A N Z E I G E

Hat die Leidenschaft für Fußball nachgelassen?

  • Entschuldigt jetzt den Threadtitel, mir fiel nichts besseres ein. Wusste nicht wie ich ihn wählen sollte.


    Aber mich beschäftigt das, während die Champions League hier nebenbei vor sich hin plätschert, aktuell sehr. Und ich habe das Gefühl vielen geht es ebenso.


    Ist es bei euch auch so dass das Interesse an Fußball extrem nachgelassen hat? Ich ertappe mich immer mehr, das es mir immer egaler wird und bin da richtig traurig drüber. Neulich hab ich mich sogar erschrocken das Ingolstadt zwei Jahre in der Bundesliga war. Ich hatte es schon vergessen. Dabei ist es ein paar Jahre her und mehr nicht.


    Ich kann noch heute so gut wie jedes Ergebnis 03/04 aufsagen. Oft sogar noch Torschützen ohne nachzusehen. Kann mich, wenn ich bei Kicker alte Spieltage durchklicke, noch daran erinnern wo ich das Spiel gesehen habe, was passiert ist an dem Wochenende. Ich erinnere mich an Pokalabende oder Champions League Spieltage, weiß aber aus dem Stehgreif die Ergebnisse der letzten Woche nicht mehr.


    Früher wurde jedes Spiel aufgesaugt, man wollte nichts verpassen. Jetzt dudelt hier die Champions League und mir ist es fast egal.


    Ich hab fast den Eindruck das der moderne Fußball für mich nur noch pure Langeweile ist. Ich versuch es, ich versuch es wirklich. Aber ich ertappe mich dabei wie ich andere Sachen machen muss, um nicht dabei wegzupennen und ich frag mich wo die Leidenschaft hin ist.


    Was waren das Donnerstags noch für Zeiten, als man aus der Schule kam und um 14 Uhr im UEFA Cup schon Famagusta - KSC angemacht hat. Auf iirgendeinem Dritten. Heute gibt es statt dem UEFA Cup, den komplett unwichtigen und lahmen Europa League Wettbewerb, der so prestigeträchtig ist, das die Top Teams fast ausnahmslos die B oder C Elf schicken. Und hurra, es gibt ab nächster Saison noch einen dritten Wettbewerb.


    Damals hab ich mit dem VFB in der Champions League 03/04 mitgefiebert. Mit den Mainzern das sie den Aufstieg endlich schaffen. Und es hat mich mitgerissen.


    Heute ist mir das alles so unfassbar egal. Und das gestehe ich mir so nach und nach ein.
    Woran liegt es? Liegt es am "Alter", das diese Faszination und Leidenschaft flöten geht? Liegt es an zu viel Fußball, in einer Zeit in der man wirklich jedes Spiel auf der Welt irgendwo verfolgen kann?


    Oder sind gewisse Dinge im Fußball einfach verloren gegangen? Während ich früher keine Minute verpassen wollte, hab ich den Eindruck das heute alle Spiele unglaublich zäh sind. Der Ball wird lieber fünfmal zurück gespielt, die Grundlinie wird gar nicht mehr gesucht. Es wirkt als wäre das Spiel taktisch tot gemacht worden. Teilweise. In den Sendungen wird es zumindest totanalysiert. Mit Expected Goals und Co.


    Es ist alle so steril und aalglatt geworden. Jeder Spieler wirkt vom Typ komplett austauschbar. Die richtigen Typen gibt es kaum noch. Auch bei den Trainern. Wo ist jemand wie Lorant an der Seitenlinie? Heute undenkbar, der würd sofort von den Medien zerrissen werden. Alles was nicht dem 08/15 Prozedere entspricht, wird auf den sozialen Medien auseinandergenommen. Mir fehlen sogar die Hassfiguren! Während meinen einen Jeremies bei Bayern damals hassen konnte, wen soll man da heute hassen? Kimmich? Den Muttis lieber in den Arm nehmen wollen und drücken würden, weil er so nett ist?


    Von den Interviews ganz zu schweigen. Alles Standardantworten. Emotionen sind nicht gern gesehen. Generell sind keine Emotionen gern gesehen. Hab neulich ein Youtube Video über die besten Sprüche im Fußball gesehen. Da war fast alles aus den 90ern oder 80ern, plus Poldi und Klopp. Und dabei hab ich gemerkt, wie sehr ich es vermisse, das man auch mal Tacheles reden darf, das Individuen noch Individuen sein dürfen.


    Ich kann jetzt noch darüber schwafeln wie Kuranyi und Szabics damals den 2:1 Sieg gegen Manchester herausgeholt haben. Es ist 17 Jahre her. Dabei muss ich auf den Fernseher gucken, um mir überhaupt in Erinnerung zu rufen, wie es grad in den Stadien steht. Hab es wieder vergessen.


    Wie geht es euch? Bin ich da alleine oder könnt ihr so manches mitfühlen? Ich vermisse den Fußball aktuell total. Aber nicht so wie er im Moment ist. Mich macht das total traurig.


    Ich muss mir eingestehen das es immer weniger und weniger die Sportart wird, in die ich mich damals verliebt habe. :(

  • A N Z E I G E
  • Es kommt da sicher drauf an, wann man begonnen hat. Ich hab 2004/05 begonnen (weswegen ich wahrscheinlich auch für Bremen und Liverpool sympathisiere - ja auch heute noch), hatte dann aber einige Jahre Stillstand von Sport im Fernsehen allgemein, weil es mir damals echt nicht gut ging, habe dann aber 2012 wieder begonnen. Von damals habe ich nicht viel in Erinnerung, aber in den letzten Jahren habe ich dann doch einiges erlebt.


    Meine Leidenschaft schwankt allerdings auch. wobei ich zugeben muss, dass sie jetzt so hoch wie lange nicht ist. Dies liegt daran, dass ich für meine Verhältnisse nicht wenig gucke. Deutsche Bundesliga, deutsche 2. Liga, unsere Liga, wenn möglich CL/EL (wobei ich CL eher nur in der KO-Phase verfolge) und sonst auch international ein wenig. Und ich bin da so gut wie nie alleine, was vielleicht auch hilft. Und was auch Teil dieses Schwankens sein könnte, ist der Fußball, den der Lieblingsverein spielt.

    Schwarz und Weiß bis in den Tod!
    Cyboards „Edge“ - against all posts stupid
    Cupsieger 2018 - ich war dabei!
    FCK TRLLS!
    Liebhaber schlechter Wortspiele

  • Ich sag es mal positiv: Willkommen im wahren Leben.


    Deine Neigungen, Interessen und Gefühle lassen sich nicht mehr von einer von einer Phantasiewelt (dazu gehört die große Fußballwelt genauso wie Gaming oder ähnliches) unterdrücken, sondern die entwickelst weitere Interessen in deinem nahen Umfeld. Ist ein natürlicher Prozess, den so ziemlich jeder aus meinem privaten Umfeld gemacht hat

  • Ich glaube nicht, dass die Leidenschaft generell nachgelassen hat. Ich kann auf der Arbeit auch weiterhin 8h über Fussball diskutieren (gut, habe keinen Partner, aber whatever). Bei mir persönlich ist es nur so, dass ich endlich so weit im Leben stehe, dass ich sagen kann "ja, es ist nur Fussball".


    Es gab Zeiten, da habe ich so dermaßen überreagiert, was die Emotionalität angeht, das ist im Nachhinein richtig peinlich und erschreckend. Ich habe unzählige Gläser geschrottet, weil ich die aus Wut gegen die Wand geworfen habe. Ich habe einen fucking Urlaub mit den Jungs STORNIERT, weil United ein (nicht einmal wichtiges) Spiel unglücklich verloren hat. Ich habe gute Freunde wirklich persönlich beleidigt, weil sie getrashtalked haben. Und nein, ich habe eigentlich wirklich alles andere als ein Aggressionproblem, diese Sachen traten bei mir nur bei Fussball auf. Im Nachhinein schäme ich mich auch wirklich dafür.


    Man wird einfach reifer, was gewissen Dinge angeht (Pen*s wird auch in 30 Jahren noch ein lustiges Wort sein :lol: ). Nun bin ich da zum Glück sehr, sehr, sehr viel entspannter, insbesondere bei Niederlagen. Bei positiven Dingen kann ich zum Glück noch sehr emotional werden, siehe 2014, wir waren beim Public Viewing und da war auch mein damaliger Crush dabei, die den ganzen Fussball-Hype gar nicht verstehen konnte. Und es war mir einfach so verdammt egal, ich habe nach dem Abpfiff alleine in einer Ecke mind. 10 Minuten geheult wie ein kleines Kind :)


    Also nein, ich denke nicht, dass generell die "Leidenschaft" nachlässt, sondern dass man lediglich reflektierter an die Sache rangeht und merkt, dass es echt wichtigere Dinge gibt.

  • Ich habe ja schon häufig geschrieben, dass meine Leidenschaft komplett zu sterben droht. Vor 20 Jahren war ich absoluter Fußballnerd. Da konnte ich jeden Kader aufzählen und durch Anstoss & Co vermutlich sogar auch Geburtsdaten der Spieler... Erst kürzlich habe ich nochmal bemerkt, dass der Gedanke an bspw. die Gladbacher Viererkette der 90er mit Andersson, Klinkert, Kastenmaier und Neun ein seltsames wohliges Gefühlt erzeugt, obwohl ich nie Gladbach-Fan war. Aber es war meine Fußball-Sozialisation. Solche Retro-Sachen erzeugen bei mir wesentlich mehr Emotionen als Gegenwartsfußball. Daher mache ich auch ganz gerne so Sachen wie Spielerbilder-Quizze im Interaktiv-Forum und liebe es da ziemlich abstrakte Spieler auszugraben.


    Für meine sterbende Leidenschaft gibt es meiner Ansicht nach 5 Gründe, die alle nach und nach dafür sorgen:


    1. Katar
    Als Katar zum Gastgeber erklärt wurde, starb der letzte Funke, der an eine auch nur im Ansatz integere FIFA glaubte. Man wusste natürlich schon vorher von allerhand Skandalen, aber das war einfach die Krönung. Man redete sich immer ein, dass die schon nicht so dreist sein werden und doch. Exakt so dreist waren sie.


    2. Hoffenheim
    Hoffenheim zeigte mir 2007 erstmals, dass man sich den Erfolg doch erkaufen kann. Das Hoffenheimer Gebaren nach dem Zweitligaaufstieg, als man mehr Geld investierte als mancher Zweitligist im Jahresetat hatte... Das Verhalten von Hopp, der berechtigte Kritik mit Rassismus gleichsetzte,... Das alles hat diesen Verein für mich zu einem Störbild gemacht. Eines von dem man aber weiß, dass es nie wieder weg geht.


    3. Leipzig
    Quasi Hoffenheim². Alles nochmal ne Stufe übler, inklusive verbandsabgesegnete Verarsche bei Transfers. Mit einem höchst fragwürdigen Geldgeber, der den fragwürdigen Geldgebern anderer Großligen in nichts nachsteht.



    4. Moderner Fußball
    Eigentlich fasst der Punkt die ersten 3 nochmal zusammen, aber auch losgelöst von diesen, gefällt mir die Entwicklung einfach nicht. Ich habe den Fußball bzw. die Bundesliga als etwas kennengelernt, dass man sich selbst erarbeiten kann - auch mit kleinen Mitteln. Man braucht vielleicht etwas Glück und die richtige Person zur richtigen Zeit, aber es klappt und da bin ich bei meinem Verein immer stolz, dass man sich aus eigener Kraft in der 1. Liga etablieren konnte. Aber mit jedem Jahr wird es schwerer, mit jedem Jahr muss mehr gelingen um dabei zu bleiben. Die finanzielle Schere wird immer größer, auch unabhängig der Investoren-/Konzernvereine durch eine UEFA, die über die CL eine Zwei Klassen-Gesellschaft erzeugt. Ein Verein wie Bayern wirkt heute als sei er ein ganzes Universum von Mainz 05 entfernt. Vor 8-9 Jahren hatte man irgendwie noch den kleinen Glauben in einem Ligaspiel gegen Bayern gewinnen zu können. 2020 denkt man sich, dass es ein gutes Spiel war, wenn man nur mit 2 Toren Differenz verliert. Vor 13 Jahren konnte ein Team wie Stuttgart Meister werden. Heute würde auch die B-Mannschaft von Bayern um den Titel spielen und es wird einem als positiv verkauft, wenn Leipzig "Spannung" in den Meisterschaftskampf bringen könnte.



    5. Football
    In den letzen 10 Jahren, gerade auch durch aktive spielen, hat sich der Football für mich als wesentlich interessantere Sportart herausgestellt. Taktik fand ich im Fußball nie sonderlich spannend. Auf Laufwege, etc. hab ich nie groß geachtet - gerade außerhalb von Mainz war mir das immer recht egal. Vielleicht liegt es daran, dass ich nie selbst Vereinsfußball gespielt habe, keine Ahnung. Aber im Football merkte ich da eine ganz andere Begeisterung und andere Betrachtungsweise. Mittlerweile ist es so, dass ich mir ein neutrales Fußballspiel nicht 90 Minuten ansehen kann. Das geht bei Mainz und 1,2 Teams wo ich Emotionen verspüre, aber ein CL-Spiel zweier mir egaler Teams anzusehen - ich wäre nach 10 Minuten gelangweilt. Auch im Amateurfußball geht es so. Wenn ich in den letzten Jahren mal Spiele des lokalen Oberligisten angesehen habe, fühlte ich mich vom reinen Spiel angeödet. Ohne Podcast oder ähnliches auf den Ohren, hätte ich keine 90 Minuten durchgestanden.

  • Leidenschaft hat nicht nachgelassen, gerade weil es immer einfacher wird alle United Spile zu schauen.


    Bundesliga war nie mein Favorit aber wenn es passt nehme ich die Konferenz mittlerweile mit. Dazu noch weitere PL Spiele, CL, EL, Eredivisie und manch andere Spiele.

  • Ich gehe den Post mal Stück für Stück durch, weil ich bei manchem nicht zustimme oder Anmerkungen habe.


    Zitat

    Original geschrieben von AEWconic:


    Was waren das Donnerstags noch für Zeiten, als man aus der Schule kam und um 14 Uhr im UEFA Cup schon Famagusta - KSC angemacht hat. Auf iirgendeinem Dritten. Heute gibt es statt dem UEFA Cup, den komplett unwichtigen und lahmen Europa League Wettbewerb, der so prestigeträchtig ist, das die Top Teams fast ausnahmslos die B oder C Elf schicken. Und hurra, es gibt ab nächster Saison noch einen dritten Wettbewerb.


    Dass du dich früher über KSC - Famagusta gefreut hast (und heute über ein vergleichbares Spiel nicht mehr) liegt wohl auch einfach daran, dass es früher nicht soviel Fußball im TV gab (bzw. für einen verfügbar) und der Stellenwert dadurch deutlich höher ist. Übrigens: Das Vorurteil mit der Euro-League kann man eigentlich seit der Änderung, dass der Sieger für die CL qualifiziert ist, eigentlich auch zu den Akten legen. Klar, immer mal wieder gibts einzelne Vereine, die da keine Lust haben oder die Liga als wichtiger erachten, aber so insgesamt haben sogar die Engländer in den wichtigeren Spielen eine gute Elf aufgestellt.


    Zitat

    Oder sind gewisse Dinge im Fußball einfach verloren gegangen? Während ich früher keine Minute verpassen wollte, hab ich den Eindruck das heute alle Spiele unglaublich zäh sind. Der Ball wird lieber fünfmal zurück gespielt, die Grundlinie wird gar nicht mehr gesucht. Es wirkt als wäre das Spiel taktisch tot gemacht worden. Teilweise. In den Sendungen wird es zumindest totanalysiert. Mit Expected Goals und Co.


    Da haben wir zwar generell einfach eine andere Haltung zum Sport aber es gibt doch auch Gegenbeispiele, wie Bergamo oder Leipzig, die schon geilen Offensivfußballspiel spielen. Und wenn einen die "totanalyse" der Spiele stört: Dann guckt man es halt nicht. ;) Ich finde das hingegen halt super spannend. Ob man Expected Goals braucht oder nicht, keine Ahnung. Aber ist halt auch nicht mehr als eine Spielerei.



    Zitat

    Von den Interviews ganz zu schweigen. Alles Standardantworten. Emotionen sind nicht gern gesehen. Generell sind keine Emotionen gern gesehen. Hab neulich ein Youtube Video über die besten Sprüche im Fußball gesehen. Da war fast alles aus den 90ern oder 80ern, plus Poldi und Klopp. Und dabei hab ich gemerkt, wie sehr ich es vermisse, das man auch mal Tacheles reden darf, das Individuen noch Individuen sein dürfen.


    Weiß nicht, auch hier stimme ich nicht so richtig zu. Mertesacker mit der Eistonne, Da Costas Selbstinterview, Ibras Arroganz oder viele Mourinho Interviews. Auch Typen hat man heute noch. Klar schimmern die großen Namen von damals durch, aber gab/gibt damals wie heute einfach langweilige Musterprofis. Ich glaube, das ist eine "früher war alles besser" Sichtweise, die sehr selektiv ist.


    Zitat


    Wie geht es euch? Bin ich da alleine oder könnt ihr so manches mitfühlen? Ich vermisse den Fußball aktuell total. Aber nicht so wie er im Moment ist. Mich macht das total traurig.


    Ich muss mir eingestehen das es immer weniger und weniger die Sportart wird, in die ich mich damals verliebt habe. :(


    Liebe Fußball sehr, wahrscheinlich mehr als vor 10 Jahren (verstehe aber auch jeden, der keine Lust auf mehr den Kommerz-Faktor hat). Einfach weil ich jetzt die Möglichkeit habe, Legal nahezu alle Spiele zu verfolgen.

  • Dass es weniger "Typen" gibt oder Leute die mal ihre Sprüche rauskloppen, darin sehe ich den Hauptgrund bei den Medien.


    Denn die Medien, wie schon beschrieben wurde, zerreissen aus den 1 2 gesagten Zeilen komplett alles. Da werden Thesen oder Fakten erfunden die gar nicht stimmen. Oder man wird in Social Media komplett verrissen, weil halt mal eine unpopuläre Meinung hat. Dadurch wird meisten aus Vorstandsseite reagiert und die Leute dann hochkant rausgeschmissen.


    Letztes Beispiel: Steffen Freund mit der Aussage über Harit und Bentaleb. Was die Leute da wieder durchgedreht sind.


    Früher hätte man so ein Spruch gebracht, drüber gelacht und dann war auch schon bereits Gras drüber gewachsen.


    Noch dazu hat man von Sky, Dazn oder sonst wen, Moderatoren, die dir solche bescheuerte Fragen stellen. Du dann aber noch seriös sein muss, weil dein Verein "Vereinbarungen bzgl. Interviews" mit Sky und co hat. Weiß nicht mehr wo das war, aber ein 2. Liga kicker wurde nach dem Spiel nach seiner Lieblingspizza gefragt. Ich mein WTF?


    Heute kann man nicht mal mehr sagen wie "Der Gegner war gut". Beispiel: Alaba würde jetzt sagen, "Liverpool hat gestern gut gespielt, ich mag ihre Art wie sie spielen". Dann kommen die ersten Medien mit "Gerüchten, dass Alaba zu Liverpool wechselt".


    Und das ist das was mich aufregt, aus jeder Mücke wird von den Medien ein Elefant gemacht.


    Nichtdestotrotz, habe ich immer noch meine Leidenschaft für Bayern München und FCE Aue. Und solange es möglich ist, gucke ich da auch jedes Spiel an. Da kommen wir aber speziell bei den Bayern Spielen zum nächsten Problem: Die Anzahl der Spiele!


    Früher war das noch im angemessenen Rahmen, heute hat man (nicht schon wegen Corona, das war vorher schon so) gefühlt jede Woche 2 Spiele. Da kommen die meisten Leute nicht mehr hinterher alle Spiele zu verfolgen. Da schaut man vorm Bett gehen nochmal fix das Ergebnis: "Die Bayern haben gewonnen", man freut sich und gut ist.


    Wenn ich wieder sowas wie die angeblich neue CL Reform sehe....und noch mehr Spiele kommen, dann ist das mir auch schon zu viele. Ich schaue bereits seit Jahren keine Länderspiele mehr an (nicht nur wegen Löw). Es wird einfach alles zu viel.


    Wie gesagt, es gibt so viele Nichtigkeiten über das von "denen oben" diskutiert werden (FIFA, UEFA, DFB usw), wo man denkt: "warum muss man alles reformieren? Warum kann man es nicht so lassen? Ganz einfach: Geld Geld Geld Geld Geld Geld....und das macht den heutigen Fussball kaputt. Und das macht bei vielen auch die Leidenschaft kaputt. Ich habe noch die Leidenschaft, aber dass das bei anderen nachlässt kann ich voll und ganz verstehen.

    Top 20 WWE Stars:
    Hulk Hogan, Bret Hart, Ric Flair, Stone Cold Steve Austin, The Rock, Shawn Michaels, Triple H, Undertaker, Andre the Giant, Mick Foley


    Eddie Guerrero, Chris Benoit, Kane, Big Show, Brock Lesnar, Ultimate Warrior, Randy Savage, Randy Orton, John Cena, Kurt Angle

  • Zitat

    Original geschrieben von AEWconic:

    Oder sind gewisse Dinge im Fußball einfach verloren gegangen? Während ich früher keine Minute verpassen wollte, hab ich den Eindruck das heute alle Spiele unglaublich zäh sind. Der Ball wird lieber fünfmal zurück gespielt, die Grundlinie wird gar nicht mehr gesucht. Es wirkt als wäre das Spiel taktisch tot gemacht worden. Teilweise. In den Sendungen wird es zumindest totanalysiert. Mit Expected Goals und Co.


    Guter Thread und vieles, was du ansprichst, ist sicher richtig/nachvollziehbar.


    Aber das heute Spiele zäher sind, ist definitiv eine falsche Wahrnehmung. Von den 90ern bis heute haben sich die Dynamik und das Tempo des Spiels und die Athletik und Handlungsschnelligkeit der Akteure extrem (!) verbessert. Wenn ich heute Spiele/Highlights aus den 90ern anschaue, erschrecke ich regelmäßig, weil es wie gemütlicher Feierabendfußball wirkt, bei dem jeder Spieler gefühlt fünf Sekunden für die Ballan- und mitnahme hat, selbst am gegnerischen Strafraum.


    Auch die Qualität der Bundesliga allgemein ist heute sicher höher als z.B. in den ziemlich düsteren 00er Jahren. Aktuell fallen auch mehr Tore als es in den letzten 30 Jahren der Fall war.


    Was die Qualität des Spiels angeht, glorifizierst du also glaube ich im Rückblick die Vergangenheit und bewertest das aktuelle Spiel aufgrund der Begleitumstände dafür zu streng.


    Die höhere taktische Komponente, auch in der Analyse und Berichterstattung, gefällt mir z.B. super, weshalb ich DAZN auch viel besser als Sky finde, aber wenn man hier das Drumherum ausblendet und nicht gezielt auf taktische Details achtet, hat das Ganze auf den Sehgenuss eigentlich keinesfalls einen negativen Einfluss.

    "Die Investition von den Spielern wird am Tage geführt." - Thorsten Legat

  • Viele Dinge sind sicher richtig und es ist nicht mehr so kultig, wie es bis ca. 2010 war.
    Zu einigen richtigen Argumenten kommt für mich aber bestimmt auch hinzu, dass ich alles etwas älter anders wahrnehme.


    Aber der durchaus eklige EInfluss der Medien, die jeden Fehlschritt ausschlachten, die korrupten Verbände und ihre aberwitzigen Ideen, werfen insgesamt ein Bild auf die Geschichte, dass man nur den Kopf schütteln kann. Auch die Entwicklung der Preise für Merchandise und Tickets lässt einen durchaus etwas Bezug verlieren.


    Mit meinen Vereinen, Spurs und Kickers, fiebere ich mehr mit als je zuvor, alle anderen Spiele lassen mich komplett kalt. Ob Bundesliga, Champions League, Länderspiele, im besten Fall läuft es als Nebensache im Hintergrund.

    Schwenninger Wild Wings - Tottenham Hotspur - Stuttgarter Kickers - St. Louis Blues

  • Bei mir ist es leider nahezu komplett gestorben. Ich schaue eigentlich nur noch 96 – und selbst da bin ich momentan kurz davor, auch hier ein Häkchen auf unabsehbare Zeit dran zu machen. Und das liegt nicht an der Ligenzugehörigkeit.


    Das ganze Konstrukt Fußball so wie es ist, die Spieler und die Funktionäre stoßen mich einfach mittlerweile komplett ab. Habe da eigentlich schon lange keine Freude mehr dran. Das gesteht man sich ungern ein, aber mittlerweile bin ich da ehrlich zu mir selbst.

    »I'm not surprised motherfuckerzzzZZZzzZzz...«


    GIB IHM! – der neue YouTube-Kanal für MMA, Wrestling und Action-Nerds. Ab 21. März auf Youtube!


    Hier ein Trailer zum »Beifall Clutchen«.

  • Zitat

    Original geschrieben von Nate Diazepam:
    Bei mir ist es leider nahezu komplett gestorben. Ich schaue eigentlich nur noch 96 – und selbst da bin ich momentan kurz davor, auch hier ein Häkchen auf unabsehbare Zeit dran zu machen. Und das liegt nicht an der Ligenzugehörigkeit.


    Das ganze Konstrukt Fußball so wie es ist, die Spieler und die Funktionäre stoßen mich einfach mittlerweile komplett ab. Habe da eigentlich schon lange keine Freude mehr dran. Das gesteht man sich ungern ein, aber mittlerweile bin ich da ehrlich zu mir selbst.


    So ist es. In vielen Belangen stehen die Entwicklungen im Fußball sehr entgegen meiner sonstigen politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen. Der Reiz am eigenen Verein hat mich da lange noch durchgetragen, aber ab dem Punkt, wo dort auch nur noch aus bizarrsten Gründen Schindluder getrieben wird, ist dann eben der Punkt wo es in's Desinteresse ankippt man Dinge aus der langen Reihe von Dingen, für die man sich sonst noch interessiert, eher vorzieht.


    Sowohl die Hochs als auch Tiefs schlagen emotional einfach nicht mehr so wahnsinnig an, und auch wenn ich den Sport per se super gerne verfolge und mich da komplett reingesteigert habe in der Vergangenheit, reicht mir die bloße "Mechanik" nicht aus, um über alles hinwegzusehen, was mich stört. Da brauche die Kombination aus geilem Sport und Projektionsfläche, und letzteres ist bei mir einfach völlig weggebröselt. Jetzt hab ich da einen Sport, den ich sehr liebe in einem System, welches ich komplett ablehne. Da kommt bei mir nicht mehr viel rum.


    Zu Regionalligaspielen und dergleichen geh ich trotzdem noch gerne, und ich gucke mir sicherlich noch die ein oder andere Konferenz oder die WM mal an. Aber Geld für ausgeben, Auswärtsfahrten machen - nee. Wäre vor 4-5 Jahren noch unvorstellbar für mich gewesen (Und ich hätte es auch in meinem jetzigen Alter noch gerne mitgemacht), aber ist einfach gut jetzt.

  • Es ist irgendwo bizarr, weil ich den Sport an sich wirklich liebe und mich beispielsweise Taktik total fasziniert und ich aus einer rein analytischen Betrachtungsweise eigentlich weiterhin ein großes Interesse an Fußball habe. Emotional berührt es mich aber immer weniger.
    Da spielt sicher zu einem kleinen Teil auch die aktuelle Corona-Lage mit rein, aber auch schon davor habe ich den Trend an mir selber erlebt, dass mich das ganze einfach nicht mehr so sehr mitnimmt. Die einzigen Spiele, in denen ich überhaupt noch etwas fühle, sind die vom FC und selbst das hat bedeutend nachgelassen, was ich jetzt am Wochenende erst wieder erlebt habe. Noch vor einigen Jahren wäre ich bei einem Auswärtssieg in Dortmund, erst recht als Ende einer solchen langen Sieglos-Serie völlig ausgeflippt. Stattdessen habe ich das Spiel nicht einmal live verfolgt, sondern nur den Ticker ab und an aktualisiert und erst für die letzten 5 Minuten doch noch eben auf dem Handy reingeschaltet. Gibt einfach wichtigeres.
    Und noch mehr merke ich das in negativer Hinsicht. Ich ärgere mich nicht mehr über Fußballergebnisse. Wenn der FC verliert, nervt es mich ganz kurz und dann denke ich an was anderes. Das ist sicher in gewisser Weise ganz gesund, zeigt aber auch einfach, wie sehr das für mich in den Hintergrund gerückt ist.


    Zum Teil wird das ein normaler Alterungsprozess sein, zu einem anderen Teil ist es aber auch einfach die hier auch schon so oft beschriebene Veränderung des Fußballs, die mich zumindest komplett verloren hat. Mal fernab von allen moralischen Problemen, die ich mit diesem Geschäft habe, sind die Abstände einfach so unfassbar groß geworden, dass für einen "normalen" Bundesligaverein ohne fette Investoren oder einen mittlerweile riesig großen Vorsprung durch ständige Geldflüsse aus TV-Deals und internationalem Wettbewerb Platz 9 oder so das höchste der Gefühle ist. Und diese gläserne Decke verhindert schon, dass man in irgendeiner Form eine große Euphorie aufbaut und gleichzeitig kommt dann irgendwann auch so ein bisschen der etwas irrationale Gedanke, dass es dann eigentlich auch scheißegal ist, wenn die einzige Möglichkeit ewiger Abstiegskampf oder 2. Liga ist. Irgendwann löst man sich dann einfach.

  • Ja ehrlich gesagt juckt mich der fußball auch nicht mehr wirklich .. wenn ich dran denke wie oft ich am tag noch in die sport1 app reingeguckt habe und jetzt seit wochen schon nicht mehr..


    dafür mache ich jetzt selber soviel sport ..


    werd auch ehrlich gesagt mein sky kündigen weil ich brauchs halt einfach nicht mehr, für die 3-4 spiele die ich mir nocoh angucken würde kann ich mir auch skyticket holen

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