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SPiN-Mark Jr.
MoonRookie

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Erstmal großes Lob dafür an Indikator, dass er sich dieser Herausforderung gestellt hat. Da ich mir mich selbst überhaupt nicht in einem Audio-Format vorstellen kann (*graus), erst recht nicht zu einem so schwer zu vermittelnden Thema wie Wrestling-Geschichte, gibt es da ganz großen Respekt von mir.
Trotzdem war ich etwas enttäuscht von dieser Anderswelt-Ausgabe, vielleicht weil ich das Gefühl hatte, dass das Potenzial nicht wirklich ausgeschöpft wurde. Ich finde, eine von Indikators Stärken im History-Bereich ist es unter anderem, die Relevanz und Ästhetik winzigster Fundstücke und Zusammenhänge zu erkennen und deutlich zu machen. Zu einer Art "Fundstück der Woche"-Kolumne von ihm würde ich wahrscheinlich regelmäßig ausmarken ^^ Die Moderatoren hätten ihn dahingehend etwas mehr ausquetschen sollen, statt ihn so viel über die großen Zusammenhänge zu befragen. Nicht dass er davon keine Ahnung hätte, aber es wirkte, als verfüge er über so viel Detailwissen in dem Bereich, dass es ihm kaum möglich war, konkrete Fragen auch wirklich konkret zu beantworten, da ihm vielleicht die Gegenargumente und -beispiele zu allgemein vorherrschenden Meinungen zu viel im Kopf herumschwirren.
Ich hätte beispielsweise zu Jakobis komischer Vorstellung von Gotch vs. Hackenschmidt als dem Ursprung von gestelltem Wrestling klar gesagt: "Nein Jakobi, das ist völliger Quatsch, die großen Wrestling-Kämpfe waren schon lange vorher gestellt. Hackenschmidts Vorwurf, dass sich Gotch eingeölt hatte, war nur Teil der Show, um ihn in der Niederlage nicht zu schlecht aussehen zu lassen. Wer auch immer dir das so erzählt hat, hat dich verarscht." Auch wenn ich weiß, dass es zum Thema, inwieweit Wrestling damals Fake war, ganz andere Meinungen gibt. Genauso hätte ich klar gesagt, dass Lucha Libre nicht eine Fortführung irgendwelcher aztekischer Ringkämpfe ist, sondern aus dem Umstand erwachsen ist, dass die Zentren des Heavyweight Wrestling eben nicht im Süden der USA zu finden waren, sodass sich dort auf leichtere Wrestler konzentriert wurde, was sich wiederum auf den mexikanischen Markt ausgewirkt hat. Auch wenn ich weiß, dass es schon viel früher hier und dort immer mal wieder Wrestling in Mexiko gegeben hat, trotzdem bleibt Lucha Libre größtenteils ein Ableger des amerikanischen Wrestling. Das nur als Beispiele dafür, wo ich mir klarere und konkretere Antworten gewünscht hätte.
Wie auch immer. Insgesamt war es auf jeden Fall ein interessanter History-Talk, auch wenn ich nicht sicher bin, inwieweit man hiernach ein besseres Bild von der Geschichte hat, wenn man die ganzen Themen nicht eh schon kannte.
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Posted: 16.06.2012, 23:10 Uhr |
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SPiN-Mark Jr.
MoonRookie

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Zitat: Original geschrieben von Indikator:
PS: Das von Jakobi erwähnte Einölen von Gotch ist wohl als Fakt einzuordnen nach meinem aktuellen Wissensstand. Allerdings interessiere ich mich nur periphär mit solchen Dingen und habe so nicht explizit nach Matchberichten und anderen Quellen gesucht (es gibt ja das Hackenschmidt Clippings Book im Netz)[/B]
Ich glaube gerne, dass Gotch sich im ersten Kampf eingeölt hat. Das ist wohl die Story, die sich die Manager und Wrestler für den Kampf ausgedacht hatten, damit am Ende auch der Verlierer nicht allzu schlecht dasteht. Aber schon beispielsweise allein der Umstand, dass Hackenschmidt nicht zum zweiten Durchgang in den Ring zurückgekehrt ist und damit die Weltmeisterschaft aufgegeben hat, ähnelt zu sehr anderen für mich gestellten Situationen (Stecher/Olin, Stecher/Caddock), dass ich an einen wirklichen Shoot nur schwer glauben kann. Yohes Review zu den Gotch/Jenkins-Matches gibt doch allzu deutlich wieder, wie schwer damals Fehden schon geskriptet wurden, auch langfristig. Und dass Ad Santel mit Hackenschmidt trainiert hätte, scheint ja ebenso nicht gestimmt zu haben, dann war schon eher Roller der Bösewicht, wenn überhaupt.
Da fällt mir übrigens noch ein, dass du während des Podcasts meintest, dass bei Gotch/Hackenschmidt der europäische Champion auf den amerikanischen Champion traf. Damit fütterst du (wahrscheinlich versehentlich) die alte Mär derjenigen, die glauben, dass zwischen Gotch und Hackenschmidt die Weltmeisterschaft erstmals entschieden wurde. Hackenschmidt war aber damals ja schon seit drei Jahren auch in den USA _Welt_meister, nicht einfach nur der Meister Europas.
Zu Beell vs. Gotch ... natürlich KANN der ein oder andere große Kampf auch durch solche Umstände wie ein K.O. entschieden worden sein, das gibts ja auch in der modernen total geskripteten Ära noch (siehe Sids Beinbruch). Ich glaube aber kaum daran, dass die großen Kämpfe damals grundsätzlich echt waren, im Gegenteil.
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Posted: 17.06.2012, 22:37 Uhr |
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Sebastian1984
MoonSurfer 1000

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Ich bin sicherlich kein Experte in der Geschichte des Wrestlings, würde aber dennoch gerne mal einen kurzen Diskussionsanstoß geben bzw. andere Perspektive aufzeigen: Mir scheint, es ist gar nicht so sehr interessant, ob die beiden Kämpfe zwischen Hackenschmidt und Gotch nun „echt“ waren oder nicht. Für die Wrestlingentwicklung könnte es wichtiger gewesen sein, welches große Aufsehen – sowohl medial als auch im Hinblick auf die Zuschauerzahlen – die Kämpfe erregten.
Das Entscheidende in der Entwicklung des Wrestling ist aus meiner Sicht, dass es sich irgendwann von einem entertainmentorientierten Sportprodukt – wie es Boxen oder Fußball noch heute ist – zu einem sportorientierten Entertainmentprodukt wandelte und sich damit von Erstgenannten in Bezug auf die mediale Inszenierung, die Verbindung mit (lokaler) Massenkultur – die entstehende Massenkultur um 1900 ist m. E. auch ein entscheidender Unterschied zur Situation der frühen Ringer im 19. Jahrhundert – und den zeitgenössischen Körperdiskursen unterschied.
Um 1900 war Wrestling, so lese ich zumindest die mir bekannte Literatur (Wedemeyer-Kolwe, Zweiniger-Bargielowska), nicht nur mit dem Profisport, sondern auch in hohem Maße mit der Körperkulturbewegung verbunden, die einer völlig anderen Logik wie die Wettkampfsportler und die Turner folgte. Gerade bei Hackenschmidt sieht man diese Zugehörigkeit m. E. sehr deutlich. Dies änderte sich aber zuerst langsam, nach dem Ersten Weltkrieg aber zunehmend.
In seinem kurzen Aufsatz zum Wrestling in Australien hebt John Rickard den Übergang von den frühen Wrestlingkämpfen in den 1900ern und 1910ern, die noch sehr stark Körperdemonstrationen waren, hin zu den aktionsreicheren, auch eine Geschichte erzählenden Kämpfen ab den 1920er Jahren hervor. Interessanterweise fiel dieser Übergang mit der Einrichtung fester Veranstaltungshallen zusammen. Dies bedeutete ja nichts anderes, als dass die Bevölkerung dazu motiviert werden musste, sich regelmäßig Wrestling anzuschauen. Er markiert also den Übergang von der Körperkulturbewegung bzw. vom Sport zum Spektakel, der in die Zeit fiel, in der Hackenschmidt gegen Gotch kämpfte.
Es ist klar, dass dies ein Prozess war, der keinen definitiven Anfang und kein klares Ende hat. Mir scheint aber, dass die beiden Kämpfe ein herausgehobenes Beispiel für diesen Prozess ist. Das kann auch einer der Gründe sein, warum sich so viele darauf beziehen. Die beiden Kämpfe haben aber, aus meiner Sicht, schon vieles, was heute Wrestling ausmacht. Sie waren ein transnationales Medienereignis, erzählten auf gleich mehreren Ebenen eine Geschichte und sie spielten in gewissem Sinne mit der Frage, ob das Ringgeschehen nun „echt“ oder nicht war.
Zusammengefasst: Mir scheint, man kann dem Kampf – selbst wenn er nicht der erste abgesprochene Kampf bzw. überhaupt abgesprochen war – eine Art Symbolwirkung zusprechen, weil er den für die Entwicklung Wrestling beginnenden Übergang vom reinen Sport zum Entertainment markiert. Dabei geht es aber gar nicht so sehr, um die Frage der abgesprochenen Ergebnisse, sondern um eine bestimmte Form der Unterhaltung, die dann wiederum weiterführende Folgen hat.
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Posted: 18.06.2012, 19:32 Uhr |
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SPiN-Mark Jr.
MoonRookie

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Zitat: Original geschrieben von Indikator:
Ich bin wohl auch Anhänger des Yoheismus 
...
Und da muss ich wohl zum Schluss kommen, dass Gotch vs Hack I als ein Champion vs. Champion Match angesehen wurde wie von mir beschrieben.
Warum sollte man auch nicht jemandem sein vollstes Vertrauen in punkto Wrestling-Geschichte schenken, der so aussieht
Klar war es ein Champion vs. Champion-Match. Gotch war ja der amerikanische Freestyle Champion. Aber Hackenschmidt eben der Weltmeister. Also zumindest aus der Sicht des Wrestling-Business selbst, sollte das schon eine klare Sache gewesen sein, immerhin hat man diesen Kampf doch mit Jenkins mindestens drei Jahre lang aufgebaut. Sollte Hack nicht sogar eigentlich viel früher auf Gotch treffen, die Verhandlungen hätten den Kampf nur irgendwie ungeplant hinausgezögert? Natürlich werden in damaligen Zeitungsartikeln World & American Title ständig durcheinander geworfen, immerhin hatten die USA nach Hack vs. Jenkins den Esten ja nicht ständig zu Gast, im Gegenteil.
Zitat: Das Entscheidende in der Entwicklung des Wrestling ist aus meiner Sicht, dass es sich irgendwann von einem entertainmentorientierten Sportprodukt – wie es Boxen oder Fußball noch heute ist – zu einem sportorientierten Entertainmentprodukt wandelte.
Ich finde, Pro Wrestling war schon seit den Jahrmarkt-Zeiten ein sportorientieres Entertainmentprodukt. Körperkult hin oder her. Das Spektakel und damit das Entertainment stand doch immer im Vordergrund. Es ging ja nie in erster Linie darum, Sport zu zelebrieren, sondern darum Publikum und Wetteinnahmen zu generieren.
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Posted: 18.06.2012, 20:09 Uhr |
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Sebastian1984
MoonSurfer 1000

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Ich hoffe, ich sprenge den Thread jetzt nicht. Sollte das so sein, dann sagt mir bitte Bescheid. Aber immerhin gibt es jetzt die Diskussion, die von den PWA Machern immer gewünscht wird 
SpinMark: Das Problem ist m. E. doch Folgendes: Die Tatsache allein, dass irgendjemand mit dem Ringkampf über Wetten und Eintritte Geld verdienen möchte, reicht doch alleine nicht aus, um die Entwicklung des Wrestlings zu erklären. Denn Geld verdienen wollten Veranstalter anderer Sportarten oder anderer Unterhaltungsformen ja auch. Radrennen waren auch Spektakel und dennoch kommt niemand auf die Idee, sie mit Wrestling gleichzusetzen.
Meine These wäre, dass sich im Wrestling eine Mischung ganz spezifischer, zeittypischer Neuerungen um 1900 verbindet: Das ist, um die drei wichtigsten zu nennen, die neu aufkommende Körperkulturbewegung, die langsame Ausprägung einer Massenkultur und die Fortschritte der Informations- und Kommunikationstechnologien. Körperkultur, nicht Körperkult, ist ganz kurz, eine soziale Bewegung die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts entsteht und wesentlich von den neuen Mittelschichten getragen wird. Im Zentrum dieser Bewegung stehen ein neues, an alten griechischen Statuen entwickeltes Körperideal und die Verbindung von Körperpflege, bestimmter Körperübungen (Gymnastik, Tanzen, Yoga, aber eben auch Gewichtheben) und Gesundheit. Diese Bewegung ist sehr, sehr divers, vor den 1930er Jahren aber auch sehr einflussreich. Außerdem ist sie nicht in Vereinen, sondern vor allem über Zeitschriften organisiert.
Indikator: Ich bin mir, offen gestanden, nicht sicher, ob ich deine Antwort richtig verstehe. Welchen Zusammenhang siehst du nicht? Ich habe mindestens zwei Zusammenhänge aufgemacht und mir ist nicht klar, worauf du dich genau beziehst. Ich gehe zuerst noch mal auf die beiden Zusammenhänge ein und versuche, meine beiden Argumente präziser zu fassen.
1. Mir scheint, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich das Wrestling in der Zeit von ca. 1910 bis 1930 ändert und das meint im Wesentlichen, spektakulärer wird. Die Literatur, die ich kenne, hebt darauf zumindest ab und wenn ich an das denke, was ich aus anderen Bereichen der Massenkultur (bspw. dem Kino) weiß, dann würde ich das auch so erwarten. Es ist völlig klar, dass dies – ich wiederhole mich da – ein Prozess ist, der keinen klar definierten Anfang und kein klares Ende hat. Die beiden Kämpfe zwischen Hackenschmidt und Gotch könnte man aber als herausragenden Meilenstein für diese Entwicklung ansehen. Es ist weder der Startpunkt, noch das Ende – aber es ist ein Moment, an dem diese Entwicklung auch für einen großen Publikumskreis sichtbar wird.
Dein Hinweis auf frühere (?) Berichterstattung ist m. E. nicht unbedingt ein Argument gegen meine These. Dass sich Fans über den Ausgang oder den Unterhaltungswert einer Sportveranstaltung ärgern, ist ja nicht ungewöhnlich und an sich kein Argument dafür, dass es keine Sportveranstaltung ist. Auch dass Fans glauben, das Ergebnis sei abgesprochen ist noch kein Argument dafür, dass der Sport an sich nicht als echt angesehen wird. Die Berichterstattung würde ich dennoch gerne lesen. Sind die Artikel online?
2. Ich habe behauptet, dass das frühe Wrestling wesentlich stärkere Verbindungen zur Körperkulturbewegung hat, als du in deinem Vortrag deutlich gemacht hast. Wenn man sich die Bilder von Hackenschmidt ansieht, die sich deutlich denen profilierter Vertreter der Körperkultur ähneln, und bedenkt, dass er auch thematisch einschlägige Bücher publizierte, dann liegen diese Verbindungen m. E. auf der Hand. Mit Körperkultur meine ich nicht ausschließlich die Schwerathletik. Körperkultur ist ja, wie schon oben geschrieben, wesentlich mehr und richtet sich vor allem auf die Erhaltung (und Bewahrung) eines gesunden, schönen Körpers.
Die Körperkulturbewegung ist dabei deutlich mehr als nur Schwerathletikmehrkampf und bedeutet aus meiner Sicht in erster Linie eine massive Aufwertung des Körpers als solchen in der breiten Öffentlichkeit. Von dieser Aufwertung profitierte vermutlich auch der Berufsringkampf. Die zeitgenössischen Debatten hatten aber auf der anderen Seite auch einen Einfluss auf ihn selbst, den man m. E. nicht unterschätzen darf. Ich will hier also darauf hinaus, das zwischen 1900 und 1930 ein bestimmtes Körperbild öffentlich sehr dominant war und dies auch Auswirkungen auf das Wrestling hatte.
Nicht klar ist mir, was du mit „War die eher gegenteilige Veranstaltungsform eigentlich in England bis 1905 bevorzugt worden?“ meinst. Vielleicht kannst du mir das erklären. Dein Hinweis auf die Abgrenzung zwischen den unterschiedlichen Gruppen (Bodybuilding, Ringkampf, Gewichtheben) finde ich interessant und werde ich im Hinterkopf behalten.
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Posted: 19.06.2012, 16:59 Uhr |
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SPiN-Mark Jr.
MoonRookie

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Zitat: Original geschrieben von Sebastian1984:
1. Mir scheint, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich das Wrestling in der Zeit von ca. 1910 bis 1930 ändert und das meint im Wesentlichen, spektakulärer wird.
Wrestling hat sich ständig verändert und wurde ständig spektakulärer. Ich bezweifle allerdings, dass diese "Körperkult"-Bewegung hier ein stärkerer Faktor gewesen ist, als beispielsweise die spätere TV-Revolution. Der Grund für die großen Änderungen der 20er Jahre hin zum Entertainment liegt meiner Meinung nach darin, dass es den beiden Gruppen um Ed Lewis und Joe Stecher gelungen ist, den Markt fast komplett unter ihre Kontrolle zu bringen. Wetteinnahmen waren nicht mehr so stark zu generieren, da dem Business nicht mehr vertraut wurde und die Justiz ein Auge drauf warf. Also mussten mehr Zuschauer her. Also führte man Gimmicks, Finishing Moves, Storylines ein. Also schnappte man sich einen bekannten Footballspieler wie Wayne Munn und machte ihn zum World Champion ... ich nehme an, diesen Umstand willst du nicht auch dem "Körperkult" zuschreiben ... das Wrestling bewegte sich doch im Gegenteil von diesem Ideal fort.
Beitrag editiert von SPiN-Mark Jr. am 20.06.2012 um 06:28 Uhr
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Posted: 20.06.2012, 06:11 Uhr |
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CMJ
MoonSurfer 500

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Mich freut es sehr, dass der Thread zu Diskussionen über das Showthema genutzt sind, genauso allerdings bin ich beeindruckend von dem detailreichen Wissen, über das einige von euch über die Wrestlinggeschichte verfügen.
Ich habe aus der Ausgabe elementare Grundzüge mitgenommen, wie unser Sport entstanden ist - ob ein Austausch in einer Tiefe, den die Beiträge von Spinmark, Indikator, Sebastian etc. andeuten, gewünscht ist, kann ich alleine nicht beantworten, ich denke allerdings, dass wir gut daran tun, Menschen wie mich behutsam und "nah an der Praxis" an die Geschichte heranzuführen.
-------------------- www.wXw-wrestling.com
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Posted: 20.06.2012, 10:20 Uhr |
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Sebastian1984
MoonSurfer 1000

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Mir scheint, dass du mit deinem Einwand Recht hast und es (zumindest vorerst) nicht unbedingt sinnvoll ist, diese Diskussion im Rahmen dieses Threads deutlich auszuweiten. Grundsätzlich habe ich aber, Spin-Mark und Indikator, großes Interesse, die Diskussion an einem anderen Ort fortzuführen (vielleicht gebt ihr mir dann einfach einen entsprechenden Wink).
Vielleicht hilft es ja, wenn ich aus meiner Sicht kurz skizziere, worin m. E. die größte Meinungsverschiedenheit zwischen mir auf der einen sowie Indikator und Spin-Mark Jr. auf der anderen Seite zu liegen scheint. Das ist m. E. die Frage, inwiefern andere gesellschaftliche Strömungen bei einer Beschäftigung mit der Geschichte des Wrestlings berücksichtigt werden muss.
Ich selbst kenne mich eigentlich, wie schon gesagt, ziemlich schlecht mit der konkreten Geschichte des Wrestlings in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, aber ganz ordentlich mit anderen Themen in dieser Zeit aus, die sich ebenfalls auf den Körper beziehen, weil diese aus meiner Sicht eben auch Auswirkungen auf das Wrestling hatten. Das ist im Grunde heute auch so. Wenn ich dich als Promoter frage, was die derzeitigen Entwicklungen des Wrestlings bspw. in Europa beeinflusst, wirst du mir eine Fülle von Themen nennen können, die euer Produkt beeinflussen. Das beginnt heute bspw. mit neuen technischen Möglichkeiten (Stichwort Youtube), geht über Veränderungen im Freizeitverhalten der Bevölkerung und endet mit Fragen, die eher den Zeitgeist betreffen (etwa, ob Ultraviolent Matches erlaubt sein sollten oder nicht). Ich glaube, man müsste diese Faktoren stärker berücksichtigen und bspw. das Verhältnis von Berufsringkampf zu anderen Sportarten vergleichen. Der einfache Verweis auf das Wetten reicht m. E. da nicht aus.
Nur ganz kurz noch zu Spin-Mark Jr.: Mein Argument ist nicht, dass sich alles durch die Verbindung zwischen Wrestling und Körperkulturbewegung erklären lässt. Ich sagte nur, dass es ein Faktor ist, den ihr in seiner Bedeutung unterschätzt. Mehr habe ich nicht gesagt. In meiner Antwort auf dich habe ich sogar explizit darauf hingewiesen, dass bspw. Änderungen im Mediensystem oder der lokalen Vergnügungskultur eine wichtige Rolle für das Wrestling spielten. Mehr habe ich nicht gesagt. Bei Bedarf und Interesse können wir das aber gerne noch weiterführen.
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Posted: 20.06.2012, 19:55 Uhr |
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Ein buntes Potpourri verschiedener Themen bietet euch PWA57, Jakobi, Tas und Manka sprechen über Wrestlingvorlieben, die WCW, die Schönheit Islands und Eddys EPW-Show. Dazwischen gibt es Musik & Kurzinterviews mit Panchito Tejada, Gitarrist von Puerquerama, der PWA-Band des Monats Juni.
Mehr über die mexikanische Band findet ihr hier , das Team von PWA bedankt sich für die zur Verfügung gestellte Musik!
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Beitrag editiert von disko king am 22.06.2012 um 22:10 Uhr
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Posted: 22.06.2012, 22:02 Uhr |
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