A N Z E I G E

Religionen und ihre heutige Bedeutung

  • Dann solltest du dich etwas besser informieren, denn es gibt mittlerweile bspw. wieder nach der Shoa Rabbinerordinationen, also jüdische Theologen in Deutschland. Und in Potsdam kann man jüdische Theologie unabhängig seiner Konfession studieren. Der Staat grenzt auch nicht aus, der Staat verlangt einen Ansprechpartner der Religionsgemeinschaften. Das Problem gab es zuletzt ja mit dem Islamunterricht als Schulunterricht, weil es dort, anders als bspw in den Kirchenvereinigungen keine Spitzenvertretung gibt.


    Es ist also absolut legitim, dass der Staat, sofern der Unterricht eben Schulunterricht ist, bestimmte Anforderungen stellt. Damit diskriminiert er nicht, sondern er sorgt dafür, dass es eben nicht zu fragwürdiger Inhaltsvermittlung kommt.


    Übrigens genau der Punkt, weshalb es durchaus positiv zu sehen ist, ein staatliches Theologiestudium zu haben. Denn in dem Moment, in dem alles „hinter verschlossener Tür“ passiert, bekommen wir ein Problem.

  • A N Z E I G E
  • Zitat

    Original geschrieben von Skyclad:
    Ich denke eher, du verstehst die Vorgehensweise nicht. Die Schwerkraft ist eine Theorie, die durch wissenschaftliche Experimente bestätigt wurde. So funktioniert Wissenschaft. Die Schwerkraft "gibt es" nicht, weil Newton das sagte und sein Wort nun Gesetz ist.


    Stell dich doch nicht so an: Newtons Experimente belegen die Schwerkraft. Gleichzeitig waren diese Ergebnisse das "Gegenargument" zur bisherigen Theorie, das damit als FALSCH widerlegt waren.


    Wenn du etwas neues entdeckst, dann widerlegst du damit eine bisherige Theorie, die nun nicht mehr gilt.


    Ich kann nicht beweisen oder widerlegen, dass es einen Gott gibt. Möchte ich aber auch nicht, weil ich gläubigen Mitmenschen grundsätzlich mal nicht auf die Füße treten möchte :)

  • Zitat

    Original geschrieben von Kir Royal:
    Stell dich doch nicht so an: Newtons Experimente belegen die Schwerkraft. Gleichzeitig waren diese Ergebnisse das "Gegenargument" zur bisherigen Theorie, das damit als FALSCH widerlegt waren.


    Wenn du etwas neues entdeckst, dann widerlegst du damit eine bisherige Theorie, die nun nicht mehr gilt.


    Ich kann nicht beweisen oder widerlegen, dass es einen Gott gibt. Möchte ich aber auch nicht, weil ich gläubigen Mitmenschen grundsätzlich mal nicht auf die Füße treten möchte :)


    Sorry, aber du kannst nicht das Gegenteil von wissenschaftlichen Methoden schreiben und dann mit "stell dich doch nicht so an" antworten.


    Und Newton belegt eben die Schwerkraft, hat also Belege dafür. Das gibt es bei Gottheiten aber schlicht nicht. Bloß weil jemand was geschrieben hat, wird es dadurch nicht wahr. Es gibt keine einzig bewiesene Theorie in dem Bereich.


    Also willst du nicht widerlegen, weil du gläubigen Mitmenschen nicht auf die Füße treten möchtest. Trittst du damit nicht Ungläubigen auf die Füße, weil du Partei ergreifst? Oder hältst du dich in salomonisch-agnostischer Manier ganz raus? ^^



    Heisenberg
    Danke für die Aufklärung. Das ist aber auch ein Beispiel, warum der deutsche Sonderweg des konfessionellen Religionsunterrichts absurd ist. Bei einem Ethikunterricht bräuchte man all diese Ansprechpartner nämlich gar nicht mehr.


    Und im Fach Religionswissenschaften kann man Theologie dann auch gut unterbringen. Täte einigen Theologen auch mal gut, mehr als nur die eigene Religion zu kennen (die meisten Theologiestudenten, die ich von früher kenne, haben das eh gemacht, aber die wollten ja auch nicht Priester werden).

  • Zitat

    Original geschrieben von Skyclad:
    Sorry, aber du kannst nicht das Gegenteil von wissenschaftlichen Methoden schreiben und dann mit "stell dich doch nicht so an" antworten.


    Und Newton belegt eben die Schwerkraft, hat also Belege dafür. Das gibt es bei Gottheiten aber schlicht nicht. Bloß weil jemand was geschrieben hat, wird es dadurch nicht wahr. Es gibt keine einzig bewiesene Theorie in dem Bereich.


    Also willst du nicht widerlegen, weil du gläubigen Mitmenschen nicht auf die Füße treten möchtest. Trittst du damit nicht Ungläubigen auf die Füße, weil du Partei ergreifst? Oder hältst du dich in salomonisch-agnostischer Manier ganz raus? ^^


    Also zum Prinzip der Falsifikation nach Popper gebe ich es bei dir auf. Ist ne ganz rationale, wissenschaftliche Methode. Mehr schreibe ich dazu nun wirklich nicht mehr.


    Allgemein habe ich vor jedem "gläubigen Menschen" den gleichen Aspekt wie vor jedem Atheisten. :)

  • Zitat

    Original geschrieben von Kir Royal:
    Also zum Prinzip der Falsifikation nach Popper gebe ich es bei dir auf. Ist ne ganz rationale, wissenschaftliche Methode. Mehr schreibe ich dazu nun wirklich nicht mehr.


    Allgemein habe ich vor jedem "gläubigen Menschen" den gleichen Aspekt wie vor jedem Atheisten. :)


    Was? Wie kann denn eine willkürliche Behauptung aufstellen und dann den Gegenbeweis verlangen eine rationale, wissenschaftliche Methode sein? Das ergibt schlicht und einfach keinen Sinn.


    Wie gesagt, da es schlicht keine Beweise für Gottheiten gibt, kann man im besten Fall agnostisch argumentieren - aber einen Beweis muss erst mal der erbringen, der eine Theorie aufstellt. Denn das ist Wissenschaft.


    Du schreibst es ja selbst:
    "Wenn du etwas neues entdeckst, dann widerlegst du damit eine bisherige Theorie, die nun nicht mehr gilt." Eine wissenschaftliche Theorie wurde aber belegt, wenn auch fehlerhaft. Gottheiten bzw. "göttliches Handeln" wurden hingegen wieder und wieder widerlegt. Weder das Wetter noch Unwetter haben mit Göttern zu tun, Evolution ebenfalls nicht.

  • Und später durch Einstein widerlegt bzw. erweitert. Aber das ist gar nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass korrekt durchgeführte Wissenschaft ein dynamischer Prozess ist, der sich ständig weiterentwickelt und während dem neue Erkenntnisse gewonnen werden. Popper sagt jetzt, dass man Thesen nur falsifizieren, aber nicht verifizieren kann. Und damit verlagert er die Beweispflicht und zwar so, dass Religionen aus der Beweispflicht genommen werden.


    Das Problem bei Religionen ist, der obengenannten dynamische Prozess nur sehr eingeschränkt stattfinden kann, da die Hauptquelle für Erkenntnisse (die jeweilige heilige Schrift) etwas sehr statisches ist und kaum neue Untersuchungsmethoden dazukommen. Dann ist es natürlich bequem zu sagen, dass wir solange Thesen aufstellen können, bis diese falsifiziert sind. Und damit kann auch seine persönliche Verantwortung für das eigene Verhalten abgeben. (Die Existenz eines Gottes wurde bis jetzt nicht widerlegt -> Also kann ich die Bibel als Gottes Wort ansehen. -> Da Gott per Definition unfehlbar ist, ist sein Wort Gesetz -> Damit ist Homosexualität Sünde/ Die Erde entstand in 7 Tagen/ Ich darf meine Tochter in Sklaverei verkaufen/ etc.)

  • Zitat

    Original geschrieben von dentz:
    (Die Existenz eines Gottes wurde bis jetzt nicht widerlegt -> Also kann ich die Bibel als Gottes Wort ansehen. -> Da Gott per Definition unfehlbar ist, ist sein Wort Gesetz -> Damit ist Homosexualität Sünde/ Die Erde entstand in 7 Tagen/ Ich darf meine Tochter in Sklaverei verkaufen/ etc.)


    Problem vor allem hierbei mit der Bibel ist, das der "unfehlbare" Gott mit der Bibel ein Buch repräsentiert, welches Widersprüche beinhaltet. Ich denke das dies auch einer der Gründe ist warum der Christentum aktuell absolut am schwächeln ist, zumindest um mal die "leere" in den Kirchen zu beurteilen.

  • Zitat

    Original geschrieben von Skyclad:
    Was? Wie kann denn eine willkürliche Behauptung aufstellen und dann den Gegenbeweis verlangen eine rationale, wissenschaftliche Methode sein? Das ergibt schlicht und einfach keinen Sinn.


    Wie gesagt, da es schlicht keine Beweise für Gottheiten gibt, kann man im besten Fall agnostisch argumentieren - aber einen Beweis muss erst mal der erbringen, der eine Theorie aufstellt. Denn das ist Wissenschaft.


    Du schreibst es ja selbst:
    "Wenn du etwas neues entdeckst, dann widerlegst du damit eine bisherige Theorie, die nun nicht mehr gilt." Eine wissenschaftliche Theorie wurde aber belegt, wenn auch fehlerhaft. Gottheiten bzw. "göttliches Handeln" wurden hingegen wieder und wieder widerlegt. Weder das Wetter noch Unwetter haben mit Göttern zu tun, Evolution ebenfalls nicht.


    Was genau verstehst du daran nicht?


    Welchen Beweis muss es für dich persönlich den geben um zu glauben das es einen Gott gibt? SOgar jeder Ateist wird dir bestätigen das die Abstinenz von absolut allem nicht plötzlich etwas ergeben kann. Außer man ist der Meinung das die absolute Abstinenz von Energie plötzlich etwas ergeben kann.

  • Zitat

    Original geschrieben von Emirplaya:
    Was genau verstehst du daran nicht?


    Welchen Beweis muss es für dich persönlich den geben um zu glauben das es einen Gott gibt? SOgar jeder Ateist wird dir bestätigen das die Abstinenz von absolut allem nicht plötzlich etwas ergeben kann. Außer man ist der Meinung das die absolute Abstinenz von Energie plötzlich etwas ergeben kann.


    Die erwiesene und zweifellose Existenz eines Gottes wäre beispielsweise ein Beweis. Wie das konkret aussehen soll, weiß ich natürlich auch nicht. Wenn da ein Alien landet und uns verklickert, dass es Gott ist, weil es uns aus seiner DNA erschaffen hat (hüstel, aus der Rippe), dann wäre selbst das noch kein Beweis, da es sich eben schlecht verifizieren lässt.


    Was soll denn die "Abstinenz von absolut allem" sein? Redest du da von vor dem Big Bang?
    Da gibt es ja verschiedene Theorien, die das berücksichtigen:
    - das Universum dehnt sich aus und zieht sich irgendwann wieder zusammen; dies kann durchaus ein zyklischer Prozess sein
    - der Big Bang war ein Weißes Loch.


    Die Theorie, dass irgendeine Gottheit hat aus dem Nichts das Universum erschaffen hat, hapert doch genauso - und erklärt ja gerade das Universum mit "da war nix, aber Gott war da und hat aus dem Nichts alles geschaffen". War denn da vorher nichts? Und war die Gottheit schon immer? Und wer hat die Gottheit erschaffen?
    Diese Theorie lässt zu wünschen übrig, wenn man denn beispielsweise die abrahamitischen Religionen und deren Entstehungsgeschichten sieht. Andere Religionen, die von Kreisläufen sprechen (z. B. Ragnarök und die folgende "neue Welt"), lassen da schon viel mehr offen.


    Klar wissen wir momentan vermutlich, wie das Universum entstanden ist, aber (noch) nicht, was vorher war. Da dann aber die Karte "Gott" zu ziehen ist ein nettes Gedankenspiel, aber wissenschaftlich nicht belegbar.

  • A N Z E I G E
  • Ich möchte mich hier noch zurückhalten. Generell finde ich die Religionsbetrachtung an sich sehr interessant. Aber einerseits gehört die gesamte Geschichte dieser Religion im historischen Kontext dazu und nicht nur die "heutige" Sicht, sondern eben eine umfassende Betrachtung. Inklusive anderer Weltreligionen ausserhalb der verschiedenen christlichen oder islamischen Religionen und ihrer verschiedenen Auslegungsrichtungen, also auch Konfuzianismus, Hinduismus, Buddhismus und Taoismus als natürlich auch der jüdische Glauben.


    Wenn ich mal Zeit und Muße habe, versuche ich mal ganz vereinfacht und im Allgemeinen auf diese einzugehen.


    Ansonsten versucht das mal nicht zum Zwiegespräch werden zu lassen, das war die Befürchtung von mir bezüglich dieses Threads ;)


  • Was verstehst du unter abstinenz von allem nicht? Nenne mir doch bitte einen einzigen Wissenschaftler der überzeugt ist das die Welt von absolut "nichts" erschaffen wurde.


    Die Definition von nichts im Duden:" absolutes Nichtsein; Gegensatz zum Sein und zum Seienden"


    Wenn es aber keine Atome keine Energie keine Kraft gibt, das absolute nichts, dann gibt es auch kein Weißes Loch. Die Theorie das von nichts etwas entstehen kann, wird sie niemals ändern. Jede Wirkung MUSS eine Ursache haben.


    Die Theorie von einer Allmächtigen Kraft, die Zeitlos ist, da der Allmächtige Zeit erschaffen hat ergibt schon mehr Sinn für mich. Alleine wie die Natur aufgebaut ist, wie unser gesamter Körper funktioniert, unsere Gefühle und Gedanken, wie einzigartig wir sind. Vorallem fragt man sich doch, warum bin ich überhaupt hier? Wer hat mich erschaffen? Sinn des Lebens? Wo bleibt die Gerechtigkeit für ungerechte Menschen? All diese Fragen finden eine Antwort.


    Die Antwort auf deine Frage ist also simpel: Gott gab es schon immer. Gottheit wurde nicht erschaffen da er der Erschaffer ist. Sobald Gott erschaffen wird (Beispiel Jesus in der Christlichen Religion) geht jede Definition von Gott flöten.

  • Zitat

    Original geschrieben von Emirplaya:
    ... Vorallem fragt man sich doch, warum bin ich überhaupt hier? Wer hat mich erschaffen? Sinn des Lebens? Wo bleibt die Gerechtigkeit für ungerechte Menschen? All diese Fragen finden eine Antwort...
    .


    1. Du hast eine genetische Lotterie gewonnen
    2. Deine Eltern haben dich "erschaffen"
    3. Du gibst deinem Leben Sinn, ansonsten wäre der Sinn vermutlich Reproduktion
    4. Es gibt keinen Anspruch auf Gerechtigkeit für böse Menschen


    Es ist schön, dass eine Gottheit diese Fragen für dich beantwortet, für mich hat das mit der Wahrheit leider nichts zu tun. Hitler verrottet genauso in der Erde wie jeder andere auch.

  • Ich finde Religion kann durchaus etwas sehr schönes sein.
    Wenn es mir schlecht geht, ich einsam bin, ich Angst habe, dann kann der Gedanke "da ist jemand der mich liebt" etwas tröstendes sein. Finde ich teilweise durchaus beneidenswert daran zu glauben.


    Ich habe allerdings da so meine Probleme da ich an verschiedenen Dingen scheitere, vor allem an der Geschichte vom Leben nach dem Tod, dem Himmel.

  • Zitat

    Original geschrieben von OldManWaterfall:
    1. Du hast eine genetische Lotterie gewonnen
    2. Deine Eltern haben dich "erschaffen"
    3. Du gibst deinem Leben Sinn, ansonsten wäre der Sinn vermutlich Reproduktion
    4. Es gibt keinen Anspruch auf Gerechtigkeit für böse Menschen


    Es ist schön, dass eine Gottheit diese Fragen für dich beantwortet, für mich hat das mit der Wahrheit leider nichts zu tun. Hitler verrottet genauso in der Erde wie jeder andere auch.


    1. Gewinnchancen ziemlich gering ;)


    2. Das ewige Leid...wer hat meine Eltern erschaffen? Wer die Großeltern.....


    3. Schwache Argumentation, aber wenn du damit zufrieden bist...


    4. Für mich gibt es Gerechtigkeit. Jeder der mir ungerecht tut und jedem den ich was ungerechtes tue, wird am tag des jüngsten Gerichtes für seine Ungerechtigkeit gerade stehen müssen.Auch Adolf Hitler. Jetzt geht es mir schon viel besser :)

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