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| Beitrag von Lionheart: |
The Tale of Two Rosters: April - Homecoming
Wrestlemania XX war Geschichte, hatte einige große Momente hervorgebracht und vielen Fans mit einer rührenden Abschluss-Szene einen unvergeßlichen Abend bereitet. Chris Benoit und Eddie Guerrero feierten am Ende als die jeweiligen World Champions der beiden Roster gemeinsam ihren größten Triumph bei der über ein Jahr gehypten Jubiläumsveranstaltung der WWE. Das hatte noch 2003 niemand für möglich gehalten. Wie schon bei Wrestlemania X stand am Ende also die Zukunft der Company im Mittelpunkt und nicht die Vergangenheit. Aufbruchsstimmung machte sich breit, während die Fans sich aufgeregt fragten, welches Schicksal Benoit und Guerrero bei ihren jeweiligen Runs erleiden würden. Würden die beiden Weltklasse-Wrestler am Ende die Skeptiker überzeugen können und die WWE längerfristig als würdige Champions anführen? Oder würden am Ende die Fußstapfen von Legenden wie Hulk Hogan, Bret Hart, Steve Austin und The Rock zu groß für die beiden frisch gebackenen Champions sein?
Die Experten räumten Eddie Guerrero die größeren Chancen für einen erfolgreichen Weg an der Spitze ein. Latino Heat war nämlich nicht nur ein hervorragender Techniker im Ring, sondern hatte vor allem das, was dem schweigsamen Chris Benoit immer gefehlt hatte: Gutes Micwork und jede Menge Charisma, holmes. Der Crippler galt zwar zu diesem Zeitpunkt als einer der besten und komplettesten Wrestler der Welt (wenn nicht sogar als der beste), doch als Champion, der eine Promotion anführen kann, sahen ihn viele Beobachter und Fans immer noch nicht an. Gerade für ihn sollten die kommenden Monate daher eine Nagelprobe werden. Eddie kämpfte zur gleichen Zeit mit anderen Problemen, ihm gingen bei SmackDown! die Gegner aus ...
Nach Wrestlemania sollte es genau deswegen zu einigen größeren Veränderungen in beiden Rostern kommen. Schon im Februar war klar geworden, dass das Verhältnis zwischen den beiden Shows RAW und SmackDown! in eine immer größere Schieflage geraten war. Hatten bei der ursprünglichen „Brand Extension“ noch beide Sendungen die ungefähr gleiche Menge an Stars zugeteilt bekommen, hatte sich dies in den letzten Monaten doch sehr zugunsten von RAW geändert. Während dem traditionellen Flaggschiff regelmäßig frisches Blut zugeführt wurde (u.a. Matt Hardy), gingen dem Stiefkind am Donnerstag langsam aber sicher die Main Eventer aus. Chris Benoit hatte man nach dem Royal Rumble an RAW verloren, Brock Lesnar überraschend bei Wrestlemania aufgrund dessen plötzlichen Rücktritts. Big Show wartete bereits seit Wochen auf eine dringend notwendig gewordene Knie-Operation, die er nur der WWE zuliebe auf die Zeit nach Wrestlemania verschob. Dennoch stand fest, dass auch er für längere Zeit nicht bei SD! antreten können würde. Währenddessen sollte der über ein Jahr verletzte Edge von Triple H umworben werden, der ihn gerne als Teil des RAW-Rosters sehen wollte. The Game war auf der Suche nach neuen, frischen Babyface-Gegnern und hatte gegen den aufstrebenden Kanadier zuvor noch nie ein größeres Programm gehabt. So kam es wie es kommen musste: Hunter ließ backstage seine Muskeln spielen und setzte den Wechsel von Adam Copeland zu RAW durch. Um die Situation für SD! noch zu verschlimmern, erwischte das Verletzungspech unmittelbar nach WM dann auch noch Kurt Angle, der erneut mit schweren Nackenproblemen zu kämpfen hatte und daher aus Angst um seine Gesundheit eine weitere Zwangspause einlegen musste. Mit einem Schlag hatte SmackDown! fünf Main Eventer verloren – das schrie nach einem Ausgleich. Einziger Lichtblick war die Rückkehr des „Old School“-Undertakers in die Show - von diesem populären Gimmick sollte die Sendung doch eigentlich nur profitieren können – oder etwa doch nicht?
Vince McMahon sah jedenfalls die aufgekommene Schieflage zwischen seinen beiden Shows und überraschte die Fans bereits Ende März beim ersten RAW nach Wrestlemania mit einem spektakulären Announcement: Zwei Jahre nach der ursprünglichen „Brand Extension“ unter Ric Flair und ihm selbst als „Co-Owner“ sollte es erneut zu einer „Draft Lottery“ kommen. Die Namen aller Superstars – egal ob Champions oder nicht – würden in einen Lostopf geschmissen und neu auf die jeweiligen Roster verteilt werden. Die Ankündigung sorgte für ungeheure Spannung in Fankreisen, wo wild und aufgeregt über den Ausgang der Lottery spekuliert wurde.
Wie würden RAW und SmackDown! 2004 aussehen?
Würde die Evolution gesplittet werden?
Was würde mit den beiden World Champions geschehen?
Was mit John Cena und Randy Orton?
Welche neuen Fehden könnten unter einer neuen Ausgangslage entstehen?
Die Vorfreude auf die vorletzte RAW-Ausgabe im März war entsprechend groß (schließlich würden alle Superstars aus beiden Sendungen komplett anwesend sein) und bescherte der WWE den größten Ratings-Erfolg 2004: eine 4.5.
Leider sollten die meisten Erwartungen der Fans bei dieser zweiten Lottery schwer enttäuscht werden. Das lag nicht an den zum Teil hervorragenden Matches der Show (im Main Event traf WWE Champion Eddie Guerrero auf Triple H), sondern an dem mageren Regeln der Lotterie. Nicht das gesamte Roster sollte neu ausgelost, sondern „nur“ jeweils 6 Superstars zwischen den beiden Shows ausgetauscht werden. Die beiden General Manager, Eric Bischoff und Paul Heyman wurden abwechselnd an die Trommel mit den Losen gebeten um den „Zufall“ darüber entscheiden zu lassen. Leider wechselten dabei fast nur Mid- und Undercard-Wrestler die Seite. SmackDown! verlor Shelton Benjamin, Nidia, Rhyno, Tajirii, Edge und auch Paul Heyman an RAW. Gerade die Tatsache, dass auch GMs in der Lottery gezogen werden konnten, machte das muntere Lose-ziehen etwas lächerlich. Denn welche Funktion sollte Heyman nun in Eric Bischoffs Show noch ausüben? Am Ende diente dieser Angle natürlich nur dazu um Paul E. Dangerously ein weiteres Male aus dem TV zu entfernen. Im Oktober des Vorjahres hatte er den GM-Posten bei SD! von Stephanie McMahon übernommen und in seiner halbjährigen Amtszeit die meisten Fans in dieser Rolle überzeugen können. Oftmals halfen seine „erklärenden“ Promos den Zuschauern erst Teile der Sendung richtig zu verstehen, auch wenn sie noch so unlogisch waren. Im TV bei RAW zog Heyman dann erst einmal die Konsequenzen und „kündigte“ seinen Job. Es sollte nicht lange dauern, bis er bei einem der trashigsten Angle des Jahres wieder in seiner alten Show auftauchen sollte ...
RAW verlor derweil Rene Dupree, Mark Jindrak, Rob van Dam, Theodore Long, Spike Dudley und ... Triple H (!) an SmackDown!. Sollte die Evolution damit Geschichte sein und SD! doch noch mit einem absoluten Topstar belohnt werden?
Nein, natürlich nicht. Denn bereits am Donnerstag nach der Lottery eröffnete der neue General Manager von SmackDown!, SURPRISE SURPRISE: Mr. Kurt Angle, den überraschten Fans, dass er Triple H zurückgetauscht habe. Sein Preis: gleich DREI Wrestler, die Dudley Boyz und Booker T. Trotz der Formel 3:1 waren sich die meisten Beobachter einig, dass SmackDown! bei der zuvor groß gepushten Lottery erneut den Kürzeren gezogen hatte. Mit Eddie Guerrero und dem Undertaker waren dem Roster gerade einmal zwei etablierte Main Eventer geblieben, wobei die Verpflichtungen von Rob van Dam und Booker T. immerhin Hoffnung machten, dass diese im neuen Umfeld zu alter Größe zurückfinden würden. Dennoch beschlich viele Fans das unangenehme Gefühl, dass SD! in der internen WWE-Hierarchie zu einer B-Show degradiert worden war. Sie sollten leider Recht behalten, wie die nächsten Monate zeigen würden ...
RAW
Die A-Show von World Wrestling Entertainment, Monday Night RAW, erwischte dagegen einen absoluten Traumstart in den WOchen nach Wrestlemania. Nach der oben erwähnten Draft Lottery wirkte die Sendung um einiges frischer und aufregender als noch 2003. Der neue Champion, Chris Benoit, wurde durchaus gewürdigt und verteidigte seinen Titel regelmäßig im TV. Triple H mußte eine völlig überraschende und sensationelle Niederlage gegen Newcomer Shelton Benjamin hinnehmen, die für diesen das Fundament für einen kometenhaften Aufstieg in 2004 bilden sollte. Christian und Trish Stratus bildeten ein unterhaltsames und „cooles“ Heel-Gespann, auf die der bei Wrestlemania so betrogene Chris Jericho natürlich Jagd machte. Und Randy Orton war immer noch nicht mit Mick Foley fertig, auch wenn er ihn bei Wrestlemania clean gepinnt hatte. Der Legend Killer machte sich einmal mehr über den „Kinderbuchautor“ lustig, was diesen am Ende dazu brachte für den PPV ein Single-Match gegen den Intercontinental Champion einzufordern. Doch diesmal sollte es nicht Mick Foley sein, gegen den der junge Randy anzutreten habe, sondern die Hardcore-Legende schlechthin: CACTUS JACK. Das ganze zudem noch in einem Street Fight ...
Bei derart frischem Wind verkraftete RAW auch ohne große Mühe den Verlust seines Sheriffs: Steve Austin geriet in Vertragsstreitigkeiten mit Vince McMahon und holte sich einen besonders harten Anwalt an den Verhandlungstisch, was den WWE Owner nachhaltig verärgerte. So verschwand Stone Cold am Ende einmal mehr aus dem WWE-TV, diesmal allerdings still und leise, ohne das ihm viele hinterher weinten. Für Austin sollte ein sehr schwieriges privates Jahr folgen ...
Eher mager sah es derweil in der World Tag Team Division aus. Die Dudley Boyz waren bei RAW Geschichte, Jindrak & Cade als Team aufgelöst und La Resistance hatte Rene Dupree an SD! abgeben müssen. Booker T. und Rob van Dam verloren ihre Titel bei ihrem letzten RAW-Auftritt zurück an die Evolution, Ric Flair und Batista waren somit zum zweiten Male World Tag Team Champions. Herausforderer für sie schienen aber nirgendwo in Sicht zu sein ...
Rückkehrer Edge bekam derweil nach einem Spear gegen Eric Bischoff bei seinem ersten PPV nach seiner langen Verletzungspause ein Match gegen Kane auf der Backlash-Card. Das Monster schwebte nach seiner Niederlage gegen den Undertaker bei RAW ein wenig in der Luft, so dass die WWE einen neuen Writer aus dem Horror-Genre verpflichtete, der exklusiv stories für „The Big Red Machine“ schreiben sollte. Nur wenig später nahm der Horror bei RAW dann tatsächlich seinen Lauf, als Kane damit anfing, RAW-Diva Lita zu bedrohen ...
Doch der anstehende PPV, Backlash, sollte vor allem im Zeichen der Heimkehr des Chris Benoit stehen. In Edmonton war er aufgewachsen und hatte als Jugendlicher davon geträumt ein Professional Wrestler zu werden, nun kehrte er als World Heavyweight Champion zu einer Großveranstaltung in seine Heimatstadt zurück. Ironischerweise hatte eine sehr seltsame interne Politik der WWE nur zwei Monate zuvor dafür gesorgt, dass diverse Wrestler neue „Heimatstädte“ bei ihrer Entrance verpaßt bekamen. Unter den prominenten Opfern fand sich auch der Canadian Crippler wieder, der nun, ausgerechnet vor Backlash, von den Ringsprechern mit „from ATLANTA, GEORGIA“, angekündigt wurde. Auch diese amüsante Geschichte brachte 2004 hervor.
Whatever, die Fans in Edmonton blickten mit Spannung auf die Rückkehr ihres „Hometown Heros“, der beim PPV in einem Wrestlemania-Re-Match erneut auf Triple H und Shawn Michaels treffen würde. Sollten sie den WM Main Event noch einmal toppen können? Würde Chris Benoit seinen Gürtel gleich wieder abgeben müssen? Und wie würde Shawn Michaels in Kanada von den lokalen Fans empfangen werden? Fragen, die Mitte April beantwortet werden sollten, bei ...
Backlash 2004
Der PPV, der traditionell im Schatten der Wrestlemania-Nachwehen steht, sollte dieses Jahr eine erstklassige Veranstaltung werden, von der die Fans noch lange sprechen würden. Das lag zum einem am hochklassigen Main Event, der seinem Vorgänger im März qualitativ in nichts nachstand, zum anderen aber an dem äußerst brutalen Street Fight zwischen Randy Orton und Cactus Jack. Mick Foley hatte zuvor bei RAW bereits mehrere Male in Tag Team-Matches mitgewirkt, nun sollte seine große Rückkehr als Single-Wrestler also doch noch schlagen, in der Matchart, die ihn einst so berühmt gemacht hatte. EVERYTHING GOES hieß es in seinen Match gegen den jungen Legend Killer, der im Verlaufe des Kampfes tatsächlich die Prügel seines Lebens einstecken musste. Foley packte wie schon beim Royal Rumble 2000 gegen Triple H alles an legendären Hardcore-Untensilien aus, die ihn einst ausgezeichnet hatten. Höhepunkt sollte der erneute Einsatz von TAUSENDEN von Reißzwecken werden, die Cactus über den gesamten Ringboden verstreute. Normalerweise lehrte die WWE-Geschichte, dass den Bump am Ende immer Foley nimmt, doch bei dieser Gelegenheit sollten die Fans in dieser Hinsicht nachhaltig überrascht werden. Denn am Ende war es Orton, der in die pieksigen Mininägel geslammt wurde und nicht die Hardcore-Legende (jedenfalls nicht zuerst ...). Der 24jährige Shootingstar zeigte harte Nehmerqualitäten und schaffte es am Ende sogar durch seinen leidenschaftlichen Kampfeswillen Teile des Publikums auf seine Seite zu ziehen. Am Ende setzte es erneut den RKO gegen Cactus Jack und einen Three-Count später hatte der Legend Killer ein weiteres Male clean gegen Mick Foley gewinnen können – diesmal freilich in ungleich spektakulärerer Manier als noch bei Wrestlemania XX. Randy Orton hatte seine Reifeprüfung bestanden und war auf dem besten Wege ein Main Eventer zu werden. Der Kampf sollte den jungen Randy nachhaltig verändern, vor allem brachte er ihm aber den Respekt seiner Kollegen und den der Fans ein, die in ihm nun immer mehr einen „Breakout“-Star sahen, der über kurz oder lang die WWE als Champion anführen würde. Niemand konnte allerdings damals ahnen, dass dies bereits 4 Monate nach Backlash tatsächlich Wirklickkeit werden würde... Seine Schlacht gegen Cactus Jack blieb den Fans jedenfalls noch lange in Erinnerung und wird von vielen zurecht als eines der besten Matches des Jahres eingeschätzt.
Doch der Champion von RAW hieß im April 2004 immer noch Chris Benoit, dem von den kanadischen Fans ein triumphaler Empfang bereitet wurde. Der Main Event gegen Triple H und Shawn Michaels sollte dann auch erneut ein wahrer Klassiker werden, bei dem alle drei Männer wie schon im Vormonat alles gaben und eindrucksvoll unter Beweis stellten, zu den besten Workern der Welt zu gehören. Die Schlusssequenz des Matches sollte die von WM an Dramatik zum Teil noch übertreffen, als Shawn Michaels Chris Benoit überraschend in den Sharpshooter nahm, jener Move also, den einst sein alter Erzfeind Bret Hart so berühmt gemacht hatte, und eben auch jener Move, bei dem 1997 Referree Earl Hebner auf Anweisung von Vince McMahon hin in Montreal die Glocke hatte läuten lassen und damit für den größten Skandal im Professional Wrestling gesorgt hatte. Ausgerechnet dieser Earl Hebner sollte nun in Edmonton noch einmal im Mittelpunkt stehen, als die Booker ihn in einem cleveren Schachzug als „Ersatz“-Referee just in dem Moment zum Ring schickten, als Michaels Benoit im Sharpshooter hatte. Würde sich die Geschichte erneut wiederholen, nur diesmal mit dem Crippler an der Stelle von Bret Hart?
Nein, es kam zum Schluß dann doch noch das heißersehnte Happy End und ein wenig Wiedergutmachung für die kanadischen Fans, als Benoit sich wieder ins Match zurück kämpfen konnte und am Ende seinerseits Shawn Michaels in den Sharpshooter nahm. Während Triple H es nicht mehr rechtzeitig in den Ring zurück schaffte, gab der HBK unter dem Jubel der Halle in Bret Harts legendärem Submission Hold auf...
Die Gerechtigkeit hatte – zumindestens an diesem Abend – gesiegt und Chris Benoit seine erste große Titelverteidigung überstanden.
Die äußerst gelungene Veranstaltung wurde mit einer ansehnlichen Midcard abgerundet. Unter anderem wurde der Push von Shelton Benjamin fortgesetzt, der im Opener Ric Flair besiegen durfte. Edge konnte Kane überraschend klar per Pinfall bezwingen.
UND: Chris Jericho revanchierte sich bei Christian und Trish Stratus für die erlittene Demütigung bei Wrestlemania. Nach einem sehr ansehnlichen Match triumphierte diesmal Y2J über den CLB ... die Fehde sollte damit aber noch lange nicht beendet sein.
Alles in allem verdient sich WWE Backlash die Auszeichnung, zweitbester PPV des Jahres gewesen zu sein. Für einen RAW-Only-PPV sicherlich eine Überraschung, doch andererseits auch die logische Folge der Ungerechtigkeiten bei der Draft Lottery. Denn im Gegensatz zu RAW sollte SmackDown! in den Wochen nach Wrestlemania immense Probleme bekommen ...
SmackDown!
Das lag zum einen an dem eklatanten Mangel an Main Eventern, zum anderen aber an dem neuen Writing-Team der Show, dass auf einer Retro-Welle schwamm und um jeden Preis alte 80er Jahre-Gimmicks in die Sendung einbauen wollte. Vor keiner schlechten Kopie schreckte die „KREATIVabteilung“ zurück, was viele Fans verwundert und oftmals gelangweilt die Augen rieben ließ, als sie Donnerstags SmackDown! einschalteten. Rene Dupree etwa bekam nach seinem Split von La Resistance einen Pudel ("Fiffi")als Ringbegleitung verpaßt und durfte für eine kurze Zeit eine eigene Talkshow moderieren: „Café dé René“ – Mathilda und Brutus Beefcake’s Barber Shop ließen grüßen. Mark Jindrak kam derweil mit einem großen Spiegel zum Ring und schien von seinem eigenen Anblick gar nicht genug bekommen zu können – wie einst schon "The Narcissist" Lex Luger anno 1992/93. Booker T. fehdete gegen den „Old School“-Undertaker und bediente sich dabei seltsamer „Vodoo“-Tricks, die an den alten Papa Shango (1992) erinnerten. Bereits bei seinem ersten Auftritt bei SmackDown! hatte der Five-Time-WCW Champion den Vogel abgeschossen und im TV seine neue Heimat als B-Show verumglimpfte, bei der er gar nicht wrestlen wolle. Ob das eine clevere line war?Die Fans mußten ihm jedenfalls schon bald Recht geben, da sie Woche für Woche mit Trash gelangweilt wurden, der oftmals allen Regeln der Intelligenz und der Logik trotzte, während Kommentator Michael Cole den wöchentlichen Schwachsinn auf Anweisung seines Chefs regelmäßig in den Himmel loben mußte.
Den einzigen gelungenen Gimmick-Wechsel durchlief derweil ein eigentlich schon vergessener Midcarder: Bradshaw von der Acolytes Protection Agency (APA). Das Team, dass seit seinem Comeback bei Vengeance 03 planlos in der Midcard dahinvegetierte, wurde unmittelbar nach Wrestlemania aufgelöst. Ron Simmons hatte mit einigen persönlichen Dämonen zu kämpfen und wurde von der Company entlassen. In seinem letzten Match verlor er an der Seite seines alten Partners noch einmal als APA, bei dem Bradshaw ihn am Ende im Stich ließ und einen eher unspektakulären Heel-Turn durchlief. Überraschender sollte dann aber sein neues Gimmick als Single-Wrestler werden:
John „Bradshaw“ Layfield, J-B-L, erschien fortan mit Limousine, Cowboyhut und Anzug zum Ring und verkörperte plötzlich einen reichen New Yorker Millionär, der auf das einfache Volk mit Geringschätzung blickte. Die WWE baute dabei auf den realen Hintergrund des echten John Layfields auf, der bereits seit Jahren sein Talent als Finanzexperte an der Wall Street unter Beweis gestellt sowie bereits ein Buch mit Finanztipps verfaßt hatte. Darüberhinaus konnte er zu diesem Zeitpunkt auf eine erfolgreiche Karriere als Börsen-Experte beim TV Network Fox zurückblicken, wo er regelmäßig die Entwicklung der Aktienkurse kommentierte. Und dabei so erfolgreich war, dass er im Frühjahr vom Konkurrenzsender CNBC abgeworben wurde. Ein Wechsel, der für Layfield noch Folgen haben würde...
Wie auch immer, das neue JBL-Gimmick baute auf einem sehr realen Hintergrund auf, was der Entwicklung seines Charakters in den folgenden Monaten zugute kommen sollte ... oder etwa nicht?
Im April lehnte jedenfalls die Mehrheit der Fans den neuen Bradshaw erst einmal strikt ab und machte sich in der Regel über das Gimmick, was im Zuge der Retro-Welle in die Sendungen gespült worden war, lustig. Niemand nahm diese Kopie des alten Million Dollar Mans TedDiBiase wirklich ernst, alle witterten nur einen erneuten kreativen Trash-Erguß der Writer um Bruce Prichard (Brother Love) hinter „John Bradshaw Layfield“. Keiner wollte so richtig an einen längerfristigen Erfolg eines Gimmicks glauben, dass doch längst auf dem Müllhaufen der WWE-Geschichte gelandet war. JBL sollte dennoch schon bald seinen ersten großen Auftritt bei SD! erhalten, als General Manager Kurt Angle ein Mini-Turnier veranstalten ließ – um den sogenannten „All American Award“. Eine eher einfallslose Trophäe, die der Wrestler erhalten sollte, der im Internet von den Fans die meisten Stimmen für seine Leistung in einem Match bekommen hatte. Natürlich gewann dieses Fan-Votum am Ende niemand anderes als John Cena, der trotz stagnierender stories und zahnloser Promos immer noch einer der wenigen Lichtblicke des Rosters war. Und natürlich revidierte „Mr. Angle“ in seiner Funktion als GM diese Entscheidung am Ende noch einmal und vergab die Trophäe schließlich an den oben erwähnten John „Bradshaw“ Layfield. Dieser hatte nämlich in der Sendung in einem Einspieler an der mexikanischen Grenze für Ordnung gesorgt und illegale Einwanderer zurück in ihr Heimatland „getreten“. Wie es sich für einen "All American" gehört, so sah es jedenfalls Angle. Dies sollte die Eröffnung für die Fehde mit WWE Champion Eddie Guerrero sein, der mit seinem „Lying, Cheating, Stealing“ in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil der "?amerikanischen?" "Werte" von JBL verkörperte. Dennoch rieben sich die meisten Fans fassungslos die Augen, als im TV GM Kurt Angle den Main Event für den nächsten SD!-PPV - Judgement Day - festsetzte:
Eddie Guerrero würde seinen Titel gegen den „Great American“ John „Bradshaw“ Layfield aufs Spiel setzen müssen. So nahm das Schicksal für JBL seinen Lauf ...und niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, wo es ihn am Ende hinführen sollte ...
Lionheart
Morgen an dieser Stelle:
Mai - mY nAmE iS eUgEne
- Das Debut von Nick Dinsmore als geistig behinderter „Eugene“ ..
- Wie Kurt Angle im Rollstuhl landete ...
- Blutbad bei Judgement Day
Morgen an dieser Stelle:
Results für April:
RAW
- Datum: 05.04.2004
Ergebnisse:
Non-Title Match
- Chris Benoit besiegt Rob Conway (w/ Sylvan Greiner)
- Chris Jericho besiegt Matt Hardy
- Shelton Benjamin besiegt Triple H durch Count Out
Women's Battle Royal - No. 1 Contender Match
- Lita besiegt Jazz, Nidia, Molly Holly, Stacy Keibler, Gail Kim & Trish Stratus
- Christian besiegt Tajiri
- Kane besiegt Rhyno
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- Datum: 12.04.2004
Ergebnisse:
- Kane besiegt Grandmaster Sexay
- Tajiri besiegt Dangerous 5 Star Ninja
- Lita besiegt Trish Stratus durch DQ
- The Hurricane (w/ Rosey) besiegt Sylvan Grenier (w/ Rob Conway)
8 Man Tag Team Match
- Chris Benoit, Shawn Michaels, Cactus Jack & Shelton Benjamin besiegen The Evolution (Batista, Ric Flair, Triple H & Randy Orton)
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- Datum: 19.04.2004
Ergebnisse:
- Christian (w/ Trish Stratus) besiegt Chris Jericho
Women's Championship Match
- Victoria © besiegt Molly Holly durch DQ
- Garrison Cade besiegte Tajiri
Mixed Tag Team Match
- Lita & Val Venis gegen Gail Kim & Matt Hardy endet im No Contest
World Tag Team Championship Match
- Edge & Chris Benoit besiegen Ric Flair & Batista © -> TITELWECHSEL!
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- Datum: 26.04.2004
Ergebnisse:
- Lita & Victoria besiegen Molly Holly & Gail Kim
- Rhyno besiegt Rob Conway
- Christian (w/Trish Stratus & Tyson Tomko) besiegt Grandmaster Sexay
- Triple H besiegt Tajiri
- Kane gegen Matt Hardy endet im No Contest
WWE World Tag Team Championship Match
- Chris Benoit & Edge © besiegen Batista & Ric Flair
SmackDown!
- Datum: 01.04.2004
Ergebnisse:
All American Trophy Tournament
- The Big Show besiegt Rikishi
- Rey Mysterio & Spike Dudley gegen Chavo Guerrero Jr. & Chavo Guerrero Sr. endet in einem No-Contest
All American Trophy Tournament
- Charlie Haas besiegt Rob Van Dam
All American Trophy Tournament
- Booker T besiegt Hardcore Holly
- The Dudley Boyz besiegen Akio & Sakoda
Handicap Non-Title All American Trophy Tournament Match
- John Cena (c) besiegt Nunzio & Johnny Stamboli
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- Datum: 08.04.2004
Ergebnisse:
Non-Title Match
- The Dudley Boyz besiegen Scotty 2 Hotty & Rikishi (c)
WWE Cruiserweight Championship Match
- Chavo Guerrero Jr. (c) (w/ Chavo Guerrero Sr.) besiegt Jamie Noble
Non-Title Match
- John Cena (c) besiegt Danny Basham
- Charlie Haas & The Big Show besiegen Rob Van Dam & Booker T
- Rene Dupree (w/ Fiffi) besiegt Orlando Jordan
- Spike Dudley besiegt Theodore Long
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- Datum: 15.04.2004
Ergebnisse:
Non-Title Match
- John Cena (c) besiegt Chavo Guerrero Jr. (w/ Chavo Guerrero Sr.)
- Rico (w/ Miss Jackie) besiegt Charlie Haas via Count Out
WWE Championship Match (if Big Show loses, he quits)
- Eddie Guerrero (c) besiegt The Big Show
- Mark Jindrak (w/ Theodore Long) besiegt Spike Dudley
- Rob Van Dam besiegt Booker T durch DQ
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- Datum: 22.04.2004
Ergebnisse:
- Booker T besiegt Rob Van Dam
WWE Tag Team Championship Match
- Charlie Haas & Rico besiegen Rikishi & Scotty 2 Hotty (c) -> TITELWECHSEL!
- John Bradshaw Layfield besiegt El Gran Luchadore
Non-Title Handicap Match
- Chavo Guerrero Jr. & Chavo Guerrero Sr. besiegen John Cena
Non-Title Match
- D-Von Dudley besiegt WWE Champion Eddie Guerrero (c)
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- Datum: 29.04.2004
Ergebnisse:
No-DQ Match
- Rene Dupree gegen Torrie Wilson endet im No-Contest
WWE Cruiserweight Championship Match
- Chavo Guerrero Jr. (c) (/w. Chavo Guerrero Sr.) besiegt Nunzio
- Booker T besiegt Billy Gunn
WWE Tag Team Championship Match
- Charlie Haas & Rico (c) besiegen The Basham Brothers
Non-Title Match
- Eddie Guerrero (c) besiegt Bubba Ray Dudley
Backlash 2004
- Datum: 18.04.04
Ergebnisse:
- Shelton Benjamin besiegt Ric Flair
- Jonathan Coachman besiegt Tajiri
Handicap Match
- Chris Jericho besiegt Christian & Trish Stratus
WWE Women's Championship Match
- Victoria (c) besiegt Lita
No Holds Barred Intercontinental Championship Match
- Randy Orton (c) besiegt Cactus Jack
- Hurricane & Rosey besiegen La Resistance
- Edge besiegt Kane
World Heavyweight Championship Triple Threat Match
- Chris Benoit (c) besiegt Shawn Michaels & Triple H
Lionheart
Feeback ist wie immer sehr erwünscht! |
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| Beitrag von Lortleby: |
| Es macht einfach Spaß diese Rückblicke zu lesen. :thumbsup: |
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| Beitrag von Jeff Hardy: |
| Wie auch Januar,Februar & März ist dir auch April wieder sehr gelungen. Besonders gut hat mir der Smackdown Rüblick gefallen, und die Story um JBL. Sehr Schön ! :) |
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| Beitrag von Mordred: |
Genauso sehe ich die Sache mit Smackdown auch ,aber da tun,denke ich,viele . Wundert mich echt,daß sich Smackdown davon nochmal erholt hat .
Aber zum Rückblick : Buisness as usual d.h. :thumbsup: ! |
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| Beitrag von 5* Star Frogsplash: |
| Schön geschrieben! Smackdown hast du spitze geschrieben - aber der Hund von Dupree heißt Fifi. Mit nur einem f |
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| Beitrag von DennisGold: |
:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
Beim Lesen der Geschehnisse von Smackdown bekommt man wirklich noch einmal Kopfschmerzen! Die Sendungen waren wirklich richtig schlecht! :urg: |
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| Beitrag von o-bee: |
wunderbärchen:)
gimme more stuff... |
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| Beitrag von JasonVoorhees: |
| Wie immer klasse! |
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| Beitrag von mcmorre: |
| :cool: ganz großes Kino! :thumbsup: |
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| Beitrag von Xenon: |
| Respekt an Lionheart, Sehr gut beschrieben alles. Vor allem dass mit SD! damitschließ ich mich an! |
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