A N Z E I G E

Erbschaftssteuer - viel zu wenig oder nichts, was dem Staat zusteht?

  • Das wichtigste zuerst: Ich hoffe, das grillen war super.


    Was den Rest Deines Postings angeht, zeigt das genau, was für mich das Problem ist. Du sagst sinngemäß - sofern ich Dich richtig verstehe - dass der Staat an erbrachten Leistungen partizipieren sollte, aber nicht an Geschenken.


    Für mich ist das ein Stück weit absurd. Wenn jemand bei mir putzt und ich gebe der Person dafür Geld, dann kriegt der Staat davon einen Teil. Würde ich der Person "einfach so" Geld schenken, dann nicht. Ist das nicht ein wenig seltsam, wenn der Staat bei "Geld für Leistung" die Hand aufhält, bei "Geld einfach so geschenkt" aber nichts dergleichen tut?


    Für mich sollte - und da sind wir wieder bei dem Argument auf dem das ganze für mich immer wieder herausfläuft - der Staat "Geld für Leistung" nicht steuerlich so viel schlechter stellen als "Geld für Nichts".


    Ich fände es viel gerechter, nicht den leistungs-bezogenen Aufbau von Vermögen so viel stärker zu besteuern als den Gegenleistungs-freien Vermögenstransfer.

  • A N Z E I G E
  • Zitat

    Original geschrieben von Kapitän Ahab:
    Am Ende des Tages ist das was ich besitze, irgendwo mein Geld, und da erachte ich es auch als richtig, dass ich am Ende damit machen kann, was ich will. Eigentlich ein relativ simples Konzept. Auf das was da ist, wurde (vermutlich) der aktuelle Spitzensteuersatz bereits gezahlt, sprich der Staat und die Allgemeinheit hat seinen Anteil auch irgendwann schon bekommen. Irgendwo sollte es dann auch mal gut sein, und es wirkt schon ein wenig dreist, immer wieder zu kommen, und noch ein bisschen mehr zu wollen.


    Ganz anders sehe ich dies, wenn es zum Beispiel um eine Kapitalertragssteuer geht. Einkünfte aus Kapital und Vermögen sollten in keiner Form anders behandelt werden, als Einkünfte aus 'echter' Arbeit.


    Das ist irgendwie ziemlich widersprüchlich.
    Also gegen eine Erbschaftssteuer spricht für Dich, dass Person A das Geld, welches vererbt wird ja schon versteuert als es dieses als Einkommen eingenommen hat und deswegen Person B, welche dieses Geld nun vollkommen ohne eigene Leistung bekommen soll, dieses nun nicht nochmal versteuern sollte.
    Wenn aber eine Person A Geld verdient, die Lohnsteuer darauf zahlt und es dann an der Börse anlegt, ist es gerecht, wenn Person A die nochmals Steuer auf die Gewinne und eventuell zukünftig sogar auf den Kauf und Verkauf bezahlen soll?

    CyBoard Rookie of the Year 2008; CL-Tippspiel Sieger 15/16


    Zwischen dem Leben, wie es ist, und dem Leben, wie es sein sollte, ist ein so gewaltiger Unterschied, dass derjenige, der nur darauf sieht, was geschehen sollte, und nicht darauf, was in Wirklichkeit geschieht, seine Existenz viel eher ruiniert als erhält.(Niccoló Machiavelli)

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  • Wo fang ich jetzt an, es soll ja kurz werden, weil spät.


    Das wichtigste: Grillen mit der Belegschaft war nett.


    Aber jetzt zum Thema, und ich versuche mich, auch weil ich nicht ganz nüchtern bin kurz zu fassen, und zwar in einer Positivformulierung.


    Ich bin dafür, dass ein Staat alles besteuern darf, was in sein aktuelles Bruttoinlandsprodukt fließt. Das stellt für mich den Idealzustand dar. Dazu gehört auch eine Kapitalertragssteuer, bei der ja nicht das angelegte Vermögen besteuert wird, sondern nur die erwirtschafteten Gewinne aus selbigem. Das gilt auch für Gewinne aus Vermietung und Verpachtung. Zinsgewinne und auch Zinsenszinsen irgendwo besser zu stellen als reale Arbeit, ist eben ein Unding.


    Was ich eben nicht verstehe, in diesem Kontext, wie der Staat aus dem Umstand meines Tod rechtfertigt und ableitet, Anspruch auf einen Teil meines bzw. dann das Vermögen meiner Frau zu erheben. Stellt sich in meinem persönlichen Fall ja auch die Frage, welcher Staat, da meine Frau nicht mal die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.


    Wie bereits gesagt, ich verstehe den Wunsch, absurde Einzelvermögen einzufangen, und nicht unbedingt mein doch noch recht überschaubares, aber wir diskutieren hier ja gerade nicht über praktische Ansätze, wie Freibeträge oder Anwendungen und Ausnahmen (auch so eine Pest im Steuergesetz: Ausnahmen für alles), sondern eher über philosophische Grundlagen, was erstrebenswert für eine Gesellschaft ist.


    Und in meinem Fall ist die Wahrscheinlichkeit eh hoch, dass alles in eine Tierschutzstiftung geht, und der ganze Hof dann als Tierheim/Wildpark oder sowas weitergenutzt wird. Und über Stiftungen bzw. gemeinnützige Spenden lässt sich das ja eh alles an Steuergesetzgebung wunderbar aushebeln.

    Zunächst das Fundamentale. Sei niemals feige, sei niemals grausam. Und iss niemals Birnen! Und nicht vergessen: Hass ist so was von töricht! Und Liebe ist immer weise. Versuch ruhig, immer nett zu sein, aber hör nie auf, gütig zu sein. Oh! Und verrat bloß niemandem deinen Namen. Es würde ihn ohnehin keiner verstehen. Mit Ausnahme von Kindern. Kinder hören ihn gelegentlich. Vorausgesetzt, sie haben ihr Herz am rechten Fleck. [...] Kinder, ja, die hören deinen Namen. Aber keiner sonst. Keiner sonst. Niemals.


    Lache laut! Lauf schnell. Vergiss nicht, gütig zu sein.

  • Zitat

    Original geschrieben von Kapitän Ahab:
    Was ich eben nicht verstehe, in diesem Kontext, wie der Staat aus dem Umstand meines Tod rechtfertigt und ableitet, Anspruch auf einen Teil meines bzw. dann das Vermögen meiner Frau zu erheben.


    Es wird ja nicht der verstorbene Erblasser besteuert, sondern die "Einkünfte des Erben".

  • Um nochmal gedanklich mit Stingray zu knuddeln, wir machen das ja so selten, hier ein Artikel des Spiegels:
    Klick


    Auch die OECD empfiehlt für Deutschland eine höhere Erbschaftssteuer.


    "Erbschaftsteuern könnten laut OECD helfen, die Vermögenskonzentration zu verringern und die Chancengleichheit zu verbessern – besondere dann, wenn sie relativ hohe Vermögen betreffen. Sie seien im Allgemeinen auch mit geringeren Effizienzeinbußen verbunden als andere Steuern für Wohlhabende."

    CyBoard Rookie of the Year 2008; CL-Tippspiel Sieger 15/16


    Zwischen dem Leben, wie es ist, und dem Leben, wie es sein sollte, ist ein so gewaltiger Unterschied, dass derjenige, der nur darauf sieht, was geschehen sollte, und nicht darauf, was in Wirklichkeit geschieht, seine Existenz viel eher ruiniert als erhält.(Niccoló Machiavelli)

  • Genauso wie bei allen anderen Fragen sollte auch hier eine für jeden Einzelfall individuell angepasste Lösung gefunden werden. Man kann nicht einfach pauschal irgendwelche Sätze senken, anheben, verändern oder sonstwas. Es müsste genau untersucht werden wer da wem was und wie viel vererbt um feststellen zu können wie, falls überhaupt, das ganze zu versteuern ist. Das wird wohl aber nie passieren da viele Menschen Probleme mit Individualllösungen haben und für alles mögliche konkrete Vorgaben brauchen.
    Wenn man schon so agiert dann bin ich dafür die Erbschaftssteuern zu senken bzw. komplett zu streichen. Ich habe mich mit diesem Thema nicht wirklich beschäftigt aber wenn das System es jemandem ermöglicht ein Vermögen anzuhäufen dann sollte dieser Mensch dieses auch weitergeben dürfen an denjenigen der es seiner Meinung nach am meisten verdient ohne dass der Erbe dafür zur Kasse gebeten wird. Erbt jemand bestimmte Werte, z.b. ein besonders Auto dessen Wert siebenstellig ist, dann wird er dafür eh eine KFZ Steuer entrichten müssen, aber einen Betrag an den Staat abzuführen nur weil sein Großvater ihm dieses Fahrzeug hinterlassen hat, das sollte nicht sein. Wenn man irgendwo ansetzen will dann sollte man erstmal feststellen wieso überhaupt ein einzelnes Fahrzeug so einen Wert haben kann und wie es möglich ist dass ein Einzelner sich sowas leisten kann, das wäre wesentlich wichtiger als darüber zu diskutieren ob er es vererben kann ohne dass dem Erben zusätzliche Kosten entstehen.

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