will ich meinem ersten Post nicht wiedersprechen, da ging es ausschließlich um die beiden Matches. Würde gerne mal wieder ein oldschool Match wieder sehen.

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    R.I.P Danny Havoc

  • Zitat

    Für mich wischt Ramon - HBK von WMX nach wie vor mit allen Multi Men Spotfests locker den Boden auf und ist generell immer noch eins meiner liebsten Ladder Matches. Da kommen nur wenige ran.


    Das liegt auch daran, dass hier eine Geschichte erzählt wurde. Ramon als der Big Man und HBK als körperllich unterlegener der die Leiter zu seinem Vorteil nutzt. Bei 2 teilnehmern ist es auch einfacher sinnvolle Spots zu bauen. Heute weiß man doch schon: Oh, da stehen mehrere Leute zusammen, da kommt gleich einer geflogen. Mir ist ein Flying Axhandle vom Macho Man immer noch lieber als ein überdrehter Flip der niemanden voll trifft.


  • Bei Gresham vs Draper am Wochenende war es echt auffällig, wie Gresham das Bein von Dak Draper bearbeitet hat. Auffällig, weil man sowas nur noch so selten sieht.

    Teufel weinen nicht, wenn Nonnen tanzen.
    (aus Russland)


    Madman Fulton Fan Club Member #3

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