"[…]When I first signed with WWE, I asked Vince, "What do you want me to do?" He said, "Don’t worry, I’m going to be watching you like a hawk. I’ll tell you what I want you to do and what I don’t want you do. If I don’t like something, I’ll let you know. You’re going to be one of my pet projects." […] I didn’t suspect that something might be wrong, because if there was I figured Vince would tell me. But he didn’t and there was. […]"
Chris Jericho hat den zweiten Teil seiner Autobiografie veröffentlicht und nimmt wie schon in seinem viel beachteten Erstling "A Lion’s Tale" kein Blatt vor den Mund, wenn es um seine Erlebnisse in der WWE als Professional Wrestler sowie in der Musikindustrie als Sänger der Gruppe "Fozzy" geht.
"Undisputed" beginnt zeitlich an dem Punkt, wo "A Lion’s Tale" im letzten Kapitel endete: Bei Jerichos WWE-Debüt als "die Lösung des "Jahr 2000"-Problems" im August 1999 bei Monday Night RAW, als er The Rock während einer Promo unterbrechen durfte. In einem extrem unterhaltsam zu lesenden Schreibstil schildert Jericho dann auf über 400 Seiten seinen Aufstieg an die Spitze der Promotion sowie seinen danach folgenden Abstieg in die Midcard, der schließlich in einer mehr als zweijährigen Pause vom Wrestling mündet. Parallel zu seinen Erlebnissen im WWE-Lockerroom werden immer wieder Kapitel über den Werdegang seiner Band "Fozzy" eingestreut, die es im Verlaufe der Jahre in der "Heavy Metal"-Szene der USA ebenfalls zu ein wenig Ruhm und Erfolg bringt. Und dabei viel Spielraum für kuriose Geschichten aus der Musikindustrie bietet. Jerichos illustre WWE-Karriere (und letztendlich unaufhaltsamer Aufstieg) wird detailliert aufgearbeitet und mit zahlreichen Interna aus dem Backstage-Bereich garniert, die es teilweise so noch nie in irgendwelchen "Inside"-Newslettern im Internet zu lesen gab. Mit viel Humor und Selbstironie beschreibt der "Ayatollah of Rock’n’Rollah" seine Startschwierigkeiten in der WWE, seine erste Konfrontation mit "Backstage-Politics" und Intrigen gegen seine Person im Lockerroom sowie seinen ersten großen Streit mit WWE-Besitzer Vince McMahon. Das Verhältnis zu seinem Boss ist im Verlauf der Jahre immer wieder von einem konstanten "Auf und Ab" geprägt, Phasen der Harmonie und des gegenseitigen Respekts folgen immer wieder Phasen, in denen beide Männer in kleineren & größeren Zwistigkeiten aneinandergeraten. Über allem schwebt dabei stets die Frage, ob Chris Jericho wirklich dafür geeignet ist, die WWE als "World Champion" glaubwürdig als einer ihrer größten Stars anführen zu dürfen. Während er im Winter 1999 noch froh ist, überhaupt einen der kleineren Titel der Promotion (die Intercontinental Championship) zu gewinnen, träumt er kurz danach bereits davon, WrestleMania 2000 im Main Event "headlinen" zu dürfen. Und ist enttäuscht, dass es am Ende nur ein Midcard-Match wird. Er beschreibt detailliert, wie er im April 2000 plötzlich keine Rolle mehr zu spielen zu scheint, nur um kurz danach – nach einer erneuten Konfrontation mit McMahon – bei RAW plötzlich ein "Carreer-making"-Match gegen WWE Champion Triple H bekommt und schließlich sogar – zumindest für vier Minuten – den World Title gewinnt. Es folgen einige Kapitel über seinen Aufstieg in der Hierarchie des Rosters, garniert mit diversen kleineren Stories aus dem Backstage-Bereich - manche traurig, mache lustig, manche zum Brüllen komisch.
(Als Beispiel sei hier ein Gastauftritt von "Kid Rock" bei Monday Night RAW genannt. Zwei Minuten bevor die Band auf die "Entrance Ramp" der Montagsshow steigt, wird Jericho im Umkleideraum von einem Kollegen darüber informiert, dass sein Boss ihn draußen sehen will, um "Kid Rock" den Fans in der Halle anzukündigen. Jericho rast darauf aus dem "Lockerroom", schafft es gerade noch in der Zeit auf die Bühne und macht die Menge in einer kurzen Promo heiß auf den Auftritt des legendären Rock-Stars. Dann fängt dessen Band an zu spielen und Y2J merkt, dass alle Ausgänge zurück in den Backstage-Bereich zugestellt sind. Kurzerhand entscheidet er sich dazu, in ein "Loch" in der Rampe zu springen, nur um danach zu merken, dass er aus der Aushöhlung unter der Bühne nicht mehr herauskommt und deshalb einige Minute hilflos ausharren muss.)
Der Untergang von World Championship Wrestling (WCW) im März 2001 wird von Jericho kurz analysiert, um danach im Detail seinen endgültigen Aufstieg zu einem vollwertigen WWE Main Eventer zu beschreiben. Er enthüllt, dass es eigentlich im Sommer 2001 ein großes Singles-Programm gegen Stone Cold Steve Austin um den WWE World Title hätte geben sollen, welches durch diverse Wendungen des Schicksals (Triple H verletzte sich u.a. als Teil des "Two Man Power Trips" plötzlich schwer) am Ende aber nicht zustande kam. Er beschreibt seine Freude über den Gewinn des WCW World Titles im Oktober 2001, um sich danach intensiv der Zeitperiode zu widmen, die theoretisch – zumindest auf dem "Papier" – die erfolgreichste Zeit in seiner Wrestling-Karriere hätte sein müssen: Seinen Run in der Rolle des 1st ever "UNDISPUTED WWE Champion" in der Gesichte der Wrestling-Industrie der USA, welcher quasi Namensgeber für sein neues Buch ist.
In diesen Kapiteln gibt es dann auch einige der spektakulärsten Enthüllungen aus dem WWE-Backstage-Bereich zu lesen. (Fast) Unerwartet kritisch beschreibt Chris Jericho die diversen Probleme bei dieser eigentlich historischen Titelregentschaft und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, seine eigene Enttäuschung über diesen – seiner Meinung nach – völlig missglückten Run als World Champion vom Dezember 2001 bis zum März 2002 auf Papier zu bringen. Dies beginnt zunächst mit einigen Schilderungen von "Backstage"-Politics. Im November 2001 wird er von mehreren Backstage-Größen der WWE davor gewarnt, dass es einige Leute darauf abgesehen hätten, einen Push von ihm an die Spitze der Liga mit Intrigen zu sabotieren. Die Umstände des finalen Titelgewinns bei "Vengeance 2001" sind mehr als merkwürdig. Nicht Vince McMahon, sondern Steve Austin und Pat Patterson informieren ihn zuerst – eher beiläufig backstage - über die Pläne, ihn zum ersten Undisuputed Champion der Wrestling-Geschichte zu machen. Der Clou danach: Andere Männer aus dem Machtzirkel des WWE-Besitzers verkündeten gleichzeitig Kurt Angle, dass dieser der Auserwählte für einen Titelgewinn bei "Vengeance" wäre. Während Jericho danach backstage seine Klappe hielt, erzählte der "Olympic Hero" bereits freudig überall herum, dass er bald den Titel gewinnen würde. Erst am Tag des PPVs erfuhr Y2J dann von seinem Glück, dass Vince sich für ihn entschieden hatte. Dieses Glück wurde allerdings schnell durch das Booking des Main Events getrübt. Nachdem er bereits im ersten Kampf des Abends The Rock nur durch einen Eingriff von außen besiegen konnte, mussten im zweiten Match gegen Steve Austin bereits mehrere "Run-Ins" diverser Heels dafür sorgen, dass Jericho am Ende die "Texas Rattlesnake" besiegen konnte. Lakonisch beschreibt Y2J als Autor die völlig ausbleibenden Zuschauerreaktionen auf seinen historischen Titelgewinn. Am Montag nach dem PPV hätte sich das katastrophale Booking dann fortgesetzt. Bei RAW gewann er ein Re-Match gegen Austin nur aufgrund der Eingriffe von drei anderen Leuten, so dass er als Champion so schwach erschien, wie selten ein Titelträger vor ihm. Die Fans in den Hallen reagierten entsprechend gar nicht auf ihn. Bereits eine Woche nach "Vengeance 2001" wurde Jericho mit Gerüchten konfrontiert, dass McMahon ihm den World Title bereits in einer der nächsten "TV-Shows" wieder abnehmen würde, da er von ihm als Champion nicht länger überzeugt sei. Erst eine weitere Konfrontation mit dem WWE-Besitzer (in der Jericho zu Vince selbstbewusst sagte: "Go fuck yourself!") verhinderte am Ende einen vorzeitigen Titelverlust im Dezember 2001.
Aber auch der Rest seines Title Runs als "Undisputed Champion" blieb am Ende eine große Enttäuschung. Jericho hebt hervor, dass ihm lediglich seinen Titelverteidigungen gegen The Rock beim Royal Rumble 2002 sowie ein weiteres großartiges Match gegen den "People’s Champion" bei einer Japan-Tour positiv in Erinnerung geblieben wären. Er hebt hervor, dass Rocky seinen Lieblingsgegner darstellte und beide im Verlaufe der Jahre eine einzigartige Chemie im Ring miteinander entwickelten. Der Rest der Regentschaft wäre leider ein einziger großer Flop gewesen. Selbstkritisch analysiert er seine Fähigkeiten als "Worker", der am Ende eben doch keine Wunder vollbringen konnte und gelegentlich auch qualitativ schlechte(re) Matches ablieferte (was als World Champion eigentlich ein "No-Go" war). Seine Titelverteidigung gegen Steve Austin bei No Way Out 2002 sei hier als Beispiel für eine Enttäuschung genannt. Die von Fans viel kritisierte Storyline gegen Triple H für den Main Event von WrestleMania X8 (Jericho wurde als feiger "Sklave" von Stephanie McMahon präsentiert, der ihrem Hund die Scheiße wegwischt) war dagegen überraschenderweise auf seinen eigenen Mist gewachsen. Jedenfalls teilweise, denn eigentlich hatte er dem Kreativteam als Aufhänger für die Fehde vorgeschlagen, dass er während der Verletzungspause von Triple H mit Stephanie eine Affäre hatte. Er wollte in seiner Storyline-Version Triple H bei der Enthüllung dieser Geschichte bei RAW auf dem Titan Tron von hinten mit dessen eigenem Sledgehammer attackieren, um so für entsprechenden "Heat" in der Fehde zu sorgen. Erst danach sollte nach seiner Vorstellung eine Reihe von Clips folgen, wo er sich als feiger Handlanger von Stephanie präsentierte. Das Kreativteam ließ dann einfach den Anfang und Mittelteil seiner Idee weg und bookte lediglich das Ende seines Entwurfs als Storyline-Aufbau für den WMX8-Main Event. In diesem wollte Jericho damals eigentlich freiwillig gar nicht stehen, da er von Anfang an realisierte, dass er und Hunter auf keinen Fall "The Rock vs. Hollywood Hogan" folgen würden können. Doch am Ende blieb es bei der Position auf der Card und er verlor pflichtgemäß – zu wenigen Publikumsreaktionen – den World Title an Triple H.
Direkt danach realisierte er, wie sehr er an Standing in der Promotion verloren hatte. Es gab (vorerst) kein Re-Match gegen Hunter und beim RAW nach WrestleMania wurde er nicht einmal mehr für einen Auftritt gebookt. Gleiches traf dann auch für den danach folgenden PPV zu, so dass er sich erneut Sorgen um die Fortsetzung seiner Karriere machen musste. Gekrönt wurde sein Frust über seinen Run als Undisputed Champion dann drei Monate später, als er seinen "Paycheck" für WrestleMania X8 erhielt: Dieser wäre lediglich vierstellig ausgefallen, ein absoluter Witz für einen Wrestler, der im Main Event des größten Wrestling-PPVs des Jahres gestanden hätte. (Zum Vergleich: Für seine Teilnahme am Main Event von Invasion 2001 wäre sein damaliger Paycheck bereits fünfstellig ausgefallen) Als er Hunter backstage nach dessen Entlohnung fragte, hätte er rausbekommen, dass Triple H eine fünfmal so große Summe wie er überwiesen bekommen hatte. Er beschwerte sich darauf bei Vince McMahon, der ihm dann – ohne große Diskussion – nachträglich mit einer wesentlich höheren Summe belohnte.
In den Kapiteln danach beschreibt er schließlich seinen Werdegang in der Promotion bis zu seinem Abgang im August 2005. Seine Interaktion mit den vielen WCW-Verpflichtungen der Jahre 2002/2003 wird aufgearbeitet, inklusive eines detaillierten Berichts über seinen Backstage-Brawl mit Bill Goldberg im April 2003, wo er am Ende den Ex-WCW-Champion in einem Headlock zu Boden brachte und nicht mehr aufstehen ließ. Intensiv widmet sich Jericho der Idee hinter dem Interview-Segment "Highlight Reel" sowie seiner Interaktion mit Stone Cold Steve Austin im Herbst 2003. Er beschreibt seine Aussöhnung mit Eric Bischoff, seine Beziehung zu Legenden wie Ric Flair und dem Undertaker, seine ersten Matches mit einem gewissen John Cena sowie einige amüsante Annekdoten von Auslandstouren und einigen Midcard-Kämpfen bei WWE PPVs.
(Bei Taboo Tuesday 2004 hat er etwa aufgrund des "Interaktiv-Konzepts" keine Ahnung, wer sein Gegner um den IC Title wird. Eine Match-Vorbereitung ist daher nicht möglich. Als Shelton Benjamin schließlich zum Ring als "Challenger" kommt, muss er ihn erstmal nach seinem Finishing Move fragen. Dann wird spontan von Vince ein Titelwechsel beschlossen und über Funk an den Referee mitgeteilt. Benjamin und Jericho worken dann spontan ein Match "on the fly" und bekommen hinterher backstage "Standing Ovations" für ihre Leistung.)
Im Sommer 2004 realisiert Jericho dann schließlich, dass sein Stern im Sinken ist und Vince McMahon ihn für die Zukunft nicht länger als Main Eventer ansieht. Langsamt bereitet er seinen Ausstieg aus der Promotion vor. Als die WWE seinen auslaufenden Vertrag im Frühjahr 2005 verlängern und ihm deutlich weniger Geld als zuvor pro Jahr zahlen will, erklärt Jericho schließlich McMahon seine Absicht, eine Pause zu machen. Als klar wird, dass John Cena zu RAW wechseln wird, überzeugt er seinen Boss schließlich noch dazu, ihm eine letzte World Title Fehde zu gewähren und Cena weiter over zu bringen. (Eigentlich hätte er beim Summer Slam 2005 gegen Carlito wrestlen sollen.) Ein letzter größerer Konflikt mit McMahon erfolgt, als dieser ihn spontan auch noch für das RAW nach dem PPV booken will. Nachdem dieser geklärt ist, geht Jericho schließlich in die Pause. In den letzten Kapiteln seines Buches geht er dann schließlich auf die tragischen Todesfälle seiner zwei guten Freunde Eddie Guerrero und Chris Benoit ein. Der Canadian Crippler wird von ihm ambivalent beschrieben, Stärken, aber auch Charakterschwächen (die Freude, sich über schmerzhafte Missgeschicke anderer tot lachen, bei normaler Comedy aber niemals mitlächeln zu können) werden von Jericho ebenso erwähnt, wie einige beunruhigende Verhaltensauffälligkeiten bei Benoit in den Jahren 2005-2007.
Das Buch endet schließlich mit der Beschreibung seines WWE-Comebacks im November 2007. Jericho gibt offen zu, dass er bewusst einem Treffen mit TNA-Präsidentin Dixie Carter und Jeff Jarrett zustimmte, um in den Verhandlungen mit der WWE einen besser dotierten Vertrag erzielen zu können. Am Ende sorgt er mit Hilfe einiger Freunde sogar höchstpersönlich dafür, dass die Nachricht über das "geheime Meeting" an diverse "Insider"-Wrestlingseiten weitergeleitet wird und sich das Gerücht über ein mögliches TNA-Debüt wie ein Lauffeuer im Internet verbreitet. Nur kurz danach war die WWE bereit, ihm erneut einen hoch dotierten Vertrag zu geben.
Wie schon in "A Lion’s Tale" gibt es erneut ein offenes Ende. Das letzte Kapitel beschreibt die finalen Minuten bei dem RAW, als er Randy Orton mit dem "SAVE_US.Y2J"-Countdown unterbrechen durfte. Seine zweite Autobiografie endet damit zeitlich im November 2007. Auf die danach folgenden drei Jahre als WWE Main Eventer (und seine großen Fehde gegen Shawn Michaels im Jahr 2008) wird dagegen nicht mehr eingegangen. Hier bietet sich bereits jetzt jede Menge Stoff für ein etwaiges drittes Buch.
Insgesamt kommt "Undisputed" nicht ganz an die beeindruckende Qualität des Vorgängers "A Lion’s Tale" heran. Jerichos erstes Buch hatte aufgrund der zahlreichen Auslandsberichte eine etwas größere Vielfalt und "Tiefe" an interessanten (und oftmals wunderbar komischen) Anekdoten zu bieten als "Undisputed". Nichtsdestotrotz ist sein neues Werk erneut ein Genuss zu lesen und liefert so viele "Insider-Storys" aus den letzten 10 Jahren der WWE wie keine vergleichbare andere Wrestler-Autobiografie in der jüngeren Vergangenheit. Die Lektüre von "Undisputed" ist daher nicht nur für "Jericholics" uneingeschränkt empfehlenswert, sondern sicherlich auch für jeden am WWE-Produkt interessierten Fan der Neuzeit. Darüber hinaus dürfte es zudem für Anhänger der Bands "Fozzy" faszinierend zu lesen sein, wie die Band sich unter der Regie von Jericho langsam entwickelte und im Ausland bekannter wurde.
Einige amüsante Anekdoten um Begegnungen mit Arnold Schwarzenegger, Matt Dillon und Axl Rose sowie viele Bilder aus privaten Fotoalben runden ein insgesamt mehr als gelungenes Buch schließlich perfekt ab. Kleinere Punktabzüge gibt es lediglich für einige schlecht recherchierte Match-Rückblicke, bei der Jericho den Ablauf des jeweiligen Kampfes nicht mehr korrekt wiedergibt und teilweise verfälscht (etwa bei der Beschreibung seines "Royal Rumble 2000"-Kampfes gegen Chyna und Hardcore Holly), weil ihm seine Erinnerung offenbar einen Streich spielt, sowie einige Schlampereien und Flüchtigkeitsfehler beim Aufarbeiten der "Timeline" in den Jahren 2001-2002, die normalerweise durch ein ordentliches Lektorat hätten verhindert werden müssen.
Wie schon bei Bret Hart in seiner Autobiografie "Hitman: My Real Life in the Cartoon World of Wrestling" gibt es leider einige Inkonsistenzen & unlogische Auffälligkeiten bei der Wiedergabe von Ereignissen in Storylines oder bei großen PPV-Kämpfen. Mal griffen angeblich die "UnAmericans" in ein PPV-Match von ihm ein, obwohl die Gruppierung zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht existierte, mal wird das Debüt von Scott Steiner und sein Erscheinen im "Highlight Reel" chronologisch falsch eingeordnet und einmal – bei einem Zeitsprung im ersten Teil des Buches – will er angeblich sogar bei WrestleMania X8 ein Midcard-Match gegen William Regal bestritten haben. Dieses fand natürlich eigentlich bei WrestleMania 17 in Houston statt, während Jerichos einziger WM Main Event ausgerechnet bei jener erwähnten WrestleMania X8 in Toronto über die Bühne ging.
Whatever, sieht man über diese kleineren Schlampereien hinweg, ist "Undisputed" immer noch eines der besten Bücher über Professional Wrestling in der Neuzeit geworden. Der Humor, die Kreativität, der Witz und die Selbstironie von Chris Jericho springen einem geradezu auf jeder Seite entgegen und machen diese Autobiografie zu einem rundum kurzweiligen Lesevergnügen, bei der man einiges über die Wrestling- wie auch die Musikindustrie in den USA lernen kann.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
4,5 von 5 Sternen!
Lionheart
»
Chris Jericho - Undisputed: How to Become the World Champion in 1,372 Easy Steps 
» Was ist deine Meinung zu diesem Thema? Zum CyBoard mit 19.500 anderen Fans! 