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Jiri Nemec
MoonModerator

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Und was würde nun den genauen Unterschied machen?
Ob ich einen Spieler wie im Falle Neuer auf Schalke oder Möller nach seinem Wechsel zu Schalke wegen seines Vereinswechsels aufs Übelste beschimpfe oder weil er die "schwule Sau" ist, macht für mich keinen Unterschied. Zumal "schwule Sau" auch ohne Outings oft genug als Beleidigung gegen "homosexuell anmutende" Spieler eingesetzt wird.
Beide Arten der Beleidigung sind im Fußball - so doof es klingt - Gang und Gebe. Und beide Beleidigungen ebben irgendwann ab. Von daher sehe ich es eben schon so, dass wenn irgendein Spieler mal "den Anfang macht", dieser (leider oder nicht leider, kann man sehen wie man will) die Anfeindungen durchstehen muss, dann aber auch gut ist. Oder glaubst du z.B., dass ein Neuer die (teils durchaus ZU heftigen) Reaktionen auf Schalke nun jedes Jahr durchmachen muss?
Fußball ist (und bleibt) wohl ein "Proletensport", ein Sport für den "einfachen Menschen", allerdings sehe ich Beleidigungen und Hetzjagden auf Spieler - sei es durch Medien oder durch Fans - auf egal welcher Ebene gleich schlimm. Rassismus, Abneigung, wie auch immer.
-------------------- Metzelder: "Ich bin ein altes Schlachtross, wenn die Geschütze donnern bin ich an der Front."
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Posted: 18.01.2012, 17:21 Uhr |
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Stingray
MoonAdmin

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Zitat: Original geschrieben von Jiri Nemec:
Ich halte es nur für ziemlich vermessen, ohne öffentliches Outing irgendwem hier "mehr Ahnung" zuschreiben zu wollen.
Möglicherweise wäre der Aufschrei doch kleiner als man denkt?
Ich finde Deinen Vergleich mit der Künstler-Community zwar auch nicht passend, aber ich bin hier doch insgesamt ganz bei Dir. Wie die Reaktionen in einem konkreten Fall wären, das weiß auch Lahm nicht. Es kommt einfach auch auf den entsprechenden Typ Spieler an. Ich denke, dass ein Oliver Kahn auf dem Höhepunkt seiner Karriere durchaus hätte sagen können: "Ja, ich bin schwul, und wer was dagegen hat, den fress ich auf" und es hätte eben nicht einen solchen Spießroutenlauf gegeben, wie bei manch anderem Spieler.
Wie es genau wird, wird man erst erfahren, wenn es soweit ist. Zumal da ja auch das Verhalten der Medien eine große Rolle spielen wird.
Ich verstehe jeden Fussballer, der sich nicht outen möchte. Das ist sowohl verständlich, als natürlich auch prinzipiell in Ordnung (das darf ja ohnehin jeder selbst entscheiden). Aber Lahm geht mit seinen Äußerungen hier mMn auch zu weit. Er weiß es eben auch nicht.
Warum aber Lahm immer wieder was zu diesem Thema sagen muss, ist schon interessant. Nur gut, dass in seinem Buch noch einmal explizit (und ungefragt) erwähnt wurde, dass er nicht schwul ist. Sollte jeder in seiner Autobiographie ausdrücklich erwähnen.
-------------------- Genau nämlich.
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Posted: 18.01.2012, 17:29 Uhr |
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BBK
MoonModerator

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Zitat: Original geschrieben von Jiri Nemec:
Und was würde nun den genauen Unterschied machen?
Ob ich einen Spieler wie im Falle Neuer auf Schalke oder Möller nach seinem Wechsel zu Schalke wegen seines Vereinswechsels aufs Übelste beschimpfe oder weil er die "schwule Sau" ist, macht für mich keinen Unterschied. Zumal "schwule Sau" auch ohne Outings oft genug als Beleidigung gegen "homosexuell anmutende" Spieler eingesetzt wird.
Es war aber eben "nur" auf Schalke...würde Neuer in jedem Stadion der Liga (evtl. sogar bei Heimspielen) auch so bezeichnet werden, dann könnte man es vergleichen...
Natürlich ist es spekulatiiv, ich denke aber, so wie ich Fußballfans kennen gelernt habe (und was man ja durchaus auch in den Medien zum Thema "Homosexualität" mitbekommen hat) das es aktuell nicht sinnvoll ist, sich zu outen...
-------------------- Nobody is perfect... na ja, da war dieser eine Typ, aber wir haben ihn umgebracht.
"Keine Zähne im Mund, noch nie gearbeitet, wohnt immer noch bei Mama, asozial sowas!"
"Red' nicht so mit meinem Baby!"
"ASOZIAL SOWAS!"
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Posted: 18.01.2012, 19:53 Uhr |
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Cutty Framm
MoonSurfer 1000

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Zitat: Original geschrieben von Jiri Nemec:
Na gegen die Argumentation kann ich jetzt nicht anstinken, sorry. 
Warum auch mal mehr zu einem relativ ausführlichen Posting sagen als einen Satz.
Diskussion unmöglich.
Urgh.
Zick´ nicht rum. Ich beziehe nichtmal Partei gegenüber irgendeiner Position, da ich die Folgen schlichtweg nicht Absehen kann und weder homosexuell, noch Fußballer bin, als dass ich mich da irgendwie reindenken könnte. Mir ging es darum aufzuzeigen, dass dein Vergleich gewaltig hinkt, da kenn ich mich nunmal aus und da brauche ich nicht endlos herum zu schwafeln und meine Aussage künstlich aufzublähen. Das überlasse ich gerne anderen.
Zitat: Original geschrieben von BBK:
Eben...ich glaube kaum, wenn sich Schauspieler X morgen outen würde, er bei einer Theateraufführung die ganze Zeit zu hören bekäme: "X, du schwule Sau" o.ä. bei einem Fußballer sähe das doch v.a. bei Auswärtsspielen (und wahrscheinlich sogar bei Heimspielen) anders aus
Richtig, und nicht nur das: Wenn da jemand seinen Lebenspartner mit ihn die Kulisse nimmt, oder bei einer Party "gefummelt" wird, oder ähnliches wird da niemand was sagen. Ob das bei der Weihnachtsfeier oder dem Oktoberfestbesuch bei den Bayern (Beispiel!) genau so wäre, wage ich zu bezweifeln. Da müssen wir uns nichts vormachen.
-------------------- »Ihr werd's mi nehmen miassen, wia i bin, i sag's euch lieba glei.«
"Die Tage sind alle gleich lang, aber unterschiedlich breit." | Udo Lindenberg
--- ALEKSANDARPLATZ // Satire - Kritik - Sinnfreies ---
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Prädikat: Vom Papst (mal kurz) verklagt!
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Posted: 19.01.2012, 01:06 Uhr |
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Jiri Nemec
MoonModerator

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Interessiert wohl nur die Blau-Weißen, aber schön, dass er auch in den Medien langsam die Beachtung kriegt, die er verdient. Fehlen nur noch die unfehlbaren in der Arena, die ihn nach einem Fehlpass auspfeifen.
Zitat: Joel Matip, der Schalker Überflieger
Gelsenkirchen. Für den Rückrunden-Start der Bundesliga könnte Schalkes Trainer Huub Stevens einen Spieler am besten gleich zweimal gebrauchen – Joel Matip. Nach der Sperre von Jermaine Jones hat sich der 20-jährige Abwehrspieler im defensiven Mittelfeld als die beste Lösung erwiesen.
In der Mannschaft nennen sie ihn nur „Jimmy“ – woher das kommt, weiß Joel Matip selbst nicht so genau. Auf jeden Fall schleppt der Schalker Fußballer den Spitznamen schon seit einigen Jahren mit sich herum und hat durchaus Gefallen daran gefunden. „Passt schon“, sagt der 20-Jährige. Meistens ist so ein Spitzname ja auch eine Auszeichnung, ein Zeichen, dass man ankommt. Außerhalb der Mannschaft hört man den Namen „Jimmy“ freilich fast nie. Selbst die Schalker Fans nennen ihn nur „Matip“ oder bestenfalls „Joel“. Das klingt ein wenig distanziert, liegt aber sicher auch daran, dass dieser Joel „Jimmy“ Matip erst in den vergangenen Monaten auf Schalke so richtig zum Überflieger geworden ist.
Wer mit 20 Jahren schon mehr als 60 Bundesliga-Spiele absolviert hat, der muss schon von Haus aus einiges auf dem Kasten haben. Doch nie zuvor wurde der Wert von Joel Matip für Schalke 04 so deutlich wie derzeit. Denn Trainer Huub Stevens würde ihn am Samstag beim Rückrunden-Start gegen den VfB Stuttgart am liebsten gleich zweimal aufstellen: Einmal auf seiner Stammposition in der Abwehr, und einmal im Mittelfeld. Dort sucht Stevens nach der Sperre von Jermaine Jones nämlich einen Sechser, und Matip hat sich in der Vorbereitung als die beste Lösung erwiesen. „Ich hätte kein Problem, auf der Sechs zu spielen“, sagt Matip. Aber Stevens zögert noch, weil er damit nur ein Loch auf Kosten eines anderen stopfen würde: „Damit sprengst du die Vierer-Kette.“
Schalkes heimlicher Abwehrchef
Matip war in der Hinrunde Schalkes heimlicher Abwehrchef, zusammen mit Kyriakos Papadopoulos (19) bildete der 20-Jährige die jüngste Innenverteidigung der Liga. Das war so nicht zu erwarten, weil es im Schalker Kader mit Benedikt Höwedes und Christoph Metzelder weitaus etabliertere Spieler für diesen Posten gibt: Doch den einen verdrängte er auf die rechte Außenbahn, den anderen auf die Ersatzbank.
Matip ist einer der Spieler, bei denen man zweimal hinsehen muss, um ihre Bedeutung zu erkennen. Weil er nicht spektakulär agiert, sondern abgeklärt, ist er vielleicht einer der am meisten unterschätzten Spieler der Liga. Doch mit seinen 1,93 Metern ist er extrem kopfballstark, geschickt im Zweikampf und taktisch für sein Alter erstaunlich reif. „Er bringt Voraussetzungen wie Größe und Schnelligkeit mit, die man nicht lernen kann“, erklärt Schalkes Manager Horst Heldt. Und fügt den dezenten Hinweis an: „Arsenals Trainer Arsene Wenger ist ein Freund solcher Spieler.“
Heldt kann das nun so einfach sagen, weil Matip im Trainingslager in Doha seinen Vertrag auf Schalke vorzeitig bis 2016 verlängert hat. Zuvor hatte Heldt schon die Befürchtung, dass andere Vereine auf diesen Spieler aufmerksam werden könnten, den Schalkes Manager „einen Rohdiamanten“ nennt. Aus Italien sei schon vorsichtig vorgefühlt worden, nachdem Matip im Frühjahr beim Schalker 5:2-Triumph in Mailand einen Treffer erzielt hatte. Doch für den Spieler kam ein Wechsel nicht in Frage: „Ich fühle mich super wohl hier“, sagt er – es sei für ihn „ein Traum, noch lange auf Schalke zu spielen“.
Matip hat Lust auf Königsblau
Denn Matip, dessen Vater aus Kamerun stammt und der sich deswegen für eine Länderspielkarriere bei den „Lions“ entschieden hat, ist im Revier fest verwurzelt. Seit 2000 trägt der gebürtige Bochumer schon Königsblau – in Schalke soll er mit Spielern wie Benedikt Höwedes, Julian Draxler oder Lars Unnerstall eine der Integrationsfiguren für die kommenden Jahre sein. Dass er bei den Fans manchmal noch nicht diesen Stellenwert hat und er im September beim Europa-League-Spiel gegen Haifa sogar ausgepfiffen wurde, hat seine Lust auf Königsblau nicht geschmälert: „Solche Pfiffe beziehe ich nur auf meine momentane Leistung – nicht auf mich persönlich.“
Matip ist ein kluger Bursche, der auch mit Kritik umgehen kann – und eigentlich ist er im Gespräch auch gar nicht so dröge, wie er manchmal wirkt. „Innerhalb der Mannschaft ist er bestimmt nicht auf den Mund gefallen“, versichert zumindest Mitspieler Christian Fuchs, „da kann er ganz schön Gas geben und austeilen“. Der Jimmy, der Überflieger.
DerWesten
-------------------- Metzelder: "Ich bin ein altes Schlachtross, wenn die Geschütze donnern bin ich an der Front."
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Posted: 19.01.2012, 06:38 Uhr |
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Darkchild
MoonSurfer 1000

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"Matip ist einer der Spieler, bei denen man zweimal hinsehen muss, um ihre Bedeutung zu erkennen. Weil er nicht spektakulär agiert, sondern abgeklärt, ist er vielleicht einer der am meisten unterschätzten Spieler der Liga."
Und genau das ist doch letztendlich der springende Punkt. Die Leute in der Arena sehen doch nicht sein erstklassiges Stellungsspiel, sein cleveres Zweikampfverhalten, wie schnell er wieder hinter den Ball kommt. Die Leute wollen doch lieber gröhlen, wenn Papa mal wieder eine spektakuläre Grätsche zeigt. Spieler wie Matip hatten und werden immer einen schweren Stand Auf Schalke haben. Wenn man bedenkt, das Joel der Spieler ist der am längsten im Verein ist, macht einen das noch nachdenklicher, wenn die "besten Fans der Welt" (Nein das sind wir nicht!) solch einen Spieler auspfeifen und damit verunsichern. Was nicht heißen soll das ich es gut heiße irgendeinen Spieler der unser Trikot trägt auszupfeifen.
Dann soll man ganz ruhig sein, ich verlang ja auch von niemanden das er Metze abfeiert, aber er ist Spieler bei uns und insofern hat er genau die gleiche unterstützung verdient wie ein Holtby, Draxler oder Huntelaar.
-------------------- Kennst du den Mythos vom Schalker Markt,
Die Geschichte die dort begann,
Der FC Schalke wurde Legende,
Eine Liebe die niemals endet.
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Posted: 19.01.2012, 10:17 Uhr |
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JawRah Mormont
MoonSurfer 5000

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Breno lässt sich krank tätowieren - die Bayern reagieren milde
Breno hält den FC Bayern weiter auf Trab. Nach seiner Vereinskritik via Twitter hat sich der brasilianische Innenverteidiger erneut einen Fehltritt erlaubt und sich am Dienstagabend tätowieren lassen, trotz Krankschreibung und erhöhter Entzündungswerte. Die Bayern reagierten auch diesmal mit Milde - und einer leisen Warnung.
"Es ist sehr unglücklich, dass der Junge das gemacht hat, auch wenn er nicht bettlägerig war", sagte Trainer Jupp Heynckes am Donnerstag über Brenos abendlichen Besuch beim Tätowierer. "Manchmal denke ich, er sollte eigentlich so clever sein, das nicht zu tun."
Wenige Tage nach seiner "Sauerei"-Anklage über Twitter, die in München verbal mit einer "Gelben Karte" geahndet wurde, also das nächste Fettnäpfchen, in das Breno tritt - ernste Sanktionen hat der 22-Jährige jedoch auch jetzt nicht zu befürchten.
"Im Moment ist nicht der Zeitpunkt, auf den Jungen einzudreschen", erklärte Heynckes. "Wir verurteilen das schon vonseiten des Klubs und den Verantwortlichen, das ist doch ganz klar." Aber: "Er braucht sicher eher Unterstützung und Hilfe von uns als Strafen. Ich finde, wir haben noch genügend Zeit, da drüber noch mit ihm zu sprechen."
Wegen des Verdachts auf Brandstiftung hatte Breno im Herbst kurzfristig in Untersuchungshaft gesessen, weiterhin wird gegen ihn ermittelt. Schon damals sagte ihm der FCB jegliche Unterstützung zu. Auch jetzt beließ es Heynckes vorerst bei einem leisen Wink: "Ich denke, dass wir alle sehr viel Verständnis haben, viel Geduld - nur darf er es nicht überstrapazieren."
Quelle
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Weiß nicht, ob das hier schon woanders diskutiert wird, wenn ja, Sorry.
-------------------- "Rhaegar fought valiantly, Rhaegar fought nobly, Rhaegar fought honorably. And Rhaegar died."
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Posted: 19.01.2012, 15:39 Uhr |
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Unregistriert
Guest
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Sportschau.de hat ein Interview mit Stefan Kuntz geführt, vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen hier:
Zitat: Herr Kuntz, der letzte Klub, für den Sie Fußball gespielt haben, war 2005 der FC Palatia Limbach. Was macht der Verein heute?
Stefan Kuntz: Der spielt eine Klasse tiefer in der Saarland-Liga. Ich bin damals einem Jugendtraum nachgegangen. Ich wollte einfach noch einmal mit meinen alten Bolzplatz-Kumpels, darunter auch meinem Bruder, ein bisschen kicken. Das hat unglaublich Spaß gemacht. Warum? Kuntz: Das hatte etwas von den Wurzeln des Fußballs. Da kommt nach dem Spiel ja immer sofort eine Kiste Bier in die Kabine. Da waren dann 23 Flaschen Bier und eine Flasche Mixgetränk drin. Die haben sie mir dann zeremoniell überreicht: "Hier, für unseren Profi.
Hilft Ihnen diese Erfahrung?
Kuntz: Ja. Das ist eine andere Welt des Fußballs. Das ist die Basiswelt. Ich habe die Art der Freundschaft genossen, wenn es dann darum ging: Kannst du mir die Delle aus dem Auto machen? Kannst du mir ein Fenster einbauen? Zum Schluss war dann wichtig: Wer muss die erste Runde in der Kneipe geben?
Palatia Limbach ist derzeit Letzter in der Saarland-Liga, der Abstieg in die siebte Liga droht.
Kuntz: Ich weiß, ich wollte es nur nicht so sagen.
Solche Regionen drohten dem 1. FC Kaiserslautern, als Sie im April 2008 dort Vorstandsvorsitzender wurden. Die Insolvenz war nahe. Was ging Ihnen damals beim Aufstehen durch den Kopf?
Kuntz: Ich bin mit großer Euphorie an die Aufgabe herangegangen. Aber wenn ich alle Details gewusst hätte, weiß ich gar nicht, ob ich es wirklich gemacht hätte. Ich will zwar nicht sagen, dass mir irgendetwas verheimlicht wurde, aber es ist schon verdammt schwierige Arbeit. Wir standen vor dem Abstieg aus der 2. Liga, hatten am entscheidenden letzten Spieltag gegen den 1. FC Köln 50.000 Menschen im Stadion, noch einmal 6.000 unten beim Public Viewing, und das in einer Stadt mit gerade einmal 100.000 Einwohnern. Da wurde einem nochmal so richtig klar, um was eigentlich geht. Das war schon sehr beklemmend, bis wir dann zum Glück gewonnen haben.
Wäre der FCK bei einem Abstieg pleite gegangen?
Kuntz: Zumindest wäre es ganz schwierig geworden, und wir hätten es nur unter größten Anstrengungen und mit viel Glück geschafft. Andere Vereine haben in solchen Situationen noch ihr Stadion verkauft. Dieses Pfund hatten wir ja schon nicht mehr, weil der Verein es schon 2003 machen musste, um von seinen Schulden herunterzukommen.
Die öffentliche Hand sprang ein, wie so häufig ...
Kuntz: Na ja, uns ist es auch lieber, dass die Stadt vom FCK profitiert als umgekehrt. Aber es muss auch gesehen werden, was wir der Stadt einbringen. In der 2. Liga haben wir das einmal in Form einer unabhängigen Universitätsstudie ausrechnen lassen. Damals wurden 20 Millionen Euro von den Zuschauern in Kaiserslautern ausgegeben, heute sind es sicherlich weit über 30 Millionen. Aber klar, es bleibt schwierig, und die Bundesliga ist für uns existenziell wichtig.
Einen Abstieg würde der FCK nicht verkraften?
Kuntz: Er würde uns zumindest zwei Jahre zurückwerfen. Jedes Jahr, das wir drin bleiben, bringt uns ein halbes Jahr Vorsprung. Bei einem Abstieg wäre es nicht ganz hoffnungslos, aber für die Gesundung und die nächsten Schritte sind weitere zwei Jahre Bundesliga die Basis.
Zu Ihrer Zeit als Manager des VfL Bochum nannte sie eine Boulevardzeitung den "Schnäppchenkönig". Danach müssen sie immer noch Ausschau halten. Wie gehen Sie dabei vor?
Kuntz: Sie müssen einen Markt beobachten, von dem sie glauben, dass die Spieler keine großen Anpassungsprobleme in der Bundesliga haben. Da müssen wir auch ganz selbstkritisch sagen, dass wir das in der israelischen Liga mit Gil Vermouth und Itaj Shechter unterschätzt haben. Und dann müssen wir die Rosinen eben ein bisschen weiter hinten im Kuchen entdecken. Dort, wo sie noch ein bisschen kleiner sind. Von uns müssen sie dann ein bisschen größer gemacht werden, damit sie von den anderen weggepickt werden können. Letztlich entscheiden wir nach intensiver Beobachtung und sehr intensiven Gesprächen aus dem Bauch heraus.
Wie oft lässt Sie Ihr Bauch im Stich?
Kuntz: Solange das keine tiefen Geldgräber sind, fällt es nicht so auf. Ich denke, dass es bei etwa zwei Dritteln geklappt hat, wobei dabei dann auch herausragende Spieler waren.
Im Gegensatz zu vielen Kollegen haben Sie Ihr Geschäft studiert - Sportmanagement. Sollte eine gute Ausbildung für Fußballmanager verpflichtend sein?
Kuntz: Es hilft auf jeden Fall. Bei meinem Fernstudium bestand die Hilfe mehr noch darin, dass ich gemerkt habe: Ja, das ist das richtige für mich. Ich war nach meiner letzten Trainerstation ein Jahr arbeitslos. Während des Studiums hatte ich dann wieder ein Kribbeln im Bauch. Ganz wichtig ist - und das ist schwierig für ehemalige Bundesliga-Profis - sich nicht zu schade zu sein, unterhalb der Bundesliga anzufangen. Bei mir war das die TuS Koblenz. Da habe ich dann im Vergleich zur aktiven Spieler- und Trainerzeit für sehr wenig Geld gearbeitet. In Koblenz und später in Bochum habe ich ganz tiefe Einblicke in Bereiche wie Lizenzierung, Bilanzierung, Personalwesen gewonnen. Es war eine Mischung aus Arbeits- und Lehrzeit. Bestenfalls führt eine solche Zeit dann dorthin, wie es bei mir gekommen ist.
Allein als FCK-Idol ohne diese Erfahrungen hätten sie den Klub nicht retten können?
Kuntz: Ganz sicher nicht. Dann wäre ich gescheitert, da bin ich zu hundert Prozent sicher.
Es gibt Bundesliga-Torjäger, wie Sie 1986 und 1994 auch einer waren, die landen im Dschungelcamp. Viele andere Profis haben nach der Karriere finanzielle Not. Wie ist Ihr Verhältnis zu Geld?
Kuntz: Ein Fußballer muss versuchen, in etwas mehr als zehn Jahren so viel zu verdienen wie ein 'normaler' Arbeitnehmer in 45 Jahren. Und das passiert dann auch noch in jungen Jahren. Da kann sich jeder selbst ausmalen, wie verführerisch es ist, quasi als Auszubildender 5.000, 10.000 oder gar 20.000 Euro netto jeden Monat zu haben. Du kannst auch in dem Alter schlecht unterscheiden: Welche sind die echten Freunde? Welches Investment lohnt sich? Ich habe nach meiner Karriere einen Steuerprozess und dadurch viel Geld verloren. Ich war zudem ein Jahr arbeitslos und kenne es daher, Existenzangst um die Familie zu haben. Die Bereitschaft, unten anzufangen, ist dadurch größer geworden. Verlorener Prozess und Arbeitslosigkeit haben dazu geführt, von dieser Wolke "Fußballprofi" herunter zu plumpsen.
Eltern, aber auch die Berater spielen bei jungen Fußballern eine große Rolle. Sagen Sie einem FCK-Spieler ins Gesicht, dass er sich von diesem Berater lieber trennen soll?
Kuntz: Ich hatte auch mal einen. Der hat mir sicherlich einiges an Geld gebracht. Aber letztlich hat er mich durch Fehlinvestitionen mehr gekostet. Das ist dann schon einmal prägend. Aber man muss unterscheiden: Es gibt Berater, die kümmern sich um gar nichts und kassieren nur ab, andere betreiben eine wirkliche und nachhaltige Karriereplanung. Was ich feststelle - und das ist erschreckend -, dass selbst bei gestandenen Spielern eine Unsicherheit zu erkennen ist, wenn ich sie vor Vertragsverhandlungen erst zu einem Vier-Augen-Gespräch bitte. Dann schiebe ich schon gleich hinterher: Es geht nicht um Geld.
Worauf führen Sie die Unsicherheit zurück?
Kuntz: Die heutige Generation hat alles abgenommen bekommen. Wenn du in der Schule Probleme hast, geht die Mutter zum Lehrer. Wenn du in der Jugend nicht spielst, geht der Vater zum Trainer. Ich schließe mich da als Vater von zwei Kindern mit ein, ich bin ja nicht besser. Dann kommt aber die Profiwelt und von den Spielern, die ihre Berater haben, werden auf dem Platz selbstständige Entscheidungen verlangt. Das widerspricht sich komplett.
Wie helfen Sie den Jungprofis?
Kuntz: Ich habe viel Erfahrung als Spieler, ich war mal Trainer, ich bin viele Jahre verheiratet und habe Kinder in der heutigen Generation. Ich glaube schon, dass ich mich Spielern gut öffnen kann und ihnen vermittele, dass es zwischen ihnen und mir als Vertreter des FCK nicht immer um Geld geht.
Gerade junge Spieler öffnen sich heute oft über Social Media.
Kuntz: Mit Twitter oder ähnlichem habe ich persönlich Probleme. Seine Intimsphäre nach außen zu tragen, um eine Wertschätzung zu bekommen, das ist in meinem Kopf als mögliches Verhalten nicht drin.
Verbieten Sie den Spielern, zu twittern?
Kuntz: Wir haben das Thema besprochen. Interna aus der Kabine sind tabu, das gilt nicht nur für Twitter. Es geht darum, in die Köpfe zu kommen und das Bewusstsein zu schärfen, was du mit unbedachten Einträgen auslösen kannst. Wenn das nicht fruchtet, müssten wir irgendwann wieder mit diesen blöden Sanktionen wie Geldstrafen arbeiten.
Sehen Sie Social Media generell kritisch?
Kuntz: Ganz im Gegenteil. Es ist eine tolle Zeiterscheinung, mit der du gut an die Fans und Kunden heran kommst. Wofür ich überhaupt kein Verständnis habe sind anonyme Foren. Wenn sich einer nicht zu erkennen gibt, ist er für mich kein ernst zu nehmender Gesprächspartner.
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Posted: 19.01.2012, 17:13 Uhr |
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