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MS.de: Waiting for RAW 1000: Moments of MOONSAULT.de (Teil 7: "Gold")
Verfasst von RatedRKO am 23.07.2012, 12:14 Uhr
Da das Warten heute Nacht ein Ende hat, erscheint die letzte Ausgabe der Moments of MOONSAULT.de etwas früher als gewohnt. Dazu geben wir noch einmal richtig Gas und präsentieren den längsten Teil dieses Projektes. Inhalt sind heute Titelmatches deren wahre Bedeutung jedoch nicht immer direkt im Match an sich zu finden ist.

Schon jetzt bedanke ich mich bei allen Teilnehmern die dieses Projekt erst möglich gemacht haben und hoffe, dass das Konzept den Lesern das Warten auf die 1000ste Ausgabe von Monday Night RAW etwas versüßen konnte. Bis heute Nacht könnt ihr natürlich weiterhin gerne eure eigenen Momente mit dem Board teilen.

Bisherige Teile
Teil 1: Alpha und Omega
Teil 2: Brawls
Teil 3: Invasionen
Teil 4: Spezielles
Teil 5: Promos
Teil 6: Abschied


Ich wünsche euch heute nicht nur viel Spaß mit den Momenten sondern auch für heute Nacht eine RAW-Ausgabe die für das nächste Jubiläum bereits neue Momente erschafft.

RatedRKO




TEIL 7 - Gold

Debuts und Abschiede, intensive Brawls und unterhaltsame Promos, überraschende Eingriffe und begeisternde Angles - über all das haben wir in den letzten Tagen. Doch am Ende zählt im Wrestling - wie in jedem Wettbewerb - vor allem eins: Titel. Auch wenn das Titelgold der WWE in den letzten Jahren an Bedeutung verloren haben mag, so ist es immer noch das Endziel vieler Karrieren.

Auch wenn die meisten großen Titelmatches bei PPV-Großveranstaltungen über die Bühne gingen, bot auch RAW in den letzten Jahren einige Perlen. Gemäß der Natur einer Weekly stand hierbei aber oft nicht nur das Match sondern eine Begleiterscheinung oder Entwicklung im Vordergrund. Um solche Momente soll es heute gehen; den Anfang macht der Chef höchstpersönlich: CyBeN beschreibt einen unserer am weitesten zurückliegenden Momente und beleuchtet das Debut eines der vielen Gimmicks von Mick Foley. Ihm folgt unser MoonTalker Isco mit dem Moment als Chris Jericho 2000 beinahe WWE-Champion wurde. Und nachdem wir vor sieben Tagen mit dem Debut von John Cena dieses Projekt eröffneten, ist es schlussendlich nur passend, dieses Projekt mit dem ersten Titelgewinn des zweiten Gesichtes des aktuellen RAWs zu beenden: Unser Urgestein KingKongWalter schreibt den letzten Beitrag zum ersten Cash-In von CM Punk.

Viel Spaß!



RAW #218 - 'Dude Love debuts: OWWWW, HAVE MERCY!' (14/07/1997)

Prolog

Steve Austin und Shawn Michaels waren die amtierenden Tag Team Champions der World Wrestling Federation, nachdem sie am 26.05.1997 Owen Hart und den British Bulldog von der "Hart Foundation" besiegen konnten. Das ungleiche Paar Austin/Michaels war damals nur selten einer Meinung, um es vorsichtig auszudrücken. Kein Wunder, war es doch die Zeit des Einzelgängers "Stone Cold" Steve Austin, der nichts und niemanden benötigt, um erfolgreich zu sein - erst recht keine Freunde oder gar einen Tag Team Partner. Im Endeffekt war es die Hart Foundation, die schuld an diesem Tag Team war: Sie gewährte Austin und Michaels einen Title Shot, sollten sie einen Partner finden. Und so schlossen sich beide zähneknirschend zusammen, um mit ihrem "guten" Land (= USA) gegen das Land der "bösen" Hart Foundation (= Kanada) in die Schlacht zu ziehen - und sorgten für die Sensation.

In diesen Wochen wurde der damals ebenfalls "böse" Mankind im Zuge einiger Interviews auf seine Vergangenheit und seine bisherigen Gimmicks angesprochen, außerdem zeigte man u.a. Clips aus seinen Tagen als junger Backyarder, als er eine Art "Sunnyboy-Hippie-Gimmick" verkörperte. Mick Foley sagte in einem dieser Interviews, dass er das "Cactus Jack" Gimmick eigentlich niemals haben wollte, sondern lieber eins wie Shawn Michales gehabt hätte - er nannte es "Dude Love". Nicht zuletzt durch diese für damalige Verhältnisse (wie gesagt: Mankind = Heel) doch recht offenen Gespräche konnte sich der bislang ausschließlich als Heel aufgetretene Mick Foley erstmals als eine Art Face präsentieren. Die Fans waren sich zu diesem Zeitpunkt aber noch unsicher, was sie davon halten sollen - Mankind war ja schließlich "verrückt" und tyrannisierte in der Vergangenheit schon lange genug den absoluten Publikumsliebling The Undertaker. Diese Endlosfehde wurde Ende April bei "In Your House: Revenge of the Taker" erst kurz vor diesen Interviews beendet.

Da sich Shawn Michaels lt. Storyline verletzte, kündigte Vince McMahon am 16.06.1997 ein Tag Team Tournament mit 8 Tag Teams an, was auch direkt an diesem Tag startete - darunter übrigens so illustre Kombinationen wie Rob Van Dam und Jerry Lawler und The Undertaker und Vader. Die Sieger dieses Turniers würden entweder auf Steve Austin und Shawn Michaels oder auf Steve Austin und einen Tag Team Partner seiner Wahl treffen, sollte der Heartbreak Kid bis zum Finale noch nicht wieder "gesund" sein.

Und so begannen einige spannende Wochen rund um die Tag Team Titel, die damals irgendwie deutlich mehr wert waren, als heute: Wird Shawn Michaels rechtzeitig fit sein und wenn nicht, für wen entscheidet sich der ewige Einzelgänger Steve Austin als neuen Tag Team Partner? Überraschenderweise buhlte ausgerechnet Mankind gleich zu Beginn um Steve Austin, der ihm jedoch unvermittelt eine Absage erteilte, da er keinen "Freak" als Tag Team Partner wolle. Mankind ließ sich davon nicht abschrecken und warb auch in den kommenden Wochen weiter um Steve Austin's Partnerschaft und widmete Stone Cold u.a. sogar ein Match, außerdem trug er das "Austin 3:16" T-Shirt und ein "Pick me Steve" Schild um den Hals. Steve Austin betonte gleichzeitig, dass Mankind zwar irgendwie ein netter Typ, aber trotzdem ein absoluter Freak sei und er [Austin] die Tag Team Titel ohnehin lieber alleine verteidigen würde. Zitat Stone Cold: "Mankind sucks!"

Am 07.07.1997 hatte Steve Austin offenbar genug von den penetranten Anbiederungen der letzten Wochen: Stone Cold bestritt ein Match gegen Hunter Hearst-Helmsley und Mankind kam Austin mal wieder zur Hilfe, was schließlich auch zum Sieg für Austin führte. Nach dem Match bat Austin Mankind in den Ring: "Ich mag dich nicht besonders, aber reich mir die Hand und wir sind ein Tag Team!". Mankind nahm dieses Angebot hoch erfreut an und kassierte - natürlich - den Stone Cold Stunner. Entsetzt und wahnsinnig enttäuscht zugleich griff Mankind zu einem Mikrofon und kündigte an, dass "drastische Maßnahmen" ergriffen werden würden und dass weder die WWF, noch Stone Cold und vor allem Mankind selbst nächste Woche mehr so sein würden, wie bisher. 
Zum damaligen Zeitpunkt stand nach den Mick Foley Interviews der letzten Wochen somit für viele Fans fest: Cactus Jack wird nächste Woche auftreten und Rache üben!


14.07.1997 - mein Monday Night RAW Moment

Eine Woche später war es endlich so weit und das Finale des Tag Team Tournaments stand auf dem Programm. Als Sieger des Turniers gingen Owen Hart und der British Bulldog hervor, also ironischerweise das gleiche Team, von dem Steve Austin und Shawn Michaels im Mai die Tag Team Titel überhaupt erst gewinnen konnten. Heute sollte es also zum Rückkampf um die mittlerweile vakaten Titel kommen - doch war Shawn Michaels fit genug, um an Austin's Seite anzutreten? In den letzten Wochen war der Heartbreak Kid übrigens nicht mehr bei RAW zu sehen gewesen - bis heute.

Doch bevor es zum Main Event kam, wurden über die Sendung hinweg einige Wrestler befragt, ob sie der Partner von Stone Cold sein werden - alle verneinten. Shawn Michaels gab zu verstehen, dass er zwar noch immer nicht 100% gesund ist, er und Stone Cold damals bei ihrem Titelgewinn aber ebenfalls angeschlagen waren. Sollte Shawn Michaels nun also doch antreten können - RAW fand schließlich in seiner Heimatstadt San Antonio in Texas statt? Mankind wurde ebenfalls befragt (auch zu seiner rätselhaften Ankündigung der letzten Woche), sagte aber kein einziges Wort. Zu tief saß offenbar die Schmach und zu groß war die Enttäuschung, als er von Steve Austin gedemütigt wurde...

Main Event. Das Tag Team Titelmatch um die vakanten Titel begann und die Wrestlingwelt schaute gespannt nach San Antonio. Kurz vor dem Match wurde Steve Austin ein letztes Mal interviewt und gab erneut zu verstehen, dass es ihm völlig egal ist, wer in dieses Match involviert sein wird. Für ihn steht nur fest, dass er San Antonio auf gar keinen Fall ohne das Tag Team Gold verlassen wird. Und so begann der Kampf als Handicap Match, als Austin in den Ring stürmte und sowohl den Bulldog als auch Owen abfertigte. Lange konnte Austin gegen die Übermacht jedoch nicht ankommen und so beförderte ihn der Bulldog nach draußen und Owen schleuderte Stone Cold gegen die Ringtreppe.

Zeitgleich wurden Bilder aus dem Backstagebereich eingeblendet, die jemanden zeigten, der offenbar in Richtung Halle marschierte. Gezeigt wurden jedoch nur die weißen Wrestlingstiefel - und mit der Einblendung "RAW continues..." kam es zu einem ziemlich genialen Cliffhanger.

Nach der Werbepause war Austin wieder im Ring und setzte sich auch ohne Tag Team Partner recht gut in Szene, bevor er von Owen und dem Bulldog gleichzeitig bearbeitet wurde. Jegliches "Aufbäumen" wurde schnell im Keim erstickt, doch irgendwie schaffte es Austin, beide Gegner nach draußen zu befördern. Während Austin alleine im Ring stand, war es nun so weit: Ein bunt angezogener und als Hippie verkleideter Mick Foley sprach zu Steve Austin und sagte, dass es so aussieht, als könnte Austin ein bisschen Hilfe gebrauchen - vielleicht einen Tag Team Partner?! Austin hätte gesagt, dass er den "Freak" Mankind nicht als Partner haben möchte, aber er hat nichts zum "Hippest cat in the land" gesagt, der nun in den Ring kommen wird, um den Tag zu retten: "OWWWW, HAVE MERCY!"

Während Steve Austin nicht so recht glauben konnte, was da gerade passierte und eher angewidert aussah, kam Dude Love übertrieben gut gelaunt in Ring, tanzte vor Stone Cold und schien zu ignorieren, dass Steve Austin immer noch mehr entsetzt als erfreut über seinen neuen Tag Team Partner war. Das Match ging weiter und nach wenigen Sekunden taggte Steve Austin Dude Love ein, der Owen Hart bearbeitete. Anschließend wollte Dude Love wieder mit Stone Cold wechseln, der ihn jedoch völlig ignorierte, also setzte Dude das Match fort. Es folgte die Mandible Claw gegen den British Bulldog, doch Owen griff ein und konnte schlimmeres verhindern. Während der Ringrichter Owen Hart zum Verlassen des Ringes aufforderte, kam Austin in den Ring und verpasste dem Bulldog den Stunner - Dude Love nutzte die Chance, setzte zum Pin an und ONE, TWO, THREE - NEW CHAMPIONS und gleichzeitig der allererste WWF Titel für Mick Foley!

Nach dem Match überreichte Dude Love Steve Austin seinen Tag Team Titel und kurz danach betraten zwei Frauen den Ring, um Dude Love überschwenglich und zu Foley's eigener positiver Überraschung zu umarmen. Austin legte den zweiten Titel vor Dude Love und lud ihn zum Handshake ein. Dude Love ging darauf ein - und diesmal folgte kein Stunner. Austin verließ den Ring und Dude Love tanzte zu seinem Theme gemeinsam mit den Mädels im Ring, während RAW zu Ende ging...


Epilog

Ich habe mich für Dude Love als RAW-Moment entschieden, da mich das Debut dieses Gimmicks damals total begeisterte. Die Anlehnung an den Backyard-Foley, der damals als junger "Dude Love V1.0" eine Art Sunnyboy für Arme darstellte, die groovige Musik, der Cliffhanger kurz vor dem eigentlichen Debut und nicht zuletzt die Story um Steve Austin als krasser Gegenpart waren einfach perfekt und haben zur damals ohnehin sehr "bunten" Zeit gepasst, bei der alles möglich war und man sich gerne auf die nächste RAW-Ausgabe gefreut hat. Im Nachhinein ist dieser Moment nüchtern betrachtet nichts besonderes und haut mich heute auch nicht mehr wirklich vom Hocker, aber rückblickend auf die damalige Zeit hat das Debut von Dude Love auf jeden Fall seine Spuren hinterlassen.

Schade, dass sich das Gimmick recht schnell abgenutzt hat und Mick Foley nach einem Intermezzo als "Cactus Jack" später als Leibeigener von Vince McMahon als "böser" Dude Love eine ziemlich langweilige und extrem nervige Wandlung nehmen musste. An die Main Events zwischen "Heel" Dude Love und Steve Austin erinnere ich mich jedenfalls äußerst ungern zurück.

Trotzdem ist das Debut vom "Face" Dude Love am 14.07.1997 MEIN persönlicher RAW-Moment: "OWWWW, HAVE MERCY!"

CyBeN

Video



#363 'We got a new Champion, MY GOD CAN YOU BELIEVE IT' (17/04/2000)

17. April, 2000, State College, Pennsylvania, RAW IS WAR. Es sollte einer der denkwürdigsten Tage in Chris Jerichos Karriere werden. Jericho, der grade mal vor einem dreiviertel Jahr bei Raw gegen The Rock debütiert ist und vor allem in den ersten Monaten mit Fehden gegen den Road Dogg, Chyna oder Hardcore Holly einen eher durchwachsenen Start in seine WWF Karriere hatte, stand hier vor seinem vielleicht endgültigen Durchbruch als Face in der Company von Vince McMahon. Zuvor gewann er zwar bereits den European Titel und konnte sich sogar zweimal den Intercontinental Titel sichern, doch diese Nacht sollte ihn in die Herzen des WWF Publikums katapultieren.

Wir sind hier mitten in der McMahon-Helmsley Era. Triple H, umgeben von seiner Frau Stephanie McMahon, ihrem Bruder Shane und dem CEO der Company Mr. McMahon sowie seinen D-Generation X Kumpels, war zu diesem Zeitpunkt der wohl dominanteste Heel-Champion der Attitude Era. Er bezwang Big Show um den Titel, beendete Mick Foleys Karriere nach einem Street Fight beim Royal Rumble 2000 und nach einem Hell in a Cell Match bei No Way Out und konnte als erster Heel überhaupt den WWF-Titel im Main Event von Wrestlemania in einem Four Way Dance unter anderem gegen The Rock – seinerzeit Top Face der Company - verteidigen.

Y2J eröffnete die Show mit seiner Catchphrase: „Welcome to Raw is Jerichoooo!” und sollte direkt im Opener in einem Non Title Match gegen Triple H antreten. Eine Woche zuvor bekamen sich Jericho und Stephanie McMahon das erste Mal so richtig in die Haare, da Jericho bei Smackdown die Frau von Triple H aufs übelste beleidigte – der Start in eine der unterhaltsamsten Rivalitäten der frühen 2000er Jahre. Dies erwähnte „The Ayatollah of Rock and Rollah“ auch in seiner Pre-Match Promo. Er ging sogar noch weiter und fand neue Beleidigungen gegen Steph… Um einer Sperrung auf dem Cyboard aus dem Weg zu gehen, werde ich diese hier nicht widergeben. Dies konnte sich Triple H nicht länger anhören und machte sich deutlich angefressen auf den Weg in den Ring, doch Jericho hatte nicht genug. Er nutze Hunters schlechte Laune zu seine Gunsten, um nach einigen Provokationen aus diesem Kampf ein WWF-Titel Match zu machen. Der große Moment von Y2J war nun zum greifen nah, zumal Jericho vorbereitet war. Als Absicherung vor der DX, die in dieser Zeit in so gut wie jedem Match von The Game eingriffen, engagierte er Faarooq und Bradshaw, die A.P.A. Die Crowd war hot as f*ck, Triple H sichtlich beunruhigt und das Match konnte beginnen.

Das Match begann mit einer Dominanzphase von Jericho. Nach ca. einer Minute konnte er Triple H via Back Body Drop aus dem Ring befördern, kurz darauf gab es einen Top-Rope Springboard Dropkick gegen Helmsley. Die Fans genossen diese Anfangsphase und quittierten dies mit „Slut“ Chants gegen Steph und „Asshole“ Chants gegen Hunter. Dieser fand mit einem High Knee wieder zurück ins Match. Nachdem die Action außerhalb des Rings etwas weiterging, zeigte Triple H einen schönen Suplex im Seilgeviert. Nach einem Kneedrop kam der erste Pinversuch vom Champion welcher jedoch nicht zum Sieg führte. Die Frustration war Helmsley deutlich anzumerken. Nach einem DDT gegen Jericho stieg er aufs Top Rope und wurde von Y2J mit einem schnellen Superplex wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht. Es folgte ein Missile Dropkick und ein Pinnversuch… KICKOUT von Triple H. Hunter versuchte dann den Pedigree durchzubringen, fand sich allerdings im Ansatz zu den Walls of Jericho wieder, die jedoch nicht durchgebracht wurden. Stattdessen gab es ein Catapult gegen den Champion in die Ringecke, wo auch zufällig der Referee Mike Chioda stand und dieser somit ausgeknockt wurde. Jericho kletterte nach einem Facebuster aufs Seil und wurde dort von Shane McMahon attackiert, was natürlich die APA dazu animierte auf Shane-O-Mac loszugehen. Während dieser die Arena verließ, schmiss Steph den Championship Belt in den Ring, damit Triple H diesen gegen Y2J einsetzen konnte. Jedoch ging dieser Plan nach hinten los, denn Jericho war derjenige der mit dem Gürtel auf Hunter einschlagen konnte. Der darauffolgende Pin brachte zuerst nichts, da der Ringrichter immer noch ausgenknockt am Boden lag. Kurze Zeit später sprintete Earl Hebner zum Ring, um den Count durchzuzählen… one… two… KICKOUT von HHH. Hebner war zu diesem Zeitpunkt in einer Mini Fehde mit Triple H, und als dieser realisierte wer nun der Referee im Ring war, drehte er durch und schubste Hebner zu Boden. Diese Ablenkung nutze Jericho mit einem Spinning Heel Kick und es folgte der Lionsault. Hebner zählte den Pinfall ONE, TWO, THREE, das Publikum explodierte und JERICHO WAR DER NEUE WWF-CHAMPION… oder nicht?

Nein. Kurz darauf beklagte sich Triple H über diesen „Screwjob“, denn Hebner hatte tatsächlich einen Fast-Count gezählt und war dazu nicht der offizielle Ringrichter im Match. Jericho musste seinen Titel also wieder abgeben und Hunters Championship Reign ging vorerst weiter. Y2J musste noch über ein Jahr auf seinen ersten offiziellen World Titel Gewinn warten und wurde sogar noch etwas später bei Vengeance 2001 der allererste Undisputed Champion.

Iscos persönliches Statement: Ich war schon zu WCW Zeiten großer Jericho Fan, doch dieser Fast-Titelgewinn machte ihn zu meinem absoluten Favorite. Ich mochte Hunter damals ebenfalls sehr, doch in diesem Match stand ich zu meiner Überraschung tatsächlich komplett hinter Y2J und hatte wohl einen der größten Mark-Outs in meinem Leben. Dazu die Crowd, die absolut hot war und diesem Ereignis das i-Tüpfelchen gab. Großartige Zeit und mein schönster Raw Moment aller Zeiten.

Isco



#791 'PUNK WINS! PUNK WINS! PUNK WINS! ' (30/06/2008)

Am letzten Sonntag präsentierte uns die WWE mit ihrem Money in the Bank PPV Nummer 11 und 12 dieser dem PPV seinen Namen verleihenden Matchart, welche vor 7 Jahren ins Leben gerufen wurde und seinen Gewinnern seitdem ein Titelmatch für einen der beiden großen Championships der WWE garantiert. Zuerst noch bei Wrestlemania ausgetragen diente diese Matchart seither immer wieder als Sprungbrett zu einem meist ersten WWE oder World Heavyweight Championship, welchen einige Gewinner dann auch gerne nutzten um sich dauerhaft im WWE Main Event fest zusetzen. Andere waren dabei nicht ganz so glücklich und kamen entweder gar nicht erst zum cash in oder hinterließen während ihres Runs keinen besonders bleibenden Eindruck … was nicht immer auf Eigenverschulden zurück zuführen war. Ganz unabhängig jedoch davon was aus den MitB-Kofferträgern nach ihrem Titelgewinn wurde: der Cash In selbst ist seit seiner Entstehung 2005 ein von allen Fans, in den Arenen sowie vor dem TV Gerät, heiß erwarteter und dennoch immer wieder überraschend daher kommender Moment der ohne Probleme das Highlight der Show sein kann und auch immer wieder eines der Highlights des WWE Jahres darstellt. Bei der Flagschiffshow kam es bisher lediglich zu 2 vollständig durchgeführten Cash Ins und einer der Beiden ist dabei mein persönlicher Moment in 1000 Episoden RAW.

RAW Episode #788 aus Oklahoma City, Oklahoma. Es ist der 30. Juni 2008, WWE Monday Night RAW findet eine Woche nach der 2008er Draft Lottery, bei welcher Vince McMahon‘s Million Dollar Mania buchstäblich über ihm zusammenbrach, und genau einen Tag nach dem Night of Champions PPV statt. Jim Ross, welcher die Woche zuvor als Kommentator überraschend zu Smackdown gedraftet wurde, bekommt in seinem Heimatstatt die Gelegenheit sich im Anfangssegment von RAW von seinen Fans zu verabschieden welche ihn frenetisch feiern und seinen Ersatzmann Michael Cole trotz Ross‘ unterstützender Worte aus der Halle buhen.

Während Ross noch am reden ist ertönt plötzlich die Musik des „Rated R Superstar“ Edge, welcher sich als amtierender World Heavyweight Champion von Smackdown mit seinen „Edgeheads“ Hawkins und Ryder (Woo Woo W…wie die Zeit vergeht!) auf den Weg zum Ring macht. Es folgt eine klassische Edge Promo bei der er sich über Ross, die Zuschauer sowie das gesamte RAW Roster lustig macht. RAW besitzt seit dem Draft nämlich keinen „major“ Champion mehr, da Triple H (WWE) sowie Edge (WHC) nun beide bei Smackdown antreten. Nach der standardmäßigen Demütigung J.R.‘s wird dieser, nachdem er sich weigert sich schon einmal mit den Worten „Edge wins! Edge wins! Edge wins!“ auf seine Arbeit bei Smackdown einzustimmen, von Hawkins und Ryder aus der Arena eskortiert. Edge verabschiedet sich daraufhin ebenfalls mit der Information, dass niemand aus dem RAW Roster jemals ein Titelmatch gegen ihn bekommen wird und er sich zudem nie wieder bei RAW blicken lassen wird. Selbstsicher verlässt Edge rückwärts die Rampe hinauf schlendernd die Halle … bis die Musik seines Gegners vom gestrigen PPV Match um den WHC ertönt: Batista!

Edge wird kreidebleich während „The Animal“, welcher inzwischen zu RAW gedraftet wurde und somit nun keine Chance auf ein weiteres Match mit Edge um den Titel hat, Jagd auf ihn macht. Es folgt ein beatdown der sich gewaschen hat und die Menge kann gar nicht genug bekommen. Nachdem sich Edge erst mit Hilfe seiner gesamten Entourage „La familia“ (Vickie, Chavo, Ryder, Hawkins und Neely) durch sein PPV Match mogeln konnte, den hometown hero Jim Ross gedemütigt hat und sich über jeden einzelnen Zuschauer und Superstar in der Arena lustig gemacht hat kommt diese Bestrafung mehr als verdient. Für Edge geht es gegen die Ringabsperrung, den Apron, die Ringpfosten sowie den Kommentatorentisch bis Batista ihm zur Krönung in der Mitte des Ringes die Batista Bomb verpasst. Edge liegt geschlagen im Ring und die Fans könnten kaum zufriedener sein. Doch auf Batistas Gesicht macht sich auf seinem Weg die Rampe hinauf keine Genugtuung breit - ändert doch seine Rache nichts daran, dass es für ihn kein weiteres Titelmatch gegen Egde geben wird. Während die Menge ihn immer noch feiert wird seine Musik plötzlich unterbrochen und es ertönt stattdessen die Musik des Money in the Bank Siegers CM Punk!

Dieser kommt mit einem Referee im Schlepptau zum Ring, stürmt ohne ihn eines Blickes zu würdigen an Batista vorbei – dessen Gesichtsausdruck hierbei einfach nur unbezahlbar ist – und verlangt unter dem Jubel der Zuschauer sein Titelmatch. Die ultimative Erniedrigung des ultimativen Opportunisten steht kurz bevor und die Fans hält es kaum noch auf ihren Sitzen. Lilian Garcia kündigt das Match an während Punk wild umher hüpft und immer wieder auf seine imaginäre Armbanduhr zeigt. Der Ringrichter läutet das Match an und sofort schnappt sich Punk den taumelden Edge zum „Go 2 Sleep“, hebt ihn auf seine Schultern, das Knie trifft, zum cover: 1… 2… 3! CM Punk gewinnt seinen ersten World Heavyweight Championship während in der Halle das Dach weg fliegt und Jerry Lawler im Stil von Jim Ross diesen Titelwechsel freudig feiert mit den Worten: „Punk wins! Punk wins! Punk wins!“

Egal wie oft ich mir diesen Moment ansehe, ich empfinde immer wieder den gleichen Spaß und die gleiche Freude wie beim ersten Mal anschauen. Natürlich begeistert mich als Punk Fan die Tatsache, dass er hier für sich selbst einen Meilenstein gesetzt hat den man ihm bzw. den Entscheidungsträgern damals nicht unbedingt zutrauen wollte. Aber auch abgesehen davon wurde hier mMn eines der am perfektesten inszenierten Segmente der RAW Geschichte präsentiert.

Als Zuschauer wird man hier von Konflikt zu Konflikt, von Angle zu Angle geführt, ohne dass die Übergänge auch nur ansatzweise unlogisch erscheinen. Der Anfang mit Jim Ross hat nichts mit dem abschließenden Cash in zu tun, aber dennoch findet man den Weg dorthin ohne es für die Zuschauer zu offensichtlich zu gestalten. Natürlich hatte man damals auch noch Glück, dass der überraschende Cash In noch nicht zu oft angewandt wurde und bisher auch klares Markenzeiche von Edge – und zwar nur Edge – gewesen ist. Desweiteren liefert man Punk mit Edge als Opfer natürlich den perfekten Gegenspieler der als damaliger Top-Heel der Company mit seiner heat die pops für Punk noch zu verstärken weiß. Zudem lässt man durch Edge’s „Bilanz“ an widerlichen Taten in der Vergangenheit – Stichwort „ultimate oportunist“ - sowie an diesem Abend selbst die eigentlich eher „unmoralische“ Taktik gegen einen geschwächten Gegner ein zu cashen für den Face als absolut legitim erscheinen. Hinzu kommt der „assist“ durch Batista, welcher auf der einen Seite durch sein eigenes Standing und den beatdown an Edge Punks Sieg vom „Kräfteverhältnis“ her legitimiert und auf der anderen Seite bereits die Weichen für eine folgende Punk/Batista Fehde stellt (dass dies nicht wirklich genutzt wurde ist ein anderes Thema).

Wenn man sich CM Punk heute ansieht stellt sich natürlich die Frage inwiefern ihm sein erster World Heavyweight Championship Cash In geholfen hat zum #2 Guy der WWE zu werden und es lässt sich sicher kaum bestreiten, dass er ihm zumindest erste Schritte im WWE Main Event ermöglichte. Der Moment des Cash Ins selbst unterstreicht zumindest Punks damalige overness bei den Fans und sein Potential es beim Publikum „klicken“ zu lassen. Und das obwohl man ihn seit Wrestlemania eher hat untergehen lassen. Unmittelbar tat dieser Cash In wohl aber weniger für ihn als man Anfangs annehmen sollte im Sinne von Weiterentwicklungspotential. Die einzige ansatzweise erinnerungswürdige Fehde die Punk als Champion bekam war gegen Ex-Main-Eventer JBL, welchen er ein halbes Dutzend Mal eher unspektakulär besiegen durfte. Eine mögliche Fehde mit Batista wurde durch einen Eingriffs-Angle mit Kane verwässert und fallen gelassen bevor sie interessant werden konnte. Zum Abschluss verlor Punk auch noch seinen Titel in einem Match an dem er dank eines Orten’schen Punt Kicks nicht einmal beteiligt war. Nachdem man zu diesem Tritt dann auch nicht einmal auf großer Bühne eine Vergeltungs-Story schaffen wollte (und erzählt mir bitte nichts von Wrestlemania 27) kann man wohl ohne großartig zu übertrieben behaupten, dass der Cash In selbst mittel- und langfristig wohl eher wenig für CM Punk getan hat.

Jetzt kann man sich natürlich fragen: ja, warum wählt man dann einen solchen Moment als DEN persönlichen Moment in 1000 Episoden RAW? Für mich stehen da 2 Gründe im Vordergrund.

Zum Einen ist es losgelöst von der Entwicklung einfach – wie weiter oben bereits erwähnt – ein großartig inszenierter „feel good“ Moment mit einem Wrestler/Charakter der damals schon hat durchscheinen lassen welches Potential in ihm steckt und der inzwischen oft genug bewiesen hat, dass er nur das Vertrauen, eine Chance - wie eben einen MitB Cash In – benötigt€ um sein Potential auszuschöpfen. Die Inszenierung war hier einfach großartig und man hat den Zuschauer innerhalb von 20 Minuten auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt und mit einem – damals noch nicht jederzeit antizipierten – Cash In abgeschlossen.

Zum Anderen ist dieses Segment in Zusammenhang mit allem was die Monate darauf auf CM Punk zukam geradezu exemplarisch für das WWE Booking wenn es um den Aufbau junger Leute geht. Man hat einen frischen Kerl den die Leute gut finden, dem allerdings noch die großen Siege im Main Event fehlen um dort vollends von den Fans akzeptiert zu werden und der einzige der von ihm besiegt werden darf ist JBL … wöchentlich … was Punk weniger hilft als es JBL schadet … und dazwischen einmal Snitzky. Dazu landet der Fokus auf einer anderen Story, Jericho/Michaels – ein anderes Highlight des Jahres 2008 – wodurch der neue Champion nicht nur als Glückschamp ohne bewiesene Stärke erscheint sondern auch noch als unbedeutende Randerscheinung. Die bizarre Entwicklung, die Punks erster WHC-Run nahm ist somit auf eine tragische Art und Weise der 2. Grund weswegen mir der Cash In während der 791ten Ausgabe von Monday Night RAW so am Herzen liegt.

Dieser Moment ist für mich ein Paradebeispiel dafür, dass die WWE großartige Momente für das gesamte Publikum schaffen kann: voller Emotionen, Überraschungen, mit komplexen Entstehungselementen und Aufbau für die Zukunft an mehreren Ecken, wodurch sie es auch in Zukunft sicher immer wieder schaffen werden mich und auch viele andere Zuschauer zu begeistern. Die Kehrseite der Medaille sieht allerdings so aus, dass die Entwicklung die aus diesen Momenten hervor geht nur sehr selten dem Ausgangspunkt gerecht wird. Was jedoch bleibt ist der Moment selbst. Und so schaue ich gerne auf diesen Moment in der Geschichte von Monday Night RAW zurück und freue mich erneut wie ein Schnitzel wenn Jerry Lawler das Mikrofon ansetzt und ruft: „Punk wins! Punk wins! Punk wins!“

KingKongWalter


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