MOONSAULT.de - Deutschlands größte Wrestling-Community: WWE, AEW, IMPACT, US-Indy, Europa & vieles mehr!
Zurück zur MOONSAULT.de Startseite Wrestling Newsboard mit News und Infos aus WWE, AEW, IMPACT, US-Indy und weiteren Ligen sowie Ergebnissen und Gerüchten CyBoard Wrestling Forum & Community Euro-Wrestling: Wrestling Eventkalender, Euro-Promotions (wXw, GSW, EWP, CWN, SWO, ACW, ...) und mehr Die Wrestling Talk-Radios MoonTalk und CyLight Reel: Kostenlos als MP3-Download Aktuelle WWE, AEW, IMPACT, ECW, US-Indy & weitere Wrestling-Champions sowie umfangreiche Titelhistories MOONSAULT.de Archive: WrestleCrap, Biographien, Ergebnisse und vieles mehr.

Benutzerdefiniert
In Partnerschaft mit Amazon.de Facebook Like Support MOONSAULT.de

MOONSAULT.de Forum CyBoard > CyBoard Archive > II. Community & Sport Foren > Deluxe Talk
Seiten: [1] 2 
Sterbehilfe

A N Z E I G E

[ TIPP: Diesen Beitrag komplett im MOONSAULT.de Forum anzeigen ]

A N Z E I G E

   Seiten: [1] 2 

Beitrag von IMaAXx-:
Am Freitag ist es soweit, der Bundestag entscheidet über die Zukunft der Sterbehilfe !
Im folgenden Link kann man sich noch einmal die aktuelle Regelung sowie die 4 Möglichen Varianten die diskutiert werden durchlesen
http://www.pz-news.de/pfo...id,1057262.html

Da es ein Thema ist das mich doch immer wieder beschäftigt und interessiert würde ich gerne eure Meinung dazu wissen, was haltet ihr von Sterbehilfe und den Möglichkeiten die diskutiert werden ?
Beitrag von Rolf Miller:
Naja, optimal finde ich keinen dieser Vorschläge. Am besten finde ich noch diesen hier:

1. Eine Koalitionsgruppe um Peter Hintze (CDU), Carola Reimann und Karl Lauterbach (beide SPD) will für sterbenskranke, schwerst leidende Menschen die Möglichkeit des ärztlich begleiteten Suizids schaffen und dies im Zivilrecht regeln. Hierfür plädiert auch Pforzheims SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast.

Für mich persönlich ist der Anspruch auf einen humanen Tod bei schwersten Erkrankungen sowieso ein Menschenrecht. Und am sinnvollsten wäre es, wenn ein Arzt einen Patienten hier begleiten würde.

Aber der Vorschlag geht sowieso nicht durch, wenn die Union mit einer fast eigenen Mehrheit im Paralment hockt. Und die Kanzler hat ja hiere Meinung hierzu auch schon öffentlich bekanntgegeben.

Für mich ist aber auch klar: Sollte ich irgendwann mal Todkrank sein, werde ich sowieso den Weg in die Schweiz aufsuchen, wenn es in Deutschland keine ähnliche Regelung dazu gibt.Von daher ist es mir eigentlich egal, was die konservativen Pfeifen im Bundestag wieder so beschließen werden, was gegen die Mehrheit des Volkes spricht. Schließlich wollen 80% der Deutschen lt. Umfragen die Möglichkeit für eine aktive Sterbehilfe.

Schauen wir mal, wie der Bundestag am Freitag entscheiden wird. Ich rechne mal wieder mit dem schlimmsten ;)
Beitrag von Spunke:
Zitat:
Original geschrieben von Rolf Miller:


Für mich ist aber auch klar: Sollte ich irgendwann mal Todkrank sein, werde ich sowieso den Weg in die Schweiz aufsuchen, wenn es in Deutschland keine ähnliche Regelung dazu gibt.Von daher ist es mir eigentlich egal, was die konservativen Pfeifen im Bundestag wieder so beschließen werden, was gegen die Mehrheit des Volkes spricht. Schließlich wollen 80% der Deutschen lt. Umfragen die Möglichkeit für eine aktive Sterbehilfe.



In der Schweiz musst du aber auch deinen "Todescocktail" (Blödes Wort, aber mir fällt gerade kein anderes ein) selbst zu dir nehmen können. Wenn dir dazu die Kraft fehlt darf dir leider keiner dabei helfen.
Da gab es doch vor ca 1 Jahr wenn ich mich nicht irre diesen Bericht über einen Mann der leider zu schwach war und dann weiter leiden musste, bis er verstarb.
Finde ich dann auch sehr unglücklich gewählt. Solange die Person bei geistigen Verstand ist, sollte man ihr dabei auch helfen dürfen.
Beitrag von Rolf Miller:
Zitat:
Original geschrieben von Spunke:
In der Schweiz musst du aber auch deinen "Todescocktail" (Blödes Wort, aber mir fällt gerade kein anderes ein) selbst zu dir nehmen können. Wenn dir dazu die Kraft fehlt darf dir leider keiner dabei helfen.
Da gab es doch vor ca 1 Jahr wenn ich mich nicht irre diesen Bericht über einen Mann der leider zu schwach war und dann weiter leiden musste, bis er verstarb.
Finde ich dann auch sehr unglücklich gewählt. Solange die Person bei geistigen Verstand ist, sollte man ihr dabei auch helfen dürfen.



War von mir vielleicht zu überspitzt ausgedrückt. Sollte übermorgen sich keine neue Gesetzeslage ergeben, gibt es halt zum Glück immer noch die Schweiz. Zur Not kann man ja auch noch einen Waffenschein machen ;)

Aber mal ganz ernsthaft: Wer schonmal im Familien- oder Bekanntenkreis miterlebt hat, wie qualvoll manche Mitmenschen in den letzten Wochen und Monaten leiden müssen, der wünscht sich allgemein eine schmerzfreiere Variante.

Nur ein Beispiel: Bei Lugenkrebs erstickt man am Ende. Egal, wieviel Morphium am Ende gespritzt wird, am Ende muss man ersticken. Bin jetzt kein Raucher und das soll nur ein Beispiel sein, aber wenn ich als Patient eine solche Diagnose bekommen und spüre, dass auch sonst keine Therapien mehr helfen, dann sollte eine aktive Sterbehilfe schon möglich sein.

Der Witz an der ganzen Sache ist: Wenn jemand diese Hilfe nicht in Anspruch nehmen will, ist es doch auch ok. Ist doch eine höchst individuelle Geschichte ...
Beitrag von Shinigami:
Ich bin für begleitendes Sterben um unnötiges Leid zu verhindern. Ich würde es bei mir nicht anders wünschen. Und Rolf Miller hat es schon richtig geschrieben, die Entscheidung sein Leben (und Leiden) zu beenden, trifft man noch immer selbst.

Es gibt ja auch Patientenverfügungen in denen ich festhalten kann, dass sie mir den Saft abdrehen soll, falls ich im Koma liege oder so ähnlich. Warum also darf ich das nicht auch, wenn ich noch bei vollem Bewusstsein bin?
Beitrag von Jon Snow:
Ich bin für Sterbehilfe jeglicher Art. Ich möchte gerne selber wählen dürfen, wie und wann es zu Ende geht.
Beitrag von Rolf Miller:
Juhuu,

Bundestag entscheidt mal wieder gegen die Mehrheit im Land. Wurde es doch dieser Vorschlag:

2. Eine fraktionsübergreifende Gruppe um Michael Brand (CDU), Kerstin Griese (SPD), Kathrin Vogler (Linke) und Elisabeth Scharfenberg (Grüne) will die geschäftsmäßige, auf Wiederholung angelegte Förderung der Sterbehilfe unter Strafe stellen. Ansonsten sollen die bisherigen Regelungen gelten. Dies ist auch die Position des CDU-Bundestagsabgeordneten aus der Region, Gunther Krichbaum.

Quelle: http://www.spiegel.de/pol...-a-1061527.html

Naja, geht halt mein letzter Weg mal in die Schweiz ... Scheiß Politiker ... :urg: :urg: :urg:
Beitrag von Skyclad:
Deutschland ist halt weiterhin in vielen Dingen ein erzchristlich geprägtes, rückständiges Land.
Sieht man hier oder in Sachen Homoehe.

Dass Die Linke da mitmacht, wundert mich aber am meisten.
Beitrag von The Formless One:
Ist halt das Übliche: Sie haben Angst, dass es dann ausgenutzt wird und Leute es als Ausrede benutzen um andere zu töten. Warum alle denken, dass das ein negativer Effekt sein muss? Weil sie es vermutlich selbst so machen würden. :thumbsup:
Beitrag von Stinger:
Hier kann man sehen, welche Abgeordnete dafür bzw. dagegen gestimmt haben:

http://www.spiegel.de/pol...-a-1061562.html
Beitrag von Metvernichter:
Mich ärgert bei der Diskussion vor allem, dass immer so scheinheilige Argumente kommen a la "Es gibt ja noch so viel Schönes im Leben" (glaube sogar, dass der Satz von Frau Griese kam).

Tut mir leid, aber nein. Ich habe es im Verwandten- und Bekanntenkreis oft genug miterleben dürfen, wie es ist. Meine Großmutter väterlicherseits, die an demenz erkrankt war und gesagt hat, dass sie sterben möchte anstatt geistig komplett kaputt zu gehen. Leider hatte es nicht so sein sollen. Sie ist mit 98 gestorben und konnte am Ende gar nichts mehr.
Meine Grossonkel; der eine war dement, der andere starb an Prostatakrebs. Sie wollten nicht ewig krank sein.
Ein Freund meiner Großmutter, der am Ende seines Kampfes gegen den Prostatakrebs nur noch auf seinen Tod gewartet hat.
Eine Arbeitskollegin meiner Mutter, die sich nur noch behandeln lässt, damit sie ihre Sachen in Ordnung bringen kann.
Die Liste lässt sich so weiterführen.

Ich für meinen Teil möchte dann und so abtreten, wie ich es will und nicht warten, bis Krebs meine Lunge vernichtet oder die Demenz mein Hirn zersetzt hat.

Lasst die Leute doch in Würde sterben. Jeder soll selbst entscheiden können. Wer es bis zum bitteren Ende durchhalten kann und will, der soll das tun.
Aber man sollte auch den Leuten, die es eben nicht bis zum bittersten Ende durchziehen wollen oder können, die Möglichkeit geben, selbstbestimmt ihrem Leben ein Ende zu setzen bzw. setzen lassen.

Natürlich muss aktive wie passive Sterbehilfe überwacht werden, um einen korrekten Ablauf nach den entsprechenden Gesetzen und nach den Wünschen des zu sterben lassenden Menschen zu gewährleisten, aber hier wird eine Angelegenheit, die nur den Sterbenden und seine Familie etwas angeht, zum Politikum gemacht nach dem Motto: "Hauptsache wir haben etwas zu dem Thema gesagt und über etwas abgestimmt."
Beitrag von Rolf Miller:
Erster Erfolg der neue Sterbehilfe-Regelung:

Der Schauspieler Horst Keitel, bekannt aus der Fernsehserie "Percy Stuart", hat sich zusammen mit seiner Frau Herta Kravina das Leben genommen. Das gab die Familie der Schauspieler am Wochenende bekannt.

Quelle: http://www.focus.de/kultu...id_5071448.html
Beitrag von FL81:
Und wo siehst du jetzt den konkreten Zusammenhang? Ich bin ja auch nicht zufrieden mit dem Gesetz, da jetzt kein Arzt aus Strafverfolgung mehr Sterbehilfe geben wird, aber das ist dann doch sehr voreilig.
Beitrag von Rolf Miller:
Zitat:
Original geschrieben von FL81:
Und wo siehst du jetzt den konkreten Zusammenhang? Ich bin ja auch nicht zufrieden mit dem Gesetz, da jetzt kein Arzt aus Strafverfolgung mehr Sterbehilfe geben wird, aber das ist dann doch sehr voreilig.



Naja, direkten Zusammenhang gibt es keinen. Aber ohne ein entsprechendes Gesetz wäre das sicher kein "normaler Suizid" geworden ...

Von nem Bekannten haben sich die beiden Großeltern auch das Leben genommen vor ein paar Jahren. Sie hatte Lungenkrebs und großen Cemoerfolg und er wollte alleine wohl auch nicht weiterleben. Waren beide Anfang Achzig.

Für mich völlig unverständlich, dass es da keine liberalere Gesetzgebung gibt ... :nene:
Beitrag von Stingray:
Ich bin auch klar und deutlich für die Sterbehilfe und mit der aktuellen Gesetzgebung nicht einverstanden.

Jedoch muss man fairer Weise auch einräumen, dass es sehr schwer ist, das gesetzlich zu erfassen und nicht jeder, der davor zurückschreckt entweder erzkonservativ ist oder (für mich weit weniger wahrscheinlich) Angst hat, dass das System ausgenutzt wird.

Wenn man Sterbehilfe als auf Wiederholung angelegte Einrichtung zulässt (es also ein Stück weit industrialisiert), dann muss man klar definieren, ab wann Sterbehilfe betrieben werden darf. Und da wird es schwierig. Man muss unheilbar krank sein, klar. Aber was heißt das genau? 70% statistische Todeswahrscheinlichkeit? 80%? 90%? Wo zieht man die Grenze und unter welchen Umständen kann ein Patient das selbst entscheiden? Ich bin voll und ganz für die Selbstbestimmung und für das Recht, auch den Tod zu wählen. Aber nicht in jeder Situation kann man das entscheiden (weil man gerade bei solch schweren psychischen Einschnitten nicht immer im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist) - und manchmal muss der Mensch vor sich selbst auch geschützt werden. Das ist sehr schwer gesetzlich zu erfassen.

Da sagt man derzeit lieber: Wir verbieten das industriell erstmal pauschal und gucken dann im Einzelfall, ob es strafbar ist oder nicht. Das klingt erstmal gut, weil es auf individuelle Bewertung (was es hier wohl auch braucht) ausgelegt ist. Ich glaube, diese gute Absicht darf man auch nicht völlig verkennen. Problem ist aber natürlich, dass dann keine Klarheit für die handelnden Personen (Ärzte) besteht und sie daher vor der Sache eher zurückschrecken. Deswegen bin ich wie gesagt auch nicht glücklich damit.

Mir wäre eine Gesetzgebung am liebsten, die diverse Gutachten und eventuell auch eine Zwangsberatungen voraussetzt. Das ist dann im Einzelfall ein entwürdigend langwieriger Vorfall (wer todeskrank ist, will seine Zeit logischer Weise nicht mit Bürokratie verschwenden und auch nicht irgwendwo vorsprechen, um einen verständlichen Wunsch erfüllt zu bekommen), aber ein paar Hürden muss es natürlich schon geben. Die Grenze ist da nicht leicht zu ziehen.

   Seiten: [1] 2 


[ © 2000 - 2021 MOONSAULT.de | Impressum & Datenschutzerklärung | Team | Werbung ]   
Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen.