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Interview mit Mike Ritter

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Beitrag von Mr. 619:
Im Zuge meiner Kolumne ist mal wieder ein Interview erschienen, dieses Mal mit dem allseits bekanntet Ringsprecher, Kommentator und PWA-Mitarbeiter Mike Ritter.

Die ganze Kolumne "Just Business # 10" könnt ihr übrigens hier lesen.

Mr. 619: Für ein Interview steht mir nun Promoter, Ringsprecher und Kommentator Mike Ritter zu Verfügung.
Mike, zunächst mal vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast, dieses Interview zu führen.

Mike Ritter: Kein Problem, los geht’s.

Mr. 619: Zunächst mal würde ich gerne etwas über deine Tätigkeit als Promoter von Wrestlingveranstaltungen wissen. Du veranstaltest mit der Proffesionell Wrestling Alliance regelmäßig in München und in Kutenholz.
Was sind deine Aufgaben im Speziellen?

Mike Ritter: Also Promoter bin ich bei der PWA nicht wirklich, auch wenn das viele immer denken.
Der Chef der PWA ist Björn Behrens, allerdings arbeiten wir sehr eng zusammen und es hat sich irgendwie so eingespielt, dass ich halt derjenige bin, der seine Nase zeigt während Björn lieber im Hintergrund arbeitet.
Meine „prominenteste“ Aufgabe ist natürlich die des Ringsprechers, aber die macht pro Veranstaltung eben nur 3 Stunden aus. Ansonsten bin ich bei der PWA vor allem für die Verpflichtung der Wrestler zuständig und im Grunde so etwas wie der Matchmaker. Außerdem kümmere ich mich um die Druckerzeugnisse, schneide und produziere die DVDs usw...
Aber im Grunde genommen läuft alles in der PWA im Team. Sicherlich erledigen Björn und ich den Grossteil der Arbeit, aber gerade im Sportlichen Bereich ist vor allem Tony St. Clair
unser wichtigster Mann. Er gibt uns, wo er nur kann, seine Erfahrung aus über 30 Jahren Wrestling weiter und das ist wirklich unbezahlbar. Mit der Zeit hat sich außerdem eine sehr gute Freundschaft zu Tony und seiner Familie entwickelt, was mich natürlich auch sehr freut, da ich ihn in jungen Jahren schon auf dem Schützenplatz angefeuert habe. Auch Oliver Copp spielt im PWA Team eine große Rolle. Er ist weniger in das Tagesgeschäft involviert, aber er ist uns oftmals mit seinen Tipps eine große Hilfe.

Mr. 619: Viele Fans können sich sicherlich gar nicht vorstellen, wie schwer es ist, eine Veranstaltung zu promoten. Welche Schwierigkeiten treten im Vorlauf zur
Veranstaltung auf?

Mike Ritter: Das kommt natürlich auch immer darauf an, wo man veranstaltet.
In Kutenholz beispielsweise ist es durch Dieters (Dieter Murck, Festhallenwirt in dessen Halle die PWA veranstaltet; Anm. von Mr. 619) hervorragende Kontakte zur Presse leichter, als es in Hamburg und München ist, wo wir die Pressearbeit selbst erledigen. Pressearbeit macht also einen Grossteil der Arbeit aus.
Demzufolge können wir über unsere Pressepräsenz sehr zufrieden sein. In der Lokalpresse im Landkreis Stade sind ganzseitige Artikel im Sportteil keine Seltenheit. Überregional waren wir im Hamburger Abendblatt, der BILD Zeitung, der Hamburger Morgenpost und mit einer mehrseitigen Foto-Story in der Men's Health.
Dazu kommen noch die TV Geschichten, die wir mit Hamburg1 und zuletzt vor allem mit Sat1 gemacht haben (Training mit Bret Hart usw).
Auch da ist demnächst noch etwas größeres geplant - aber dazu kann ich noch nicht viel sagen. Sponsorenakquise und Pflege ist ebenfalls sehr zeitaufwändig. Aber inzwischen haben wir doch einige verlässliche Sponsoringpartner, mit denen wir langfristig arbeiten können, was die Sache doch etwas erleichtert.
Dann gibt’s die Werbung – Flyer, Plakate usw. Wir sind der Meinung, dass irgendein schwarz/weiss kopierter Flyer einer Veranstaltung mehr schadet als nutzt.
Das gleiche gilt für Plakate und Ähnliches. Das bedeutet aber natürlich, dass auch die Vorbereitung und das Layout dafür etwas länger dauert.
Also in Stunden kann man die Vorbereitungen für eine Show nicht mehr zusammenfassen, glaube ich. Schwierigkeiten gibt es immer – aber bisher, Gott sei dank, noch keine, die wir
nicht überwinden konnten.

Mr. 619: Du bist ja auch in diversen Internetforen unterwegs, beispielsweise als Moderator im Euroforum von Power Wrestling.
Wie ist es, wenn man in eine Veranstaltung viel Arbeit hineinsteckt, diese dann aber von den Smartmarks mittelmäßige oder schlechte Kritiken bekommt?

Mike Ritter: Klar freut man sich, wenn jemand schreibt „WOW, war das ne tolle Show!“. Auf der anderen Seite kann auch irgendwas nicht stimmen, wenn nach jeder Show geschrieben wird: „Das war die geilste Show aller Zeiten.“
Es gibt nun mal immer Dinge, die einmal besser laufen und beim nächsten Mal nicht so gut. Es ist leider nicht möglich, jede Show zu toppen. Also ist es uns im Prinzip lieber, wenn die Fans auch sagen, was ihnen nicht so gefallen hat. Jeder, der eine Eintrittskarte zu einer PWA Show erworben hat, hat natürlich auch das Recht, zu sagen, es hätte ihm nicht gefallen.
Uns ist klar, dass die PWA niemals die Lieblings-Liga der Internet Smart-Marks sein wird – aber das ist auch nicht unser Zielpublikum.
Mein ehemaliger Chef hat einmal gesagt: „Wenn im Internet alle schreiben, wie Scheiße es ist – dann bist Du auf dem richtigen Weg!“. Ganz so krass würde ich es zwar nicht formulieren, aber man darf das Internet auf keinen Fall überbewerten. Klar kommen auch gute Anregungen, aber im Prinzip hatte er nicht Unrecht. Wenn in einem Internetforum alle schreiben: „WOW! Geil, „Indy-Wrestler-XY“ kommt! Das wird super“ – dann würde ich wetten, dass mit diesen Internetfans auch alle abgedeckt sind, die diesen Namen jemals gehört haben.
Wenn hingegen ein Wrestler wie beispielsweise der Warlord verpflichtet wird, heißt es im
Internet: „Boah, wie langweilig.“ Dafür kennen den aber noch sehr viele Leute, er ist eine unglaubliche Erscheinung und wird von den „normalen“ Fans sofort als Monster akzeptiert. Es sind einfach zwei ganz andere Ausrichtungen, die beide durchaus ihre Berechtigung haben, solange sie die Fans ansprechen.

Mr. 619: Die nächste Show der PWA wird in Kutenholz sein und am 16. September unter dem Namen „American Catch Night 4“ stattfinden. Die Card ist wirklich mit
hochkarätigen Namen besetzt, obwohl die wXw am gleichen Tag veranstaltet.
Gibt es wXw Wrestler, die auch ihr gerne verpflichtet hättet?

Mike Ritter: Es gibt zwar im Kader der PWA und der wXw nicht viele Überschneidungen, aber natürlich doch ein paar.
Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass wir gleichzeitig veranstalten und ich denke nicht, dass es uns oder Ihnen geschadet hat.
Im aktuellen Fall hätten wir sicherlich auch gerne einen Murat Bosporus verpflichtet, der aber der wXw bereits zugesagt hatte. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man in Essen gerne Doug Williams gehabt hätte, der aber eben schon bei uns gebucht war.
Wir können also glaube ich beide gut damit leben. Und da die Veranstaltung der wXw ja doch recht weit von Kutenholz entfernt ist, denke ich auch nicht, dass sich sehr viele Zuschauer zwischen den Events entscheiden müssen.

Mr. 619: Wie wäre es, wenn wir uns im Vorfeld ein wenig über die angesetzten Kämpfe unterhalten?

Mike Ritter: Gute Idee.

Mr. 619: Okay, fangen wir an.
Ein bereits feststehender Kampf ist das Intercontinental Championship (EWA Version) Match zwischen Eric Schwarz und „Arnachist“ Doug Williams. Diese Ansetzung hatte es in der gleichen Form schon bei der letzten Veranstaltung in München gegeben. Warum wurde sie erneut angesetzt?

Mike Ritter: Das Match ist ja ein Kampf um den Intercontinental Title der EWA, die auch das Match in Kutenholz sanktioniert hat. In München wurde Eric knapp
gepinnt, in Österreich wurde Doug Williams disqualifiziert – einen klaren Sieger gab es also bisher nicht. In Kutenholz ist Eric unglaublich beliebt und deshalb haben wir, gemeinsam mit der EWA, beschlossen, ihm noch einmal die Chance auf den Intercontinental Titel zu geben.

Mr. 619: Ein weiterer, bereits feststehender Kampf ist das Match zwischen dem „bekloppten Frosch unter den Profiringern“, dem Flatliner und Chris „The Bambikiller“ Raaber, welcher in Frauenkleidern auftreten muss.
Ich würde ganz gerne zunächst mal meine Meinung zum Kampf sagen. Ich mag den Flatliner, er zieht jedes Mal eine gute Show ab und er verbessert sich auch stetig im Ring, aber dennoch zählt er meiner Meinung nach zu den technisch schwächeren Wrestlern in Europa.
Warum stellt ihr ihn in einen Kampf gegen einen so technisch hochwertigen Gegner? Wird das Potenzial des Bambikillers hier nicht runtergezogen?
Deine Meinung hierzu.

Mike Ritter: Der Bambikiller hat sich ja selbst in dieses Match befördert. Er hat gesagt, dass er – im Falle einer Niederlage gegen Eric Schwarz – alles tut, was Eric von ihm verlangt.
Er muss also zu seinem nächsten Kampf in Kutenholz das Outfit seiner Begleitung Liss Austria tragen. Schon bei der Ankündigung dieser Bedingung war in der Halle die Hölle los. Chris Raaber, der wohl arroganteste und überheblichste aller PWA Wrestler in einer Schulmädchen Uniform. Wir als Veranstalter haben uns dann natürlich überlegt, wer da der
passende Gegner sein könnte. Dieter Murck hatte schon lange darum gebeten, mal den Flatliner zu verpflichten, da er ihn bei seinen bisherigen Auftritten immer überzeugen konnte. Und wir stimmten ihm zu – das wäre der perfekte Gegner für diesen Kampf, zumal er auch Kräftemässig mit dem Bambikiller mithalten kann. Ich denke, dass es ein ausgeglichener Kampf wird.

Mr. 619: Außerdem wird der allseits Bekannte „Cannonball“ Grizzly, der ja auch regelmäßig in der Pro 7 Show „Extreme Activity“ auftritt, dabei sein und auch „Braveheart“ Toby Nathland wurde verpflichtet. Was hältst du von diesen beiden?

Mike Ritter: Zu Grizzly kann ich nur sagen, dass er nicht nur der PWA
Weltmeister ist, sondern dass er auch der mit Abstand beliebteste Wrestler der PWA ist.
Egal wo wir sind – Grizzly begeistert die Leute.
Zunächst mal durch seine bloße Erscheinung – aber er kann eben auch im Ring mehr als viele, die halb soviel wiegen wie er.

Toby habe ich erst einmal live sehen können, eben bei seinem Debüt in Karlsfeld (München, bei der letzten PWA Show, wo im Vorfeld ein Tryout veranstaltet wurde; Anm. von Mr. 619). Die Teilnehmerliste beim Tryout konnte sich ja wirklich sehen lassen, aber Tony St. Clair und Karsten Kretschmer waren sich einig, dass Toby den Platz im Kader verdient hat. Bad Bones John Kaye und Steve Douglas haben ja dann auch noch aufgrund ihrer Leistung im Training einen Kampf bekommen – aber Toby war einfach derjenige, der am meisten überzeugen
konnte.
Nun liegt es an ihm, zu beweisen, ob er sich kontinuierlich steigern kann. Ich bin auf seinen Kampf in Kutenholz sehr gespannt! Und auch in Zukunft werden wir sicher den Ein oder Anderen Wrestler bei der PWA sehen, der im Tryout überzeugen konnte!

Mr. 619: Vor Kurzem wurde auch eine weitere Verpflichtung bekannt gegeben.
Der Schauspieler (bekannt aus der Lindenstraße), Sänger, Entertainer und Fast-RTL-Dschungelkönig Willi Herren wird in Kutenholz anwesend sein.
Was sagst du persönlich zu dieser Verpflichtung und wie kann man ihn einsetzen?

Mike Ritter: Das Management von Willi Herren kam auf uns zu und sagte, man habe von unseren Veranstaltungen in Kutenholz gehört. Willi würde gerne mit seiner Familie den Event besuchen, und dort für seine ProSieben DokuSoap "Die Herrens" drehen. Ich kenne Willi Herren aus Mallorca und von Auftritten in Deutschland - zuletzt habe ich ein Wohltätigkeitsfussballspiel moderiert, bei dem neben Willi auch noch Mickie Krause, Peter Wackel und einige andere mitspielten. Das Spiel fand einen Tag vor dem WWE Event in Köln statt und da Willi aus Köln kommt, fragte ihn, ob er vielleicht noch eine Karte haben möchte, da ich eine übrig habe. Willi sagte mir, dass sein Sohn großer Wrestling-Fan ist und er gerne kommen würde - aber letztlich hatte er noch einen Auftritt und hat es daher nicht geschafft. Lustigerweise wusste Willi aber nicht, dass ich mit Björn Behrens und der PWA Wrestling veranstalte, so waren er und sein Management natürlich ziemlich überrascht, als sie letztlich mich ans Telefon bekamen. Da man sich also aus dem Musikbereich bereits kannte, waren die Verhandlungen recht entspannt.
Wie man ihn einsetzen kann? Willi wird mit seiner Familie die Veranstaltung besuchen, vor den Kämpfen einen Kurzauftritt als Sänger im Ring haben und ProSieben wird seinen Auftritt und seinen Tag beim Wrestling mit einem Kamerateam begleiten. Wer Willi kennt und auch das PromiBoxen verfolgt hat weiß aber, dass Willi ein Kämpfer ist und auch vor größeren und stärkeren Männern keine Angst hat.

Mr. 619: Wenn das mal nicht etwas verspricht...
Aber egal, nächstes Thema: Du bist ja auch Ringsprecher bei der PWA.
Seit wann machst du diesen Ringsprecher-Job und was muss man dabei beachten?

Mike Ritter: Den Ringsprecherjob mache ich praktisch seit dem „Ende der WCW“. Zur PWA bin ich über einen Auftritt bei der damaligen NAWA gekommen, bei dem ich Public Enemy interviewt habe.
Was man beachten muss? Die wichtigste Regel für mich ist: Der Ringsprecher ist dafür da, die Aktiven zu präsentieren und sie dem Publikum näher zu bringen. Das sollte man immer wissen. Ein Ringsprecher, der möglichst selbst gut aussehen möchte ist fehl am Platze. Ich habe es in Österreich mal erlebt, dass ein „Ringsprecher“ vor allem dadurch aufgefallen ist, dass er Witze über die Aktiven im Ring gemacht haben. Dieser Typ wollte halt selbst gut aussehen – und das ist nicht Aufgabe des Ringsprechers. Aber er versucht es ja jetzt bald mal wieder - vielleicht wird das besser ;).
Das ist also die wichtigste Regel für mich: „Der Ringsprecher an sich darf sich nicht wichtig nehmen“

Mr. 619: Eine weitere deiner vielen Tätigkeiten ist die, dass du hauptsächlich gemeinsam mit Oliver Copp Wrestlingshows kommentierst. Seit wann machst du das?

Mike Ritter: Im Dezember 1997 habe ich meine erste Sendung für das Digitale Fernsehen DF1 kommentiert. Das war „ECW Double X“ gemeinsam mit Donelson Wardlaw Jr.

Mr. 619: Wie geht ihr bei der Kommentierung vor? Guckt ihr euch die Shows an, bevor ihr sie kommentiert, um dann darauf gefasst zu sein, was passiert, oder geht
ihr weitestgehend unvorbereitet an die Kommentierung, um Spannung zu vermitteln?

Mike Ritter: Derzeit kommentiere ich ja keine Wrestlingsendungen für das Fernsehen, insofern kann ich also nur sagen, wie wir zu seiner Zeit bei der WCW gearbeitet haben.
Damals hatten wir ja noch 2 Wochen Verzögerung zwischen US-Ausstrahlung und der in Deutschland. Am Mittwoch nach der Nitro Ausstrahlung haben wir in der Regel die VHS Aufzeichnungen der Sendung per FedEx bekommen. Oft habe ich sie mir kurz durchgeshuttelt, vor allem die Interviews – da wir die ja immer simultan übersetzt haben. Die Matches habe ich mir eigentlich nicht angesehen, da man ja auch eine gewisse Spannung im Kommentar haben möchte.
Und es gab ja auch die Live Events – wenn man bei den normalen Sendungen so kommentiert, dass man immer weiß, was in der nächsten Minute passiert –
dann ist man live aufgeschmissen. Also habe ich versucht soviel wie möglich „as live“ zu machen.

Mr. 619: Woher bekamt ihr die Infos über die Wrestler, die ihr ja oftmals in die Kommentierung eingebaut habt?

Mike Ritter: Die haben wir tatsächlich alle selbst recherchiert.
Es gab in der Redaktion einige dicke Ordner – unsere „Bibel“. Da waren Bios, Interviews, Steckbriefe usw. aller möglichen Wrestler drin und die haben wir laufend ergänzt. Die wichtigsten Infos hatte man natürlich schon immer im Kopf.

Mr. 619: Du hast bereits mit vielen Leuten kommentiert. Würdest du uns ein paar Namen nennen?

Mike Ritter: In meiner Zeit beim World of Wrestling Team habe ich so ziemlich mit allen Kollegen kommentiert – natürlich mit Ausnahme der WWE Kollegen. Die meisten Sendungen habe ich mit Lenz Retzer gemacht, aber auch mit Nic Heldt, Oliver Copp und David Kemp und Peter William habe ich viel Zeit in einem engen Raum verbracht.
Peter William war sozusagen sowas wie mein "Lehrmeister". Nicht nur was das Kommentieren angeht, sondern vieles über das Business allgemein hat Peter mir beigebracht. Er hat mich, gerade zu Beginn meiner Karierre, sehr viel an seinen Erfahrungen teilhaben lassen, was ich ihm sicherlich nie vergessen werde. Auch heute telefonieren wir regelmäßig und halten uns immer wieder auf dem Laufenden. Peter ist und bleibt einfach der Wrestling-Papst!

Mr. 619: Gibt es eine kleine Anekdote, die du uns erzählen kannst, also eine lustige Panne beim Kommentieren oder etwas in der Richtung?

Mike Ritter: Ich sage nur: JAPPAPA STRAP MATCH! Ein 60-Sekunden Interview von Hulk Hogan, in dem er mit seinem Gürtel auf den Boden gehauen hat und immer wieder vom JAPAPPA Match geredet hat.
Lenz und ich haben für diese 60 Sekunden weit mehr als eine Stunde gebraucht, weil wir uns immer kaputt gelacht haben.
Und wenn ich dann einmal bis zur Sekunde 55 ohne Lacher durchgekommen bin, rief Lenz von Rechts: „Aber dann geht es wieder Japappa!“...und der Take war wieder im Eimer. Letztlich stellte sich dann heraus, dass der Indianerstamm, um den es ging, gar nicht Japappa hieß, sondern Yapapai oder so – aber das klang einfach nicht mehr so schön.
An das Match kann ich mich aber nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, dass wir eine Riesen Angst davor hatten, einfach loszulachen.

Mr. 619: Eine sehr lustige Annekdote...
Ich habe von diesem Match an sich noch nie gehört, aber da muss ich mich wohl mal informieren.
So, uum Abschluss würde ich dir gerne ein paar Namen nennen und ich würde dich
bitten, mir zu sagen, was dir dazu spontan einfällt.

Mike Ritter: Klar, schieß los.

Mr. 619: Hulk Hogan...

Mike Ritter: Der Erfinder des Japappa Strap Match.
Nein quatsch.
Sicherlich derjenige, der den Weg für das Wrestling in die Mainstream-Medien geebnet
hat. Ich sehe keinen Wrestler derzeit, der ihm in Punkto Bekanntheit und Popularität jemals auch nur Nahe kommen kann.

Mr. 619: Ric Flair...

Mike Ritter: Stand in meinem persönlichen Lieblingsmatch aller Zeiten. In
Chicago gegen Ricky Steamboat.
Toller Wrestler und einzigartiger Charakter - innerhalb und außerhalb des Rings. Ihm kommt zu gute, dass er auch in jungen Jahren nie wirklich austrainiert und definiert war.

Mr. 619: John Cena...

Mike Ritter: Merchandise-Maschine.

Mr. 619: Chris Raaber...

Mike Ritter: Einer der besten Schwergewichtswrestler in Europa und einer
von ganz wenigen Menschen im Business, den ich als echten Freund bezeichnen würde.

Mr. 619: Eric Schwarz...

Mike Ritter: Der beste deutsche Schwergewichtler. Er liebt das Wrestling wie kaum ein zweiter und würde auch ohne Beine noch weiter kämpfen. Bänder hat er ja schon keine mehr. Unglaublich beliebt und eben Made in Germany. Ich bin auf jeden Fall ein Ericoholic ;)

Mr. 619: Doug Williams...

Mike Ritter: Der technisch beste Wrestler in Europa. Den Erfolg, den er in Japan hat, hat er sich redlich verdient.

Mr. 619: Dieter Murck...

Mike Ritter: Bekloppt! Nein, im Ernst. Dieter ist Catch-Verrückt – aber im Positiven Sinne. Aber er ist beileibe kein Fan, der einfach nur veranstalten möchte, weil er es toll findet, sondern vor allem Kaufmann. Mit ihm verbindet uns eine tolle Zusammenarbeit und inzwischen auch eine Freundschaft, die über das Wrestling hinaus geht.

Mr. 619: Mike Ritter...

Mike Ritter: Was soll man schon über sich selbst sagen? Für viele Internet Fans der Staatsfeind Nummer 1 und an allem Schuld.

Mr. 619: Mr. 619...

Mike Ritter: Ein begeisterter Wrestlingfan, der mit viel Enthusiasmus
gute und intelligente Fragen stellt.

Mr. 619: So, dann danke ich dir, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast, wünsche dir alles Gute für die Zukunft der PWA und viel Erfolg mit dem American Catch Dinner 4!

Mike Ritter: Vielen Dank dafür und Dir weiterhin viel Erfolg mit Deinen Interviews und deinen Kolumnen, die sich wirklich immer schön lesen lassen!
Beitrag von Fallen Angel:
Das JAPPAPA Strap Match, da werden Erinnerungen wach:cool:
Habe die Zeiten bei DF1 und später bei Premiere geliebt und find es wirklich Schade, dass Leute wie Lentz Retzer, Mike Ritter oder auch der Wrestling Papst nicht mehr im TV zu höhren sind.
Alleine schon die verschiedenen Sendungen wie Fan Power, Heroes of a Decade oder Match of the week haben gerockt:D
An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an das komplette WOW Team für die Klasse Zeit:thumbsup:
Übrigens mal wieder sehr schönes Interview Mr.619:)
Beitrag von ChosenOne:
Meiner Meinung nach dein bisher bestes Interview. Weiter so.

CO
Beitrag von Prozac:
stimmt. sehr lesenswert. Aber okay, wenig kritische Nachfragen, man hätte bei dem Potenzial ja locker ein Shoot Interview draus machen können. Aber so ists wenigstens informativ!
Beitrag von Fresh Prince:
Zitat:
Original geschrieben von ChosenOne:
Meiner Meinung nach dein bisher bestes Interview. Weiter so.

CO



So ist es.
Beitrag von Edgecution2:
So, an dieser Stelle mal ein großes Danke für die ganzen Interviews in letzter Zeit, die sich wirklich sehr schön lesen und vor allem sehr gut unterhalten. Mach weiter so... :)
Beitrag von Mr. 619:
Zitat:
Original geschrieben von Prozac:
stimmt. sehr lesenswert. Aber okay, wenig kritische Nachfragen, man hätte bei dem Potenzial ja locker ein Shoot Interview draus machen können. Aber so ists wenigstens informativ!


Die Shoots wurden nur privat geäußert ;)

Nun, ich habe ja besonders bei Bambi vs. flatliner kritisch gefragt, aber Mike der alte Fuchs hat einfach drumrumgeredet...
Aber ihr müsst das verstehen, das Interview ist ja auch ein Stück weit Werbung für ihn, wieso sollte er dann sagen: "Ja, das Potenzial Bambis wird vielleicht verschenkt, aber es wird lustig."

Es ist doch so, dass wenn er das sagen würde, was wir alle denken, dass es dann hier einen großen Aufstand geben würde. Es kommen aber nur sehr wenige Internetuser nach Kutenholz und die Leute vor ORt werden das Match wahrscheinlich mögen.
Beitrag von Stone_Edge:
Erst einmal Glückwunsch zu Deiner "neuen heimat" Hätte ich gewusst dass Du eine suchst..... Aebr zu spät.

Interview sehr, sehr gut. gerade Mike Ritter ist jemand mit dem ich mich auch gerne mal unterhalten möchte. Privat und Kritisch ;)

Auch dein Kayfabe Bericht hat mir gut gefallen und es ist was wahres dran.
Ich habe nach der Show schon mit bad Bones gesprochen und er war mehr als witzig, doch im Ring ist er tödlich :D (Ok das war vor der Psycho Zeit und ich weiß nicht wie er sich jetzt gibt)
Aber z. B. ein Hero ist im Ring so wie er sich nach der Show gibt. Mag nicht jedem gefallen, aber OK.

Respekt Julian und weiter so
Beitrag von Wildcat:
Das bisher beste Interview, sehr interessant zu lesen.
Beitrag von Pro Euro Fan:
Wen interessiert eigentlich das Geschwafel von Ritter?

wXw 4 ever!
Beitrag von NatureBoyRicFlair:
Zitat:
Original geschrieben von Pro Euro Fan:
Wen interessiert eigentlich das Geschwafel von Ritter?

wXw 4 ever!

Offensichtlich einige Leute wie man an den Reaktionen hier sehen kann. Im Falle dessen, dass es Dich nicht interessiert brauchst Du es ja auch gar nicht lesen. Kommt allemal besser als der dumme und aussagelose Satz den Du hier hingeklatscht hast.
Beitrag von Fallen Angel:
Zitat:
Original geschrieben von Pro Euro Fan:
Wen interessiert eigentlich das Geschwafel von Ritter?

wXw 4 ever!



Kann mich NatureBoy nur anschließen, wenn du außer geistigem Dünnpfiff nix beizutragen hast, lass es.
Beitrag von The Voice:
Zitat:
[i] Ein Ringsprecher, der möglichst selbst gut aussehen möchte ist fehl am Platze. Ich habe es in Österreich mal erlebt, dass ein „Ringsprecher“ vor allem dadurch aufgefallen ist, dass er Witze über die Aktiven im Ring gemacht haben. Dieser Typ wollte halt selbst gut aussehen – und das ist nicht Aufgabe des Ringsprechers. Aber er versucht es ja jetzt bald mal wieder - vielleicht wird das besser ;).! [/B]


Wat bin ich froh, dass da "Österreich" steht.. sonst hätte ich das fast persönlich genommen. *lach*
Beitrag von shofer:
Wirklich ein gutes Interview. Sehr interessant.

shofer
Beitrag von Thorx:
Ein sehr gelungendes Interview. Weiter so!
JAPPAPA STRAP MATCH! - daran kann ich mich noch bestens erinnern - klasse. :)

Thorx

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