A N Z E I G E

Vereinskarma - Gibt es sowas?

  • Liebe Fussballfans,


    Ich frage mich seit einigen Tagen, ob es sowas wie Vereinskarna gibt?


    Für den Verein positiv:


    Bayern - Last Minute Siege, Glück bei Auslosung oder Schiedsrichterentscheidungen usw.
    Bochum - Die Unabsteigbaren lange Jahre
    HSV und das Dino sein


    Negativ:


    Vizekusen, Schalke und die Meisterschaft, Hertha und das Pokalfinale daheim, HSV und der Aufstieg, Dortmund und das Punkte liegenlassen gegen die Kleinen, Chicago Cubs



    Es gibt für jede Situation mit Sicherheit eine logische Erklärung, die nichts mit übernatürlichem Einfluss zu tun hat. Aber warum passiert es dann manchen Vereinen öfter und über Jahre verteilt, auch wenn es z.T komplett andere Kader sind?

    Ich habe dann im Fitnessstudio auch direkt ein Gerät gefunden, an dem ich arbeiten konnte. Ich habe mir eine Cola gezogen.

  • A N Z E I G E
  • Das sind reine Mentalitätsthemen. Bestes Beispiel Bayern gegen Leverkusen am Wochenende. Jedem Bayernspieler wird zum ersten Tag die Mia san Mia Mentalität eingeimpft: Gewinnen, gewinnen und nochmals gewinnen. Wir sind so gut, wir können zu jeder Zeit jeden Schlagen. Wenn das im Kopf verankert ist, dann tritt man auf dem Platz auch ganz anders aus. Diese Überzeugung sorgt dann dafür, dass man eben in der 93. Minute noch das Siegtor schießt und man Leverkusen auf der anderen Seite deutlich angemerkt hat, dass sie eben nicht mehr gewinnen wollten und mit dem Unentschieden zufrieden waren. Diese Zufriedenheit gibt es bei Bayern meiner Meinung nach nicht.
    Im Kleinen wird so ein einziges Spiel gewonnen, in Summe gewinnt Bayern dadurch Meisterschaften, welche andere Vereine bspw. Nicht gewonnen hätten und sich dadurch Spitznamen wie Vizekusen etablieren.


    Btw: Das Losglück der Bayern oder günstigere Schiedsrichterentscheidungen halte ich für selektive Wahrnehmung. In den vergangenen Jahren hatte man oft genug Pech oder kein Glück bei der Auslosung, was aber schlicht verdrängt wird weil es eben nicht so sehr in den Köpfen hängen bleibt wie z.B. wenn Bayern wieder Dingelshausen (a.k.a. Arsenal ;) ) zugelost bekommt.

    Vor der Pandemie hatte ich Herzklopfen und ein hoffnungsvolles Grinsen im Gesicht, wenn mir das Mädchen, in das ich verknallt war, zulächelte - heute, wenn Karl Lauterbach sagt „Der Sommer wird gut“.

  • Sehe ich auch so, das allermeiste spielt sich im Kopf ab, im positiven wie im negativen. Das Bayern Beispiel passt da ganz gut. Gerade am Samstag, die einen wollten aus ihrer Selbstverständlichkeit raus gewinnen, die anderen haben Angst bekommen und wollten den Punkt halten. Gerade auch aus dem Wissen um dieses Selbstverständnis beim Gegner.


    Daher kommt dann auch schnell die Angst wenn man auf einmal was großes gewinnen kann und merkt man kann aber auch auf einmal eine sehr große Chance verpassen, so was setzt sich dann fest und am Ende passiert es dann auch. Paradebeispiel dafür war vor einigen Wochen das US Open Finale im Tennis zwischen Thiem und Zverev, da waren gleich zwei die unter dem Druck und diesem Gedanken am Ende total zusammengebrochen sind und der etwas glücklichere dann gewonnen hat


    Andere Sachen sind wiederum subjektiv. Nehmen wir das Auslosungsding, Bayern hatte die letzten zwei Jahre im Achtelfinale Liverpool und Chelsea. Letztes Jahr danach noch Barca, es wäre normal City geworden also die eigentlich deutlich schwerere Hälfte. Da hat’s kaum jemanden interessiert, jetzt hat man Lazio und für alle ist das ja ein Freilos.


    Dazu hat Bayern zum Beispiel halt auch eine sehr viel kleinere Auswahl an schweren Gegnern. Spielt Bayern im Pokal in Frankfurt sagen auch die meisten das ist ja locker und kommt man easy weiter also losglück, spielt RB da also jemand der nur knapp hinter Bayern steht ist es ein schweres Los

  • Wieder nur bezogen auf die Bayern: Meine Antwort bleibt fast die gleiche: Es ist eine Einstellungssache bzw. Die Philosophie des Vereins. Klar, es benötigt Spieler die das annehmen und umsetzen aber grundsätzlich ist dieses Mia san Mia Gefühl ist ja unabhängig von den Spielern.

    Vor der Pandemie hatte ich Herzklopfen und ein hoffnungsvolles Grinsen im Gesicht, wenn mir das Mädchen, in das ich verknallt war, zulächelte - heute, wenn Karl Lauterbach sagt „Der Sommer wird gut“.

  • Gutes Beispiel auch bei uns - „Der Glubb is a Depp“ hat sich mittlerweile so in den ohnehin schon grantigen Franken festgesetzt, dass es quasi bei jedem im Kopf ist das ein Spiel in der 94. noch aus der Hand gegeben wird (Ausnahmen wie die Relegation gibt es natürlich auch). Diese schwarze Wolke wird von den Anhängern quasi schon herbei geredet und ich kann mir gut vorstellen, dass sich das unter Umständen dann auch auf den Rasen überträgt - Kopfsache,

    “Es ist eine Ehre für diese Stadt, diesen Verein und die Bewohner Nürnbergs zu spielen. Möge all dies immer bewahrt werden und der großartige FC Nürnberg niemals untergehen.” (Heiner Stuhlfauth)

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • Im Positiven ist es ja auch logisch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Hertha die Neuankömmlinge zuhören bekommen: Auf gar keinen Fall ins Pokalfinale.

    Ich habe dann im Fitnessstudio auch direkt ein Gerät gefunden, an dem ich arbeiten konnte. Ich habe mir eine Cola gezogen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Indy26:
    Im Positiven ist es ja auch logisch, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Hertha die Neuankömmlinge zuhören bekommen: Auf gar keinen Fall ins Pokalfinale.


    Na ja, wie häufig hat die Hertha vor dem Umzug des Pokalfinals nach Berlin dieses erreicht? 2mal in den 70ern, als man generell eine ordentliche Mannschaft hatte

    Nobody is perfect... na ja, da war dieser eine Typ, aber wir haben ihn umgebracht.


    Der Muselmann klaut unsere Frauen und ***** unsere Arbeitsplätze! Oder umgekehrt! Und der biodeutsche Mann guckt in die toten Augen seiner Gummipuppe. Na vielen Dank auch, Frau Dr. Merkel! (D. Wischmeyer)

  • Zitat

    Original geschrieben von ForzaFCN:
    Gutes Beispiel auch bei uns - „Der Glubb is a Depp“ hat sich mittlerweile so in den ohnehin schon grantigen Franken festgesetzt, dass es quasi bei jedem im Kopf ist das ein Spiel in der 94. noch aus der Hand gegeben wird (Ausnahmen wie die Relegation gibt es natürlich auch). Diese schwarze Wolke wird von den Anhängern quasi schon herbei geredet und ich kann mir gut vorstellen, dass sich das unter umdrängen dann auch auf den Rasen überträgt - Kopfsache,


    +1


    Hab mich erst am Sonntag wieder dabei ertappt, wie ich am Ende den Ball für Aue mental fast ins Tor gebrüllt hab, weil ich mir sicher war, dass wir es - wie gefühlt immer - nicht über die Zeit bringen.


    Eigentlich kann man die Frage "gibt es Vereinskarma?" ganz einfach mit "natürlich gibt es das! Frag nach bei einem Clubfan" beantworten und den Thread damit zumachen. ;) Wir haben das negative Vereinskarma erfunden!

  • Unterm Strich alles eine Frage der Wahrnehmung, der Qualität der Teams (immer Glück ist Qualität), wenn es um Erfolge geht und von Wahrscheinlichkeiten.


    Die Profis der Hertha waren 2x im Pokalfinale, bei wie vielen Teilnahmen seit 1935? Ist nicht so, als wären sie Stammgast im Finale gewesen, bevor man dieses fix nach Berlin verlegt hat.

  • Im Fußball immer alles rational zu erklären, wird dem Zauber dieses Sports - weswegen man dem Ganzen trotz aller Entwicklungen letztlich immer treu bleibt - einfach nicht gerecht.


    Auch wenn es letztlich natürlich stimmt, dass man vermutlich alles irgendwie erklären kann. Aber "Bayerndusel", "Vizekusen", "...nie deutscher Meister!", "Der Club is a Depp" usw... gehören zum Fußball einfach dazu.

  • Als Mainz-Fan hat man sowas nun oft genug erlebt. Erst diejenigen, die nie aufsteigen, dann diejenigen, die nach dem ersten Abstieg weg vom Fenster sind,... Oder Klopp der nie nen Titel gewinnen wird (gibt genug englischsprachige Twitter-User die abschätzig über Klopp urteilen, "cause he got Mainz relegated"), Klopp der nie einen großen Titel gewinnen wird, Klopp der nie mit Stars umgehen können wird,...


    Der HSV ist auch lange dem Abstieg nicht durch eine Bundesligauhr oder einem Image entronnen, sondern weil der HSV-Kader auch in schlimmen Zeiten rein qualitativ über dem aller anderen Abstiegskonkurrenten stand. Letztlich hat der HSV nur keine funktionierende Mannschaft aufs Feld bekommen. Bzw. eine, die zumindest dann noch auf den letzten Metern das Minimalstziel Klassenerhalt auf die Kette bekommen hat.


    Letztendlich alles Vorurteile die sich auf ein paar Saisons beruhen, aber auch schon anders geschehen sind. Selbt Leverkusen hat Titel in seinem Trophäenschrank und in Sachen Football wurde auch lange darüber gescherzt, dass die Eagles keinen Super Bowl gewonnen hatten...

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

A N Z E I G E