A N Z E I G E

WWF SummerSlam 1993

Die Summerslam Ausgabe Nummer 6 fand am 30. August 1993 im Palace of Auburn Hills in Detroit (Michigan) statt. Kommentiert wurde die Action von Vince McMahon & Bobby Heenan.


Ted DiBiase vs Razor Ramon
Neben dem ganzen Hype um den Lex Express kommt eine Sache bei der Betrachtung des Summerslam 1993 immer wieder zu kurz - Ted DiBiase bestritt hier sein letztes Match auf amerikanischen Boden. Kurze Zeit später hängte dieser großartige Wrestler nämlich seine Boots wegen einer Verletzung, die er sich in Japan zuzog, ganz an den Nagel ...
DiBiase macht sich schon während Ramons Einzug an einem der Ringpolster zu schaffen, läßt es dann aber bleiben und attackiert Ramon sobald dieser im Ring ist. Allerdings dürfte mindestens EIN Spot im Match somit schon klar sein. Ramon mit einem schnellen Comeback nach DiBiases Offense, doch zeigten bzw. zeigen beide in dieser Phase nicht sonderlich viel. DiBiase kann Ramon nur Sekunden nach dessen Comeback jedoch schon wieder mit dem Kopf voran in eine Ecke befördern. DiBiase nun mit einer netten Old School Heel Offense - also vielen Aktionen, die die Fans dazu bewegen sollen, Ramon zuzujubeln (klappt sehr gut) und die technisch natürlich nicht wirklich brilliant sind - aber Hand und Fuß haben. Nach 7 Minuten schmeißt DiBiase Ramon raus, löst nun wirklich ein Polster und will Ramon ins Metall rammen. Der jedoch dreht den Spieß um, zeigt den Razor's Edge und gewinnt das Match. Das war ... uhmm ... abrupt!
*1/2 - Wie schon erwähnt, war das Match kein technischer Leckerbissen. Allerdings wusste es wohl zu unterhalten, auch wenn die Zeit dem Match nicht wirklich gut getan hat. Bemerkenswert ist die Stimmung, die beide erzeugen konnten, was zeigt, dass wohl beide etwas von ihrem Handwerk verstanden. (7:32 Minuten)


WWF Tag Team Titles Match: Heavenly Bodies (w/ Jim Cornette) vs Steiner Brothers (Champions)
Vorgeschichte? Welche Vorgeschichte? Man war halt knapp an Tag Teams und außerdem stark an den Diensten Jim Cornettes interessiert. Warum also nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen - verfügte Cornettes Liga Smoky Mountain Wrestling doch über den Ruf, das eine oder andere excellente Tag Team zu besitzen. Mit nur ein wenig mehr Charisma (oder Stan Lane) hätten es Jimmy DelRay und Tom Prichard auch in der WWF weit bringen können. Da auch die Steiners noch nicht so sehr von Steroiden angegriffen waren, sollte uns hier ein nettes Match bevorstehen ...
Auch hier attackierten die Heels vor dem offiziellen Beginn des Matches - das aber mit sehenswerten Double Team Aktionen, die der gemeine WWF Fan so noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Man traut es den beiden Bodies gar nicht zu, so durchaus agil zu sein. Selbiges gilt für die Steiner Brothers, die nach kurzer Zeit kontern können, bei ihre Offense allerdings mehr auf Suplessen aufbauen (Scott Steiner zu seiner besten Zeit gegen Kurt Angle zu seiner besten Zeit - ein Traum), welche ebenfalls zu dieser Zeit sehr beeindruckend aussahen. Nun folgt Stalling der drei Heels, was aber dank Jim Cornette ebenfalls sehr unterhaltsam ist. Schon cool, wie er den Kameramann verbal zusammenfaltet ... Dann, nach etwa 4 Minuten, sind wieder die Bodies am Drücker. Das Tempo ist ein wenig raus, was das Match aber nicht wirklich schlechter macht. Die Tag Team Formel wird hier sehr gut umgesetzt und Scott, der die Offense der Bodies hier nehmen muss, ist auch kein schlechter Bumper. Sehenswert ein Senton von DelRay gegen Scott vom Apron! Doch schon nach wenigen Minuten gelingt Scott der Wechsel mit seinem Bruder Rick. Es folgt eine hektische Phase mit vielen Double Team Moves. Ein solcher soll auch der Moonsault von DelRay werden, bei dem Prichard Rick fest hielt, doch Scott klärt die Situation und zeigt den Frankensteiner gegen Jimmy DelRay zum Sieg.
***1/2 - Wer zum Teufel war für die Zeiteinteilung bei diesem PPV verantwortlich? Dieses Match hätte locker die doppelte Zeit gehen können - und vor allem auch sollen. Ein absolut action- und stimmungsgeladenes Match zweiter Teams in Hochform! Alles passte zusammen, kaum Unsicherheiten oder Fehler waren sichtbar. Geniales aber viel zu kurzes Match. (9:29 Minuten)


WWE IC Title Match: Shawn Michaels (w/ Diesel) (Champion) vs Mr. Perfect
Aufgebaut seit Wrestlemania, versprach dieses Match die Show zu stehlen ... vielmehr, die WWF versprach dies. Dass man dieses Versprechen nicht so ganz halten konnte, wird man gleich noch sehen. Ein Grund könnte sein, dass Shawn Michaels hier ein wenig vom HBK zum HBP - Heartbreak Pummelchen verkommen war ...
Ein wenig Chain Wrestling bestimmt den Beginn des Matches, bevor man sich auf die Basics zurückzieht. Nachdem er von Perfect vorgeführt wurde, braucht Shawn eine kurze Pause, die er auch nimmt. Danach wieder Chain Wrestling, dieses mal geht Shawn aber erfolgreicher aus dieser kurzen Sequenz hervor. Er dominiert Perfect in den nächsten paar Minuten deutlich - doch hängt das Match wie bereits angedeutet, WEIT hinter den Erwartungen zurück. Sehenswert ist allerdings der Bump, den Shawn nach einem Catapult über das Top Rope nehmen muss. Andererseits war er zu dieser Zeit ja auch gut genug gepolstert für solche Aktionen. Gleichzeitig stellt dieser Catapult auch die Wende im Match dar, welches jetzt klar von Mr.Perfect dominiert wird und wieder zunehmend besser und interessanter wurde. Diesel steht indes unbeteiligt am Ring und wird erst aktiv, als es darum geht, seinen Herrn und Meister nach gut 10 Minuten aus dem Perfect Plex zu befreien. Es kommt zum Brawl zwischen Perfect sowie Diesel und Shawn außerhalb des Ringes, den Perfect allerdings dominieren kann. Er rollte Shawn in den Ring - und just in diesem Moment schleudert ihn Diesel mit dem Kopf voran in den Ringpfosten, so dass Mr.Perfect ausgezählt wird.
**1/2 - So betrachtet sicher ein ordentliches Match. Zieht man aber die Teilnehmer des Matches in Betracht und bedenkt, dass dieses Match im Endeffekt nur dem Start eines Diesel vs Perfect Programmes diente, kann man das Match nur als Enttäuschung bezeichnen. (11:20 Minuten)


IRS vs 1-2-3 Kid
Zunächst hatte ich Probleme das Hustensaftmännchen neben IRS im Ring zu identifizieren - aber ja, es ist tatsächlich der 1-2-3 Kid. Zu diesem Match gab es sogar einen Hintergrund. Money Inc machten sich über Ramon lustig, der wiederholt gegen den Kid verloren hatte. So verbündeten sich dann der Kid und Ramon gegen Money Inc. Doch auch privat freundeten sich Hall und Waltman an - zunächst musste Waltman den Alkohol nur besorgen, später mit Bart - also als er nicht mehr wie 15 aussah - durfte er gar mitsaufen ...
Das Match selber ist eigentlich kaum der Rede wert. RVD ... ähmm ... der Kid versucht sich zu Beginn des Matches an einigen Kicks. Diese bescheren ihm aber nur einen kurzen Vorteil, denn recht bald musste er feststellen, dass IRS einfach kräftiger und schwerer als er selber war. IRS hingegen verbringt die nächsten 4 Minuten des Matches damit, den 1-2-3 Kid mit Schlägen und Tritten zu traktieren. Nach kurzer Gegenwehr kann er den 1-2-3 Kid dann aber nach einer Flying Clothesline sang- und klanglos pinnen. Next, please!
1/2* - Das war auf jeden Fall mal nichts - zu unterschiedlich waren die Wrestling-Stile der beiden einfach. So machte man das Match zu einem extended Squash, womit ich kein Problem habe, obwohl die Entscheidung doch recht unverständlich ist, da man den Kid recht stark pushte und IRS nicht so das tollste Standing hatte.(5:45 Minuten)


Jerry Lawler vs Bret Hart
Diese Fehde entstand beim King of the Ring PPV, als Jerry Lawler den Titel "King" einzig und allein für sich beanspruchte. Dem Beatdown beim PPV folgten unendlich lange Beleidigungsarien Jerry Lawlers, bei dem kein Mitglied der Hart Familie verschont wurde, vor allem nicht Stu und Helen. So schaffte man es, bis zum Summerslam eine verdammt spannende Fehde aufzubauen, da einfach JEDER sehen wollte, wie Jerry Lawler die Tracht Prügel seines Lebens verabreicht bekommen würde ...
Doch es sollte zunächst anders kommen. Denn Jerry Lawler kam mit einem Eisbeutel auf einem Knie und auf Krücken zum Ring und berichtete in seiner gewohnt blumigen Art und Weise, dass er auf dem Weg zur Arena einen Unfall hatte und daher nicht zum Match antreten dürfe. Doch seinen Platz werde Doink the Clown einnehmen. Dieser kam zum Ring (übergoss dabei Bruce Hart mit Wasser - wobei man aber sagen muss, dessen Haare sahen so aus, als hätten sie es nötig) und stieg dann in den Ring - um sich in den ersten Minuten fast von Bret Hart killen zu lassen. Erst als Lawler für die nötige Ablenkung sorgt, findet Doink (mit Matt Borne noch die Original-Besetzung) ins Match. Da Born kein schlechter Worker ist, kann sich dieses Match durchaus sehen lassen. Nach etwa 9 Minuten versucht Doink den Whoppie Cushion, doch springt nur auf die angewinkelten Beine Brets. Dieser zeigt kurz darauf den Sharpshooter ... was einen plötzlich genesenen Jerry Lawler in den Ring treibt um mit einer Krücke gegen Bret vorzugehen. Die DQ nach etwa 9:30 Minuten ist die logische Konsequenz.
Doch es geht weiter. Nun kommt der damalige (Gimmick) WWF Präsident Jack Tunney zum Ring und beordert Lawler in selbigen, wo er ein Match gegen Bret bestreiten werde - oder aber die WWF für immer verlassen müsste. Bret nimmt Lawler die Entscheidung aber ab und prügelt ihn zum Ring und verpasst ihm tatsächlich die Tracht Prügel seines Lebens. Doch irgendwann bekommt Lawler einen Teil seiner Krücke zu fassen und attackiert Bret damit außerhalb des Ringes immer wieder, während die im Publikum sitzenden Bruce und Owen Hart für unfreiwillige Ablenkung sorgen. Doch mit einem Eselstritt kann Bret sich befreien und Lawler mit einem Piledriver außer Gefecht setzen. Im folgenden Sharpshooter gibt der King auf. Doch ... da sich Bret sich über Minuten beharrlich weigert, den Sharpshooter zu lösen, wird er nachträglich von Referee Bill Alfonso disqualifiziert und der King zum Sieger durch DQ ernannt.
**** - Dieses Rating ist nicht als Match-, sondern als Entertainment-Rating zu sehen. Zur damaligen Zeit war ein solcher Angle noch neu und kam natürlich super spannend und unterhaltsam rüber. Die Matches selber waren OK (vs Doink) bzw. eher na ja (vs Lawler), aber der ganze Angle ist absolut sehenswert und wird als solcher von mir auch als Ganzes gesehen und gewürdigt. Insgesamt zog sich der Angle etwa über 30 Minuten, ich habe nur die Zeit vom Beginn des ersten Matches bis zum Ende des zweiten Matches angegeben. (18:40 Minuten)


Ludvig Borga vs Marty Jannetty
Jannetty begeht zu Beginn des Matches den Fehler, seinem Gegner den Rücken zu zudrehen. Verständlich, wahrscheinlich hatte der rosa Elefant, der ihn schon den ganzen Tag verfolgte, auf sich aufmerksam gemacht. Geht mir auch so, wenn ich gekifft habe. Borga dominiert das Match eigentlich vom Anfang bis zum Ende und setzt hierbei meistens auf Boxschläge gegen die Nieren. So wird das ganze dann recht schnell langweilig. Marty kommt nach etwa 4:30 kurz zurück ins Match, doch pflügt ihn eine gewaltige Clothesline um und er findet sich schnell im Torture Rack wieder. Referee Danny Davis beendet das Match mit den Worten "Ring the bell, dammit". Jetzt wissen wir also auch, auf wessen Mist der Montreal Screwjob WIRKLICH gewachsen ist.
1/4* - Ein reiner Squash, Jannetty konnte so gut wie keine Aktionen anbringen. Borga war zwar von beeindruckender Statur und spielte sein Gimmick sehr gut, doch Leistung im Ring war beim eher Mangelware. Der perfekte Main Eventer also. (5:15 Minuten)


Rest in Peace Match: Giant Gonzales (w/ Harvey Whippleman) vs The Undertaker (w/ Paul Bearer)
Er ist groß. Er ist unbeweglich. Er ist hölzern. Er sellt nicht. Er bumpt nicht. Und das traurige ist - sein Gegner Giant Gonzales ist noch viel schlimmer! Hintergrund der Fehde ist Gonzales' Eingriff beim Rumble gegen den Undertaker. Damals ein schockierender Auftritt, mit der Zeit verlagerte sich der Schock allerdings in eine ganz andere Richtung. Es gibt nämlich agile Big Men, wenig agile Big Men und es gibt Giant Gonzales ...
Ein Rest in Peace Match bedeutet nichts weiter als ein No Holds Barred Match. Der Taker zunächst ohne seine Qualle, die ihm sonst auf Schritt und Tritt folgte. Der Taker versucht sich zunächst an ein paar Clotheslines und Punches gegen den Riesen, doch der gewünschte Erfolg will sich einfach nicht einstellen. Stattdessen kann Gonzales gegen den Undertaker punkten. Zunächst mit einem Big Boot und dann mit etwas, was man wohlwollend betrachtet als Schläge bezeichnen könnte. Zwischendurch versucht sich der Taker immer wieder, der sich im Besitz von Harvey Whippleman befindlichen, Urne zu nähern, doch ohne Erfolg. Diesen kann erst Schwabbelchen Bearer selbst erzielen, nachdem mit einem Kranz zum Ring kam. Diesen stellt er ab, schlägt Whippleman nieder und greift sich die Urne, wobei ihm die Freude darüber mindestens zweimal das Bein herunter läuft! Nun auch der Undertaker mit einem Comeback. Nach der vierten Clothesline geht Gonzales auf die Knie, nach der fünften vom Top Rope muss er sich gar dem Undertaker geschlagen geben. Nach dem Match turnt Gonzales gegen Whippleman - sehr zum Desinteresse des Publikums übrigens.
DUD - Wer hier etwas anderes gesehen oder erwartet hat, ist mächtig schief gewickelt. Punches, Clotheslines, ein Big Boot und viel Stalling waren alles, was es in diesem Match zu sehen gab. Ein äußerst schwacher Beitrag und zum Glück war Gonzales bald danach schon ein Teil der Geschichte der WWF. (8:03 Minuten)


Headshrinkers & Bam Bam Bigelow (w/ Affa & Luna Vachon) vs Smoking Gunns & Tatanka
Ein nicht sehr viel versprechendes Match auf dem Papier. Lediglich Bam Bam Bigelow würde ich als guten Wrestler einschätzen, während der Rest ... na ja, Billy Gunn und Rikishi Niveau halt ...
Alle drei Heels stürzen sich zu Beginn des Matches auf Tatanka, der zu dieser Zeit eine Fehde mit Bam Bam Bigelow am laufen hatte. Es ging wohl um ein paar abgeschnittene Haare. Tatanka kann sich jedoch der Offense Bigelows in diesem Match erwehren und schnelle Wechsel sind der Schlüssel zu verdammt guten und unterhaltsamen nächsten Minuten. Gerade diese Wechsel sorgen dafür, dass immer Bewegung, immer Action im Ring herrscht. Sicher ist das Match hier kein technischer Leckerbissen, sticht aber durch seinen Unterhaltungswert hervor. Die Fans in der Halle sehen das ähnlich - tierisch Stimmung bei diesem Match. Nach und nach gelingt es den Heels, Bart Gunn im Ring zu fesseln und ihn mit einer doch recht kopfstoßlastigen Offense zu schwächen. Doch schon nach etwa 8 Minuten gelingt Bart der Hot Tag zu Tatanka, der es sofort wieder mit seinem damaligen Erzrivalen Bam Bam Bigelow zu tun hat. Dieser hat zunächst keine Chance und Tatanka zeigt schon den Kriegstanz, als Ankündigung des Matchendes. Bigelow stoppt diesen mit einem Enzuigiri - und kassiert MAJOR Heat dafür vom Publikum! Jetzt Triple Team Moves gegen Tatanka, als deren Krönung der Triple Top Rope Headbutt folgen soll. Doch Tatanka rollt zur Seite und beendet das Match antiklimatisch mit einem Aufroller gegen Fatu.
***1/2 - Alle Beteiligten holten das Maximum aus diesem Match heraus. Im Gegensatz zum Tag Team Match zuvor, war dieses nicht zu kurz oder zu lang. Genau die richtige Länge, um die Stärken dieser 6 Wrestler auszuspielen und für viele der Beteiligten wird es wohl das beste Match bei der WWF/E gewesen bleiben. Ein absolut überraschend gutes Match. (11:15 Minuten)


WWF Heavyweight Title Match: Yokozuna (w/ Mr.Fuji & Jim Cornette) (Champion) vs Lex Luger
Die Rolle des Hogan Nachfolgers dachte man Lex Luger zu. Rahmen war ein Bodyslam Contest gegen Yokozuna, bei dem überraschend der bisherige "Narcissist" Lex Luger auftauchte und Yokozuna als einziger slammen konnte. Gestorben war das für ihn perfekte Narcissist Gimmick - geboren war ein gelacktes Gimmick, mit dem er nie richtig over wurde. Lex Express hin oder her ...
Wie zu erwarten, war das Match zwar recht lang, aber bei weitem nicht so actiongeladen wie das eine oder andere andere Match des Abends. Luger dominiert dieses Match in der Anfangsphase und überlistet dabei des öfteren Fuji und Cornette, die ganz gerne eingreifen wollen. Sicher interessant für die Live Crowd, auf Tape kommt das ganze immer ein wenig nervig rüber. Yokozuna kommt nach ein paar Minuten immer besser ins Match und setzt auf seine High Impact Moves, bei denen er sich mehr oder weniger einfach auf den Gegner fallen läßt (Legdrop, Elbow etc.). Zunächst kann Luger noch ausweichen, doch dann gerät er immer mehr ins Hintertreffen. Yokozuna bestimmt den Kampf nun, setzt allerdings verstärkt auf Restholds - nicht verwunderlich bei seiner Figur. Aber auch Luger scheint diese Pausen dringend nötig zu haben, ist er doch bei weitem nicht mehr der Worker, der er noch 3 oder 4 Jahre zuvor war. Dieser starb 1992 bei einem Motorradunfall. Was nach der Verletzungspause zur WWF kam war dieser Luger - hölzern, konditionslos und ohne nennenswertes Charisma. Verdammt schade eigentlich. Doch ich schweife ab ... Nach etwa 15 Minuten ist das Match dann scheinbar vorbei, denn Yokozuna schlägt Luger mit dem Salzfass nieder. Es folgt jedoch nur der 2 Count und kurz darauf setzt sich Yoko beim Bonzai Drop auf den Mattenboden statt auf Luger. Dennoch dominiert der "Japaner" weiter, bis Luger der Bodyslam aus dem Nichts heraus gelingt. Hinter dem Rücken des Referees erfolgt der Running Forearm, der Yokozuna ins Reich der Träume und nach außerhalb des Ringes schickt, wo er ausgezählt wird. Sieger aber nicht Champion ist somit Lex Luger
* - Zu seiner Zeit war das Match zweifellos ein absoluter Leckerbissen - nicht von der Technik, sehr wohl aber von der Story und natürlich vom Entertainment her. Leider blieb davon 11 Jahre später nicht mehr viel übrig. Zwar war das Match kein Totalausfall, aber eine kürzere Matchdauer und eine spannendere Schlußphase hätten hier noch einmal Wunder bewirken können. Wenigstens hatte ich nicht den Wunsch abzuschalten, was auch schon was wert sein dürfte! (17:59 Minuten)


Overall:
Wrestlingmäßigstellten die beiden Tag Team Matches alles in den Schatten, wobei Steiners vs Bodies so viel besser hätte sein können, wenn man dem Match mehr Zeit gegeben hätte. Zudem ist Michaels vs Perfect eine allzu herbe Enttäuschung gewesen. Vom Entertainment her konnte ich mich ganz gut mit der Lawler/Doink/Hart Situation anfreunden und auch der Main Event war nicht ganz schlecht, wenn man ihn durch die 1993er Brille betrachten möchte. Der Rest fällt wohl zu Recht unter den Tisch und daher würde ich sagen, Daumen in der Mitte mit Tendenz nach oben.

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