A N Z E I G E

MS.de Interview mit Günter Zapf zur TV-Premiere von Lucha Underground am 10.12.2016

  • MOONSAULT.de Interview mit Günter Zapf (07.12.2016)

    MOONSAULT.de: Günter Zapf, schön, dass du die Zeit gefunden hast für dieses MOONSAULT.de-Interview zum Start von Lucha Underground.

    Günter Zapf: Hallo und herzlich willkommen.

    MOONSAULT.de: Mal ganz unter uns - vor kurzem war deine Stimme ja sogar beim Eishockey zu hören.

    Günter Zapf: Ja, ich bin ja Sportkommentator, da komme ich ursprünglich her. Damals bei Tele 5 habe ich den gesamten US-Sportbereich abgedeckt, mit Schwerpunkt Football, wo ich ja selber her kam, aber auch NBA, NHL usw. Irgendwann kam dann Wrestling dazu, es kam aus den USA, gehörte also mit zum US-Sport. So fing es mit dem Wrestling an, ausgebildet bin ich aber als Sportjournalist. Und zwar nicht als "Fachidiot", sondern im Prinzip durch alle Sparten. Ich habe ja früher auch Eishockey gespielt.

    MOONSAULT.de: Football hast du ja auch gespielt, kommt daher deine US-Sport-Affinität?

    Günter Zapf: Ganz klar, das ist natürlich der klassische Weg. Es war immer die große Schnauze. Ich habe schon früher meine Brötchen als DJ verdient, war dadurch unterwegs. Irgendwann kamen dann private Radios in München auf, wo ich dann auch meine ersten Sporen verdient habe. In unserem Verein war ich dann für die Presse zuständig, so hat es sich dann ergeben. Und über Tele 5 dann auch ins Fernsehen.

    MOONSAULT.de: Das ist auf jeden Fall ein steiler Weg. Nun ist Wrestling-Kommentar ja durchaus etwas anderes als normaler Sportkommentar, oder wie siehst du das?

    Günter Zapf: Da müssen wir uns ja nichts vormachen, dass Wrestling kein "echter" Sport ist, dass du also nicht weißt, was passiert, dass die sich nicht wie beim Boxen oder Ultimate Fighting richtig auf die Fresse hauen. Wir sind alle alt genug, um zu wissen, dass das super gemachte Stuntshows sind. Das darf man sich aber beim Kommentar nicht anmerken lassen bzw. gar nicht erst so rein gehen. Das war am Anfang auch schwierig für mich. Deshalb habe ich natürlich auch mit Carsten [Schaefer] gesprochen, habe ihn gefragt "Wie kannst du nur? Das ist ja schon ziemlich hart." Da meinte er: "Nee du, wenn der dem einen in die Fresse haut, dann haut der dem einen in die Fresse. Und so musst du es kommentieren. Nicht dass er vorher abstoppt." Dann ging es ganz schnell. Du bist dann so drin und machst es so und denkst dann auch gar nicht mehr dran. Was bei der WWE dann nach und nach hinzukam, war das Einbinden ins Gesamtkonzept, wo ja der Kommentar wesentlich dazu gehört. Auch die Ausdrucksweise, Begriffe die verwendet werden dürfen und welche nicht, die Geschichten, die man erzählen darf und welche nicht. Denn ich bin ja von der normalen Sportseite gewohnt, mich möglichst akribisch vorzubereiten. Mich auch mal mit dem Pressesprecher oder Trainer abzusprechen, was es im Wrestling natürlich nicht gibt. Da kannst du keine Privatrecherche betreiben. Das hat natürlich auch Vorteile, es ist weniger Arbeit, andererseits ist man eingeengt, in dem was du tun und lassen kannst.

    MOONSAULT.de: Wird denn ein komplettes Skript übersetzt oder wie ist der Ablauf dort?

    Günter Zapf: Das ist schon richtiger Kommentar, wir übersetzen nicht und hören das Original auch nicht ab. Das ist schon wichtig, weil man in Deutschland oder Europa auf gewisse Begebenheiten anders eingeht als in den USA. Natürlich hangelt man sich an einer bestimmten Storyline entlang und ändert auch keine Begrifflichkeiten, aber wir kennen den Ausgang nicht. Wir waren ja auch live bei der WWE und wurden auch drei Tage vorher schon vom großen Jim Ross eingewiesen. Es gab dann an dem Mittag das letzte Produktions-Meeting. Da wurde dann bis ins kleinste Detail der Ablauf besprochen, obwohl sich da natürlich immer noch was ändern kann und sogar auch geändert hat, aber was wirklich niemand wusste, war, wie die Matches ausgehen. Das Gerücht hält sich, dass die Kommentatoren das wissen. Teilweise wissen das aber nicht mal die Aktiven. Natürlich kann ich nicht für die heutige Zeit sprechen, aber damals hat der Ringrichter über den Knopf im Ohr das Kommando bekommen. Wer liegen bleibt und wer nicht...

    MOONSAULT.de: Siehst du Veränderungen für die Arbeit mit Lucha Underground ab 10.12. im Vergleich zu vorher, und wie siehst du die Arbeit mit Mike Ritter?

    Günter Zapf: Es ist sogar noch schöner als gedacht. Und es ist auch eine schöne Erinnerung an alte Zeiten. Ich habe ja 1993 bei RTL 2 angefangen, vorher war ich ja nur redaktionell tätig, ich habe zwar vertont, aber nicht regelmäßig kommentiert. Das kam erst mit dem Wechsel zu RTL 2, wo wir an keinerlei Vorgaben gebunden waren. Natürlich haben wir das Geschehen kommentiert, aber wir haben auch viel "privaten Scheiß" erzählt und unsere Späßchen gemacht. Ähnlich ist es jetzt wieder mit Mike. Zum einen, weil es überhaupt keine Vorgaben gibt vom Lizenzgeber, da können wir machen, was wir wollen. Es ist ja auch eine vollkommen andere Art, Wrestling zu präsentieren, was es für uns sehr angenehm macht. Zum anderen kenne ich Mike auch schon ziemlich lange, wir sind ziemlich gut und eng befreundet, haben aber lustigerweise noch nie zusammen gearbeitet. Das ist jetzt unser erstes gemeinsames Projekt, und es macht uns beiden unglaublich viel Spaß.

    MOONSAULT.de: Wie du schon gesagt hast, ist Lucha Underground etwas vollkommen Anderes, viele bezeichnen es eher als Serienformat. Also nicht mit Raw oder SmackDown! zu vergleichen.

    Günter Zapf: Ja, es läuft ja auch auf TNT Serie. Das kommt ja nicht von ungefähr. Am 10.12. geht es los, um 22:40 Uhr. Zunächst jeden Samstag mit einer Doppelfolge, bis auf Heiligabend und Silvester, da läuft es nicht. Und es ist in der Tat eine Fernsehserie über eine Wrestling-Liga, die in sehr aufwendigen filmischen Sequenzen auch die Hintergründe beleuchtet, da steht eine ganze Crew dahinter. Und es reißt einen total mit.

    MOONSAULT.de: Wird denn jetzt gerade noch weiter produziert?

    Günter Zapf: Wir haben jetzt genau ein Drittel der ersten Staffel geschafft, die besteht aus 39 Folgen, entsprechend haben wir 13 kommentiert. Mitte bis Ende Januar werden wir dann mit der ersten Staffel durch sein.

    MOONSAULT.de: Hast du dir denn schon einen Favoriten rauspicken können?

    Günter Zapf: Man muss das schon relativ neutral betrachten. Außerdem sind die Jungs von AAA, die Luchadores, schon sehr ähnlich. Da kann man schlecht sagen, wer besser oder schlechter ist. Natürlich finde ich die Darstellung des Typs Dario Cueto total klasse. Der bringt auch grandiose schauspielerische Leistung. Die Idee des bösen Promoters ist zwar nichts neues, aber das ist schon klasse gemacht. Und auch Johnny Mundo ist einer meiner Lieblinge, das war er schon als John Morrison bei der WWE. Sowohl vom Auftreten als auch vom technischen Vermögen her. Wie der da einschlägt und was der bringt, ist schon aller Ehren wert und begeistert jeden.

    MOONSAULT.de: Es gibt natürlich noch weitere bekannte Gesichter, ob nun für die Indy- oder WWE-Fans, und natürlich auch AAA und New Japan Stars sind mit dabei. Das zeichnet Lucha Undeground mit aus, dass dort neue Charaktere geschaffen werden, speziell für dieses Format.

    Günter Zapf: Das von Dario Cueto vorgegebene Motto lautet ja "die besten Kämpfer der Welt zu vereinen." Lucha Underground kommt ja auch nicht von ungefähr, natürlich hat AAA damit angefangen, mit dickem Geldbeutel, da hat er sich die besten geholt, aber er hat gleich gesagt, die Tür steht jedem Kämpfer offen. Wir haben Angelico aus Südafrika, wir haben die Japaner mit einer großen Tradition und selbstverständlich die Mexikaner, auch US-Mexikaner. Aber auch die Schwergewichte, jeder darf kommen und sich beweisen. Das wird dann auch entsprechend umgesetzt. Ich finde, es ist eine sehr gelungene Mischung, die Wrestling für alle bietet.

    MOONSAULT.de: Wie gesagt seid ihr ja völlig frei im Kommentar, aber orientiert ihr euch an den Originalkommentatoren Matt Striker und Vampiro?

    Günter Zapf: Natürlich haben wir aus Interesse eingeschaltet, als die Anfrage kam. Ich hatte zwar davon gehört aber noch nichts gesehen. Bis auf ein paar Teaser, keine ganzen Folgen, da ich kein Freund des illegalen Streamings bin. Wir orientieren uns nicht an den beiden. Wir haben nicht mal ins Skript geschaut. Wir versuchen das mitzubekommen, was die in die Storyline einbauen. Es geht ja bei Null los. Die Geschichte wird von Anfang an erzählt, dementsprechend müssen wir uns auch nicht vorbereiten. Natürlich gibt es Referenzen, wenn die zweite oder dritte Generation kommt, sprechen wir darüber. Aber prinzipiell geht es da los. Schöner kann es gar nicht sein, es macht unheimlich viel Spaß auch zu gucken. Bei den ersten Aufnahmen waren natürlich Beobachter dabei, von dem Lizenzgeber, Sender, der Redaktion, Pressestelle... und wir wissen ja, dass man mit Wrestling nicht überall offene Türen einrennt. Da gibt es ja sonst Kritiker, die die Hände überm Kopf zusammenschlagen, aber die waren überrascht und fanden es besser als erwartet. Einige waren begeistert, es lässt sich wirklich super gut anschauen.

    MOONSAULT.de: Beim Sender hat man sicher auch den professionellen Blick dafür, was das für ein gutes Showformat ist.

    Günter Zapf: Es ist Unterhaltung vom Allerfeinsten. Natürlich mit dem hohen sportlichen Wert, das habe ich ja erwähnt, dass das kein Boxkampf ist, bei dem sie sich wirklich auf die Fresse hauen. Aber die sportliche Leistung ist sensationell. Wenn einer aus drei Metern runterspringt, dann springt er aus drei Metern runter. Da fängt ihn nichts auf, und wenn er noch so viel Fallschule macht. Und wenn er auf einem anderen landet, muss der das auch abkönnen. Gerade im Lucha wird noch mehr geflogen und gelandet. In einem unglaublichen Tempo. Weil es auch nicht live ist, da wird keine Wrestling-Show abgefilmt oder live gezeigt, sondern als Filmformat unter der Leitung von Robert Rodriguez, der weiß, wie Kampfszenen aussehen müssen, spektakulär eingefangen.

    MOONSAULT.de: Der Production Value ist natürlich sehr hoch, besonders mit Robert Rodriguez, bekannt durch "From Dusk Till Dawn", als ausführendem Produzenten, es ist eine "Action-Impro-Theater-Show" ohne Netz und doppelten Boden.

    Günter Zapf: Ja, es ist nicht zur Nachahmung empfohlen, machen einige Jungs ab einem gewissen Alter trotzdem. Das kann man nie verhindern. Das ist auch der falsche Ansatz, man kann sich bei allem verletzen. Wrestling an und für sich ist nicht gefährlich. Gerade wenn man z. B. zum Judo geht und eine ordentliche Fallschule mitkriegt.

    MOONSAULT.de: Sind für dich Play By Play und Color-Kommentar noch die Wege, die man einschlagen sollte?

    Günter Zapf: Waren sie in der Art und Weise nie. Das haben wir bei der WWF mit Carsten auch nicht so gehandhabt. Wenn man normalen Sportkommentar macht, versucht man den Experten an seiner Seite mit einzubinden. Aber man muss schon selber auch Ahnung davon haben. Bei Lucha sind es jetzt zwei Kumpels, die sich darüber unterhalten, was sie da sehen. Natürlich mit den entsprechenden Emotionen und dem nötigen Unterhaltungswert. Es sind schon Gerüchte laut geworden, dass wir den Comedypreis 2017 abräumen. Es wird eben auch rumgealbert. Es ist Ernst gefordert, wo er hingehört, aber es werden auch alle alten, dummen Scherze wieder ausgegraben. Aber die Generationen, die nachwachsen, kennen die ja gar nicht mehr.

    MOONSAULT.de: Siehst du derzeit einen Boom der Szene durch die Präsenz im Free TV?

    Günter Zapf: Ich denke schon, es hat sich ja schon angedeutet, als es noch im Pay TV lief. Dann gab es einen relativ großen Knick, dass Wrestling wieder einen Boom hingelegt hat, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und den USA. Es ist zwar noch nicht anerkannt, aber es rümpfen nicht alle die Nase. Damals habe ich meinem Chef bei Premiere, wo ich Football kommentiert habe, gesagt, ich kommentiere jetzt Wrestling, und er sagte "nein, machst du nicht". Dann haben wir relativ lange diskutiert, und ich habe es doch gemacht. Seine Chancen waren auch relativ schlecht, mir das zu verbieten. Es hat sich schon einiges verändert, ich hoffe, dass es irgendwann beim Jugendschutz ankommt, dass Wrestling ab 12 überhaupt keinen Schaden anrichtet. Ich bin da kein Fachmann, aber in Amerika gehen die Sechsjährigen zum Wrestling und werden keine Totschläger oder Schulhausmobber. Wir kennen aber die Probleme in Deutschland, deshalb würde ich es da bei 12 ansetzen. Ich habe eine gerade 14 Jahre gewordene Tochter, da schaust du auch, welche Filme ab 12 sind. James Bond zum Beispiel. Wenn Wrestling FSK 16 ist – das passt nicht zusammen.

    MOONSAULT.de: Da kann man sich dann z. B. den Macho Man gegen Tito Santana anschauen, wenn man denn weiter zurückgreifen will. Denn wenn man es stereotyp runterbrechen möchte, werden gute Werte, wie der Kampf Gut gegen Böse, vermittelt.

    Günter Zapf: Und Kinder sind ja auch nicht doof. Die nehmen das ja nicht für bare Münze. Nur weil man sieht, wie einer einem in die Fresse haut, muss man das ja nicht umsetzen. Die sehen Ballerei, was ich viel schlimmer finde, da wird eine Waffe gezogen, und der andere ist dann tot. Für immer. Und das sehen die ja auch. Und da gibt es dann auch FSK 12 und weniger. Ich weiß jetzt nicht, wie "Tatort" eingestuft ist, aber der läuft sonntags um 20:15 Uhr, das sehen auch viele, die 12 bis 14 sind. Der Umgang mit Waffen ist da was völlig Normales. Aber wenn "mano e mano" der eine gegen den anderen antritt...

    MOONSAULT.de: Sportlicher Wettkampf eben. Also würdest du sagen, dass auch Lucha Underground um 20:15 Uhr laufen könnte?

    Günter Zapf: Naja, wenn ich jetzt ja sage, dann heißt es, ich müsse das sagen, aber schau es dir an, und schau dir an, was sonst um die Zeit läuft. Das passt nicht zusammen. Ich war ja damals mittendrin, als das anfing, es gab überhaupt keine Jugendschutzbedenken. Das lief um 20 Uhr, wunderbar, wir hatten Millionen Zuschauer bei RTL 2, und dann kam plötzlich der Jugendschutz. Bei allem anderen waren sie hoffnungslos unterlegen, und da haben sie sich dann draufgestürzt. Das hat sich bis heute nicht geändert, weil niemand den Mut hat und auch nicht den Sinn darin sieht, richtig dagegen vorzugehen, Klage einzureichen, wenn man Tacheles will. Warum ist das nach wie vor so? Das hat sich mal einer ausgedacht, dass das auf dem Index steht, und das vollkommen zu Unrecht. Es gibt die eine oder andere Szene, die würde ich da rauslassen, auch bei Lucha Underground, die ich sicher nicht für Zwölfjährige empfehlen würde, wie auch bei Ric Flair’s Blutorgien, das muss natürlich nicht sein. Aber im Großen und Ganzen ist Wrestling kein Problem.

    MOONSAULT.de: Wrestling ist durchaus was für jedermann, 20:15 Uhr wäre kein Problem. Die BPJM ist ja für viele ein rotes Tuch, ob Gamer oder Horrorfans, da ist Wrestling auf einem ganz anderen Blatt.

    Günter Zapf: Bei UFC haben sie sich ja auch weit aus dem Fenster gelehnt, oder dass man beim Wrestling in Baden-Württemberg erst ab 14 in die Halle durfte...

    MOONSAULT.de: Verfolgst du UFC und NFL aktuell?

    Günter Zapf: NFL natürlich, allein schon aus beruflichen Gründen, ich habe für DAZN und die letzten sechs Jahre für Sport1 Football kommentiert. Und selbst wenn mal nicht mehr, da komme ich her, das wird immer mein Interesse sein. UFC nur am Rande, es ist mir größtenteils zu hart. Ich kenne genug Leute, die dahinter stehen, habe es auch kommentiert, würde ich natürlich auch machen, aber da sollte man schon mindestens 18 sein, um sich das anschauen zu dürfen. Denn da geht es ja darum, den anderen so fertig zu machen, dass er aufgibt oder wirklich KO ist und nicht nur so liegen bleibt. Das entspricht nicht meiner Einstellung zu Menschen oder anderen Lebewesen überhaupt.

    MOONSAULT.de: Wir hoffen natürlich, dass neben der WWE auch Lucha Underground einen Einschlag hat. Verfolgst du europäisches Wrestling, also z. B. von der Insel oder sogar aus Deutschland?

    Günter Zapf: Zum Teil ja. Ich werde ja auch immer mal wieder eingeladen. Es war lange sehr schwierig, der WWE-Vertrag ist sehr strikt, was das betrifft. Da wurde untersagt, dort überhaupt aufzutauchen. Von daher musste ich vieles ablehnen. Ich bin jetzt aber durch Mike noch dichter dran und werde mal versuchen, öfter live dabei zu sein.

    MOONSAULT.de: In dem Zusammenhang eine Hörerfrage: Kannst du dir vorstellen, dass es mal eine Lucha Underground Houseshow in Deutschland geben könnte?

    Günter Zapf: Momentan nein, weil es ein vollkommen anderes Format ist und keine klassische Wrestling-Liga. Die werden damit nicht auf Tour gehen und keine Hallen füllen. Aber man weiß ja nie, momentan läuft ja die 3. Staffel in den USA, die 4. ist für nächstes Jahr auch in trockenen Tüchern, davon gehen alle aus. Es läuft eben sensationell gut, jede Woche Platz 1 bei El Rey. Und wenn es bei TNT Serie auch so läuft, werden die 2. und 3. Staffel auch nachgeschossen, sie sind auch dran, mit der Jugendfreigabe zu verhandeln. Man hat eine eigene Jugendschützerin im Hause, die das ganze bewertet. Vielleicht gibt es das Ganze dann auch mal früher.

    MOONSAULT.de: Gibt es denn Vorgaben für den Kommentar, oder Begrifflichkeiten, die ihr verwenden sollt oder müsst?

    Günter Zapf: Nein überhaupt nicht. Man traut uns das zu, aufgrund unserer Vita und Erfahrung. Die ersten Sendungen wurden natürlich unter Aufsicht kommentiert, aber die erste Folge wurde ohne einen Anschnitt durchkommentiert, da gab es hinterher Beifall! Von MGM war jemand da, der Lizenzgeber, der das international vermarktet, wobei wir ja der erste internationale Verwerter sind. Es läuft zwar auch in Frankreich, aber in einer ganz anderen Art und Weise, das kann man nicht vergleichen. Von TNT waren drei Leute da, redaktionell und von der Presse, und die waren alle höchst zufrieden.

    MOONSAULT.de: Also nochmal, am 10.12.2016 um 22:40 Uhr auf TNT Serie geht es los!

    Günter Zapf: Genau, es ist natürlich Pay TV, aber bei Entertain oder Sky und diversen Kabelanbietern zahlt man einen kleinen Betrag, wenn man es nicht sowieso schon hat, und die WWE-Kollegen sind ja jetzt auch wieder bei Sky vertreten, also hat man da Wrestling komplett. Und was auch nicht zu unterschätzen ist, es läuft in höchster Qualität. HD, super Ton, das ist dann schon anders als ein Stream im Internet.

    MOONSAULT.de: Dein persönlicher Ausblick auf die erste Folge, vielleicht ohne einen Spoiler rauszuhauen?

    Günter Zapf: Es ist ja alles schon fertig, Spoiler gibt es ja nicht, wenn einer die Informationen haben will, dann kriegt er sie. Die 1. Staffel lief in den USA 2014/15. Aber man soll es sich natürlich schon angucken, zum einen um unseren wunderbaren Kommentar zu hören... Spaß beiseite, es gibt natürlich auch Zweikanalton, für die, denen unsere Stimmen und Nasen nicht passen. Ich will aber gar nicht zu sehr ins Detail gehen oder Werbung machen. Das ist gar nicht nötig. Ich bitte nur alle, es sich unvoreingenommen anzuschauen. Setzt euch davor, schaut es euch an, und ich garantiere, dass 95 % begeistert sein werden und sagen "Wow!" Es lässt sich unheimlich gut anschauen, es ist sehr kompakt bis 45 Minuten, keine Werbung, wir müssen keine Tour bewerben, kein Merchandise, es ist reine Action, eine geile Show, unglaublich hochwertige filmische Sequenzen, die wir auch untertiteln, damit nichts verloren geht. Die werden nicht von uns zugelabert. Und ein paar Wahnsinnsnerds gibt es immer, die an allem was auszusetzen haben, aber ich habe von vielen gehört, die vorher mit Wrestling nichts am Hut hatten, es lässt sich unglaublich gut anschauen.

    MOONSAULT.de: Das klingt gut, ich denke, das ist das passende Schlusswort, es sei denn, du möchtest noch jemanden grüßen...

    Günter Zapf: Ja natürlich alle Freunde da draußen, ich habe unglaublich viel Post bekommen, über die verschiedenen Wege, die es heutzutage gibt. Ich kann natürlich nicht alles beantworten oder jede Freundschaftsanfrage bei Facebook annehmen, deshalb versuchen wir gerade eine Fanseite aufzubauen. Aber geht auf TNT Serie bei Facebook. Liket die, schreibt was, das wäre das Allerbeste. Herzlichen Dank an alle, die mir heute noch schreiben, die mir die Stange halten und mich nicht vergessen haben. Wir Künstler leben vom Applaus, und das freut einen schon, ganz ehrlich. Auch die Reaktionen, dass wir bzw. ich wieder auftauche, waren gewaltig, und das freut mich schon sehr. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

    MOONSAULT.de: Vielen Dank auch an dich für dieses Interview, und wir freuen uns auf dich, natürlich auch bei anderen Sportarten, und auf Mike Ritter und dich und Lucha Underground am 10.12. um 22:40 Uhr auf TNT Serie.

    Das Interview für MOONSAULT.de führte Sebastian Hollmichel
    (c) 2016 MOONSAULT.de
    Ein besonderes Dankeschön an JFK für die Niederschrift des Gesprächs!

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  • Unterhaltsames und informatives Interview. :thumbup:

    "Wrestling ist ähnlich wie Politik oder Religion! Jeder hat seine Meinung, und jeder glaubt, dass er Recht hat." (Shawn Michaels)
    "Wer das Schlechte sucht, wird das Schlechte finden. Wer das Schöne sucht, wird das Schöne finden." (chinesisches Sprichwort)
    "Viele Leute sagen immer vieles, doch das darf man nicht zu ernst nehmen. Ich bin einer, der schaut immer geradeaus." (Niko Kovac)

  • Zitat

    Original geschrieben von Kona Crush:
    Das Interview hat mir auch gefallen. Die Rückblicke auf 1993 bei RTL2 besonders. Da kam die Erinnerung hoch wie ich um 21:15 Uhr gerne WWF Superstars und Wrestling Challenge geschaut habe.


    Rückblickend war früher der Wrestling Anspruch nicht besonders groß.
    Die Sendungen bestanden fast nur aus Squash Matches aber trotzdem schaute man gerne zu. :)

    "Wrestling ist ähnlich wie Politik oder Religion! Jeder hat seine Meinung, und jeder glaubt, dass er Recht hat." (Shawn Michaels)
    "Wer das Schlechte sucht, wird das Schlechte finden. Wer das Schöne sucht, wird das Schöne finden." (chinesisches Sprichwort)
    "Viele Leute sagen immer vieles, doch das darf man nicht zu ernst nehmen. Ich bin einer, der schaut immer geradeaus." (Niko Kovac)

  • man kannte aber auch nichts anderes als die üblichen jobbermatches. :)
    haben zudem auch die anderen ligen so betrieben (NWA / WCW )
    gerade das machte auch die PPVs so interessant...wo dann die grossen namen aufeinanderprallten.
    war auch noch die zeit wo grosse matches wirklich auch legendär blieben.


    später wurde zwar das produkt in allen facetten besser und hochwertiger...grossartige momente wurden aber auch inflationär verheizt und bis ins unendliche gesteigert. am ende musste man wieder zurückrudern was bis heute anhält.

    "Das WWE Network ist ein Angebot an die Wrestlingfans und geht weit über das WWE Universe hinaus".

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