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Die "Gelbwesten": Bürgerproteste in Frankreich, Belgien und den Niederlanden

A N Z E I G E

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Beitrag von Hijo:
Seit vier Wochen erlebt Paris einen Ausnahmezustand, sogenannte ""Gilets Jaunes" (Gelbwesten) demonstrieren teils friedlich, teils gewaltbereit gegen die Regierung, Sparmaßnahmen, eine Erhöhung der Benzin- und Dieselsteuer, für mehr soziale Gerechtigkeit, direkte Demokratie und anscheinend ein etwas konfuses Sammelsurium an Sachfragen. Zumindest machen sie sich einem wie auch immer gearteten Frust gegen "die da oben" Luft.

Nachdem nun auch in Belgien und den Niederlanden die ersten Gelbwesten auftraten, dachte ich, es wäre vielleicht Zeit für einen eigenen Thread.

Was denkt ihr, was sind die Gründe für diese Explosion der Gefühle? Wird es sich wie ein Lauffeuer (nach historischen Erfahrungen erstmal um Deutschland herum :D ) verbreiten? Stehen wir gar vor einer neuen Revolution?

Hier ein paar Interviews und Infos:

Wer sind die Gelbwesten?
https://www.tagesschau.de...en-faq-101.html

Die Forderungen (das "Manifest"):
http://internetz-zeitung....ten-im-wortlaut

Vier Bürger erzählen, warum sie demonstrieren:
https://www.zeit.de/polit...tokolle/seite-4

Ein französischer Autor über die Gelbwesten:
http://www.taz.de/!5557499

Ein Blick in die französischen Tageszeitungen:
https://www.zeit.de/polit...e-68er-bewegung
Beitrag von space1980a:
Diese Gelbwesten sind für mich total faszinierend, da absolut unorganisiert und sehr gemischt, da dort Linke, genau wie Rechte und auch viele Unpolitische zusammen sind. Auf komische Art und Weise entlädt sich dort einfach nur Frust, welcher über viele Jahre sich aufgestaut hat.
Beitrag von Kir Royal:
Zitat:
Original geschrieben von Hijo:
Was denkt ihr, was sind die Gründe für diese Explosion der Gefühle? Wird es sich wie ein Lauffeuer (nach historischen Erfahrungen erstmal um Deutschland herum :D ) verbreiten? Stehen wir gar vor einer neuen Revolution?



Grundsätzlich halte ich die Proteste für gut. Leider haben sich viele "europäische Staaten" in den letzten 10 bis 20 Jahren "negativ entwickelt". Hauptproblem ist eben der "Neoliberalismus", der immer mehr zu lasten der Mittelschicht geht. Und irgendwann steht eben die Mittelschicht auf und beschwert sich. Wahlen alleine helfen da nicht mehr.

Vor kurzem habe ich einen guten Spruch von einem Kabarettisten gelesen: "Für die Reichen fühlt sich der Kapitalismus wie Demokratie an. Für den normalen Bürger und die Armen fühlt sich unsere Demokratie dagegen wie Kapitalismus an".

Revolution wird es keine geben. Aber das es in weiteren EU-Länder solche Demonstrationen geben könnte, halte ich schon für möglich. Nur in Deutschland nicht: Der Deutsche zeigt doch lieber den Nachbarn an, der auf eine Demo geht, anstatt selbst auf eine Demo zu gehen. :D

Aber freuen wir uns alle auf die Europawahl, wenn Frankreich, Belgien und die Niederlande simultan wählen. Dazu noch Italien, Österreich und die Visegrád-Staaten. Wird sicher ein spannendes Ergebnis werden ...
Beitrag von Hijo:
Bei den Forderungen (ich les sie gerade erst selber) springt mir erstmal DAS ins Auge:

"Jeder gewählte Abgeordnete hat das Recht auf den Medianlohn. Seine Reisekosten werden überwacht und, soweit begründet, erstattet. Recht auf Restaurant- und Urlaubsgutscheine." :D Musste ich jetzt grinsen.

http://internetz-zeitung....ten-im-wortlaut
Beitrag von al_sb_683:
Zitat:
Original geschrieben von space1980a:
Diese Gelbwesten sind für mich total faszinierend, da absolut unorganisiert und sehr gemischt, da dort Linke, genau wie Rechte und auch viele Unpolitische zusammen sind. Auf komische Art und Weise entlädt sich dort einfach nur Frust, welcher über viele Jahre sich aufgestaut hat.



Das Problem ist halt, dass sich jetzt genau das Publikum darunter mischt, dass Gewaltexzesse verursacht und dem Ganzen somit die Legitimierung entzieht.
Es scheint ja in Frankreich bereits eine Spaltung zu geben und die ruhigen, gemäßigten Menschen raten schon, manchen Orten und Leuten fern zu bleiben.

Zudem lässt man sich halt (was wohl auch der Tatsache geschuldet ist, dass man keine wirklichen Sprecher hat/haben will) auch von ganz rechts- und linksaußen instrumentalisieren. Auch die AfD nutzt das Ganze ja schon mit Begeisterung zur Eigenwerbung.

Es wäre wirklich eine schöne Sache gewesen, wenn sich hier mehrere "Strömungen" dauerhaft friedlich präsentiert hätten. So kann man einfach nur auf die ersten Toten warten.

In Deutschland finden sich tatsächlich ein paar Hansel, vornehmlich aus dem Afd/Reichsbürger-Dunstkreis, die sich mit gelben Westen auf irgendwelche Dorfstraßen setzen oder pausenlos Zebrastreifen überqueren.
Beitrag von Hijo:
Aber wenn ich mir jetzt die Forderungen durchlese, dann sehe ich da wenig AfD, die ja eher wirtschaftsliberal ausgerichtet ist. Das Ganze klingt eher nach Mélenchon als nach LePen. Auch wenn es natürlich hier und da kleinere Überschneidungen gibt.
Beitrag von streichholzmann:
Walulis hat ne kleine Zusammenfassung erstellt, youtube-walulis-gelbwesten. googln.
Beitrag von al_sb_683:
Das hält sie aber nicht davon ab, die Bewegung für ihre Zwecke zu vereinnahmen.

Schau dir bei Twitter den Hashtag Gelbwesten an. Da ist die gesamte AfD-Elite vertreten, die mit den üblichen Bildern und Sprüchen gegen Merkel, Macron, EU, Ausländer etc. keilt. Allen vorran natürlich auch Alice Weidel, die natürlich auch hier wieder keine Ahnung vom eigentlichen Thema hat.
Beitrag von Kir Royal:
Zitat:
Original geschrieben von al_sb_683:
Das hält sie aber nicht davon ab, die Bewegung für ihre Zwecke zu vereinnahmen.

Schau dir bei Twitter den Hashtag Gelbwesten an. Da ist die gesamte AfD-Elite vertreten, die mit den üblichen Bildern und Sprüchen gegen Merkel, Macron, EU, Ausländer etc. keilt. Allen vorran natürlich auch Alice Weidel, die natürlich auch hier wieder keine Ahnung vom eigentlichen Thema hat.



Und was ist nun negativ, wenn Oppositionsparteien (immer demokratisch gewählt) wie AfD oder Linkspartei bzw. eben in Frankreich eben LePen und Mélenchon an den Protesten beteiligen und dazu aufrufen?

Oder dürfen bei Protesten manche Parteien grundsätzlich nicht mitmachen? :confused:
Beitrag von Hijo:
Zitat:
Original geschrieben von al_sb_683:
Das hält sie aber nicht davon ab, die Bewegung für ihre Zwecke zu vereinnahmen.

Ja, AfD halt... Der verlinkte Taz-Artikel geht ja in eine ähnliche Richtung.
Ich weiß darüber zu wenig, aber aus den Forderungen geht jetzt weder Wirtschaftsliberales (und die AfD feiert ja erst gerade aktuell, dass es in der CDU nicht F. Merz geworden ist, WEIL der ihnen Stimmen abgejagt hätte, also in ihrem Umfeld gewildert hätte) noch über "Rückführung abgelehnter Asylbewerber" hinausgehendes gegen Ausländer, nix gegen Moslems und auch keine sonstige Fremdenfeindlichkeit, wenn ich in der Schnelle alles richtig interpretiert habe.

Zitat:
Original geschrieben von Kir Royal:
Und was ist nun negativ, wenn Oppositionsparteien (immer demokratisch gewählt) wie AfD oder Linkspartei bzw. eben in Frankreich eben LePen und Mélenchon an den Protesten beteiligen und dazu aufrufen?

Oder dürfen bei Protesten manche Parteien grundsätzlich nicht mitmachen? :confused:


Schlimm wird's dann, wenn eine Partei wie die AfD so tut, als wäre es ein Protest in ihrem Sinne auf Grund der Programatik, aber selber sich eine ganz andere Politik vorstellt. Ich lese da bei den Gelbwesten z.B. "Korrekte Behandlung von Asylbewerbern. Wir schulden ihnen Wohnraum, Sicherheit, Ernährung sowie Bildung für die Minderjährigen."
"Begrenzung der Mieten." usw., die Mehrzahl der Punkte widerspricht dem AfD-Programm diametral. Und wenn es dann sowas wie "mehr direkte Demokratie" gibt, sieht man ja an der von der AfD so verehrten Schwesterpartei FPÖ, wie genau das dann im Fall einer Mitregierung damit genommen wird ;)
https://kontrast.at/volks...vp-auf-900-000/


Also das Dranhängen der AfD ist nur weitere Volksverblödung, und davon haben wir mMn schon genug.
Beitrag von BigCountry:
Zitat:
Die Lebenshaltungskosten seien mittlerweile zu hoch, und der Bau neuer Sozialwohnungen in Paris zu langsam, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.

Ihm reicht es nicht, dass Macron die Benzinsteuer zurückgenommen hat. Er will höhere Steuern für Reiche und einen höheren Mindestlohn.

http://www.spiegel.de/pol...-a-1242718.html



Sozialwohnungen, höherer Mindestlohn, Reichensteuer - typisch AfD. NICHT.


Grundsätzlich habe ich Verständnis für Demonstrationen, aber nicht für Randale. Stehe der Bewegung also kritisch gegenüber.
Beitrag von Rhino Gored Me!:
Halte die Demonstrationen auch für unangebracht. Es artet nur in Gewalt aus, es gibt Tote und alles wird kaputt geschlagen. Wird es den Menschen dadurch besser gehen? Wohl kaum. Außerdem sind auch immer viele drunter die der Politik für alles die Schuld geben. Anstatt die Fehler vielleicht mal bei sich selber zu suchen.
Beitrag von Wölfpack:
Nicht nur den Randalen gegenüber, sondern auch deren 3 Hauptzielen, die eher Dämpfer für die eh angeschlagene, franz. Wirtschaft sind/wären.
Beitrag von Skyclad:
Zitat:
Original geschrieben von Wölfpack:
Nicht nur den Randalen gegenüber, sondern auch deren 3 Hauptzielen, die eher Dämpfer für die eh angeschlagene, franz. Wirtschaft sind/wären.



Was nützt eine florierende Wirtschaft, wenn Leute in Armut leben und ihr Leben sich kein Stück bessert?

Hartz-IV-Empfänger oder Leiharbeiter zweigen dir auch den Finger, wenn du von der ach so tollen deutschen Wirtschaft schwärmst. ;)
Beitrag von Kir Royal:
Zitat:
Original geschrieben von Rhino Gored Me!:
Halte die Demonstrationen auch für unangebracht. Es artet nur in Gewalt aus, es gibt Tote und alles wird kaputt geschlagen. Wird es den Menschen dadurch besser gehen? Wohl kaum. Außerdem sind auch immer viele drunter die der Politik für alles die Schuld geben. Anstatt die Fehler vielleicht mal bei sich selber zu suchen.



Wenn die Regierung die Benzin-Preise drastisch erhöht, sollte der Bürger mal die Schuld "bei sich selbst" suchen ... :rolleyes:

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