A N Z E I G E

Der "allerlei Nachrichten aus Politik, Unternehmen, Finanzen"-Thread #5

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  • Vielleicht ein kleiner Ausflug in die Biographie von Lindner. Manchmal fragt man sich ja schon wie tief diese Vorstellungen verwurzelt sind.


    Sein Vater war Lehrer(!), Eltern trennten sich, er lebte bei der Mutter.
    Zivildienst wählte er anfangs nur aus wirtschaftlichen Gründen. Schon vor dem Abitur war er freiberuflich als Berater für Stromanbieter tätig.
    Seine Moomax Gmbh, gefördert über Risikokapitalfonds Enjoyventure mittels staatlicher Hilfen, die sich auf Internet-Avatare fixierte, war ein finanzieller Rohrkrepierer vom Wirtschafts-Wunderkind und ging nach einem Jahr bankrott.
    Aber hey, fake it till you make it, also ab, komplett in die Politik. Immerhin wusste er ja, dass dort das Geld lockerer sitzt. Und somit auch viel einfacher sich abgesichert zu bereichen.
    Die heftigen Nebeneinkünfte sind ja auch viel einfacher zu kassieren, als tatsächlich auf diesem Ellbogenmarkt zu bestehen.


    Später dann trennte er sich für die 15 Jahre jüngere andere Frau, hat keine Kinder, während er in der Politik eben auch scheute echte Verantwortung zu übernehmen, als es endlich mal die Chance gab.


    Na gut, immerhin hat er Scheine fürs Motorboot fahren und Jagen, vielleicht ist das ein Hinweis auf die nächsten grandiosen Vorschläge in der Verkehrspolitik/Fischerei und Forstwirtschaft.

  • A N Z E I G E
  • Aber wieder zurück von der Witzfigur auf echte Themen, wie das allumfassende Korruptionsthema in Deutschland.


  • Zitat

    Original geschrieben von Nachtfuchs:
    Und weil es einen Fraktionszwang gibt bzw. weil Abgeordnete sich alle vier Jahre neu zur Wahl stellen lassen müssen und eben unter Umständen Gefahr laufen nicht wieder ins Parlament gewählt zu werden ist das eine Legitimation für Lobbyismus oder sogar Korruption?!


    Das hat er nicht geschrieben. Und auch nicht gemeint. Finde es Busserl erschreckend, dass du scheinbar nicht nachvollziehen kannst, dass jemand nicht für vier Jahre seine Kanzlei/Firma abgibt/zumacht.


    Zitat


    Interessant.Wenn diese nachweislich vom Tisch sind, wieso klagt die betreffende Firma nun gegen das Bundeswirtschaftsministerium gegen Herausgabe des damaligen Lobbyschreibens?
    https://www.abgeordnetenwatch.…abe-von-lobbyschreiben-an


    Nun, für Staatsanwalt und Bundestag schon, denn beide haben ihre Untersuchungen eingestellt. Warum AI klagt ist doch vollkommen egal - der Fall ist von verschiedenen Institutionen untersucht worden und kein strafbares Fehlverhalten wurde festgestellt.


    Zitat


    1. ist hart an der Grenze zur Disqualifikation für dieses Forum.
    2. Das ändert maximal, dass der zeitliche Aufwand nicht so hoch ist. Das Mandat zwischen Abgeordneten X und Mandant Y bleibt doch trotzdem bestehen und damit auch mein Punkt mit dem Interessenkonflikt.


    Du sagst, du tust dich bzgl. Arbeitspensum und Verantwortung schwer - ich sage dir, wie sie das machen. Und das Thema Interessenkonflikt kann nun mal in jeder Beziehung auftauchen, dass ist doch nichts, was geschäftliche Beziehungen exklusiv haben.


    Zitat

    Wir sollen den Status Quo also so belassen wie er ist, weil sich die betreffenden Personen dann andere Schlupflöcher suchen? Sorry, das hat für mich nichts mit Differenzierung, sondern eher mit Kapitulation bzw. dem Willen am Festhalten des bisherigen Schmus zu tun.


    Das ist eine extrem interessante Interpretation meiner Aussage. Denn das habe ich nun mal nicht im Ansatz geschrieben. Wenn man so wie du, sämtliche Fälle über einen Kamm schert, dann brauch man keine geschäftlichen Beziehungen um Interessenkonflikte zu sehen. Dann werden diese in Zukunft halt in anderen Bereichen des Lebens gesehen. Und warum? Weil man es sehen will. Bestimmt gibt es Fehlverhalten, will ich gar nicht leugnen, aber nicht jeder Kontakt oder jede Verbindung zwischen Politiker und einem wirtschaftlichen Vertreter ist automatisch ein Interessenskonflikt oder gar Korruption - da sind wir uns hoffentlich einig. Und weil da nun mal jeder Kontakt unterschiedlich ist, muss man diese auch unterschiedlich betrachten. Genauso mit Spenden etc. Es gibt bei vielen Dingen doch einen rechtliche. Rahmen, der absteckt, was erlaubt ist. Und der sollte darüber entscheiden, ob jemand einen Interessenskonflikt hat, korrupt ist oder ähnliches. Und nicht die persönliche Sympathie des Einzelnen.


    Zitat


    Ich wiederhole mich: Man sollte die Überlegungen hinsichtlich Lobbyregister und Veröffentlichung der Nebeneinkünfte eher als Schutzmechanismus für die Demokratie und für die Abgeordneten verstehen und nicht als Hindernis.


    [b]Schade, dass du das so siehst. Aber unterstreicht nur meinen Eindruck.


    Dein Eindruck ist herzlich egal - um den geht es nämlich nicht in der Bewertung von Fehlverhalten oder keinem. Ich habe auch nichts gegen das Lobbyregister, aber selbst wenn bereits da wäre und auch dort stünde nichts belastbares z.B. gegen Philipp Amthor, dann würden trotzdem einige hier probieren die Sau durchs Dorf zu treiben. Und das ist es, was mich persönlich stört und jegliche Diskussion auch auf dem Niveau obsolet macht.

    D O R A

    Unterschicht

    Oberguru und neuerdings auch Hellseher
    Moralische Instanz

  • Zitat

    Original geschrieben von U.N.Registriert:
    Der Gedanke ist doch einfach "Wir wollen im Gespräch bleiben und machen für alles und jedes Vorschläge ohne Konzept dahinter" - oder siehst du das etwa anders?


    Wenn die FDP in Ihrer letzten Regierungszeit mehr gemacht hätte, als Ihre Lobby zufrieden zu stellen (nicht mal das ist ja gelungen) oder sich bei den letzten Koalitionsverhandlungen nicht Kompromissen verweigert hätte, würde ich sie vielleicht ernst nehmen und nicht so lächerlich ansehen, wie sie sich selber gemacht haben.


    Ja, ich sehe da einen anderen Gedanken dahinter. Habe ich ja schon beleuchtet. Ist dir ja egal und das nur, weil es von der FDP kam. Finde ich persönlich schade, zumal du ja eigentlich gegen Vorurteile und Vorverurteilungen bist. Für mich ist es ein Unterschied, ob ich eine Idee doof finde, dass dann aber diskutiere - selbst wenn ich die Idee weiterhin doof finden werde oder ob ich sie einfach doof finde und mich von vornherein verschließe, nur weil mir der Ideengeber nicht gefällt.

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  • Du übernimmst dich hier gerade ziemlich. Man kann Lindner gerne kritisch sehen und sein politische Wirken sowie seine Positionen hinterfragen, aber der pseudopsychologische Ansatz ist, gelinde gesagt, ne Frechheit.

  • Zitat

    Original geschrieben von Sonnenwirt:

    Das hat er nicht geschrieben. Und auch nicht gemeint. Finde es Busserl erschreckend, dass du scheinbar nicht nachvollziehen kannst, dass jemand nicht für vier Jahre seine Kanzlei/Firma abgibt/zumacht.

    Jeder kann nachschauen, was der betreffende User geschrieben hat und interessant, dass du für ihn in die Bresche springst hinsichtlich dem, wie sein geschriebenes Wort gemeint ist oder nicht. Er schrieb:

    Zitat


    Klar gibt es viele korruptionsfreie Politiker und Idealisten, aber genauso gibt es viele Abgeordnete, die eben genau wissen dass ihre Zeit für ihr Mandat endlich ist und die eben versuchen, in dieser Zeit möglichst viel Geld zu verdienen und da gerne auch mal die Nähe zu Wirtschaft suchen.

    Und ich finde, dass man das durchaus so verstehen kann, dass man - wo es nur geht - die Hände offen hält und somit die von mir beschriebenen Punkte legitimiert. Darfst du gerne anders sehen, ich bleibe aber dabei.


    Zitat

    Nun, für Staatsanwalt und Bundestag schon, denn beide haben ihre Untersuchungen eingestellt. Warum AI klagt ist doch vollkommen egal - der Fall ist von verschiedenen Institutionen untersucht worden und kein strafbares Fehlverhalten wurde festgestellt.

    Alles klar. Lassen wir den armen Philipp mit seinen bösen Hochstaplern, die ihn umgarnt haben, aus dem Spiel. Auch wenn du nicht müde wirst ihn immer und immer wieder anzubringen. Wieso, darf jeder selbst für sich entscheiden, ich habe da so meine eigene Vermutung.


    Zitat

    Du sagst, du tust dich bzgl. Arbeitspensum und Verantwortung schwer - ich sage dir, wie sie das machen. Und das Thema Interessenkonflikt kann nun mal in jeder Beziehung auftauchen, dass ist doch nichts, was geschäftliche Beziehungen exklusiv haben.

    Sagt auch niemand, aber wir reden hier über politische Mandatsträger auf Bundesebene. Vertretern unserer Demokratie. Da sollte mMn schon ein besonderes Augenmerk gelten.


    Zitat

    Das ist eine extrem interessante Interpretation meiner Aussage. Denn das habe ich nun mal nicht im Ansatz geschrieben. Wenn man so wie du, sämtliche Fälle über einen Kamm schert, dann brauch man keine geschäftlichen Beziehungen um Interessenkonflikte zu sehen. Dann werden diese in Zukunft halt in anderen Bereichen des Lebens gesehen. Und warum? Weil man es sehen will. Bestimmt gibt es Fehlverhalten, will ich gar nicht leugnen, aber nicht jeder Kontakt oder jede Verbindung zwischen Politiker und einem wirtschaftlichen Vertreter ist automatisch ein Interessenskonflikt oder gar Korruption - da sind wir uns hoffentlich einig. Und weil da nun mal jeder Kontakt unterschiedlich ist, muss man diese auch unterschiedlich betrachten. Genauso mit Spenden etc. Es gibt bei vielen Dingen doch einen rechtliche. Rahmen, der absteckt, was erlaubt ist. Und der sollte darüber entscheiden, ob jemand einen Interessenskonflikt hat, korrupt ist oder ähnliches. Und nicht die persönliche Sympathie des Einzelnen.

    Zitat

    Und ich finde der rechtliche Rahmen sollte hierfür straffer gezogen werden. Das hat auch nichts mit Sympathie oder dergleichen zu tun. Das würde ich bei jedem Mandatsträger im deutschen Bundestag so erwarten. Wenn du mit Ausflüchten kommst, wie das bestimmte schwarze Schafe direkt umgehen würden, kannst du mir ja nochmal versuchen zu erklären, wie man es sonst verstehen sollte, wie ich es getan habe.


    Zitat

    Dein Eindruck ist herzlich egal - um den geht es nämlich nicht in der Bewertung von Fehlverhalten oder keinem. Ich habe auch nichts gegen das Lobbyregister, aber selbst wenn bereits da wäre und auch dort stünde nichts belastbares z.B. gegen Philipp Amthor, dann würden trotzdem einige hier probieren die Sau durchs Dorf zu treiben. Und das ist es, was mich persönlich stört und jegliche Diskussion auch auf dem Niveau obsolet macht.

    Zitat

    Dass du nichts gegen ein Lobbyregister hast, überrascht mich tatsächlich ein kleines bisschen. Aber gut, Hauptsache die Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten, die noch nebenher als Juristen, Steuerberater, etc. tätig sind, sind gesichert. Verstehe.

  • Zitat

    Original geschrieben von Sonnenwirt:

    Edit: Man könnte auch Möglichkeiten individueller KPIs einräumen. Habe ich eine Schule, wo außergewöhnlich viele Schüler die Schule abbrechen? Ok, Ziele definieren, Maßnahmen ableiten, die Lehrer umsetzen und bei Erfolg honorieren. Ist doch deutlich besser, als es einfach hinzunehmen.


    Aber an welchen KPIs willst du denn die Qualität der der Lehrperson festsetzen? Geführte Gespräche? Anzahl der AGs( die im Allgemeine übrigens nur mit einer halben Deputatstunde abgegolten werden, obwohl sie mindestens genauso viel Vorbereitung, oft sogar deutlich mehr, erfordern) Wie bewerte ich die Qualität der Beziehungsarbeit? Was ist mit Körpersprache und die Benutzung der Stimme? Alles wichtige Softskills.


    Ich bin vollkommen bei dir wenn du sagst, dass es einen Kulturwechsel geben muss, gerade was Kooperation oder gegenseitiges Feedback angeht. Aber ich sehe einfach viele Probleme damit, wenn man versucht Unterricht an Hand von KPIs zu quantifizieren, da dieser so unterschiedlich sein, und trotzdem im Endeffekt eine ähnlich gute Qualität haben kann.


    Was ein extremer Fokus auf KPIs bewirken kann, sieht man übrigens wunderbar in den USA. Da werden in vielen Bundesstaaten öffentliche Schulen oftmals zu Grunde gerichtet, weil sie die geforderten KPIs nicht liefern können. Und statt das Problem holistisch anzugehen (Verbesserung der gesamtgesellschaftliches Situation), wird den Schulen das Geld abgedreht.


    Edit: Könnte mich schon wieder in Rage darüber schreiben wieviel meiner Meinung im Ausbildungssystem für Lehrer falsch läuft und man es grundsätzlich überholen müsste, aber gut.

  • Zitat

    Original geschrieben von Sonnenwirt:
    Es sagt sehr viel über einen aus, wenn man ein Leistungsprinzip mit einem Ellenbogensystem gleichsetzt. Der Vorschlag hat natürlich eine Berechtigung, denn, viel zu viele Lehrer im Altersbereich 50/55+ sitzen nur noch ihre Zeit ab. Ich hatte zur Abiturzeit in den 00er Jahren ein relativ altes Lehrerkollegium, sodass ich das hautnah mehrfach beobachten konnte. Und da waren DM statt Euro Jahre nach der Euro Einführung noch das kleinste Problem. Ein Punktesystem, wo bspw. jeder Punkt 0,25% mehr Gehalt entspricht und die Punkte klar definiert und nachvollziehbar dargestellt sind, sind nämlich deutlich mehr Chance als Risiko. Wer halt kein Bock mehr hat, weil er durch seine (in meinen Augen ebenfalls zu diskutierende) Verbeamtung eh genug verdient, macht halt nichts extra. Dennoch könnte das den ein oder anderen doch nochmal motivieren Sachen zusätzlich zu machen.


    Es sagt sehr viel über jemanden aus, wenn hier ein Drucksystem (nichts anderes sind solche Systeme in der Wirtschaft, da solche Dinge besonders gern dort eingesetzt werden, wo Leistungen in direkten Vergleich gesetzt und über Gruppendynamik und Hierarchie Druck aufgebaut wird) in den schulischen Bereich integriert werden soll, in dem schon genug Kinder und Jugendliche durch ein Schubladensystem aus dem Raster fallen.
    Wer hier ernsthaft glaubt, dass sich ein solches System rein auf die Lehrer auswirken wird, der hat keinen Sinn für Realismus.


    Auch hier Menschen aufgrund ihrer evtl. Verbeamtung anzugreifen und ihre Leistung und Bezahlung pauschal infrage zu stellen, da man das ja "in der Schule selbst beobachten konnte" aber gleichzeitig zu schwadronieren, was für eine große Leistung doch das Vererben von Vermögen ist und wie unverschämt doch eine Versteuerung wäre, ist persönlich mehr als schwach.


    Man kann sich gerne über dringend notwendige Änderungen im Schulsystem unterhalten, auch gerne über einen komplett anderen Ansatz (Förderung von Stärken statt "platte" Breitenbildung, Schwachen helfen aus dem "Loch" zu kommen, in dem sie teilweise festsitzen) aber bestimmt nicht über einen Vorschlag von Christian Lindner "Lehrer nach Leistung zu bezahlen", der den einzigen Zweck hatte, sowohl am Stammtisch auf fruchtbaren Boden zu fallen, als auch die aktuelle Situation dazu zu nutzen, eine Breitseite gegen eine Gruppe zu fahren, die gerade zwischen Politik, Eltern und Schwurblern zerrieben wird.

  • Zitat

    Original geschrieben von Nachtfuchs:
    Jeder kann nachschauen, was der betreffende User geschrieben hat und interessant, dass du für ihn in die Bresche springst hinsichtlich dem, wie sein geschriebenes Wort gemeint ist oder nicht. Er schrieb: Und ich finde, dass man das durchaus so verstehen kann, dass man - wo es nur geht - die Hände offen hält und somit die von mir beschriebenen Punkte legitimiert. Darfst du gerne anders sehen, ich bleibe aber dabei.



    Da haben wir eine verschiedene Grundeinstellung zu dem Thema. Ich erwarte nicht bei jedem Menschen automatisch negatives.


    Zitat


    Alles klar. Lassen wir den armen Philipp mit seinen bösen Hochstaplern, die ihn umgarnt haben, aus dem Spiel. Auch wenn du nicht müde wirst ihn immer und immer wieder anzubringen. Wieso, darf jeder selbst für sich entscheiden, ich habe da so meine eigene Vermutung.


    Ich bringe ihn an, weil er in sozialen Medien oftmals immer noch als korrupt dargestellt wird und es mich unglaublich stört, dass ein Mensch, der durch die Staatsanwaltschaft und den Bundestag freigesprochen wird, ständig mit falschen Vorwürfen konfrontiert wird.


    Zitat


    Sagt auch niemand, aber wir reden hier über politische Mandatsträger auf Bundesebene. Vertretern unserer Demokratie. Da sollte mMn schon ein besonderes Augenmerk gelten.


    Und ich finde der rechtliche Rahmen sollte hierfür straffer gezogen werden. Das hat auch nichts mit Sympathie oder dergleichen zu tun. Das würde ich bei jedem Mandatsträger im deutschen Bundestag so erwarten. Wenn du mit Ausflüchten kommst, wie das bestimmte schwarze Schafe direkt umgehen würden, kannst du mir ja nochmal versuchen zu erklären, wie man es sonst verstehen sollte, wie ich es getan habe.


    Ich glaube jetzt kommen wir der Sache näher. Erstens: Ich sagte nicht, dass man Korruption nicht bekämpfen soll. Ich habe auch deine Ausflüchte nicht so geschrieben, wie du das interpretierst. Ich probiere es nochmal anders: Selbst wenn Lobbyregister da ist und Nebeneinkünfte verboten sind, findet man, wenn man will, dennoch Fehler bei Abgeordneten - wenn man die Dinge nicht differenziert betrachtet. Zum Beispiel, wenn die Frau eines Angeordneten Lehrerin ist und dieser Abgeordnete dafür stimmt, dass Lehrer mehr Geld kriegen. Da können dann auch Vorwürfe kommen im Sinne „Der will ja nur, dass seine Frau mehr kassiert“. Wenn ich mit Dreck werfen will, werde ich immer was finden. Deswegen sage ich: Eine Ebene rauszoomen und das Ganze differenziert betrachten.


    Des Weiteren spreche ich von legalen Nebeneinkünften - du willst, dass das straffer gezogen wird. Das ist grundsätzlich kein Widerspruch, aber warum sollten einzelne MdB bei sich strengere Maßstäbe anlegen, als es das Gesetz vorsieht? Da gibt es keinen Grund und für mich ist da nun mal das, was aktuell im Gesetz steht, der Maßstab. Und da ist zum Beispiel ein Amthor freigesprochen worden. Das man die aktuelle Maskenaffäre nutzen sollte, um das Gesetz zu verschärfen: Gerne. Aber auch dann sollte jeder einzelne Fall differenziert betrachtet werden.


    Zitat


    Dass du nichts gegen ein Lobbyregister hast, überrascht mich tatsächlich ein kleines bisschen. Aber gut, Hauptsache die Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten, die noch nebenher als Juristen, Steuerberater, etc. tätig sind, sind gesichert. Verstehe.


    Mir persönlich sind die Nebeneinkünfte übrigens auch egal - außer es sind meine eigenen. Aber ich verstehe es, warum Menschen nicht auf 200k, 300k oder gar mehr verzichten bzw. den Fortbestand dieser Einnahmen nicht versiegen lassen für ca 130k Abgeordnetendiät, welches auch erstmal nur für vier Jahre gesichert ist (Alle Zahlen gelten p.a.).

    D O R A

    Unterschicht

    Oberguru und neuerdings auch Hellseher
    Moralische Instanz


  • Vielen Dank für dein Posting. Ganz ernsthaft. Immerhin einer, der zu einer konstruktiven Diskussion bei dem Thema in der Lage ist.


    Zu deinen Inhalten: Ich weiß es nicht genau. Wichtig ist natürlich, dass sich Lehrer nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis von Schülern und Eltern begeben. Aber warum nicht solche Dinge wie bereits erwähnt: Medieneinsatz, Schulabbrecher-Quoten oder ähnliches. Oder jemand übernimmt Sonderaufgaben und schult Lehrer in Technik oder aktuellen Jugendtrends - sodass die Lehrer besser verstehen, was gerade bei den Schülern so angesagt ist. Ich denke schon, dass man Dinge finden kann, man muss es halt mal mit den entsprechenden Experten diskutieren. Alles andere wäre ja eigentlich nichts anderes als: Wir lassen alles so laufen.

    D O R A

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  • Zitat

    Original geschrieben von al_sb_683:
    Es sagt sehr viel über jemanden aus, wenn hier ein Drucksystem (nichts anderes sind solche Systeme in der Wirtschaft, da solche Dinge besonders gern dort eingesetzt werden, wo Leistungen in direkten Vergleich gesetzt und über Gruppendynamik und Hierarchie Druck aufgebaut wird)


    In quasi allen Tarifverträgen gibt es die Möglichkeit für Zulagen - die im Prinzip nichts anderes darstellen. Und das mit Beitrag der Arbeitnehmervertretung. So schlimm, kann es also nicht sein. Vor allem muss man es auch mal offen sagen: Man wird eingestellt um eine Leistung zu erbringen und nicht aus anderen Gründen. Das heißt ein gewisser „Grund-Druck“ ist doch eh vorhanden.


    Was du nicht siehst oder einfach ignorierst, ist, dass es neben dem Risiko, natürlich auch eine Chance für die Mitarbeiter darstellt: Bin ich engagiert und will mehr machen, dann kann ich dafür honoriert werden. Wenn ich nur so viel mache wie nötig und in der Masse untergehen will, dann halt nicht. Zumal ein Leistungsprinzip nur dann Druck aufbaut, wenn es die Chance einräumt, dem Mitarbeiter bei schlechter Leistung auch was wegzunehmen. Geschieht dies nicht, ist es einfach nur die Belohnung für fleißigere oder bessere Mitarbeiter.



    Zitat


    in den schulischen Bereich integriert werden soll, in dem schon genug Kinder und Jugendliche durch ein Schubladensystem aus dem Raster fallen.


    Und genau das kann dadurch verhindert oder verringert werden, wenn man die Lehrer, die bereit wären, noch einen Schritt mehr zu machen, finanziell belohnt.


    Zitat


    Wer hier ernsthaft glaubt, dass sich ein solches System rein auf die Lehrer auswirken wird, der hat keinen Sinn für Realismus.


    Es soll sich doch auf das ganze System auswirken.


    Zitat


    Auch hier Menschen aufgrund ihrer evtl. Verbeamtung anzugreifen und ihre Leistung und Bezahlung pauschal infrage zu stellen, da man das ja "in der Schule selbst beobachten konnte" aber gleichzeitig zu schwadronieren, was für eine große Leistung doch das Vererben von Vermögen ist und wie unverschämt doch eine Versteuerung wäre, ist persönlich mehr als schwach.


    Aaaaahhh, wir sind wohl etwas emotional unterwegs oder was soll der Ausflug zu meinen steuerlichen Ansichten? Ich habe übrigens auch niemanden pauschal angegriffen, aber passt schon...



    Zitat


    Man kann sich gerne über dringend notwendige Änderungen im Schulsystem unterhalten, auch gerne über einen komplett anderen Ansatz (Förderung von Stärken statt "platte" Breitenbildung, Schwachen helfen aus dem "Loch" zu kommen, in dem sie teilweise festsitzen) aber bestimmt nicht über einen Vorschlag von Christian Lindner "Lehrer nach Leistung zu bezahlen", der den einzigen Zweck hatte, sowohl am Stammtisch auf fruchtbaren Boden zu fallen, als auch die aktuelle Situation dazu zu nutzen, eine Breitseite gegen eine Gruppe zu fahren, die gerade zwischen Politik, Eltern und Schwurblern zerrieben wird.


    Es ist halt immer die Frage: Was macht man draus. Probiert man den Hintergrund für die Idee zu verstehen (der Hintergrund war bestimmt nicht der, den du genannt hast) oder setzt man den Tunnelblick auf und schimpft auf Lindner. Leute wie du ziehen den Vorschlag auf Stammtischniveau runter. Leute wie dentz gehen konstruktiv drauf ein, selbst wenn sie es als schwierig erachten.


    Bist du zufällig Lehrer?

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  • Zitat

    Original geschrieben von Sonnenwirt:


    Ich glaube jetzt kommen wir der Sache näher. Erstens: Ich sagte nicht, dass man Korruption nicht bekämpfen soll. Ich habe auch deine Ausflüchte nicht so geschrieben, wie du das interpretierst. Ich probiere es nochmal anders: Selbst wenn Lobbyregister da ist und Nebeneinkünfte verboten sind, findet man, wenn man will, dennoch Fehler bei Abgeordneten - wenn man die Dinge nicht differenziert betrachtet. Zum Beispiel, wenn die Frau eines Angeordneten Lehrerin ist und dieser Abgeordnete dafür stimmt, dass Lehrer mehr Geld kriegen. Da können dann auch Vorwürfe kommen im Sinne „Der will ja nur, dass seine Frau mehr kassiert“. Wenn ich mit Dreck werfen will, werde ich immer was finden. Deswegen sage ich: Eine Ebene rauszoomen und das Ganze differenziert betrachten.


    Des Weiteren spreche ich von legalen Nebeneinkünften - du willst, dass das straffer gezogen wird. Das ist grundsätzlich kein Widerspruch, aber warum sollten einzelne MdB bei sich strengere Maßstäbe anlegen, als es das Gesetz vorsieht? Da gibt es keinen Grund und für mich ist da nun mal das, was aktuell im Gesetz steht, der Maßstab. Und da ist zum Beispiel ein Amthor freigesprochen worden. Das man die aktuelle Maskenaffäre nutzen sollte, um das Gesetz zu verschärfen: Gerne. Aber auch dann sollte jeder einzelne Fall differenziert betrachtet werden.

    Na also, unter diesem Gesichtspunkt kann ich den Ruf nach Differenzierung eher verstehen und auch zustimmen. Ansonsten sind wir gar nicht so weit auseinander. Nur, dass ich eben klar für eine Gesetzesverschärfung bin und es vielleicht etwas idealistischer sehe als du. ;)

  • Lehrer*innen verdienen ja schon sehr gut, haben Jobsicherheit und haben auch sehr viel zu tun. Ich kenne keine Lehrer*in in meinem Bekanntenumkreis, der/die nicht schon kurz vorm Nervenzusammenbruch stand, alleine der Weg zur Verbeamtung ist mega stressig. Ich weiß jetzt nicht, was genau man dann auch bewerten soll? Sehe es schon kommen, dass es dann Schüler*innen Feedback gibt und die Lehrer*innen daran gemessen werden. Außerdem würde es wie schon gesagt, viel eher zu Fällen kommen, wo Lehrer*innen eher gegeneinander konkurrieren, als gemeinsam versuchen die Kinder zu unterrichten.


    Deswegen bei einer so wichtigen Institution, die Schule nun einmal ist, sollte es kein Leistungs-/ und Konkurrenz-Druck geben, vor allem nicht, wenn viele Lehrer*innen eh schon einen sehr guten Job machen. Wie gesagt CL suggeriert ja sie machen ihren Job nicht gut genug und das müsste begründet werden.


    Ansonsten fehlt es an anderer Stelle, an Digitalisierung, eigentlich müssten Lehrer*innen einen Arbeitslaptop bereitgestellt bekommen, es sollte mehr Schulungen zum Thema Medienkompetenz geben und nicht nur immer dieses mit erhobenen Zeigefinger "Die Kinder müssen aufpassen, was sie auf Social Media teilen", sondern wirklich sich anschauen, was bei den Kindern so abgeht, was vielleicht auch positiv ist etc.

  • Das mit dem Feedback fände ich übrigens gar nicht so schlecht. Ich würde es keinenfalls an monitäre Anreize oder disziplnarische Maßnahmen koppeln, aber das Feedback kann sehr wertvoll sein. Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass selbst Kinder aus Klasse 5 zielgenau und konstruktiv analysieren können. Und ich würde mir eine Atmosphäre bzw. eine Umgebung im Kollegium oder in den Fachschaft wünschen, wo auf breiter Ebene offen und gewinnbringend damit umgegangen wird.


    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man nach dem Ref erstmal froh, wenn keiner mehr hinten sitzt und man auch mal "in Ruhe Fehler machen kann". Aber sobald mal das Theme gegenseitige Besuche aufkommt, dann verfallen viele in eine Schutzreaktion und blocken eine Verpflichtung ab, da das oftmals als direkten Angriff auf die Wertschätzung oder Qualität ihrer Arbeit wahrgenommen wird. Und das finde ich schade. Bei einigen Refis scheint das ja untereinander zu funktionieren und es wird auch gemacht. Nur leider sehe ich nicht, dass sich das im Gesamten durchsetzten wird.


    Das sehe ich auch als großem Kritikpunkt im Ausbildungssystem. Da wird oft zu viel Wert auf theoretisches oder Nachschlagewissen (mit welchem exakten Wortlaut ist ein Thema im Bildungsplan verankert, nennen Sie alle Stufen des Entwicklungsmodells von Piaget, usw. ), aber an konkreten Dingen, die unseren Alltag prägen, wie Kommunikation mit Schülern und Eltern, auch bei schwierigen Themen, Körpersprache, Gestik und Mimik, Kompromissfindung, gesunde Selbstreflektion, mentale Hygiene etc.,kommen nur am Rande oder gar nicht in der Ausbildung vor. Und eine der Konsequenzen ist meiner Meinung nach das Misstrauen gegenüber gegenseitigem Feedback, da dies ja als zusätzliche unnütze Belastung empfunden wird, die am Ende sogar noch das eigene Selbstbild in Frage stellen und man Schwächen offenbaren könnte.


    Zitat

    Original geschrieben von Sonnenwirt:
    Vielen Dank für dein Posting. Ganz ernsthaft. Immerhin einer, der zu einer konstruktiven Diskussion bei dem Thema in der Lage ist.


    Zu deinen Inhalten: Ich weiß es nicht genau. Wichtig ist natürlich, dass sich Lehrer nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis von Schülern und Eltern begeben. Aber warum nicht solche Dinge wie bereits erwähnt: Medieneinsatz, Schulabbrecher-Quoten oder ähnliches. Oder jemand übernimmt Sonderaufgaben und schult Lehrer in Technik oder aktuellen Jugendtrends - sodass die Lehrer besser verstehen, was gerade bei den Schülern so angesagt ist. Ich denke schon, dass man Dinge finden kann, man muss es halt mal mit den entsprechenden Experten diskutieren. Alles andere wäre ja eigentlich nichts anderes als: Wir lassen alles so laufen.


    Aber da wären wir schon wieder beim Problem der Entlohnung. Das System ist sehr verkrustet. Eine Abgeltung bzw. ein Studenausgleich für Kolleginnen, die solche Sachen leisten, ist oftmals nicht möglich, da die zusätzlichen Deputatsstunden über die Jahre immer weiter zusammengesteichen wurden, oder die Anrechnung ist ein Witz. Zum Beispiel würden unsere Oberstufenberater für die Position selber keine Anrechbungsstunden bekommen. Das heißt, wenn ich diese wichtigen Positionen vernünftig ausfüllen möchte, dann geht auf meine Freizeit,insbesondere wenn ich das autodidaktisch lernen muss. Jeder Netzwerkbeauftragte an einer Schule kann ein Lied davon singen.

  • Falls jemand die schlechtest-mögliche Implementation von Lehrer_Innenfeedback live miterleben will, so muss man sich nur die App "Lernsieg" ansehen. Damit wollte ein Wiener Jungunternehmer das österreichische Bildungssystem revolutionieren (und/oder durch massives Abgreifen von Nutzerdaten ordentlich Kohle machen).
    Man hat da einfach eine Datenbank aller Lehrer_Innen zusammengestellt und jede Person kann jeden Lehrer mit einem kommentarlosen Sternerating bewerten. Wenig verwunderlich stellte sich binnen kurzer Zeit heraus, dass Unterrichtende in den klassisch als "schwer" geltenden Fächern wie Mathe oder Physik deutlich schlechter bewertet werden als jene in Fächern wie Musik oder Sport.

    “Democracies in which there are no significant political choices to be made, where economic policy is all that really matters—and where economic policy is now largely determined by nonpolitical actors (central banks, international agencies, or transnational corporations)—must either cease to be functioning democracies or accommodate once again the politics of frustration, of populist resentment.”

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