![[HOUSECALL] Zum Zehnjährigen: Die 10 größten Momente von und mit John Cena](http://www.moonsault.de/newzboard/uploads/image-27238.jpg)
[HOUSECALL] EINE DEKADE JOHN CENA - DIE 10 GRÖSSTEN MOMENTE VON UND MIT DEM LEADER DER CENATION
Diese Woche feierte einer, wenn nicht der umstrittenste WWE-Superstar, Charakter, Wrestler sein 10jähriges Jubliäum bei der WWE. Zeit für einen Blick auf die größten Momente in der bisherigen Laufbahn des John Felix Anthony Cena. Die folgende Aufzählung ist keine Rangliste, bei welcher sich der wichtigste Moment an 1 befindet, sondern nach zeitlicher Reihenfolge gelistet. Auch handelt es sich nicht um die 10 besten Matches oder die 10 wichtigsten Errungenschaften in seiner WWE-Laufbahn, sondern die Momente, die heute noch im Gedächtnis geblieben sind und die einen entscheidenden Eindruck hinterlassen haben.
Vorhang auf:
"Ruthless Aggression" SMACKDOWN! - 27.06.2002 - Chicago, IL
Co-Starring: Kurt Angle
Als an diesem Tag in Chicago Mr McMahon den olympischen Goldmedaillen-Gewinner in den Ring rief um ihm zu seinem großen Erfolg zu gratulieren (Angle hatte beim vergangenen PPV Hulk Hogan per Aufgabe bezwungen - etwas, was diesem in seiner WWE-Karriere noch nie passierte), da ahnten die Fans in der Allstate Arena von Chicago noch nicht, dass sie historisches sehen sollten. Angle prahlte wie üblich, wie großartig er doch sei und weil er in einer so herausragenden Laune sei, sprach er eine offene Herausforderung aus: Eine Chance für irgendjemand im Lockerroom, der den Mut habe, sich mit dem Olympia-Sieger zu messen und evtl einen Moment zu kreieren, der noch in 50 Jahren... weiter kam er nicht, denn es ertönte eine unbekannte rockige Musik und es betrat ein junger, muskulöser Mann mit gewöhnungsbedürftiger Frisur und roter Hose die Rampe. Zielstrebig steuerte er gen Ring und während Kurt Angle sich noch über den Neuling amüsierte, ließ dieser keinen Zweifel, dass er gewillt war Geschichte zu schreiben. Angle fragte den Youngstar nach seinem Namen: "My Name is John Cena", was den Goldmediallengewinner noch nicht sonderlich beeindruckte. Also bohrte er nach und wollte wissen, was ihn denn glauben ließ, er könnte es mit Angle aufnehmen - "Ruthless Aggression" antwortete Cena und ließ noch eine Ohrfeige folgen. Und ehe Angle sich versah, lag er schon auf dem Boden, ein Ring-Richter eilte hinzu und die Ringglocke ertönte. Cenas erstes Match hatte begonnen.
Noch hatte der Newcomer keinen seiner späteren Signature-Moves, weder Five-Knuckle-Shuffle oder AA, dafür versuchte sich Cena mit allen möglichen Aktionen, entwand sich gar dem Ankle-Lock von Kurt und hatte den Olympioniken mehrfach am Rande einer Niederlage, mußte sich aber dann doch nach einem 7minütigen Match geschlagen geben. Dennoch hätten Michael Coles Worte an diesem Abend nicht wahrer sein können: "We haven't heard the last from John Cena" orakelte dieser und sollte mehr als Recht behalten.
"John Cena is officially RAW" RAW - 06.06.2005 - St Louis, MO
Co-Starring: Chris Jericho, Christian
Nebenrolle: Tyson Tomko
Drei Jahre nach seinem Debüt war Cena mittlerweile WWE-Champion, hatte den Titel in einem wenig spektakulären Match gegen JBL bei WrestleMania 21 gewonnen und galt hinter Batista als der zweit-wichtigste neue Star der WWE. Um den nächsten Schritt zu machen, mußte der "Champ" allerdings in die Flagship-Show zu Triple H, Shawn Michaels, Chris Jericho und Co und dieser Schritt wurde an jenem 6. Juni getan. Zum ersten Mal wurde der Draft nicht an einem einzigen Tag abgehalten, sondern über mehrere Wochen hinweg. Chris Jericho oblag die Ehre den No.1 Overall Pick des roten Brands vorzustellen und so stand er inmitten seines Highlight-Reel Segments zu Beginn der Show im Ring, wartend auf das was da kommen möge. Plötzlich ertönte eine sehr bekannte Musik und der schritt mit rotem Basketball-Shirt und WWE-Bling-Bling-Titel auf die Rampe, während die Masse im Show-Me-State einen kollektiven Ausraster bekam. Jericho begrüßte Cena, gratulierte diesem und versuchte Cena auch gleich ans Herz zu legen, sich eventuell doch voll seiner Musik-Karriere zu widmen (Cena hatte zu dem Zeitpunkt gerade ein Rap-Album herausgebracht), worauf Cena heute noch gültige Worte fand und sagte: "Whether these people love me or they hate me - they are the reason I'm doing this right here tonight. And I will fight for these people."
Während Cena noch den künftigen Pool an Gegner addressierte, nahte auch schon das Begrüßungs-Kommittee in Form von Captain Charisma und seinem Problem-Solver Tomko. Christian ließ Cena gleich wissen, dass er ihn für einen Poser halten würde und außerdem sei das seine Show und mit Kanada im Haus, würde er Cena schon zeigen wie der Hase läuft. Cena ließ sich von Jericho die Genehmigung erteilen dem charismatischen Captain antworten zu dürfen, identifizierte ihn und seinen Life-Partner als Assclowns (mit Jerichos brillianter Geste untermalt), gab eine kleine Geschichtslektion von wegen Brood und schloß seine Ausführungen mit einer Five-Second-Pose in Form seiner "You can't see me"-Geste gemischt mit dem Austin-Mittelfinger-Salut, worauf ein Kampf im Ring ausbrach. Cena beförderte zunächst Christian mit einem Backdrop aus dem Ring und verpaßte dann Tyson Tomko als erstes bei RAW den FU - später Attitude Adjustment. Und während er und Jericho im Ring feierten, orakelte der King am Kommentatorenpult: "This may be the biggest thing, that has ever happened to Monday Night RAW" - womit er nicht ganz unrecht haben sollte.
"This Night is not over - Raise the Cage" - NEW YEARS REVOLUTION-PPV 08.01.2006 - ALBANY, NY
Co-Starring: Vince McMahon, Edge
Nebenrolle: Lita
Mittlerweile hatte John Cena seinen WWE Titel schon über 280 Tage erfolgreich in verschiedensten Konstellationen aufs Spiel gesetzt und jedes Mal verteidigt. Nun stand Anfang des Jahres 2006 eine neue große Herausforderung auf dem Plan: Seine erste Elimination Chamber mit Kontrahenten wie Shawn Michaels, Kurt Angle, Carlito, Chris Masters und Kane. Cena hatte auch das "Glück" gleich als erster das Match zu beginnen, doch überstand der Chaingang-COmmander nicht nur die Anfangsphase mit Shawn Michaels, nein er "überlebte" gar bis zum Schluß, als er sich den beiden jungen Wilden Chris Masters und Carlito gegenübersah. Carlito machte allerdings den Fehler seinen Partner Masters einen Tiefschlag zu verpassen und ihn dann einzurollen, worauf Cena die Gunst der Sekunde nutzte und seinerseits den Rastaman überraschte und einrollen konnte: 1-2-3 - wieder einmal hatte Cena seinen Titel erfolgreich verteidigt und ein PPV endete mit dem Champion... dachte man.
Doch dieses Mal kam es anders - Cena hatte kaum seine Sinne beisammen, das Blut tropfte ihm aus dem Gesicht als "No Chance in Hell" ertönte und Mr McMahon seinen Auftritt hatte. Der machte den Fans in der Arena klar, dass der Abend noch nicht vorbei sah, befahl den "Käfig" zu entfernen und verkündete dann ein zusätzliches Match: "This Man is cashing in his Money in the Bank priviledge that he earned at WrestleMania - Cena defends the title against ... EDGE". Der erste MITB-Sieger betrat zusammen mit Freundin Lita die Szenerie um die ganz große Gelegenheit beim Schopfe zu packen - die Spannung in der Arena knisterte bis in die letzte Reihe, als der Ringrichter das Match einläutete und Edge sofort auf den nach wie vor halb bewußtlosen Cena einschlug. Ein Spear später und 1-2- ... NOOO! Noch einmal wehrte sich der Champ verzweifelt, kickte aus dem Cover und frustrierte den Rated-R-Superstar sowie seine Hater im weiten Rund von Albany. Aber dann war es doch geschehen: Noch ein Spear und dieses Mal ging das Cover durch: 1,2,3! Edge war zum ersten Mal World- und zugleich WWE-Champion und ließ sich mit seiner Konkubine Lita feiern, während Joey Styles am Kommentatorenpult richtig schlussfolgerte: "Edge has shocked the World!"
Die Fehde mit Edge wurde zu einer der bestimmendsten für Cena und den Rated R-Superstar im Verlauf des Jahres 2006 und endete in einem sehenswerten TLC-Match in Toronto.
"Hammerstein Hell" - ONE NIGHT STAND-PPV, 11.06.2006 - NEW YORK CITY, NY
Co-Starring: Rob Van Dam, Edge, Paul Heyman
6 Monate später hatte der Chaingang-Commander seinen Titel wieder und stand der nächsten großen Herausforderung gegenüber - erneut war sein Gegner ein MITB-Sieger, aber dieses Mal war nicht der Überraschungs-Effekt das Problem, sondern die ausgewählte Location: Challenger RVD hatte sich für sein WWE-Championship-Match einen besonderen Heimvorteil geschaffen - das Match fand in der alten ECW-Arena, dem Hammerstein Ballroom statt und knapp 2500 Hardcore-Fanatics machten die Halle zur Hölle für den Titelverteidiger. Das begann schon damit, dass Cena sein T-Shirt nicht loswurde und die Meute es immer wieder in den Ring zurückwarf und den Champ frustrierten. Und als das Match begann, hagelte es Chants gegen den meistgehassten Wrestler an diesem Abend - von "F*ck you Cena" bis zu "Same old Shit", "You still suck" oder das allseitsbeliebte "You can't wrestle" war alles dabei.
Das Match selber war auch nicht von schlechten Eltern, RVD nützte seine typischen Kicks und MOves, während Cena mit gewohnten Power-Aktionen konterte, der Fight verlagerte sich gar in die Zuschauer, ein Stuhl wurde mehrfach eingesetzt und in der Schlußphase mußten dann der Referee dran glauben, der dank einer Clothesline von Cena kein Unheil mehr anrichten konnte. Als der Chaingang-Commander dann als sicherer Sieger schien - er hatte RVD mit einem FU aus dem Ring befördert, fand plötzlich ein Maskierter Motorrad-Fahrer seinen Weg in den Ring und spearte Cena durch einen aufgestellten Tisch. Der Unbekannte entpuppte sich als der Rated-R Superstar, dem "Thank you Edge"-Sprechchöre entgegenschallten, RVD ließ den Five-Star Frogsplash folgen - doch nun war kein Ref zur Verfügung. Schon eilte Paul Heyman zum Ring und zählte das Cover durch: RVD war zum ersten Mal WWE Champion und die Feier im Hammerstein Ballroom konnte beginnen.
"Des widerspenstigen Zähmung" - ROYAL RUMBLE-PPV, 28.01.2007 - SAN ANTONIO, TX
Co-Starring: Umaga
Nebenrolle: Armando Alejandro Estrada
Wieder ein halbes Kalenderjahr weiter, hieß der Titelträger erneut John Cena. Seine nächste Aufgabe fand sich in einem Samoaner wieder - Umaga hieß das Biest, welches die Konkurrenz links und rechts niedergemäht hatte und nun in einem Last Man Standing Match die ganz große Chance auf WWE Gold erhielt. Es wurde eine der ganz großen Schlachten des John Cenas, der sich zuvor schon mit JBL oder Edge spektakuläre Brawls geliefert hatte - doch dieser Abend in San Antonio sollte das Ganze noch einmal toppen.
Cena und der Samoan Bulldozer begannen ohne Abtastphase und nach wenigen Sekunden kam gleich die Ringtreppe zum Einsatz, die der Chaingang-Commander Umaga aus dem Ring nach draußen an den Kopf feuerte. Und in dieser Marsch-Richtung ging es den ganzen Abend weiter - Blockbuster auf die Treppe, versuchter FU/AA bei dem Cena Kopf voraus auf selbiger landete und danach zu bluten beging. Ein TV-Monitor wurde ebenfalls eingesetzt, auch er traf den Kopf des Samoaners und als es dann allmählich Richtung Ziellinie ging, folgte eine der spektakulärsten Aktionen des Abends: Umaga nutzte die drei in Reih und Glied aufgestellten Kommentatorenpulte, rannte diese entlang und versuchte via Big Splash Cena zu plätten, doch dieser wich aus und der Bulldozer krachte durch das ECW-Pult. Aber auch dies langte noch nicht zum Sieg und so verlagerte sich das Geschehen erneut zwischen die Ringseile, die Manager Estrada dann gleich mal auseinandernahm um Umaga eine zusätzliche Waffe zu beschaffen. Dies erwies sich als großer Fehler, Cena konnte den ehemaligen Jamal in den STFU nehmen und zog dann zur Verstärkung noch die Seile um den Hals - in der heutigen Nach-Benoit-Ära nicht mehr denkbar - und würgte das Monster bis zur Bewußtlosigkeit. Im zweiten Anlauf war das der Sieg und die erneute Titelverteidigung in einer geradezu epischen Schlacht.
Nicht zum ersten Mal zeigte Cena, dass er in diesen Specialty-Matches jederzeit für ein Ausrufungszeichen gut ist, was ihm noch fehlte war das, was man als "Wrestling-Clinic" bezeichnet. Man mußte sich nur noch 3 Monate gedulden...
"Showstopper in London" - RAW, 23.04.2007 - LONDON, GB
Co-Starring: Shawn Michaels
Eine Woche vor dem Backlash-PPV und somit einem angesetzten Fatal-4-Way gegen Edge, Randy Orton und HBK gastierte die WWE in London. Ein Ausraster von Randy Orton, der seine Hotel-Suite nach seinem Gusto "umdekorierte", sorgte dafür, dass die Pläne für die RAW Show zum Aufbau des PPVs verworfen werden mußten und man sich kurzfristig entschloss etwas völlig ungewohntes zu versuchen: Ein Wrestling-Match, welches sich über die gesamte zweite Stunde ziehen sollte und zwar zwischen Cena und dem Showstopper schlechthin. Das WrestleMania-ReMatch wurde zum Klassiker und dem endgültigen Beweis, dass der ChainGang-Commander tatsächlich wrestlen kann.
Das Match begann mit Cenas Versuchen HBK gleich in den STF(U) zu bekommen um ihn so zu verunsichern. Jedes Mal wenn Michaels diesem knapp entkam, zeigte der Champ an, wie knapp er an der Niederlage dran war. Dieses Psycho-Spielchen setzte sich eine Weile fort, ehe die zweite Stufe des Matches gezündet wurde - Cena versuchte es mit Chain-Wrestling, Michaels konterte und versuchte dabei vor allem den Arm des ehemaligen Dr of Thugonomics zu bearbeiten. Das Match wogte hin und her, lediglich unterbrochen von dem ein oder anderen Werbespot (wie gesagt - es war ja ein TV-Match bei einer RAW-Ausgabe), mal hatte der Showstopper die Oberhand, dann wieder Cena. Nach ungefähr 40 Minuten Gesamtzeit schaffte Cena dann tatsächlich den FU/AA, doch Michaels kickte aus und der Frust des Champs stieg weiter. Das Match verlagerte sich nach draußen, wo beide Akteure wild aufeinander einprügelten, ehe man sich entschloß das Ganze wieder zurück in den Ring zu verlagern. Dort war es an Cena Michaels in den STF zu nehmen, der erreichte das Seil, versuchte sich an der Sweet-Chin Music, die wurde geblockt, Cena erneut mit dem FU-Ansatz, dieses Mal konterte Michaels und der Tritt ans Kinn saß. 1-2-... aber noch war immer nicht Schluß, Cena brachte die Hand irgendwie ans Ringseil und der Referee mußte einem geschockten Showstopper mitteilen, dass auch dies nicht zum Sieg langte. Die beiden erschöpften Recken schleppten sich in die Ringecke, wo es Chops für Cena hagelte, doch dann schaffte er beim Whip einen Reversal, erneut FU-Ansatz, Michaels landete aber auf den Füßen, berappelte sich schnell und dann war es doch die SCM, welche den Sieg bedeutete - nach 56 Minuten reiner Kampfzeit war das Match of the Year 2007 vorbei und Cena hatte jeglichen "You can't wrestle"-Chants ein für alle Mal der Grundlage beraubt.
"Number 30" - ROYAL RUMBLE-PPV, 27.01.2008 - NEW YORK CITY, NY
Co-Starring: Triple H, Batista
Nebenrolle: Carlito, Mark Henry, Chavo Guerrero u.v.m.
Wenn die WWE zu einem PPV in den heiligen Hallen des Madison Square Garden von New York gastiert, ist ein Moment für die Ewigkeit nicht weit weg - egal ob es Hulk Hogans erster Titelgewinn 1984 gegen den Iron Sheik, oder das erste Ladder-Match zwischen HBK und Razor Ramon bei WrestleMania X ist, man erinnert sich gern und oft an solche Augenblicke zurück. So war die Bühne für einen weiteren solchen Moment geschaffen und als das Rumble-Match durch Michael Buffer angekündigt wurde, da wußten die Fans noch nicht, was für eine Achterbahn-Fahrt ihnen bevorstehen sollte - selbst als ausgerechnet die beiden letztjährigen Finalisten Shawn Michaels und The Undertaker das Match als Nr.1 und Nr.2 begannen. Überraschungen wie "Superfly" Jimmy Snuka, Rowdy Roddy Piper und Mick Foley garnierten das Match mit dem nötigen Old-School-Feel, doch das große Finale Furioso sollte all dies toppen:
Mit der Nummer 29 betrat Triple H als neuer Top-Favorit den Ring, in dem sich bereits Umaga, Batista, Carlito, Mark Henry, Kane, Mr Kennedy und noch so der ein oder andere tummelten. Zudem waren damit alle vorher gelisteten Teilnehmer abgehakt und die große Frage, die im Raum und in der Arena stand: Wer zur Hölle ist noch übrig? Wer ist Nummer 30? Im Ring verpaßte Triple H derweil Umaga einen Pedigree, während die Fans im ausverkauften MSG von 10 rückwärts zählten. Als die ersten Töne der allzu bekannten Musik ertönten, explodierte der Garden in Ungläubigkeit, Begeisterung und Erstaunen - und als John Cena gerade mal 3 Monate nach einer schweren Brustmuskel-Verletzung tatsächlich am Eingang erschien, da sagten die Blicke von Triple H im Ring alles, was es zu sagen gab. The Game starrte auf Cena, als ob vor ihm ein Geist stehen würde - ähnliche Reaktionen waren in den Gesichtern der New Yorker ablzulesen, die sich langsam daran erinnerten, dass Cena eigentlich Staatsfeind Nr.1 war. Und als Cena dann im Ring aufräumte, Chavo Guerrero, Mark Henry und Carlito in blitzartiger Manier eliminierte, da war die Atmosphäre endgültig auf dem Siedepunkt. Wenig später waren nur noch Batista, Triple H und Cena im Ring und die drei Main-Eventer machten unter sich den Sieger des 2008er Rumbles aus. The Game eliminierte Batista und das finale Duell sah eine Neu-Auflage des WrestleMania 22 Main-Events, welches Cena letztendlich für sich entschied und den Cerebral Assasin mit seinem AA/FU aus dem Ring beförderte. Das sensationelle Comeback war perfekt.
"Gaudete! Gaudete! Nexus est natus!" - RAW, 07.06.2010 - MIAMI, FL
Co-Starring: Wade Barrett, Skip Sheffield, Daniel Bryan, Heath Slater, Justin Gabriel, David Otunga, Michael Tarver, Darren Young
Nebenrolle: CM Punk, Justin Roberts, Serena, Luke Gallows
Für den nächsten Moment von und mit unserem Titelhelden müssen wir gar nicht so weit zurückgehen. Vor gut zwei Jahren - wieder mal im Juni - hatte die WWE die falsch-geleitete Idee ein Viewers Choice RAW zu veranstalten. Diese Ausgabe wäre wohl als eine der furchtbarsten in die Geschichte eingegangen, wäre es nicht zu einem der spektakulärsten Angles in den letzten Jahren gekommen. Die Fans hatten sich für ein Match zwischen John Cena und CM Punk entschieden und während die beiden Protagonisten unseren nächsten Moments (Oops ... SPOILER!) es im Ring ausfochten, hatte sich der Sieger der ersten NXT-Staffel auf die Rampe geschlichen: Und nicht nur er - plötzlich kamen aus allen Ecken die Teilnahmer der Show durchs Publikum und umkreisten den Ring - zwei NXT-Teilnehmer pro Seite. Punk wurde bereits außerhalb attackiert und so stand Cena auf verlorenem Posten - 8 vs 1. Auf ein Zeichen von Wade Barrett betraten alle acht Neulinge den Ring gleichzeitig und umkreisten den Leader der CeNation. Der versuchte es mit der alten Devise "Angriff ist die beste Verteidigung" und attackierte den offensichtlichen Anführer der Gruppierung, doch war er chancenlos gegen das Achterpack.
Nach dem sich die neue Formation draussen an Co-KOmmentator Jerry Lawler und auch Matt Striker vergangen hatten und die komplette Kulisse derangierten, widmeten sie sich wieder ihren auserchorenen Opfer Nr.1 - John Cena: Der mußte alle möglichen Aktionen gegen sich einstecken - Spinebuster von Otunga, Clotheslines von Slater, Young oder Sheffield, Kicks von Bryan und schließlich dem Wasteland des Anführers + 450° Splash von Gabriel. Und erst danach zog die Bande, welche später als Nexus bekannt wurde, wieder ab und ließ Cena und Co ihrem Schicksal. Ein Debüt welches das Prädikat "besonders beeindruckend" verdiente war zu Ende und es folgte eine halb-jährige Fehde von Cena gegen Nexus und deren Anführer.
"Punk'd!" - MONEY IN THE BANK-PPV, 17.06.2011 - CHICAGO, IL
Co-Starring: CM Punk, Vince McMahon
Nebenrolle: John Laurinaitis
Ein Jahr später trafen sich John Cena und CM Punk erneut - dieses Mal unter komplett anderen Umständen. Punk hatte einige Wochen zuvor die mittlerweile geschichtsträchtige Brandrede gehalten und nicht nur John Cena, sondern die komplette WWE und Vince McMahon verbal attackiert. Gleichzeitig hatte er angekündigt die WWE mit dem "Holy Grail", dem WWE Championship zu verlassen, da nach dem Titelmatch in seiner Heimatstadt sein Vertrag auslaufen würde. Und so war die Szenerie gerichtet für eines dieser Matches, welches Wrestling-Fans für immer und ewig in Erinnerung behalten.
Schon beim Einmarsch der Gladiatoren war klar, dass dem Leader der CeNation eine Atmosphäre von Hass und Abneigung entschlagen würde - Punk wurde derweil wie ein Nationalheld empfangen, Chicago feierte den Rebell mit lauten Sprechchören und buhte den amtierenden WWE Champion nach Leibeskräften aus der Allstate Arena. Das Match selber kann man getrost mit den Worten "instant classic" beschreiben. Cena hatte seine working Shoes an, und er und der Straight-Edge Superstar lieferten sich einen Kampf der hin und her wogte. Cena schien zunächst die Oberhand zu bekommen, ehe Punk nach einem Offense-Feuerwerk das Match zu seinen Gunsten zu entscheiden schien. Erneut konterte Cena und Punk landete schließlich im STF, doch Punk drehte den Griff und setzte seinerseits den Anaconda Vice an. Aber Cena konterte erneut: Attitude Adjustment - 1,2 ... KICKOUT und Chicago brach in Euphorie aus, während der Champion zu seinem Legdrop aufs oberste Seil kletterte - Punk fing Cena ab und brachte eine Powerbomb zu Stande, aber auch dieses Mal reichte es nicht zum Sieg. Die emotionale Achterbahnfahrt im Ring setzte sich munter fort - erneut landete Cena seinen Finisher und erneut schaffte Punk den Kickout. Ein verzweifelter Cena nahm Punk nun zu einem AA vom dritten Ringseil auf, doch Punk befreite sich mit harten Ellbogenschlägen und beförderte Cena mit einem Top Rope Huracamrana zurück in die Mitte des Rings. Punk gelang der GTS, aber Cena fiel aus dem Ring. Während Punk den Champ zurück zwischen die Seile beförderte, waren plötzlich Vince McMahon und John Laurinaitis auf der Rampe erschienen. Punk leicht abgelenkt, lief Cena in die Falle und in den STF. Dies wollte McMahon nutzen um das Match zu beenden und er schickte seinen Handlanger los um die Glocke zu läuten. Cena fing Laurinaitis auf halbem Weg ab und hämmerte den späteren RAW und SmackDown mit einer harten Rechten zu Boden und ließ McMahon deutlich wissen, dass es mit ihm keine Neuauflage des Montreal Screwjob geben wird. Doch dieses kurze Intermezzo lenkte Cena so weit ab, dass Punk die Gelegenheit beim Schopfe packte und den Titelträger mit einem weiteren GTS zum Schock von Vince McMahon enthronte. 1-2-3 - CM Punk war zum ersten Mal WWE Champion. McMahon schaltete schnell, rief Alberto Del Rio herbei, der gerade den RAW-MITB-Koffer gewinnen konnte, aber Punk empfing den Mexikaner mit einem harten Kick und trat dann die Flucht an, indem er sich durch die Zuschauer entfernte und einen traurig, enttäuschten und wütenden Vince McMahon zurück ließ.
Doch auch mit Cena und Chicago sollte es letztendlich doch noch klappen... wann? einfach weiterlesen.
"UFC - Ultimate Fighting Comeback", 29.04.2012 - CHICAGO, IL
Co-Starring: Brock Lesnar
Cena hatte einen Monat zuvor sein "wichtigstes" Match bei WrestleMania 28 gegen The Rock verloren und war nur einen Tag danach vom zurückgekehrten Brock Lesnar böse verprügelt worden. Jener hatte den CeNation Leader als Feindbild Nr.1 auserchoren und so kam es Ende April zu seinem langerwartenden In-Ring Comeback in Chicago.
Das Match selber kann man ganz bestimmt nicht mit schön oder ästhetisch beschreiben, es war schlicht und einfach eine Demontage des 10maligen WWE Champions, der von Lesnar nach einem harten Ellbogen sofort einen Cut zugefügt bekam. Der ehemalige UFC-Champion ließ auch nicht von Cena ab, als der Referee nach einer harten Kollision aus dem Ring geschleudert wurde. Lesnar setzte seinen neuen Aufgabegriff, den Kimura-Armlock an und bearbeitete und dominierte Cena nach Belieben. Er fesselte sogar die Beine des Chaingang-Commander mit dessen eigener Kette zusammen und führte Cena weiter vor - er hing ihn am Ringpfosten regelrecht auf und schlug ohne Gnade weiter auf diesen ein. Der F5 traf den gerade wieder zu sich gekommenen Referee Charles Robinson allerdings und so konnte der Pin nicht sofort durchgezählt werden. Ein weiterer Ref eilte zum Ring, aber das nutzte der CeNation-Leader um doch noch auszukicken, was Lesnar so verärgerte, dass er auch den zweiten Ringrichter ausknockte. Einige Minuten später folgte die entscheidende Wende. Lesnar hatte eine Ringtreppe in der Mitte zwischen den Seilen aufgestellt und thronte auf ihr, wie ein König. Während Cena sich außen am Ringrand hochrappelte, nahm Brock Anlauf und traf ... auf Cenas Stahlkette, die ihn voll am Kopf traf. Lesnar taumelte zu Boden und die Stimmung in der Allstate Arena näherte sich ihrem Siedepunkt, als der Kämpfer in Jeans Lesnar auf die Schulter nahm und ihn mit einer krachenden Attitude Adjustment auf die Ringtreppe beförderte. Robinson kam wieder zu sich und 1-2-3 hatte Cena das Ultimate Comeback geschafft. Erstaunlich war auch die Publikumsreaktion, die Cena durch den Beatdown plötzlich selbst in seiner Anti-Heimat Chicago auf seiner Seite hatte.
10 Jahre John Cena - das bedeuten unzählige Momente und Matches, die hier ebenfalls zur Erwähnung hätten kommen können - sei es die Rede-Duelle mit The Rock, Cenas Anfänge als Dr of Thugonomics mit sehenswerten Matches gegen Booker T, seine Matchreihe gegen Chris Jericho oder die Serie gegen Batista, welcher diesen als Mega-Heel etablierte - ich habe mich aber für diese 10 Momente entschieden, weil ich der Meinung bin, sie fassen Cenas Laufbahn bis dahin am Besten zusammen.
Egal ob man dem WWE-Aushängeschild gut gesonnen ist, oder ihn am liebsten so schnell wie möglich aus der Company entfernt haben möchte - man kann nicht bestreiten, dass der Mann aus West Newbury, Massachusetts nahe Boston die WWE in dieser Dekade entscheidend geprägt und unvergessliche Momente bereitet hat. Und wer weiß wieviele noch folgen werden, denn noch ist die Ära des John Felix Anthony Cena nicht vorbei.
Wichtige Momente vergessen? Andere Meinungen bezüglich der Auswahl? Fehler gefunden? Der Verfasser nimmt sachliche Kritik gerne zur Kenntnis
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