A N Z E I G E

Bundestagsdebatten und Regierungshandeln der Legislaturperiode 2021 - 2025

Die MOONSAULT.de Year-End Awards 2021 sind eröffnet: Jetzt mitmachen und abstimmen!
  • Nahles hat in einer schwierigen Regierungskonstellation eine der wichtigsten Behörden Deutschlands souverän geleitet und (als eine der wenigen Minister*innen in der Legislaturperiode) herausragende Ergebnisse vorzuweisen.

    Sollte sie die Beste für den Job sein (und über die „heißen Hauptstadtgerüchte“ des Schundblatts für Dumme hinaus etwas dran sein) dann bitte. Ich erwarte lediglich, dass die Entscheidung für die Gesundheitsminister*in nach bestem Wissen und Gewissen getroffen wird.


    Dass ich ihre öffentlichen Auftritte oft speziell fand (jüngere Menschen würden vieles wohl „cringe“ nennen), tut nichts zur Sache. Die Minister*in soll einzig und allein Ergebnisse liefern und ihre Behörde erstklassig aufstellen. Everybodys Darling sollen andere machen.

    Alte Fettflecken werden wieder wie neu, wenn man sie mit Butter bestreicht!

    Einmal editiert, zuletzt von Tom Mickel ()

  • A N Z E I G E
  • Ich bin kein verblendeter Merkel-Hasser, aber für mich geht da eine eiskalte, opportunistische Machtpolitikerin wie viele andere auch. Niemand, dem ich bösen Willen dem Volke gegenüber unterstellen würde. Aber eben ein Mensch, der am einen Tag noch im Parlament gegen die Ehe für alle stimmen und sich an einem anderen Tag im Ausland für die Einführung der Ehe für alle feiern lassen kann. Das ist für mich die kluge, pragmatische Angela Merkel.


    Nur weil ich mich an ihre Präsenz als Kanzlerin gewöhnt habe, macht mich das also nun wirklich nicht sonderlich emotional.

    God is love - but Satan does that thing with the tongue you like so much.

  • Ich habe auch die Befürchtung, dass wir in 20 Jahren ganz anders auf die Kanzlerschaft von Angela Merkel zurückblicken werden, in dem Sinne, dass sie als erst Umweltministerin und dann als Kanzlerin für 16 Jahre vielleicht die Deutsche war, die den größten Einfluss auf die deutsche Klimapolitik hätte haben können und vielleicht sogar die letzte war, die eine realistische Chance hatte, noch irgendwas zu bewegen und stattdessen in all dieser Zeit kaum etwas passiert ist und sie uns allen damit einen kaum noch zu bewältigenden Berg und damit eine ganz beschissene Zukunft hinterlassen hat.

    Je früher man angefangen hätte, desto weniger einschneidend hätten klimapolitische Maßnahmen stattfinden können. Stattdessen wurde alles einfach nur ausgesessen.

  • Ich habe auch die Befürchtung, dass wir in 20 Jahren ganz anders auf die Kanzlerschaft von Angela Merkel zurückblicken werden, in dem Sinne, dass sie als erst Umweltministerin und dann als Kanzlerin für 16 Jahre vielleicht die Deutsche war, die den größten Einfluss auf die deutsche Klimapolitik hätte haben können und vielleicht sogar die letzte war, die eine realistische Chance hatte, noch irgendwas zu bewegen und stattdessen in all dieser Zeit kaum etwas passiert ist und sie uns allen damit einen kaum noch zu bewältigenden Berg und damit eine ganz beschissene Zukunft hinterlassen hat.

    Je früher man angefangen hätte, desto weniger einschneidend hätten klimapolitische Maßnahmen stattfinden können. Stattdessen wurde alles einfach nur ausgesessen.

    Wow, damit tust du ihr halt schon maximal Unrecht. Ich denke, sie selbst hat es gut ausgedruckt: Hätte mehr passieren sollen, ja. Aber es hat sich ja dennoch einiges getan.

    D O R A

    Unterschicht

    Oberguru und neuerdings auch Hellseher
    Moralische Instanz

  • Es hat sich viel zu wenig getan, die Merkel-Regierung war ohne Corona nicht einmal imstande, das 1990 sich selbst gesetzte Ziel der Reduzierung von Treibhausgasen um 40% bis 2020 zu erfüllen, dank Corona hat man es gerade noch geschafft, nur um 2021 wieder oberhalb dieser Grenze zu liegen.

    Und das ist nur das alleinige Thema CO2. Es wurde in den letzten 16 Jahren komplett verpasst, den nötigen Grundstein für ein klimaneutrales Leben zu legen, die Infrastruktur wurde nicht ansatzweise ausreichend umstrukturiert, den Sektor der erneuerbaren Energien hat man komplett zugrunde gehen lassen, in den 00er-Jahren war Deutschland im Export von Solarmodulen noch Marktführer, seitdem ist der Export um 70% gesunken, weil man stattdessen weiterhin Kohle bis zum Erbrechen subventionieren musste.

    Auch ist man, wenn man schon zu wenig tut, um den Klimawandel einzuschränken, nicht einmal auf dessen Folgen vernünftig vorbereitet. Das logistische Desaster bei den Hochwassern, auf die wir uns künftig öfters einstellen dürfen, war ja unübersehbar. Aber auch das ist nur ein winziger Teil des Gesamtproblems. Es droht uns beispielsweise ein gigantisches Waldsterben. Dem hätte man zumindest etwas entgegentreten können, indem man Mischwälder anstelle der ganzen Kiefern-Monokulturen angelegt hätte. Wurde verpasst, jetzt ist es dafür vermutlich schon zu spät. Wir werden auch auf kurz oder lang mit Wassermangel zu kämpfen haben, der Grundwasserspiegel sinkt jetzt schon bedenklich. Umso besser, dass in den letzten 16 Jahren die Augen davor verschlossen wurden, dass durch Überdüngung in der Landwirtschaft das Grundwasser vergiftet wird.


    Wir kriegen gigantische Probleme. Dass Merkel sich da mit ihrem Image als "Klima-Kanzlerin" hinstellt und eine Aussage des Mottos "mehr wär schön gewesen, aber war ja doch ganz okay" raushaut, bestätigt den Eindruck doch nur noch mehr. Einfach aussitzen.

  • Irgendwie krass. Bei den Bildern aus Berlin grad realisiere ich grad das erste mal so richtig das die Merkel Ära vorbei ist.


    Ein Politiker und vorallem Mensch der unmöglich zu ersetzen sein wird.


    Musste bei der Hymne kurz schlucken :tears:

    Das war ein heftiger Abschied. Ich werde sie vermissen, auch wenn die letzten Jahre jetzt nicht mehr so stark waren, sie wird als große Politikerin in Erinnerung bleiben. Ob jemand kommen wird, der in ihre Fußstapfen passen wird, ist noch nicht abzusehen.

    Rookie Award 2013
    Nickname Award 2014

    Fußball: FC Schalke 04, UD Las Palmas. American Football: New England Patriots

  • Knapp 20.000 Menschen sind an den europäischen Außengrenzen gestorben, in den Amtszeiten von Angela Merkel.

    Wobei man wohl sagen kann das es ohne Merkel sehr viel mehr geworden wären. Sie war da ja schon klar auf dem Weg alles aufnehmen zu wollen nur kann sie das halt auch nicht alleine entscheiden, auch als Kanzler nicht.


    Was man ihr ganz sicher nicht vorwerfen kann ist das sie nicht viel mehr für Flüchtlinge getan hat als jede andere Regierung in Europa und das gegen sehr heftigen Gegenwind aus In- wie Ausland.


    Das dann hier im Land viel falsch gemacht wurde als die Flüchtlinge da waren darüber kann man sicher keine zwei Meinungen haben. Aber auch da ist irgendwann ihre eigene Macht alleine beschränkt

  • Es hat sich viel zu wenig getan, die Merkel-Regierung war ohne Corona nicht einmal imstande, das 1990 sich selbst gesetzte Ziel der Reduzierung von Treibhausgasen um 40% bis 2020 zu erfüllen, dank Corona hat man es gerade noch geschafft, nur um 2021 wieder oberhalb dieser Grenze zu liegen.

    Und das ist nur das alleinige Thema CO2. Es wurde in den letzten 16 Jahren komplett verpasst, den nötigen Grundstein für ein klimaneutrales Leben zu legen, die Infrastruktur wurde nicht ansatzweise ausreichend umstrukturiert, den Sektor der erneuerbaren Energien hat man komplett zugrunde gehen lassen, in den 00er-Jahren war Deutschland im Export von Solarmodulen noch Marktführer, seitdem ist der Export um 70% gesunken, weil man stattdessen weiterhin Kohle bis zum Erbrechen subventionieren musste.

    Auch ist man, wenn man schon zu wenig tut, um den Klimawandel einzuschränken, nicht einmal auf dessen Folgen vernünftig vorbereitet. Das logistische Desaster bei den Hochwassern, auf die wir uns künftig öfters einstellen dürfen, war ja unübersehbar. Aber auch das ist nur ein winziger Teil des Gesamtproblems. Es droht uns beispielsweise ein gigantisches Waldsterben. Dem hätte man zumindest etwas entgegentreten können, indem man Mischwälder anstelle der ganzen Kiefern-Monokulturen angelegt hätte. Wurde verpasst, jetzt ist es dafür vermutlich schon zu spät. Wir werden auch auf kurz oder lang mit Wassermangel zu kämpfen haben, der Grundwasserspiegel sinkt jetzt schon bedenklich. Umso besser, dass in den letzten 16 Jahren die Augen davor verschlossen wurden, dass durch Überdüngung in der Landwirtschaft das Grundwasser vergiftet wird.


    Wir kriegen gigantische Probleme. Dass Merkel sich da mit ihrem Image als "Klima-Kanzlerin" hinstellt und eine Aussage des Mottos "mehr wär schön gewesen, aber war ja doch ganz okay" raushaut, bestätigt den Eindruck doch nur noch mehr. Einfach aussitzen.

    Ich zitiere mal die HP von der Tagesschau:


    Dabei gibt Merkel auch am Anfang ihrer Kanzlerschaft noch alles: 2007 fährt sie zusammen mit dem damaligen Umweltminister Sigmar Gabriel nach Grönland, um sich ein Bild vom Klimawandel zu machen. Es sind Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis einbrennen. Die Kanzlerin in einer roten "Search and Rescue"-Jacke vor schmelzenden Gletschern: Eine Klimakanzlerin auf Mission gegen die Klimakrise.


    Die Bilder sind Segen und Fluch zu gleich. Denn das Versprechen "Klimakanzlerin" wird sie nicht einlösen. Schon kurz nach der Gletscher-Exkursion folgt die Finanzkrise. Von da an reiht sich eine Krise an die nächste. Statt Klimakanzlerin wird Merkel zur Krisenkanzlerin, die die ganz große Krise - den Klimawandel - aus dem Auge verliert.

    Es ist aber nicht so, dass unter ihrer Kanzlerschaft nichts in Sachen Klimaschutz geschieht: der Ausbau der Erneuerbaren Energien (der zuletzt ins Stocken geraten ist), der geplante Ausstieg aus der Kohle 2038 (Klimaschützer bemängeln, dass er zu spät kommt) und die Einführung des CO2-Preises (für Klimaforscher bislang zu niedrig, um eine Lenkungswirkung zu entfalten).


    Ihr größter Erfolg aber dürfte sein, dass sie das Thema immer wieder bei G7 und G20 auf die Tagesordnung bringt. Auch innerhalb der EU hilft sie, den Klimaschutz grundsätzlich voranzubringen. Gleichzeitig aber vertritt sie in Brüssel auch die Interessen der heimischen Autoindustrie, zum Beispiel wenn es darum geht, Abgasvorschriften für die europäischen Autoflotten aufzuweichen. Lobbyisten und Verhinderer in der eigenen Partei sitzen ihr stets im Nacken und setzen sich durch.

    Die Umweltorganisation Greenpeace porträtierte im Sommer die 31 schlimmsten Klimabremser der Großen Koalition: Fast alle kamen aus der Union. Bei der Einführung des CO2-Preises kommt damals aber auch Widerstand vom möglichen künftigen SPD-Kanzler Olaf Scholz.

    Für den Klimaforscher Edenhofer steht und fällt die Bilanz von Merkels Klimapolitik daher auch mit dem Handeln ihres Nachfolgers: "Wenn es ihrem Nachfolger gelingt, eine Klimapolitik auf den Weg zu bringen, die mit dem 2-Grad- oder 1,5-Grad-Ziel vereinbar ist, dann wird man Angela Merkel feiern, als diejenige, die das Fundament gelegt hat. Wird es ihrem Nachfolger nicht gelingen, dann wird man Merkel auch dafür schelten, dass sie die Politik nur als die Kunst des Möglichen betrachtet hat, aber nicht als die Kunst, das Notwendige möglich zu machen."


    —> Und das trifft es deutlich besser, als dein „kaum etwas passiert“ und „alles ausgesessen“. Natürlich findet man genügend Verbesserungspotenzial, aber alles vom Tisch wischen ist halt auch nicht richtig.

    D O R A

    Unterschicht

    Oberguru und neuerdings auch Hellseher
    Moralische Instanz

  • Ich bin kein CDU-Wähler und würde die Partei aus verschiedenen Gründen auch unter keinen Umständen wählen, aber ich war mit der Arbeit von Merkel meistens sehr zufrieden.


    Wenn ich dann was von Todesopfern an den europäischen Außengrenzen lese und das auf Merkel projiziert wird finde ich das schon extrem undifferenziert und respektlos. Europa besteht ja nun nicht nur aus Deutschland und wie oben schon geschrieben hat Merkel immer einen Pro-Aufnahme-Kurs verfolgt. Aber als Kanzlerin kannst du dich eben auch nicht hinstellen und sagen "Eure Meinung juckt mich nicht. Wir machen das jetzt so."

    Dasselbe gilt für die Klimaziele.


    Man kann Merkel sicher auch einiges vorwerfen, aber ich bin vollkommen davon überzeugt, dass sie immer alles dafür gegeben hat die richtige Entscheidung für das Land und die Bürger zu treffen. Aber manchmal rennt man eben auch als Angela Merkel gegen eine Wand an.

  • Man kann Merkel sicher auch einiges vorwerfen, aber ich bin vollkommen davon überzeugt, dass sie immer alles dafür gegeben hat die richtige Entscheidung für das Land und die Bürger zu treffen. Aber manchmal rennt man eben auch als Angela Merkel gegen eine Wand an.

    Ganz deiner Meinung. Vor allem muss man sich mal die Frage stellen: Wer hätte es in den letzten 16 Jahren besser gemacht? Könnte mir da echt niemand anderes vorstellen...


    Aktuell bekommt man wieder Kommentare der übelsten Sorte mit, wie: "Gott sei Dank ist die Alte jetzt weg" oder "Sie hat nur Verderben ins Land gebracht"


    Ganz zu schweigen von irgendwelchen Vergleichen mit Hitler und co. :cursing: :nene:

    Top 20 WWE Stars:
    Hulk Hogan, Bret Hart, Ric Flair, Stone Cold Steve Austin, The Rock, Shawn Michaels, Triple H, Undertaker, Andre the Giant, Mick Foley


    Eddie Guerrero, Chris Benoit, Kane, Big Show, Brock Lesnar, Ultimate Warrior, Randy Savage, Randy Orton, John Cena, Kurt Angle

  • Ganz deiner Meinung. Vor allem muss man sich mal die Frage stellen: Wer hätte es in den letzten 16 Jahren besser gemacht? Könnte mir da echt niemand anderes vorstellen...


    Aktuell bekommt man wieder Kommentare der übelsten Sorte mit, wie: "Gott sei Dank ist die Alte jetzt weg" oder "Sie hat nur Verderben ins Land gebracht"


    Ganz zu schweigen von irgendwelchen Vergleichen mit Hitler und co. :cursing: :nene:

    Na ja, solchen Unsinn schreiben höchstens AfD-Vergötterer, Lafontaine-Fans, Impfverweigerer, Reichsbürger oder generell geistig alternative Flieger.


    Merkel war alles andere als perfekt - Austerität, ihr persönliches Nein zur Ehe Homosexueller, und viel Aussitzen gerade in ihren ersten Amtszeiten geben da Grund genug für Kritik. In der Flüchtlingskrise hat sie dann aber die menschlich richtige Entscheidung getroffen, und in Sachen Covid wollte sie auch die härteren Maßnahmen früher, aber das föderale System hat ihr öfter einen Strich durch die Rechnung gemacht.


    Insgesamt mag man sie insgesamt eher ausgeglichen oder kritisch betrachten, aber wer da mit "Verderben" oder NS-Vergleichen kommt, ja gut, der schwafelt auch von gefährlichen Killer-Impfstoffen.

  • Und das trifft es deutlich besser, als dein „kaum etwas passiert“ und „alles ausgesessen“. Natürlich findet man genügend Verbesserungspotenzial, aber alles vom Tisch wischen ist halt auch nicht richtig.

    Was ist es denn, was de facto passiert ist? Es wurden die erneuerbaren Energien ausgebaut, man liegt aber innerhalb der EU auf einem unterdurchschnittlichen Wert und es wurde 2021 im letzten von 16 Jahren Kanzlerschaft ein (geringer) CO2-Preis eingeführt. Alle anderen aufgezählten Dinge, ein Beschluss eines Kohle-Ausstiegs für einen Zeitraum weit jenseits des Endes ihrer Kanzlerschaft und um dessen Umsetzung sind ganz andere kümmern müssen etwa, ist nun wirklich keine bemerkenswerte Errungenschaft, genauso wenig wie das vollkommen aus der Luft gegriffene "sie bringt den Klimaschutz bei G7 und G20 auf die Tagesordnung", als ob das Klimathema ansonsten überhaupt nicht erwähnt werden würde, wenn nicht Merkel daneben säße. Und wenn es dann um Beschlüsse geht, wird dann auch selber wieder auf die Bremse getreten, was der Artikel ja richtigerweise erwähnt.


    Tut mir leid, aber für 16 Jahre ist das eine erbärmlich schlechte Bilanz.

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