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THE MONDAY NIGHT RATING WAR
Der Monday Night Rating War
Als Eric Bischoff 1993 die Rolle des "Vize-President" (später sogar "Executive Vize-President") der WCW (damit war der mächtigste Mann bei Turner Broadcasting, dem damaligen Besitzer der WCW, der sich mit dem Wrestlinggeschehen befasste), hatte er ein großes Ziel: Die WCW sollte die WWF an der Spitze der amerikanischen Wrestlingwelt ablösen. Der Moment schien der richtige: Durch den Steroid Prozess bei der WWF und den damit verbundenen Abgängen (u.a. Hulk Hogan, The Ultimate Warrior und Sid) war Vincent K. McMahons Liga angeschlagen wie nie zuvor. Sofort begann man bei der WCW den Roster mit den verfügbaren Stars zu verstärken, einige verpflichtete man auch fast direkt von der WWF weg. Man holte die Topstars Hulk Hogan und Randy Savage, dazu kamen Midcard Wrestler wie Brutus Beefcake, Jim Duggan, Avalanche (Earthquake), Big Bubba Rogers (Big Bossman) oder die Nasty Boys, allesamt beliebte Wrestler bei der WWF. 1995 ging man einen Schritt weiter und erklärte der WWF praktisch den Krieg: Man plazierte auf dem Turner Broadcasting Sender "TNT" eine Wrestlingsendung mit dem Titel "Monday Nitro", der Name war auf Grund der großen phonetischen Ähnlichkeit zum Namen "Monday Night Raw" schon alleine eine große Provokation, direkt gegen die Top-Sendung der WWF "Monday Night Raw".

Nitro setzte auf ein anderes Produktionskonzept wie Raw: Während Raw immer schon 2-3 Wochen vorher in Block-Tapings aufgezeichnet wurde, wurde Nitro live ausgestrahlt. Bischoff hatte für das Debüt von Nitro am 04.09.95 noch einen großen Kracher parat: Lex Luger, der zwei Tage zuvor noch bei einer WWF Houseshow im Ring stand. Luger trat bei WWF ohne schriftlichen Vertrag an, nachdem sein alter ausgelaufen war und war und war auch in die aktuellen WWF Storylines eingebunden. Dies zwang die WWF dazu, einige Raw Shows neu zu tapen, dies und die Tatsache, dass die WCW begann, WWF Ergebnisse vor den Shows herauszugeben, brachte die Federation dazu, ihre Raw Shows wesentlich kurzfristiger aufzunehmen. Die nachfolgende Zeit war geprägt von verbalen Tiefschlägen der Promotions gegeneinander, WCW Promos mit dem Titel "Where the big boys play" folgten WWF Comedy Promos aus "Billionaire Ted's (Anmerkung: damit war Ted Turner gemeint) Rasslin' Warroom". Einen weiteren großen Coup konnte Bischoff am 18.12.95 landen, als er die damalige WWF Women's Champion Alundra Blayze dazu brachte, ihren Gürtel bei einer Nitro Live-Sendung in den Mülleimer zu werfen und damit die WWF niederzumachen.

Während damals die Quoten der Sendungen, Nitro wurde inzwischen auf zwei Stunden verlängert, in etwa gleich waren, kam es im späten Frühjahr zu einer Entwicklung, die den "Krieg" maßgeblich beeinflusste: Die Verträge der beiden WWF Stars Kevin "Diesel" Nash und Scott "Razor Ramon" Hall liefen aus und die beiden waren nicht gewillt diese zu verlängern. Nachdem die letzte WWF Show der beiden zu internen Problemen bei der WWF führte (siehe dazu MSG Incident), wurde Halls erster WCW Auftritt am 27.05.96 bei Nitro zu einem Wendepunkt des Monday Night Rating War. Hall präsentierte sich als Invasor, der Teil einer größeren Gruppe ist, und hinterließ den Eindruck, im Auftrag der WWF zu handeln (was zu einem Prozess zwischen WWF und WCW führte). Bald trat auch Nash bei Nitro auf und outete sich als Mitglied dieser Truppe. Nachdem die beiden Eric Bischoff (damals im TV als Announcer zu sehen) beim PPV "Great American Bash" verprügelten, wurde für den PPV "Bash at the Beach" ein Six Man Tag Team Match zwischen den Invasoren (die sich "Outsiders" nannten ) und Sting, Lex Luger und Randy Savage. Nachdem Hall und Nash in besagtem Kampf lange zu zweit gegen drei (später nach einem KO von Luger gegen zwei) gekämpft hatten, schienen sie schließlich ihre Gegner unter Kontrolle zu haben, bis schließlich Hulk Hogan herauskam um sich gegen Hall und Nash zu stellen. Doch Hogan wandte sich gegen die WCW und outete sich als dritter Mann.

Dieser Heel-Turn Hogans, sein erster seit den frühen 80ern, erwies sich als wahrer Glücksgriff für die WCW: Diese Heel Gruppe, die sich New World Order (kurz: nWo; diese Phrase wurde übrigens vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson geprägt, er bezog sich damit auf dien Gründung des Völkerbundes nach dem ersten Weltkrieg, später hat US Präsident George Bush Sr. den Ausdruck im Bezug auf das Ende des kalten Krieges verwendet) nannte, setzte sich als Ziel die WCW zu übernehmen. Diese völlig unorthodoxe Wrestlinstoryline war für damalige Zeiten revolutionär und es wurde "cool" WCW zu schauen, zur gleichen Zeit gab es bei der WWF die "Godwinns" (naive "Landeier"), den Eishockeyspieler "The Goon", den Klempner "TL Hopper" oder "The Who" (basierend auf einem uralten Sketch) zu sehen. Man muss keine tiefgründige Analysen treiben um zu erfahren, wieso die WCW damals eine lange Dominanz im Rating Wars begann.

Doch stellte die WWF in dieser für die Promotion finsteren Zeit die Weichen für den Aufstieg des Mannes, der den Umschwung im Monday Night Ratings War einläuten sollte: Als Bestrafung für die Aktion im Madison Square Garden (siehe: Abgang von Scott Hall und Kevin Nash) wurde der geplante King of the Ring Sieger Hunter Hearst Helmsley zurück in die Tiefen der Undercard gepusht und an seiner Stelle bekam Steve Austin den Sieg in diesem prestigeträchtigen Turnier. Austins Siegesrede stellt einen der denkwürdigsten Momente in seiner Karriere dar, unter anderem fielen die Sätze (Austin nimmt Bezug auf das Bibel-Gimmick seines Finalgegners Jake Roberts): "You sit there and you thump your Bible, and say your prayers, and it didn't get you anywhere! Talk about your Psalms, talk about John 3:16... Austin 3:16 says I just whipped your ass!" Der letzte Satz sollte die wohl berühmteste Catchphrase im Wrestling überhaupt werden (und das zugehörige T-Shirt das erfolgreichste Wrestling-Merchandise aller Zeiten).

Steve Austins rebellischer Heel Charakter wurde von den Fans sehr gut aufgenommen, sodass es nur noch eine Frage der Zeit zu sein schien, bis er einen großen Face Run starten würde. Doch Austin brauchte dafür passende Gegner, den ersten fand die WWF in Bret Hart, der nach einer halbjährigen Auszeit bei der Survivor Series 1996, nachdem er eine langjährige Vertragsverlängerung mit der WWF unterschrieben hatte, in den Ring zurückkehrte und Steve Austin in einem der technisch besten WWF Kämpfe aller Zeiten besiegte. Diese Niederlage schien Austin jedoch nur zu ermuntern, und nach einer längeren Fehde (beim nächsten PPV kostete Austin Bret Hart den Sieg in einem Championtitelmatch gegen Sid, beim Royal Rumble 1997 eliminierte Hart Austin, woraufhin dieser in den Ring zurückkletterte und alle anderen Wrestler, inkl. Bret Hart, aus dem Ring warf und nachdem Bret Hart beim nächsten PPV den Championtitel gewann, verursachte Austin am Tag danach Brets Titelverlust in einem Match gegen Sid). Deshalb wurde für Wrestlemania XIII ein "Submission" Match zwischen den beiden angesetzt.

Die Sympathien bei den Fans waren hier geteilt: Einerseits war der rebellische niemals zurückweichende Steve Austin sehr beliebt geworden, andererseits hatte Bret Hart in den Monaten vor dem Match einige Promos gegeben, die bei den Fans gar nicht gut ankamen. Das Match selber sollte ein absoluter Klassiker werden, die beiden schenkten sich überhaupt nichts und zeigten hier einen Brawl, der für spätere WWF PPV Main Events richtungsweisend werden sollte. Am Ende des Kampfes nahm Hart Austin in den Sharpshooter, ein blutüberströmter Steve Austin weigerte sich jedoch aufzugeben und verlor das Bewusstsein, woraufhin der Gastringrichter Ken Shamrock (in seinem ersten WWF Auftritt im Ring) den Kampf abbrach und Bret Hart zum Sieger erklärte, doch der moralische Sieger war Steve Austin: Bret Hart kämpfte so gnadenlos und unverbittert, dass am Schluss des Kampfes die Sympathien 100%ig bei Steve Austin lagen, während Bret Hart lautstark ausgebuht wurde.

Die Fehde zwischen diesen beiden ging in den nächsten Monaten weiter, die WWF baute dabei langsam ein gewisses Momentum auf, nicht zuletzt durch den etwas abgeänderten Stil der TV Sendungen (Raw ging nun auch zwei Stunden und hieß nun Raw is War), die nun wesentlich zeitgemäßer wirkten. Lächerliche Gimmicks wurden abgeschafft, neue Stars wurden erfolgreich gefunden und gepusht, so z.B. Rocky Maivia (später The Rock), Triple H oder auch "Mankind" Mick Foley. Man versuchte (allerdings mit geringem Erfolg) es der WCW gleichzutun und eine gute populäre Leichtgewichtsklasse aufzubauen, dazu setzte man reihenweise nationaler und internationaler Talente/Stars ein (z.B. TAKA Michinoku, der einen längerfristigen Vertrag unterschrieb, The Great Sasuke, Yoshihiro Tajiri, Devon Storm, Jerry Lynn, Ace Darling oder auch Scott Putski und Jerry Lawlers Sohn Brian Christopher).

Wenn man Berichten Glauben schenken darf, dann war eine WWF Show in Deutschland indirekt der Stein des Anstoßes für diese Entwicklungen: Die Raw Sendung vom 03.03.97 wurde in Berlin aufgezeichnet und hatte als Main Event das Finale um den neu geschaffenen Europa Titel (British Bulldog vs. Owen Hart). Dieser Klassiker konnte in den USA jedoch nur ein sehr enttäuschendes Rating von 1.9 erzielen, während Nitro mit einem Match Lex Luger und The Giant gegen die Steiner Brothers mit 3.7 fast ein doppelt so hoches Rating erzielen konnte. Nach dieser Niederlage musste sich Vincent K. McMahon den Stimmen innerhalb seiner Firma beugen, die der Meinung waren, dass die Ausrichtung des Produktes nicht mehr zeitgerecht wäre. Ein Mann, der großen Einfluss in der Neuausrichtung der WWF Shows (Stichwort: "Attitude") hatte, war Vince Russo. Russo war bis zu diesem Zeitpunkt Chefredakteur des offiziellen WWF Magazines, nun wurde er der Hauptschreiber von Raw is War. Den Stil, den er den Sendungen der WWF gab, nennt man heute "Crash TV" (geprägt von allgemein sehr kurzen Segmenten, schockierenden Entwicklungen in Storylines, nicht ganz jugendfreier Sprache und viel nackter weiblicher Haut). Die neue Ausrichtung wirkte sich zwar nicht sofort auf die Ratings aus, aber man hatte statt den durchschnittlichen 2.0-2.5 vor dem Wechsel nun einen Schnitt von 3.0. Man holte dabei allerdings nicht zwangsweise Fans von der WCW (zurück), da diese im gleichen Zeitraum von durchschnittlich 3.5 ihr Rating auf 4.0-4.5 verbessern konnte. Während zu Beginn des Monday Night Rating Krieges die beiden Sendungen zusammen durchschnittlich knapp 5.0 hatten, waren es Ende 1997 bereits 6.5-7.0. Es schien sich also ein Wrestling Boom anzubahnen.

Das nächste Ziel der WWF war nun, nachdem man den eigenen Abwärtstrend stoppen konnte, den Aufwärtstrend des Gegners zu stoppen, indem man auch WCW Fans zum eigenen Produkt lockte. Allerdings hatte die WWF zu der damaligen Zeit auch mit inneren Streitereien zu kämpfen: Ursprünglich war geplant, dass die Bret Hart vs. Steve Austin Fehde in eine Bret Hart vs. Shawn Michaels Fehde übergehen sollte, doch persönliche Animositäten (es kam sogar zu einem Faustkampf der beiden im Backstagebereich) der beiden verhinderten dies einstweilen. Die WCW, die in den Ratings dominant war, schien sich derweil auf den Lorbeeren auszuruhen und konzentrierte sich hauptsächlich auf die Fehde Sting vs. nWo. Die nWo hatte sich inzwischen zu einer großen Gruppe mit zwanzig Wrestlern ausgedehnt, dafür war vom rebellischen Charakter der Anfangstage nicht mehr viel zu merken. Der langjährige WCW Topstar Sting war im Herbst 96 von der Bildfläche verschwunden, erst im Winter 96/97 tauchte er als "Rächer" im "The Crow" (Horrorfilm mit Brandon Lee in der Hauptrolle) Outfit wieder auf, ohne jedoch aktiv in den Ring zu steigen oder seine Intentionen preiszugeben. Erst als er im Frühjahr begann, regelmäßig die nWo zu attackieren, war klar, dass er sich als Rächer der WCW sah. Alles entwickelte sich in Richtung großes Comeback Match bei Starrcade 97 gegen Hulk Hogan. Dieses lange Fernhalten des Stingers vom Ring wird heute als einer der größten Fehler der WCW im Kampf gegen die WWF gesehen. In der Zwischenzeit hatte die WWF mit einem großen Schock zu kämpfen: Die Hoffnung Steve Austin brach sich beim Summerslam 1997 in einem Kampf gegen Owen Hart bei einem verunglückten Piledriver das Genick, woraufhin seine Beine kurzfristig sogar gelähmt waren. Es war zwar zum Glück schnell klar, dass Austin innerhalb von ein paar Monaten wieder in den Ring zurückkehren können wird, aber es war zu befürchten, dass Austin in dieser Zeit sein Momentum (er war inzwischen der beliebteste Wrestler in der WWF) verlieren wird. Jedoch traf genau das nicht ein: Mit einer geschickten Story (darf Austin auf eigene Verantwortung in den Ring zurück oder nicht?) wurden die Zuseher geschickt bei der Stange gehalten, und es wurde gleichzeitig der Startschuss zu der vielleicht erfolgreichsten Fehde im Wrestlingbusiness aller Zeiten gestartet: Vince McMahon, der Besitzer der WWF, bis zu diesem Zeitpunkt nur als Kommentator ohne Teilnahme an irgendwelchen Storylines im TV zu sehen, gegen Steve Austin.

Vince war nicht einverstanden, dass Austin wieder in den Ring steigt, was Austin mit einem Stone Cold Stunner für Vince quittierte. Von diesem Moment an hatte McMahon nur noch ein Ziel: Steve Austin zu stoppen. Auch im richtigen Leben hatte Vincent K. McMahon zu der Zeit mit großen Problemen zu kämpfen: Die WWF sah sich finanziell nicht in der Lage Bret Harts Vertrag zu erfüllen und man war sich einig diesen mit Ende 1997 aufzulösen. Jedoch wurde man sich über die Art des Abganges nicht einig: Bret Hart war zu der Zeit WWF Champion und McMahon wollte, dass Shawn Michaels Bret den Titel bei der Survivor Series abnehmen sollte. Was dann alles geschah, ist an anderer Stelle (siehe: Montreal Screwjob) ausführlichst dokumentiert. Das Ergebnis war jedenfalls: Bret Hart war mit einem gewissen Momentum zur WCW abgewandert und Vince McMahon hatte mit internen Problemen zu kämpfen, konnte die ganze Sache jedoch auch gut für seine Fehde gegen Steve Austin ausnutzen, denn letztlich wurde aus dem ohnehin schon bei den Fans in Ungnade gefallenen Vince einer der meist gehassten Personen im Wrestling Business überhaupt – in den Augen der Zuseher der Betrüger des ewigen Idols Bret Hart, was die Fans der WWF letztlich nur dazu brachte, Austin noch stärker gegen McMahon zu unterstützen.

Und diese Fehde nahm enorme Ausmaße an. Einer der legendärsten Momente sollte die direkte In Ring Konfrontation von Steve Austin und Boxlegende Mike Tyson darstellen. Auch weitere andere Faktoren sollten der WWF helfen, den Ratingskampf erneut für sich zu drehen. Im Zuge der angesprochenen Veränderung der generellen Ausrichtung entwickelte das Antistable Degeneration X Woche zu Woche neue Skandale und mit einem im Charisma stetig wachsendem The Rock hatte WWF ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Die WCW fühlte sich trotz der enormen Entwicklungen bei der Konkurrenz allerdings in ihrer führenden Position nicht bedroht und schwelgte sich im Leichtsinn. Zwar horchte man durchaus auf, dass eine Sportlegende wie Mike Tyson bei der WWF auftrat und für reichlich Publicity sorgte und letztlich schaute man sicherlich schon leicht erfürchtig in den WrestleMania Main Event, an dessen Ende Tyson und Steve Austin feiernd im Ring standen, jedoch sah die WCW in Form von Eric Bischoff dieses Thrash Booking durch Russo eher als kreatives Strohfeuer denn als ernsthafte Bedrohung. Und in der Tat siegte die WCW weiterhin bei den Ratings - ohne allerdings vorsorgend zu denken, ruhte man sich auf den Lorbeeren der nWo aus, während die WWF mit immer neuerlichen Stars und Ideen für ansteigende Buyrates sorgte. Ironischerweise begann die WCW in diesem Moment den Fehler, welchen die WWF einige Zeit vorher ebenfalls eingestehen musste: Bischoff entließ Sean Waltman aka Syxx, der einige Zeit zuvor nach seiner WWF Entlassung zur WCW wechselte und die nWo als sechstes Mitglied entscheidend verstärkte. Eric glaubte nicht an die Gefahr und ließ Waltman ziehen – dieser tauchte daraufhin wieder bei der Federation auf und legte den Grundstein der neuen DX Army, die fortan von Triple H und nicht mehr Shawn Michaels (dieser musste verletzungsbedingt aus dem TV verschwinden) angeführt wurde. Der Road Dogg und Billy Gunn komplettiert diese Gruppierung zunächst und brachten einmal mehr den frischen Wind in die WWF, den die WCW zum Zeitpunkt vermissen ließ. Heimlicher Höhepunkt dieses Angles: Die Degeneration X tauchte vor den Büros von WCW Nitro in Militäroutfit auf und simulierte im Ansatz eine Art Invasion der Rebellen. Eric Bischoff nahm diesen Angriff mit Freuden auf und konterte seinerseits ligenübergreifend mit einer direkten Einladung an Vince McMahon zu einem Shootfight bei Nitro – dieser tauchte allerdings nicht auf und ließ über seine Büros verlauten, dass er für so eine Geschichte zu beschäftigt sei.

Und das stellte sich einmal mehr als Knackpunkt heraus, denn die Konkurrenz wartete mit neuen Gesichtern auf wie z.B. Edge, Christian, Kane oder einem sehr jungen Kurt Angle. Triple H und The Rock entwickelten sich zu Main Event Top Stars und der etwas abgestandene Charakter des Undertakers wurde durch einen Heelturn auf dem satanischen Weg modifiziert, u.a. durch sein Ministry Of Darkness Stable, die ebenfalls ihr Ziel darin sahen, die WWF zu übernehmen. Während die WCW auf ihre alten Stars wie Hulk Hogan, Kevin Nash und Randy Savage baute, ermüdeten die Fans über die Zeit und nach all den Monaten der Dominanz verlor World Championship Wrestling den Ratingskrieg. Für wirkliche Wrestler wie Chris Benoit oder Eddie Guerrero war ganz oben kein Platz und trotzdem schaffte die WCW einen weiteren Gegenschlag, denn ein Mann schaffte den sofortigen Sprung an die Spitze:

Bill Goldberg – das perfekte Beispiel dafür, dass eine Sache simpel funktionieren kann und trotzdem erfolgreich ist. Die Fans nahmen Bill als Kampfmaschine, die er darstellte, zu 100% an und konnten von Spear und Jackhammer nicht genug bekommen. Also schaffte Goldberg es in den Main Event, besiegte Hollywood Hogan um den World Heavyweight Title und sorgte so für vereinzelnde Siege im Ratingskrieg. Schnell ging es allerdings wieder hinunter mit den Ratings, denn die nWo, welche zum Zeitpunkt 30 Leute in später verschiedenen Gruppierungen fasste, verkörperte das abgestandene Programm viel zu deutlich. Erst die Rückkehr Ric Flairs nach einer TV Pause und die Reformation der Four Horsemen sorgte für einen letzten frischen Wind, bevor die WWF endgültig das Heft in die Hand nehmen konnte. Die WCW realisierte langsam, dass der Konkurrent mit Stars wie Triple H, The Rock, Steve Austin und Mankind derzeit nicht erreichbar wäre, doch versuchte es trotzdem mit weiteren Tiefschlägen: So verlaß Tony Schiavone bei einer Nitro Ausgabe, dass Mankind aka Mick Foley wenig später bei RAW den World Title gewinnen sollte und fügte eine ordentliche Portion Sarkasmus anbei. Für Foley, der lange Zeit als Cactus Jack für die Company alles gab, war dies ein schlimmer Moment, denn WCW nahm die Dynamik aus seinem Titlegewinn – nichtsdestotrotz brachte es World Championship Wrestling wenig ein. Im Gegenzug schaffte die WWF es sogar mit dem Giant und Chris Jericho zwei der absoluten Toptalente von der Konkurrenz zu verpflichten, wobei besonders bei Jericho ausschlaggebend sein sollte, dass er unter Eric Bischoff nach einigen Streitigkeiten monatelang unten gehalten wurde und sogar im Live TV einen ungescripteten Wutanfall hatte. Dieser Vorfall mit dauerhaft sinkenden Ratings sorgte dann für die vorzeitige Entscheidung im Monday Night Ratingswar: Erich Bischoff wurde von den höheren Television Mächten nach Hause geschickt, was einer Entlassung gleich kam. Die Ära Bischoff endete damit endgültig und damit wurde DIE Lichtgestalt gestürzt, welche letztlich für die kreative und finanzielle Konjunktur der Company sorgte.

Letztlich war dies noch nicht das Ende der WCW, denn diese schaffte in einem wirklichen Coup die Verpflichtung von Vince Russo und Ed Ferrera, der beiden Hauptschreiber der WWF, die maßgeblich durch Thrash TV und Kreativität den Erfolg zurück zur Federation brachten. Da die WWF weiterhin im Ratingskrieg siegte und mit SmackDown! eine zweite Hauptshow ins TV brachte, war dieser letzte Gegenschlag bitter nötig, vor allem erhoffte man sich, dass die Federation durch die neue Show ihr Hauptaugenmerk nicht mehr auf RAW legen würde. Doch mit Triple H als absolut neuen Star an der Spitze der Konkurrenz, konnten Russo und Ferrera nicht mithalten, so dass sich die Euphorie schon bald legte. Es reichte der WCW nicht Parodien wie Oklahoma (Ed Ferrera als Jim Ross) oder Asya (Chyna) einzuführen. Der Exodus der Company trat ein, als die letzten verbliebenen Talente Chris Benoit, Eddie Guerrero, Perry Saturn und Dean Malenko mit einem Schlag zur Federation wechselten. Fortan erstarkte die Federation noch mehr, während die Konkurrenz im Chaos aus dummen Ideen (David Arquette World Champ!), dummen Angles (Viagra On A Pole!) und schlechten Gimmicks (The Cat, The Dog, The Majestro, M.I.A.) versank. Auch der hoffnungsvolle Generationenkampf des Millionairs Club gegen die Young Blood langweilte die Fans zunehmend, weshalb man sich für das Gegenprogramm entschied, um dort sensationelle Fehden wie The Rock gegen Triple H zu verfolgen oder nach der Einbindung der restlichen McMahons die Genialität und Intensität neuer Angles zu erleben.

Und so kam der lang vorausgesehene Schritt und die Company vermeldete den finanziellen Kollaps und damit die Insolvenz. Und Vince McMahon ließ sich im letzten Schritt natürlich nicht entgehen, den langjährigen Ratingsgegner aufzukaufen, um den endgültigen Prestigesieg zu markieren und für sich selbst eine Monopolstellung zu schaffen, wie es wohl die wenigsten hätten ahnen können. Am 26. März 2001 wurde dann die letzte Monday Nitro Ausgabe überhaupt gesendet, in welcher Ric Flair im Main Event gegen Sting unterlag. Am gleichen Abend tauchte Shane McMahon bei Nitro auf, um im Zuge einer Storyline bekannt zu geben, dass nicht Vince, sondern ER die WCW gekauft hätte. Dieses Szenario führte dann zur Einführung der Alliance in der WCW und einer großangelegten WWF versus WCW Story, die in einem InVasion PPV mündete. Doch fortan sollte dies eine Storyline bleiben, denn der Monday Night Ratingskrieg war vorbei – ein für allemal. Und der Sieger hieß am Ende Vince McMahon.

Eric Bischoff: Without a doubt, the highest high was worth all of the lowest combined. The Monday Night Wars were and are still responsible for the success that all of us are enjoyin in this business today.

Gerald Brisco: The brutal competition with RAW and Nitro helped, because it helped the WWE to regain their focus. The most important lesson that come out of the Raw and Nitro Wars was: Don’t mess with Vince McMahon

Mean Gene Okerlund: “I think it’s a big piece of wrestling history - not to say that it couldn’t happen again!”

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