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Wo ist der Spirit der 90er geblieben?

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Beitrag von 2. Vorsitzende:
Ich hab' meine Jugend in den 90ern verbracht, wie so viele andere hier auch. Und wenn ich die heutigen Zeiten mit denen damals vergleiche, fällt mir immer wieder der Unterschied in der Mentalität auf. Nein, früher war nicht alles besser. Die 90er waren voller Probleme. Die Mauer war gerade gefallen, was einen Haufen Herausforderungen bedeutete, auch wenn der kalte Krieg damit endete. Der Golfkrieg tobte, Jugoslawien zerfiel und viele Menschen flohen zu uns. Wir hatten kein Internet und keine Telefon-Flatrates, von Smartphones ganz zu schweigen, aber dass die kommen würden, wussten wir ja noch nicht. Trotzdem sah man positiv in die Zukunft. Alles, was modern sein sollte, hatte ein "2000" im Namen. Das Millenium rückte näher, aber trotz prognostizierten Weltuntergangszenarien waren irgendwie alle gespannt auf das, was da kommen würde. Technomusik war im Nachhinein vielleicht zum fremdschämen, aber die Loveparade vermittelte ein großes Gefühl von Toleranz und Wir-Gefühl. Love & Peace waren aus meiner Erinnerung die Schlagworte der Zeit, aber auch "Together".
Und während es uns jetzt eigentlich gar nicht schlechter geht, vernehme ich sehr häufig eine sehr gegensätzliche Stimmung, besonders natürlich auf Facebook, aber das überträgt sich vielfach auch in den Alltag. "Es wird immer schlimmer", "Alles geht den Bach runter". Das Abendland geht unter, weil ein Schafskäse oder ein Glas Oliven ein neues Werbebild bekommt, die Medien sind mindestens suspekt, "der Staat" sowieso scheiße und Leute mit anderem Lebenswandel "krank". Es scheint, als lebe jeder nur noch in seiner Filterbubble, in der er vornehmlich an Zuständen herumnörgelt, statt sie überhaupt aktiv ändern zu wollen. Natürlich nicht pauschal. Es gibt immer noch Leute, die die Welt zu einem besseren Ort machen wollen, die anderen helfen und offen für neues sind. Das soll keine verklärte schwarz-weiß-Idee sein. Aber so als Grundgedanke.
Wie kommt das? Wurden wir alle so schwer von der Realität enttäuscht? Ist das Internet schuld, das Leute eigentlich zusammenbringen sollte und sie doch nur mehr entzweit? Oder trügt mich mein Empfinden total?
Was denkt ihr darüber?
Beitrag von Main Eid:
Weiss ich auch nicht, aber eine Welt in der ich auf der Zeil nur noch Halal Geflügelbratwurst, anstatt einer gescheiten Schweinebratwurst bekomme, ist nun mal eine schlechte. Punkt.
Beitrag von Unregistriert:
Zitat:
Original geschrieben von Main Eid:
Weiss ich auch nicht, aber eine Welt in der ich auf der Zeil nur noch Halal Geflügelbratwurst, anstatt einer gescheiten Schweinebratwurst bekomme, ist nun mal eine schlechte. Punkt.

:D

Kann den Beitrag leider schon von Haus aus nicht ernst nehmen, wenn gerade die schwachsinnige Loveparade als Beispiel für positives angeführt wird...
Beitrag von King of Old School:
Beim Lesen der Überschrift hatte ich sofort die Antwort parat : in den 90ern!

Ich benutze fast kein facebook, vielleicht habe ich deshalb auch nicht gewusst, dass alles momentan schlecht ist.
Beitrag von Skyclad:
Zitat:
Original geschrieben von Main Eid:
Weiss ich auch nicht, aber eine Welt in der ich auf der Zeil nur noch Halal Geflügelbratwurst, anstatt einer gescheiten Schweinebratwurst bekomme, ist nun mal eine schlechte. Punkt.



Ich will weder noch.
Dafür bekomme ich aber überall in London Spare Ribs vom Schwein. Die sollte es in Deutschland auch noch geben ...


Nun ja, in den 90ern war die Lage halt optimistisch, da der Kommunismus besiegt war, Deutschland wiedervereinigt war und Computer und das Internet ganz langsam Einzug hielten. Zudem konnte man noch in China und sonstwo alle anderen ausbeuten - die Globalisierung lief damals noch wunderbar.

Und damals waren Dorftrottel noch Dorftrottel - heutzutage vereinigen sie sich und nennen sich Pegida. Außerdem kann man in Zeiten von Brexit und Trump und der erstarkten "neuen Rechten" nun mal nicht von glänzenden Zeiten reden. Als Alternative bleiben da halt nur die "unrealistischen" Linken und natürlich der "alternativlose" Neoliberalismus, dem sich so ziemlich alle größeren Parteien in Europa verschrieben haben.

Die Loveparade hat mich damals schon angekotzt - nicht nur musikalisch, denn dieser hedonistische Mainstream der 90er war völlig bedeutungslos und unpolitisch; seit damals gibt es auch keine rebellische Jugendbewegungen mehr - Grunge war da der letzte Aufschrei.

Selbst "Untergrund"-Bewegungen wie Rap oder Metal sind seitdem kommerzialisiert, größtenteils zahnlos und zum Großteil nur noch oberflächlich. Damals konnte ich auf Metal-Festivals noch meinen Geldbeutel auf dem Autodach lassen und er war am nächsten Morgen noch da. Heutzutage undenkbar, da werden Zelte ausgeraubt ...
Beitrag von Abgas:
Zitat:
Original geschrieben von Main Eid:
Weiss ich auch nicht, aber eine Welt in der ich auf der Zeil nur noch Halal Geflügelbratwurst, anstatt einer gescheiten Schweinebratwurst bekomme, ist nun mal eine schlechte. Punkt.



Keine Ahnung, ob das Ironie sein soll, aber wenn DAS dein Indikator für eine schlechte Welt ist, dann erklärt sich sicherlich auch vieles was im Ausgangsposting angesprochen wird... :rolleyes:
Beitrag von Lauf-Guru K:
Der Spirit" Wir-Gefühl" ist doch da nur in digitaler Form.

Fehlverhalten wird in digitaler Form mit einem "Shitstorm" abgestraft.
Wo früher Schauspieler/Produzenten mit Ihr Fehlverhalten durchkamen, akzeptiert die heute Generation sowas nicht.
Früher in den 90er Jahre hatte niemand keine Probleme mit der "Besetzungs Coach", da wusste es jeder, aber niemand hat es öffentlich angesprochen.
Beitrag von Main Eid:
Zitat:
Original geschrieben von Abgas:
Keine Ahnung, ob das Ironie sein soll, aber wenn DAS dein Indikator für eine schlechte Welt ist, dann erklärt sich sicherlich auch vieles was im Ausgangsposting angesprochen wird... :rolleyes:


Is so.
Beitrag von Maou:
Internet und Handy haben schon einiges verändert. Früher hatten wir das halt "größtenteils" nicht und in der Form kaum etwas mitbekommen, bzw. es zu mindest nicht alle paar Sekunde vor Augen gehalten gekriegt.
Beitrag von fingerinpo:
In der Jugend kommt einem die Welt meistens schöner vor, irgendwann landet man halt in der Realität:D

Den gleichen Text würde wahrscheinlich jemand aus den 80ern auch über die 90er schreiben usw. Bin auch Mitte 80er Baujahr, meine Oma, die in den 30ern geboren wurde und somit Krieg und Nachkrieg mitmachen musste meinte immer "in was für eine Zeit bist du nur hineingeboren worden".
Soll man jetzt daraus schließen die 90er waren schon schlimmer als die Jahre des 2. Weltkrieges und danach? ;)
Oder hat es doch andere Gründe, dass man so empfindet.

Das Einzige was ich feststelle, die meisten Menschen können nicht mehr den Moment geniesen. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass sich "die Welt immer schneller verändert" auf jeden Fall fiel einem dies als Kind und Jugendlicher sicher leichter. Weniger Probleme, weniger Verpflichtungen, weniger Gedanken um die Zukunft.
Beitrag von Lauf-Guru K:
Wir leben heute im Computer-Zeitalter der Bewegungslosigkeit.

Theoretisch müsste man sich heute nicht mehr bewegen, da man alles Online bestellen könnte.
Ist sowohl Segen als Fluch für unseren Körper.
Beitrag von HARDY-BOYZ:
Zitat:
Original geschrieben von Maou:
Internet und Handy haben schon einiges verändert. Früher hatten wir das halt "größtenteils" nicht und in der Form kaum etwas mitbekommen, bzw. es zu mindest nicht alle paar Sekunde vor Augen gehalten gekriegt.



Sehe ich auch so, ist zugleich Segen und Fluch. Wenn du wissen wolltest ob der Kumpel Zeit hat, bist halt vorbeigegangen. Wenn du nicht zuhause warst, wars eben so. Heute geht das alles etwas anders ;) das Gleiche mit dem Online-Shopping, früher bist du nach der Schule noch kurz in die Stadt weil du dir ne CD kaufen wolltest.
Beitrag von Kapitän Ahab:
In den 90er Jahren ging mit dem Kalten Krieg ein Konflikt zu Ende, der über 40 Jahre die Menschheit geprägt hat. Und auch wenn es keine, oder nur vergleichsweise geringe reale Schäden gab, so hat man doch einen enormen wirtschaftlichen Raubbau betrieben, um diesen Konflikt für sich zu entscheiden. De facto hat sich die Sowjetunion zu Tode gewirtschaftet, und letzendlich hat man auch im kapitalismusgeprägten Westen sich wirschaftlich sehr verausgabt, zumindest die "Nationen". Am besten sieht man dies an der Überschuldung fast sämtlicher Staaten.

In den 90ern war man froh, dass man den kalten Krieg überlebt hat. Man hatte "die" besiegt. Effektiv darf man sich jetzt aber mit den Spätfolgen der letzten 50 Jahre rumschlagen. Überschuldete Staatshaushalte, eine auf unmenschliche Effektivität getrimmte Wirtschaft und letzendlich Politiker in den 90er und 00er-Jahren, die ein Relikt einer Zeit waren, und einfach "weiter so" gemacht haben.

Erst im Nachhinein hat man sich mit den Folgen beschäftigt, und daran knapst man heute noch. Und da dazu noch das motivierende alles domminierende Feindbild weggebrochen ist, entwickelte sich in vielen Punkten ein Problembewusstsein und jeder, der so sein kleines Feindbild gefunden hatte, proklamiert das dann auch. Entsprechend rücken viele,geradezu unüberschaubare Probleme in den Vordergrund, und werden thematisiert.

Entsprechend kämpft man jetzt für Umweltschutz, Energiewende, gerechte Löhne, medizinische Versorgung, innere Sicherheit, Krötentunnel, gegen Funkmasten etc. und da es den übergreifenden Feind, wie "den Russen", nicht mehr gibt, gibt es auch keinen gemeinsamen Gedanken mehr hinter dem man eine Mehrheit vereinen kann. Entsprechend fühlt sich jeder irgendwo als Randgruppe mit seiner Agenda.

Und final kommt dann noch der Sprung ins "soziale Informationszeitalter", und die weite Verbreitung des Internets in der Bevölkerung. Gerade die sozialen Medien haben etwas geschaffen, dass in einer Utopie gut klingt, wie liberalisierte Kommunikationswege, allerdings hat es auch dazu geführt, dass in der Medienlandschaft unzählige Nachrichten-Multiplikatoren entstanden sind, die zum Teil wahllos funktionieren. Tendentiell kann alles ein Internet-Hype werden. Egal ob sich leute Eiswasser über den Kopf schütten oder ein "Shitstorm" losgetreten wird, weil ein Politiker was dämliches gesagt hat.

Am Ende ist die Welt mit Problemen überladen, und allgemein visions- und ziellos. Und dies bekommt man auf unzähligen Wegen mitgeteilt. Spamfilter gibt es für E-Mails, aber mit en sozialen Medien haben wir mehr oder minder die Spamfilter für Nachrichten und Themen abgeschafft. Leider sehr ad hoc, so dass man sich nur schwer entsprechende Filterkompetenzen selbst aneignen konnte.
Beitrag von Nate Diazepam:
Zitat:
Original geschrieben von Main Eid:
Weiss ich auch nicht, aber eine Welt in der ich auf der Zeil nur noch Halal Geflügelbratwurst, anstatt einer gescheiten Schweinebratwurst bekomme, ist nun mal eine schlechte. Punkt.



Das ist wirklich schrecklich. Ich wünsche dir, dass du ganz bald Hilfe findest.
Beitrag von Main Eid:
Zitat:
Original geschrieben von Nate Diazepam:
Das ist wirklich schrecklich. Ich wünsche dir, dass du ganz bald Hilfe findest.


Danke.

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