MOONSAULT.de - Deutschlands größte Wrestling-Community: WWE, AEW, IMPACT, US-Indy, Europa & vieles mehr!
Zurück zur MOONSAULT.de Startseite Wrestling Newsboard mit News und Infos aus WWE, AEW, IMPACT, US-Indy und weiteren Ligen sowie Ergebnissen und Gerüchten CyBoard Wrestling Forum & Community Euro-Wrestling: Wrestling Eventkalender, Euro-Promotions (wXw, GSW, EWP, CWN, SWO, ACW, ...) und mehr Die Wrestling Talk-Radios MoonTalk und CyLight Reel: Kostenlos als MP3-Download Aktuelle WWE, AEW, IMPACT, ECW, US-Indy & weitere Wrestling-Champions sowie umfangreiche Titelhistories MOONSAULT.de Archive: WrestleCrap, Biographien, Ergebnisse und vieles mehr.

Benutzerdefiniert
In Partnerschaft mit Amazon.de Facebook Like Support MOONSAULT.de

MOONSAULT.de Forum CyBoard > CyBoard Archive > II. Community & Sport Foren > Deluxe Talk
Seiten: [1] 2 3 4 5 6 7 8 9 
Mehr Gerechtigkeit- Eure Argumente und Ideen

[ TIPP: Diesen Beitrag komplett im MOONSAULT.de Forum anzeigen ]

   Seiten: [1] 2 3 4 5 6 7 8 9 

Beitrag von Somewhere87:
In den Medien und von Politikern wird oft das Wort "Gerechtigkeit" verwendet, ohne wirklich konkret zu werden. Die Meisten verbinden damit sicher die Umverteilung von Vermögen von Reich zu Arm.
Doch was wäre denn eurer Meinung nach Gerechtigkeit bzw. Was würde zu mehr Gerechtigkeit führen?

Evtl die Abschaffung von Pensionen, damit alle in die Rente einzahlen?
Wie steht ihr zur Beitragsbemessungsgrenze?

Mich interessiert da die Meinung von euch, was man, neben den Standardaussagen wirklich ändern müsste.
Beitrag von bdbjorn:
Gerechtigkeit ist immer ein schwieriges Wort. Ist es gerecht, Reichen einfach mehr wegzunehmen? Ist es gerecht, Leuten, die nicht arbeiten, genauso viel zu geben wie denen, die im Niedriglohnsektor Vollzeit arbeiten? Aus meiner Sicht ist Gerechtigkeit immer ein gesamtgesellschaftliches Problem, nur auf Umverteilung von Oben nach Unten zu setzen, ist deshalb wenig hilfreich.

Der wichtigste Aspekt ist hier die Bildung: Studien zeigen ja, dass es immer noch einen Zusammenhang zwischen Bildungschance und Reichtum der Eltern gibt. Insofern muss dafür gesorgt werden, dass auch Kinder aus sozial schwächeren Schichten die Chance auf eine gute Ausbildung bekommen. Sei es jetzt durch zusätzlichen Förderunterricht, vergünstigte Hausaufgabenbetreuung, kostenlose Schulessen oder Übernahme der Fahrtkosten, sofern die Schule außerhalb des eigenen Ortes liegt. Menschen Bildung zu geben hilft viel mehr, als ihnen einfach nur Geld zu geben. Dasselbe gilt für das Schulwesen: Wenn ein System ebenfalls nach sozialem Stand trennt (wie die Hauptschule bspw.), sorgt das langfristig auch nicht für soziale Gerechtigkeit, sondern eher für Spaltung. Daher halte ich ein zweigliedriges System für hilfreicher, als ein dreigliedriges. Auch die große Aufgabe der Inklusion wird die soziale Gerechtigkeit langfristig fördern, wenngleich die Umsetzung schwierig sein wird. Hier halt ich es aber besser, den schwierigen Weg zu gehen, als das Problem auf dem leichten zu ignorieren.

Auch soziale Aspekte wie der Einsatz für mehr Frauen in Führungspositionen oder generell "männlichen" Betrieben (ebenso andersherum!) gehört aus meiner Sicht dazu, denn Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu benachteiligen, schwächt ebenfalls den Gerechtigkeitsgedanken. Und gerade bei Punkten "Löhne" oder "Führungspositonen" sehen wir, dass es dort noch keine Gerechtigkeit gibt, man aber auf einem besseren Weg ist, als viele andere Länder, wo man als Frau kaum eine Chance hat.

Das erstmal zu den Punkten, bei denen ich mich auskenne. Bezüglich Steuern oder ähnlichen Dingen lasse ich lieber die Experten ran, weil von mir nur die üblichen Sprüche kommen würden. :D
Beitrag von Saul Goodman:
Zitat:
Original geschrieben von bdbjorn:
Der wichtigste Aspekt ist hier die Bildung: [...] Dasselbe gilt für das Schulwesen: Wenn ein System ebenfalls nach sozialem Stand trennt (wie die Hauptschule bspw.), sorgt das langfristig auch nicht für soziale Gerechtigkeit, sondern eher für Spaltung. Daher halte ich ein zweigliedriges System für hilfreicher, als ein dreigliedriges. Auch die große Aufgabe der Inklusion wird die soziale Gerechtigkeit langfristig fördern, wenngleich die Umsetzung schwierig sein wird. Hier halt ich es aber besser, den schwierigen Weg zu gehen, als das Problem auf dem leichten zu ignorieren.



Absolute Zustimmung, dass bei der Bildung und damit in der Schule angesetzt werden muss.

Ich sehe das aber "radikaler" als du und lehne auch ein zweigliedriges System ab. Wenn wir inklusiv in Schulen arbeiten sollen/wollen/können, ist eine Aufgliederung (egal ob in zwei, drei oder wie bisher vier) einfach absurd:

Die meisten Kinder kommen in ein fast 100% inklusives System (Kindergarten), kommen dann in ein stark inklusives System (Grundschule - eben auch weil wir dort auf eine Mehrgliedrigkeit verzichten, bis auf bei einer Förderschulzuweisung) und dann kommen zur Sek 1 plötzlich Weichen, die das ganze Leben (und das mehrerer Generationen) vorprogrammieren. Das ist einfach Quatsch.

Neben dem Bildungsaspekt gehört übrigens auch die Frage nach Ganztagsschule dazu: Je mehr Zeit Kinder in der Schule verbringen, desto weniger zählen die sozialen Unterschiede.
Beitrag von bdbjorn:
Zitat:
Original geschrieben von Saul Goodman:
Ich sehe das aber "radikaler" als du und lehne auch ein zweigliedriges System ab. Wenn wir inklusiv in Schulen arbeiten sollen/wollen/können, ist eine Aufgliederung (egal ob in zwei, drei oder wie bisher vier) einfach absurd:



Ich kann deinen Gedanken verstehen, befürworte nach meiner eigenen Erfahrung aber das zweiglidrige System. Ansonsten wären Klassen in einer Schule zu heterogen, um wirklich guten Unterricht durchführen zu können. Kindergarten und Grundschule dienen auch dazu, die "Leistungsfähigkeit" der Schüler auszutesten und das ist immer so ein relativ breites Spektrum, dass ich es grundsätzlich für richtig halte, dort einmal zu trennen. Was ich sehe wie du, ist die Tatsache mit dem Weichenstellen. Keinem Schüler soll ein akademischer Weg verbaut werden, wenn er nicht aufs Gymnasium kommt. Aber da gibt es über angeschlossene Gymnasialzweige an Gemeinschaftsschulen oder berufliche Schulen genügend Möglichkeiten, sein Abitur nachzuholen.

Zitat:
Original geschrieben von Saul Goodman:
Neben dem Bildungsaspekt gehört übrigens auch die Frage nach Ganztagsschule dazu: Je mehr Zeit Kinder in der Schule verbringen, desto weniger zählen die sozialen Unterschiede.



Das sehe ich auch so, bin aber hier eher der Meinung, dass Kinder in erster Linie den Eltern und nicht dem Staat gehören. Deshalb sollte man nicht versuchen, Kinder möglichst lange in der Schule zu halten, sondern nur so lange wie für den Stoff nötig, aber mit freiwilligen Angeboten dazu anregen, länger zu bleiben.
Beitrag von Fletcher Cox:
Zitat:
Original geschrieben von Saul Goodman:

Neben dem Bildungsaspekt gehört übrigens auch die Frage nach Ganztagsschule dazu: Je mehr Zeit Kinder in der Schule verbringen, desto weniger zählen die sozialen Unterschiede.



Sicher? Meinem Gefühl nach, finde ich es eher umgekehrt. Den ganzen Tag im gleichen "sozialen System" mit den gleichen Cliquenbildungen,... Da kann man auch schnell in eine Rolle gedrängt werden aus der man dann kaum noch rauskommt. Zudem hat ja nicht jeder seinen Freundeskreis innerhalb der Klasse. Bei mir war es jahrelang so, dass mein bester Kumpel ein Jahr über mir war, der zweitbeste Kumpel besuchte ein anderes Gymnasium. Über eine Ganztagsschule wäre ich an meine Klasse gebunden, die aber bestenfalls aus 4 erträglichen Personen bestand
Beitrag von Saul Goodman:
Zitat:
Original geschrieben von bdbjorn:
Ansonsten wären Klassen in einer Schule zu heterogen, um wirklich guten Unterricht durchführen zu können.



Es geht doch in dutzenden Ländern (unter anderem den klaren Spitzenreitern in Bildungsstudien) auch?! Heterogenität ist kein Ausschlusskriterium für qualitativen Unterricht - in einem etwas böswilligen Rückschluss könnte ich dir unterstellen, dass du sämtlichen Grundschulen schlechten Unterricht unterstellst. ;)

Es ist ja auch nicht so als gäbe es nicht in Deutschland solche Modellschulen, die qualitativ durchaus gut arbeiten.

Zitat:
Original geschrieben von bdbjorn:
Kindergarten und Grundschule dienen auch dazu, die "Leistungsfähigkeit" der Schüler auszutesten



Komisch, ich dachte es ginge um Bildung?!

Zitat:
Original geschrieben von bdbjorn:
Aber da gibt es über angeschlossene Gymnasialzweige an Gemeinschaftsschulen oder berufliche Schulen genügend Möglichkeiten, sein Abitur nachzuholen.



Es gibt nicht annähernd "genügend Möglichkeiten", deshalb klaffen die Bildungschancen in Deutschland doch so weit auseinander wie in kaum einem anderen Land. Weder ist die Durchlässigkeit nach oben gegeben,noch gibt es genügend Möglichkeiten auf dem zweiten oder dritten Weg, besonders für sozial Benachteiligte.

Zitat:
Original geschrieben von bdbjorn:
Deshalb sollte man nicht versuchen, Kinder möglichst lange in der Schule zu halten, sondern nur so lange wie für den Stoff nötig



Okay: Sind Hausaufgaben "für den Stoff nötig"? Hausaufgaben (und das ist nun nicht das einzige Kriterium für Ganztagsschulen aber ich halte es für ein ganz gutes Beispiel) sind eine ganz klare Benachteiligung im Hinblick auf (Bildungs-)Gerechtigkeit. Ziel ist es doch nicht die Kinder möglichst lange in der Schule zu halten (wobei es ohne Frage soziale Settings gibt, in denen es grundsätzlich wünschenswert wäre), sondern den Einfluss des sozialen Status zu minimieren. Sowohl im Hinblick auf Bildung als auch Sozialisation.

Zitat:
Original geschrieben von Fletcher Cox:
Über eine Ganztagsschule wäre ich an meine Klasse gebunden, die aber bestenfalls aus 4 erträglichen Personen bestand



Du sprichst von anderen sozialen Aspekten als ich. Natürlich kann es für die soziale Interaktion hinderlich sein den ganzen Tag mit einer festen Gruppe Gleichaltriger umgeben zu sein, die man nicht ausstehen kann. Mein Bild einer Ganztagsschule ist aber auch nicht das einer festen Gruppe Gleichaltriger, die von der 1. bis zur 10. Stunde gemeinsam im Klassenraum sitzt und dem Frontalunterricht der Lehrperson zuhört.
Beitrag von Skyclad:
Die Frage ist erst einmal, ob man Gerechtigkeit regional, national oder global definiert, denn davon hängen wiederum viele Folgefaktoren ab.

Regionale (Un-)Gerechtigkeit sieht man selbst und kann da auch durch ehrenamtliches oder sonstiges Engagement einiges tun; Freunde von mir helfen beispielsweise Asylanten bei der Integration (um es mal stark vereinfacht auszudrücken), aber man kann ja auch für gemeinnützige Zwecke wie Büchereien, Spielplätze oder sonstiges spenden. Hier kann man selbst einfach und schnell tätig werden.

Auf nationaler Ebene ist es schwieriger und auch kontroverser - da kann man über Steuern und sonstige Abgaben reden (wer findet was gerecht ist da ein Streitthema), man kann darüber diskutieren, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen gut oder schlecht ist und was Arbeitslosen zustehen soll, man kann sich auch fragen, wie man Armut und die dazugehörige Ungerechtigkeit definiert. Hier kann man auch über Bildung reden - ein für mich auch sehr guter Ansatz, denn "gleiche Bildung für alle" gibt zumindest mehr Chancengleichheit (da ist Deutschland aber auch schon weiter als USA oder UK, muss man auch mal erwähnen). Aber hier kann man auch fragen, ob Gleichheit auch immer Gerechtigkeit ist.

Die globale Ebene ist die komplizierteste - was nützt ein gut bezahlter Job in einer deutschen Fabrik, wenn die einzelnen Bestandteile für Hungerlöhne in China hergestellt werden? Ist das dann noch gerecht? Oder sehen wir da drüber hinweg und konzentrieren uns stattdessen lieber auf Deutschland oder vielleicht noch Europa?

Ein letzter Punkt ist noch die Umwelt - wie gerecht ist es unseren Nachfahren gegenüber, unseren Planeten so rücksichtslos auszubeuten, wie wir es gerade tun?
Beitrag von bdbjorn:
Zitat:
Original geschrieben von Saul Goodman:
Es geht doch in dutzenden Ländern (unter anderem den klaren Spitzenreitern in Bildungsstudien) auch?! Heterogenität ist kein Ausschlusskriterium für qualitativen Unterricht - in einem etwas böswilligen Rückschluss könnte ich dir unterstellen, dass du sämtlichen Grundschulen schlechten Unterricht unterstellst. ;)



Natürlich ist Heterogenität kein Ausschlusskriterium für guten Unterricht, aber je höher der Grad an Heterogenität ist, desto schwieriger wird es auch, Klassen zu unterrichten. Wenn man dann keine guten äußeren Bedingungen hat, wird es schwierig, den angemessenen Grad an Differenzierung zu finden. Und bei Grundschulen steht auch eher der pädagogische, als der inhaltliche Aspekt im Vordergrund. Das ändert sich dann auf den weiterführenden Schulen. Ich will übrigends nicht sagen, dass ein eingliedriges System nicht funktionieren würde, dein Einwand zeigt das ja (siehe Finnland). Aber alleine die Gemeinschaftssschule sorgt nicht per se für ein faireres oder besseres Schulsystem. In Deutschland sind Sachsen und Bayern mit einem mehrgliedrigen Schulsystem immer an der Spitze. Im Endeffekt kommt es darauf an, wie man ein Schulsystem umsetzt.

Zitat:
Original geschrieben von Saul Goodman:
Komisch, ich dachte es ginge um Bildung?!



Das eine muss das andere ja nicht ausschließen. Beim Vermitteln der Bildung geht es auch darum, wie fähig Schüler darin sind, diese aufzunehmen. Und in 4 Jahren hat man genügend Zeit, die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der Schüler herauszufinden, um dann den Leistungsgrad eines jeden einschätzen zu können. Deshalb halte ich eine Aufteilung hier für sinnvoll.

Zitat:
Original geschrieben von Saul Goodman:
Es gibt nicht annähernd "genügend Möglichkeiten", deshalb klaffen die Bildungschancen in Deutschland doch so weit auseinander wie in kaum einem anderen Land. Weder ist die Durchlässigkeit nach oben gegeben,noch gibt es genügend Möglichkeiten auf dem zweiten oder dritten Weg, besonders für sozial Benachteiligte.



Ich kann nur für Schleswig-Holstein sprechen und hier gibt es keine Probleme damit, sein Abitur nach einem Realschulabschluss nachzuholen. Und das Problem mit dem Nachteil für sozial Benachteiligte hängt doch nicht mit dem System, sondern mit der fehlenden Förderung zusammen. Hier muss man ansetzen, damit sich die weiterführenden Wege nicht gleich verschließen. Wer durch Förderung einen guten Realschulabschluss erlangt, wird auch Möglichkeiten bekommen, sein Abitur nachzuholen.

Zitat:
Original geschrieben von Saul Goodman:
Okay: Sind Hausaufgaben "für den Stoff nötig"? Hausaufgaben (und das ist nun nicht das einzige Kriterium für Ganztagsschulen aber ich halte es für ein ganz gutes Beispiel) sind eine ganz klare Benachteiligung im Hinblick auf (Bildungs-)Gerechtigkeit. Ziel ist es doch nicht die Kinder möglichst lange in der Schule zu halten (wobei es ohne Frage soziale Settings gibt, in denen es grundsätzlich wünschenswert wäre), sondern den Einfluss des sozialen Status zu minimieren. Sowohl im Hinblick auf Bildung als auch Sozialisation.



Eine Schule hat aus meiner Sicht nicht das Ziel, "den Einfluss des sozialen Status zu minimieren". Das Ziel ist in erster Linie die Vermittlung von Wissen, Kompetenzen und die Sozialisation in die Gesellschaft. Wobei den letzteren Punkt auch viele Leute kritisieren. Bei diesen Zielen ist es ohne Zweifel wichtig, den Einfluss des sozialen Status gering zu halten, aber das wird nicht dadurch erreicht, indem man Schüler möglichst lange in der Schule lässt. Wenn man das so interpretiert würde ein gerechtes Bildungssystem Schüler rund um die Uhr in der Schule behalten, Big Brother gefällt das. ;)

Ich verstehe worauf du hinaus willst, denn das sozial bessere gestellte Eltern mehr Möglichkeiten haben, ihr Kind zu fördern, ist ja richtig. Oder mit ihnen die Hausaufgaben durchzuarbeiten. Oder Nachhilfeunterricht zu geben etc.. Aber der Staat hat aus meiner Sicht nicht das Recht, ihnen diese Möglichkeiten zu verbieten. Seine Aufgabe ist es, denjenigen, welche diese Angebote nicht haben, sie anzubieten. Und das kann in Form von verschiedenen Nachmittagsangeboten passieren. Außerdem halte ich es für die Sozialisation gerade sinnvoller, wenn sich Schüler ihre Zeit selbst einteilen können. Und nicht 5 Tage die Woche bis in den tiefen Nachmittag in der Schule bleiben und keine Zeit für außerschulische Aktivitäten haben.
Beitrag von seidi:
in Deutschland gibt es viele Ungerechtigkeiten

ich nehme mal ein paar Punkte aus dem realen Leben

Arbeit:

ich arbeite in einem Krankenhaus im nicht medizinischen Bereich.da wurden leider viele Bereiche in Tochterfirmen ausgegliedert.
aktuell gibt es in meiner Abteilung 3 Mitarbeitergruppen
Gruppe1: Mitarbeiter mit Altverträgen
diese Mitarbeite sind teilweise schon Jahrzehnte im Unternehmen beschäftigt und werden nach Tarifvertrag öffentlicher Dienst TVöD bezahlt. haben durch eine Betriebiebsvereinbarung auch bis 1.1.2021 ihren Tarifschutz

Gruppe 2: Mitarbeiter die zwischen 2013 und 2014 befristet auf 2 Jahre eingestellt wurden
diese Mitarbeiter wurden zum 1.11.2015 in eine Tochterfirma übergeleitet.. ihre Vertrage wurde in unbefristete umgewandelt. aber ihnen wurde zum 01.01.2016 ihr TVöD Tarif weggenommen. Sie werden nach Rahmenarbeitsbedingungen bezahlt da es in der Tochterfirma keinen Tarifvertrag gibt.

Gruppe 3: alle die ab 01.11.2015 Eingestellt wurden
diese Mitarbeiter wurden direkt bei der Tochterfirma eingestellt und zu Rarmenarbeitbeitsbedinungen beschäftigt. es gibt wie oben beschrieben derzeit kein Tarifvertrag

Alle Mitarbeite egal zu welcher Gruppe sie gehören haben:
>die selbe Arbeitszeit
>arbeiten 2 Wochenenden im Monat und haben 2 Wochenenden im Monat Frei
> machen die selben Tätigkeiten


aber die Mitarbeiter die in der Tochterfirma sind haben (je nach Lohngruppe und Steuerklasse) zwischen 400 bis 550 € weniger als die Mitarbeiter die nach TVöD bezahlt werden

so viel zum Thema : Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
:rolleyes: :rolleyes:

ist das gerecht??
also ich finde das es definitiv nicht gerecht ist wenn der Kollege für die selbe Arbeit min 400 Euro mehr bekommt weil er nach einem anderen Tarif bezahlt wird

2. Thema Leiharbeiter

auch hier kann ich ein Beispiel aus der Praxis nennen

es gibt zwar dieses recht neue Gesetz wonach Leiharbeiter nach 9 Monaten das selbe Geld wie die Stammbelegschaft bekommen müssen und die Höchstdauer der ständigen Beschäftigung 18 Monate betragen darf

in der Praxis läuft das allerdings so ab
die Leiharbeiter die bei uns sind, sind eingearbeitet und werden meist für Urlaubs & Krankheitsvertretung geholt.

nicht nur in meiner Abteilung sondern allgemein bei uns im Unternehmen also auch an anderen Standorten.

kurz bevor allerdings die 9 Monate erreicht werden wird einfach dem Leiharbeiter gesagt: tut uns leid aber wir Planen erstmal nicht mehr mit Ihnen.dann wird der Leiharbeiter abgezogen,und es wird ein neuer geholt und das Spiel geht von vorne los

auch hier besteht eine ziemliche Ungerechtigkeit, vor allem da einige Mitarbeiter richtig gute Leute sind

3. Thema Hartz 4
hier gibt es so viele Ungerechtigkeiten das ich gar nicht weis wo ich anfangen soll mit der aufzählung

da ich hier nicht alles schreiben will was mir grade dazu durch den Kopf geht nehm ich mir mal das Thema Maßnahmen raus

hier z.b sinnlose Maßnahmen

nehmen wir als Beispiel jemanden mit abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung

das jemand der Hartz 4 bekommt auch ab und zu Maßnahmen machen muss, kann ich irgendwo auch noch nachvollziehen

aber wenn es dann wirklich sinnlos ist da fehlt mir das Verständnis
oder kann mir irgendjemand erklären was ein Mann mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehren Jahren Berufserfahrung in einer Maßnahme zu suchen hat wo man Vogelhäuschen baut und anstreicht?
oder wo man von Morgens 7 Uhr bis Mittags 13 Uhr zu 70 % dieses Zeitraums sinnlos seine Zeit absitzt und im Internet surft bzw am Computer spielt?

ist es Gerecht das man Geld gekürzt bekommt wenn man solche Sinnlosigkeiten abbricht?

und es hat für mich auch nichts mit Gerecht zutun wenn man innerhalb von 2-3 Jahren Harzt 4 2 oder 3 mal die selbe Maßnahme macht
ich kenne Leute die haben bei Bildungsträger X, Y und Z Maßnahmen mit mehr oder weniger selben Inhalt gemacht
warum. damit die Jobcenter Mitarbeiter die Maßnahmen voll bekommen wollen und die Leute erstmal aus der Statik verschwinden solange sie in Maßnahmen sind


ist es gerecht das der Steuerzahler dafür ein haufen Geld ausgibt?

es gibt so viele Ungerechtigkeiten bei Hatz 4 das ich hier noch 1-2 Stunden weiter schreiben könnte, allerdings würde das den kompletten rahmen sprengen
Beitrag von edgehead91:
Gerechtigkeit ist eine Utopie - ein Zustand, der unmöglich zu erreichen ist - , denn jeder Mensch hat individuelle Interessen und Ziele.
Sobald sich auch nur einer unbemerkt nicht an die vereinbarten Regeln des Zusammenlebens hält, indem er sich einen Vorteil verschafft, stürzt das ganze System unwiderruflich in sich zusammen.
Jeder Mensch sollte von der Gemeinschaft genug zum Überleben und kostenfreie Bildung gestellt bekommen und alles darüber hinaus muss jeder selbst auf die Reihe bekommen.

Nicht mal "wir" in Deutschland mit unserem tollen Wohlstand schaffen es unsere vermeintlich edlen Werte in die Realität umzusetzen.
Vielleicht ansatzweise innerhalb der Grenzen unseres Staates, in dem immerhin keiner verhungern muss, aber darüber hinaus?
Da werden Menschen, die um's Überleben kämpfen, die Lebensgrundlagen zerstört, beispielsweise indem wir ihnen die Fische wegfangen, und dann geben wir zum besten: "Entweder die haben kein Geld oder nichts zu essen. Tja so oder so sind sie im Arsch, das Leben ist halt nicht fair."

Das meiste von dem Konsumscheiß, den wir heutzutage haben, brauchen wir nicht und würden wir statt nutzlosen Scheiß zu produzieren unsere Energie darauf verwenden, das Leben für unsere Mitmenschen erträglicher zu machen, hätten wir morgen eine bessere Welt.
Aber wir wollen uns ja selbst verwirklichen und dazu gehört nunmal das neue iPhone und ein schickes Auto.
Beitrag von Neoliberaler:
http://www.zeit.de/amp/wi...lschaftsvertrag

Marcel Fratzscher zum Thema Erbschaftssteuer:

1 "In kaum einem anderen Land wird so viel Vermögen vererbt wie in Deutschland"
2."Jedoch erbt nur knapp die Hälfte aller Deutschen, die andere Hälfte geht leer aus. Dazu kommt, dass die Erben meist einkommensstarke, vermögende und gut ausgebildete Kinder sind. Die Erbschaften vergrößern die sozialen Unterschiede also noch."
3."Hinzu kommt, dass Vermögen in Deutschland im internationalen Vergleich ungewöhnlich niedrig besteuert werden – der deutsche Staat nimmt an vermögensbezogenen Steuern nur knapp ein Viertel des Aufkommens von Ländern wie Frankreich, Großbritannien oder den USA ein."
4 ."Viel schwerer wiegt, dass 40 Prozent der Deutschen praktisch kein Nettovermögen haben und auch keines aufbauen können."
5."Was Erbschaften betrifft, so ist es bemerkenswert, dass es zwar in Deutschland noch eine Erbschaftsteuer gibt, diese jedoch sehr ungleich angewendet wird. In der Praxis zahlen Erben auf Erbschaften über zehn Millionen Euro nur ein Prozent Steuer. Grund dafür ist vor allem, dass Betriebsvermögen besonders geschützt sind. Wer eine kleinere Erbschaft – in der Regel aus Privatvermögen – erhält, zahlt hingegen im Durchschnitt über zehn Prozent. Das Zehnfache."
Beitrag von Neoliberaler:
http://www.spiegel.de/wir...158930-amp.html

Georg Cremer spricht sich für eine nüchterne, faktenbasierte Debatte bezüglich der sozialen Gerechtigkeit aus. So nennt er etwa folgende Punkte, die sich letztes Jahr zum guten verbessert haben, über die aber eher weniger berichtet wurde:


1. So erhalten Alleinerziehende nun unbefristet bis zum 18.Geburtstag des Kindes einen Unterhaltsvorschuss
2.Der Freibetrag für Vermögen hinsichtlich der Sozialhilfe wurde von 2600€ auf 5000€ erhöht.
3. Man hat die Behindertenhilfe verbessert.
4. Es gibt nun endlich Freibeträge bei der Grundsicherung im Alter für Betriebs-und Riesterrenten.

Was sollte seiner Ansicht unter anderem noch getan werden?

1.Es muss auch Freibeträge bei der Grundsicherung im Alter für die gesetzlichen Rente gehen. Ungerecht ist, wenn jemand der ein Leben lang arbeitet, aber nicht privat vorsorgen kann, genauso viel erhält, wie jemand, der nie in die Rentenkasse eingezahlt hat.
2.Betroffene in Pflege-Berufen und im Versandhandel sollten sich stärker gewerkschaftlich organisieren, damit man so eine bessere Bezahlung einfordern kann.
3. Der Hartz IV-Regelsatz ist um 60-80€ zu niedrig. Die Politik erhöht diesen aber nicht, weil sie weiß, dass dies ein nicht sehr populäres Thema ist. Nur wenige profitieren davon. Außerdem fürchtet man eine aufgeregte Debatte. Durch die Erhöhung hätte man Hunderttausende mehr an Empfängern ( die, die bisher knapp über der Grenze lagen ). Bei nächster Gelegenheit würden dann die Sozialverbände die statistisch gestiegene Armut monieren.
Beitrag von Neoliberaler:
http://m.faz.net/aktuell/...130846.amp.html

Ein Artikel über Ungerechtigkeiten im Steuer-und Sozialstaat:

"Seine Wirkungen in den unteren Einkommensbereichen sind zuweilen noch leistungsfeindlicher. Dort kann es passieren, dass man netto Geld verliert, sobald man brutto mehr verdient. "

"Bürger sind nicht nur Steuerzahler. Sie zahlen auch Abgaben, und sie beziehen je nach Einkommenssituation zugleich Sozialleistungen. Das heißt für die Betroffenen, dass sie mit steigendem Einkommen nicht nur mehr Steuern und Abgaben zahlen müssen, es fallen im Zweifel bei bestimmten Schwellenwerten auch noch Sozialleistungen weg."

"Im extremsten Fall sorgt 1 Euro Mehrverdienst für 20 Cent weniger in der Haushaltskasse“, berichtet Peichl. Das entspricht einer Grenzbelastung von 120 Prozent, also fast dem Dreifachen des Spitzensteuersatzes. Der eigentliche Grund sind hier aber nicht die Einkommensteuer oder die Sozialabgaben, sondern das Transfersystem. Wer bestimmte Einkommensgrenzen überschreitet, verliert Ansprüche auf Sozialleistungen und muss zugleich mehr von seinem Bruttoverdienst abgeben."
Beitrag von Paul Ryan:
Gerechtigkeit hat auch was mit Leistungsgerechtigkeit zu tun, und die steigende Belastung durch Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen widerspricht der Leistungsgerechtigkeit.

Auch höhere Beitragsbemessungsgrenzen sind nicht gerecht, stattdessen sollte eine Steuer- und Abgabengrenze im Grundgesetz bestimmt werden.
Beitrag von Kane:
Zitat:
Original geschrieben von Paul Ryan:
Auch höhere Beitragsbemessungsgrenzen sind nicht gerecht,



Interessant, ab wann ist denn eine Beitragsbemessungsgrenze für dich ungerecht? Sind die aktuell 6.350 € bzw. 5.700 € pro Monat (um einfach mal die Rente zu nehmen) noch gerecht für dich? Und was genau wäre an einer Beitragsbemessungsgrenze von sagen wir mal 100.000 Euro p.a. (wenn gleichzeitig auch die Höhe der späteren Rente entsprechend mitsteigt) ungerecht?

   Seiten: [1] 2 3 4 5 6 7 8 9 


[ © 2000 - 2020 MOONSAULT.de | Impressum & Datenschutzerklärung | Team ]   
Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen.