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Minimalismus - eine sinnvolle Lebensweise?

A N Z E I G E

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A N Z E I G E

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Beitrag von J.R. Ewing:
Aktuell bereite ich mich gerade auf meinen bevorstehenden Umzug Anfang des neuen Jahres vor. Sind zwar noch ein paar Monate hin, aber so langsam beginne ich gemütlich mit dem "ausmisten". Was soll mit, was kann man bei ebay verkaufen bzw. an Freunde verschenken oder welche Sachen wird man leider wegschmeißen müssen.

Und bei so einem Umzug fällt erst auf, wieviele Sachen man sich die letzten Jahre zusammengekauft hat. Einiges wird man wohl nie wieder brauchen. Veraltete technische Geräte oder irgendwelche Bücher, die man wohl kein weiteres mal lesen wird.

Deshalb bin ich gerade so am überlegen, ob bzw. in welchem Rahmen ich mein Konsumverhalten in der neuen Wohnung verändern möchte. Denn irgendwie ist es ja auch nicht sinnvoll, sich immer mehr Dinge zu kaufen, die man später in einigen Jahren nicht mehr benötigt.

Vor kurzem bin ich auf einen "Trend" gestoßen mit dem Namen Minimalismus: "Einfaches Leben (englisch Simple Living), auch Freiwillige Einfachheit (engl. Voluntary Simplicity), Minimalismus oder Downshifting genannt, bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht. Seine Anhänger versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmteres, erfüllteres Leben zu führen."

Entdeckt habe ich den Trend zum ersten Mal beim Zappen, als ich die folgende Dokumentation mit dem Titel Weniger ist mehr auf 3Sat gesehen habe.

Ich will jetzt keine Askese betreiben und will auch kein Hardcore-Minimalist werden, der nur noch 100 Gegenstände besitzt. Da aber angeblich der durchschnittliche Bürger in Deutschland 10.000 Gegenstände besitzt, frage ich mich schon, ob es sich nicht lohnt, sich dort ein bisschen zu reduzieren.

Ziel ist es nicht, auf irgendwas groß zu verzichten, sondern eher sich irgendwelche überflüssigen Artikel und Impulskäufe zu sparen.

Diesbezüglich wollte ich euch einfach mal um eure Meinung zu diesem Thema bitten. Ist Minimalismus eine gute Alternative oder eine sinnfreie Modeerscheinung. Wie seht ihr das?
Beitrag von MCK:
Unabhängig davon, ob es nun einen minimalistischen Lebensstil oder jegliche anderweitige Lebenseinstellung / -weise aus idealistischen oder rein subjektiven Gründen betrifft, finde ich etwas immer dann problematisch, wenn es eine Modeerscheinung wird, weil der eigentliche Gedanke hinter einer Idee dann dem Phänomen der sozialen Beeinflussung zum Opfer fällt.

Aus eben diesem Grund mag ich persönlich es auch nicht, wenn andere Menschen versuchen, ihre persönliche politische, religiöse oder worauf auch immer begründete Lebenseinstellung in missionarischer Form nach außen zu tragen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies gerade mit idealistischen Überzeugungen schwer in Einklang zu bringen ist, da es IMO anthropologisch nur natürlich ist, eine Überzeugung mit anderen teilen zu wollen. Da nehme ich mich auch selbst nicht ganz raus.

Was den Minimalismus betrifft ist meine persönliche Situation gegenwärtig so, dass ich stark beruflich eingespannt bin und mir dementsprechend schon des öfteren die Frage stelle, inwiefern eine Entschleunigung des eigenen Lebens und ein damit verbundener Abbau von Stress und Druck von außen dauerhaft ein glücklicheres Leben ermöglicht. Da ein Arbeitspensum häufig mit ökonomischen Zwängen verbunden ist, wäre ein minimalistischerer Lebensstil dementsprechend für mich eher Mittel zum Zweck, um durch die Reduzierung eigener materieller Ansprüche zu einer geringeren (beruflichen und gesellschaftlichen) Belastung zu gelangen und dadurch wiederum ein höheres Maß individueller Freiheit (insbesondere im Sinne von Freizeit) zu gewinnen.
Beitrag von J.R. Ewing:
Zitat:
Original geschrieben von MCK:
Unabhängig davon, ob es nun einen minimalistischen Lebensstil oder jegliche anderweitige Lebenseinstellung / -weise aus idealistischen oder rein subjektiven Gründen betrifft, finde ich etwas immer dann problematisch, wenn es eine Modeerscheinung wird, weil der eigentliche Gedanke hinter einer Idee dann dem Phänomen der sozialen Beeinflussung zum Opfer fällt.



Es geht garnicht um Modeerscheinungen. Es geht mir persönlich eher darum, ob eine Sache einen Sinn hat. Den Hintergedanken beim Minimalismus finde ich grundsätzlich überdenkenswert. Ich finde es keinen schlechten Gedanken, sich auf das "wesentliche" zu konzentrieren.

Dahinter hat die Industrie kein großes Interesse. Die wollen doch keine Konsumenten, die weniger kaufen ;)

Aber du hast natürlich auch recht, dass man niemanden überreden sollte. Muss jeder selbst wissen, warum es was macht. Von bevormunden halte ich auch nichts.

Zitat:
Original geschrieben von MCK:
Was den Minimalismus betrifft ist meine persönliche Situation gegenwärtig so, dass ich stark beruflich eingespannt bin und mir dementsprechend schon des öfteren die Frage stelle, inwiefern eine Entschleunigung des eigenen Lebens und ein damit verbundener Abbau von Stress und Druck von außen dauerhaft ein glücklicheres Leben ermöglicht. Da ein Arbeitspensum häufig mit ökonomischen Zwängen verbunden ist, wäre ein minimalistischerer Lebensstil dementsprechend für mich eher Mittel zum Zweck, um durch die Reduzierung eigener materieller Ansprüche zu einer geringeren (beruflichen und gesellschaftlichen) Belastung zu gelangen und dadurch wiederum ein höheres Maß individueller Freiheit (insbesondere im Sinne von Freizeit) zu gewinnen.



Naja, auch hier hast du recht. Ich habe mich beruflich auch umorientiert. Früher war es mir immer wichtig, einen besonders lukrativen Beruf auszuüben, Karriere zu machen damit das Einkommen immer größer wird.

Heute ist mir das ziemlich egal. Ich will nen Job machen, der mich inhaltlich interessiert (war früher nicht so) und bei dem ich soviel verdiene, dass es für mein Leben reicht. Lieber etwas mehr Freizeit und weniger Stress. Ist mir persönlich mehr wert, als ein paar hundert Euro netto mehr.

Vor allem gibt man soviel Geld für irgendwelchen Quatsch aus, den man garnicht braucht. Da würde ich gerne reduzieren. Ich werde auch in Zukunft ein Smartphone haben, ein Auto besitzen, Filme auf DVD kaufen und im Einkaufszentrum shoppen gehen.

Aber auf das "richtige Maß" kommt es an. Lieber 30 Lieblingsfilme auf DVD besitzen, die man wirklich öfters schaut, als sich eine DVD-Sammlung von über 300 DVDs anzuschauen, die man sich selten ansieht und die man sich nur ins Regal stellen kann.

Mit dem Geld kann ich auch was sinnvolleres anfangen. Von daher finde ich den Minimalismus eine gute Idee um sich zu fokussieren ohne groß auf etwas verzichten zu müssen. Ob das gerade ein Trend ist, ist mir ehrlich gesagt egal. Ich finde das für mich persönlich sinnvoll.
Beitrag von HARRY B:
Von Minimalismus hallte ich wenig.
Mein Grundsatz heißt: Lebe dein Leben,du hast nur eins.
Beitrag von Sandro Raniere:
Âls Student lebe ich ziemlich aktiv Minimalismus. Sparsam zu sein und jeden Kauf logisch zu bedenken hab ich wohl von meinem Großvater mehr oder weniger geerbt. Ich gebe bewusst für meine Hobbys (Englischer Fußball, Events) durchaus gerne mal mehr als weniger aus und ich vergleiche auch nicht jeden Preis im Supermarkt sondern sag einfach zu vielen Dingen: "Nein, brauch ich nicht" .

Musik wird nicht über iTunes gekauft sondern halt auf youtube gehört und wenn das nicht geht kommt das Radio zum Einsatz. Ich trinke kein Alkohol und so bleiben mir teure Abende auch ersprart (obwohl das nichts mit dem Geld ansich zu tun hat bei mir). Zudem lass ich mein Auto selten richten wenn zum Beispiel der Lack abgeht. Hauptsache, es bringt mich sicher ans Ziel.

Ich überlege selber oft ob ich so glücklich bin, werde, aber solange ich kein Job habe werde ich mich auch nicht ändern und mich weiter über unnötige Ausgaben wie Sstrafzettel schwarz ärgern ;).
Beitrag von SCHIEBER:
Ich war diesbezüglich schon immer mehr effizienzorientiert denn minimalistisch: Auch mit begrenzten Mitteln kann man durch sinnvolle Investitionen und gut durchdachte Kaufentscheide einen durchaus akzeptablen Standard erreichen. Und ich würde meinen: Ich verzichte damit nicht in größerem Ausmaße, handle aber deshalb nicht zwangsläufig weniger bewusst als jemand mit minimalistischer Prämisse.

Was mich etwas irritiert, ist, dass dieser Thread von jemand erstellt wurde, der erst vor wenigen Tagen eine rein materialistisch geprägte Konsumorientierung postulierte (Wiederverkaufswert als einzig faktischer Wert) - wo der Minimalismus in seiner reinsten Ausprägung doch mehr oder weniger losgelöst von materialistischen Maßstäben ist ;)
Beitrag von J.R. Ewing:
Zitat:
Original geschrieben von SCHIEBER:
Was mich etwas irritiert, ist, dass dieser Thread von jemand erstellt wurde, der erst vor wenigen Tagen eine rein materialistisch geprägte Konsumorientierung postulierte (Wiederverkaufswert als einzig faktischer Wert) - wo der Minimalismus in seiner reinsten Ausprägung doch mehr oder weniger losgelöst von materialistischen Maßstäben ist ;)



Wenn du mich schon anspricht: Wo beißt sich das jetzt inhaltlich groß? Theoretisch kann ich am meisten sparen, wenn ich garnichts kaufe ;) Wenn ich mir nur die Dinge kaufe, die ich wirklich brauche, dann spare ich mir doch das meiste Geld. So einfach ist das.

Und wie ich den Minimalismus verstande haben (schließe jetzt nicht aus, dass ich mir irre), geht es ja nicht ums Sparen oder ums Verzichten, sondern auf das Fokussieren seiner wirklichen Bedürfnisse. Auf deutsch: "Lieber Qualität als Quantität". Weniger Besitz, weniger Abhänigkeit und dafür mehr Zeit fürs wesentliche. Diesen Grundgedanken finde ich ganz sympathisch.

Gerade als Student habe ich mir viel Quatsch gekauft. Natürlich hatte ich auch als Student nicht viel Geld, aber gerade dann ist man oft in der Falle, sich für 12 Euro den neusten Hollywood-Film auf DVD zu kaufen oder nach guten Klausurergebnissen ein oder zwei Nächste draufzumachen. Oft sind manche Kaufentscheidung nur zustande gekommen als "Ersatzbefriedigung", weil man das ursprüngliche Ziel nicht erreichen konnte. Davon leben doch bei uns ganze Unternehmen ;)

Einfaches Beispiel: Person A will sich eine Playstation 4 kaufen. Die Konsole ist zur Zeit ausverkauft. Also kauft sich Person A dann eine XBox One, obwohl er ursprünglich eine PS4 wollte.

Irgendwie muss jeder persönlich sein Mittelmaß finden zwischen Askese (völligem Verzicht) und maximalen Konsum. "Wo das Mittelmaß ist" und "was er will", muss jeder selbst wissen. Und das ist nur meine Meinung. Kann man teilen, muss man aber nicht.

Ich finde es gut, sich zu reduzieren. Werde weiterhin bei mir zuhause ausmisten, mich nur noch auf wenige Hobbies konzentrieren. Wrestling fliegt beispielsweise auch aus meiner Hobby-Liste raus. Mit der PG-WWE konnte ich sowieso nicht viel anfangen und TNA wird es wohl in der aktuellen Form auch nicht mehr lange geben. Und irgendwie habe ich nach 17 Jahre als Wrestling-Fan alles erlebt und alles gesehen. Von ein paar Wrestling-DVDs werde ich mich auch trennen und nur ein paar ausgewählte Events behalten.

Das gleiche bei DVDs, Videospiele, Bücher, usw. Was Freunde wollen wir verschenkt, der Rest bei ebay reingestellt. Viel Geld werde ich damit nicht machen (Stichwort: Wiederverkaufswert), aber das ist mir inzwischen egal.

Und weil hier noch das "bevormunden" angesprochen wurde: Meine Freundin (mit der ich zusammenziehen werde) kann mit dem Minimalismus nicht wirklich was anfangen. Sie freut sich aber jetzt, dass sie dann noch mehr Platz haben wird für ihre Sachen. Ist ja auch nicht schlecht ;)

Da mein Posting eh schon viel zu lang ist, noch ein Satz zum Schluss: Meiner Meinung nach kaufen wir uns alle viel zu viele Dinge, die wir eigentlich garnicht brauchen, um fremde Leute zu beeindrucken, die wir nicht kennen. Für den Quatsch ist mir meine Zeit und mein Geld inzwischen zu schade. Von daher finde ich den Minimalismus an sich eine gute Sache. Ist aber natürlich auch immer Geschmackssache, ob das für einen selbst sinnvoll ist oder nicht.
Beitrag von *SaYoNaRa*:
Ich würde mich nun nicht als Minimalist bezeichnen. Ein Buch, eine DVD etc. kaufe ich mal gern. Problematisch ist nur, dass ich mich gerade in einer Phase des Lebens befinde, wo ich nun nicht weiß, wo es hingeht. Zuletzt erst Studienort, halbes Jahr Praktikum, zurück zu Eltern und wieder Studienort. Wo geht es nächstes Jahr hin?

Da belastet und schränken einen die 2-3 Umzugkarton eher ein und der Kram, der noch bei den Eltern liegt. Erinnert man sich zu gern zurück an ein Jahr in Kanada, wo du nur dein Backpack und kleinen Rucksack hattest. :D

Ändert sich bestimmt, wenn man bald mal längerfristig seinen Wohnraum hat. Dann könnte man Zeug auch mal aus dem Karton holen. Hoffe ich. :megalol: :D
Beitrag von 2. Vorsitzende:
Zwischen "sich von überflüssigem Gerümpel zu trennen" und "Minimalismus" liegt ein weiter Weg. Natürlich sollte man sich von Dingen trennen, die man ganz offensichtlich nicht mehr benötigt. Zum einen schafft es Platz, zum anderen kann man vielleicht durch deren Verkauf noch ein bißchen Geld machen. Das ist aber nur der erste Schritt. Der nächste ist, auch die verbleibenden Gegenstände daraufhin zu überprüfen, ob man sie wirklich braucht. Es gibt dutzende Bücher darüber, die verschiedene Methoden dazu anbieten, eine der bekanntesten ist, sich bei jedem Gegenstand die Frage zu stellen,
- ob man ihn während des letzten Jahres überhaupt benutzt hat
- ob er eine wirkliche Bereicherung für das derzeitige Leben darstellt
Bestimmte Dinge (persönliche Fotos, Gegenstände, die einen an liebe Menschen erinnern) kommen in eine "Schatztruhe" und sind von weiterem Ausmisten ausgeschlossen.
Bei dem Rest gelten die oben genannten Fragen. Sollte da irgendwo ein "Nein" auftauchen, kann dieser Gegenstand wahrscheinlich weg. Dabei kann man ganz methodisch Zimmer für Zimmer und Schrank für Schrank vorgehen.
Bei mir (yeah, Frauen!) ist der Kleiderschrank natürlich der Klassiker. "Hatte ich das im letzten Jahr überhaupt an?" "Passt es noch?" Dann gibt es immer diesen "Das reicht immer noch zum drunterziehen/ Das kann ich mal anziehen, wenn ich streiche oder im Garten arbeite..." - Nein! Dafür kann man eine Hose, ein Shirt und einen Pulli zurücklegen, aber nicht 7 Hosen, 15 Shirts und 5 Pullis... der Rest ist ein Fall für die Entsorgung.
Bei allem, was weg kann, gibt's 3 Kisten: verkaufen, verschenken, wegschmeißen.
Damit wird man schon eine Menge Ballast los. Denn auch, wenn die Sachen vielleicht nur ein Fach in einem Schrank belegen und nicht "vor den Füßen rumliegen", irgendwann würde man sich, weil man doch immer mal wieder etwas neues kauft, erst einen neuen Schrank und irgendwann eine größere Wohnung zulegen, für die man natürlich auch mehr bezahlen müsste, so dass weniger Geld bleibt für Dinge, die einem bei längerem Nachdenken wichtiger wären als die Verwahrung der Coladosensammlung oder der Blumenübertopfkollektion, eigentlich schlechter DVDs oder dem Gerät, was man seit 2 Jahren eigentlich reparieren wollte und irgendwie doch nie dazu kommt.
Viel Spaß beim Ausmisten.
Beitrag von SCHIEBER:
Ihr habt seltsame Vorstellungen von Minimalismus :D Sich von abgetragener Kleidung oder defekter Elektronik zu trennen mag rationalistisch sein aber kaum minimalistisch. Man marginalisiert in diesem Fall ja nur da, wo eh kein faktischer materieller Wert mehr festzustellen ist. Im Gegenteil wäre es schon eher minimalistisch, das Kleidungsstück in irgendeiner Form wiederzuverwerten und die Elektronik dann vielleicht doch noch zu reparieren, um Neuerwerbungen und zusätzlichen Konsum prinzipiell zu minimalisieren.

Minimalistisch wäre es auch, sich Unterhaltungselektronik XY gar nicht erst anzuschaffen, weil deren Konsum entweder keinen effektiven, geistigen Nutzen hat oder die eigene Wahrnehmung anderer, wesentlicher Dinge trübt. Oder sich keine zweite Abendgarderobe anzuschaffen, da man maßvollen Ausgang nur einmal im Monat für gegeben hält und es für solch singuläre Ereignisse dann auch ein einzelnes Kleidungsstück tut.

J.R.Ewing, Minimalismus und Materialismus schließen sich aus meiner Sicht von Grund auf aus. Deine Aussage, dass Erwerb nur dann lohnenswert sei wenn er einen entsprechenden materiellen Gegenwert, einen Wiederverkaufswert besitzt, ist Materialismus in Reinform ;)
Beitrag von Unregistriert:
Besitz macht unfrei ;) Also trennt euch von eurem und gebt ihn mir.. ich nehme die Last gerne auf mich.
Beitrag von J.R. Ewing:
Zitat:
Original geschrieben von SCHIEBER:
J.R.Ewing, Minimalismus und Materialismus schließen sich aus meiner Sicht von Grund auf aus. Deine Aussage, dass Erwerb nur dann lohnenswert sei wenn er einen entsprechenden materiellen Gegenwert, einen Wiederverkaufswert besitzt, ist Materialismus in Reinform ;)



Ein Beispiel, damit du mich besser verstehst. Auch ein Minimalist darf sich eine Eigentumswohnung kaufen. Nebenbei steigt auch der Wiederverkaufswert. Ist das dann Grund, auf die Eigentumswohnung zu verzichten?

Minimalismus hat ja nichts mit verzichten zu tun. Materialismus wäre, wenn ich mir 10 Eigentumswohnungen kaufe, obwohl ich nur in einer Wohnung leben kann. Dann werden die anderen neun Wohnungen vermietet und schon geht der Stress los. Mieter A bezhalt nicht, bei Mieter B und C ist dauernd was kaputt, Mieter D entwickelt sich um Messi (Natürlich der Worstcase als Beispiel, bin ja selbst braver Mieter).

Und dann habe ich Stress, den ich nur habe, weil ich zuviel besitze, was ich garnicht brauche. Hätte ich theoretisch soviel Geld, würde ich mir trotzdem nur eine Wohnung kaufen. Auch wenn Wohnungen heute als Rendite-Objekte verschrien sind.

Für mich schließt sich Materialismus und Minimalismus nicht aus. Ich werde auch weiterhin in einer Wohnung leben mit Bad und Küche und nicht in ein Faß einziehen. Aber ich brauche keine Zweit- oder Ferienwohnung. Brauche auch kein Haus, wo ich jede Woche den Rasen mähen muss und alle paar Wochen die Hecken zurechtschneiden muss. Die Zeit kann ich auch besser nutzen und nebenbei spart man sich mittelfristig auch ein paar Euros (googelt mal, was ein Aufsitz-Rasenmäher so kostet).

Vielleicht ist es das Lebensziel von anderen Menschen, sich ein Eigenheim anzusparen mit großem Garten und zig Räumen. Kann ja sein. So ein Wunsch ist auch in Ordnung. Meiner ist er nicht mehr.

Minimalismus bedeutet für mich, einen Ausgleich zwischen vollständigem Verzicht und sinnfreien Massenkonsum zu finden. Aber das habe ich ja weiteroben schonmal geschrieben ;)

Zitat:
Original geschrieben von Nekator:
Besitz macht unfrei ;) Also trennt euch von eurem und gebt ihn mir.. ich nehme die Last gerne auf mich.



Du bist herzlich eingeladen auf ebay mitzubieten ... ;)
Beitrag von 2. Vorsitzende:
Zitat:
Original geschrieben von Nekator:
Besitz macht unfrei ;) Also trennt euch von eurem und gebt ihn mir.. ich nehme die Last gerne auf mich.



Endlich jemand, der meine getragenen Shirts möchte :)
;)

@Topic: Ich habe ja auch gesagt, dass es vom Entrümpeln zum Minimalismus ein weiter Weg ist. Beginnen tut man aber, in dem man sich zuerst von dem trennt, was einem am Einfachsten fällt, und das ist der am offensichtlichsten überflüssige Krempel. Wie weit es dann noch geht (zum Beispiel, weil man 3 noch intakte Stereoanlagen besitzt, sich aber dazu entschließt, sich von 2 davon zu trennen, weil einem Platz wichtiger ist als der Genuss von Kassettenmusik auf dem Klo, dann sind wir langsam auf dem Weg zum Minimalismus. Dass das immer noch heißt, bewusster zu kaufen und sich beim Kauf von Dingen zu überlegen, dass man schließlich inzwischen [Lebenszeit] Jahre auch ohne diesen Gegenstand ausgekommen ist, was relativiert, ob man ihn nun wirklich BRAUCHT oder nur HABEN WILL. Irgendwann kauft man dann nur noch Lebensmittel und ersetzt verschlissenes.
Beitrag von Degerlocher Jung:
Eine minimalistische Lebensweise hängt (zumindest für mich) auch stark von der Bewertung der Konsumgesellschaft ab und wie SCHIEBER richtig schreibt, hat ausmisten nichts mit Minimalismus zu tun. Heute wird einem ja von Anfang an eingepflanzt, dass man immer das neueste Handy, Markenklammotten usw. braucht. Überraschung, ist gar nicht so ;)
Bis auf wenige Ausnahmen schaffe ich nur neues an, wenn es absolut notwendig und sinnvoll ist und bin glücklich damit. Würde es aber nicht als Minimalismus bezeichnen, da ich nicht eines Tages aufgewacht bin und plötzlich der Meinung war gar nicht so viele Dinge zu gebrauchen, sondern als Konsequenz aus meinen politischen/gesellschaftlichen Ansichten.
Letztlich ist es auch völlig egal wie man es bezeichnet, ich finds auf jeden Fall gut wenn Menschen sich vom Stil des immer neu, immer mehr, Hauptsache ich hab es, abwenden und die Dinge ein wenig hinterfragen.
Beitrag von Tara:
Interessanter Thread. Wenn ich nach dem Wiki-Artikel gehe, gehöre ich wohl zur Sorte "konsumkritischer Normalverbraucher", der "Übermaß an Besitz, aufgrund von streben nach sozialen Status und Prestige, als hinderlich und belastend betrachtet".

Bei mir ist das in einer Zeit entstanden, als mir gar nichts anderes übrig blieb, als so zu leben. Da ging es wirklich um Fragen wie "für das Geld kriegste aber schon wieder nen Sack Kartoffeln etc." Und dann blieb das irgendwann hängen.

Ob ich jetzt minimalistisch lebe, weiss ich nicht. Kaufdiät trifft es auch ganz gut oder nachhaltig wirtschaften. Ich finde auch Upcycling toll und staune immer über die Kreativität mancher Leute. Geiz ist geil lehne ich allerdings ab. Wenn ich denn mal was brauche, dann gebe ich gern auch mal etwas mehr dafür aus.

Ich hab eben für mich entschieden, den ganzen Schiet nicht zu brauchen. Wenn sich jemand kilometerlang anstellt für ein Iphone, ist das aber seine Sache. Mir persönlich bringt das nunmal keinen Nutzen. Wenn ich unterwegs bin und etwas passiert, kann ich auch mit meinem Uralt-Nokia jemanden verständigen. Nur dafür habe ich das auch und es reicht.

Aber es ist nunmal so, dass heutzutage gern geklotzt statt gekleckert wird. Das merke ich z. B. auch bei Kindergeburtstagen. Wir waren damals schon mit Kuchen, Würstchen und Pommes glücklich und zwischendurch waren Stopptanzen, Mord im Dunkeln und Flaschendrehen angesagt. Heute übertrifft man sich mit Superduperfreizeitparkevents.

Teilweise komme ich mir schon vor wie ein Alien :D . Aber ich kann nicht behaupten, dass mir irgendwas im Leben fehlt, wenn ich jetzt nicht ständig das alleraktuellste Dieses oder Jenes anschaffe.

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