Hulkamaniac
MoonSurfer 10000

|
Stiftung Warentest: WM-Stadien unsicher! |
 |
Rote Karte für vier WM-Stadien
Berlin - Ein verheerendes Urteil hat die Stiftung Warentest über die Sicherheit in den WM-Stadien gefällt.
Demnach weisen die vier Arenen in Berlin, Gelsenkirchen, Leipzig und Kaiserslautern laut des Ergebnisses einer Studie "erhebliche Mängel" auf.
Bei vier weiteren Spielstätten wurden "deutliche Mängel" beklagt. Defizite fanden die Verbraucherschützer aber in allen zwölf Stadien der Weltmeisterschaft.
WM-OK widerspricht Eindruck einer akuten Gefährdung
Allerdings widersprachen die WM-Organisatoren dem Eindruck einer akuten Gefährdung der Zuschauer. "Die deutschen WM-Stadien sind sicher", sagte OK-Vize-Präsident Horst R. Schmidt
Auch der Bundesliga-Rückrundenauftakt vom 27. bis 29. Januar ist nicht gefährdet. Dies erklärte Holger Hieronymus, der Geschäftsführer Spielbetrieb der Deutschen Fußball Liga (DFL), auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main.
"Es muss noch einiges passieren"
"Ich denke, die WM kann stattfinden. Aber es muss noch einiges passieren, damit wir ein guter Gastgeber sind", erklärte Hubertus Primus, Chefredakteur der Zeitschrift "Test", auf einer Pressekonferenz 150 Tage vor dem Eröffnungsspiel am 9. Juni in München.
"Aber die Mängel sind schon seit den 80er Jahren bekannt und man hat darauf nicht reagiert."
Große Defizite bei Bau- und Brandschutz
Das Olympiastadion in Berlin, die Veltins-Arena in Gelsenkirchen und das Zentralstadion in Leipzig haben nach der in Berlin vorgestellten Untersuchung erhebliche Bau-Mängel.
Bei einer Massenpanik könnten die Arenen zur tödlichen Falle werden, da Zuschauer wegen fehlender Fluchttore nicht auf das Spielfeld laufen können. Durch drängende Menschen könne "innerhalb kürzester Zeit ein so hoher Staudruck entstehen, dass sogar eisenarmierte Betonmauern nachgeben".
Das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern habe große Defizite beim Brandschutz.
"Folgen einer Panik können fatal sein"
"Gerade die erteilten Ausnahmegenehmigungen bei den Fluchttoren sind nicht akzeptabel, weil das ein elementarer Aspekt ist", sagte Holger Brackemann von der Abteilung Produkttests.
"Grundsätzlich ist die Gefahr zwar gering, aber wenn eine Panik ausbricht, können die Folgen fatal sein."
Vier weitere Stadien mit deutlichen Mängeln
"Deutliche Mängel" werden Hamburg (AOL-Arena), Frankfurt/Main (Commerzbank-Arena), Stuttgart (Gottlieb-Daimler-Stadion) und Dortmund (Signal-Iduna-Park) attestiert.
Kritisiert werden in diesen Stadien ebenfalls fehlende Fluchtwege sowie Stolpergefahren und unzureichender Brandschutz.
Zwei Drittel entsprechen Fifa-Sicherheitsrichtlinien nicht
"Geringe Mängel wurden in München (Allianz-Arena), Hannover (AWD-Arena), Nürnberg (Frankenstadion) und Köln (RheinEnergie-Stadion) festgestellt.
Demnach erfüllen nach Meinung der Stiftung Warentest zwei Drittel der WM-Stadien nicht den Sicherheitsrichtlinien des Fußball-Weltverbandes (Fifa), obwohl die für rund 1,4 Milliarden Euro neu- oder umgebaut worden waren.
Neben Stiftungsmitarbeitern waren ein Ingenieurbüro und auch die Stadionbetreiber an den Untersuchungen beteiligt. Diese hätten pro Stadion sechs bis acht Stunden gedauert.
Harte Beckenbauer-Kritik an Stiftung
Franz Beckenbauer hatte die Vorwürfe ebenso wie andere Verantwortliche im WM-Organisationskomitee schon vor der Veröffentlichung zurückgewiesen.
"Also ganz ehrlich, mir reicht's jetzt mit diesem Heer der Besserwisser und Wichtigtuer, die sich über die WM profilieren wollen. Die Stiftung Warentest kennt sich vielleicht mit Gesichtscreme, Olivenöl und Staubsaugern aus. Dabei sollten sie bleiben", sagte der OK-Chef der "Bild"-Zeitung.
Auch Berliner Senat weist Vorwürfe zurück
Als erste verantwortliche Instanz reagierte der Berliner Senat unmittelbar nach der Pressekonferenz am Dienstag auf die Vorwürfe.
"Selbstverständlich haben wir uns an die Bauvorschriften gehalten. Das Stadion ist seit Monaten in Betrieb und wir gehen davon aus, dass es gut und sicher saniert wurde", erklärte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Im Berliner Olympiastadion findet am 9. Juli das WM-Finale der zweiten Weltmeisterschaft auf deutschem Boden nach 1974 statt.
Bundestag will sich nächste Woche mit Untersuchung beschäftigen
Der Sportausschuss des Bundestages will sich schon nächste Woche mit der Untersuchung beschäftigen.
"Ich bin überrascht über den Umfang der Mängelliste, das habe ich so nicht erwartet", sagte der Ausschuss-Vorsitzende Peter Danckert(SPD).
Quelle: www.sport1.de
-------------------- Deutscher Meister ist nur der BVB.
|