A N Z E I G E

WCW Fall Brawl 1998

Kommentatoren sind Tony Schiavone, Mike Tenay und Bobby Heenan


Es begann gleich mit einer "spannenden" Backstage-Auseinandersetzung zwischen Ernest Miller und Norman Smiley. Die Auflösung dieser Fehde stand uns bei Fall Brawl bevor.


Alex Wright & Disco Inferno VS Davey Boy Smith & Jim Neidhart
Dies ist genau der verhängnisvolle Kampf, in dem sich Davey Boy mehr oder weniger schwer am Bein verletzte. Mehr oder weniger schwer deshalb, da die Verletzung so schwer ja nicht war. Allerdings entzündete sich das Bein und eine zeitlang sah es sogar so aus, als müßte das Bein amputiert werden. Dem war allerdings nicht so, dafür suchte der Bulldog jedoch sein Heil in Schmerzmitteln, eone Sucht, von der er wohl nie wieder loskam. Dies zusammen mit privaten Problemen (Scheidung, Bret Hart`s Anschuldigungen, etc.) sowie Anabolikamissbrauch in früheren Jahren führten dann wohl zu Davey Boy Smith's Tod. R.I.P, Davey Boy! Doch zum Match. Beide Teams waren zu der Zeit eigentlich Heels. Und beide Teams gingen den Fans eigentlich völlig am Allerwertesten vorbei. Teams wie diese beiden brachten Eric Bischoff wohl auf das schmale Brett, Tag Team Wrestling würde keinen Fan mehr interessieren. Ah ja, das Match. Dies gewannen der Bulldog und Neidhart nach dem Running Powerslam gegen Disco Inferno. Nichts verpaßt!
[TIME: 11'54 Minuten - RATING: 1/4*]


Backstage versuchte Scott Steiner sich mal wieder vor dem Match gegen seinen Bruder Rick zu drücken. Mal wieder gab es ein Dokument, welches JJ Dillon aber im wahrsten Sinne das Wortes in der Luft zerriß. Interessant, wie die Backstage-Skits auch während der PPV's immer mehr zunahmen, je niedriger die Ratings wurden ... in seiner Verzweiflung versuchte Eric Bitchoff mehr und mehr von der damals so erfolgreichen WWF zu kopieren.


Chris Jericho VS Fakeberg
Jericho machte sich zur damaligen Zeit immer über Goldberg lustig und forderte diesen auch wiederholt zu Matches heraus. Leider wurde meines Wissens aus dieser Storyline nichts. In der Tat hätte man sich nicht weh getan, Goldberg hier antreten zu lassen. Zum einen hatte er eh kein Match bei dieser Show, zum anderen squashte er zu der Zeit alles weg, so daß es auf Jericho, mit dem man so der so keine größeren Pläne hatte, nicht ankam! Jericho besiegte den Mini-Goldberg mit dem Liontamer. Sehe mich außerstande, solch unüberlegtes (und nicht zielgerichtetes Booking) mit mehr als einem DUD zu bewerten. Andererseits hat die WWF sicher sehr viel vom Auftritt Jerichos (pure Goldberg-Parodie, sehenswert!) abgeschaut, als sie Gillberg erdacht haben.
[TIME: 1'15 Minuten - RATING: DUD]


Ernest Miller VS Norman Smiley
Ein Wunder, daß die Fans überhaupt wußten, wer Norman Smiley ist. Oder ... wußten sie es überhaupt? Egal, jedenfalls war dieses Match, bevor Smiley so etwas wie over bei den Fans war. Ernest Miller ... na ja, er war schon immer fehl am Platz in einem Wrestling-Ring! Dementsprechend reagierte auch das Publikum. Nämlich gar nicht. Ernest Miller versuchte es mit einer Vielzahl von Kicks, während Smiley mit Wrestling versuchte, dagegen zu halten. Heraus kam viel, viel Langeweile. Na ja, wenigstens war es kurz. Miller gewann mit einem Roundhouse Kick.
[TIME: 5'06 Minuten - RATING: 1/2*]


Scott Steiner (with Buff Bagwell) VS Rick Steiner
Nun kam es zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Steiner Brothers nach ihrem Split. Ziemlich genau ein halbes Jahr zu spät. Auch wenn die WCW versuchte, die Fehde mit diversen Angles am Leben zu erhalten. Beide legten recht stürmisch los und schon früh versuchte Buff Bagwell einzugreifen. Sollte noch wichtig werden ... Nach ca. viereinhalb Minuten kletterte Bagwell auf den Apron, bekam doch Rick stieß seinen Kopf in den Ringpfosten. Nun wurde es peinlich. Buff Bagwell blieb nämlich einfach liegen und rührte sich nicht mehr. Zur Erklärung: Vier Monaute zuvor hatte er sich in einem Match eine Nacken- oder Halswirbelverletzung zugezogen und war zeitweise gelähmt. Seit seiner Rückkehr hatte er natürlich keine Matches mehr bestritten und es sollte auch wieder bis April 1999 dauern, bevor es so weit war (allerdings war seine Karriere seit dieser Verletzung vorbei, im Ring ein Schatten seiner selbst, außerhalb mit einer ungeheuren Arroganz ausgestattet). Das Match wurde gestoppt, ein Ärzteteam kam zum Ring und Bagwell wurde mit einer Trage rausgebracht. Alles wurde so aufgezogen, als sei er wirklich verletzt. Man brachte ihn Backstage, wo er in einem Krankenwagen verfrachtet wurde. Aus diesem heraus attackierten dann Bagwell & Scott Steiner Rick. Über diesen Angle werde ich mich nicht weiter äußern, vielleicht kann man dem Rating einiges übernehmen. Das Match selber war gar nicht so schlecht, irgendwo im Bereich ein bis zwei Sterne.
[TIME: 6'00 Minuten - RATING: -*]


CW Titel Match
Silver King VS Juventud Guerrera (Champion)

Kann mich gar nicht mehr bewußt an das Match erinnern, gehe deshalb zur Abwechslung mal ganz unvoreingenommen heran. Silver King hatte mir ja schon bei Souled Out ganz gut gefallen, also könnte das ein ganz ordentliches Match werden. Aber mal wieder zeigten die WCW Cruiserweights nicht alles, was sie können. Zwar konnten beide einige schöne Moves zeigen, doch war zwischen diesen oftmals eine längere Pause. Dies war bei der doch recht kurzen Matchdauer eher unnötig und nicht sonderlich hilfreich. Bitte nicht falsch verstehen. Das Match war nicht schlecht und stellte bei weitem alles bisher bei diesem PPV gesehene in den Schatten, doch war es noch lange nicht so gut, wie es hätte sein können. Juvi gewann nach dem Juvi Driver und dem anschließendem 450° Splash.
Im übrigen hätte ein Match gegen den Nummer 1 Herausforderer Rey Misterio jr. mehr Sinn gemacht, doch war dieser meines Wissens noch bzw. wieder verletzt.
[TIME: 8'37 Minuten - RATING: **1/2]


No DQ Match
Raven (with Lodi) VS Perry Saturn

Dies war der Höhepunkt einer der besten Fehden des Jahres 1998 (alle amerikanischen Ligen). In diesem Match gab es nun so einige Spezialbedingungen. Würde Raven gewinnen, so müßte Perry Saturn auf ewig das tun, was Raven ihm sagt. So alá Eddie und Chavo Guerrero. Würde Saturn gewinnen, so müßte sich das Flock auflösen. Obendrein war auch noch Chris Kanyon, der in letzter Zeit wieder zu Raven geturnt war, mit Handschellen an den Ring gefesselt war. Beide zeigten in den ersten acht Minuten ein gutes Match, welches ohne echte Höhepunkte so dahin plätscherte. Auch die Fans waren eher uninteressiert. Nach acht Minuten war es Kidman, der die Fans und das Match erweckte. Anstatt Saturn zu attackieren, traf sein Dropkick absichtlich Raven. Kidman flüchtete daraufhin aus der Halle, gefolgt vom restlichen Flock. Von nun an, sah man praktisch ein anderes Match. Das Publikum popte praktisch für jeden Move. Nach ca. elf Minuten ging wie erwartet der Referee zu Boden und Kanyon konnte sich losketten. Er verpaßte Saturn den Flatliner und legte Raven zum Cover auf ihn. Ohne Erfolg. Saturn zeigte daraufhin den Death Valley Driver gegen Lodi durch einen außen stehenden Tisch. Kurze Zeit später fing er sich den Evenflow ein, doch auch er kickte aus. Aber nach 14 Minuten war das Match dann beendet, als nämlich Raven in nach dem DVD gepinnt wurde. Wäre das ganze Match so spannend gewesen, wie die letzten sechs Minuten, hätte es sich eine weitaus höhere Wertung gegeben. Doch leider kann ich die ersten acht Minuten nicht völlig ignorieren. Und die waren nicht sooo toll.
[TIME: 14'05 - RATING: ***1/4]


Curt Hennig (with Rick Rude) VS Dean Malenko
Match Nummer 367 in der 899. mißglückten Horsemen Revival Storyline. Dieses mal machte man wenigstens etwas einigermaßen gescheites aus den Resten dieser Storyline. Es kam nämlich zu einer Fehde zwischen Eric Bischoff und Ric Flair, die in der 359. Auseinadersetzung zwischen Hulk Hogan und Ric Flair gipfelte, bevor man Ric Flair storylinemäßig ins Irrenhaus schickte. Wahrscheinlich besuchte er dort die WCW Booker. Jetzt wo ich das alles so schreibe, glaube ich eigentlich nicht mehr, daß man etwas gescheites aus den Resten dieser Storyline dieser Storyline machte. Aber zum Match. Curt Hennig ging mit einer Knieverletzung ins Match. Auf genau dieses Knie konzentrierte sich nun Dean Malenko. So geschwächt, konnte Hennig nicht mal seinen Hennig Plex zeigen, sehr wohl aber Dean Malenko. Rick Rude gefiel dies weniger, denn er stürmte in den Ring und attackierte Malenko. Die DQ war die logische Folge. Arn Anderson wollte Malenko zu Hilfe kommen, doch auch er wurde von den beiden nWo Mitgliedern attackiert. Kein besonderes Match, aber immerhin erträglich. Aber enttäuschend für die Beteiligten.
[TIME: 7'38 Minuten - RATING: *1/4]


Scott Hall (with Vincent) VS Konnan
Hall kam nicht nur mit Vincent, sondern auch mit einem Drink an den Ring. Dies war ja auch die Storyline des ganzen, nämlich daß sich seine Freunde ernsthaft Sorgen machten, da Hall sein Leben etwas zu sehr genoß. Ja, als ob sich in dem Business jemand ernsthaft Sorgen um den anderen machen würde. Auf dem Weg zum Ring meinte Hall, was die Bosse denn dagegen machen wollen. Ihn feuern? Ja Scott, das taten sie. Zwei mal, um genau zu sein. Sorry, aber diese Steilvorlage schrie nach Verwertung. Ist nur die Frage, ob er seinen Zustand wirklich nur spielte ... Wie auch immer, das Match war alles andere als berauschend (Hoppla!). Im Grunde gab es nur etwas Rumtorkeln von Scott Hall zu sehen, plus zwei Submission Moves, die jeder der beiden für jeweils 2 Minuten oder so halten durfte. Das Übliche also ... Am Ende gewann Konnan mit dem Tequilla Sunrise. Schlechtes Match mit einem unnötigen Gimmick.
[TIME: 12'04 Minuten - RATING: DUD]


Wargames Match
Hulk Hogan & Stevie Ray & Bret Hart VS Kevin Nash & Sting & Lex Luger VS Diamond Dallas Page & Roddy Piper & Warrior

Dies waren eigentlich keine richtigen Wargames. Vielmehr war dies ein 9 Men Match, in denen jeder gegen jeden antreten konnte. Außerdem konnte man nicht nur durch Aufgabe, sondern auch durch Pin gewinnen. Es begannen Diamond Dallas Page und Bret Hart. Wenigstens hatte man den Verstand die neben Sting besten zwei Wrestler in die erste, fünf Minuten lange Phase zu stecken. Beide zeigten auch ein im Rahmen der Umgebung ordentliches Brawling. Nächster im Ring war Stevie Ray. Das Match wurde nun sogar noch besser! Nah, habt ihr das echt geglaubt? Sting war die Nummer Vier. Er verbündete sich direkt mit DDP gegen die beiden nWo Mitglieder. Piper war Nummer Fünf und er attackierte direkt alle vier im Ring befindlichen Männer. Warum macht man sich dann erst die Mühe, drei Teams zu bilden, wenn es ja doch nicht mal zehn Minuten anhält? Das Match beginnt unübersichtlich zu werden. Gut ist es sowieso schon lange nicht mehr ... Auch Lex Luger als Nummer Sechs kann da nicht abhelfen. Wie auch. Mittlerweile sind wir bei einem reinen Gekloppe und Getrete angekommen. Kevin Nash ist die Sieben. Hogan als Acht kam eine Minute zu früh und attackierte alle Gegner außer Stevie Ray mit einem Foreign Object. Nun wurde es mal wieder kindisch. Nebel kam von unter dem Ring hervor und als der sich verzogen hatte, stand der Warrior im Ring. Hogan schlägt ihn nieder, erneut Nebel. Warrior verschwunden, Warrior kommt in den Ring gestürmt, attackiert alle, vor allem Hogan. Hogan flüchtet aus dem Käfig, läßt ihn verschließen. Doch der Warrior geht durch den Käfig und attackiert Hogan. Im Ring kassiert Stevie Ray den Diamond Cutter und DDP gewinnt das Match. Muß ich noch mehr sagen? Unter diesen Umständen war es gut, daß das Wargames Gimmick abgeschafft wurde.
[TIME: 20'06 Minuten - RATING: -**]


FAZIT & STATISTIK
Wow, war das schlecht! Dieser Event spottet echt jeder Beschreibung. Die falschen Leute in den falschen Matches, schlechte Gimmicks ... Willkommen in bei Fall Brawl 1998! Einer der schlechtesten PPV's aller Zeiten. Auch das gute Raven/Saturn Match konnte daran nichts ändern.
[MATCHES: 9]
[MATCH OF THE NIGHT: Raven vs Perry Saturn]
[GESAMTE MATCH ZEIT: 86'45 Minuten]
[GESAMTBEWERTUNG: 1/2*]

A N Z E I G E