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Hallo und Herzlich Willkommen zum MOONSAULT.de Match of the Year-Roundtable 2008. Wie bereits im letzten Jahr haben wir wieder die besten und kontroversesten User zusammengepackt und in ein Verlies unterhalb von Cybens prachtvollem Anwesen gesteckt, um ihnen in Endlosschleife die besten Matches des Jahres vorzuführen. Herausgekommen sind hochinteressante, alles andere als massenkonforme und stellenweise überraschende Ergebnisse, die wir euch jetzt präsentieren wollen.

Das Verfahren wird wie folgt sein: Es gibt 4 verschiedene Roundtables zu je einem Themengebiet. Dabei werden unsere Experten aus WWE, TNA, Indy und Puroresu die jeweils 10 besten Matches des Jahres beurteilen, die sie vorher in gemeinsamer Vorauswahl festgelegt haben. Jeder Reviewer ordnet seine Matches von Platz 1 bis Platz 10 und vergibt dabei Punkte. Platz 1 gibt 10 Punkte, Platz 2 9, Platz 3 nur noch 8 und so weiter, bis zu Platz 10, der nur einen Punkt einbringt. Die Punkte aller Reviewer werden addiert und so ergibt sich ein Ranking. Die beiden erstplatzierten Matches aus jedem der 4 Roundtable qualifizieren sich für den "FINAL CALL" Ende Januar, der stil- und ligenübergreifend das MOONSAULT.de Match of the Year küren wird. Diese 8 Siegermatches und die 2 punktbesten Drittplatzierten unserer 4 Roundtables werden dann erneut von 5 fachkundigen Experten unter die Lupe genommen und so könnt ihr euch auf einen spannenden und interessanten Januar einstellen, der euch das neue Jahr so interessant wie möglich anfangen lassen soll.

Den Anfang macht unser Expertenquartett mit den besten Matches aus dem Land der aufgehenden Sonne. Am Fuße des Fujiyama, zwischen Sushi-Bars und Sony-Zentrale wird nämlich hervorragendes Wrestling gezeigt. Ein User, der das besser weiß als jeder Andere und außerdem ein Vorbild in Sachen Reviewabgabe und gehaltvollen Texten ist, ist unser erster Teilnehmer: Kein Geringerer als Dynamic T~!. An seiner Seite ein Mann, der die erfolgreichste Indy-Audioshow im deutschsprachigen Raum hostet und ein ausgewiesener Experte in Sachen Puroresu ist. Fast jede deutsche Internetseite wollte ihn im Match-of-the-Year Roundtable, doch nur wir haben ihn bekommen: Morbo. Als dritten Teilnehmer begrüßen wir unseren ersten Fly-In. Seine einzige Niederlage im Schach fügte ihm Fresh Prince zu, ansonsten hat er keine Schwächen und kennt vor allem in Sachen Matchauswahl keine Gnade. Aus den Tiefebenen Austrias: Robert S. Der 4. Mann kommt stets mit seiner besseren Hälfte zum Euro-Catch und es handelt sich dabei nicht um seine Freundin. Er ist versiert in nahezu allen Gebieten des Wrestling und wird auch diesen Roundtable zweifellos bereichern: Der Mann mit dem Doppel-F: Airwolff. Viel Spaß beim Lesen und auf eine fruchtbare Diskussion!

Bewertungszeitraum für die Puroresu-Matches war der 1.11.07 - 1.11.08

Platz 10: (1x Platz 6, 1x Platz 7, 2x Platz 10): Masato Tanaka vs. Daisuke Sekimoto, BJW 28.04.08

Dynamic-T~! (Platz 10): Auf dem letzten Platz kommt hier direkt eins der im Vorfeld wohl meistdiskutiertesten und beliebtesten Puro-Matches des Jahres, aber Ich wäre ja nicht Ich, wenn ich nicht mindestens einmal gegen den Strom schwimmen würde Das Match ist meiner Meinung nach das perfekte Beispiel dafür, warum ich Sekimoto als Singles-Wrestler nicht besonders viel abgewinnen kann; von Tanaka mal ganz zu schweigen. Aber alles der Reihe nach: Das Match beginnt eigentlich sehr schön mit einer guten und langsamen Abtastphase, die mit den zahlreichen Test of Strenghts doch etwas an späte Misawa vs Kobashi Matches erinnert, aber auch die Mängel eben dieser Matches besitzt bzw. diese noch auf die Spitze treibt.

Auch die darauffolgende Armbearbeitung Tanakas macht im Kontext des Matches Sinn: Sekimotos unglaubliche Kraft ist seine größte Stärke, ebenso überrannte er Tanaka kurz zuvor geradezu und konnte u.a. einen Dive ins Ziel bringen, sodass Tanaka seinen einzigen Ausweg daran sieht, mit einem Stuhl auf Sekimotos Arm einzuschlagen und diesem so seine Hauptwaffe zu rauben. Für seine unfaire Attacke erntet er zudem leichte
Buhrufe, die Crowd steht im Folgenden natürlich noch mehr hinter dem BJW-Eigengewächs und Lokalhelden Sekimoto und wollen diesen förmlich zum Sieg schreien. Daisukes Selling während(!) der Bearbeitung ist ebenso wie Tanakas Bearbeitung sehr gut, das Match bis zu diesem Zeitpunkt sehr smart. Dann endet jedoch leider Teil 1 des Matches und Teil 2....

...beginnt direkt mit einer unfassbar schlechten Transition Sekimotos, der einen Swinging DDT von Tanaka komplett nosellt und in Folge dessen ca. 5 Lariats mit dem zuvor bearbeiteten Arm zeigt, ohne auch nur einen Hauch von Schmerz zu zeigen. Damit ist der Kapitel der Armbearbeitung auch endgültig beendet, diese wird im Rest des Matches nicht mehr die geringste Rolle spielen und ist im Nachhinein somit reine Zeitverschwendung bzw. Time-Killing bis zum Finish. Danach gehen die beiden eigentlich direkt zu Finish über, was sich eigentlich in einem Wort zusammenfassen lässt: Overkill.

Beide teilen ohne Ende aus, gerade Daiske zeigt seinen Finisher gefühlte 8 Mal und entwertet ihn dadurch vollkommen, es gibt das gefürchtete No-Selling von Headdrops und die guten Sequenzen und Konter, die das Match auch in dieser Phase durchaus noch zu bieten hat (Sliding D Konter, die brachialen Elbow-Strikes) gehen in der schieren Masse an Aktionen vollkommen unter. Weniger ist gerade bei Nearfalls eben doch mehr...

So, nachdem ich mir jetzt meinen Frust von der Seele geschrieben habe, darf eines nicht unerwähnt bleiben: Die Crowd war das gesamte Match über sehr hot, und da man immer das zeigen sollte, was die Fans sehen wollen, kann man dem Match hier wohl doch keinen allzu großen Vorwurf machen. Mein Fall war es auf jeden Fall nicht, somit bleibt nur der (mit einigem Abstand) letzte Platz.

Robert S (Platz 10): Ich habe kürzlich gelesen, dass Sekimoto in den 90ern ein All Japan Fan war. Wenn man ihm zuschaut, dann wird schnell klar, dass er versucht im Stile der AJPW Klassiker der späten 90er (d.h. inkl. leichtem Overkill) zu kämpfen, es aber vermutlich nicht versteht, dass ein großer Schlüssel dieser Matches immer war wer da im Ring stand und welche Vergangenheit die Kontrahenten (miteinander) hatten. Fast jeder Move erzählte entweder eine Geschichte oder war untrennbarer Teil der Wrestler.

Den ersten Teil des Matches bestreiten die beiden hervorragend und würden eigentlich alles für ein sehr gutes Finale vorzubereiten. Nachdem Tanaka aber Sekimotos rechten Arm ca. 10 Minuten bearbeitet hat entscheidet sich dieser aber plötzlich dies für den Rest des Matches komplett zu ignorieren (er zeigt direkt nach dem Wechsel der Offensive zwei Lariats und greift sich danach nicht einmal an den Arm). Dadurch zerfällt das Match leider in zwei Hälften, die gar nichts miteinander zu tun haben. Herrscht erst noch die Hoffnung, dass dabei zwei Puzzlesteine herausschauen, die zwar nicht zusammen passen, die für sich jedoch beide gut wären, muss diese Hoffnung bald Ernüchterung weichen als die Schlussphase in eine "Schaut-mal-aus-welchen-Situationen-ich-German-Suplessen-zeigen-kann"-Orgie Sekimotos (inkl. mehrere Pop-Up-No-Selling Einlagen) ausartet. Besonders negativ ins Auge springt der Apron-German-Suplex, der an dieser Stelle des Matches absolut nichts verloren hat (solche Spots brauchen nur Zeit vorbereitet zu werden, Zeit die im Finish entweder mit Near-Fall Aktionen, Selling oder Heat-melken verbracht werden sollte). Dass Sekimoto dann gleich zwei Mal aus dem Sliding D (Elbow) (aktuell Tanakas Top Finisher) auskickt, wird da fast schon zur Nebensache.

Airwolff (Platz 7):Wenn man Tanaka und Sekimoto in einem Match gegeneinander stellt, kann nur etwas sehr gutes dabei rauskommen, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass dies ein klasse Match war. Tanaka bearbeitet im Laufe des Matches clevererweise Sekimotos Arm, nachdem dieser eine Lariat ausserhalb des Rings gegen den Ringpfosten setzte. Zuerst kommen dafür auch Stühle zum Einsatz, was ihm den Heel Status in diesem Match einbringt und die Crowd hinter Sekimoto bringt.
Die Mittelphase des Matches besteht eben aus dieser Armbearbeitung, eben um Daisukes gefährlichen Lariats zu entkommen. Dies wird auch gut von Sekimoto verkauft, jedoch in der Schlußphase total ignoriert, was ich doch sehr schade fand.
So verteilt er gegen Ende Lariats, Chops und Forearms am laufenden Band ohne Probleme. Allerdings erwartet man sich soetwas bei diesen beiden Männern auch, ein wenig hätte sich Sekimoto aber schon den Arm halten können anstatt es völlig zu ignorieren. Erwähnenswert wäre noch das meiner Meinung nach sehr gute Forearm Duell, was sehr stiff geführt war. Tanaka teilt ziemlich aus und sein Gegner kann einem in diesem Fall schon Leid tun. Insgesamt, wie jede Begegnung der beiden ein sehr gutes Match, hätte Sekimoto auch in der Schlußphase zumindest etwas seinen Arm gesellt, wäre sicher eine bessere Platzierung drin gewesen.

Morbo (Platz 6): Es gibt Paarungen, die können einfach nicht schlecht sein, zumindestens für Leute, die den Stil mögen. Eine dieser Paarungen ist sicherlich Daisuke Sekimoto vs Masato Tanaka. Man könnte es auch als das ewige Duell nennen, so oft haben die Beiden schon sich gegenüber gestanden. Bei so vielen Matches wird es auch schwer, sich das Beste herauszupicken, doch gewinnt das vorliegende Bjw Match das Rennen. Grundsätzlich ist das Szenario schon interessant. Auf Zero One Boden ist stets Tanaka als Aushängeschild der Favorit und Daisuke der Außenseiter, der sicherlich für seine Leistungen anerkannt wird. Doch auf BJW Boden ist Daisuke klar der Fave und Tanaka ist in der Heelrolle. Das nimmt die Korakuen Crowd sofort auf und so ist für Stimmung gesorgt, schließlich erhofft man sich endlich den ersehnten Sieg von Daisuke über Tanaka. Die Beiden bieten auch schnell was man von ihnen sehen will. Nach einem ruhig gehaltenen Anfang mit mehreren Kräftemessungen geht es schnell auf die Lariats zu. Daisuke spielt auch wieder Supermann und rennt mit voller Wucht gegen das Turnbuckle.

Strittig wird es natürlich ab dem Punkt der Armbearbeitungen von Tanaka an Daisuke. Man könnte Daisuke vorwerfen das er das Selling vernachlässigt oder gar vergisst. Man könnte aber auch sagen dass der Armwork nicht wirkte. Das wird jeder so auslegen wie es ihm grad passt. Ich stör mich jetzt nicht so sehr dran aber etwas mehr Selling hätte mir auch besser gefallen. Natürlich gibt es auch den ein oder anderen No Seller zu viel, der ins Gewicht fällt aber für die Paarung üblich ist. Doch sind die letzten 5-10 Minuten ganz großes Kino. Sekimoto kann aus dem Running Elbow auskicken, mehrere Deadweight Germans führen zu Herzschlag Nearfalls und spätestens beim Deadweight auf dem Apron und vom Apron in den Ring steh auch ich Kopf. Letztendlich ein Match, was für mich zu recht unter den letzten 10 steht. Subtrahiert man die Noseller und addiert die grandiosen letzten Minuten, so kommt man auf ein sehr gutes Heavyweight Match.

Platz 9 (2x Platz 6, 2x Platz 10): Yuki Ishikawa, Alexander Otsuka & Munenori Sawa vs Daisuke Ikeda, Katsumi Usuda & Super Tiger II, BattlArts,
26.7


Robert S (Platz 6): BattlArts war im Herbst dieses Jahres in Japan-Fankreisen eines der Top Gesprächsthemen und dieses Match war nicht zuletzt einer der Hauptgründe dafür. Eine kurze Erklärung, was Bat-Bat (Wrestlingstil von BattlArts, ausgesprochen Batsch-Batsch) ist: Bat-Bat ist eine Mischung aus extrem harten Strikes, halbwegs realistischem Matwrestling und einer Handvoll Suplessen reingemischt. Die Liga war 2001 praktisch am Ende und erst seit 1-2 Jahren veranstaltet man wieder regelmäßig (14 Shows 2008). Bis auf Super Tiger II (ein Schüler des originalen Tiger Masks Satoru Sayama) stammen alle aus der ursprünglichen BattlArts Promotion bzw. waren ein wichtiger Teil der Liga. Im Gegensatz zu üblichen Wrestlingregeln werden hier keine Pinfalls erzielt sondern die Matches werden durch KO (10 Count) oder Aufgabe entschieden, teilweise gibt es auch noch eine eingeschränkte Anzahl an Rope Breaks.

Eines vorne weg: dieses Match ist garantiert nicht für jeden. Erstens fand das Match am anderen Ende der Welt vor 200 Leuten statt, zweitens erinnert die Kameraführung an US Indy Zeiten ca. 2001 und drittens ist der Wrestlingstil auch nicht jedermanns Sache.

Was dieses Match so großartig macht ist, dass die Gewalt die diese Matches immer haben hier sehr gut strukuriert wird. In einem Review, das ich auf einem englischsprachigen Board gelesen habe, wurde sehr treffend bemerkt, dass alle Eliminationen zum perfekten Zeitpunkt stattfinden. So etwa fällt Sawa nach einer längeren Sequenz mit Usuda einem Ankle Hold zum Opfer. Die Dramatik die etwa bei diesem Fall erzeugt wird ist ein Spiegel des ganzen Matches: Sawas Partner wollen beide ihm zu Hilfe kommen, können jedoch von Ikeda und Super Tiger zurückgehalten werden, großartig wie dabei Ishikawa nur Zentimeter von Sawa entfernt ist, ihm aber nicht helfen kann.

Der Kampf endet im großen Finale Ishikawa vs. Ikeda. Zur Beschreibung der Brutalität der Strikes, die die beiden austauschen, könnte man sagen, dass Ishikawa einen 3 Way mit Ikedas Ehefrau und seiner Schwester hatte während Ikeda Ishikawas Hund überfuhr. Etwas enttäuschend, dass das Ganze in einem Time Limit Draw (40 Minuten) endete.

Ein kleiner Schwachpunkt in diesem Match ist sicher Super Tiger II, der sich nicht auf dem Level der anderen fünf Männer befindet. Erwähnenswert wäre noch, dass ironischerweise Otsuka zwar einerseits den "pro"-lastigsten Wrestlingstil hat (inkl. Giant Swing und Dragon Suplex), andererseits der Mann in diesem Match ist, der mit Abstand am meisten MMA Kämpfe bestritten hat (17 Stück, davon allerdings nur 4 Siege, wobei der Fairness halber gesagt werden sollte, dass bei den 13 Niederlagen u.a. Kämpfe gegen Ninja Rua, Anderson Silva, Wanderlei Silva, Vovchanchyn, Renzo Gracie, Rampage u. 2x Mezger dabei sind; Ishikawa hat zwei Kämpfe u. Sawa einen bestritten).

Morbo (Platz 10): Das ist für mich das am schwersten zu bewertende Match. Ich bin kein Freund von MMA und ähnlichem. Sicherlich sind heutzutage die Einflüsse vom Shootstyle in vielen Wrestlingmatches in Japan vorhanden und ich sehe Sawa sehr gerne bei Z1, da sein Stil in den Matches Abwechslung reinbringt. Doch ist dies immer noch etwas anderes als wenn ein Match komplett diesen Stil geht. Positiv anzumerken ist sicherlich die Crowd, die zu jeder Zeit im Geschehen präsent ist. Auch ist die Heel Face Verteilung klar und es ist einiges an Intensität vorhanden. Doch dann hört es für auch auf für mich. Denn der Rest sind ewige Submissions und Grappling, das für mich meist zu nichts führt, es sei denn es wird getappt. Sicherlich haben solche Matches eine ganz andere Psychologie, nur ist es für einen Laien wie mich, der eine Wrestlingpsychologie gewohnt ist, schwer mit dieser Art klarzukommen. Auch über mögliches Storytelling kann ich nichts sagen, da ich keins sehe. Lediglich die letzten Minuten zwischen Ishikawa und Ideka weckten noch mal mein Interesse doch so lässt dieses Match mich nach 45 Minuten kalt und es bleib mir nichts anderes übrig, als es auf meinen letzten Platz zu verbannen.

Airwolff (Platz 10): Ich bin ganz ehrlich: Ich war froh als dieses Match vorbei war.
Das Match ist sehr im Shootstyle geführt, und ich kann damit mal so gar nichts anfangen, was auch der Grund dafür sein mag, dass es mir nicht sonderlich gefiel.
Leute, die etwas mehr mit dieser Materie anfangen können, finden es bestimmt gut und ich kann auch gut verstehen, wenn es andere vom Roundtable in den oberen Regionen ansiedeln, aber mir sagt der Stil einfach nicht zu, den muss man nunmal mögen um gefallen an dem Match zu finden, was bei mir ja nun nicht grad der Fall war.
Aber ich muss sagen, die Schlußphase zwischen Ishikawa und Ikeda hat mir dann doch sehr gut gefallen und war sehr spannend, schafft es aber trotzdem nicht das Match besser zu platzieren als Platz 10.

Dynamic-T~! (Platz 6):Und hier kommen wir ohne Umschweife zu dem wohl ungewöhnlichsten Match des diesjährigen Roundtables: BattlArts, eine japanische Shoot-Style Promotion ohne TV-Vertrag, die mit Glück 200 Fans in die Hallen lockt, bei der es aber oft härter zur Sache geht als sonst irgendwo. Da viele hier sicher noch nie was von Shoot Style gehört haben bzw. zumindest noch nie ein Match dieses Stils gesehen haben und da ich es war, der das Match überhaupt erst nominiert hat, eine kleine Einführung:

Shoot Style ist ein in den 80ern und 90ern in Japan extrem populärer Stil, bei dem es darum geht, das Geschehen im Ring möglichst real und echt erscheinen zu lassen, eben wie einen wirklichen Shoot-Fight. Dementsprechend ist es auch wenig verwunderlich, dass im Grunde genommen alle japanischen MMA-Ligen ihren Ursprung im Shoot-Style finden. Top-Rope Aktionen, Highflying und ähnliches sucht man in diesem Stil vergeblich, der Fokus liegt ganz klar auf Striking und Submissions, wobei erstere in der Regel noch härter sind als beim Puro sowieso schon der Fall und letztere sich vor allem auf legitime Aufgabegriffe, wie etwa Armbars, Leglocks, Chokes und ähnliches beschränken. Sicherlich nicht jedermanns Sache, aber definitiv einen Blick wert!

Das Match selber hat, was für diesen Stil durchaus unüblich ist, eine klare Rollenverteilung und Matchstory: Das Team rund um Ikeda sind Heels, greifen ständig in das Match ein und unterbinden jeden Submissionversuch des gegnerischen Teams. Gerade Ikeda, der in den ersten 20 Minuten fast nie legal im Match, aber dennoch ständig im Ring ist, tut sich in dieser Hinsicht besonders hervor. Das Face-Team, allen voran der junge Munenori Sawa, will sich das natürlich nicht gefallen lassen, und so entwickeln sich schon direkt zu Beginn einige intensive Szenen. Alle Eliminationen sind hervorragend und unterstützen die Matchstory, Team Ishikawa muss lange Zeit in Unterzahl antreten, kämpfen sich aber immer wieder ins Match zurück. Neben den beiden BattlArts-Legenden Ikeda und Ishikawa sticht besonders Alex Otsuka durch starke Submissions und brutale Suplessen hervor, doch auch die anderen Teilnehmer wissen durchaus zu überzeugen. Das Match ist insgesamt wahnsinnig stiff geführt, das Finale zwischen Ikeda und Ishikawa setzt dem ganzen jedoch noch einmal die Krone auf und ist wirklich unfassbar brutal und intensiv, wie man es von beiden Wrestlern gewöhnt ist.

/Negativ ins Bild fallen die miserable Kameraführung, da man mehrmals im Match das Gefühl hat, der Kameramann sei eingeschlafen und man so kurzzeitig das Geschehen im Ring aus den Augen verliert, sowie die Tatsache, dass das Match leicht geclippt ist, im Endeffekt dürften aber nicht mehr als zwei oder drei Minuten fehlen. Auf jeden Fall einen Blick wert, aber aufgrund der Länge und des zugegebenermaßen sehr gewöhnungsbedürftigen Stils ist auch für mich nicht mehr als Platz 6 drin./

Platz 8 (1x Platz 5, 1x Platz 8, 2x Platz 9): Masato Tanaka & Ikuto Hidaka vs Koji Kanemoto & Ryusuke Taguchi, Zero-One MAX, 3.2.

Morbo (Platz 5):Vielleicht ist Zero One ein Auslaufmodell doch zumindestens dieses Jahr gab es dank der Hilfe von New Japan eine sehr heiße Fehde. Hotte Korakuen Crowds wurdenverwöhnt mit guten Matches. Ein, wenn nicht sogar das, Highlight bietet das vorliegende Match. Schon der anfängliche Brawl durch die Crowd wird gefeiert und das Posing im Ring von Kanemoto und Taguchi nach anfänglicher Überlegenheit wird mit Buhrufen der Fans verziehrt. Die Njpw Jungs , in ihrer Liga Faces, scheuen sich hier nicht die Fiesling raushängen zu lassen und greifen auch zu Low Blos und ähnlichem. Hidaka muss auch vorerst die Rolle des Prügelknaben einnehmen. Doch er beweißt unter den Chants für ihn Herz und schafft ein Comeback, das in einem weiteren Brawl durch die Crowd sich äußert. Die Njpw Jungs bleiben das dominierende Team und Hidaka darf mehr Prügel einstecken. Doch eine Unachtsamkeit kostet den New Japan Jungs den Vorteil und Hidaka schafft den Tag. Die Endphase wird eingeläutet und Tanaka darf sich den Face Wash von Kanemoto abholen als Provokation gegen Z1 Chef Ohtani. Kanemoto macht auch Hidaka weiterhin das Leben schwer und bearbeitet sein Bein mit dem Ankle Lock. Doch im weiteren Verlauf dreht Hidaka den Spieß um und Taguchi darf seine Beinsubmission spüren. Bei der Crowd gibt es kein Halten mehr und Tanaka legt Taguchi mit einer Submissionserie zu. Doch der kontert den Frogsplash und ringt Tanaka einen Nearfall ab. Doch das alles hilft nicht und Tanaka ringt per Sliding Elbow an Taguchi den Njpw Leuten den Sieg ab. Doch die Sache ist noch lange nicht gegessen und auch nach dem 3 Count wird munter weitergebrawlt. Was bleibt ist ein intensiver Fehdenkampf. Das Match ist ein kleiner Höhepunkt aus vielerlei Sicht. Man schafft es durch klare Heel Face Verteilung eine intensive Spannung aufzubauen, die die Crowd verständlicherweise sofort schluckt. Gerade Kanemoto und Taguchis grandioses Heelspiel macht dieses Match so sehenswert. Ihnen und der Crowd hat man es zu verdanken, dass das Match sich anfühlt, als sieht man gerade etwas ganz großes.

Dynamic-T~! (Platz 9): Dieses Match repräsentiert die wohl größte Fehde des Puro-Jahres, nämlich die zwischen den Ligen NJPW und Zero-One. Wie bereits die großartige NJPW vs NOAH Junior Fehde anfang des Jahrzehnts eindrucksvoll bewiesen hat, besitzen Promotion vs Promotion Fehden einen ganz besonderen Reiz, z.B. eben die Tatsache, dass es keine klaren Faces und Heels gibt bzw. die Rollenverteilung fließend wechselt,jeweils abhängig von der Liga, in der die Matches stattfinden.

Nach dem Hinkampf bei NJPW, indem die damals natürlich als Heels auftretenden Z1ler den Sieg davontragen konnten, fand der Rückkampf natürlich mit vertauschten Rollen statt , diesmal sind die NJPW-Wrestler Kanemoto und Taguchi die gehassten Invasoren, wohingegen Tanaka und Hidaka die Ehre ihrer Liga zu verteidigen gedenken.

Die Atmosphäre des Matches ist sehr cool, das Publikum ist dank der klaren Rollenverteilung sehr hot, aber auch etwas gespalten, da sich ebenfalls einige NJPW-Fans in der Halle befinden, die natürlich wiederum ihre Helden anfeuern, was für eine sehr interessante Dynamik sorgt.

/Der Hass und die Brisanz der Fehde wird im Matchverlauf deutlich, ebenso ist das Finish sehr gut, dennoch fehlt mir bei diesem Match das gewisse Etwas, das Feuer der Fehde will irgendwie nicht 100%ig überspringen, sodass das ganze Match für mich leider etwas unter den Erwartungen zurückbleibt. Wie man an dieser leicht schwammigen Kritik schon merkt, einen wirklich konkreten Kritikpunkt habe ich aber auch nicht vorzuweisen, hat mir einfach nicht so gut gefallen wie ein Großteil der anderen Nominierungen./

Robert S (Platz 9): Dieses an sich gute Junior Heavyweight Tag Team Match ist Teil der Fehde zwischen New Japan und Z1-MAX und hat auch wegen dem Austragungsort (Korakuen Hall) eine tolle Atmosphäre. Das Match entwickelt sich, wie man es erwarten würde: Nach einem heißen Brawl zu Beginn wird Hidaka (der wie immer sehr gut im Selling ist) isoliert und vor allem von Kanemoto (der, wenig überraschend, in dieser Rolle wie üblich großartig ist) gequält. Das Match wird für mich jedoch durch einige Punkte abgewertet:

- Taguchi hat nicht annähernd die Ringpräsenz seines Partners, er wirkt hier öfters direktgehend als Heat-Töter, wodurch er mit Fortdauer des Matches von Kanemoto kaum mehr in den Ring geschickt wird.

- Die Brawls in den Zuschauerrängen mögen zwar für die Leute in der Halle sehr gut hinüber kommen, ich persönlich bin jedoch (als TV Zuseher) kein großer Fan von solchen Spots, vor allem wenn sie wie hier im Mittelteil das Match eher bremsen als anheizen (der Eröffnungsbrawl hingegen ist sehr gut gewählt und gibt gleich richtig Tempo vor).

- Irgendwie hatte ich das Gefühl, als ob die Intensität des Matches mit Dauer des Kampfes eher abnahm als zunahm, was eigentlich nicht so sein sollte. Die aufgebaute "Face-in-Peril" Heat wurde von Hidaka und Tanaka eigentlich kaum umgesetzt (nur der Shawn Capture steht da zu Buche).

Airwolff (Platz 8): Nettes Match. Es startet direkt mit einem Brawl in den Zuschauern, was auch gut die intensive Fehde von Zero 1 und New Japan darstellt.
Da dieses Match bei einer Zero 1 Veranstaltung stattfindet, ist es natürlich klar, dass die beiden NJPW Wrestler die Heels sind und von den Zuschauern bei jeder Aktion ausgebuht werden, während Tanaka und Hidaka bei jeder Aktion bejubelt werden und die Unterstützung vom Publikum haben.
Die Schlußphase des Matches ist auch gleichzeitig meiner Meinung nach das Highlight, sehr schön und schnell.
Zu mehr als dieser Platzierung reicht es bei der starken Konkurrenz jedoch nicht.

Platz 7 (1x Platz 6, 1x Platz 7, 2x Platz 8): Daisuke Sekimoto & Yoshihito Sasaki vs Takashi Sasaki & Yuko Miyamoto, BJW 2.1.)

Dynamic-T~! (Platz 8): Eine Sache bleibt einem bei diesem Match besonders in Erinnerung: Das Finish. Dieses ist nämlich absolut bombastisch und großartig, gerade Sekimoto zeigt, was in ihm steckt und faltet den armen Miyamoto ein ums andere Mal auf böseste Art und Weise zusammen, welcher wiederum große Nehmerqualitäten zeigt und doch immer wieder den Kickout schafft. Erfreulicherweise artet das Finish jedoch keineswegs wie leider heutzutage im Puroresu vielzu oft in totalen Overkill aus, es gibt weder 1-Counts, noch die berühmt-berüchtigten "Fighting-Spirit" und "No-Sell"
Sequenzen, die ja besonders Daiske sehr gerne auspackt. Hier ist er aber glücklicherweise nur in der Offensive und tut das, was er am besten kann: Seine Gegner wie Puppen durch die Gegend schmeißen. Miyamoto ist sowieso, wie den fleißigen BJW-Guckern bekannt sein sollte, eh der geborene Underdog, geht also im Finish auch vollkommen auf.

/Warum schafft dieses Match es also trotz dem erwähnt starken Finish doch nur Platz 8? Nun, das Finish ist meiner Meinung nach wirklich auch das Einzige, dass einem bei dem Match wirklich im Gedächtnis bleibt, der Rest des Matches ist sicherlich keineswegs schlecht, aber auch eben in keinster Weise herausragend oder einprägsam. Unterm Strich bleibt natürlich ein gutes Match, viel mehr jedoch auch nicht, somit reicht es leider nur für die unteren Ränge./

Airwolff (Platz 7): Man muss Miyamoto einfach lieben, denn er ist (wie auch in diesem Match) der klassische und wircklich perfekte Underdog, der einstecken muss wie nur sonstwas. Aber genau deswegen stehen die Fans hinter ihm und fiebern bei jedem Cover von ihm mit. Das ist ein ganz großer Pluspunkt dieses Matches.
Ein weiterer ist sicherlich die Endphase, in der eben genannter Miyamoto am laufenden Band von Sekimoto einsteckt, trotzdem aber aus allem möglichen auskickt und zwischendurch sogar selber mit einigen Roll-Ups Nearfalls erzielt, die das Publikum glauben lassen man würde hier neue Tag Team Champions sehen.
Auch die andern 3 Männer überzeugen, vorallem Sekimoto in der shcon erwähnten Schlußphase mit Miyamoto. Der Grund, warum das Match nicht höher plaziert ist, ist IMO dass in der Anfangsphase einfach zu wenig passiert. Aber das ist sicherlich Geschmackssache, zweifelsohne jedoch ein Match was man gesehen haben sollte.

Morbo (Platz 6): Ein Match wie das Vorliegende ist in der Regel wie eine Tiefkühlpizza. Gibt zwar besseres aber in der Regel ist man gut bedient und es ist ne sichere Nummer. Miyamoto durfte mehr als einmal sich gegen Takashi Sasaki in Deathmatches beweisen und nun teamen Beide gegen das Killerteam von Yoshihito Sasaki und Daisuke. Miyamoto wird auch schnell zur Zielscheibe der Tag Champs und wird isoliert. Dabei muss er einige Submissions, Chops und Suplessen einstecken. Die Korakuen Crowd zieht er damit in seinen Bann, die den Hot Tag feiert. Und nun heißt es Vorhang auf für die Schlussphase. Neben der üblichen Nearfall Galore Serie gibt es eine Lariat Sprint Phase von Yoshihito und Daisuke, die zeigt warum die Beiden ein tolles Team und zu recht Tag Champs seinerzeit waren. Auf der Gegenseite darf Takashi eine Emerald Fusion auspacken während Miyamotos Moonsault auf Yoshihito mit Cover rücksichtslos durch einen Deadweight German von Daisuke gestoppt wird. Miyamoto zeigt bis zum Schluss Herz und kickt noch einige Killermoves aus, was die Fans immer mehr zu Miyamoto Chants animiert. Mehrere Herzschlag Nearfalls von Miyamoto bringen noch das Faß zum überlaufen bis nach 23 Minuten er sich nach einem erneuten Deadweight von Daisuke geschlagen geben muss. Unterm Strich sehr gute Unterhaltung und definitiv ein Blick wert und bei mir fast in der Mitte gut platziert.

Robert S (Platz 8): In diesem Match standen vier Leute, die sich alle irgendwo an der Grenze zwischen Heavyweight und Junior Heavyweight befinden, die aber alle (bis auf Miyamoto) einen Heavyweight-artigen Wrestlingstil gehen. Dementsprechend war das Match auch schnelle Heavyweight-Action in Reinkultur. Harte Strikingduelle, schön durchgezogene Suplessen, der ein oder andere Highflying Move, alles dabei.

Einerseits bietet das Match keine tiefgehende Geschichte (weder im Ring noch als Hintergrund), andererseits ist der Matchaufbau gut durchgeführt, das Tempo wird clever gesteigert, und obwohl am Schluss einige Big Moves kommen hatte ich nie das Gefühl eines Overkills oder eines zu schlampigen Sellings.

An die absolute Spitze des Jahres kommt das Match für mich nicht heran, dafür war einfach das Material etwas zu dünn, aber für das was das Match war (eben ein Heavyweight Spektakel mit guter Temposteigerung) war es sehr gut.

Beitrag editiert von Copeland am 02.01.2009 um 10:06 Uhr

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Schön, dass es das wieder gibt, gespannt bin ich vor allem auf die Indy Matches, aber auch der Puro Roundtable ist bis jetzt sehr interessant.

Old Post Posted: 01.01.2009, 00:00 Uhr
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Sehr genial gemacht!Freu mich auf die nächsten Teile!Besonders die Meinungen zum BattlArts Match sind interesant zu lesen.Match wäre für mich in den Top 5 wenn es kein Draw ende gehabt hätte.

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Platz 6 (1x Platz 1, 1x Platz 5, 2x Platz 9): Takeshi Morishima, Naomichi Marufuji & Takashi Sugiura vs Kenta Kobashi, Tamon Honda & Shuhei Taniguchi, NOAH 21.02.)

Airwolff (Platz 9): Schönes Match. Gerade Taniguchi hat mir hier sehr gefallen, er konnte zu vielen Zeiten wircklich gut mit den anderen mithalten und wurde als ebenbürtig dargestellt. Marufuji provozierte im Match immer wieder Kobashi, indem er ihn choppte, als er mit Honda oder Taniguchi im Ring war und dann mal in der Nähe der Kobashi Ecke war.
Kobashi liess sowas natürlich nicht auf sich sitzen und so hagelte es im weiteren Verlauf des Matches ordentliche Chop-Salven für Marufuji.
Besonders gefallen hat mir die Schlußphase mit Taniguchi und Marufuji, die wircklich sehr spannend war. Eins der stärkeren Kobashi 6-Man Matches aus 08.

Robert S (Platz 5): Nach seinem Comeback hat Kobashi eine ganze Reihe an hochwertigen Six Man Tag Team Matches bestritten, praktisch als physischer Test für zukünftige Single Matches. Dieses Match war meines Erachtens das beste dieser Serie. Kurz was allgemeines zu All Japan / NOAH 6 Man Tags: diese Matchart stellt für mich schon fast eine Art Kunstform dar, da sie selbst mit den uninteressantesten Paarungen zumindest brauchbare Resultate abliefert. Ich denke das liegt daran, dass man mit sechs Wrestlern ein Match einerseits ereignisreich genug gestalten kann, ohne dass dafür die Leute selber übermäßig hart arbeiten müssen, andererseits die Anzahl noch gering genug ist um eine oder mehrere Geschichten zu erzählen. Seht gut darin ist z.B. Masao Inoue, den man zwar nie als großen Wrestler sehen würde, der aber andererseits seine Comedyspots sehr gut einsetzen kann. Wenn dann wie hier eine ganze Reihe an sehr guten Wrestlern in einem 6 Man Tag Team Match stehen, dann kann schon Mal etwas Großartiges herauskommen.

Die Geschichte des Matches ist einfach: Kobashi ist gerade erst von einer langen Pause zurückgekommen und ist noch nicht auf hundert Prozent seines Leistungsvermögens, also wollen dies die drei Wrestler der Taka/eshi MaruKENTA Generation für sich ausnützen und den großen Pinfall zu erringen (oder zumindest leichte Shots gegen ihn zu landen). Den Anfang macht Marufuji, der versucht Kobashi dadurch zu provozieren, indem er im jedes Mal, wenn er an ihm vorbeigeht, einen Chop verpasst. Dass dies natürlich nicht ewig gutgehen kann ist klar, später im Match darf Marufuji eine ganze Reihe an harter Chops über sich ergehen lassen (wobei Taniguchi und Honda Kobashi dabei helfen). Sugiura geht dann einen Schritt weiter: während Taniguchi in der erwarteten Face-in-Peril Situation landet attackiert Sugiura Kobashi mehrere Male mit harten Kicks, die Kobashi von der Matte werfen. Nach dem Hot Tag Taniguchis versucht sich dann Morishima in einer heißen Phase daran Kobashi zu fällen. Diese Sequenz wäre durchaus einem Main Event in der Budokan Hall würdig und schürt auch die Hoffnung auf ein solches Match.

Wie es in solchen Matches üblich ist werden eine große Anzahl an kleiner unterhaltsamer Interaktionen (mit fällt jetzt kein passenderes Wort ein) der Wrestler gezeigt. Ein Höhepunkt ist etwa, dass Kobashi, als Taniguchi Sugiura in einem Front Choke hat, Taniguchi mimisch Anweisungen gibt, wie der Hold noch besser wirken würde. Ein anderer netter Spot ist Marufujis "Reitspot": Morishima legt sich auf den in der Ecke hängenden Taniguchi drauf, Sugiura setzt sich auf Morishima und Marufuji weiters auf Sugiuras Rücken. Dies ist zwar ein Standardspot in Morishima Tag Team Matches (KENTA etwa stellt sich in Abwandlung surfermäßig auf den Rücken von Morishimas Partner), aber Marufuji gibt Sugiura ein paar Klapse auf den Hintern als ob er einen Reiter darstellen wollte, der sein Pferd anfeuern will.

Morbo (Platz 9): Nach seiner Rückkehr wurde Kobashi vorerst in 6 Man Matches eingesetzt, die stets für ein gutes Niveau standen. Schon bevor überhaupt das Licht angeht und ein Athlet die Halle betritt häufen sich die Kobashi Chants. Die Fans wollen ihren Helden sehen und bekommen ihn. Ganz anders sieht das dass gegnerische Team. Jenes attackiert das Kobashi Team sofort. Suguira legt sich sofort mit Kobashi an und es kommt zu einem stiffen Austausch von Chops und einem kleinen Brawl durch die Crowd, bei dem Suguira sich geschlagen geben muss. Auch im weiteren Verlauf hat man es auf Kobashi abgesehen. Marufuji interessiert sich gar nicht für den jeweils im Ring sich befindenden Gegner, sondern attackiert nur zu gern Kobashi am Apron. Morishima tut ihm das gleich und Kobashi wird immer ungemütlicher. Diese Stichelein sind wirklich perfekt eingestreut und stacheln sowohl Kobashi als auch die Crowd gut an, man fiebert richtig mit bis endlich Kobashi Maru in die Griffe bekommt und sich an ihm auslässt. Ebenso muss man Taniguchi loben, der mit seinem Willen und Stärke klar über sich hinauswächst und sogar Marufuji zu Boden ringen kann. Selbst als Suguira nur mit ihm spielt und Kobashi auffordert, in den Ring zu kommen, zeigt Taniguchi Fighting Spirit , denkt nicht an den Tag und greift Suguira blitzschnell wieder an. So ergeben sich wirklich schöne Aspekte in dem Match, doch sind diese eher rar. Das Match ist mit einer Länge von 35 Minuten schon etwas zu lang und vor allem die Isolierung von Taniguchi zieht sich etwas. Natürlich gibt es zum Ende den erwarteten Nearfall Showdown, doch muss ich ehrlich sagen, fühlte ich nach 35 Minuten jetzt kein Top 10 Match gesehen zu haben, gab es doch zu viele ähnliche Matches die auf selben ,zwar guten, aber nicht überragenden Niveau waren. Für mich gehört das Match auf die letzten Plätze und es ist nur auf Platz 9, weil ich das battlARTS Match nicht mochte.

Dynamic-T~! (Platz 1): Am bemerkenswerten an eigentlich allen Kobashi-Matches in diesem Jahr ist nicht einmal Kobashi selbst, sondern wie unglaublich motiviert jeder andere Wrestler auf einmal ist. Die Vermutung liegt nahe, dass NOAH das gesamte Jahr 2007 (und mit Abstrichen auch schon 2006) nur auf die Rückkehr von Kobashi gewartet und in dieser Zeit so wenig wie irgend möglich zu machen versucht hat, was sich nicht nur im Booking, sondern auch oft in der Einsatzbereitschaft vieler Wrestler gezeigt hat. Auch wenn Kobashis Rückkehr letztendlich nichts am langweiligen Booking-Stil NOAHs geändert hat, so hat er zumindest einigen Wrestlern kurzzeitig neue Leidenschaft verliehen. Da waren auf einmal selbst notorische Schlafmützen wie Kanemaru wortwörtlich on fire und auch chronisch schlechte Wrestler wie Kentaro Shiga auf einen Schlag zumindest halbwegs interessant, alles wegen Kobashis Präsenz. Das muss man dem Mann einfach unendlich zu Gute halten, egal ob man seinem "Chopbashi"-Stil nun etwas abgewinnen kann oder nicht.

Auch hier ist das wieder der Fall: Honda ist zwar natürlich immer noch ein sehr gewöhnungsbedürftiger Wrestler, liefert hier aber eine sehr ordentliche Leistung ab. Der Rookie Taniguchi hat das mit Abstand beste Match seiner bisherigen Karriere, Sugiura zeigt sich ebenfalls besonders aggressiv, zu Morishima und Marufuji werde ich später noch ein paar Worte mehr verlieren.

Die Story des Matches ist großartig: Kobashi ist zurück, aber statt sich vor ihm zu verneigen und ihm zu huldigen, legt sich jeder seiner Gegner mit ihm an und will ihm zeigen, dass er seinen Platz als Ace NOAHs nicht ohne Kampf wiederbekommt – so kann Kobashi keine zwei Minuten am Stück auf dem Apron stehen, ohne von irgendjemandem von selbigem runtergeschlagen zu werden. Gerade Marufuji ist der heimliche MVP des Matches, seine Sequenzen mit Kobashi sind pures Gold. Maru als aufmüpfiger, arroganter Sack, der Kobashi bei jeder Gelegenheit eins auszuwischen versucht, was Kobashi ihm natürlich doppelt und dreifach in Form höllischer Chops zurückzahlt. Sowieso befindet sich Kobashi die Großzeit des Matches auf dem Apron, ist da aber eigentlich noch besser als im Ring, seine Gesichtsausdrücke und allgemein sein Charisma sind einfach umwerfend.

Morishima ist ebenfalls verdammt stark und wirkt in diesem Match endlich mal wie das Monster, das er immer sein sollte. Seine Sequenzen mit Kobashi sind klasse und machten damals mächtig Lust auf ein Singles-Match der beiden, was ja leider nie stattfand, gerade da Mori Kobashi an den Rand einer Niederlage bringt. Taniguchi wirkt neben all den Routiniers etwas fehl am Platze und so ist es natürlich er, der vom gegnerischen Team über lange Strecken isoliert wird und am Ende die Niederlage einstecken muss, durch diese aber besser over kommt als je zuvor. Zudem wertet dieses Match die zu diesem Zeitpunkt frisch gekrönten GHC Tag Champions Marufuji und Sugiura enorm auf. Wie schon jemand anderes sagte, in diesem Match allein wurde mehr erreicht, wurdenvermutlich mehr Fehden, Matches und Wrestler aufgebaut als im gesamten Jahr 2007 bei NOAH.

/Ein Erfolg in jedweder Hinsicht und damit meine Nummer 1./

Platz 5: (1x Platz 3, 1x Platz 5, 2x Platz 7) IWGP 2nd Championship: Hiroshi Tanahashi (c) vs. Shinsuke Nakamura (New Japan "New Dimensions")

Morbo (Platz 3): Es gibt Paarungen, die können einfach nicht schlecht sein, da sind die Namen schon eine sichere Bank. Tana gegen Nakamura ist so ein Fall. Tanas Ringpräsens und sein Charisma gegen Nakamuras Erfahrung und Entschlossenheit sind pures Gold. Nach dem guten Match bei der Wrestle Kingdom Show sollten sie Ende März ihr ganzes Potential in diesem Match zu beweiß stellen. Es beginnt auch gleich mit schnellen Abtastphasen, die ausgeglichen enden. Tana setzt aber schnell auf seine Mindgames und slapt unfair Nakamura in den Seilen. Nakamura übernimmt die dominierende Rolle, was Tana dazu bringt, vorerst den Ring zu verlassen. Doch Tana ist nicht von gestern und setzt seine beste Waffe ein. Blitzschnell aus dem Nichts attackiert er das Bein von Nakamura und bearbeitet es nach Belieben. Einige Tritte auf das Bein setzen Naka zu, der immer öfter zu Boden geht und vor Schmerzen schreit während Tana mit vollem Genuß seine Posen auf das Publikum loslässt. Die Stimmung wird angespannter und Nakamura versucht in jeder Submissions Tana mit Slaps und Chops von ihm zu befreien. Einige Lariats bringen ihm auch Luft doch das Bein schmerzt ihm sichtlich und darauf geht Tana immer wieder ein. Das Titelwechsel liegt in der Luft denn die Schreie werden immer lauter von Nakamura und die Überlegenheit von Tana immer klarer. Doch es kommt erneut zu einem Showdown und beide slappen sich fast den Kopf ab. Tana schafft die ersten Nearfalls mit Germans und fordert die Crowd auf, hinter ihm zu stehen. High Fly Flow doch Nakamura kann auskicken. Ein Zweiter kann gekontert werden, doch geht er genau auf das Bein und Nakamuras Comeback wird erschwert. Nach einer tollen Konter Nearfall Serie zeigt Nakamura aus dem Nichts den Cross Armbreaker und Tana muss tapen. Man könnte ankreiden, dass das Finish etwas zu plötzlich aus dem Nichts kam doch das wäre Meckern auf hohem Niveau. Von daher haben wir hier ein Must See Match, das zu recht unter den letzten 10 steht. Tolle Atmosphäre, spannende Konter und zwei großartige Athleten, was will man mehr?

Airwolff (Platz 5): Mit Nakamura und Tanahashi ist es eigentlich das gleiche wie mit Tanaka und Sekimoto: Wenn man diese beiden Kontrahenten gegeneinander stellt, kann eigentlich nur ein gutes Match rauskommen, genau wie in diesem Fall. Tanahashi ist, trotz heelischen Aktionen, der klare Publikumsliebling, vorallem natürlich bei den weiblichen Fans. Nakamura bekommt leider irgendwie nicht die erhofften Reaktionen, aber bei Tanahashi als Gegner ist das nunmal nicht das größte Wunder. Der Herausforderer bearbeitet logischerweise das Bein von Nakamura (nach einem Dragon Screw in den Seilen), um sich somit vor seinen gefährlichen Kicks zu schützen, was auch den Großteil des Matches gelingt.

Gesellt wird das auch recht gut, zumindest am Anfang, in der Schlussphase wird dies ganz ausser Acht gelassen, nur nach einem mit den Beinen geblockten High Fly Flow hält sich Nakamura nocheinmal kurzzeitig sein Bein. Eben jene Schlussphase war dann recht gut, kein Vergleich aber zu der Schlussphase von bspw. MENŽs Teioh/Shinobu vs Kengo Mashimo & Madoka, weshalb es auch nur zu dieser Platzierung reicht.

Robert S (Platz 7): Runde #37 im Kampf um die Nummer 1 Position der 2000er Generation von New Japan (ich vergesse immer, ob dies die dritte oder vierte Generation ist, ergo ob Inoki oder Fujinami/Choshu als 1. Generation zählen). Wie immer bekommt man von beiden hier einen schönen soliden Kampf geboten, auch wenn man öfters das Gefühl hat, dass die beiden nicht ganz an ihr Limit gehen (was jetzt nicht unbedingt was schlechtes sein muss und irgendwie auch zu einem Titelkampf in der Korakuen Hall passt). Das größere Handicap dieses Matches ist für mich die ewige Farblosigkeit Nakamuras, gerade im Vergleich zu seinem Gegner hier (oder auch gegenüber dem dritten Topstar der Generation Goto). Die Schlusssequenz ist wohl das Highlight des Matches, gerade der Konter Flyingarmbar in ein Roll-Up ist genial. Die beiden schießen hier weder über das Ziel hinaus noch hat man (im Gegensatz zum Rest des Matches) das Gefühl, dass hier noch Luft nach oben wäre.

Dynamic-T~! (Platz 7): Tanahashi vs Nakamura, eine Paarung mit der man wirklich so gut wie nichts falsch machen kann und die eigentlich immer ein gutes Match liefert, so auch ihr, wenngleich die beiden auch schon deutlich bessere Matches miteinander hatten.

Das Match ist sehr smart und weist eine sehr schöne Matchstory auf. Tanahashi bearbeitet das ganze Match über Nakamuras Bein, dessen Verletzung auch im Finish noch relevant bleibt und sich wie ein roter Faden durch das gesamte Match zieht.

Darüber hinaus ist der Kontrast zwischen beiden Workern sehr interessant. Tanahashi ist sehr charismatisch und extravagant, wrestlet dafür aber auch etwas verspielt und leicht angeberisch, Nakamura hingegen wirkt etwas blass, ist dafür aber ein brandgefährlicher Submission-Experte, der jeden Fehler oder Unachtsamkeit Tanahashis auszunutzen sucht, nicht lange fackelt und sehr effizient agiert. Tana agiert hier wieder als eine Art Tweener und zeigt sich deutlich weniger heelisch als bspw. noch gegen Goto, was meiner Meinung nach sehr schade ist, da eine klarere Rollenverteilung die Gegensätze zwischen beiden Akteuren noch stärker hätte akzentuieren können. Außerdem kann Tanahashi sein in Massen vorhandenes Charisma so nicht völlig ausschöpfen, sein Charakter ist so weder Fisch noch Fleisch.

/Von einigen kleineren Unsauberkeiten abgesehen entfaltet sich hier ein sehr schönes Match mit einem sehr spannenden, tollen Finish, das sich somit zurecht den siebten Platz sichert./

Platz 4 (2x Platz 3, 1x Platz 4, 1x Platz 8): Kenta Kobashi & Yoshihiro Takayama vs. Mitsuharu Misawa & Jun Akiyama, NOAH 2.12.07

Airwolff (Platz 3): 4 klasse Wrestler. Heraus kommt normalerweise ein klasse Match. Und das ist auch hier der Fall. Es ist Kenta Kobashis Return Match nach einer langen, langen Verletzungspause und die Fans stehen wircklich grandios hinter ihm.
Gerade für die sonst so verhaltene NOAH Crowd ist es echt unglaublich, wie lautstark die Menschen in der Halle hinter Kobashi sind. Das Match ist genau so gut wie die Fanreaktionen, aber wie oben schon erwähnt konnte man das ja auch erwarten. Interessant war, dass ja jeder der 4 Wrestler seinen eigenen Trademark Move hat, also Kobashi die Chops, Takayama die Kicks, Misawa die Elbows und Akiyama eben die Knee Strikes. Dies ergab einige nette Exchanges, so zum Beispiel die schon fast klassische Elbow - Chop Battle zwischen Kobashi und Misawa. Der Mittelteil war soweit ganz gut, nichts überragendes, aber überragend ist ein Begriff, der auf die Schlußphase wie die Faust aufs Auge passt. Man kriegt wircklich Gänsehaut pur, wenn ein gezeichneter Kobashi nach der Emerald Frosion unter lauten "Kobashi" Rufen des Publikums tatsächlich den Augenblick schafft, und ebenso, wenn Kobashi versucht, den Burning Hammer gegen Misawa anzubringen. Einen epischen Moment gab es ebenfalls in diesem Match, als Kobashi den Moonsault gegen Akiyama zeigt und man dann Tamon Honda im Bild sieht, der schon fast Tränen vor Freude im Gesicht hat. Alles in allem also ein sehr sehenswertes Match.

Morbo (Platz 8): Das Herz eines Fans des japanischen Wrestling ging am 2.12.07 wieder auf, als Kobashi nach seiner Zwangspause wieder in den Ring zurückkehrte. Der Einzug von Kobashi in die Halle wird frenetisch gefeiert und Tamon Honda am Kommentatorentisch kullern im Laufe des Matches mehrere Tränen die Wangen runter. Akiyama will auch gleich Kobashi herausfordern doch Kobashi zeigt, das er wieder im Saft steht. Es gibt auch diese kleinen Markout Momente wenn Kobashi und Takayama, ehemalige Konkurrenten, gemeinsam Misawa abfertigen. Auch eine kleine Sternstunde ist eine Chop Exchange zwischen Kobashi und Akiyama, bei der Kobashi den Sieg hervorbringen kann. Misawa erkennt das und greift ihn hinterrücks ohne Tag an und erntet dafür einige Buhrufe. Sicherlich etwas, was Misawa nicht jeden Tag passiert. So gibt es noch einige Fighting Spirit Sequenzen von Kobashi doch muss man als Gesamtbild eindeutig Abstriche machen. Mit 27 Minuten ist das Match zu lang. Es gibt zwar keine Stelle, die einem zu Tode langweilt, doch kommt man schnell an dem Punkt, an dem sich nicht mehr groß was regt in dem Match. Zumindestens bis zum Ende, bei dem wirklich alles ausgepackt wird. Von Exploder über Tiger Driver bis zum Moonsault und der sieg bringenden Emerald Fusion. So bleibt es unter dem Strich ein gutes Match mit toller Aura und starkem Finish, das aber im Gesamtkontext eher die hinteren Ränge besetzt. Somit bleibt das Match ein zweischneidiges Schwert. Einmal gesehen haben sollte man es dann aber schon, denn von der emotionalen Seite her ist das Match großes Kino.

Dynamic-T~! (Platz 4)!: Ganz eindeutig das emotionalste und atmosphärischste Match der letzten 12 Monate. Kenta Kobashis im Vorfeld für unmöglich gehaltene Rückkehr zum Pro-Wrestling nach 546 Tagen und überstandener Krebserkrankung. Die Budokan ist dementsprechend natürlich rappelvoll und unfassbar hot, allein beim Entrance Kobashis herrscht Gänsehautfeeling pur, diese unglaublich gute Stimmung hält sich jedoch auch über das gesamte Match.

Vom emotionalen Gesichtspunkt betrachtet ist das Match die klare Nummer 1 und bietet so viele tolle Momente: Die eben bereits erwähnten Entrance, die Rückkehr der Corner Chops gegen Akiyama, der seine Freude kaum verstecken kann, der Moonsault (!) Kobashis, der sich im Laufe seiner Karriere vor allem aufgrund der häufigen Ausführung dieses Moves bestimmt einem Dutzend Knie-OPs unterziehen musste, die Burning Lariat gegen Misawa und natürlich auch die tollen Szenen nach dem Ende des Matches, als die Fans während Misawa's Theme geschlossen KO-BA-SHI chanten und stehende Ovationen geben.

Darüber hinaus ist das Match an für sich auch verdammt gut, womit im Vorfeld auch nicht unbedingt zu rechnen war.

Auch die anderen drei Wrestler sind hier unfassbar motiviert und liefern eine sehr gute Leistung ab. Das Match war für NOAH-Verhältnisse sehr simpel gehalten und überzeugt mit einer guten Struktur und Matchstory †Kobashi muss sich nach seiner langen Auszeit wieder bewähren und ist natürlich noch nicht 100%ig fit, wird also über längere Zeit isoliert und am Ende †typisch für Puroresu Return-Matches †gepinnt. Ebenfalls großartig ist die unfassbare Heel-heat, die vor allem Misawa für Eingriffe gegen Kobashi bekommt, und auch die sehr hotte, aber keineswegs übertriebene oder unter Overkill leidende Schlußphase sollte noch lobend erwähnt werden.

Unterm Strich rein wrestlerisch sicherlich nicht unbedingt in den Top 5 des Jahres, aber die Atmosphäre und Emotionen werten das Match noch enorm auf und katapultieren es für mich auf Platz 4.

Robert S (Platz 3): Das große Kobashi Return Match war (neben HBK vs. Flair) das emotionalste Match seit vielen Jahren (einfach weil die Emotionen völlig echt und nicht Teil irgendeiner Storyline waren). Kurz die Hintergrundgeschichte: im Frühjahr 2006 wurde bei Kobashi Nierenkrebs diagnostiziert, glücklicherweise wurde der Tumor früh genug erkannt, sodass er sich noch nicht auf andere Organe ausgebreitet hatte. Dies hier ist seine Rückkehr in den Ring nach 1.5 Jahren Unterbrechung. Die Paarung hat noch einen anderen Hintergrund: Im Juli 2006 hätte dieses Match das Returnmatch Takayamas nach dessen zweijähriger Pause sein sollen, Kobashi musste jedoch kurzfristig auf Grund des Krebses absagen (er wurde durch Kensuke Sasaki ersetzt).

Zum Match: Natürlich steht hier Kobashi völlig im Vordergrund, Takayamas einziger Auftrag ist hier lange genug im Ring zu stehen, um Kobashi zwischendurch Zeit zum Verschnaufen zu geben. Logischerweise haben die Sequenzen mit Takayama deutlich weniger Heat als wenn Kobashi im Ring steht. Das Match selber fängt langsam an, die natürliche Abtastphase dauert über 10 Minuten. Das Match nimmt mit einem Elbow-Duell zwischen Akiyama und Takayama so richtig Fahrt auf, kurz darauf befindet sich Kobashi erstmals in einer prekären Situation. Misawa übernimmt mit einem Konter-Elbow gegen einen heranfliegenden Kobashi die Kontrolle für sein Team. In der Folge ist Kobashi Misawa und Akiyama fast schutzlos ausgeliefert, bis irgendwann Takayama genug gesehen hat und Kobashi hilft kurzfristig die Kontrolle wieder zu übernehmen und das Hot-Tag zu machen. Schließlich kommt es zur Situation, auf die jeder in der Halle gewartet hat: die große Offensive Kobashis und das erste Opfer heißt Akiyama, der die Maschinenpistolen Chops abbekommt. Als Kobashi seinen Moonsault zeigt (einen seiner großen Moves) explodiert die Halle fast. Tamon Honda, Tag Team Partner und Freund (denke ich mal) Kobashis und hier Co-Kommentator, muss sich die Tränen aus den Augenwinkeln wischen. Schlussendlich steht Kobashi alleine gegen Akiyama und Misawa im Ring und das ist dann doch zuviel, wobei Misawa einen 2nd Rope Emerals Frosion zum Sieg braucht. Bezeichnend die Situation nach dem Pinfall: Misawas Theme Spartan X ertönt und die Fans rufen anstatt des üblichen Mi-sa-wa Sprechchores Ko-ba-shi.

Zusammengefasst hat man hier ein sehr gutes (vielleicht nicht außerordentlich gut im Vergleich zu den großen All Japan Tag Team Matches der 90er, aber welches Match schafft es heute diesem Vergleich standzuhalten?) Tag Team Match dessen Hintergrundgeschichte und Rahmen den Kampf denkwürdig macht. Das Matchtempo der ersten 15 Minuten mag für manchen etwas zu langsam sein, ist jedoch eine willkommene Abwechslung zu so manchen Headrop-Fest (das Match hat insgesamt zwei Headrops, der erste nach über 20 Minuten Kampfzeit). Vielleicht noch ein paar Worte zum angesprochenen Rahmen: Die Budokan Hall ist hier erstmals seit langer Zeit komplett ausverkauft, man hätte wohl noch 10.000 Leute mehr in die Halle bringen können, wenn der Platz dazu dagewesen wäre. Vor dem Match wird eine riesige Anzahl von Origami-Kranichen eingeblendet, die von Fans für Kobashi gemacht wurden. In der japanischen Tradition gelten Kraniche als ein Symbol für langes Leben.

Morgen gibt es die Plätze 3 und 2 - STAY TUNED~!

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Vom NOAH 6 Man Tag abgesehen ist die Übereinstimmung zwischen Dynamic-T~! und mir schon fast erschreckend.

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Gelungener Roundtable bisher.

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10 Matches pro "Gebiet".
Ist doch logisch, wenn mit Platz 10 angefangen wurde...

Im Übrigen wieder sehr lesenswert.
Das BattlArts Match interessiert mich, leider habe ich es noch nicht gesehen.

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Zitat:
Original geschrieben von Sabucult:
Wird jedes Match das Nomienirt ist bewertet?


Jein.

Die 10 Matches, die für den Roundtable vorausgewählt wurden, werden alle 10 bewertet. Es gab aber deutlich mehr Nominierungsvorschläge als die 10 Paarungen, die ihr jetzt lest.

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Ein sehr schöner Roundtable bisher. Ich bin leicht überrascht, dass es das Kobashi-Return-Match knapp nicht in die Top 3 geschafft hat.

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Gott verhüte! - Paragon

Old Post Posted: 02.01.2009, 17:42 Uhr
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Platz 3 (2x Platz 2, 1x Platz 4, 1x Platz 5): Hiroshi Tanahashi vs Hiroki Goto, NJPW, 11.11.2007

Morbo (Platz 2): Es gibt Matches, da merkt man schon bei den Ankündigungen der Wrestler, das etwas Großes in der Luft liegt. Eines dieser Matches ist definitiv Goto gegen Tanahashi. Die Grundsteine für Gotos Aufstieg werden in diesem Match gesetzt und es gibt sicherlich kaum einen geeigneten Gegner als Tanahashi. Schon in der ersten Sequenz zeigt Tana Goto per Slap, wer hier das Sagen hat. Das lässt Goto mit sich nicht machen und es kommt zu einer feurigen Auskonterphase. Nach anfänglicher Ausgeglichenheit wächst Goto über sich hinaus und legt Tana ordentlich mit Stärke und Lariats zu, was ihm die Crowd mit Goto Chants dankt. Doch Tana ist nicht auf den Kopf gefallen und attackiert im Sinne seines Mentors das Bein von Goto. Das zelebriert er regelrecht und erntet für seine Arroganz auch einige Buhrufe. Immer wieder will Goto in das Match zurück. Trotz des schmerzenden Knies schafft Goto den Weg zurück ins Match bis Tana erneut klasse Konter auspackt. Je länger das Match geht, desto angespannter ist das Publikum und der Zuschauer. Immer ist Tana einen Schritt voraus und auch das Bein wird erneut in Mitleidenschaft gezogen. Goto beweißt aber Herz und packt sogar einen Sommersault nach außerhalb aus.

Im Ring gibt es kein halten mehr. Eine ellenlange Forearmexchange läutet den finalen Part ein. Sicherlich könnte man sich an einen German No Seller stören, wird doch aber gleich mit einer Slapexchange in die Schranken verwiesen. Goto ist nicht zu Bremsen und schubst selbst den Ref aus dem Weg, allerdings nutzt dies Tana schamlos für einen Low Blow aus. Man geht mittlerweile auf die 30 Minutenmarke und Tana geht erneut aufs Bein per Texas Cloverleaf. Goto kann den High Fly Flow kontern und zeigt den Shouten für den ersten ultraknappen Nearfall. Goto legt Tana weiter zu, der bleibt immer öfter liegen und der Ref muss desöfteren das Geschehen unterbrechen. Doch Tana schafft es immer wieder auszukicken. Es gibt ein erneuts aufbäumen von Tana und weitere Nearfalls. Er zeigt sogar einen High Fly Flow auf die Beine um Goto erneut in den Texas Cloverleaf zu nehmen. Und dann ist Schluss denn Goto muss tapen nach satten 31 Minuten. Goto Tana ist absolutes Must See Material. Ein episches und zu jeder Minute fesselndes Match, das über allen Erhaben ist. Nur ganz knapp für mich auf Platz 2, da das Bjw Junior Tag Match den Überraschungsbonus besitzt.

Airwolff (Platz 2): Fantastisches Match, aber es reicht am Ende doch nur zu Platz 2, weil es noch ein Match gab, was mir besser gefiel.
Aber auch dieses hier muss man gesehen haben.
Tanahashi und Goto teilen sich die Publikumsreaktionen, beide erhalten viel Jubel der Fans. Direkt zu Anfang provoziert Tanahashi seinen Gegenüber mit einigen Slaps. Das lässt Goto aber nicht lange auf sich sitzen und schlägt mit brutalen Forearms zurück, bis Tanahashi dann sein Bein angreift und es, wie auch schon in Match gegen Nakamura, gut bearbeitet, u.a. mit dem schon obligatorischen Dragon Screw in den Seilen. Goto sellt das Ganze jedoch leider nicht wircklich, nur ab und an mal und zum Finish hin wieder, wo es auch ein großer Bestandteil ist, also schon eine Bearbeitung, die seinen Sinn hatte.
Nach dieser auch schon sehr guten Mittelphase kommt mit der Schlußphase der Höhepunkt dieses Matches mit vielen erwähnenswerten Aktionen, so die Senton aus dem Ring von Goto, das Forearm/Slap Duell zwischen den beiden, die Aktion, mit der Goto Tanahashis Kopf ziemlich in Mitleidenschaft zieht (schwer zu beschreiben, jeder der das Match sah weiß wovon ich spreche) und natürlich die Art Canadian Destroyer von Goto Avalanche Style. Mehr ist nicht zu sagen, man sollte sich das Match einfach unbedingt ansehen.

Dynamic-T~! (Platz 4): Sehr gutes Match. Tanahashi hat eine wirklich tolle Entwicklung hinter sich, vom (in meinen Augen) farblosen Underdog-Babyface mit schrecklichem Moveset, der selbst von Junior Heavyweights den Hintern versohlt bekommt, zum arrogant-überheblichen Prettyboy (da machen die flippigen Moves nun auch wirklich Sinn). Man hat so die Situation um Tanahashi, der immer öfter Cena-ähnliche Reaktionen bekam, wirklich optimal gelöst und zeigt gleichzeitig, dass seine Entwicklung zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen war, sodass Tana hier noch kein 'vollwertiger' Heel ist, aber doch schon starke Tendenzen in diese Richtung aufweist. Er tritt in diesem Match jedoch bspw deutlich arroganter auf als in seinem Match gegen Nakamura, wodurch Tanahashi mir hier auch weitaus besser gefällt.

Goto kann seit seiner Rückkehr zu NJPW auch vollends überzeugen und stellt als geradliniges Face-Powerhouse mit dazu passendem simplen und brachialen Moveset einen wirklich schönen Kontrast zu Tanahashi dar.

Gerade die Anfangsphase des Matches ist richtig stark - Tanas Heel-Aktionen, die Tatsache dass er kräftemäßig nicht mit Goto mithalten kann und die daraus logisch resultierende Kniebearbeitung, welche im Verlauf des Matches immer wieder aufgegriffen wird und am Ende sogar im Finish eine Rolle spielt. Leider hat Gotos Selling einige Aussetzer bzw. ist etwas sporadisch, dennoch eine sehr erfreuliche Matchstory. Erwähnenswert ist ebenfalls die großartige und sehr intensive Elbow-/Slap-Exchange im Mittelteil des Matches, bei der Goto vor Wut sogar den Ref umschubst und Tanahashi mit Faustschlägen traktiert.

Leider hat man es gegen Ende des Matches meiner Meinung nach etwas übertrieben was Kickouts/Noselling angeht, wobei ich da dieses Jahr auch schon deutlich schlimmeres gesehen habe. Goto zeigt seinen Finisher, den Shouten, meiner Meinung etwas zu früh im Match und hat in Folge darauf keine wirklich überzeugenden Waffen mehr in seinem Arsenal, sondern beginnt einfach, ohne Pause einen Move nach dem anderen rauszuhauen, wobei es auch zu einem sehr bösen Upfuck kommt. Eigentlich schade, da das Finish das Match für mich doch etwas abwertet und deutlich hinter dem Rest des Matches zurückbleibt, dennoch bleibt es unter dem Strich ein sehr gutes und empfehlenswertes Match.

Robert S (Platz 4): Von der ersten Minute an war klar, dass die beiden hier versuchten ein episches Match zu worken. Einerseits hätte man für Gotos erste Titelherausforderung ein einfacheres Match erwartet, andererseits kam Goto frisch von einer Überseeexkursion inkl. nachfolgendem großen Push, sodass Tanahashi ihn kaum in 15 Minuten abfertigen konnte.

Tanahashi übernahm gleich die Heel Rolle, ich weiß jetzt nicht, wie die Hintergrundgeschichte genau war, es wird aber in die Richtung "ich habe lange darum gekämpft um hier zu sein, Du sollst auch einen langen harten Weg gehen müssen; ich bin die Nummer 1 unserer Generation" gegangen sein. Schön wird schnell dargestellt, dass Goto der kräftigere Wrestler ist, wodurch sich Tanahashi mit Technik, Tempo u. ein paar unsauberen Aktionen helfen muss. Nach einem schönen 20 minütigem Aufbau (der Höhepunkt war das Slap-Duell, bei dem beide Kontrahenten die Ohrfeigen sehr gut verkauft haben), wie man ihn heute in Japan in Single Matches leider nicht mehr so oft sieht, kam es zum Schlussspurt, in dem Goto für meinen Geschmack ein paar absolute Killermoves zu viel ausgepackt hat (und teilweise nur um den nächsten Move vorzubereiten und nicht um einen Near-Fall zu holfen). Das Finish dagegen war sehr intelligent (Top Rope Splash gegen die Beine mit anschließendem Texas Cloverleaf).

Platz 2 (1x Platz 1, 1x Platz 2, 2x Platz 4): Kenta Kobashi, KENTA, Atsushi Aoki & Akihiko Ito vs. Kensuke Sasaki, Katsuhiko Nakajima, Takashi Okita & Kento Miyahara, SEM/Kenske Office 17.08

Robert S (Platz 1): Als ich dieses Match vor zwei Monaten zum ersten Mal gesehen habe war mir sofort klar, dass es ganz schwer werden wird dieses Match noch irgendwie zu überbieten. Anstatt hier fünf Zehnminuten Matches abzuliefern (kurze Regelerklärung: es handelt sich hier nicht um ein Elimination Match wie man es von Survivor Series her kennt, sondern ist eine Serie von Tag Team Matches, bei denen jeweils der gepinnte (oder aufgebende) Wrestler eliminiert und durch einen Partner ersetzt wird, bis ein Team drei Falls abgegeben hat) werden die ersten 20 Minuten geschickt genutzt, um das große abschließende (vorhersehbare) Finale vorzubereiten.

Man würde erwarten, dass die vier "Rookies" das Match beginnen (das wären Aoki u. Ito für Team Kobashi bzw. Miyahara & Okita für Kensuke Office), jedoch Team Kobashi beginnt mit Aoki und KENTA, was man schon fast als eine Heel Aktion ansehen könnte. Der Einzug KENTAs sorgt auch für ein Raunen bei den Zusehern in der Halle. Nach einem guten 12 Minuten Match passiert das unvermeidliche und Miyahara wird eliminiert. Die Rache von Kensuke Office folgt jedoch auf dem Fuße: Sasaki persönlich kommt als dritter Mann für sein Team in den Ring. KENTA stellt sich sofort Kensuke entgegen und kann mit Aoki zusammen tatsächlich die Oberhand über die Nummer 1 im gegnerischen Team übernehmen. Aoki kann den Sack jedoch nicht zumachen, im Gegensatz muss er die Schmach über sich ergehen lassen in einem Boston Crab aufzugeben (zur Erklärung: der Boston Crab hat in Japan die Stellung des "Rookie Killer" Holds). Aoki wird durch Ito ersetzt, der zusammen mit KENTA Sasaki in weitere Schwierigkeiten bringen kann, jedoch ein Verzweiflungslariat von Sasaki kann auch Ito aus dem Weg räumen. Sasaki ist aber vorübergehend außer Gefecht gesezt. So kommt Kobashi als letzter Mann seines Teams zum Einsatz und kann es Sasaki gleich machen und den letzten Rookie im Match, Okita, schnell beseitigen, wodurch das erwartete Finale Kobashi & KENTA vs. Sasaki & Nakajima entsteht. Die letzten drei Falls haben zusammen mit Einzügen insgesamt etwa 10 Minuten gedauert.

Das große Finale hält alles was man sich davon versprechen würde und mehr. Es gibt die großen Heavyweight Chop Duelle zwischen Kobashi und Sasaki, die Junior Heavyweight Kick Duelle zwischen Nakajima und KENTA und natürlich viele Duelle, bei denen der Underdog versucht einen großen Skalp zu erlegen (also KENTA einen Pinfall über Sasaki oder Nakajima einen Pinfall über Kobashi zu erzielen). Dazwischen gibt es mehrere langsamere Phasen, bei denen einer der Wrestler (zuerst KENTA und dann Nakajima) isoliert wird, wodurch das Match auch gut strukturiert wirkt. Erwähnenswert ist, dass KENTA von einer Lariat Sasakis ausgeknockt richtig wird (KENTA schafft bei den nachfolgenden Pinversuchen von Nakajima und Sasaki die Kick-Outs kaum (Sasaki muss KENTA sogar hochziehen)). Dadurch wird Kobashi in der nachfolgenden Isolierungssequenz gegen Nakajima gezwungen Parts zu übernehmen, die man normalerweise eher von KENTA erwarten würde (die Matwrestlingkontrolle für Nakajima). Dadurch sieht man hier auch ein paar Aktionen von Kobashi, die er heutzutage wohl alle Jubeljahre einmal auspackt, etwa der Octopus-Hold am Boden (nein, nicht das Rolling Cradle). KENTA erholt sich dann irgendwie und kann das Match normal beenden, auch wenn man seinem Blick ansieht, dass er bis zum Schluss etwas benommen ist (oder er ist der beste Seller in der Geschichte des Wrestlings). Das Finalmatch dauert fast 35 Minuten, wobei die zehn Schlussminuten wohl niemanden kalt lassen dürften. Es lohnt sich etwa einen Blick auf die eliminierten Wrestler zu werfen, die am Ring stehen. Okita zeigt die letzten fünf Minuten vollsten Einsatz beim Anfeuern seines Teams und markt mehrere Male regelrecht aus.

Es ist schon bemerkenswert, welche Symmetrie zwischen den Teams herrscht, stilistisch und was die Stellung innerhalb der Wrestlingwelt betrifft. Kobashi und Sasaki haben beide in der zweiten Hälfte er 80er debütiert (Sasaki 86, Kobashi 88), sind beinahe gleich alt (Sasaki ist 42, Kobashi 41), waren beide untypisch schnell in wichtigen Matches (Kobashi als Teil der Super Generation Army zusammen mit Misawa, Kawada u. Kikuchi und Sasaki als Protege Choshus), haben beide heutzutage einen relativ ähnlichen Wrestlingstil und sind im Moment vielleicht die beiden Top Heavyweights Japans (zumindest wenn Kobashi gesund wäre) was das Packet Ringleistung und Öffentlichkeitswirkung angeht. KENTA und Nakajima sind beide Junior Heavyweights mit stark kicklastigen Movesets und beide gelten irgendwie auch als Heavyweight Hoffnungen, obwohl sie von der Statur her dafür eher weniger prädestiniert scheinen. Wobei man anmerken sollte, dass die beiden doch ein Altersunterschied von sieben Jahren trennt (KENTA ist 27, Nakajima erst 20(!)), dazu hat KENTA vier Jahre mehr Ringerfahrung (KENTA hat 2000 debütiert, Nakajima 2004).

Dynamic-T~! (Platz 2): Noch ein Match mit Kobashi, wieder genial gebookt. Zufall? Ich denke nicht.

Hier reaktiviert man eine alte AJPW-Matchart und setzt diese extrem ansprechend um (und wohl besser als AJPW dies jemals getan hat) †jedes Team hat 4 Mitglieder, beide Teams treten jeweils in Tag Matches gegeneinander an und sobald ein Wrestler eliminiert wurde, rückt ein weiterer nach, bis niemand mehr als Reserve übrig ist. Wird dann jemand gepinnt, ist das Match beendet.

Die Reihenfolge der Wrestler ist extrem interessant gewählt †statt die größten Namen für das Ende aufzuheben, startet mit KENTA die Nummer 2 des NOAH-Teams direkt das Match, woraufhin dafür Sasaki als dritter Mann seines Teams in das Match einsteigt.

Schön ist ebenfalls die bei einem so langen Match dringend nötige Abwechslung †der erste Fall ist ein sehr schönes, schnelles Junior-Match mit klassischem Tag-Aufbau inklusive langer Isolierung und Hot Tag. Beide KO-Rookies können sehr überzeugen, auch Aoki hat einen sehr guten Tag erwischt und zeigt sehr schöne Submissions. Die drei folgenden Falls gehen insgesamt weniger als fünf Minuten, da Sasaki und Kobashi nun in schneller Abfolge die restlichen „Jobber“ ausschalten, bis es dann endlich zum langerwarteten und lange aufgebauten Finale zwischen Kobashi/KENTA und Sasaki/Nakajima kommt, die dann den erwartet epischen Showdown abliefern.

Besonders hervorzuheben sind sicherlich die Interaktionen zwischen Nakajima und KENTA, deren lange Fehde hier einen absoluten Höhepunkt erreicht, sowie natürlich die Chopduelle der zwei Legenden. Einzig nach Kensukes Knockout von KENTA herrscht verständlicherweise etwas Leerlauf,auch die nachfolgenden Sequenzen mit Kobashi und Nakajima ziehen sich etwas. Dafür ist das Finish dann um so bombastischer.

Sehr sehr starkes Match, dass auch bei fast einer Stunde Laufzeit sehr gut unterhält, bei mir reicht es jedoch ganz knapp nur für Platz 2

Airwolff (Platz 4): Seeeeehr sehr feines Match. In dieser Matchart stehen sich immer 2:2 gegenüber, es gibt also verschiedene Tag Matches. Anfangen tut es zum Beispiel mit KENTA & Aoki vs Okita & Miyahara. Die anfänglichen Tag Matches sind natürlich nicht allzu interessant, denn es endet, wie es jeder erhofft und erwartet hat, mit Kobashi & KENTA vs Sasaki & Nakajima, und da dieses Tag Match doch volle 35 Minuten in Anspruch nimmt, ist das ziemlich super und wird auch wie ein eigenständiges Tag Match geführt.
Auffallend ist, dass KENTA von Anfang bis Ende in diesem Match ist, was auch ziemlich gut zum Finish passt und somit logisch ist. Das letzte, von allen erwartete Tag Match braucht ein wenig bis es in Fahrt kommt, aber dann geht es auch ziemlich ab. Kicks und Chops wo man hinschaut, die Kickduelle von KENTA und Nakajima sind der reine Wahnsinn, und auch wenn Kobashi und Sasaki aufeinandertreffen gibt es viel Härte, die Hauptrolle spielen aber die beiden "Sprößlinge" der "Großen", also KENTA und Nakajima. Die beiden sind die MVPs dieses Matches und bestreiten auch die Schlußphase, die sehr spannend gemacht ist und bei der man nicht weiß, wer gewinnt, da beide sozusagen auf dem gleichen Level stehen. Am Ende gewinnt dann vielleicht derjenige, von dem man es nicht so sehr erwartet hatte, sehr schön.

Morbo (Platz 4): Für mich, der Noah in der letzten Zeit eher als dröge empfand, steht es sicherlich außer Frage anzuerkennen, das durch die Einschließung des Kensuke Office in Noah einiges an Pep wieder in die Liga kam. Vor allem da man jetzt sicher einige Dreammatches sich ausmahlen konnte, die auch sowohl auf Noah als auch auf Kensuke Office Boden stattfanden, stets gefüllt mir Aggressivität und Rivalität. Das Prunkstück des Ganzen war dieses Marathonmatch, bei dem man noch gleich die gute alte 4 vs 4 Elimination Rule auspackte. Gleich die erste Paarung in Form vom Miyahara/ Okita auf Office Seite gegen Kenta und Aoki auf der Noah Seite ist ein Erfolg in Form eines verbissenen Juniormatches, bei dem die Noah Leute gnadenlos dominieren. Zum Ende gibt es knappe Nearfalls bis Myahara in einem Keylock von Aoki tappen muss. Die Nächsten 3 Paarungen sind alle knapp gehalten in dem vor allem Aoki Mut beweißt und Kensuke Sasake ordentlich zusetzt, sich aber am Ende gegen eben jenen geschlagen geben muss. Ito hat ein kurzes Gastpiel und macht Platz für Kobashi, auf den die Crowd sehnsüchtig gewartet hat. Als auch Okita sich verabschiedet ist es Zeit für den entscheidenden Fall mit der perfekten Paarung. Kobashi/Kenta vs Nakajima/Kensuke war schon im Juni bei Noah ein voller Erfolg und das Match hier steht dem im Nichts nach. 35 Minuten die zeigen, warum ich das japanische Wrestling so Liebe. Begünstigt durch eine kochende Korakuen Hall Crowd sehen wir ein intensives Tag Match, bei dem vor allem das erneute Aufeinandertreffen zwischen Kenta und Nakajima ins Auge sticht. Beide schenken sich nichts und Kenta beweißt Stärke, obwohl er schon ganze 30 Minuten im Ring ist. Genau dies wird aber auch schnell sein Verhängnis denn das Office dreht im Gegensatz zum Beginn den Spieß um und Kenta wird sehr lange isoliert, bis es zum Hot Tag kommt. Nachdem auch Nakajima leiden muss kommt es zum Grand Finale, in dem es kein halten mehr gibt. Nach ganzen 55 Minuten muss sich Kenta nach dem Death Roll von Nakajima geschlagen geben und das Kensuke Office gewinnt. Man muss vorallem vor Kenta den Hut ziehen, der am Längsten von allen Wrestlern im Ring war und eine herausragende Leistung zeigte indem er stets, obwohl er hart einstecken musste, grandiose Comebacks zeigte und man mit ihm richtig mit leidete. Im Gesamtbild zu recht unter den letzten 10 und definitiv ein absolutes Highlight für das Puro Jahr 2008.

Beitrag editiert von Copeland am 04.01.2009 um 11:46 Uhr

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Beide Matches sind absolut awesome, Tanahashi vs. Goto war im letzten jahr mein MOTY und das SEM Match hat gute Chancen, 2008 wieder ganz vorne dabei zu sein.
Platz 1 dürfte ja nun klar sein.
Ich habe das Match hier, allerdings habe ich es bisher noch nicht gesehen.
Wenn es wirklich so gut ist, muss ich das natürlich sofort nachholen.
Ich freue mich auf morgen und auch auf die weiteren Roundtables.

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Mir fällt erst jetzt dank Munk auf, das Cope keinen Text von mir zum Sem Match gepostet hat. Sehr frech Cope, willste mich doch raushaben

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Nakajima ist erst 20? Holy Shit.

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君臨者よ!血雨の仮面·万象·羽ばたき·ヒトの名を冠す者よ!焦熱と争乱、海隔て逆巻き南へと歩を進めよ!
http://wh40k-traitorlegion.forumieren.de/ - Ein Warhammer 40k RPG

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Platz 1: Platz 1 (2x Platz 1, 1x Platz 2, 1x Platz 3): BJW Tag-Team Championship: Kengo Mashimo & Madoka vs MENŽs Teioh & Shinobu, BJW 23.5

Dynamic-T~! (Platz 3): Dieses Match besticht vor allem durch seine tolle Matchstory †Shinobu betritt den Ring bereits mit einer stark bandagierten Schulter, die nach einer relativ ausgeglichenen Anfangsphase auch direkt und mit großer Härte vom gegnerischen Team bearbeitet wird. Dadurch entwickelt sich eine sehr schöne Face-/Heel-Dynamik, da Mashimo & Madoka sehr brutal und rücksichtslos vorgehen und sich so die Verachtung des Publikums erarbeiten, wohingegen Shinobu zum absoluten Fanfavoriten mutiert und von diesen lautstark unterstützt wird. Shinobus Selling ist ebenfalls verdammt stark, man leidet und fiebert richtig mit ihm mit, was ihn zum klaren Star des Matches macht. Desweiteren wird die Bearbeitung †wie leider viel zu häufig der Fall †nie fallen gelassen, sondern bleibt das ganze Match über relevant und spielt selbst im Finish eine Rolle †perfekt!

Ebenfalls positiv hervorzuheben ist hier MEN's Teioh, der auch einen verdammt guten Tag hat und sein Alter hier Lügen straft und wie ein Mittzwanziger wrestlet, vor allem seine Octopus Hold Variationen, die sich durchs ganze Match zogen, bleiben hier positiv in Erinnerung. Auch das gegnerische Team weiß zu überzeugen, Mashimo besticht als Mann fürs Grobe besonders durch seine harten Strikes, wohingegen Madoka einen etwas junior-lastigeren Stil geht.

Das Match kulminiert in einem sehr hotten und spannendem Finish, in welchem am Ende wieder Shinobu im Mittelpunkt des Geschehens steht, am Ende jedoch die Niederlage einstecken muss. Vermutlich die beste Leistung von Shinobus Karriere und ein extrem starkes Match.

Airwolff (Platz 1): Großartiges Match. Das beschreibt das Match ansich schon recht gut. Alle 4 Akteure haben einen sehr, sehr guten Tag erwischt und bieten ein Match, dass nicht nur Puro Fans gucken sollten. Mashimo und Madoka geizen nicht mit ihren harten Kicks und vorallem herauszuheben ist die Leistung von Shinobu in diesem Match, der deutlich der Unterlegene von diesen 4 Männern ist und mit einer Schulterverletzung in das Match geht. Nach einem Kick von Madoka an selbige wird diese auch stetig von den beiden Champions bearbeitet und Shinobu sellt so gut wie man es nur kann. Die Endphase ist dann wircklich das Highlight des Matches, man fiebert einfach nur mit, beide Teams haben öfter die Chance zum Sieg und herauszuheben sind vorallem die Submissionphase an Shinobu in sämtlichen Holds, die auf die Schulter gerichtet sind. Das Stärkste für mich dieses Jahr aus dem Hause Big Japan und auch gleichzeitig mein Puro Match of the Year, also Platz 1.

Robert S (Platz 2): Als ich von dieser Paarung gelesen habe (und den Hype dazu) habe ich mir gedacht, dass das wohl nur irgendein völlig überhyptes solides Junior Heavyweight Tag Team Match sein wird. Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich so falsch liegen kann. Kurz zum Hintergrund: Mashimo und Madoka sind beides Schüler von TAKA Michinoku und haben Kaientai Dojo als Heimatpromotion und sind hier quasi die Invasoren, Teioh ist der Veteran in diesem Match und Shinobu (kommt aus dem Dragon Gate System) sein (gimmickmäßiger) "Partner" hier in mehrerlei Hinsicht.

Im Mittelpunkt dieses Matches steht Shinobu, als unerfahrenerer Wrestler seines Teams das offensichtliche Ziel der Heels. Seine abgetapte rechte Schulter gibt die Marschrichtung für Mashimo und Madoka an, die, nach der üblich starken Beginnphase der Faces, Shinobu isolieren und die besagte Schulter zu Brei treten. Die Mittelphase zeigt schön den Unterschied des klassischen "Southern Tag Team" Matches und der japanischen Abwandlung: Während in Southern Tag Team Matches die Heatphase der zentrale Punkt eines Kampfes ist und dieser spätestens 2 Minuten nach dem "Hot Tag" beendet ist, dient hier die Heatphase gegen Shinobu als Katalysator für den weiteren Kampfverlauf: Nach einem kurzen Auftritt Teiohs im Ring kommt das Tag wieder zu Shinobu, im Southern Tag Team Match ein klares Zeichen für das Kampfende, hier wird jedoch der ersten Isolierungsphase Rechnung getragen und Shinobu kommt erneut in große Probleme. Madoka und Mashimo nützen dies aus um erst recht Shinobu zu zerstören. Irgendwann hat Teioh genug gesehen und hilft Shinobu kurz die Kontrolle zu übernehmen und auszutagen, wonach es zu einer tollen Schlussphase kommt, die umgekehrt jedoch nie das Gefühl eines Overkills aufkommen lässt.

Die Stars dieses Matches sind Shinobu (wie schon erwähnt; er verkauft einerseits die Aktionen gegen seinen Arm sehr gut, was die Atmosphäre anheizt, und findet andererseits die richtigen Momente für seine paar High Spots) und auf der anderen Seite Mashimo, dem man schon vom Aussehen her abnimmt, dass er böse Absichten hegt. Hier glänzt er einerseits durch sein Timing und andererseits durch eine große Palette an harten Kicks.

Morbo (Platz 1): Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, das man im Indybereich sehr gutes Juniorwrestling findet denn Talente sind genug vorhanden. Ob K-Dojo, BJW, DDT und all die anderen Promotions, die Qualität überwiegt doch meist die Quantität. Wenn man eine Paarung wie die Vorliegende bekommt, kann man sich auf einen guten Indysprint einstellen. Wenn jene Paarung dann aber so gut ist, das sie sogar die Erwartungen übertrieft, ist man doppelt glücklich. Und wenn diese Paarung so verdammt gut ist, das man jede Minute davon mit allen Euphorien genießt, die man als Wrestlingfan mitnimmt und sich erhofft zu bekommen, dann weiß man, das man etwas ganz großes sieht. In diesem Fall mein Match of the year. Man kann die Vorgeschichte über Madoka als ehemaliges Mens Club Mitglied einbeziehen, notwendig ist es nicht um dieses Match zu lieben. Mens Teioh und Mashimo bietet sich eine ruhige Abtast Phase und der Routinier kann dabei den Fiesling Mashimo die Stirn bieten. Dagegen wird es schnell zwischen Shinobu und Madoka. Nach anfänglicher Übermacht haben es die Heels schnell auf Shinobu abgesehen, der schon mit einer verletzten Schulter in das Match geht. Zunächst kann sich Shinobu noch Luft verschaffen und so darf Teioh sich im Ring an seinen ehemaligen Schützling Madoka auslassen. Doch nachdem Shinobu sich erneut beweisen will geht die Taktik der Bösewichte auf und die Schulter von Shinobu wird bearbeitet. Sein Selling ist die große Stärke des Matches. Die Isolierung ist lang und die Bearbeitung intensiv und durch seine Mimik reißt Shinobu den Zuschauer mit ins Verderben. Wir leiden mit ihm und wünschen uns nichts sehnsüchtiger als den Hot Tag, der einfach nicht kommen will.

Die Fans zollen dessen Tribut und buhen das K-Dojo Team nur noch aus. Die Erlösung kommt und Mens Teioh mäht alles nieder. Doch auch Shinobu, trotz Schmerzen die er signalisiert, kommt wieder ins Geschehen. Es gibt mehrere tolle Sequenzen, in dem Shinobu endlich den großen Wurf herbeibringen will doch immer haben seine Gegner eine Antwort parat und reißen seine Schulter weiter in die Misere. Mittlerweile häufen sich die Shinobu Chants, was sicherlich nicht zum Standard in Japan gehört, doch auch die Crowd erkennt Shinobus Wille an und wollen ihn nach vorne peitschen. Und in den letzten 10 Minuten gibt es kein Halten mehr. Shinobu zeigt trotz Verletzung eine Shooting Star Press inklusive denkbar knappen Nearfall, Teioh setzt sich alleine gegen zwei durch und bekommt Madoka in den Octopus Stretch, Shinobu mit einem Moonsault nach draußen. Selbst ein No Seller von Shinobu verzeiht man gerne bei mehreren knappen Einroller Nearfalls gegen Mashimo. Nach 24 Minuten ist der Ritt zu Ende und nicht nur Shinobu ist platt, auch der Zuschauer. Für mich ist dieses Match aus vielerlei Hinsicht grandios. Zum einen hat es mich kalt erwischt da ich so ein starkes Match nicht erwartet hatte, zum anderen hat mich das Selling, die Mimiken und Gestiken von Shinobu total in ihren Bann gezogen. Und von den unzähligen perfekten Nearfalls braucht man gar nicht erst noch reden. Ein großes Match, was sich zu keiner Zeit vor den Matches der großen Liga zu verstecken braucht, hier hat man allen den Rang abgelaufen. Junior Tag Wrestling at its fucking best!

Für den "Final Call" qualifiziert:

- BJW Tag-Team Championship: Kengo Mashimo & Madoka vs MENŽs Teioh & Shinobu, BJW 23.5

- Kenta Kobashi, KENTA, Atsushi Aoki & Akihiko Ito vs. Kensuke Sasaki, Katsuhiko Nakajima, Takashi Okita & Kento Miyahara, SEM/Kenske Office 17.08

3. Platz:

- Hiroshi Tanahashi vs Hiroki Goto, NJPW, 11.11.2007 (2x Platz 2, 1x Platz 4, 1x Platz 5 = 31 Punkte)

Bereits morgen geht es mit dem MOONSAULT.de Match of the Year Roundtable weiter. Diesmal suchen unsere Independent Wrestling Experten das Indy-MOTY 2008. Seid dabei!

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