A N Z E I G E

Wann würdet ihr Euch von Eurem Verein abwenden?

  • Es gab in der Serie A ja diesen Vorfall, in dem Juventus bei dem Spiel gegen das damalig Corona-geplagte Neapel demonstrativ Spielbereitschaft zeigte und das Spiel dadruch 3:0 gewann. Und das, obwohl Neapel es vom lokalen Gesundheitsamt untersagt bekam, abzureisen. Es soll in diesem Thread nicht darum gehen, ob das Verhalten von Juventus in Ordnung war (was es aus meiner Sicht nicht war), sondern um etwas anderes.


    Ich habe in diesem Zusammenhang darüber nachgedacht, was ich getan hätte, wenn Dortmund sich in einer Situation so verhalten hätte. Ich glaube - zumindest hypothetisch betrachtet - dass mich das dazu gebrach hätte, den Verein eine Zeit lang nicht mehr zu unterstützen. Ich hätte das einfach zu extrem unsportlich gefunden, um danach noch weiter am Fernseher mit ihnen zu fiebern. Zumindest kurzfristig wäre das so gewesen.


    Das wirft für mich die Frage auf: Was müsste passieren, damit ihr Euch von Eurem Verein abwendet?


    Generell nimmt man als Fan ja auch viele Dinge in Kauf, die man nicht gut finden. Einen unliebsamen Sponsor (Wiesenhof, Qatar Airways), Fehlverhalten von Spielern (Ribery, Reus), seltsame Äußerungen aus der Vereinsführung (KHR, Tönnies), als unangebracht empfundener Umgang mit verdienten Spielern (Alex Meier, Kevin Großkreuz) oder einfach komplettes wirtschaftliches Versagen (BVB der frühen 2000er, 1860, Kaiserslautern). In den meisten Fällen findet man das zwar nicht gut und äußert mglw. sogar scharfe Kritik, bleibt aber Fan.


    Doch wo zieht ihr die Grenze? Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, was ihr bei Eurem Verein nicht mehr akzeptieren würdet? Oder habt ihr diese Grenze vielleicht schon einmal gezogen und Euch von einem Verein abgewendet?


    Könnte es bei einem bestimmten Sponsor passieren? Bei einer de facto Übernahme durch einen reichen Scheich? Bei einem bestimmten Verhalten der Vereinsführung? Bei irgend etwas unsportlichem? Oder seid ihr eher der Meinung, dass ihr zwar mglw. zu Kritikern werdet, Euch aber niemals von dem Verein selbst abwenden würdet?

    Choo Choo.

    Einmal editiert, zuletzt von ()

  • A N Z E I G E
  • Ich glaube, dass ist eher ein schleichender Prozess. Wenn sich eine charakterlose Mannschaft ohne Erfolg Jahre für Jahre durch die Saison wurschtelt, alle drei Jahre ein Neuanfang ausgerufen wird und dann noch Dinge angestoßen werden, die einem explizit gegen den eigenen Kompass verstoßen, dann entwöhnt man sich und irgendwann verhagelt einem eine Niederlage nicht mehr das Wochenende.

    D O R A

    Unterschicht

    Oberguru und neuerdings auch Hellseher
    Moralische Instanz

  • Zitat

    Original geschrieben von Sonnenwirt:
    Ich glaube, dass ist eher ein schleichender Prozess. Wenn sich eine charakterlose Mannschaft ohne Erfolg Jahre für Jahre durch die Saison wurschtelt, alle drei Jahre ein Neuanfang ausgerufen wird und dann noch Dinge angestoßen werden, die einem explizit gegen den eigenen Kompass verstoßen, dann entwöhnt man sich und irgendwann verhagelt einem eine Niederlage nicht mehr das Wochenende.


    So leicht ist es leider nicht.

  • Sehr interessante Frage. Bei mir wäre tatsächlich der Investorenfaktor der wichtigste Punkt. Sobald der VfB Lübeck nur noch ein Spielball eines einzelnen Großinvestors wäre, könnte ich mich mit dem Verein nicht mehr identifizieren. Dabei spielt es für mich auch keine Rolle, ob das nun ein Scheich, ein Technik- oder Brause-Milliardär wäre.


    Sicherlich könnte es auch sein, dass andere Ereignisse zu einer solchen Abkehr führen könnten, aber da müsste man dann wirklich die jeweiligen Situation betrachten. Verhält sich ein Verein einmal blöd oder ist das eine generelle Tendenz? Wie Sonnenwirt schon schreibt, ist der Bezug zum eigenen Kompass extrem wichtig und wenn der nicht mehr stimmt, fehlt eben die wichtige Identifikation mit dem Verein. Da ist es dann wohl eher ein schleichender Prozess.

    Mein erster Blog: Videospielhistoriker - Geschichte in Videospielen. // CyBull TV - Der Darts-Channel


    The Signature of bdbjorn: Drechslerrr (4.4.2017), Selfmade (19.4.2017), Skyclad (22.05.2017), J-Man (21.08.2017), ...

  • Für mich relativ einfach, würde es eine europäische superleague geben und man verlässt die Bundesliga wäre es für mich vorbei


    Nicht komplett zurückziehen aber mein Interesse deutlich zurückfahren für die Zeit würde ich bei der Verpflichtung einzelner Leute, zum Beispiel wenn Klopp Trainer werden würde

  • Zitat

    Original geschrieben von Otto Addo:
    So leicht ist es leider nicht.


    Wir wissen, wovon wir reden.
    Der jahrelange und teilweise von handelnden Wahnsinnigen bewusst herbeigeführte Niedergang meines Vereins hat mich tatsächlich kein bisschen von diesem entfernt und Niederlagen schmerzen in vielen Fällen weiterhin.
    Richtig ist aber, dass es mir grundsätzlich nicht mehr so wichtig ist, und ich mich über Serien des Misserfolgs zwar ärgere, diese aber mein sonstiges Leben nicht beeinflussen. Das war früher anders. Ich schiebe es aber eher aufs Alter bzw. eine generelle -auch altersunabhängige- Verschiebung der Prioritäten im Leben.
    Das alles hat aber nichts damit zu tun, dass ich meinen Verein weniger lieben würde als vor 10, 20 oder 35 Jahren. Mir ist halt nur das sportliche nicht mehr so wichtig, da Fußball mich bis auf den HSV halt kein Stück mehr interessiert.


    Abwenden würde ich mich dann, wenn der Name, das Logo, die Vereinsfarben aufgrund von Verpflichtungen einem Sponsor oder Anteilseigner gegenüber geändert werden würden. Das ist für mich der einzig denkbare Fall.


    Das im Eröffungsbeitrag geschilderte Juventus-Beispiel würde mich dazu bewegen, gegen die Leute in der Führung, die diese Entscheidung getroffen haben zu protestieren und mich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für deren Rauswurf zu engagieren.. Da wäre ich auch nicht allein, wenn die Werte des Vereins derart mit Füßen getreten würden.
    Es wäre allerdings kein Grund, mich grundsätzlich für immer oder temporär vom HSV abzuwenden. Der Verein ist viel mehr als ein paar Idioten in der Führung die verachtenswerte Entscheidungen treffen.
    Somit endet mein Beitrag fast wie er begonnen hat: Ich weiß, wovon ich rede.

    Alte Fettflecken werden wieder wie neu, wenn man sie mit Butter bestreicht!

  • Eine interessante Frage.


    Dazu wäre eingangs natürlich wichtig wie stark die Bindung Verein sein muss. So wirklich regelmäßig war ich bei der Hertha vor dem bundesligaaufstieg 1996 mit mehreren Jahren Fanblock Dauerkarte.
    Es hat mich da dann mehr und mehr die vorherrschende Einstellung von Fangruppen (gestört, was dann meine Leidenschaft für den Club zusammen mit anderen Entwicklungen des Vereins einfach abflauen ließ und zwar heute noch gewisse Sympathie da ist, aber nicht mehr.


    Als Jugendlicher fand ich sogar mal die Bayern gut, aber das wafniemein Verein und heute ist er für mich die Langeweile pur. Zumindest langweilt es mich wenn jedes Jahr der gleiche Verein die Liga gewinnt.



    Heute verfolge ich halt meinen alten Jugendverein noch recht gerne. Aber das ist jetzt auch keine Leidenschaft.

    Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Lust. Lust auf Lagerfeuer und nen fetten Kuss. Lust auf Wunder, Wunderbar und Wundervoll. Lust mein Maul nicht zu halten wenn ich soll ( Manchmal - Milch & Blut )


    Also wenn man in alle Richtungen nur nach Süden kommt, dann ist es der Nordpol. Wenn man in alle Richtungen nur nach Norden kommt, ist es der Südpol. Soweit klar.
    Was ist dann wohl West-Berlin ;)

  • Zitat

    Original geschrieben von Otto Addo:
    So leicht ist es leider nicht.



    Ich muss schon sagen, dass mich das ein ganzes Stück vom Verein entfernt hat.
    Die Entlassung von Titz mit der Aussage, dass man alles dem sportlichen Erfolg unterordnen wolle und dann dem falschen festhalten an Wolf, der gerade diesen sportlichen Erfolg am Ende nicht mehr gebracht hat und man ab Februar sehen konnte, dass man nicht aufsteigen wird.


    Ab da habe ich mich emotional vom HSV verabschiedet.


    Diese Saison sieht es zwar ganz gut aus, aber mehr als Ergebnisse lese ich nicht mehr.

    "*****, let me give you a little life lesson --The price always matters, and it always matters the most."
    Keine DUMMEN Antworten bitte!

  • Anhaltender sportlicher Misserfolg und/oder eine schlechte Führung - selbst über Jahre hinweg - sind kein Grund für mich, sich von meinen Verein abzuwenden. Das kann sich ja ändern, auch wenn es Jahre dauert. Beides mit Fortuna Düsseldorf schon mitgemacht, mehrfach.


    Spieler kommen, Spieler gehen. Gleiches mit Trainern, Managern, Vorstand usw. Unliebsame Leute sind in der Regel nur zeitlich begrenzt da. Das ist für mich auch kein Grund es an Einzelpersonen festzumachen die austauchbar sind.


    Für mich müsste sich im Kern gundliegend sehr stark etwas verändern und der Wert des Vereins verloren gehen, wie etwa mit einer Übernahme eines Konzerns und des dadurch enstehenden Wandel vom Verein zum "Projekt" und einer dadurch kompletten Umstrukturierung mit ggf. neuen Namen, um komplett abzuspringen. Vorallem wenn noch dubiose Menschen dahinterstehen würden, wie etwa ein Mateschitz, der gänzlich andere politische Ansichten vertritt als der Verein.

  • Keine Ahnung. Wirklich komplett abwenden würde ich mich wahrscheinlich nie. Seinen Verein sucht man sich ja nicht aus. Zumindest sollte es so sein. Mir ist auch klar, dass das sicher einige Bayern und Dortmund Fans anders sehen. (Obwohl wahrscheinlich selbst die, die eigentlich gar keinen regionalen Bezug haben, nicht einfach gesagt haben "Ich bin jetzt Bayern/Dortmund Fan.)


    Beobachten kann ich das bei mir aber zur Zeit bei der deutschen Nationalmannschaft. Seit ich lebe, war mir das Team noch nie so egal wie im Moment. Das hat sich seit dem Weltmeistertitel 2014 so entwickelt. Ein sturer Trainer, der seinen Platz nicht räumen möchte, komische Nominierungen und Aussortierungen, null Leidenschaft im Team usw.
    Keine Ahnung wie es bei der nächsten EM oder WM sein wird. Aber jetzt gerade ist es mir scheißegal wenn ich darüber nachdenke ob wir weit kommen oder direkt in der Gruppenphase ausscheiden. Und das ist schon schade.

    Call it fate, call it luck, call it karma — I believe everything happens for a reason.


    VfB! LFC! Seahawks!

  • Zitat

    Original geschrieben von Spunke:
    Keine Ahnung. Wirklich komplett abwenden würde ich mich wahrscheinlich nie. Seinen Verein sucht man sich ja nicht aus. Zumindest sollte es so sein. Mir ist auch klar, dass das sicher einige Bayern und Dortmund Fans anders sehen. (Obwohl wahrscheinlich selbst die, die eigentlich gar keinen regionalen Bezug haben, nicht einfach gesagt haben "Ich bin jetzt Bayern/Dortmund Fan.)

    D.h., selbst wenn Deinem Verein das selbe passieren würde wie Austria Salzburg wärst Du noch mit dabei? Also wenn ein, sagen wir mal, Brausekonzern den Verein kauft, in Red Bull Suttgart umbenennt, das Logo ändert und alles neu designed - dann wärst Du trotzdem noch Fan? Da würde ich dann schon fragen: Was hat das noch mit "Deinem" Verein zu tun?


    (und ja, ich weiß, dass dieses Szenario in Dtl. derzeit nicht möglich ist, aber eine Änderung in diese Richtung ist mit Sicherheit auch nicht unmöglich).

  • Zitat

    Original geschrieben von Stingray:
    D.h., selbst wenn Deinem Verein das selbe passieren würde wie Austria Salzburg wärst Du noch mit dabei? Also wenn ein, sagen wir mal, Brausekonzern den Verein kauft, in Red Bull Suttgart umbenennt, das Logo ändert und alles neu designed - dann wärst Du trotzdem noch Fan? Da würde ich dann schon fragen: Was hat das noch mit "Deinem" Verein zu tun?


    (und ja, ich weiß, dass dieses Szenario in Dtl. derzeit nicht möglich ist, aber eine Änderung in diese Richtung ist mit Sicherheit auch nicht unmöglich).


    Naja, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht. Ist ja immerhin dann nicht mehr der Verein von dem ich Fan war. Aber es könnte durch den regionalen Bezug natürlich schon passieren, dass sich auch da wieder ein "Fansein" aufbauen könnte.

    Call it fate, call it luck, call it karma — I believe everything happens for a reason.


    VfB! LFC! Seahawks!

  • Schwierige Frage. Ich denke bei mir waere es auch wenn ein Investor voll einsteigen wuerde obwohl es bei uns ja auch schon "die Freunde der Eintracht gibt".


    Glaube bei mir waere es auch noch wenn ich mich mit der Mannschaft und den Spielern nicht mehr identifizieren koennte. Wenn es quasi keinen Spieler mehr gibt dessen Trikot ich tragen wuerde. Noch gibt es das und mag ich auch unsere Multikulti manchmal etwas Assitruppe.


    Gab zwar Dinge die weh getan haben wie der Abgang von Alex Meier (wobei man das ja jetzt wieder gerade gerueckt hat mit ihm als Jugendtrainer) oder Huetters Umgang mit Russ in seinem letzten Spiel, aber das sind ja einzelne Entacheidungstraeger und nicht das Gesamtkonzept als Mannschaft. Selbst in Liga Zwei gab es bisher immer Spieler die einen mitgerissen haben und solange es das gibt wuerde ich glaube ich Fan bleiben.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

A N Z E I G E