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Rassismus in der Gesellschaft

  • Abgesehen davon, dass es nur FFF als Quelle dazu gibt,

    Finde diesen Aspekt dabei noch wichtig. Es gibt keine weitere Aussagen irgendwelcher Beteiligten oder eine Videoaufnahne des ganzen, welche uns eine bessere Einordnung der Situation ermöglicht.

    Was wir aber haben ist das Statement von FFF Köln, in welchem sie ankündigen, in Zukunft ihre Ordner bei Verdachtsfällen von Taschendiebstahl oder ähnlichen Delikten beim Verdächtigen mitlaufen zu lassen anstatt die Polizei dazu zu rufen. Und das auch nur bei BIPoC. Einige scheinen das als Notwendigkeit zum Schutz dieser Menschen anzusehen, ich finde das zumindest Diskussionswürdig.

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  • Finde diesen Aspekt dabei noch wichtig. Es gibt keine weitere Aussagen irgendwelcher Beteiligten oder eine Videoaufnahne des ganzen, welche uns eine bessere Einordnung der Situation ermöglicht.

    Was wir aber haben ist das Statement von FFF Köln, in welchem sie ankündigen, in Zukunft ihre Ordner bei Verdachtsfällen von Taschendiebstahl oder ähnlichen Delikten beim Verdächtigen mitlaufen zu lassen anstatt die Polizei dazu zu rufen. Und das auch nur bei BIPoC. Einige scheinen das als Notwendigkeit zum Schutz dieser Menschen anzusehen, ich finde das zumindest Diskussionswürdig.

    Falls am Ende dann gar keine Anzeige erfolgt kommt auch eine Strafbarkeit gemäß § 258 Abs. 1 StGB in Betracht

  • Ich habe mir jetzt mal das Instagram-Statement von FFF Köln komplett durchgelesen und neben meiner Frage die ich gestern schon gestellt habe (wieso veröffentlich man so ein Statement überhaupt, da klar ist, dass das nur Gegenwind erzeugt) sind mir noch 2 Punkte besonders aufgefallen:


    1. Wieso schließt man aus diesem Vorfall, "dass BiPoC in den Strukturen von Fridays For Future nicht sicher sind"? Also selbst wenn man der Polizei rassistische Strukturen unterstellt und davon ausgeht, dass der Tatverdächtige so behandelt wurde wie er behandelt wurde, weil er nicht Weiß ist, hat das doch überhaupt nichts mit den Strukturen von FFF selbst zu tun. Da wurde (vermeintlich oder auch tatsächlich ist völlig unerheblich) ein Taschendiebstahl begangen und zur Klärung die Polizei hinzu geholt. Das ist ja eindeutig nicht rassistisch motiviert, selbst wenn der Tatverdächtige eben eine BiPoC ist. Wie dann wiederum die Polzei gegen ihn vorgeht liegt aber gar nicht mehr in der Gewalt von FFF.


    2. Ganz anderes Thema aber für mich eine auch sehr zweifelhafte bzw. nicht zu erklärende Aussage: "BiPoC gehören zu den am stärksten von der Klimakrise Betroffenen,..." ganz klar, denke es ist unbestreitbar, dass global gesehen die mehrheitlich weiß dominierten Länder und Regionen bisher am wenigsten Schaden am Klimawandel nehmen. "...auch hier in Deutschland" wieso das denn? Wieso ist mein schwarzer Nachbar von der Klimakrise betroffener als ich? Auch hier werden doch wieder zwei Dinge vermischt, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Es ist so, dass man es als BiPoC auch hierzulande in vielerei Hinsicht wesentlich schwerer hat bzw. es schwerer gemacht bekommt als "alte weiße Männer", aber die Klimakrise trifft doch alle gleichermaßen, die Dürre, Überschwemmungen, Hitzewellen, was auch immer macht doch keinen Unterschied je nach Hautfarbe.

  • 2. Ganz anderes Thema aber für mich eine auch sehr zweifelhafte bzw. nicht zu erklärende Aussage: "BiPoC gehören zu den am stärksten von der Klimakrise Betroffenen,..." ganz klar, denke es ist unbestreitbar, dass global gesehen die mehrheitlich weiß dominierten Länder und Regionen bisher am wenigsten Schaden am Klimawandel nehmen. "...auch hier in Deutschland" wieso das denn? Wieso ist mein schwarzer Nachbar von der Klimakrise betroffener als ich? Auch hier werden doch wieder zwei Dinge vermischt, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Es ist so, dass man es als BiPoC auch hierzulande in vielerei Hinsicht wesentlich schwerer hat bzw. es schwerer gemacht bekommt als "alte weiße Männer", aber die Klimakrise trifft doch alle gleichermaßen, die Dürre, Überschwemmungen, Hitzewellen, was auch immer macht doch keinen Unterschied je nach Hautfarbe.

    Ich würde da halt nur das Argument sehen, bezüglich Armut, Jobsicherheit etc. Klimawandel wird sozial Schwächere, wo BiPoC eher dazu gehören, eher treffen, wenn alles teurer wird, durch Lebensmittelknappheit, steigende Energiepreise und fehlender Infrastruktur.


    Aber ja weiß nicht ob es das ist, was die Person(en), die das Statement verfasst haben meinen.

  • Ich würde da halt nur das Argument sehen, bezüglich Armut, Jobsicherheit etc. Klimawandel wird sozial Schwächere, wo BiPoC eher dazu gehören, eher treffen, wenn alles teurer wird, durch Lebensmittelknappheit, steigende Energiepreise und fehlender Infrastruktur.

    Klar in diese Richtung habe ich auch gedacht. Trotzdem ist das doch, wie du auch sagst, erstmal ein Problem des Wohlstands bzw. ob man Armutsbetroffen ist oder nicht usw. natürlich spielt es da auch mit rein ob man eine BiPoC ist oder nicht. Aber so pauschal wie das im Statement rausgehauen wird stimmt es nunmal einfach nicht. Die BiPoC-Ärztin in Deutschland ist weniger betroffen als der weiße Hartz IV-Empfänger usw.


    Dieser Insta-Post ist von vorne bis hinten ein derartiges Eigentor, ich frage mich wirklich wer das verfasst bzw. durchgewunken hat, gerade wenn man eine Gerechtigkeitsorganisation sein will muss man doch klar machen, dass das Problem alle betrifft und nicht das Gegenteil. Aber das Thema hat mit Rassismus nichts zu tun, deswegen sind wir bei diesem Punkt hier im Thread eh falsch, ist mir wie gesagt nur unangenehm aufgefallen.

  • Danke Max

    "Edit: Beispiel: Auf einer rechten Demo wird ein Stein auf ein Auto geworfen. Ist es damit genüge getan, wenn der Veranstalter anbietet, dass die werfende Person dann von Ordnern begleitet wird, damit sie es nicht mehr tut, damit er nicht keinen Kontakt zur Polizei bekommt? Würdest du das richtig finden?"

    Das edit war denke ich noch direkt an mich gerichtet. Ich habe ja bereits geschrieben dass jede Form von Selbstjustiz illegitim ist. Bei einem Wurf eines Steines auf ein Auto, Menschen, Hund, Katze, Fensterscheibe ist es immer ein Fall für die Exekutive und meist dann auch für die Judikative. Ob die Demo nun links, rechts, bunt, braun oder gar keine Demo ist verändert überhaupt nichts.


    Du vermischt hier Dinge erheblich. Es ist zu keiner Straftat gekommen (nach allen Quellen die hier vorgelegt worden). Auch der fokus spricht von keinet Straftat. Es gab keine Festnahme. Ob jemand sich ausweisen kann oder möchte spielt keine Rolle bei einer Straftat. Du kannst nicht sagen 'verrate ich nicht' und wirst unbehelligt laufen gelassen wenn eine Straftat oder der dringende Verdacht vorliegt. Es gab laut FFF versuchten Diebstahl. Laut FFF gab es keine Beweise. Es ist auch nichts gestohlen worden. Es gilt die unschuldsvermutung.


    Das ist doch nicht mit Sachbeschädigung zu vergleichen. Da ist jemand zu schaden gekommen. Es gibt eine Anzeige. Zur not gegen unbekannt.


    Es gibt doch bisher auch keine anderslautende Berichte von Polizei, zeugen oder seriösen Medien. Daher erschließt sich mir nicht warum ihr wisst, das er kein Jugendlicher war. Falls ihr es besser wisst meldet euch doch zur Aufklärung bei der polizeistelle.


    In den anderen Punkten müssen wir so verbleiben, dass wir die Quellen sehr anders Lesen. Schade ist, dass du auch nach nun erstmaligen Lesen des statements trotzdem auf allen vorher geformten Meinung beharrst.

    Wir haben ein Glück dass wir in einem freuen Land mit funktionierenden Rechtssystem leben dürfen. Ich hoffe zumindest da kommen wir zusammen.

  • Auch der Versuch des Diebstahls ist strafbar, so dass ich davon ausgehe, dass es eine Straftat gegeben hat.


    Und ja, wir haben ein vernünftiges Rechtssystem, aber der Beitrag zeigt deutlich, dass FFF-Köln auf dieses System nicht vertraut und sehr wahrscheinlich (mutmaßliche) Straftäter nicht bei der Polizei anzeigen wird, wie sie zumindest mit ihrem Part „Es hätte nicht passieren dürfen, dass wir – ungeachtet des vorgeworfenen Verhaltens der Person – eine BIPoC (“ Black, Indiginous and People of Colour“) an die Polizei übergeben haben.“ deutlich machen.


    Wenn das eine geschlossene Veranstaltung wäre, wäre das schon mehr als kritisch. Bei einer öffentlichen Demonstration ist das skandalös.

    Einmal editiert, zuletzt von Danke Max ()

  • der Verdächtige scheint ja noch jung zu sein, da wird auch gerne erstmal geprüft ob das Jugendstrafrecht zur Geltung kommt, und bei Jugendlichen gilt ausserdem ein besonderer Schutz, weswegen Informationen eher zurückgehalten werden.

  • Das Statement ist alles andere als schlau, keine Frage, aber ich weiß wirklich nicht, warum es skandalös sein soll, wenn eine Organisation entscheidet, dass sie keine mutmaßlichen Diebe anzeigen möchte, wenn diese zur Gruppe der BIPoC gehören.

    Zum einen ist der Diebstahl bis zu einem gewissen Rahmen ohnehin nur ein Antragsdelikt, wenn also nicht der Geschädigte selber einen Strafantrag stellt, kümmern sich die Strafverfolgungsbehörden gar nicht darum. Und zum anderen gibt es ohnehin keine Verpflichtung, eine Straftat anzuzeigen. Das ist am Ende immer noch eine Entscheidung die jede Person für sich selber entscheiden kann. Wenn die FFF-Gruppe in Köln dies so entscheidet, kann man das vielleicht als Außenstehender doof finden und würde es selber anders entscheiden, einen "Skandal" sehe ich da aber nun wirklich nicht drin. Zumal diese Entscheidung der FFF als Organisation ja auch keinen Demonstrationsteilnehmer davon abhält, den Vorfall dennoch per Anzeige zu melden.

  • Auch der Versuch des Diebstahls ist strafbar, so dass ich davon ausgehe, dass es eine Straftat gegeben hat.


    Und ja, wir haben ein vernünftiges Rechtssystem, aber der Beitrag zeigt deutlich, dass FFF-Köln auf dieses System nicht vertraut und sehr wahrscheinlich (mutmaßliche) Straftäter nicht bei der Polizei anzeigen wird, wie sie zumindest mit ihrem Part „Es hätte nicht passieren dürfen, dass wir – ungeachtet des vorgeworfenen Verhaltens der Person – eine BIPoC (“ Black, Indiginous and People of Colour“) an die Polizei übergeben haben.“ deutlich machen.


    Wenn das eine geschlossene Veranstaltung wäre, wäre das schon mehr als kritisch. Bei einer öffentlichen Demonstration ist das skandalös.

    Auch hier wieder, du weißt dass der Satz anders weitergeht und verkürzt das Zitat bewusst so dass eine ganz falsche aussage drauß wird.


    Und zweitens, es gab keine Festnahme, keine Anzeige, keine belastenden Zeugenaussagen, keinen anderslautenden Polizeibericht.

    Warum gilt für den Jugendlichen die Schuldvermutung statt der unschuldsvermutung? Kein Polizist, kein Richter legen ihm bisher irgendetwas zur Last. Warum legst du dich sofort drauf fest dass er schuldig ist?


    E: dadurch dass ich hier schreibe du hast meine Oma beklaut wirst du auch nicht zum Straftäter und wünscht dir doch auch nicht so behandelt zu werden von allen Mitmenschen, alles ohne dass ich irgendwelche Beweise oder Zeugenaussagen vorbringe und auch keinerlei juristische Schritte unternehme.


    Du möchtest doch auch die Möglichkeit in einem fairen Prozess dich zu verteidigen und dass solange die unschuldsvermutung gilt.

    Einmal editiert, zuletzt von kupo ()

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  • Festnahmen sind bei Diebstahlen ja auch eher die Ausnahme, kein Wunder, dass es keine gab. Gerade in dieser Situation hätte sowas vermutlich eher zu einer Eskalation der Sache geführt. Ob FFF Köln wirklich weiß wie die Sache nun weitergeht, wage ich zu bezweifeln.


    "Es hätte nicht passieren dürfen, dass wir – ungeachtet des vorgeworfenen Verhaltens der Person – eine BIPoC (“ Black, Indiginous and People of Colour“) an die Polizei übergeben haben, ohne vorher andere Lösungsmöglichkeiten auszuprobieren. In diesem Falle hätten unsere Ordner*Innen die Person weiter begleiten sollen um die Demonstration abzusichern, ohne die Polizei einzuschalten."


    Dieser Absatz sagt doch genau das, was ich sage. Die Person hätte trotz Anschuldigung nicht der Polizei zugeführt werden sollen.


    ... Zumal diese Entscheidung der FFF als Organisation ja auch keinen Demonstrationsteilnehmer davon abhält, den Vorfall dennoch per Anzeige zu melden.

    Stimmt ist ja nur Rassismus wenn dies angezeigt wird, weil man keiner schwarzen Person zumuten kann nach einer potentiellen Straftat polizeiliche Maßnahmen zu durchlaufen. Zumindest indirekt werden Personen die das möchten doch mit solchen Statements unter Druck gesetzt.

  • Stimmt ist ja nur Rassismus wenn dies angezeigt wird, weil man keiner schwarzen Person zumuten kann nach einer potentiellen Straftat polizeiliche Maßnahmen zu durchlaufen. Zumindest indirekt werden Personen die das möchten doch mit solchen Statements unter Druck gesetzt.

    Wie äußert sich denn dieses "unter Druck setzen"? Erneut: Jemanden anzuzeigen, weil man vermutet, dieser habe einen Diebstahl begangen oder versucht, ist eine freie persönliche Entscheidung von jedem einzelnen. Die Organisation kann der Meinung sein, dass man es nicht tun sollte, sie kann diese Meinung auch damit begründen, dass BIPoC verstärkter Polizeigewalt ausgesetzt sind. Das sind legitime politische Meinungen, die man teilen kann oder auch nicht, aber einen Skandal sehe ich darin wirklich nicht.

    Jeder hat die Möglichkeit das anders zu sehen, selbst dann, wenn Teile der Organisation dies für Rassismus halten sollten. Solange dies dann nicht in Bedrohungen oder Gewalt gegen den Anzeigensteller umschlägt, wofür es nun wirklich bislang gar keine Anhaltspunkte gibt, ist das einfach politische Meinungsäußerung.

  • Das Statement ist alles andere als schlau, keine Frage, aber ich weiß wirklich nicht, warum es skandalös sein soll, wenn eine Organisation entscheidet, dass sie keine mutmaßlichen Diebe anzeigen möchte, wenn diese zur Gruppe der BIPoC gehören.

    Rein interessehalber: Es wäre also ok einen alten, weißen Mann anzuzeigen, aber BiPoc nicht?

  • Rein interessehalber: Es wäre also ok einen alten, weißen Mann anzuzeigen, aber BiPoc nicht?

    Als Einzelperson? Klar, warum nicht? Wen ich persönlich anzeige und wessen Straftaten ich persönlich toleriere, ist doch ganz alleine mir überlassen. Man ist als Privatperson (und auch als private Organisation) doch nicht dazu gezwungen in jedem Lebenssachverhalt alle immer gleich zu behandeln.

    Man kann dann gerne über die Motivation dieser Ungleichbehandlung diskutieren und diese für richtig oder für falsch halten und dies dann entsprechend bewerten, aber das fällt doch erst einmal alles unter die eigene freie Entscheidungshoheit.

  • Als Einzelperson? Klar, warum nicht? Wen ich persönlich anzeige und wessen Straftaten ich persönlich toleriere, ist doch ganz alleine mir überlassen. Man ist als Privatperson (und auch als private Organisation) doch nicht dazu gezwungen in jedem Lebenssachverhalt alle immer gleich zu behandeln.

    Man kann dann gerne über die Motivation dieser Ungleichbehandlung diskutieren und diese für richtig oder für falsch halten und dies dann entsprechend bewerten, aber das fällt doch erst einmal alles unter die eigene freie Entscheidungshoheit.

    Als Organisation sollte man seine Mitglieder aber schützen. Oder zumindest für Sicherheit sorgen. Wenn ich quasi einen Freibrief für Straftaten an alle BiPoc verteile kann das aber nicht im Sinne dieser Sicherheit sein.

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