A N Z E I G E

WWF Over the Edge 1998: In Your House

Kommentatoren sind Jim Ross & Jerry Lawler


Die Show startet mit der besten Opening-Sequenz, die ich jemals gesehen habe !!! Mal wieder absolut sehenswert.


D.O.A. (with Chainz) VS Legion of Doom (with Sunny & Droz)
Na, wenn das mal kein gelungener Opener ist. Ein legendäres, aber deutlich überaltertes Tag Team – deutlich sichtbar an Hawks Wampe – und zwei Nichtskönner, die ihren Job nur ihrer Statur verdanken und der Tatsache, daß sie in der ECW mal so was wie over waren. Begleiter der LOD ist neben Sunny auch noch Darren Drozdov, welcher kurz zuvor als neues LOD-Mitglied eingeführt wurde. Das ganze gipfelte dann in einer hässlichen Storyline, auf die ich hier und jetzt nicht näher eingehen möchte. Zum Match gibt es nicht wahnsinnig viel zu sagen. Es wurde etwas aufeinander eingekloppt und eingetreten und immer wieder munter eingegriffen. Vor allem wurden aber wieder mal selbst einfachste Moves daneben gehauen. Hawk hatte zum wiederholten Male Probleme mit einem Powerslam und einer der DOA brach Hawk bei einem Piledriver fast das Genick. Gesellt wurde auch fast gar nicht. Dafür war die LOD erstaunlich over bei den Fans, was wohl zur relativen Nähe an Chicago lag. Die LOD gewann durch den Powerslam von Hawk gegen ... irgend einen.
[TIME: 9’56 Minuten - RATING: 1/4*]


Als nächster kam the Rock zum Ring, um kurz etwas das Publikum zu beleidigen. Farooq fand das weniger lustig und attackierte The Rock Dabei schaffte man es, einen Piledriver auf einen Stuhl zu verhauen. Beide sollten gegeneinander antreten, doch warum sollte man nicht einen kurzen Verletzungs-Angle einbauen, bevor es später zum Match kommt ...


Jeff Jarrett (with Tennessee Lee) VS Steve Blackman
Beide hatten damals so eine Art Fehde, deren bisheriger Höhepunkt war, als man sich bei Unforgiven nach dem Gesangesauftritt Jarretts etwas durchs Set prügelte, bevor Jarrett und Tennessee Lee die Oberhand gewinnen konnten und Blackman nach dem Figure Four liegen ließen. Dieses Match nun war ganz munter. Nix besonderes, aber auch nicht besonders schlecht. Jarrett versuchte es auf seine typische Old School Masche, während Blackman seine typisch Kampfsport-orientierten Moves anbringen konnte. Leider interessierte sich das Publikum relativ wenig dafür, was von der WWF auch noch gefördert wurde, indem man Al Snow zu den mexikanischen Kommentatoren setzte und ihn später von der Security abführen ließ. Währenddessen mischte sich im Match nun auch der ehemalige Col. Robert Parker ein und schlug Blackman mit einem Kendo-Stick vom Seil. Jarrett musste ihn nur noch pinnen und war somit der Sieger. Ein weinig mehr Resonanz von den Fans wäre hilfreich gewesen, aber dafür war das Ganze wohl auch zu belanglos.
[TIME: 10’19 Minuten - RATING: **]


Mixed Match
Marc Mero VS Sable

Und es ist wieder Bimbo-Zeit ... Eigentlich sollte Sable ja jemanden finden, der für sie antreten sollte. Auf dem Spiel stand die Karriere Sables auf der einen, ihre Freiheit auf der anderen Seite. Würde sie gewinnen, würde Mero ihren Vertrag zurückgeben, würde sie verlieren, müsste sie ihre WWF-Karriere an den Nagel hängen. Bimbo allerdings entschloss sich, selber gegen ihren Mann anzutreten. Dieser bekam Mitleid, legte sich in die Mitte des Ringes um sich pinnen zu lassen, doch rollte Sable zum 3 Count auf. Wie süß ... Aber so mag ich meine Sable-Matches: Kurz !!! Allerdings zu früh gefreut, denn schon wenige Wochen kam sie zurück. Allerdings hatte man mit Mero einen Heel, den man hätte weiter aufbauen sollen, ja fast schon müssen. Doch na ja ...
[TIME: 0’30 Minuten - RATING: DUD]


Handicap Match
Kaientai (with Yamaguchi San) VS Bradshaw & Taka Michinoku

Na das nenn ich doch mal eine ungleiche Kombination. Die drei Japaner wurden als Gegenstück zu Taka gebracht, um eine akzeptable Fehde um den Light Heavyweight Titel aufbauen zu können. Doch leider lief das alles völlig aus dem Ruder. In einem genialen Schachzug Vince Russo's schloss sich Taka nämlich Sho Funaki, Dick Togo und Mens Teioh an – und die ganze Gruppierung inklusive des Light Heavyweight Titel verschwand in der Versenkung. Das Match war wie zu erwarten gar nicht mal so schlecht. Lag sicher daran, daß man Bradshaw größtenteils aus dem Ring hielt. Daher sah man in den ersten acht Minuten praktisch nur Taka vs Kaientai. Doch sogar mit Bradshaw war das Match noch recht ansehnlich. Zum Finish beschäftigte sich Bradshaw gerade mit Funaki & Teioh, während Taka einen Top Rope Splash von Dick Togo einstecken musste und daraufhin von diesem gepinnt wurde. Überraschend gutes Match, auch wenn es in der allgemeinen Bedeutungslosigkeit dieser Undercard versank.
[TIME: 9’56 Minuten - RATING: **1/2]


IC Titel Match
The Rock (Champion) VS Farooq

Dies ist nun also der Höhepunkt der Farooq vs Nation Fehde. Rocky wollte sich auf Grund der Attacke Farooqs früher an diesem Abend vor dem Match drücken, doch Commish Slaughter drohte ihm, den Titel abzunehmen, wenn The Rock nicht antrete. Und Rocky trat an. Hätte er mal besser gelassen, denn das Match war nicht sonderlich berauschend – um nicht zu sagen schlecht. Bestand im Grunde nur aus etwas seichtem Gebrawlte. Rockys Hals- oder Nackenverletzung war natürlich auch nur gespielt. Nach vier Minuten hatte Farooq das Match schon gewonnen, doch der Referee sah Rockys Bein auf dem Seil. Das Match ging weiter und Rocky konnte Farooq mit beiden Beinen auf dem Seil pinnen. Das war alles? Eine monatelange Storyline endet mit so einem Mist? Nicht, daß Farooq den Titel gewinnen sollte, aber etwas mehr hätte man ihn ruhig zeigen lassen können, oder?
[TIME: 5’09 Minuten - RATING: DUD]


Mask vs Mask Match
Kane (with Paul Bearer) VS Vader

Hmmmm ... Mask vs Mask Match. Also, wer unter der Kane Maske steckt, wissen wir ja alle: Glen Jacobs, auch bekannt als Unarom, Dr. Isaac Yankeem oder Fake Diesel. Aber versteckt sich unter der Vader-Maske? Werden wir heute endlich rausfinden, wie Vader ohne Maske aussieht? Man darf gespannt sein. Hatten beide bei No Way Out noch ein recht ansehnliches Match geliefert, so blieb das hier etwas hinter den Erwartungen zurück. Außerdem war es mit gut sieben Minuten auch recht kurz. In dieser Zeit prügelten beide etwas auf einander ein und zeigten ihre Standardmoves. Nach sieben Minuten versuchte sich Vader am Moonsault, doch Kane rollte sich weg und zeigte den Tombstone zum Sieg. Nach dem Match demaskierten Kane & Bearer Vader und zum Vorschein kam ... Vader! Was ein Schock. Nach dem Match bezeichnete sich Vader als "fat piece of shit". Na ja, wenns hilft.
[TIME: 7'21 Minuten - RATING: 3/4*]


Als nächstes wurden zwei Wrestling-Legenden der Milwaukee-Area geehrt: Mad Dog Vachon und The Crusher. Beide erhielten ihre Ehrungen überreicht und wollten gerade gehen, als Jerry Lawler andere Pläne hatte und die beiden beleidigte. Aber die WWF machte hier noch nicht Schluss. Vielmehr nahm Jerry Lawler Mad Dog auch noch dessen künstliches Bein ab und wollte die beiden damit attackieren. Keinen weiteren Kommentar ...


Owen Hart & Kama Mustafa & D-Lo Brown (with Mark Henry) VS Triple H & New Age Outlaws (with Chyna & X-Pac)
Nach dem Turn Owens zur Nation war aus der Owen vs DX Fehde plötzlich einen Nation vs DX Fehde geworden. Noch dazu mit umgekehrten Vorzeichen. Die Skits der DX in der sie die WCW immer verarschten sowie Road Doggs & Tripple H's Mic-Work machten die DX'ler immer mehr zu Faces, während sich der geborene Heel Owen Hart bei der Nation mal wieder so richtig ausleben konnte. Dieses Match versprach relativ viel, denn mit Owen Hart und D-Lo Brown, aber auch dem Road Dogg waren drei ordentliche bis sehr ordentliche Worker im Ring. So war dieses Match dann auch eines der besseren WWF 6 Men Tag Matches – nicht, daß die WWF irgend eine besondere Tradition in solchen Matches hätte! Dennoch ging es recht schnell zur Sache und es gab wenige bis gar keine Restholds zu "bewundern". Zwar gab es nicht die technischen Leckerbissen zu sehen, doch haben alle sechs in diesem eine recht überzeugende Leistung geboten. In der ersten Hälfte des Matches dominierte die DX und D-Lo musste einstecken. Später wendete sich das Blatt und der Road Dogg wurde Opfer der Nation. Nach 16 Minuten etwa gelang ihm aber der Hot Tag und ein Brawl entstand, in den auch Chyna und Mark Henry eingriffen. Dieses Chaos nutzten Billy Gunn und Triple H um D-Lo einen Spike Piledriver auf einen Tag Gürtel zu verpassen. Doch Owen passte auf und zeigte den Pedigree gegen Triple H, ebenfalls auf den Gürtel. Owen konnte Helmsley daraufhin pinnen und sich endlich einen Sieg gegen Triple H holen, nachdem er zuvor oftmals gegen Helmsley jobben musste.
[TIME: 18'34 Minuten - RATING: **1/2]


World HW Titel Match, Guest Referee Vince McMahon
Dude Love VS Steve Austin (Champion)

Nicht nur war Vince McMahon der Gastringrichter, obendrein war Pat Patterson Gastringsprecher (für den The Fink eine beeindruckende Laudatio verlas, dieser wiederum kündete Vince McMahon als ein gottgleiches Wesen an – FUNNY STUFF!) und Gerald Brisco der Gastzeitnehmer. Im Gegenzug dafür durfte der Undertaker dafür sorgen, daß McMahon das Match fair leitete. Gold wert ist übrigens McMahons Gesicht, als der UT zum Ring kam. Austin und Foley starteten das Match zur allgemeinen Überraschung im Ring, und dort spielten sich auch die ersten Minuten fast ausschließlich ab. Hier gab es einen gesunde Mischung aus Brawling und Wrestling zu sehen. Nach acht Minuten verlagerte sich das Match nach draußen, wo Austin mit dem spanischen Kommentatorentisch Bekanntschaft machte. Patterson erinnerte die Fans plötzlich daran, daß dies ein No DQ Match sei, was vorher nicht so announced war. Den beiden wars recht, denn von nun an wurde das Match eine Spur härter und verlagerte sich verstärkt nach draußen. Nach elf Minuten wurde das Match dann zum Falls Count Anywhere Match. Von nun an gab es kein Halten mehr und man brawlte quer durch die Arena. Im Eingangsbereich standen Autos herum, die natürlich auch benutzt wurden. Ein Klasse-Brawl, bei dem das Publikum fantastisch mitging. Höhepunkt des Brawls war sicher der Elbow von Foley von einem Auto herunter auf den Hallenboden, auf dem kurz zuvor noch Austin gelegen hatte. Austin hatte mittlerweile einen kleineren Blade-Job hinter sich. Nach 18 Minuten ging es in den Ring, wo es in der Folgezeit einige Nearfalls für Dude Love gab. Nach einem Stuhlschlag von Austin jedoch wollte McMahon das Cover gegen Foley nicht zählen. Austin beschwerte sich und Foley wollte ihn mit dem Stuhl niederschlagen, traf aber nur McMahon. Stunner gegen Dude und Jimmy Coderas wollte zählen, wird jedoch von Patterson attackiert. Mandible Claw und erst Patterson und dann Brisco wollen zählen, werden aber vom UT daran gehindert. Nach einem Stunner nimmt Austin Vince's Hand und zählt bis 3. Ein fantastisches Match, dank des großartigen Bookings. Die WWF war 1998 auf ihrem kreativen Höhepunkt, was nicht mal von Vince Russo kaputt gemacht werden konnte. Eindeutig das MOTY der WWF und vielleicht den gesamten Big 3 im Jahre 1998!
[TIME: 22'29 Minuten - RATING: ****1/2]


FAZIT & STATISTIK
Nach Wrestlemania der bisher beste PPV der WWF 1998. Zwar war die Undercard nicht so ausgeglichen wie bei WM, aber der Main Event stellte den von Wrestlemania in den Schatten. IMO eindeutig der Höhepunkt des Wrestling-Jahres 1998 in Amerika. Sicherlich mal den einen oder anderen Blick wert!
[MATCHES: 8]
[MATCH OF THE NIGHT: Dude Love vs Steve Austin]
[GESAMTE MATCH ZEIT: 84'14 Minuten]
[GESAMTBEWERTUNG: ***1/2]

A N Z E I G E